Was ist authentischer Buddhismus?

Moderator: void

283 Beiträge
Welche Bedeutung hat die Frage nach der Authentizität?

Widerspricht die Möglichkeit, dass eine authentische Lehre vergangen sein könnte, der Idee der Vergänglichkeit?
Widerspricht die Möglichkeit, dass sich die authentische Lehre durch Menschen verändert, der Idee, dass der Mensch immer Teil seiner Wahrheit ist?

In dieser Nacht war jedenfalls mein Eindruck, dass die Suche nach dem "authentischen Buddhismus" wahrscheinlich das gleiche wie die Frage ist, welcher Prophet denn nun die allzeit gültige Offenbarung gebracht hat.

Ist aber auch nur mein Eindruck dieser Nacht :)
Hi,
authentischer Buddhismus ist, wenn man versucht, den Anweisungen der Lehre Gotamo Buddhos, sehr energisch, zu folgen.
Dazu darf man sich der uns verfügbarem Auszügen aus dem Pali-Kanon, bedienen.
Ich habe keine andere originäreres Schriftstück gefunden.
Es hat auch alles funktioniert, wie es dargestellt wurde, bei mir.
Der authentische Buddhismus ist das was Buddha gelehrt hat. Leider können wir nicht wissen was Buddha gelehrt hat. Wir haben nur das was Mönche erst mündlich über Jahrhunderte nach Buddha's Tod gelehrt haben und schließlich aufgeschrieben wurde. Da es erst Jahrhunderte nach seinem Tod niedergeschrieben wurde, muss man vorsichtig und vergleichend lesen. Denn vieles ist durch diese lange Zeit verzerrt und fehlerhaft. Letztlich erhält man eine Approximation an die authentische Lehre. Natürlich gibt es auf dem Weg dorthin viele Hindernisse, auch in Form von gewissen Schulen des Buddhismus, die gewisse Auffassungen haben, die eher weiter von der authentischen Lehre wegführen.
drosterman hat geschrieben:
Der authentische Buddhismus ist das was Buddha gelehrt hat. Leider können wir nicht wissen was Buddha gelehrt hat.


Die chinesischen Āgamas und der Palikanon, sind nahezu identisch in ihren Sutren, ich habe mal gehört die Agamas seien aber eher blumiger geschrieben bzw lyrischer. Aber das bedeutet nur, das auf zwei verschiedenen Länder die so weit von einander entfernt waren und keinerlei Beziehung pflegten, das südliche Sri-Lanka und China, dennoch fast das gleiche Ergebnis vorliegt, das ist schon beachtlich und lässt auf die Richtigkeit und nicht verfälschtheit der Lehre schließen.
drosterman hat geschrieben:
Der authentische Buddhismus ist das was Buddha gelehrt hat.

Genau! Und was die Buddhalehre anbelangt sind das die vier
edlen Wahrheiten vom Leiden mit dem achtfachen rechten Übungsweg.
Glücklicherweise gibt es eine hervorragende Überlieferung
davon was der Buddha alles dazu gesagt hat. Zuerst wurden diese
Texte ganz einfach mündlich durch "re-zitation" weiter gegeben
und später auch noch zusätzlich aufgeschrieben. Daher ist
fast nichts aus diese Zeit in Vergessenheit geraten und
kaum Fehler in der Überlieferung entstanden. Nur in den
Schulen wo diese Texte nicht oder nicht mehr ganz vorhanden
waren sind verschiedene Abweichungen eingetreten. In wieweit
diese aber heute noch umgesetzt wird, ist dann ein andere Thema.
accinca hat geschrieben:
drosterman hat geschrieben:
Der authentische Buddhismus ist das was Buddha gelehrt hat.

Genau! Und was die Buddhalehre anbelangt sind das die vier
edlen Wahrheiten vom Leiden mit dem achtfachen rechten Übungsweg.
Glücklicherweise gibt es eine hervorragende Überlieferung
davon was der Buddha alles dazu gesagt hat. Zuerst wurden diese
Texte ganz einfach mündlich durch "re-zitation" weiter gegeben
und später auch noch zusätzlich aufgeschrieben. Daher ist
fast nichts aus diese Zeit in Vergessenheit geraten und
kaum Fehler in der Überlieferung entstanden. Nur in den
Schulen wo diese Texte nicht oder nicht mehr ganz vorhanden
waren sind verschiedene Abweichungen eingetreten. In wieweit
diese aber heute noch umgesetzt wird, ist dann ein andere Thema.


Eine "hevorragende Überlieferung" wäre sicher etwas anderes. Das menschliche Gehirn und vorallem Gedächtnis ist höchst fehlerbehaftet. Alles was wir erinnern ist irgendwie zu gewissem Grad verfälscht und gefärbt. Bei so deutlich komplexeren Zusammenhängen wie im Buddhismus würde ich es daher gewiss nicht als hervorragende Art Wissen zu erhalten bezeichnen, wenn dies über Jahrhunderte nur mündlich weitergegeben wurde.
drosterman hat geschrieben:
Eine "hevorragende Überlieferung" wäre sicher etwas anderes. Das menschliche Gehirn und vorallem Gedächtnis ist höchst fehlerbehaftet.

Ich weiß ja jetzt nicht an welches Gehirn du dabei gedacht hast,
aber wie ich mir habe sagen lassen soll es da große Unterschiede
geben und bei entsprechenden Training soll es zu ganz phänomenalen
Leistungen in der Lage sein. So soll Anando z.B. ein photographisches
Gedächnis besessen haben das auch bei langen Reden nach nur einmaligen
hören schon in der Lage gewesen sei diese Wort bei Wort wiederzugeben
ohne einen Fehler. Das konnten natürlich nicht alle. Meistens wurden
die Lehrreden daher immer wieder oft und oft re-zitiert. Wobei es aber
nicht nur darum ging sich die Worte einzuprägen, sondern es sollte auch
eine positive spirituelle Wirkung dabei entfaltet werden. Auch aus diesem
besonderen Umgang wurden die Lehrreden so gut überliefert.
Wozu braucht es Lehrreden, wo es doch das Da gibt?

Meinst du, das du etwas findest, wenn du 20 kg Kohle in den 4. Stock hochträgst, was da nich drin steht? :D
Spacy hat geschrieben:
Wozu braucht es Lehrreden, wo es doch das Da gibt?

Eine Frage die solche wie du dem Buddha hätten stellen sollen.
Aber mit ein bißchen Nachdenken könnte man ja vielleicht auch selber drauf kommen.
Gar tief ist, Vaccho, diese Lehre, schwer zu entdecken, schwer zu gewahren, still, erlesen, unbekrittelbar, innig, Weisen erfindlich: die wirst du schwer verstehn ohne Deutung, ohne Geduld, ohne Hingabe, ohne Anstrengung, ohne Lenkung. M 72
Genau, das Authentische sind die Ursprünge aber beim Buddhismus sind diese Ursprünge 2500 Jahre
her und so gibt es viele Strömungen in der Zeit die auf den Ursprung Einfluss nahmen,
zum Teil sehr positiv einer guten Entwicklung wegen aber zum Teil auch negativ.
Was ursprünglich die richtigen und guten Ansichten waren kann man durch die Überlieferung
allein nicht nachweißen denn es gibt keinen authentischen Beleg für Buddhas Lehre aber
mit der buddhistischen und der westlichen Psychologie kann man heute nachweislich erkennen
warum die vier edlen Wahrheiten und der achtfache Pfad authentisch sind, denn sie sind für
menschliches Verhalten die beste Übung um das Dasein mit so wenig Leid wie möglich zu erleben.
Darin steckt der gelebte Beweis, dass diese Lehren heute im 21. Jahrhundert absolut aktuell
sind und man auf die überlieferten Ursprünge als authentisch vertrauen kann.
In der westlichen Welt lassen sich diese ursprünglichen Weisungen nur zum Teil leben
denn die europäischen Bedingungen sind auch zu berücksichtigen will man nicht abhängig
untergehen und somit stellt sich die Frage nach authentisch im Westen besonders.
Wie so oft ist ein Kompromiss im authentisch sein notwendig sonst geht es nicht.
Ein orthodoxer Buddhist hat kaum eine Chance im Westen selbstständig zu überleben,
auch nicht wenn er den ganzen Tag Zitate rezitiert, er ist von äußerer Versorgung abhängig.
Im Westen bekommt man als Mönch keinen Reis wenn man sich mit der Schale auf die Straße stellt.
Man bekommt vielleicht Geld wenn man bettelt und muss sich dann den Reis kaufen.
So sind im Westen die ökonomischen Bedingungen für einen Buddhisten anders als in Asien
und das gilt es was das Authentische angeht zu berücksichtigen. Da ein Kloster im Westen
erhebliche Kosten verursacht braucht es eine Finanzierung, dafür jedoch findet man in
buddhistischen Überlieferungen keine Anhaltspunkte, das muss man woanders lernen.
Spacy hat geschrieben:
Wozu braucht es Lehrreden, wo es doch das Da gibt?

Je mehr ich darüber nachdenke je mehr komme ich zu dem Schluß
das diese Frage von dir deine Schlüsselfrage schlechthin ist.
Diese Frage solltest du dir immer wieder stellen:
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?"
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?"
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?" usw.

Ich möchte der Antwort aber nicht zuvor kommen, vielleicht
kommst du ja eines Tages selber drauf.
accinca hat geschrieben:
Spacy hat geschrieben:
Wozu braucht es Lehrreden, wo es doch das Da gibt?

Je mehr ich darüber nachdenke je mehr komme ich zu dem Schluß
das diese Frage von dir deine Schlüsselfrage schlechthin ist.
Diese Frage solltest du dir immer wieder stellen:
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?"
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?"
"Warum brauche ich Lehrreden wenn es doch das Da gibt?" usw.

Ich möchte der Antwort aber nicht zuvor kommen, vielleicht
kommst du ja eines Tages selber drauf.

Es ist doch schön, dass du (d)eine Antwort auf diese Frage scheinbar gefunden hast.
Vlt. wird es dich verwundern, dass ich auch eine Antwort darauf habe, allein, sie würde dir nicht zupassekommen.
Nur als Fingerzeig sei hier meine Unverständnis gegenüber Orthodoxie oder gar Klerus erwähnt.

Aber sei's drum - es muss sowas wie dich geben, damit es sowas wie mich geben kann ;).
Spacy hat geschrieben:
Aber sei's drum - es muss sowas wie dich geben, damit es sowas wie mich geben kann ;).

Es grüßt die Matrix der eigenen Gedankenwelt.
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