Display MoreMeinst Du mit "findet so selten statt":
(1) Von einer Million Menschen erlebt in unserem Zeitalter in der Zeit zwischen Geburt und Tod nur ein einziger Mensch Momente des Erwachens, aber wenn dann durchaus auch mehrmals täglich ?
(2) Von hundert Menschen erlebt in unserem Zeitalter im Durchschnitt ein Mensch Momente des Erwachens, aber nur selten, vielleicht einmal im Jahr, einmal im Monat, einmal in der Woche ... ?
Und was ist der Grund für die Seltenheit ?
Ich sollte mir die Quellen von allem aufschreiben, was ich lese. Hab ich leider nicht.
Hat Buddha nicht gesagt, dass das Erwachen zum Buddha sehr, sehr selten ist und es nur einen Buddha im Jahrhundert gibt, manchmal auch keinen? So meinte ich das.
Ich meinte nicht Momente des Erwachens.
Ein Zenmeister? sagte zu seinen Schülern "glaubt ja nicht, dass Ihr Euch Eurer eigenen Erleuchtung bewusst seid/werdet" o.ä.
Das gefällt mir sehr. Rein abstrakt konstruktivistisch gedacht, hat er Recht! Es ist für Menschen mit gestörter Realitätswahrnehmung bereits schwer, das zu erkennen. Es kann nur noch schwerer sein zu erkennen, wenn die Wahrnehmung besser als vorher ist. Ich bin immer wieder begeistert, was ich von Zen Kluges höre.
Wie ich sehe, war meine Wortwahl vielleicht nicht die Beste. "Denken" ist für mich alles nach physischen Reizen. Wahrnehmung, Achtsamkeit, ist für mich alles denken. Spezifischere Wörter wären wirklich besser, um genauer zu beschreiben, was ich meine.
"Besser denken" bedeutet für mich, genauere mentale Modelle, weniger Verzerrung von Beobachtungen zugunsten existierender mentaler Modelle, Mehrdeutigkeiten zulassen, auch wenn es Schlussfolgerungen erschwert. Das geht für mich nur in Ruhe.
Was Monikamarie "Affengeist" nennt, finde ich treffend. Man kann es auch "schnelles Denken", "Instinkt" oder sonstwas nennen. Das sorgt dafür, unter Druck oder Beanspruchung sofort handelsfähig zu bleiben. Evolutionär nachvollziehbar. Ob man sich nun davon zu erlösen sucht oder es unterdrückt, das Ziel ist doch, dass es nicht Gedanken und Handlungen bestimmt, weil die Entscheidungsqualität selten gut ist. Ich sage unterdrücken, weil ich weiß, dass es existiert. Ist halt so, aber wenn man es bei sich selbst erkennt, ist schon viel gewonnen, weil man dann bewusst damit umgehen kann.
Ein Beispiel, wie ich das meine: Viele dämliche Handlungen werden durch Angst erzeugt. Es wird vielleicht keine Zustimmung finden, aber ich denke, Angst ist oft sinnvoll, weil sie auf Gefahren aufmerksam macht. Entscheidungen von Angst treiben zu lassen, ist nicht sinnvoll. Als Erstes muss man erkennen, wenn man Angst hat. Das ist der schwierige Teil. Wenn man es erkennt, ist es leichter, damit sinnvoll umzugehen. Die Angst vor dem Unbekannten begründet sich aus dem Wissen, eventuell handlungsunfähig zu sein, weil Wissen fehlt, um mit der neuen Situation gut umzugehen. Man muss also sehr achtsam sein und versuchen, aus neuer unvollständiger Information irgendwas zu machen, was eine erfolgversprechende Entscheidung erlaubt. Das ist anstrengend und wird gerne vermieden, aber als bewusster Vorgang kommen im Schnitt bessere Ergebnisse dabei heraus. Ich glaube, der Schlüssel dazu ist ein Moment der Ruhe im Denken, der erlaubt, die Situation neutraler zu betrachten. Ein Moment reicht, um zu erkennen: Mist, darum geht's gar nicht. Eigentlich hab ich bloß Angst davor und suche jetzt irgendeinen blöden Grund, um dem nachzugeben. Buddha hat viele gute Ratschläge, wie man diesen Moment erzeugt, und wie man danach rational damit umgeht.