Was ist Glück?

Moderator: void

mkha' hat geschrieben:
Void, ich möchte hier bitte eine Zwischenfrage stellen.

Du schriebst:
Der Neurologe Damasio weist in seinem Buch nach, dass Rationalität gar nicht mechanisch und emotionslos funktionieren kann sondern Emotion eine wichtige Rolle spielen, weil denken ja auch immer werten beinhaltet.

a.) Wie hat er das (unzweifelhaft) nachgewiesen?
b.) Weshalb kombiniert die Begriffe mechanisch & emotionslos?
c.) Welche Schlussfolgerung lässt das zu?
d.) Hält es niemand für möglich, dass das Denken, nicht zwangsläufig mit einem (emotionsgesteuerten) Werten konform gehen muss?

Ich bin der Meinung, dass diverse schwere Entscheidungen Sachlichkeit und neutrales, nicht aber von Emotionen überlagertes Denken vorauṣsetzen.
Das schwere Entscheidungen treffen und erwirken ist doch das ausschalten jeder Emotion, die die Emotion weckt das es eine "schwere" Entscheidung ist. Ist sie getroffen kommt trauern und das Wissen das es eine unbedingt wichtige Entscheidung war. Ein Abschnitt, ein Leben, wird beendet. Es stirbt etwas durch die Entscheidung und ich weiß das es sterben muss damit ich befreiter, von den Emotionen der alten Bindung, leben kann.

Irgendwann, ich weiß nich wann oder warum, traf ich die Entscheidung Buddhaland anders zu sehen und damit stirbt es, der Abschnitt verlässt mich, Buddha hat seine Wirkung getan und mich von gewaltigen Träumen befreit. Spirituell bin ich gestorben, doch das weckt mich als Mensch auf, der alte Muster verlässt. Es geht mich nichts mehr an und doch lese und schreibe ich hier weiter, ich weiß nicht wie lange das noch geht, doch es wird irgendwann enden. Ich weiß das es wertlos ist, auch das was hier jetzt von mir steht. Garnicht meine Welt weil es meine Welt nur in meinen Gedanken gibt und nicht kompatibel ist mit den anderen Welten. Das ist kein fischen nach Komplimenten, selbst die gehen mich nichts mehr an. Es ist mir gleich ob es Zustimmung oder Ablehnung gibt, früher hat es mich wirklich berührt, da war sowas wie Freude und Ärger, schade eigentlich. Buddhaland sei dank.
Das Erkennen das es kaum noch Gefühle gibt die aus dem Glück werfen.
mkha' hat geschrieben:
Ich bin der Meinung, dass diverse schwere Entscheidungen Sachlichkeit und neutrales, nicht aber von Emotionen überlagertes Denken vorauṣsetzen.


Das ist ja eben die intuitive Sicht die man hat: Man versucht sachlich nachzudenken und dabei sind Gefühlwallungen wie Wut oder Begierde eine Störung. Weswegen man ja anehmen muss, das jemand der nicht durch Gefühl getrübt ist, vernünftiger denkt.

Aber Descartes geht noch weiter. Er glaubte- um es böse ausdrücken- das der beste Denker so eine Art "Roboter" ist. Also jemand, der wie ein Computerprogramm anhand von logischen Folgerungen zu Schlüssen kommt.

Damasio ist ein Neurologe und er hat Leute untersucht, bei denen die Teile des Gehirns, die für den Gefühlhaushalt zuständig sind, ausgefallen sind. Und er hat untersucht, ob diese Descartes-Meschen, dann wirklich besser denken konnten oder eher schlechter.

Dabei kam er darauf, dass Descartes wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hat. Weil das Denken eben ein komplexer Prozess ist, bei dem dauernd auch immer "Wertungen" eine Rolle spielt. Bei jeder Tätigkeit muss man immer wieder beurteilen, ob man sich auf das Ziel hinbewegt oder wegbewegt und ob etwas wichtig oder unwichtig ist. Dies sind so subtile Prozesse, dass sie uns meistens nicht als gefühlsmässig bewusst sind.

Der Neurologe Damasio, beobachtete nun, dass bei Erkrankungen, wo das emotionale System ausfällt die Menschen eben nicht vernünftiger wurden, sondern eben auch die subtilen Bewertungen nicht mehr möglich waren. Das konnte für die Kranken ärgerliche Auswirkungen auf ihren Alltag haben, weil sie nicht mehr zwischen wichtig und unwichtigen Sachen unterscheiden konnte und dann statt zu arbeiten, den ganzen Vormittag den Schreibtisch perfekt sortierten.

Ich weiss nicht wie man das in buddhitischen Begriffen ausdrückt. Wahrschienlich würde das da nicht so sehr mit Emotionen bzw. Störgefühlen ) sondern eher mit dem "Willen" in Verbindung bringen. Und "Willen" - mit der Fähigkeit wichtiges von unwichtigem, zielführendes von zielhindernden zu unterschieden, braucht ja auch ein Buddha.
Lieber Helmut,

selbst dann, wenn Du glasklar logisch und rational denkst, ist es durchaus möglich, Emotionen zuzulassen, sie zu empfinden, zu wissen, dass sie da sind - sich ihnen hinzugeben, von ihnen tragen zu lassen, zu schweben, sie zu genießen ...

Doch es gibt etwas, was nicht jedem gegeben, (und auch nicht jedem Partner geheuer ist), ist:
a.) die Fähigkeit, nicht anzuhaften - das, was ist, loslassen zu können
b.) die Fähigkeit, sobald erforderlich, alles, was logisch-rationales Denken behindert, ad hoc "abzuschalten".

Der Zufluchtsort des (vermeintlich) emotionslos-stillen Schwelgens im So-Sein, direkt neben obigen Fähigkeiten angesiedelt, ist nicht das, was der Buddha unter Befreiung verstand, ... aber vermutlich ist Dir das längst bewusst.

LG mkha'
Lieber Void,

herzlichen Dank. Medizinisch erklärt verstehe ich Obiges weitaus besseṛ Ich befasste mich zwar mit westlicher Philosophie, konnte ihr aber, (zu meiner Schande, denn in meiner Familie war das Studium der Philosophie angesagt), nichts abgewinnen.
weniger mit Emotionen bzw. Störgefühlen - eher mit dem "Willen" in Verbindung ... "Willen" - mit der Fähigkeit wichtiges von unwichtigem, zielführendes von zielhindernden zu unterschieden, braucht ja auch ein Buddha.
... das denken wiṛ. Warten wir es ab, lieber Void, vielleicht gibt es ja noch etwas, das zu "Intuitiv-korrektem" (keine gute Bezeichnung - es fehlen Worte) führt und darüber hinausgeht. :wink:
void hat geschrieben:
Das ist ja eben die intuitive Sicht die man hat: Man versucht sachlich nachzudenken und dabei sind Gefühlwallungen wie Wut oder Begierde eine Störung. Weswegen man ja anehmen muss, das jemand der nicht durch Gefühl getrübt ist, vernünftiger denkt.

Aber Descartes geht noch weiter. Er glaubte- um es böse ausdrücken- das der beste Denker so eine Art "Roboter" ist. Also jemand, der wie ein Computerprogramm anhand von logischen Folgerungen zu Schlüssen kommt.

Damasio ist ein Neurologe und er hat Leute untersucht, bei denen die Teile des Gehirns, die für den Gefühlhaushalt zuständig sind, ausgefallen sind. Und er hat untersucht, ob diese Descartes-Meschen, dann wirklich besser denken konnten oder eher schlechter.

Dabei kam er darauf, dass Descartes wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet hat. Weil das Denken eben ein komplexer Prozess ist, bei dem dauernd auch immer "Wertungen" eine Rolle spielt. Bei jeder Tätigkeit muss man immer wieder beurteilen, ob man sich auf das Ziel hinbewegt oder wegbewegt und ob etwas wichtig oder unwichtig ist. Dies sind so subtile Prozesse, dass sie uns meistens nicht als gefühlsmässig bewusst sind.

Der Neurologe Damasio, beobachtete nun, dass bei Erkrankungen, wo das emotionale System ausfällt die Menschen eben nicht vernünftiger wurden, sondern eben auch die subtilen Bewertungen nicht mehr möglich waren. Das konnte für die Kranken ärgerliche Auswirkungen auf ihren Alltag haben, weil sie nicht mehr zwischen wichtig und unwichtigen Sachen unterscheiden konnte und dann statt zu arbeiten, den ganzen Vormittag den Schreibtisch perfekt sortierten.

Ich weiss nicht wie man das in buddhitischen Begriffen ausdrückt. Wahrschienlich würde das da nicht so sehr mit Emotionen bzw. Störgefühlen ) sondern eher mit dem "Willen" in Verbindung bringen. Und "Willen" - mit der Fähigkeit wichtiges von unwichtigem, zielführendes von zielhindernden zu unterschieden, braucht ja auch ein Buddha.


Kants Gehirnschaden: gut möglich, dass ich die Idee zu der früher geposteten Satire einem deiner Beiträge verdanke... :upsidedown:
sehr bekannte Untersuchungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Wille#Experimente_zur_Willensfreiheit

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