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  1. Buddhaland Forum
  2. Geronimo

Posts by Geronimo

  • anapanasati nur für Profis ?

    • Geronimo
    • April 14, 2011 at 5:32 PM

    Ich lese Schäfer's großes Buch gerade und muss sagen
    das mir dort bisher noch nichts aufgefallen ist das explizit
    gegen Achtsamkeitsübungen geht. Schäfer versucht die gesamte
    Lehre des Buddha nur anhand der Lehrreden für Laien darzulegen,
    und in eben jenen tauchen Atemachtsamkeit und ähnliche so gut wie
    nicht auf. Aber das ist doch nicht Schäfer's "Fehler". Mit keinem Wort
    sagt er das Hausleute sich so nicht üben sollten. Er erwähnt nur das
    das nicht die allgemeingängige Praxis zu sein schien und stützt sich dabei
    gänzlich auf seine Analyse des Pali Kanons.

  • Buddhist ohne Reinkarnationslehre?

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 3:27 PM

    "5. (A) "Haushälter, es gibt einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: 'Es gibt keine Gaben, nichts Dargebrachtes oder Geopfertes; keine Frucht oder Ergebnis guter und schlechter Taten; nicht diese Welt, nicht die andere Welt; keine Mutter, keinen Vater; keine spontan geborenen Wesen; keine guten und tugendhaften Mönche und Brahmanen auf der Welt, die diese Welt und die andere Welt durch Verwirklichung mit höherer Geisteskraft erfahren haben und erläutern.'"

    6. (B) "Nun gibt es einige Mönche und Brahmanen, deren Lehrmeinung der Lehrmeinung jener Mönche und Brahmanen genau widerspricht, und sie sagen: 'Es gibt Gaben, Dargebrachtes und Geopfertes; es gibt Frucht und Ergebnis guter und schlechter Taten;...' Was meint ihr, Haushälter? Vertreten diese Mönche und Brahmanen nicht Lehrmeinungen, die einander genau widersprechen?" - "Ja, ehrwürdiger Herr."

    7. (A.1) "Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: 'Es gibt keine Gaben, nichts Dargebrachtes oder Geopfertes; keine Frucht oder Ergebnis guter und schlechter Taten;...', von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei heilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten, und daß sie diese drei unheilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung nicht sehen, und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung nicht sehen."

    9. (A.3) "Darüber erwägt ein Weiser so: 'Wenn es keine andere Welt gibt, dann wird sich dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers ausreichend in Sicherheit gebracht haben. Aber wenn es eine andere Welt gibt, dann wird er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine andere Welt: dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine unmoralische Person getadelt, als einer mit falscher Ansicht, der die Lehrmeinung des Nihilismus vertritt. Wenn es aber andererseits eine andere Welt gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt schlechten Wurf gemacht: weil er von den Weisen hier und jetzt getadelt wird, und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in Umständen, die von Entbehrungen geprägt sind, wiedererscheinen wird, an einem unglücklichen Bestimmungsort, in Verderbnis, ja sogar in der Hölle. Er hat diese unbestreitbare Lehre falsch angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich nur in eine Richtung erstreckt und die heilsame Alternative ausschließt [1].'"

    10. (B.1) "Haushälter, von jenen Mönchen und Brahmanen, deren Lehrmeinung und Ansicht dieses besagt: 'Es gibt Gaben, Dargebrachtes und Geopfertes; es gibt Frucht und Ergebnis guter und schlechter Taten;...', von jenen Mönchen und Brahmanen ist zu erwarten, daß sie diese drei unheilsamen Zustände vermeiden werden, nämlich körperliches Fehlverhalten, sprachliches Fehlverhalten und geistiges Fehlverhalten, und daß sie diese drei heilsamen Zustände übernehmen und ausüben werden, nämlich gutes körperliches Verhalten, gutes sprachliches Verhalten und gutes geistiges Verhalten. Warum ist das so? Weil jene guten Mönche und Brahmanen in unheilsamen Zuständen die Gefahr, die Erniedrigung und die Befleckung sehen, und weil sie auch in heilsamen Zuständen den Segen in der Entsagung, den Aspekt der Reinigung sehen."

    12. (B.3) "Darüber erwägt ein Weiser so: 'Wenn es eine andere Welt gibt, dann wird dieser gute Mensch bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode an einem glücklichen Bestimmungsort, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheinen. Aber egal, ob das Wort jener guten Mönche und Brahmanen wahr ist oder nicht, einmal angenommen, es gibt keine andere Welt: dieser gute Mensch wird trotzdem hier und jetzt von den Weisen als eine sittsame Person gelobt, als einer mit richtiger Ansicht, der die Lehrmeinung der Bejahung [2] vertritt. Wenn es aber andererseits eine andere Welt gibt, dann hat dieser gute Mensch einen doppelt guten Wurf gemacht: weil er von den Weisen hier und jetzt gelobt wird, und weil er bei der Auflösung des Körpers, nach dem Tode, in glücklichen Umständen, ja sogar in der himmlischen Welt wiedererscheint. Er hat diese unbestreitbare Lehre richtig angenommen und übernommen, auf eine Weise, daß sie sich in beide Richtungen erstreckt und die unheilsame Alternative ausschließt.'" " (M 60)

    http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m060z.html

    Ein sehr wichtiger Text zum Thema, wie ich finde.

  • verliebt und durcheinander

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 2:32 PM
    Quote from ch8kra

    Danke eurer Zeilen,
    Ich möchte nur kurz erwähnen, nicht dass mich jemand falsch versteht.
    Ich finde diese Gedanken und Gefühle nicht "unheilsam". Wie ich mit "unheilsamen" gedanken umgehen muss kann ich schon recht gut anwenden.

    Hier aber sind es ja schöne gedanken, die einfach einen zu grossen Einfluss auf mich ausüben. Unheilsam oder nicht.

    Wenn sie die (sinnlichen) Triebe verstärken sind sie, im Sinne des Buddha, automatisch unheilsam. Das ist so, weil sie
    dich immer stärker an den Daseinskreislauf binden. Schön ist nicht immer schön ;) Loslassen ist dagegen immer heilsam,
    weil die Triebe dadurch ihre Macht verlieren und die Neigungen dadurch immer schwächer werden, wodurch sich
    wahrer innerer Frieden überhaupt erst einstellen kann. Dieser ist wiederum von Nöten um Einblicke in die wahre
    Natur der Dinge zu gewinnen, so wie es Buddha gelehrt hat.

  • verliebt und durcheinander

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 2:24 PM
    Quote from accinca

    Ja, es gibt fünf Methoden die der Buddha lehrte.* Die beste ist
    jeweils die welche man kann.

    *
    1 Die unheilsame Gedanken durch heilsame zu ersetzten.
    2 Die Verderblichkeit, das Elend der unheilsamen Gedanken
    erwägend, die Gedanken vertreiben.
    3 Die unheilsamen Gedanken nichtbeachten, ignorieren und
    beim Meditationsobjekt verweilen.
    4 Die unheilsamen Gedanken erwägen, betrachten, analysieren und somit schrittweise auflösen.
    5 Die unheilsamen Gedanken mit Gewalt niederkämpfen.

    Display More

    Sehr gut!

  • verliebt und durcheinander

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 2:15 PM
    Quote from accinca
    Quote from ch8kra

    Vielen Dank für deine Antwort!
    Ja ich nehme die Gefühle ohne Wertung als "Freude" an.


    Ist aber jetzt nichts was der der Buddha empfohlen hätte bzw.
    irgend etwas das mit dem Buddha zu tun hat. Der empfiehlt nicht
    Gefühle welche durch sinnliche Triebe bedingt sind als "Freunde"
    anzusehen. Eher schon sollte man die Dinge mit Abstand und
    selbstkritisch betrachten.

    Display More

    Das ist aber erst der nächste Schritt. Wenn Gefühle da sind, dann
    betrachtest du sie achtsam, und erkennst das sie früher oder später
    eh wieder vergehen werden. Das führt dann, im Sinne des Buddha,
    zu Ernüchterung, jedoch erst wenn man "richtige Ansicht" besitzt.
    Wenn man die Fähigkeit zum Abstand noch nicht besitzt,
    dann kann die Forderung zu Abstand und kritischem Vorgehen
    auch schnell zu Ablehnung führen.

    Betrachten und reflektieren. Und wenn man das noch nicht kann,
    dann die Dinge einfach erstmal nur vorüberziehen lassen. Bis
    wieder Ruhe einkehrt.

    Jeder Mensch hat doch jeweils individuelle Anlagen und befindet
    sich in entsprechend individuellen Situationen. Was dem einen
    als nützliches Werkzeug erscheint, kann für den anderen, im
    entsprechenden Augenblick, wenig nützlich sein.

  • verliebt und durcheinander

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 2:08 PM
    Quote from ch8kra

    Vielen Dank für deine Antwort!
    Ja ich nehme die Gefühle ohne Wertung als "Freude" an.

    Momentan ist das Gefühl sehr schön zu geniesen, es ist jedoch nicht mehr so ruhig in mir wie zuvor.
    Ich habe schon lange durch Meditation versucht mich wacher zu gestalten, ich hoffe nur, dass diese innere Ruher wieder eintritt sobald sich die Gefühle ein wenig legen.

    Grüsse
    ch8kra

    Es klingt zwar komisch wenn man sagt "beachte es einfach nicht weiter", besonders wenn es sich um solch intensive
    Gefühle handelt, aber letztendlich geht es genau darum. Schenke all dem was gerade passiert nicht mehr Beachtung
    als nötig, auch wenn gerade dafür nicht die nötige Gelassenheit vorhanden ist. Das bedeutet nicht das du das was
    gerade passiert nicht genießen darfst oder ähnliches, es bedeutet einfach nur sich aktiv nicht verrückt machen zu lassen,
    in dem man immer wieder bedenkt das das Gefühl (jegliches wenn man ehrlich ist), so schön oder leidvoll es auch
    in dem Moment ist, nur eine temporäre Erscheinung ist. Es wird vergehen, garantiert! Und wenn man sich
    diesen Umstand immer wieder aktiv ins Bewusstsein ruft, dann führt auch das zu einer gewissen Gelassenheit, die
    mit der Zeit immer größer wird.

    Natürlich kann einen dieser Ansatz zu Beginn auch traurig machen, da man schnell auf die Idee kommen kann:
    "Wozu das ganze, wenn eh alles vergänglich ist." Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Die ganze ist, das man,
    wenn man es richtig macht, jenseits von Zuneigung und Abneigung einen Frieden erfahren kann, der unabhängig
    von allen äußeren Faktoren ist. Und dieser Frieden ist genau das worum es im Buddhismus überhaupt geht.
    Man muss Vergänglichkeit aus diesem Blickwinkel betrachten. Nicht so als ob man etwas verliert
    (das man eh verlieren wird, früher oder später), sondern das man etwas "gewinnt", etwas zutiefst befreiendes.

    Diese Erkenntnis gewinnt man aber erst mit zunehmender Praxis und Erfahrung. Gedanklich kann man dem wenig
    vorgreifen. Nur so viel sei gesagt: Es lohnt sich! :)

  • verliebt und durcheinander

    • Geronimo
    • April 9, 2011 at 1:11 PM

    Meiner Meinung nach ist das reine annehmen in dieser Situation gar nicht so verkehrt.
    Lässt du die Freude die in dir aufsteigt einfach Freude sein und nimmst sie an als das was sie ist: Freude.

    Schneller als du dich versiehst hat sie eh einiges von ihrer Intensität eingebüßt, und sich
    auf ein "erträgliches" Level reduziert. Aber das ist auch gar nicht weiter schlimm, denn auch
    Gefühle können eben nur so und so lange Bestand haben.

    Also lass sie einfach gewähren, versuch nicht sie nicht zu verstärken, festzuhalten oder gar abzustoßen,
    und dann kehrt auch bald wieder (angenehme) Ruhe ein. ;)

  • Hara/Sonnengeflecht als Meditationsobjekt

    • Geronimo
    • April 7, 2011 at 1:43 PM
    Quote from mirco

    Betreff: Hara/Sonnengeflecht als Meditationsobjekt

    Quote from Geronimo

    Hi, ich übe mich nun schon seit geraumer Zeit in Achtsamkeit und Meditation und habe dabei nach und nach ein paar Objekte "durchprobiert" (Atemachtsamkeit, Kasinas, Koans z.B.). Ich bin nun bei der Achtsamkeit auf meine Körpermitte angelangt und habe dabei zum ersten Mal echte, tiefe Ruhe und Wachheit erfahren dürfen, wie ich es vorher noch nicht kannte. Das liegt natürlich hauptsächlich auch an den angenehmen Gefühlen die aus dem Sonnengeflecht ausströmen, wenn man erst einmal seine Achtsamkeit darauf gerichtet hat. Aber ich muss gestehen das ich trotz dieser Fortschritte Bedenken habe. Ich erfreue mich zwar der angenehmen Gefühle, aber ich möchte sie dennoch höchstens als ein Werkzeug zur Sammlung benutzen, und nicht einfach nur als Lustobjekt gebrauchen, so schön es sich auch manchmal anfühlt.


    Hallo geronimo,

    bei dem, was Du beschreibst, empfehle ich Dir Metta als Objekt. Haste noch nicht probiert, oder?

    Dabei hat der Buddha als sehr wirkungsvoll empfohlen, vor allem, man kann es immer benutzen, ob beim sitzen, liegen stehen oder gehen, Einkaufen oder Autofahren. Nie wieder nur im Sitzen meditieren. Das ist 'ne 24/7-Angelegenheit.

    Hier ist eine seeehr gute Anleitung (Video, Mönch, Englisch,Retreat)
    http://www.youtube.com/watch?v=BncD2pinvTo
    Er nimmt genau dieses warme Gefühl in der Mitte der Brust als Anfangspunkt für die Metta-Meditation.

    Metta hat mein Leben jedenfalls sowas von positiv beeinflußt, nachdem ich anapanasati aufgegeben habe.

    Alles Gute, :)

    Display More

    Da muss ich differenzieren. Ein pures denken an Wohlwollen entfacht
    so gut wie keine Regung in meinem Herzen. Es bringt nichts vor mir herzusagen
    "Ich wünsche dem und dem, oder allen Wesen, diesen und jenen Frieden."
    Es bleibt beim Lippenbekenntnis, egal wie oft ich es in Gedanken auch
    durchgehe. Es lässt mich quasi kalt.

    Ich finde auch das man dieses Vorgehen, dem letztendlich die entscheidende,
    echte Tiefe fehlt, gar nicht so selten sieht, nicht nur in buddhistischen Kreisen,
    besonders jedoch bei vielen Christen. Es bleibt beim Gedanken, und das sieht
    und spürt man auch. Ich denke auch der jeweils Praktizierende sieht und spürt das
    in sich, weiß nur mangels innerer Alternativen kein anderes Vorgehen.

    Ganz anders verhält es sich dabei, wenn ich ERST ein inneres Wohlgefühl
    in mir entstehen lasse, wie du es auch im Kommentar zu dem Video beschrieben hast,
    und dieses dann sich ungerichtet und ungehindert entfalten lasse.

    Die Metta-Praxis, wie sie im Visuddhi-Magga beschrieben wird (Denke an einen
    dir lieben Menschen, wünsche ihm gutes, dehne diesen Wunsch nach und nach weiter
    auf immer mehr Wesen aus) halte ich dahingehend eben für problematisch, weil er sehr
    schnell flach werden, an Tiefe verlieren kann, bzw. unter Umständen gar nicht erst in die
    ausschlaggebende (emotionale) Tiefe hineinreicht, aber die Menschen sind ja verschieden.
    Ungerichtete, allumfassende Güte, als echt wahrnehmbare innere Fähigkeit
    (unbedingt einhergehend mit einem Gefühl der Wärme) funktioniert da für mich einfach besser.

    Ich muss jedoch gestehen, das ich die Jhana Erfahrungen nicht missen möchte,
    und mich frage ob Güte allein dafür ein geeignetes Werkzeug darstellt/
    darstellen kann.

    <3

  • Hara/Sonnengeflecht als Meditationsobjekt

    • Geronimo
    • April 7, 2011 at 11:10 AM
    Quote from sumedhâ
    Quote

    als Meditationsobjekt


    hallo Geronimo,

    was mir nicht ganz klar ist: was du mit "Hara/Sonnengeflecht" meinst...
    Hara = Sonnengeflächt oder Hara und Sonnengeflächt ?

    _()_

    Ich meine letztendlich eigentlich nur die angenehmen Gefühle die aus
    der Bauchregion ausströmen, wenn man ersteinmal seine Achtsamkeit
    dahin gelenkt hat. Ich glaube aber Hara und Sonnengeflecht bezeichnen
    die selbe Region im Körper, bzw. das selbe "Organ", wenn ich es jetzt
    mal so nennen möchte. Aber wie man es nun nennt ist im Moment auch
    nicht so entscheidend. Die Frage bleibt:

    Können die angenehmen Gefühle in der Bauchregion als "Objekt" zur
    tieferen Sammlung dienen, oder Bedarf es da konkreterer Fixierung
    des Bewusstseins.

  • Hara/Sonnengeflecht als Meditationsobjekt

    • Geronimo
    • April 7, 2011 at 12:07 AM
    Quote from brigittefoe

    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=12&t=1319

    Hier gibt es einige Antworten
    LG

    Danke, aber das beantwortet leider noch nicht meine Frage ob es als "Objekt" zur
    tieferen Sammlung geeignet ist. Im anderen Thread wird ein bisschen zu viel
    abgeschweift und geschimpft, meiner Ansicht nach.

  • Hara/Sonnengeflecht als Meditationsobjekt

    • Geronimo
    • April 6, 2011 at 11:15 PM

    Hi, ich übe mich nun schon seit geraumer Zeit in Achtsamkeit und Meditation
    und habe dabei nach und nach ein paar Objekte "durchprobiert" (Atemachtsamkeit,
    Kasinas, Koans z.B.). Ich bin nun bei der Achtsamkeit auf meine Körpermitte angelangt
    und habe dabei zum ersten Mal echte, tiefe Ruhe und Wachheit erfahren dürfen,
    wie ich es vorher noch nicht kannte. Das liegt natürlich hauptsächlich auch
    an den angenehmen Gefühlen die aus dem Sonnengeflecht ausströmen, wenn man erst einmal
    seine Achtsamkeit darauf gerichtet hat. Aber ich muss gestehen das ich trotz dieser
    Fortschritte Bedenken habe. Ich erfreue mich zwar der angenehmen Gefühle, aber ich
    möchte sie dennoch höchstens als ein Werkzeug zur Sammlung benutzen, und nicht einfach
    nur als Lustobjekt gebrauchen, so schön es sich auch manchmal anfühlt.

    Die Disziplin meiner Wahl wäre eigentlich die Atemachtsamkeit, da ich verstandesgemäß
    von Buddha's Erläuterung zur Anapanasati-Praxis sehr viel halte. Nur
    gelingt es mir selbst nach ein paar Jahren der Übung nicht mich einfach in meinen/meinem
    Atem derart fallenzulassen das dabei etwas hilfreiches entstehen könnte.
    Es treten dort zwar auch vereinzelt Zustände der Sammlung ein, aber nach einiger Zeit
    verkrampfe ich beim atmen soweit, das ich regelrecht Enge in der Brust spüre, körperliche
    Anspannung. Es ist mir einfach nicht möglich die Kontrolle abzugeben und loszulassen. Ich
    fange doch nur immer wieder, mal früher, mal später, an aktiv ins Geschehen einzugreifen
    und dann verliert sich die Fähigkeit loszulassen schnell völlig.

    Ganz anders dabei wenn ich die Achtsamkeit auf das Sonnengeflecht lenke.
    Mein Atem entspannt sich dann fast unmittelbar in dem Augenblick wo ich meine
    Aufmerksamkeit von ihm abwende und zur Mitte hinlenke. Ruhe kehrt ein, und die
    Wärme die auftritt entspannt zusätzlich. Für mich eine große Entdeckung... bis heute zumindest.

    Meine Frage ist nun: Ist das Sonnengeflecht als Objekt zum tiefgreifenden loslassen überhaupt
    geeignet, oder lässt man sich dabei einfach nur von den angenehmen Emotionen becircen und
    "vergisst" dann den nächsten, tieferen Schritt in die Sammlung zu tun.

    Gefühl wird zwar im Körperachtsamkeitssutra durchaus als Objekt der Aufmerksamkeit erwähnt,
    jedoch nur im Sinne von "entsteht, ist da, und vergeht wieder". Derart achtsam zu sein
    gelingt mir aber nur, wenn ich meinen Geist schon bis zu einem gewissen Grad gesammelt habe.
    Nur erreiche ich diese Sammlung bisher nur über die angenehmen Gefühle. Sobald sie verschwinden,
    verschwindet auch meine Konzentration. Kleines Dilemma würde ich sagen...

    Würde sehr gerne eure Meinung dazu hören :)

  • Zur Trägersubstanz des Karma

    • Geronimo
    • April 3, 2011 at 1:02 PM
    Quote from berndschneider
    Quote

    Jede noch so kleinste Aktivität (ein nichtiger Gedanke z.B.) bildet eine Information die sofort im gesamten Universum präsent ist

    Freilich - es interessiert das Universum jedoch nicht. Bedeutsam sind Taten, Gedanken fallen dagegen nur wenig ins Gewicht. Ich kann denken: "Stirb!" Und nichts geschieht. Ganze Volksgruppen haben so gedacht: "Stirb!" Und jemand starb doch nicht. Bis er selbst dachte: "Stirb!" Und Hand an sich legte. Der Gedanke war nur in seinem "eigenen" Universum präsent. Als er starb, starb das Universum mit ihm. Darüber hinaus gibt es kein "gesamtes Universum". Das Individuum schafft sein eigenes.

    Wie ist es aber mit dem Nicht-Gedanken?

    Das ist nicht was der Buddha gelehrt hat. In seiner Lehre ist der Gedanke (die Einstellung) der entscheidende Karmafaktor, auch wenn nicht der einzige.
    In den Lehrreden der mittleren Sammlung wird auf genau diese Thematik tiefer eingegangen.

  • Zur Trägersubstanz des Karma

    • Geronimo
    • April 3, 2011 at 12:53 PM
    Quote from accinca
    Quote from Geronimo

    In dem Maße, wie ich immer auch ein Du war, bin ich, wie alles andere auch, unsterblich."Quelle: P.M. Magazin 05/2007


    Ist natürlich völlig unbuddhistisch - auch das mit der "Lebendigkeit".

    Ich denke er hat es auf "sich" als Teil des "großen Ganzen" bezogen (der Wassertropfen im Meer), und das ist
    vielleicht nicht unsterblich im absoluten Sinne, aber es dehnt sich doch schon eine geraume Weile aus, um sich dann
    wieder zusammenzuziehen und dann dehnt es sich wieder aus usw.

    Aus "energetischer" Sicht handelt es sich dabei durchaus um Lebendigkeit, das es permanent fluktuiert.

  • Zur Trägersubstanz des Karma

    • Geronimo
    • April 3, 2011 at 12:51 PM
    Quote from bel

    Das Problem bei Dürr ist, daß er naturwisssenschaflich im Grunde nur referiert, was unter Naturwissenschaftlern seit 30 Jahren allgemeine Grundlage ist.
    Sowie er aber ins Philosophieren kommt, kann man ihn nicht mehr ernst nehmen - und deshalb wird er auch unter Naturwissenschaftlern nicht ernst genommen.
    Das beginnt schon damit, daß er nach Gutdünken mal "Materie", mal "Stoff" sagt - wo er tatsächlich nur "Stoff" meint (was unter Naturwissenschaftler keine Kategorie ist), und als nächstes behauptet ,das "gäbe" es nicht, wir könnten dazu auch "Geist" sagen - mit welcher Berechtigung denn, wenn er im nächsten Satz feststellt, all diese Substantive beschrieben eigentlich nur Wirkzusammenhänge.
    Und woher meint er aus der Quantenphysik speziell ableiten zu können, daß "Die Quantenphysik sagt uns ...., dass die Wirklichkeit ein großer geistiger Zusammenhang ist, ..."
    Das mutet doch eher so an, daß er bei Herriegel und Fromm plagiert, und so mit Quantensenf garniert, daß die Leute glauben sollen, das wäre "Naturwissenschaft". Durch und durch verlogen.
    Dabei gewinnt wirklich keine Seite.

    _()_


    Ich wollte hier eigentlich nicht die Person Dürr in den Vordergrund stellen, sondern die allgemeinen
    Erkenntnisse der Quantenphysik in Interviewform. Und ob er sie nun präsentiert oder jemand anders,
    das finde ich jetzt nicht so sehr entscheidend.

    Mir ging es auch hauptsächlich darum, das die Quantenphysik (auf theoretischer Ebene) aufzeigen kann, das keine

    Information im Universum verloren geht, und somit der "Urgrund" des Universums durchaus in der Lage
    ist der Träger von Karma zu sein.

  • Zur Trägersubstanz des Karma

    • Geronimo
    • April 2, 2011 at 4:45 PM

    Weil es den meisten wohl sehr schwer fällt sich vorzustellen wie unsere Taten über "unser" Leben hinaus
    ihre Wirksamkeit entfalten und somit, um es mit Buddha's Worten auszudrücken, "die Wesen ihren Handlungen gemäß weiterwandern", hier ein interessantes Interview mit einem Quantenphysiker.

    Einführend möchte ich dazu noch sagen, das wir uns mit diesem Aspekt der Lehre gewöhnlich (sehr) schwer tun, weil
    unser Bewusstsein im Normalfall über die Wahrnehmung von Ursache und Wirkung (auf materieller Ebene) nicht hinausgeht.
    Daher auch immer wieder die Frage, wie denn Informationen überhaupt nach dem Tod weitergetragen werden sollen.
    Nun, auf der grundlegendsten Ebene des Universums gibt es keine örtlich oder zeitlichen von einander abhängigen Ursachen oder Wirkungen mehr. Alles im Universum besteht letztendlich nur aus Informationen (Wellen) und alle Informationen sind
    zu jeder Zeit unmittelbar mit einander verbunden, durchdringen einander. Jede noch so kleinste Aktivität (ein nichtiger Gedanke z.B.) bildet eine Information die sofort im gesamten Universum präsent ist und gespeichert wird. Nichts geht verloren, und der Buddha erklärte auch das Karma immer zur Reife gelangen wird, selbst wenn noch so große Zeitspannen zwischen Handlung und Wirkung liegen.

    Schwer vorstellbar, aber die Quantenphysik bestätigt dahingehend den Buddha erstaunlich genau.

    "P.M.: Herr Professor Dürr, was ist eigentlich Materie?

    Dürr: Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen.

    P.M.: Den Untergrund bildet also eine körperlose Form? Ein sehr fremdartiger Gedanke.

    Dürr: Ja, das ist unsere enge Denke. Wir müssen immer zuerst an Substanzen denken, ehe wir Beziehungsstrukturen verstehen. Nehmen Sie die Liebe. Wir stellen uns Liebe vor als Beziehung beispielsweise zweier Menschen zueinander. Aber die Liebe selber, dieses Dazwischen, bereitet unserer Vorstellung enorme Schwierigkeiten. Es sei denn, wir geben uns einfach hin und lieben.

    P.M.: Und genau dieses Dazwischen ist Gegenstand der Quantenphysik?

    Dürr: In gewisser Weise ja. Doch schon der Begriff Gegenstand führt in die Irre. Das ist ein Problem der Sprache. Wir verwenden lauter Substantive, wo wir Verben nehmen sollten. Das prägt unser Denken. Wenn wir über die Quantenphysik sprechen, sollten wir eine Verb-Sprache verwenden. In der subatomaren Quantenwelt gibt es keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen. Auch diese genannten Substantive müssten wir übersetzen in: Es bewegt sich, es läuft ab, es hängt miteinander zusammen, es weiß voneinander. So bekommen wir eine Ahnung von diesem Urgrund der Lebendigkeit. Besser gesagt: Wir ahnen und erleben.

    P.M.: Warum tun wir uns so schwer damit?

    Dürr: Weil unser Gehirn nicht darauf trainiert ist, die Quantenphysik zu verstehen. Mein Gehirn soll mir im Wesentlichen helfen, den Apfel vom Baum zu pflücken, den ich für meine Ernährung brauche. Unsere Umgangssprache ist eine Apfelpflücksprache. Sie hat sich herausgebildet, weil sie enorm lebensdienlich ist. Bevor ich eine Handlung ausführe, spiele ich diese erst einmal in Gedanken durch, um zu erfahren, ob sie zum gewünschten Ziel führt – ja oder nein? Das ist die zweiwertige Logik. Aber diese zweiwertige Ja-oder-Nein-Logik ist eben nicht die Logik der Natur. Die Quantenphysik beschreibt die Natur viel besser, denn in der Quantenwelt herrscht die mehrwertige Logik, also nicht nur Ja und Nein, sondern auch Sowohl/Als-auch, ein Dazwischen. Eben das Nicht-Greifbare, das Unentschiedene. Daran müssen wir uns gewöhnen.

    P.M.: So ganz habe ich mich an diese Vorstellung noch nicht gewöhnt.

    Dürr: Aber genau damit sind Sie auf dem richtigen Dampfer. Solange Sie es sich vorstellen können, liegen Sie falsch. Nehmen wir ein Elektron. Also ein physisches Teilchen, von dem ich weiß, dass es das eigentlich gar nicht gibt. Im Grunde ist da etwas viel Größeres. Betrachten wir ein instabiles System wie etwa ein nasses Schneefeld: Dort kann mein kleiner Fuß eine riesige Lawine auslösen. Ein Pendel, exakt auf den Kopf gestellt, ist auch so ein instabiles System. Dort entscheidet eine winzigkleine Störung von außen, ob es nach links oder rechts fällt.

    P.M.: Sie meinen also, ein Elektron existiert gar nicht?

    Dürr: Jedenfalls nicht in Form eines herkömmlichen Teilchens.

    P.M.: Sondern?

    Dürr: In meiner Sprache nenne ich es ein »Wirks« oder »Passierchen«. Es ist eine winzige Artikulation der Wirklichkeit, etwas, das wirkt, das passiert, das etwas auslöst.

    P.M.: Sie beschreiben die Quantenphysik in einer paradoxen Weise, wie wir sie sonst aus mystischen Texten kennen.

    Dürr: Es ist paradox, wenn ich mich der Quantenphysik in der Umgangssprache nähere. Wenn Ihnen das schwammig vorkommt, haben Sie völlig recht. Die Wirklichkeit erscheint uns schwammig, weil ihre Ausssagen unendlich vieldeutig sind. In der Physik sagen wir: Die Wirklichkeit ist nicht die Realität. Unter Realität verstehen wir eine Welt der Dinge, der Objekte und deren Anordnung. Also jene Welt, die die alte Physik mit ihrem mechanistischen Weltbild beschreibt. Die alte Naturwissenschaft ist dabei nicht falsch. Sie gilt jedoch nur in einem vergröberten Sinn. Was für unseren Alltag total ausreicht. Die Wirklichkeit in der neuen Physik ist Potenzialität, eine Welt der Kann-Möglichkeiten, sich auf verschiedene Art materiell-energetisch zu verkörpern. Deshalb möchte ich die Begriffe Teilchen oder Atom nicht mehr benutzen und sage stattdessen Wirks oder Passierchen. Ein Passierchen ist ein winzig kleiner Prozess.

    P.M.: Allmählich habe ich trotz aller Schwammigkeit doch eine Ahnung von dem, was Sie meinen. Es ist ein bisschen wie beim Lesen von Lyrik: Es ist viel Ungenauigkeit, viel Spielraum in einem Gedicht – und doch bringt es etwas in mir zum Klingen. Ich spüre, was gemeint sein könnte.

    Dürr: Ahnung ist ein gutes Wort dafür. Die Schwammigkeit bezieht sich ja auf die Greifbarkeit. Emotional haben wir damit weniger Schwierigkeiten. Unsere Gefühle sind ja in diesem Sinne alle ein bisschen schwammig, ohne dabei unverständlich zu sein. Sie sind Bewegung, ihre Grenzen fließen. Wenn wir eine Ahnung von etwas in uns verspüren, dann deuten wir dies oft als etwas, was in uns zum Klingen gebracht wird. Dies empfinden wir als eine Resonanz mit etwas viel Umfassenderem. Die Felder in der Quantenphysik sind nicht nur immateriell, sondern wirken in ganz andere, größere Räume hinein, die nichts mit unserem vertrauten dreidimensionalen Raum zu tun haben. Es ist ein reines Informationsfeld – wie eine Art Quantencode. Es hat nichts zu tun mit Masse und Energie. Dieses Informationsfeld ist nicht nur innerhalb von mir, sondern erstreckt sich über das gesamte Universum. Der Kosmos ist ein Ganzes, weil dieser Quantencode keine Begrenzung hat. Es gibt nur das Eine.

    P.M.: Damit kommen Sie der alten indischen Philosophie nahe, die vom All-Einen spricht und von der Identität des Ich und der Außenwelt. »Tat tvam asi« lautet die klassische Formel: Dieses bist du.

    Dürr: Ja, es geht über diese Aussage hinaus und lässt sich besser in der Sanskritsprache als Advaita ausdrücken, was so viel wie Nicht-Zweiheit bedeutet. Genauer bedeutet die Vorsilbe A aber nicht die Verneinung, sondern dass es unangemessen ist, überhaupt von Teilen und Zerlegbarkeit zu sprechen.

    P.M.: Etwas Unteilbares.

    Dürr: Wir haben überhaupt nur das Eine. Aber dieses Eine ist differenziert. Wenn ich ein Gemälde betrachte und von dessen Schönheit spreche, das ist das Eine. Wenn ich aber auf die einzelnen Dinge in diesem Gemälde zeige, beispielsweise auf das Auge der Madonna, dann deute ich auf eine Unterschiedlichkeit innerhalb des Einen, auf ein Element der Vielheit, das zur Einheit gehört. Das Auge der Madonna ist nämlich nicht ein Teil des Bildes, sondern nur eine Artikulation. Ich schneide das Auge nicht heraus, sondern richte nur meine Aufmerksamkeit auf eine Stelle des Bildes.

    P.M.: Das heißt, ein Meer ist eben mehr als ein Netzwerk von Wassertropfen?

    Dürr: Richtig. Ein Wassertropfen existiert ja im Grunde nur außerhalb des Meeres. Wenn er hineinfällt, verliert der Begriff Tropfen seinen Sinn.

    P.M.: Wenn Sie sagen, die alte mechanistische Naturwissenschaft funktioniert in unserem Alltag mit großer Genauigkeit – welche Bedeutung soll dann eigentlich die Quantenphysik mit all diesen beschriebenen Erkenntnissen für unsere konkrete Lebenswelt haben?

    Dürr: Sie hat eine Bedeutung, wenn wir in unsere Alltagserfahrungen auch einbeziehen, was wir lebendig nennen. Die alte mechanistische Physik beschreibt nämlich zunächst die Realität der Dinge mit den bekannten Naturgesetzen, wobei kein Unterschied zwischen belebt und unbelebt gemacht wird. Wenn Sie einen Apfel fallen lassen, folgt er dem Gesetz der Schwerkraft und fällt zu Boden. Die Welt der Dinge ist die Welt der stabilen Systeme und damit voll determiniert, also vorherbestimmt. Mechanistisch bedeutet voll determiniert. Aber für lebendige Systeme reicht diese mechanistische Beschreibung nicht aus. Lebendige Wesen wie etwa der Mensch sind im Grunde instabile Systeme. Ihre scheinbare Stabilität erhalten sie durch ein dynamisches Ausbalancieren, das ständige Energiezufuhr benötigt.

    P.M.: Sie sind nicht nur Quantenphysiker, sondern wurden für Ihr Engagement in der Friedensbewegung bereits 1987 mit dem Alternativen Nobelpreis geehrt. Inwiefern hat der Quantenphysiker Dürr den politischen Menschen Dürr inspiriert?

    Dürr: Die Quantenphysik sagt uns ja nicht nur, dass die Wirklichkeit ein großer geistiger Zusammenhang ist, sondern auch, dass die Welt und die Zukunft offen ist. Sie ist voller Möglichkeiten. Darin steckt ungeheuer viel Ermutigung und Optimismus. Wir leben in einer noch viel größeren Welt, als wir gemeinhin annehmen. Und wir können diese Welt gestalten!

    P.M.: Sie stehen in Ihrem 78. Lebensjahr. Glauben Sie an ein Jenseits? Gibt es eine Existenz nach dem Tode?

    Dürr: Das ist eine sehr interessante Frage. Was wir Diesseits nennen, ist ja eigentlich die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere. Das, worin das Diesseits eingebettet ist. Insofern ist auch unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen. Wenn ich mir also vorstelle, dass ich während meines diesseitigen Lebens nicht nur meine eigene kleine Festplatte beschrieben habe, sondern immer auch etwas in diesen geistigen Quantenfeldern abgespeichert habe, gewissermaßen im großen Internet der Wirklichkeit, dann geht dies ja mit meinem körperlichen Tod nicht verloren. In jedem Gespräch, das ich mit Menschen führe, werde ich zugleich Teil eines größeren geistigen Ganzen. In dem Maße, wie ich immer auch ein Du war, bin ich, wie alles andere auch, unsterblich."

    Quelle: P.M. Magazin 05/2007

  • Buddha's Erklärung zur Bevölkerungsexplosion?

    • Geronimo
    • April 2, 2011 at 11:39 AM

    Erstmal Hi von mir ;)

    und dann meine Frage:

    Die menschliche Geburt wurde von Buddha als kostbar, selten, schwer zu erlangen, etc. beschrieben,
    was ich gedanklich auch ganz gut nachvollziehen kann, inbesondere wenn man die Bevölkerungszahlen
    vor ca. 2500 Jahren bedenkt. Dazu eine Stelle aus dem Pali Kanon (A, I, 33):

    "Gleichwie, ihr Mönche, es auf dieser indischen Erde nur wenige liebliche Gärten, Haine, Felder und Teiche gibt, aber bei weitem mehr Abhänge und Schluchten, schwer passierbare Flüsse, stoppliges und dorniges Gelände und unwegsames Gebirge -

    » Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Menschen abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr Wesen gibt es, die, als Menschen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;
    » Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, als Himmelswesen abscheidend, unter den Himmelswesen oder Menschen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, als Himmelswesen abscheidend, in einer Hölle wiedergeboren werden, in tierischem Schoß oder im Gespensterreich;
    » Ebenso gibt es nur wenige Wesen, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, unter den Menschen oder den Himmelswesen wiedergeboren werden, und bei weitem mehr gibt es, die, aus der Hölle, dem Tierschoß oder dem Gespensterreich abscheidend, eben dort wiedergeboren werden."

    Aber wie verhält es sich heute, wo die menschliche Geburt, temporär gesehen, überhaupt keine Seltenheit mehr zu sein scheint?
    Oder handelt es sich dabei vielleicht wirklich nur um eine zeitlich begrenzte Erscheinung, die nicht allzu viele Generationen anhalten wird,
    und dadurch im größeren Zusammenhang wieder zur Seltenheit wird?

    Wäre schön ein paar Meinungen von euch dazu zu hören, vielleicht sogar Stellen im Kanon! :)

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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