Veränderung der Lehre?

Moderator: void

fotost hat geschrieben:
Also selbst Götter sind für die klaren, logischen und heilbringenden Gedanken eines Buddha nicht unempfindlich. Wunderbar!

Die traditionelle Ansicht ist ja die, das Götter sich deswegen nicht für Buddhas Lehre interessieren, weil sie glücklich und mit einer nahezu unendliche Lebenspannen leben und deswegen einfach keinen Leidensdruck und keine Motivation haben.

Hier steht, dass Sakka ( is wohl Sakko) in der seltenen Situation war, daß er kurz vor seinem Tod stand und das auch wusste:

    But this visit to the Buddha at Vediyagiri had a special object. Sakka saw sips that his life was drawing to an end and was frightened by this knowledge. He therefore went to the Buddha to seek his help.


Er befand sich also in einer für einen Deva absolut untypischen 'menschlichen' Situation der Sterblichkeit.

Wenn man sich seine Lebenspanne anschaut, eine sehr seltene Situation:

    Sakka's life is given as lasting thirty million and sixty times one hundred thousand years.
fotost hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Gern geschehen :)
Vielleicht können wir ja umgekehrt mal nach Textstellen suchen, in denen von Göttern (oder Tieren, Geistern etc.) berichtet wird, die Erleuchtung erlangt haben.

..
Ich habe da auch schon etwas gefunden in der Richtung:

Digha Nikāya - Die Längere Sammlung
Mahā Vagga - Großes Buch
Zweiter Teil - Achte Rede
21. Sakkapañha Sutta, Sakkos Fragen

...

So hat der Erhabene die von Sakko dem Götterkönig gestellte Frage beantwortet. Zufrieden war Sakko der Götterkönig, über des Erhabenen Rede billig erfreut: «Ja so ist es, Erhabener, ja so ist es, Willkommener! Da ist mir kein Bedenken geblieben, jeder Zweifel geschwunden, nachdem ich vom Erhabenen die Antwort vernommen.» Wie da nun Sakko der Götterkönig über des Erhabenen Rede billig erfreut war, hat er dann zum Erhabenen also gesprochen:

«Regung, o Herr, ist Krankheit, Regung Siechtum, Regung Stachel: Regung reißt da den Menschen herum zu dieser und wieder zu dieser Rückkehr ins Dasein; so wird da der Mensch bald empor, bald herab getrieben (*118). Die Fragen, o Herr, auf die mir außerhalb von hier bei anderen Asketen und Priestern eben kein Gehör gegeben wurde, die hat mir der Erhabene beantwortet, die mir lange angelegen waren: und den Stachel der Ungewißheit und des Zweifels, der mich plagte, den hat mir der Erhabene ausgezogen.»

...

«Was ich da, o Herr, unter Asketen und Priestern verstehe, das waren im Walde zurückgezogen lebende Einsiedler. Zu denen bin ich herangetreten und habe diese Fragen gestellt. Von mir befragt haben sie keinen Bescheid gegeben, ohne Bescheid zu geben vielmehr an mich die Frage gerichtet: <Wie heißt der Ehrwürdige?> Da hab' ich ihnen denn geantwortet: <Ich bin, ihr Würdigen, Sakko der Götterkönig.> Nun haben die an mich eben eine weitere Frage gestellt: <Was hat wohl der Ehrwürdige, Götterkönig, für eine Tat begangen, um an diesen Ort zu kommen?> Da hab' ich ihnen denn nach meinem Wissen und Vermögen die Lehre dargelegt. Und sie waren mit so wenig schon zufrieden: <Sakko ja haben wir, den Götterkönig, gesehen: und was wir uns erfragt haben, das hat er uns offenbar gemacht!> Und ich glaube gar, sie sind meine Anhänger geworden, und nicht ich der ihre. Ich aber bin, o Herr, des Erhabenen Anhänger, bin Hörer der Botschaft, dem Verderben entronnen, eile zielbewußt der vollen Erwachung entgegen.»

...

Inwiefern aber, Götterkönig, erinnerst du dich, ehemals schon eine solche Befriedigung, eine solche Freude empfunden zu haben?»

«Es war einmal, o Herr, ein Kampf zwischen Göttern und Riesen zum Ausbruch gekommen. In diesem Kampfe nun, o Herr, siegten die Götter, die Riesen aber wurden geschlagen. Als ich nun, o Herr, jenen Kampf siegreich bestanden, glücklich beendet hatte, sagte ich mir: <Was da nunmehr himmlische Kraft ist und was Riesenkraft ist, beides werden von jetzt an die Götter genießen!> Da war denn, o Herr, mein Gefühl der Befriedigung, Gefühl der Freude mit Kriegsgedanken, mit Schlachtgedanken verquickt, hat nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur Erlöschung getaugt. Was da nun aber bei mir, o Herr, nachdem ich vom Erhabenen die Lehre vernommen, Gefühl der Befriedigung, Gefühl der Freude ist, das ist ohne Kriegsgedanken, ohne Schlachtgedanken, einzig zur Abkehr, zur Wendung, zur Auflösung, zur Aufhebung, zur Durchschauung, zur Erwachung, zur Erlöschung tauglich.»

...

Während da nun diese Darlegung stattgefunden hatte, war Sakko dem Götterkönige das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit aufgegangen:
<Was irgend auch entstanden ist
Muß alles wieder untergehn.>


...

Quelle: http://www.palikanon.com/digha/d21_2.htm (Textstellen sind so ziemlich am Ende der Sutta)
Sutta von Anfang an: http://www.palikanon.com/digha/d21.htm

Für mich hier eine ganz eindeutige Sutta, dass der Götterkönig Sakko mindestens Stromeintritt, also eine Heiligkeitstufe, erreicht hat, ab der ein Zurückfallen nicht mehr möglich ist und die vollkommene Verwirklichung von Nibbana sicher ist.

Mit den typischen sprachlichen Formulierungen, wenn jemand eine Heiligkeitsstufe erreicht: "kein Bedenken geblieben, jeder Zweifel geschwunden"; "Stachel der Ungewißheit und des Zweifels, der mich plagte, den hat mir der Erhabene ausgezogen."; "dem Verderben entronnen, eile zielbewußt der vollen Erwachung entgegen"; "das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit aufgegangen: <Was irgend auch entstanden ist, Muß alles wieder untergehn."

Und das nicht als Menschenwesen sondern als Gott.

Das sind mir natürlich die liebsten Stellen, wo ich möglichst wenig deuten und interpretieren muß.


Schöne Textstelle, danke dafür. :rainbow:


Gerne. :)

Hat mir vor kurzem mal accinca gezeigt, wegen einer anderen Geschichte in dieser Sutta. Deswegen hatte ich die noch auf dem Schirm.

fotost hat geschrieben:
Ich kannte diese Stelle im PK davor nicht. Für mich ist es eindeutig. Wir beiden werden eine Ansicht zum Gedanken Götter haben, die für jeden nicht-Buddhisten absurd sein mag, aber wir können darüber friedlich kommunizieren :like:


Ja genau. Ist doch kein Problem, wenn du eine andere Ansicht haben solltest.

fotost hat geschrieben:
Also selbst Götter sind für die klaren, logischen und heilbringenden Gedanken eines Buddha nicht unempfindlich. Wunderbar!


Ich denke deswegen wird Buddha auch immer wieder mal in den Sutten als Lehrer von Menschen und Göttern (Devas) bezeichnet.

Trotzdem macht für mich auch die Argumentation Sinn, dass im menschlichen Bereich die Voraussetzungen allgemein am Besten sind, um Befreiung zu erlangen.

Deva ist auch nicht gleich Deva, meine ich. Sakko zum Beispiel gehört zu einem relativ menschennahen Götterbereich, wo das Leben vielleicht noch etwas ähnlicher ist zu dem der Menschen. Und deswegen die Buddhalehre vielleicht auch leichter zu verstehen ist, als bei den "höheren" Devas.

Am Ende ist es sowieso egal. Ich habe jetzt die Chance zu praktizieren, also mache ich es und warte nicht auf bessere oder schlechtere Zeiten.

Danke für das friedliche Gespräch. :)

Liebe Grüße
void hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Also selbst Götter sind für die klaren, logischen und heilbringenden Gedanken eines Buddha nicht unempfindlich. Wunderbar!

Die traditionelle Ansicht ist ja die, das Götter sich deswegen nicht für Buddhas Lehre interessieren, weil sie glücklich und mit einer nahezu unendliche Lebenspannen leben und deswegen einfach keinen Leidensdruck und keine Motivation haben.

Hier steht, dass Sakka ( is wohl Sakko) in der seltenen Situation war, daß er kurz vor seinem Tod stand und das auch wusste:

    But this visit to the Buddha at Vediyagiri had a special object. Sakka saw sips that his life was drawing to an end and was frightened by this knowledge. He therefore went to the Buddha to seek his help.


Er befand sich also in einer für einen Deva absolut untypischen 'menschlichen' Situation der Sterblichkeit.

Wenn man sich seine Lebenspanne anschaut, eine sehr seltene Situation:

    Sakka's life is given as lasting thirty million and sixty times one hundred thousand years.


Danke für die Informationen, lieber void.

Liebe Grüße
Sakko, der Götterkönig, hat nicht nur die Stufe eines Stromeingetretenen (Sotāpanna) erreicht, sondern wird die Stufe eines Nichtwiederkehrers (Anāgāmī) erreichen. Ausserdem lebt er dann nicht in den niederen Brahmawelten, sondern er gehört zu den Akanitthā devā und residiert in der höchsten Brahmawelt Akanitthā (Pali) bzw. Akaniṣṭha (Sanskrit). Dies ist der höchste Bereich im Formbereich (Rupadhatu)
http://www.palikanon.com/english/pali_n ... _devaa.htm

The Commentary continues (DA.iii.740) that Sakka became an "uddham sota," treading the path of Anāgāmīs. As such he will live in Avihā for one thousand kappas, in Atappa for two thousand, in Sudassanā for four thousand, and will end in the Akanittha world, after having enjoyed life in the Brahmaworlds for thirty one thousand kappas.

http://www.palikanon.com/english/pali_n ... /sakka.htm

Dies ist übrigens auch der Bereich, in dem z.B. Padmasambhava und verweilen und wo sich die weiteren Buddhaländer der 8 großen Bodhisattvas befinden sollen.
http://www.chinabuddhismencyclopedia.co ... /Akanishta
http://www.chinabuddhismencyclopedia.co ... Akanishtha
http://rywiki.tsadra.org/index.php/Akanishta
verrückter-narr hat geschrieben:
Sakko, der Götterkönig, hat nicht nur die Stufe eines Stromeingetretenen (Sotāpanna) erreicht, sondern wird die Stufe eines Nichtwiederkehrers (Anāgāmī) erreichen. Ausserdem lebt er dann nicht in den niederen Brahmawelten, sondern er gehört zu den Akanitthā devā und residiert in der höchsten Brahmawelt Akanitthā (Pali) bzw. Akaniṣṭha (Sanskrit). Dies ist der höchste Bereich im Formbereich (Rupadhatu)
http://www.palikanon.com/english/pali_n ... _devaa.htm

The Commentary continues (DA.iii.740) that Sakka became an "uddham sota," treading the path of Anāgāmīs. As such he will live in Avihā for one thousand kappas, in Atappa for two thousand, in Sudassanā for four thousand, and will end in the Akanittha world, after having enjoyed life in the Brahmaworlds for thirty one thousand kappas.

http://www.palikanon.com/english/pali_n ... /sakka.htm

Dies ist übrigens auch der Bereich, in dem z.B. Padmasambhava und verweilen und wo sich die weiteren Buddhaländer der 8 großen Bodhisattvas befinden sollen.
http://www.chinabuddhismencyclopedia.co ... /Akanishta
http://www.chinabuddhismencyclopedia.co ... Akanishtha
http://rywiki.tsadra.org/index.php/Akanishta


Danke für die Infos, lieber verrückter-narr.

Aber jetzt weilt er wohl noch unter den Göttern der 33, als ihr Herrscher, nach meinen Informationen. Was der 2. Himmel über dem Menschenbereich ist.

http://zugangzureinsicht.org/html/ptf/d ... .html#rupa

http://satinanda.de/dhamma/daseinsformen_der_wesen.html

Edit: Bzw. was mir wichtig war, zum Zeitpunkt seiner, in der Sakkapañha Sutta beschriebenen, Erreichung einer der Heiligkeitsstufen ab Stromeintritt aufwärts, weilte er auf jeden Fall dort, laut Überlieferung.

Liebe Grüße
Raphy hat geschrieben:
Am Ende ist es sowieso egal. Ich habe jetzt die Chance zu praktizieren, also mache ich es und warte nicht auf bessere oder schlechtere Zeiten.

Danke für das friedliche Gespräch. :)


Den Dank kann ich Dir und allen anderen nur zurück geben.
Hier hat sich aus meiner Sicht das Forum sehr positiv verändert. Vor 5+ Jahren waren Gespräche zu diesem Themenkomplex fast unmöglich, derartig aggressiv und persönlich wurden einige Beiträge.

Die Entwicklung ist beispielhaft. Man kann unterschiedliche Meinungen oder Interpretationen alter Texte haben ohne übereinander herzufallen 8) :like:
verrückter-narr hat geschrieben:
Sakko, der Götterkönig, hat nicht nur die Stufe eines Stromeingetretenen (Sotāpanna) erreicht, sondern wird die Stufe eines Nichtwiederkehrers (Anāgāmī) erreichen.

Behauptungen kann man ja bekanntlich viele aufstellen,
aber wie kommst du darauf das ein Götterkönig aus einer
Welt des Sinnengenusses seinen Bereich verlassen und
in einem Bereich ohne Sinnengenuß wieder geboren sein könnte?
Die Erklärung stehen doch im zitierten Text. Liest du nie die ganzen Beiträge?

He also declares (D.ii.286) that he has become a sotāpanna and has earned for himself the right to be reborn eventually in the Akanitthā world, whence he will pass entirely away.
....
The Commentary continues (DA.iii.740) that Sakka became an "uddham sota," treading the path of Anāgāmīs. As such he will live in Avihā for one thousand kappas, in Atappa for two thousand, in Sudassanā for four thousand, and will end in the Akanittha world, after having enjoyed life in the Brahmaworlds for thirty one thousand kappas.

http://www.palikanon.com/english/pali_n ... /sakka.htm
verrückter-narr hat geschrieben:
Die Erklärung stehen doch im zitierten Text. Liest du nie die ganzen Beiträge? http://www.palikanon.com/english/pali_n ... /sakka.htm

Ich habe mir das jetzt nicht ausführlich durchgelesen, aber das spielt
auch gar keine Rolle. Was immer dort auch stehen mag, jemand er die
sinnliche Lust noch nicht überwunden hat kann auch nicht in ein Bereich
leben in der es keine sinnliche Befriedigung gibt. Das würde dem auch
überhaupt gar nicht gefallen. Da nach der Überlieferung der Götterkönig
Sakko aber zu Stromeintritt gekommen ist, wird er auch irgendwann sein
Leben im Genuß eines sinnlichen Götterkönigs fast überwinden, dann wird
er ein Einmalwiederkehrer (sakadāgāmi) sein. Und erst wenn er das auch noch
überwunden hat wird er Nichtwiederkehrer (anāgāmi) werden. Nicht vorher.
Hi,
ich bin den ganzen 8fachen Weg gegangen und erreichte alles was man da erreichen kann.
Die Lehre Gotamo Buddhos ist weder extrem asketisch noch zu lässig.
Ein Satz aus dem PK hat mir dazu sehr gefallen: " Dem Verständigen von selbst verständlich".
Die Lehre wurde von den Menschen verändert, aus welchen Gründen auch immer.
Ich habe mich an den PK und den 8fachen Weg gehalten. Er ist die Autobahn zum Ziel. Die anderen, Feldweg mögen auch zum Ziel führen aber um vieles mühsamer.
Cool, freut mich, wenns mal jemand schafft. Weißt du, wieviel Leben du gebraucht hast jetzt an diesen Punkt zu kommen?
kesakambalo hat geschrieben:
Hi,ich bin den ganzen 8fachen Weg gegangen und erreichte alles was man da erreichen kann.

Dolle Sache, da kann man wieder mal einem Heiligen gratulieren
der alles Anhaften am Leben überwunden hat, der in monatelanger
Einsamkeit ohne Tätigkeiten und Ablenkungen und Musik oder TV
und ohne Computer oder anderer Dinge nichts vermissen würde.
Nur einmal am Tage nähme er Nahrung auf, den Rest ist er nüchtern.
Solche Vorbilder gibt es leider viel zu wenige die den ganzen
achtfachen Pfad gegangen sind und alles erreicht haben. Im
Verweilen der 4 rupa und 4 arupa-Vertiefungen verweilend.
raterz hat geschrieben:
Cool, freut mich, wenns mal jemand schafft. Weißt du, wieviel Leben du gebraucht hast jetzt an diesen Punkt zu kommen?

1
Hi Buddhis,
ich war von euren Beiträgen sehr angetan und stimme ihnen weitestgehend zu.
Etwas habt ihr außer acht gelassen, die 8 Freiungen. Dort wird systematische die Veränderbarkeit des Bewusstseins, in der Vertiefung, dargestellt. Jeder kann da sehen wo er gerade in seiner Entwicklung steht.
Was mir auch noch auffällt ist, das sich am Ende, die Lehre von selbst überflüssig macht. Da gibt es im PK ein Beispiel und zwar das mit dem Fähre von einem zum anderen Ufer.
Hi,
ich bin den ganzen 8fachen Weg gegangen und erreichte alles was man da erreichen kann.


Das ist doch mal ne Aussage!

Und was jetzt? Wie gestaltest du dein Leben?
raterz hat geschrieben:
Wenn alles dem Wandel unterworfen ist - warum dann nicht auch der achtfache Pfad des Buddha Dharmas?

Könnte es nicht sein, dass im Laufe der Zeit das ganze System einfach nicht mehr passt, weil wir Menschen tatsächlich anders geworden sind?

Vielleicht ist der achtpfache Pfad heutzutage einfach nicht mehr vollständig und führt deswegen kaum mehr zum Erwachen.


Hallo raterz,
meines Erkennens nach hat sich überhaupt nichts geändert. Es sind immer dieselben Süchte, Ängste und Blindheiten, sie treten nur in anderen "Kleidern" auf. Ob ich nun durch einen Speer bedroht werde oder durch eine Bombe, Furcht vor dem Leiden ist immer dasselbe. Wenn ich mir das dunkle Mittelalter anschaue, dann sehe ich heute durchaus einen Fortschritt, wenn auch nur auf bestimmte Gesellschaften beschränkt. Es gab nie eine bessere Zeit. Und wäre die Zeit Buddhas besser gewesen, dann hätte es in Indien schon zu seiner, erst recht zu Ghandis Zeit kein Kastensystem mehr gegeben und keine sich selbst verstümmelnden scheinbaren Heiligen.

Wir können aber von Glück sprechen, dass wir hier so frei sind, uns für den Pfad zu entscheiden. Und ob jemand erwacht ist oder nicht, das betrifft doch nur diese/n selbst. Wen interessierts?
_()_

PS: Ich habe soeben ein wenig mehr gelesen in diesem Thread. Viele haben ähnliches geschrieben. Mir ist schleierhaft, wie das nicht richtig verstanden werden kann. Aber vielleicht ist das schon genau der Unterschied nach dem Du suchst.
Was ist Erwachen?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Das ist ja gerade das Faszinierende am Dharma!!!! Egal ob Du vor 2000 Jahren in Indien Probleme mit der Ernte hattest oder heutzutage Probleme mit dem Smartphone, die Mechanismen des Geistes (Gier und Hass u.s.w.) und somit die Ursachen des Leidens, wie der Buddha sie dargelegt hat, sind genau die selben. Und wenn die Ursachen des Leids sich nicht geändert haben, warum sollte der Weg zur Beendigung des Leids, also der edle 8 fachen Pfad, in der heutigen Zeit nicht mehr relevant sein?


Genau das meine.
_()_
kesakambalo hat geschrieben:
Da gibt es im PK ein Beispiel und zwar das mit dem Fähre von einem zum anderen Ufer.


Steht das auch im Palikanon? Ich dachte, das wäre ein typisches Zitat (sinngemäß)
vom Herzsutra?
Sherab Yönten hat geschrieben:
kesakambalo hat geschrieben:
Da gibt es im PK ein Beispiel und zwar das mit dem Fähre von einem zum anderen Ufer.


Steht das auch im Palikanon? Ich dachte, das wäre ein typisches Zitat (sinngemäß)
vom Herzsutra?


Es gibt im Mahāparinibbāna Sutta http://www.palikanon.com/digha/d16_1.htm eine Stelle, die das Bild einer Fähre benutzt und die man so auslegen kann.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Steht das auch im Palikanon?
Alagaddūpama Sutta, MN 22:
"Als Floß, ihr Mönche, will ich euch die Lehre weisen, zum Entrinnen tauglich, nicht zum Festhalten. Das höret und achtet wohl auf meine Rede."

"Ja, o Herr!" antworteten da jene Mönche dem Erhabenen aufmerksam. Der Erhabene sprach also:

"Gleichwie, ihr Mönche, wenn ein Mann, auf der Reise, an ein ungeheueres Wasser käme, das diesseitige Ufer voller Gefahren und Schrecken, das jenseitige Ufer sicher, frei von Schrecken, und es wäre kein Schiff da zur Überfuhr, keine Brücke diesseits um das jenseitige Ufer zu erreichen. Da würde dieser Mann denken: 'Das ist ja ein ungeheueres Wasser, das diesseitige Ufer voller Gefahren und Schrecken, das jenseitige Ufer sicher, frei von Schrecken, und kein Schiff ist da zur Überfuhr, keine Brücke diesseits um jenseits hinüberzugelangen. Wie, wenn ich nun Röhricht und Stämme, Reisig und Blätter sammelte, ein Floß zusammenfügte und mittels dieses Floßes, mit Händen und Füßen arbeitend, heil zum jenseitigen Ufer hinübersetzte?!' Und der Mann, ihr Mönche, sammelte nun Röhricht und Stämme, Reisig und Blätter, fügte ein Floß zusammen und setzte mittels dieses Floßes, mit Händen und Füßen arbeitend, heil ans jenseitige Ufer hinüber. Und, gerettet, hinübergelangt, würde er also denken: 'Hochteuer ist mir wahrlich dieses Floß, mittels dieses Floßes bin ich, mit Händen und Füßen arbeitend, heil ans jenseitige Ufer gelangt: Wie, wenn ich nun dieses Floß auf den Kopf heben oder auf die Schultern laden würde und hinginge, wohin ich will ?' Was haltet ihr davon, Mönche? Würde wohl dieser Mann durch solches Tun das Floß richtig behandeln?"

"Gewiß nicht, o Herr!"

"Was hätte also, ihr Mönche, der Mann zu tun, damit er das Floß richtig behandelte ? Da würde, ihr Mönche, dieser Mann, gerettet, hinübergelangt, also erwägen: 'Hochteuer ist mir wahrlich dieses Floß, mittels dieses Floßes bin ich, mit Händen und Füßen arbeitend, heil an das jenseitige Ufer hinübergelangt. Wie, wenn ich nun dieses Floß ans Ufer legte oder in die Flut senkte und hinginge, wohin ich will?' Durch solches Tun, wahrlich, ihr Mönche, würde dieser Mann das Floß richtig behandeln. Ebenso nun auch, ihr Mönche, habe ich die Lehre als Floß dargestellt, zum Entrinnen tauglich, nicht zum Festhalten.

"Die ihr das Gleichnis vom Floße, ihr Mönche, verstehet,

Ihr habt auch das Rechte zu lassen, geschweige das Unrecht.
Danke, fotost und Sudhana! :)

Nochmal eine Verständnisfrage zu den beiden Suttas:

Sudhana hat geschrieben:
Alagaddūpama Sutta, MN 22:


fotost hat geschrieben:
Mahāparinibbāna Sutta


Die beiden Suttas sind Teile des Palikanons?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Danke, fotost und Sudhana! :)

Nochmal eine Verständnisfrage zu den beiden Suttas:

Sudhana hat geschrieben:
Alagaddūpama Sutta, MN 22:


fotost hat geschrieben:
Mahāparinibbāna Sutta


Die beiden Suttas sind Teile des Palikanons?


Ja, siehe Link. Sudhanas Fund ist aber viel eindeutiger und klarer :)
raterz hat geschrieben:
Wenn alles dem Wandel unterworfen ist - warum dann nicht auch der achtfache Pfad des Buddha Dharmas?

Könnte es nicht sein, dass im Laufe der Zeit das ganze System einfach nicht mehr passt, weil wir Menschen tatsächlich anders geworden sind?

Vielleicht ist der achtpfache Pfad heutzutage einfach nicht mehr vollständig und führt deswegen kaum mehr zum Erwachen.


Das gleicht der Frage, wenn alles "leer" ist, dann ist ja auch die Lehre Buddhas "leer". Warum dann praktizieren? Der achtfache Pfad ist zeitlos. Wenn man dies anzweifelt, dann besteht ein Hemmnis im Sinne des Vertrauens in die Lehre Buddhas. Das ist nicht meine Meinung, sondern steht so z.B. bei Geshe Rabten.

Menschen sind tatsächlich "anders" geworden, aber nur äußerlich. Die Anhaftungen und Verblendungen sind die gleichen, wie zu Zeiten Buddhas. Ebenso sind die Heilmittel, etwa der achtfache Pfad, noch gültig.

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