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  1. Buddhaland Forum
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Posts by void

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 6, 2025 at 9:46 PM
    Quote from Qualia

    Natürlich sind die Boomer schuld. Blöd nur, dass, wenn die Boomer nicht so gearbeitet hätten, es heute auch keine Schuldigen gäbe.

    Die Rente war ursprünglich als Versicherung angelegt - jeder zahlt ein und bekommt dann später etwas ausgezahlt. Aber die Nazis hinterliesen ein bankrottes Land. Die alten Leute standen na h den Krieg vor dem Nichts - alles was sie eingezahlt hatten, war für den Krieg draufgegangen. Weil das alles Wähler waren - änderre man das System so, dass das was die Boomer erwirtschafteten für die damaligen Rentner ausgegeben wurde. Und jetzt wo die Alterspyramiden kippt, schauen alle blöd.


    Und ganz viele Leute hatten ja die Idee sie zahlen für ihre eigene Rente ein und nicht für die Gespenster von Sehrmachtssoldaten und Wahlversprechen.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 6, 2025 at 7:46 PM

    So die Leitidee des Grundgesetzes ist ja dass der Menschenwürde - also dass man dem Menschen eine Würde zuspricht - also ihn mit nicht nur als Mittel zum Zweck sieht.


    Von der Würde des Menschen gedacht, kommt man ja leicht zu den minimalen Rechten die es braucht, um diese Würde zu verwirklichen. Sicherheit vor Gewalt, Redefreiheit, minimale medizinische Versorgung. So gedacht wurde man z.B bei einem afghanischen Flüchtling zuerst fragen, wie man seine Würde wahren und ihm ein menschenwürdige Leben ermöglichen kann?


    Während man eben auch vom eigenen Vorteil aus denken kann und sich dann natürlich fragt "Was bringt so ein Afghane mir/uns?" Ist er eine gute Hilfe gegen Fachkräftemangel oder sind Kultur so anders und die Qualifikation so niedrig, dass es viel an Aufwand braucht. Ist er am Ende traumatisiert, hoffnungslos und wird psychisch krank, kriminell oder gefährlich. Wenn man nach dem "Nutzen für uns" fragt ist man ja schon auf der anderen Ebene. Die Frage, ob sein Leben, seine Sicherheit, seine Redefreiheit in Gefahr ist , wird belanglos. Man fragt sich, ob durch ihn vielleicht die Pizza vielleicht schneller kommt oder ob das Stadtbild an seiner Bärtigkeit schaden nimmt.


    Menschenwürde geht von so einer gedachten Symmetrie aus - das man so denkt, dass man zur Not sich und den anderen austauschen kann.


    Nach dem zweiten Weltkrieg hatte sich "der Westen" so Menschenwürde und Menschenrechte auf die Fahnen geschrieben und würde zur Identität. Eben auch zur Abgrenzung gegenüber Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus. Man sah sich ( auch wenn man mitunter ganz anders handelte) als Spehrspitze von Aufklärung und Fortschritt.


    Und so lange sich das Projekt Westen mit Aufklärung, Menschenwürde,Globalisierung mit Wirtschaftswachstum, Nachtzuwachs und Arbeitsplätzen verbunden war, haben da viele mitgemacht. Aber so bald es das nicht mehr ist, statt dann dieses ganze Aufklärungsdings als woker Traumpalast zur Disposition und man möchte ihn rückbauen und nur das tun, was dem Eigenen nutzt.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 5, 2025 at 3:52 PM
    Quote from mukti

    Das angeborene Misstrauen lässt sich durch Verbreitung von Gerüchten und das Herausstellen negativer Einzelbeispiele zugunsten eines kollektiven Egoismus ausnutzen.

    Wenn man in der Geschichte zurückschaut, dann findet man da viel an Krieg, Ausbeutung, Gemetzel und Hass. Und es ist eher ungewöhnlich, dass wir hier so eine ne liberale Demokratie mit Offenheit,Menschenrechten und Sozialleistungen haben. Ich glaube das haben wir nicht deswegen, weil die Menschen besser geworden sind. Sondern wegen einer sehr speziellen Konstellation. Wo sich Kooperation, technischer Fortschritt und Globalisierung in einer Erfolgsspirale gegenseitig bestärkt haben. Es gibt ja neben den Menschen die wirklich besonders altruistische sind solche, die eher dann nett und artig sind, wenn Kooperation eine Win-Win Situation verspricht


    Was aber bedeutet, dass sich das schnell ändern kann, wenn die Spirale sich nicht mehr dreht. Wo man früher Migration in Kauf genommen hat und als Bereicherung empfinden konnte, weil Globalisierung "einem nutzt" wird wird man kritisch und fühlt sich ausgenutzt sobald man das Gefühl hat, dass das nicht mehr so ist.


    So lange man das Gefühl hat dass technischer Fortschritt und Globalisierung und Staat nützlich ist , spielt man das Spiel der Demokratie und der Gegenseite gern Achtung mit. Aber sobald dieses Gefühl schwindet, schwindet die Bereitschaft zur Kooperation. Der Augenschein das alle immer besser und demokratischer und aufgeklärter wurden, war vielleicht eine Illusion eine gloriosen Nachkriegs-Erfolgsspirale. Einer kurzen Ritt auf einer Expontialkurve der -wo einen Antrieb durch die entfesselten Produktionskräfte kurz nach oben hebt und man ein Gefühl von Schwerelosigkeit, Unbeschwertheit und grenzenlosen Möglichkeiten beschwert hat.


    Bei Bert Brecht heißt es ja "Zuerst das Fressen dann die Moral" und irgendwie funktioniert das ja in zwei Richtungen. Dass diejenigen denen die Felle davonschwimmen "andere Saiten aufziehen" und härter werden. Aber es gibt auch die andere Seite.


    Das diejenigen denen nicht die Felle davon schwimmen, die Moral behalten und vor sich hertragen können. Man ist vielleicht im Staatsdienst oder bei einem internationalen Konzern, verdient gut, und kann es sich leisten "woke" zu sein, Umweltschützer. Man ist globalisiert, spricht dauern Englisch und die AFD ist eine ganz ferne Kultur. Dumpfe Proleten, engstirnige Wutbürger, pöbelnde Barbaren. Und eben auch unmoralisch. Man hat das Haus abbezahlt und die Moral gepachtet. Die beiden Formen der Abgrenzung und der Identität schaukeln sich gegenseitig auf.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 4, 2025 at 5:25 PM

    Buddha ist der AFD nie begegnet - gab es ja damals nicht. Gibt es einen Kern der AFD den Buddha begegnet ist? Vielleicht kann man auf der emotionalen Ebene suchen:

    Quote from Frankfurter Hefte

    In über 75 Prozent der Posts konstruiert die AfD eine kollektive Identität und versucht damit ein Gemeinschaftsgefühl unter der Anhängerschaft zu erzeugen.

    Die AfD setzt auf eine Doppelidentität, sie versteht sich und ihr Umfeld als »Opfer« und »Retter« zugleich. Zentrale Konfliktgegenstände sind dabei jedoch nicht ökonomische, soziale oder eben demokratiepolitische Fragen, sondern in erster Linie kulturelle Themen. Konkreter: ein Lebensstil, den sie zur »kulturtypischen« deutschen, nahezu naturgesetzlich verbrieften Lebensweise erhebt. Der Vorwurf an »die Anderen«: Die Eliten wollen uns das »normale Leben« wegnehmen.

    Im Durchschnitt enthält jede »Wir«-Botschaft mehr als einen emotionalen Trigger. Anders als oftmals angenommen, handelt es sich dabei nicht nur um negative Affekte wie Empörung oder Angst. Positive und negative Emotionen kommen in gleichem Verhältnis vor. Überlegenheit, moralische Aufrichtigkeit, Mut und Machertum sind von der AfD häufig eingesetzte positive Gefühle.

    Die Facebook-Seite der AfD ist somit keinesfalls allein eine »Wutmaschine«. Die selbstbewussten und optimistischen Zuschreibungen erzeugen eine Selbstheroisierung, die wiederum der Selbstaufwertung der individuellen AfD-Unterstützenden dient. Ohne dieses positive Gruppengefühl und die hoffnungsvolle Zukunftsperspektive würde der AfD keine nachhaltige Mobilisierung gelingen.

    Es ist also eine Beschwörung des "Wirs" und der Identität. Gab es das Buddhas Zeiten?

    Quote from Study Buddhism

    Beginnend mit der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v.u.Z. drangen indo-iranische Stämme in das Indus-Tal ein und eroberten es. Sie ließen sich dort nieder und siedelten sich auch weiter im Osten, in Nordindien, an. Diese Stämme stammten höchstwahrscheinlich aus dem Gebiet von Afghanistan, dem östlichen Iran und dem südwestlichen Turkestan und waren als „Arier“, die „Edlen“, bekannt. Das Wort „Iran“ geht ursprünglich auf dieselbe Wurzel zurück wie das Wort „Arier“. Durch den Einfluss dieser Stämme sind den frühen iranischen und indischen Kulturen bestimmte sprachliche und religiöse Merkmale gemeinsam.

    Infolge der arischen Invasion wurden viele Angehörige der der dunkelhäutigeren einheimischen Bevölkerung, die der Harappa-Mohenjodaro-Kultur angehörten, versklavt; andere wanderten nach Südindien ab. Die von den Ariern propagierten Klassenunterschiede in Edle und Stammesangehörige wurde ausgeweitet und entwickelten sich zum indischen Kastensystem. Das Sanskritwort für Kaste lautet Varna und bedeutet auch „Farbe“.


    "Varna" färbt die Leute in Eigene und Uneigenen, die Edlen und die Unedeln. Von daher könnte Suttras in denen es um das Kastensystem und Varna geht, einen Hinweis darauf geben, wie Buddha ein ähnliches Einfärben in unserer Zeit beurteilen würde.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 3, 2025 at 8:10 PM
    Quote from Bebop

    Void macht es mit seinen Gleichsetzungen nicht viel besser, unterstellt gleich Rechtsradikalität und dass die Einschränkung von Migration auch ein Vernachlässigen der Schwachen, Behinderten usw. bedeuten müsse. Dabei sind es die anderen Parteien, die unseren Sozialstaat in Gefahr gebracht haben.

    Oh, ich hatte das eher als Feststellung gesehen.

    Die AFD wurde doch vom Verfassungsschutz 2025 als gesichert rechtsextremistisch eingestuft - es werden also Bestrebungen gesehen, die derzeitige freiheitlich demokratische Grundordnung zu ersetzten. Natürlich kann man das unterschiedlich gewichten und es sicher alarmistisch, da gleich das vierte Reich vor der Tür zu wähnen. Ich denke was die AFD will - und das sagt ja Alice Weidel sogar, ist wohl eher so etwas wie in Ungarn - also eine "iliberale Demokratie".


    Viele Menschen haben ja wie du Angst, dass sich das was man in den letzten Jahren als normale Politik gemacht hat, ins Verderben führt, und sich Renten, Sozialstaat als nicht mehr finanzierbar heraus stellen. Das Bild ist vielleicht das eines Busses der auf den Abgrund zu fährt - und wo gerade das normale Verhalten des "Weiter so" - Ratschen, Essen, Musik hören - schlecht ist und dann ein ungehöriges Verhalten - Schreien, dem Fahrer wegzerren, Notbremse, Scheiben einschlagen das eigentlich Vernünftige. Um von einem als fatal Engestufen Status Quo wegzukommen, ist man zu Alternative und Umbau bereit.


    Aber ist die AfD eine Alternative? Ist sie eine braun-blau rechtsneoliberale Partei die reaktionäre nostalgische Träume aufwärmt oder ist da was frisches und zukunftsweisendes dabei.


    Ungarn feiert sich dafür ein Bollwerk gegen die Migration zu sein, es baut die Rechte von Minderheiten und verspricht "woke Eliten" zu schassen. Dies sind sicher umsetzbare Projekte. Aber gibt es sonst frische Idee des Umdenkens? Eine andere Richtung für den Bus?


    Ich sehe da nichts. Die Staatsverschuldung und die Inflationsrate von Ungarn ist ja sogar höher als die von Deutschland und die ganze Wirtschaft viel bescheidener.


    Ich habe das Gefühl so richtig hat keiner eine Alternative und die Strategie der AFD ist es den Blick auf Themen wie Migration und Kulturkampf zu lenken, wo man Durchgreifen inszenieren kann. Es ist keine so echte Alternative.


    In Ungarn ist ja die Zustimmung für Orban seit einiger Zeit gesunken und die Leute Peter Magyar zuneigen.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 2, 2025 at 5:31 PM
    Quote from mukti

    Um Buddhas Willen ist das jemand, "der mit unbeirrbarer Klarheit dem Erwachten, der Lehre, der Jüngerschaft und den Tugenden nachfolgt".

    S.55

    Ich sehe es so, dass Buddhismus nicht mit Gier und Hass kompatibel ist. Aber vielleicht mit Unwissenheit im Bezug auf Dinge die nichts mit Buddhismus zu tun haben. Ein Buddhist kann genauso gut glauben dass die Erde rund ist wie das sie flach ist. Und genauso gut dass eine Gesellschaft dann prosperiert, wenn alle mitreden wie das eine Gesellschaft einen König oder starken Mann braucht. Buddhismus hilft ja nur gegen ganz bestimmte Arten des Unwissens.


    Gerade in vielen der sehr unsicheren Gesellschaften der Vergangenheit wünschten sich ja die Leute Sicherheit und Stabilität - dass es kein Räuber und Wegelager gibt, dass Bauern ackern und Händler verkaufen können und für diese Stabilität waren die bereit viel an Ungerechtigkeit und Unfreiheit zuzulassen, an Unterdrückung und engen Rollen. Hauptsache alles ist stabil und man bleibt von Krieg, Bürgerkrieg, Aufständen, Hunger und Seuchen bewahrt. Der Buddhismus war die neuste Zeit williger Teil solcher Gesellschaften.


    Während man jetzt ja viel an Sicherheit und Stabilität als gegeben setzt und von daher viel höhere Messlatte an Menschenwürde, Demokratie und Zumutbarkeit hat. Aber immer wenn dies alles zusammenbericht oder man nur das Gefühl tiefer Bedrohung hat - dann fallen auch die Leute zurück und wünschen sich wieder vor allem Stabilität und Sicherheit und opfern dafür vieles andere.


    Ich glaube viele AfD Anhänger fühlen sich zutiefst bedroht und aus dieser wahrgenommen Bedrohung erwächst die Bereitschaft zu opfern. Meistens eher andere Leute.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 1, 2025 at 9:20 PM
    Quote from Michael Haardt

    .


    Wir sehen eine der letzten Phasen einer Kultur. Ich finde es hier ganz gut zusammengefasst:


    https://blog.adw.org/2016/10/eight-…-civilizations/

    Das ist aber schon ein seltsamer Text. Der Autor ist einer dieser ganz konservativen Christen die für die lateinische Messe eintreten - und auf was er hinaus will ist das Imperien kommen und gehen aber das Christentum eine ewige Wahrheit ist. Die Idee von acht Stadien der Zivilisation hat er von Ted Flynn dessen neuester Buchtitel "The Great Reset – The Globalist Plan vs. Heaven’s Victory.” noch seltsamer klingt. Und die Idee von den acht Stadien hat er angeblich von Alexander Tyler ( 1774-1813) vor mehr 200 Jahren. Aber in Wirklichkeit ist das Zitat wie Demokratie in Despotismus umschlägt, wohl erst seit dem Jahr 2000 in Umlauf, was ihm viel an prophetischer Wucht nimmt:

    Quote from Snopes

    „Eine Demokratie ist immer nur vorübergehender Natur; sie kann einfach nicht als dauerhafte Regierungsform existieren. Eine Demokratie wird so lange bestehen bleiben, bis die Wähler entdecken, dass sie sich großzügige Geschenke aus der Staatskasse wählen können. Von diesem Moment an wählt die Mehrheit immer die Kandidaten, die die meisten Vorteile aus der Staatskasse versprechen, was dazu führt, dass jede Demokratie schließlich aufgrund einer lockeren Finanzpolitik zusammenbricht, worauf immer eine Diktatur folgt.“


    „Das Durchschnittsalter der größten Zivilisationen der Welt seit Beginn der Geschichte beträgt etwa 200 Jahre. Während dieser 200 Jahre durchliefen diese Nationen stets die folgende Abfolge:


    Von der Knechtschaft zum spirituellen Glauben; vom spirituellen Glauben zu großem Mut; vom Mut zur Freiheit; von der Freiheit zum Überfluss; vom Überfluss zur Selbstzufriedenheit; von der Selbstzufriedenheit zur Apathie; von der Apathie zur Abhängigkeit; von der Abhängigkeit zurück in die Knechtschaft.“

    Auch wenn Tyler ein Feind der Demokratie war, ist das Zitat nicht von ihm.


    Es handelt sich um sehr reaktionäres Gedankengut und ich vermute mal, dass der Grossteil der AFD demoktratischere Positionen vertritt.


    Die Idee des "Tyler-Zyklus" , nach dem alle. großen Zivilisationen ein Durchschnittsalter von 200 Jahren haben, ist doch auch voll komisch. Erklär da mal einen Chinesen. Und dass seine Zivilisation wegen zu viel Demokratie nicht alt wurde.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • December 1, 2025 at 5:21 PM
    Quote from Anna Panna-Sati

    Mal eine kurze Zwischenfrage:


    Gilt dieser Auszug aus den Nutzungsbedingungen jetzt nicht (mehr)? :?

    Quote

    Keine Diskussionen zu politischen oder religiösen Themen.


    Es gibt geeignete Plattformen (im Internet) um die eigenen Ansichten und Überzeugungen mit anderen zu diskutieren, unser Forum ist dafür nicht der angemessene Ort.

    Display More

    Puuh. Wenn hier nach den Nutzungsbedingungen keine religiösen Themen erlaubt wird, muß ich ja bald alles was nicht off-topic ist als off-topic löschen. So ein Stress!

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • November 30, 2025 at 8:53 PM
    Quote from Aravind

    Das dachte ich auch immer. Mittlerweile scheint mir global in sogenannten Rechten Bewegungen der Hass und seine Pflege viel wichtiger zu sein als dieser Egoismus. Menschen, die ich nicht leiden kann, soll es schlecht gehen. Sie sollen deportiert werden, ihre Arbeit verlieren, mundtot gemacht werden.


    Selbst, wenn es mir dadurch schlechter geht, egal.

    Ja, da hast du wohl recht. Konkreter Egoismus ist ja meistens nicht maßlos, während Gefühle in die man sich reinsteigert, immer stärker werden können. Mir fällt da der Begriff "Ressentiment" ein. Wenn ich danach google, kommt folgendes:

    Quote

    Ressentiment ist eine tief sitzende, oft unbewusste Abneigung oder heimlicher Groll, der aus einem Gefühl der Ohnmacht, Unterlegenheit, Neid oder einer erlittenen Kränkung entsteht. Statt die Ursache direkt anzugehen, wandelt sich Ressentiment in eine Haltung um, bei der das Objekt des Grolls abgewertet wird.

    Gefühle haben ja manchmal die Eigenart - dass sie ihre eigenen Ursprünge verdeckten - ein Gefühl der Unterlegenheit kann sich ja aus vielen Quellen speisen - es kann viel zusammenwirken an privaten, beruflichen, sozialen, psychischen Bedingungen - um einem ein Gefühl von Scheitern und Ohnmacht zu geben. Und dann kann es ja fast eine Befreiung sein, wenn man statt eines diffusen Dukkha, konkrete Abneigung spüren kann, wenn man einen Schuldenbock findet. Dann kann man ja endlich was tun, statt wie eine Maus vor der Schlange erstarrt da zu sitzen.

  • Buddhistische Werte vs. AfD

    • void
    • November 30, 2025 at 12:17 PM
    Quote from KarmaHausmeister

    Je mehr ich mich mit buddhistischer Ethik befasse, desto absurder erscheint mir das Weltbild der AfD.

    Rechtsextremismus erscheint oft deswegen absurd, weil es da viele Verzerrungen der Wahrheit gibt, viele Lügen, viele Vorurteile und Stereotypen, viele irrationale Gefühle.


    Aber ich denke die Grundidee ist ja ein kollektiver Egoismus - also dass es den Eigenen gut gehen soll auch wenn das auf Kosten der anderen geht. Und nur um diesen Egoismus nicht als solchen erscheinen zu lassen, wertet man den anderen bis zur Entmenschlichung ab, setzt Lügen und Propaganda ein, schürt Emotionen und hetzt gegen ihn. Um unser Gewissen - unser heimliches Wissen über die Austauschbarkeit - zu überrumpeln.


    Die Grundidee "Es ist mehr vom Kuchen für dich da, wenn wir die Bedürftigen, die Behinderten, die Fremden, die Natur leer ausgehen lassen" würde ich "fies, gemein, böse" nennen. Aber so richtig absurd ist sie nicht. Historisch gibt es ja viele Beispiele (z.B Kolonialreiche) dass eine Strategie der Ausbeutung und Ausgrenzung funktionieren kann.


    Rechtsradikalismus ist eher "böse" als "dumm" - aber so Worte wie "böse" möchte man nicht mehr verwenden und konzentriert sich deswegen eher auf das Irrationale.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 29, 2025 at 6:27 PM
    Quote from Monikamarie

    Die junge Frau, die ich u.a eingeladen hatte, hat ähnlich gesprochen wie Du Tim. Sie findet die AFD gut, ist ohne Arbeit, aber bekommt Unterstützung vom Jobcenter?

    Ist es nicht ungerecht gegenüber Tim1 - seine Haltung mit dieser Frau in einen Topf zu werfen?


    Wenn Angst erst einmal entstanden ist - die Gründe können ja ganz nachvollziehbar sein - dann entwickelt sie leicht ein Eigenleben. Angst befördert Rückzug und Misstrauen. Man ist leichter überfordert und weniger offen - gerade gegenüber Unbekanntem, Neuen und Fremden. Man traut anderen weniger aber dafür erwartet man eher negatives. Dies ist ja gut erforscht.


    Und dann wird man natürlich anfälliger für alle die eine Botschaft der Angst verkünden. Sie drücken das aus was man fühlt. Und die Botschaft weniger Solidarität zu üben - gegenüber den Fremden, den Kaputten, den Armen folgt genau der Logik der Angst und des Rückzugs. Sogar wenn man selber zu den Nutznießern staatlicher Leistungen gehört.


    Viele der Beiträge von Tim1 strahlen eine tiefe Besorgnis aus die ihn für rechte Parolen zum Zielpublikum machen. Aber dies bedeutet dich nicht, dass man dieser Versuchung erliegt. Und es gibt ja auch sehr viele AfD Wähler die aus Protest und Frust wählen ohne sich Programm und Inhalte zu eigen zu machen.


    Wie geht man mit der Spirale der Angst um?

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 28, 2025 at 11:51 PM
    Quote from Samadhi1876


    Der Buddha ist ja deshalb angeblich immer mal wieder allein in den Wald zurück für geraume Zeit, um mal wieder „in der Leerheit zu verweilen“, sich neu zu zentrieren…


    Er brauchte auch keine Arbeit, Geld, er konnte betteln gehen.

    Und zur Not stand da immer noch der Palast wo er wenn alles schief laufen würde wieder zurück konnte. Bzw. er schlief draussen.

    Und gehen wir auch mal davon aus er hatte eine gute Kindheit. Nicht noch mit Altlasten zu kömpfen.


    Zudem war er täglich mit Gleichgesinnten bzw. Gleich Interessierten umgeben.


    Der moderne Mensch der in der Arbeitswelt gefangen ist, sich den Job nicht aussuchen kann, der auf Geld angewiesen ist, der nicht täglich von einer Sangha umgeben ist, der noch mit Trauma oder anderer Krankheit belastet ist, für den ist das ungleich schwerer, auch wenn das „buddhistische Prinzip“ bleibt.


    Und wenn dann noch hinzu kommt, das sich in relativ kurzer Zeit ziemlich viel ziemlich schnell in der Welt ändert, und man mit bekommt, der Mensch fällt gefühlt wieder mehr zurück als das er sich weiter entwickelt, dann kann man auch „etwas ist verrückt“ oder „verrückter geworden“, besser verstehen.


    Der, den das selbst nicht betrifft, täglich nicht so erfährt, der kann das auch an sich gelassener sehen, und es kommt ihm vor der andere würde „nur übertreiben“. Er kann es nur irgendwie nachempfinden. Aber es löst nicht denselben Stress aus, wie in demjenigen, der täglich damit konfrontiert wird, oder ist, und auch wenige andere Möglichkeiten hat, dem so einfach zu entkommen, wie andere.

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    Ich sehe Buddha nicht als jemand der von der Wellnessblase des verwöhnten Prinzens in die Wellnessblase des sorglosen Mönches gefallen ist, sondern im Gegenteil als jemand der sich der Realität aussetzte. Eben auch so traumatischen und durchgeknallten Leuten wie Angulimala oder Kisagotami die über den Tod ihres Kindes außer sich vor Schmerz war. Aber er hat diesen Verzweifelten und Verstörten nicht dadurch geholfen, dass er aus Solidarität auch verzweifelt und verstört wurde. Sondern er setzte einen Kontrapunkt der Geduld. Zu dem dann die Verzweifelten und Verstörten Zuflucht nehmen konnten


    Ich denke nicht dass wir da heute belaster sind als Kisagotami Idee Angulimala und das unsere Probleme erster und schwerwiegende sind. Auch die Leute vor hundert oder zweihundert Jahren - sagen wir Mark Twain oder Mary Shelly reagierten auf den Tod ihrer Kinder mit Fassungslosigkeit. Ob es den Eifelturm oder Smartphones gibt ist da nur Hintergrundrauschen.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 28, 2025 at 8:57 PM
    Quote from Samadhi1876

    Verrückt beschreibt den Schweregrad einer Handlung vielleicht manchmal einfach besser als nur Verblendung oder Tragisch.


    Verrückt ist auch Kontext abhängig.


    Verblendet kann man sein ganzes Leben sein.


    Tragisch hat etwas von Unglück.

    Die Diskussion hier hatte ja ihren Ausgangspunkt in einer Aussage von Tim, der viel an der Welt "verrückt" findet. Von daher sehe ich Frage hier nicht so sehr, was die angemessene Beschreibung ist, sondern was eine konstruktive Haltung ist.


    Da das Verrückte etwas ist, dem man nicht so trauen kann, ist die Haltung eher eine der Angst und der Entfremdung. Im Verrückten findet man keinen Sinn und verzweifelt daran.


    Nehmen wir Angulimala. Für die meisten Leute war er einfach ein durcheknallter Massenmörder. Ein Verrückter vor dem man sich in Acht nimmt. Aber Buddha hatte keine Angst und wich ihm nicht aus. Und sah in ihm die tragische und verblendete Gestalt. Jemand der wegen eines blöden Vertrauens in einen Guru auf dem abwegige Idee kam, er müsse 1000 menschliche Finger sammeln. Ganz und gar unnötig.


    Die Haltung Buddhas war eine konstruktive Haltung. Die Haltung von Bauer X der in Angulimala eine irrationale Bedrohung - einen Terror sieht ist vielleicht auch angemessen und zutreffen - gerade im Sinne des Selbstschutzes - aber Buddhas Haltung ist die heilsamere.


    Der Unterschied ist vielleicht mit wieviel Angst und Entfremdung und wie viel Mitgefühl man auf den gleichen "Wahn" blickt.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 28, 2025 at 8:04 AM
    Quote from JoJu91
    Quote from Aravind

    Falls fasten und rauchen das ist, was Dich glücklich macht, ist da nichts verrücktes dran. Da Du den ersten Punch von Tyson eh nicht überstehen wirst, kannst Du es Dir auch gut gehen lassen.

    Das Thema wird emotional ergreifend dargestellt in der Monace Franze - Folge "Ein ernsthafter älterer Herr": Der "Schrecken von Schwabing" steigt in den Ring gegen den "Stier von Sendling".

    Ich denke man darf den Franz in dieser Folge als verrückt bezeichnen, ohne ihm zu nahe zu treten.


    :cry:

    Ellaestra beschreibt es doch super:

    Quote from Ellaestla

    Ich erkläre mir das dadurch, dass die meisten Menschen andere Prioritäten haben als ich. Aus ihrer Sicht ist es womöglich nicht verrückt, was sie tun, sondern mit ihren Zielen kompatibel.

    Der Punkt ist doch, dass der Monaco Franzen Probleme mit seinem Alter hat und statt wie früher als cool , als Draufgänger und als Begehrenswert rüberzukommen sich auf einmal als "ernsthafter älterer Mann" sieht. Von daher unternimmt er solche Versuche wie Verhältnisse mit jungen Frauen und das Boxen. Dies ist natürlich letztendlich vergeblich aber es löst kurzfristig bestimmte emotionale Probleme. Ich

    finde das mit "verblendet" und "tragisch" viel besser beschrieben als mit "verrückt". Die Identität kommt abhanden und sie festzuhalten lässt man sich kloppen.


    Vielleicht hilft es, wenn man sich statt von einer verrückten Welt umgeben sieht das so diese rührenden tragischen Gestalten sieht - die aus ihrerer Verletzung und Verblendung heraus sich und andere verletzten.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 26, 2025 at 11:45 AM

    Je mehr ich überall "Verrücktheit" sehe und kritisiere, desto mehr stabilisiere ich ja eine implizite Idee dessen was ich als normal und vernünftig erachte.


    Aber viel ist ja wie ein Gewehr - es kommt drauf an auf welcher Seite du stehst. Auf der einen verbreitet es Sicherheit und Macht auf der anderen Unsicherheit und Ohnmacht. Fur den Bankräuber ist es rational und sinnvoll die Bank zu überfallen ( er hofft endlich alles auf die Reihe zu kriegen) , seine Opfer erleben es aber vielleicht als Einbruch von Chaos und Irrationalität wenn in ihrer Bank wer rumballert. Auch Kapitalismus ist wie ein Gewehr. Auch er kann auf der einen Seite für Ordnung und Vorhersehbarkeit sorgen, für einen ständigen Zufluss der Waren und auf der anderen Seite erlebt man vielleicht Ausbeutung, Verheerung und Zerstörung des Altbekannten. Oder in der Biologie selbst. Wenn ein Vogelmutter ihre Jungvogel füttert dann gibt sie ihnen Ordnung und Sicherheit. Für der Regenwurm dagegen sieht sich auf einmal jeglicher Sicherheit entrissen den Tod ausgeliefert. Die Suche nach Ordnung stiftet Chaos, Weizen erzeugt Spreu, und Produkte Müll, rationale Zielerreichung Verrücktheit .


    Aber gerade wegen dieser Dialektik ist es kein guter Begriff. Verrückt ist immer der andere und vernünftig man selbst.

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 25, 2025 at 10:10 PM
    Quote from Tim1

    Es ist alles korrekt, was ihr anmerkt, auch dass vor 500 Jahren, die Dinge noch schlimmer gewesen sein mögen, mag stimmen. Ich kann immer nur meine Lebensspanne beurteilen da mache ich keinen Hehl daraus, die Entwicklungen gefallen mir nicht, aber da es außer mir Niemand scheinbar so wahrnimmt ist es mein Thema allein.

    Ganz viele Leute ( Boomer, GenX) wurden im letzten Jahrtausend sozialisiert und haben da eine Zeit miterlebt in der sehr viel nach oben ging. Wirtschaftswachstum ging mit einem mehr an Lebenschancen und Lebenshoffnungen einher. Man könnte darauf hoffen, dass es nach kommenden Generationen besser gehen würde, dass es ein Mehr an sozialem Fortschritt, eine Mehr an technischen Errungenschaften, ein Mehr an sozialem Aufstieg, ein Mehr an Demokratie geben würde. Der beste Ausdruck dafür war ja 1992 Francis Fukuyamas Spruch vom "Ende des Geschichte".

    Quote from Wikipedia

    Fukuyama vertrat die These, dass sich nach dem Zusammenbruch der UdSSR und der von ihr abhängigen sozialistischen Staaten bald die Prinzipien des Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft endgültig und überall durchsetzen würden. Die Demokratie habe sich deshalb als Ordnungsmodell durchgesetzt, weil sie das menschliche Bedürfnis nach sozialer Anerkennung relativ gesehen besser befriedige als alle anderen Systeme

    Und alle diejenigen die sich das dann gedanklich zu eigen machten, erlebten dann im 21 Jahrhundert das Gefühl, als hätten sie die versprochene Zukunft so rund um das Jahr 2000 hinter sich gelassen. Im Jahr 2001 gab es einerseits 9/11 das ein großes Gefühl der Bedrohung auslöste aber wichtiger war das im Dezember China der WTO beitrat. Da begann der rasante Aufstieg Chinas und die Idee dass die wirtschaftliche Dominanz des Westens mit Wirtschaftswachstum und Demokratisierung der Welt verbunden ist, löste sich auf. Der nächste Schock war dann die Finanzkrise 2008

    , wo viele das Gefühl hatte, auch der geliebte Kapitalismus lässt sie im Stich. Daraufhin kamen dann Brexit, Trump und Rechtspopulismus auf und dann zerstörte Corona für viele ihre Sicherheit und ließ sie einsam und verstört zurück. Gleichzeitig kam es zum Aufstieg von Big Tech, Handies und Oligarchen. Und all dies versetzte ganz viele Leute in Angst und Verzweiflung. Viele junge Leute wünschten sich heute, sie waren in einer Zeit ohne Handies geboren und ganz viele der älteren wünschen sich ins 20 Jh zurück als gefühlt die Welt noch in Ordnung war. Als die Bahn noch pünktlich war, als man sich noch als Vorreiter der Welt erlebte - als es noch eine Zukunft gab. Die Meinung "die Entwicklung gefällt mir nicht" ist Mainstream und nachvollziehbar.


    Aber das Leid des Entzug - der Katermorgen des 21 Jahrhunderts nach der fröhlichen Sause des 20 Jh basiert doch darauf, dass man außergewöhnlich gute Bedingungen als normal verinnerlicht hat und jetzt selbst passable Bedingungen als vollkommene Katastrophe erlebt. Die versprochene Zukunft kam nicht und stattdessen reiht sich Enttäuschung an Enttäuschung, Ernüchterung an Ernüchterung..

  • Die Gelassenheit und die Ignoranz des Buddhismus

    • void
    • November 25, 2025 at 5:17 PM
    Quote from Tim1

    Ein Bekannter hat kürzlich einen Artikel darüber geschrieben, dass die Welt verrückt geworden sei.

    Der Begriff "verrückt" macht doch nur im Bezug auf eine bestimmte erwartete Norm Sinn. Und wenn diese Norm ihre Gültigkeit verloren hat, dann macht es doch viel mehr Sinn diese Norm in Frage zu stellen, als die Welt für verrückt zu erklären.


    Von daher ist doch der buddhistischen Begriff der "Verblendung" viel besser. Die Wesen sind verblendet. Ihnen ist ihr eigenes, oft kurzfristiges Intresse wichtiger als das langfristige Interesse aller. Und deswegen gibt es dann Krieg, Ausbeutung und Massaker. Eben meistens durch geistig sehr funktionstüchtige Menschen.

  • Kontrollverlust

    • void
    • November 21, 2025 at 10:48 AM

    Ich habe das Gefühl, dass der Begriff Anicca implizit von einer Beständigkeit ausgeht und dann sozusagen von dort aus auf dessen Scheitern blickt. Ich bin frustriert, wenn mein Körper verfällt, meine Sicherheiten zerfallen usw.


    Aber dieser Standpunkt ist ja schon dubios. Das was mich jeden Moment erzeugt sind ja alle Arten von Prozesse. Das Blut dass durch meine Adern fließt ist ja auch Unbeständigkeit. Jeder Atemzug ist Unbeständigkeit und es wäre das Gegenteil - der Versuch den Atem anzuhalten, was mir den Tod bringt. Sogar das Wort "Sterben" kommt ja von "starr werden" Der Tote - gut sieht man das ja bei Mumien - können über Jahrtausends relativ beständig sein.


    Von daher leben wir doch aus einer positiven Unbeständigkeit heraus. Unbeständigkeit ist kein Feind, sondern der Fluß der uns trägt. So ein positives Bild von Unbeständigkeit gibt es ja z.B im Daoismus mit dem Dao. Im Buddhismus gibt es dies vielleicht im ehesten in der Idee der Freheit - dem Nicht Anhaften. Alles fließt.

  • Dankbarkeit

    • void
    • November 21, 2025 at 7:26 AM

    Es geht ja um Dankbarkeit. Je weniger Rechte man hat, desto mehr muß man dankbar anderen sein. Dem Vermieter, dass er einem nicht einfach rauswirft, dem Arbeitgeber dass er einen Urlaub gewährt, dem Restaurant dass das Essen genießbar ist, der Polizei das sie einen nicht zusammenschlägt.


    Aber ich bezweifle ob so ein Leben in Unsicherheit wirklich zu mehr Dankbarkeit führt. Eher erstmal zu mehr Angst. Und aus Angst heraus wird man ja eher bedrückt und misstrauisch. Während man wenn man Rechte hat optimistischer und sorgloser sein kann und daraus dann auch anderen Recht gewähren kann.


    Gerade in der USA gibt es ja Christen, die den Sozialstaat anschaffen wollen, damit die Menschen mehr auf Gott und Tugend angewiesen sind. Aber die Idee dass man einen Slum von Hungernden und Frierenden schafft damit da ein Heiliger Martin seinen Mantel teilt, ist doch Käse. Andren Rechte zu gewähren ist ja viel besser als so ein halber Mantel.

  • Dankbarkeit

    • void
    • November 21, 2025 at 12:00 AM

    Menschenrechte sind ja einfach eine Übereinkunft zwischen Menschen, dass man als Gesellschaft versucht, jedem ein Minimum an Möglichkeiten zuzugestehen, das man dann als Mitglied der Gesellschaft erwarten und einklagen kann.


    Aber diese Erwartung bleibt in der Welt der Menschen und ihrer Übereinkünfte. Wenn man in der Wildnis einem Grizzly begegnet dann gesteht er einem vielleicht kein Recht auf Leben zu. Und auch viele Krankheiten haben da nix unterschrieben. Die Wüste kennt kein Recht auf Wasser. Es ist großartig in einer Gesellschaft zu Leben, die ihren Mitgliedern viel zugesteht und da kann man sehr dankbar sein. Aber wenn man diese Erwartung auf das Leben insgesamt ausweitet, und da denkt diese schulde einem ein Mindestmaß an Würde, dann kann man ja sehr enttäuscht werden. Man war immer nett, hat seine Hausaufgaben gemacht, seine Steuern bezahlt und es passieren einem vielleicht trotzdem abscheuliche Sachen.

    Quote from Wikipedia

    Der Gerechte-Welt-Glaube (englisch just-world hypothesis) bezeichnet eine generalisierte Erwartung, dass es in der Welt grundsätzlich gerecht zugeht und dass Menschen im Leben das bekommen, was ihnen zusteht

    Menschenrechte sind nicht angeboren und nicht eingewachsen. Sie sind nur zugestanden. Auch Tieren kann man ja Rechte zugestehen und die dann z.B nicht quälen und nicht töten. Oder halt eben nicht und man macht Schnitzel draus. Auch aus uns könne man Schnitzel machen die recht ähnlich wie Schweineschitzel schmecken dürften. Die Idee das das nicht so ist und in uns ganz tief eine Würde verankert ist, die uns - jenseits von Konzepten und Übereinkunften - durchzieht ist tröstlich aber wohl eine humanistische Illusion. Vielleicht eine heilsame Illusion die man hegen sollte.

  • Wie meditiert ihr über Vergänglichkeit ? Habt ihr Tipps ?

    • void
    • November 16, 2025 at 9:02 PM
    Quote from Kaiman

    Einen schönen Guten Abend zusammen,


    Ich habe einen Vortrag von Ayya Khema gehört und sie meinte das es gerade für Anfänger schwierig ist den Geist zur Ruhe zu bringen. Deswegen ist es oftmals leichter über ein Daseinsmerkmal zu kontemplieren.

    Übt sich jmd in dieser Praxis speziell jetzt mit Vergänglichkeit als Objekt.

    Wie macht ihr das ? Beobachtet ihr die Gedanken Gefühle Stimmungen wie sie sich wandeln oder nehmt Ihr eher Objekte die Außerhalb von euch liegen z.b wie eine schöne Blume verwelkt und abstirbt.

    Wie geht Ihr vor ?


    Viele Grüße Kaiman

    Display More

    Wenn ich in der Meditation irgendein Objekt betrachte, also z.B den Atem oder Gedanken, dann kann ich da feststellen, dass sie sich wandeln und vergänglich sind.


    Aber Vergänglichkeit selber ist kein Objekt sondern eine Abstraktion. Und eine Abstraktionen als Meditationsobjekt ist nicht gut, weil es eher zu noch mehr Gedanken führt.


    Von daher beobachte ich zunächst meinen Atem und dann meinen Körper. Da habe ich genug an Vergänglichkeit.

  • Selbstbezogenheit - Die "Lust- und Qual-Spirale" des Um-sich-selbst-Drehens...

    • void
    • November 14, 2025 at 8:38 PM
    Quote from Anna Panna-Sati

    Danke, lieber void , für deine Antwort. _()_

    Quote from void

    Natürlich, ist das bei anderen leicht zu sehen, bei sich selber aber eher schwer. Spott im Sinne dessen, das man auf andere herabschaut - wo das augenfällig ist - ist aber nicht konstruktiv.


    Aber es liegt schon eine tiefe Ironie drin.

    Mag sein, aber ist es überhaupt angebracht, Anderen - obendrein mit einer gewissen Süffisanz - zuzusehen, während sie in ihrem "Leidensstrudel" kreisen und womöglich sogar untergehen?

    Es wäre ja schon, wenn man viel helfen könnte. Wenn man das Rad von Samsara anhalten könnte und all die Wesen davon abhalten könnte Närrisches zu tun. Wenn man den Säufer vom Schnaps wegbrächte und den Junkie vom Heroin, den Warlord vom Krieg und den Tyrannen von der Machtgier . Im Detail geht das sicher und man kann Leuten helfen. Aber so im Großen und Ganzen ist man viel an Narrheit ausgeliefert und kann nur bei sich selber und im engen Kreis was bewirken. Ganz vielen muß man hilflos zusehen.

  • Selbstbezogenheit - Die "Lust- und Qual-Spirale" des Um-sich-selbst-Drehens...

    • void
    • November 13, 2025 at 7:01 PM
    Quote from Anna Panna-Sati
    Quote from void

    Und da habe ich den Eindruck, dass manche Menschen in ihrem Gest ebenfalls so ein Sandkorn haben, und ihre Gedanken darum kreisen, dieses loszuwerden und deswegen mit Lage um Lage an Gegenstrategie versuchen, das zu lösen.


    Dieses Kreisen kann man adeln. Zum Beispiel mittels der Psychologie.

    Wenn man das Kreisen als Selbstanalyse sieht, wird ja ein edles Unterfangen daraus.

    Nehme ich da etwa leisen Spott und Ironie wahr? :?;)

    Ob "edel" oder nicht, ist doch irrelevant, wenn (starker) Leidensdruck vorhanden ist und damit verbunden, der Wunsch, dieses Leiden loszuwerden...

    Display More

    Wenn etwas vom Leiden wegführt, ist es ja eine gerade Bewegung .Um zu einem Kreis zu kommen, braucht es zwei verschiedene Arten von Leid und das was von dem einen Leid wegführt erhöht dann das andere und das was vom anderen Leid wegführt erhöht wieder das erste. Es ist also ein Teufelskreis.


    Einem Teufelskreis ist einerseits etwas sehr Tragisches aber gerade wenn man ihn von Außen betrachtet, ist es Grotesk und Tragikomisch, weil das Kreisen von Außen betrachtet ja unnötig ist - so nachvollziehbar jeder einzelne Schritt ist:

    Quote from Der kleine Prinz

    Der nächste Planet wurde von einem Säufer bewohnt. Sein Besuch war nur sehr kurz, doch versenkte er den kleinen Prinzen in eine tiefe Traurigkeit:

    • »Was machst du hier?«, sprach er zu dem Säufer, den er stumm sitzend vor einer Reihe leerer und einer Reihe voller Flaschen vorfand.
    • »Ich trinke«, antwortete der Säufer mit düsterer Miene.
    • »Und warum trinkst du?«, fragte der kleine Prinz.
    • »Um zu vergessen«, antwortete der Säufer.
    • »Was willst du vergessen?«, fragte der kleine Prinz, der ihm schon leid tat.
    • »Ich will vergessen, dass ich mich schäme«, gestand der Säufer und ließ den Kopf hängen.
    • »Über was schämst du dich?«, fragte der kleine Prinz beharrlich weiter, denn er wollte ihm helfen.
    • »Ich schäme mich, weil ich saufe!«, sagte der Säufer abschließend und hüllte sich in tiefes Schweigen.

    Buddhistisch gesehen, wäre der Schritt der aus dem Kreis führt einer, bei dem man in Richtung von Dukkha geht - der Scham - dem Ungenügen - statt im Kreis.


    Natürlich, ist das bei anderen leicht zu sehen, bei sich selber aber eher schwer. Spott im Sinne dessen, das man auf andere herabschaut - wo das augenfällig ist - ist aber nicht konstruktiv.


    Aber es liegt schon eine tiefe Ironie drin.

  • Kulturelle Aneignung?

    • void
    • November 11, 2025 at 2:24 PM
    Quote from Christopher

    .Ich persönlich mag die japanische Esthetik, aber man kann es ja auch lassen. Und die japanische Überheblichkeit sowieso :)

    Viel von der Zen Ästhetik ist ja entstanden, weil man es möglichst langweilig und öd haben wollte, damit es nicht ablenkt


    Von daher mußte man - um dem gerecht zu werden - an einem möglichst langweiligen Ort meditieren. Vielleicht in Jogginghosen und T Shirt im Hinterzimmer einer Aldi Filiale.

  • Kulturelle Aneignung?

    • void
    • November 10, 2025 at 10:19 PM

    Ein anderer Punkt ist vielleicht "das Exotische". Das Exotische wird ja romantisch aufgeladen und verspricht etwas nicht profanes, nicht alltägliches.


    Buddhismus kann am Anfang den Reiz des Fremdartigen haben und kulturelle Elemente - "fremde Roben", "fremde Texte", "fremde Konzepte" können da beitragen. Im Bezug auf den "Mythos Tibet" gibt es das Buch "Prisoners of Shangri-La" dass die Geschichte des Aufeinandertreffens von bestimmten romantischen Sehnsüchten und der Realität des tibetischen Buddhismus nachzeichnet:

    Quote from University of Chicago Press

    In der westlichen Vorstellung weckt Tibet Assoziationen von Exotik, Mystik und Wunderbarem: ein sagenumwobenes Land, fernab vom zermürbenden Ansturm der Moderne, spirituell ausgestattet mit allem, was der Westen verloren hat. Das 1998 erstmals erschienene Buch „Prisoners of Shangri-La” lieferte die erste Kulturgeschichte der seltsamen Begegnung zwischen dem tibetischen Buddhismus und dem Westen. Donald Lopez deckt hier fantasievolle Missverständnisse über das Leben und die Religion in Tibet auf. Er untersucht unter anderem die Politik des Begriffs „Lamaismus“, ein abwertendes Synonym für tibetischen Buddhismus, die verschiedenen theosophischen, psychedelischen und New-Age-Zwecke, denen das sogenannte „Tibetische Totenbuch“ dient, und die unerwartete Geschichte des berühmtesten aller tibetischen Mantras, „Om mani padme hum“. Diese Darstellungen Tibets sind mehr als nur Anomalien der Populärkultur, sondern oft in wissenschaftlichen Quellen verankert und bilden eine seltsame Verbindung zwischen Populärem und Akademischem, Fantasie und Fakten.


    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    Aber natürlich funktioniert "das Exotische" nur so lange es fremd bleibt. Und bei langjährigen Praktizierenden wird das was zunächst Exotisch war zum Alltag.

Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

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