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  2. Anna Panna-Sati

Posts by Anna Panna-Sati

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • June 9, 2026 at 5:51 PM
    Quote from JoJu91

    JoJu91 wird von bösen Gedanken und Emotionen geplagt.

    Joju 91 registriert Gedanken der Ablehnung/Grausamkeit und reagiert darauf mit Emotionen oder es kommen (negative) Emotionen hoch, die gedanklich bewertet werden und so u.U. wiederum Gedanken erzeugen...?

    Quote from JoJu91

    Das nenne ich für mich den kleinen Geist, der von der Wahrheit seines Wahnsinns überzeugt ist.


    Dann gibt es aber einen "Jemand" im Hintergrund,

    der den verzweifelten JoJu91 (den kleinen Geist) wie in einem Film betrachtet.

    Dieser "Jemand" ist frei von Gedanken und Emotionen, aber klar, wach und voller Mitgefühl.

    Warum, lieber JoJu91 , probierst du nicht Buddhas Rat im vorgestellten Sutta aus und klassifizierst deine Gedanken, statt deinen Geist aufzuspalten?

    Quote from JoJu91

    Das Wissen um die Gegenwart dieses "Jemand" bewahrt den armen JoJu91 vor dem letzten Gang in den Starnberger See, oder vor der Einweisung in die Psychiatrie.

    Deshalb? :shock:


    Glaubst du nicht, dass ein und derselbe Geist, je nachdem, welche Bedingungen gerade vorliegen, verwirrt oder klar, zerstreut oder gesammelt, gebunden oder freier sein kann (und alles dazwischen)?


    Die Einteilung des Geistes (statt der Gedanken) in zwei Klassen kann leicht neue "Ich-Ansichten" erzeugen:

    "Hier bin ich im "niedrigen" Geist." /

    "Dort ist mein wahres, höheres Bewusstsein.",

    was z.B. die Gefahr von subtilem Stolz (Dünkel) einerseits und andererseits Abwertung eigener Erfahrungen (etwa im Alltag - als "niedrig", "klein-geistig", "wahnsinnig"... ) in sich birgt.


    Eine Art "innere Hierarchie" zu bauen, dürfte m.E. langfristig weniger hilfreich sein, als unmittelbares Sehen/Erleben des gegenwärtigen Augenblicks, ein direktes "Sich-den-Dämonen-Stellen".

    Der Weg führt durch die Angst...


    Aber das ist nur meine momentane (unmaßgebliche) Meinung - du wirst selbst am besten wissen, warum du so vorgehst. ;)


    Wünsche dir alles Gute, aktuell besonders ein friedliches "Überschlafen" der "Dämonenstunde". ^^


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • MN 19: Dvedhāvitakkasutta / Zwei Arten von Gedanken

    • Anna Panna-Sati
    • June 8, 2026 at 3:59 PM

    Vielen Dank für die Vorstellung dieser wichtigen Lehrrede, lieber pano . _()_


    Buddha Shakyamuni berichtet darin von seiner Praxis als "noch nicht Erwachter, aber zum Erwachen Entschlossener" (in anderen Übersetzungen ist von "lediglich unerleuchtetem Bodhisatta" die Rede:

    https://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m019z.html), insofern verstehe ich seine Ausführungen als Rat, vornehmlich an unerleuchtete Übende, die noch ziemlich am Anfang stehen.


    Zunächst - vor Aufnahme der (Samatha-) Meditationspraxis - sollte der Übende demnach seinen Geist erforschen und nachfolgend lernen, ihn zu bewachen, zu zähmen und zu kontrollieren.

    (Akt 1 wäre dabei das Einteilen in die "Zwei Klassen".)


    In aller Kürze zeigt auch das folgende Sutta dieses Ziel auf:

    Quote

    A.1.4. Geisteszügelung (IV,1-7)

    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, ungezähmt, unbehütet, unbewacht und ungezügelt, zu so großem Unsegen führt wie der Geist.


    Zu großem Unsegen, ihr Mönche, führt der ungezähmte, unbehütete, unbewachte und ungezügelte Geist.


    Kein anderes Ding kenne ich, ihr Mönche, das, bezähmt, behütet, bewacht und gezügelt, zu so großem Segen führt wie der Geist.


    Zu großem Segen, ihr Mönche, führt der bezähmte, behütete, bewachte und gezügelte Geist.

    Display More

    Wie Buddha dabei vorging, schildert er in MN 19 genau - hier bezüglich "grausamer Gedanken":

    Quote

    ...Wenn ich darüber nachdachte, dass er dazu führt, mich selbst zu verletzen … andere zu verletzen … sowohl mich selbst als auch andere zu verletzen, ging er weg.


    Wenn ich darüber nachdachte, dass er die Weisheit blockiert, mit Qual verbunden ist und nicht zum Erlöschen führt, ging er weg.


    So gab ich jeden grausamen Gedanken, der aufkam, auf, machte mich von ihm los und beseitigte ihn.


    Deinen m.E. berechtigten Einwand, lieber void ....

    Quote from void

    Die Idee, die Gedanken in unheilsame und heilsame zu trennen führt ja leicht zu ganz vielen Gedanken über Gedanken ( ist das jetzt heilsam oder unheilsam)

    ....beantwortet der Buddha hier:

    Quote

    ...Wenn ich darüber die ganze Nacht und den ganzen Tag nachdenken und ihn erwägen würde, so sehe ich keine Gefahr, die davon käme.

    Dennoch würde zu langes Nachdenken und Erwägen meinen Körper ermüden.

    Wenn der Körper müde ist, ist der Geist erschöpft.

    Und wenn der Geist erschöpft ist, ist er von Versenkung weit entfernt.

    Also nicht übertreiben...:erleichtert: (gell, "Papanca-Anna"...(:;))


    Quote from pano

    Für mich ist ein Kernsatz "Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz".

    Da bin ich ganz bei dir, denn stete Wiederholung führt zu Lernvorgängen und festigt damit Heilsames, wie eben leider auch Unheilsames, im Geist.

    Gerade in der heutigen Zeit, wo man ständig mit (meist negativen!) Informationen aller Art eingedeckt (schlimmstenfalls überfrachtet) wird, die alle möglichen (und unmöglichen) Gedanken zusätzlich generieren, erscheint es mehr denn je, ratsam, Nachrichten auszusortieren, Gedanken zu ordnen und die unheilsamen fallenzulassen.

    Quote from pano

    Und die Praxis heilsame Gedanken zu hegen und unheilsamen Gedanken nicht nachzugehen ist dann schon auch eine Achtsamkeitspraxis.

    Ja, und zwar eine, die sich sowohl als "Einstieg" in die buddhist. Praxis, als auch als ständige Begleitung der weiteren Übungen, empfiehlt...

    Quote

    Worüber ein Mönch häufig nachdenkt, was er häufig erwägt, dahin neigt sich sein Herz.


    Wenn er häufig über entsagende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er sinnliche Gedanken aufgegeben, um entsagende Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu entsagenden Gedanken.


    Wenn er häufig über wohlwollende Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er böswillige Gedanken aufgegeben, um wohlwollende Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu wohlwollenden Gedanken.


    Wenn er häufig über mildherzige Gedanken nachdenkt und sie erwägt, hat er grausame Gedanken aufgegeben, um mildherzige Gedanken zu mehren.

    Sein Geist neigt sich zu mildherzigen Gedanken.

    Display More

    Und am Ende dieser "Geistesreinigung"

    steht dann nur noch die Achtsamkeit darauf, dass jene heilsamen Geisteszustände anwesend sind:

    Quote

    Ebenso musste ich nur achtsam sein, dass diese Dinge da waren.


    Meine Energie war aufgerüttelt und unermüdlich, die Achtsamkeit fest verankert und klar, mein Körper war still und nicht erregt und mein Geist im Samādhi versunken und geeint.

    Der Weg in die Vertiefungen (Jhanas) ist frei....

    Quote from mukti

    Es kommt also zunächst auf die Erkenntnis an, was heilsam und was unheilsam ist und dann braucht es noch die Entschlossenheit, danach zu handeln.

    Genau, wenn die Erkenntnis, ein tiefes Verstehen der Zusammenhänge, durch "weises Erwägen" (Kontemplation, Reflexion) erst mal da ist, kommt die Entschlossenheit, im Sinne von bewusster, standhafter Ausdauer, quasi wie von selbst, zum Tragen - unterstützt, u.a., von der Willenskraft (Energie/Tatkraft + Absicht/Wille).


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Leichenbetrachtung im Satipaṭṭhāna-Sutta

    • Anna Panna-Sati
    • May 31, 2026 at 2:41 PM
    Quote from KarmaHausmeister

    Die Leichenbetrachtung im Satipaṭṭhāna-Sutta soll nicht schockieren, sondern die Anhaftung an den Körper lösen, Vergänglichkeit ins Bewusstsein rufen und damit eine tiefere Gelassenheit, Ethik und Befreiung fördern.


    Aber, ist diese Art der Meditation noch zeitgemäß?

    Anscheinend ja ;), gewissermaßen....


    Leichenbetrachtung heute:


    LIVE: Buckelwal Timmy Hope vor Dänemarks Küste
    Wir berichten heute live über den Wal, der vor der dänischen Insel Anholt gestrandet ist. #news5 #livestream #hope #timmy #wal #Buckelwal #news #anholt 🔴 U...
    www.youtube.com


    (Störend - und daher lästig - sind nur die Werbeeinlagen und gelegentliche "News"- Reportagen/Live-Berichte)


    Bei den Betrachtern des verwesenden Kadavers handelt es sich, den Kommentaren zufolge, durchaus nicht nur um "Sensationslustige", sondern sehr viele trauern wirklich um das Tier und man darf annehmen, dass sie dabei auch über Tod/Vergänglichkeit im Allgemeinen nachdenken...

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 29, 2026 at 7:41 PM

    Der (Überlegenheits-) Dünkel kann einen Menschen auf "Wolke 7" heben, wobei der Absturz meist so sicher kommt, wie "das Amen in der Kirche" -

    das "Pendel" schwingt hin und her....:shrug:


    Konkurrenz ist ein Antreiber - gut für die Leistungsgesellschaft -, aber wo es Gewinner und Verlierer gibt, "riecht" es immer stark nach "Dukkha".

    Es sei denn, man kann sich über Erfolge der Konkurrenten freuen (und sie ihnen gönnen), im Sinne von Mitfreude/Mudita. :)


    Wie wirken sich Lob und Tadel in Bezug auf Dünkel aus?


    Nährt Lob vielleicht Stolz, Überlegenheitsdünkel (besonders im Übermaß)?

    Könnte Tadel (vor allem wiederholter) Gefühle von Minderwertigkeit/Minderwertigkeitsdünkel

    hervorrufen?

    (Weder-noch -> Gleichheitsdünkel?)


    Ein Erwachter ist frei von Identifikation, "Ich-bin-Dünkel" und Vergleich.


    Dazu Auszüge aus einem Sutta, das verdeutlicht, wie mit den "Acht Weltgesetzen" ( = weltliche Bedingungen) umzugehen ist, die Dünkel nähren können...

    (Natürlich wird hier wieder verglichen, nämlich der "unwissende Weltling" mit dem "wissenden edlen Jünger"):

    Quote

    A.VIII.6 Die acht Weltgesetze II - 6. Dutiya-lokadhamma Sutta

    "Acht Weltgesetze, ihr Mönche, folgen dem Weltlauf, und der Weltlauf folgt diesen Weltgesetzen. Welches sind sie?

    • Gewinn und Verlust,
    • Ehre und Verachtung,
    • Lob und Tadel,
    • Freude und Leid.

    Genau wie den unwissenden Weltling, ihr Mönche, treffen auch den wissenden, edlen Jünger Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid.

    Worin besteht nun hierbei die Verschiedenheit, die Besonderheit, worin der Unterschied zwischen dem wissenden, edlen Jünger und dem unwissenden Weltling? ......


    ....."Da wird nun aber, ihr Mönche, einem wissenden, edlen Jünger Gewinn zuteil.

    Er aber überlegt dabei und versteht es der Wirklichkeit gemäß:


    'Entstanden ist mir zwar dieser Gewinn, doch er ist vergänglich, elend, dem Wechsel unterworfen.'

    Und es wird ihm Verlust zuteil, Ehre, Verachtung, Lob, Tadel, Freude und Leid.


    Er aber überlegt dabei und versteht es der Wirklichkeit gemäß: 'Entstanden ist mir zwar... dieses Leid, doch es ist vergänglich, elend, dem Wechsel unterworfen.'

    Und Gewinn und Verlust, Ehre und Verachtung, Lob und Tadel, Freude und Leid halten seinen Geist nicht umsponnen.

    Am Gewinn, der ihm zuteil wird, hängt er nicht, und Verlust verdrießt ihn nicht.

    An der Ehrung, die ihm zuteil wird, hängt er nicht, und Verachtung verdrießt ihn nicht.

    Am Lob, das ihm zuteil wird, hängt er nicht,

    und Tadel verdrießt ihn nicht.

    An der Freude, die ihm zuteil wird, hängt er nicht,

    und Leid verdrießt ihn nicht.


    Sich so von Zuneigung und Abneigung frei machend, wird er erlöst vom Geborenwerden, Altern und Sterben, von Sorge, Jammer, Schmerz, Trübsal und Verzweiflung, wird er erlöst vom Leiden, so sage ich.*


    https://www.palikanon.com/angutt/a08_001-010.html#a_viii5

    Display More

    *Und damit auch erlöst vom leidbringenden Dünkel...


    Liebe Grüße :) _()_:heart:

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 29, 2026 at 6:53 PM

    Lieber JoJu91 , vielen Dank für deine bereichernden Beiträge - sie sind so lebendig und humorvoll, zaubern mir ganz oft ein Lächeln (oder mehr :erleichtert:) ins Gesicht. _()_:heart:


    So, wie bei deiner Antwort auf diese Frage:

    Quote

    1. Wie gehe ich mit meiner Dünkelhaftigkeit um?

    Quote from JoJu91

    1. Wie Don Camillo


    Don Camillo hat die besten Absichten für die Schäfchen seiner Pfarrgemeinde und hinterlässt dabei eine Spur von Kollateralschäden, tappt von einem Fettnäpfchen ins nächste ...

    Er hat aber gottseidank einen guten Draht zu Jesus, der ihn vom Kreuz herab liebevoll, manchmal streng, beobachtet, und ihn vor den schlimmsten Fehltritten bewahrt.


    Jesus steht für das Betrachter-Bewusstsein, Don Camillo für das Ich.


    Don Camillos Dharma in diesem Leben ist es, die Rolle des Don Camillo zu spielen, so gut wie möglich, denn dann wird er zum Segen auch für seine Mitmenschen.

    Display More

    Was Don Camillo betrifft, habe ich zwangsläufig immer den Schauspieler "Fernandel" vor Augen, der ihn so überzeugend darstellte. :lol:

    (In Sachen Gewaltlosigkeit/Ahimsa bräuchte Don Camillo aber wohl noch ein bisschen Nachhilfe - er lässt halt gerne mal "die Fäuste fliegen"...;))


    Jesus als Symbol für Betrachter-Bewusstsein, kann ich jetzt nicht ganz nachvollziehen, weil ich letzteres als völlig neutral beobachtend und nicht wertend empfinde, während Jesus ja doch, wenn auch sanft, "pädagogisch" belehrend und bewertend - quasi als Don Camillos Gewissen - auf ihn einwirkt...:angel:

    Quote from JoJu91

    Mit dem Stromeintritt fällt der Zweifel an der "Essenz" der Buddha-Lehre ab, weil die "Essenz" unmittelbar erlebt und erkannt wurde, ein "unsterbliches Bewusstsein" jenseits der gewöhnlichen Welt und des gewöhnlichen Ich.


    "Wenn der (kleine) Geist bei nichts verweilt, erscheint der Wahre Geist".


    Der kleine Geist, das Ich mit seinem Dünkel, bleibt erhalten, wenn auch immer öfter in distanzierter Form, vergleichbar einem Film, in dem der kleine Geist, das Ich, nach wie vor seine Rolle spielt, vielleicht sogar spielen muss ...

    Vielen Dank für die aufschlussreiche Erklärung. _()_


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Neue wollte nur kurz "Hallo" sagen.

    • Anna Panna-Sati
    • May 29, 2026 at 5:32 PM

    Von mir auch ein herzliches Willkommen, lieber Marterra . :)

    Schön, dass du zu uns gefunden hast - wünsche dir viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Austausch hier im Buddhaland.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der Buddhist im Krieg

    • Anna Panna-Sati
    • May 29, 2026 at 5:26 PM
    Quote from Hue32

    Im Mahayana gibt es die bekannte Geschichte eines Bodhisattvas, der einen Mörder tötet, um zu verhindern, dass dieser hunderte Menschen ermordet und dadurch unfassbares negatives Karma anhäuft. Entscheidend daran ist nicht die Gewalt selbst, sondern der Geisteszustand dahinter: keinerlei Hass, keinerlei persönliches Motiv, völlige Bereitschaft, die karmischen Konsequenzen selbst zu tragen.

    Ich bezweifle, dass ein Mensch, der nicht erwacht ist, ohne jegliches Abneigungsgefühl jemanden töten kann und halte es für eine Form von Selbsttäuschung.


    Wahrhaft Erleuchtete meiden das Töten Anderer strikt - zumindest ist mir im Palikanon kein entsprechender Fall bekannt (Schilderungen von Suiziden gibt es zwar vereinzelt, allerdings handelt es sich da eher um eine Form von Sterbehilfe angesichts des sicheren Todes!).

    Quote from Hue32

    Denn Krieg verändert Menschen. Gewalt verändert Menschen. Schlägereien verändern Menschen.

    _()_So ist es wohl.


    Mit dem bewussten Töten eines Lebewesens, erst recht eines (Mit-) Menschen, wird immer eine rote Linie überschritten, das "macht etwas mit einem" (vor allem psychisch, nicht "nur" schlechtes Kamma/Karma...).


    Daher habe ich auch ein Problem mit der oben zitierten "bekannten Geschichte", u.a., weil sie die Gefahr von Missbrauch durch geschickte Strategen birgt, die damit vor Anderen (und sich selbst) das Töten rechtfertigen. (->"Mitstreiter" sind dann fallweise oft auch schnell gefunden...)

    Überdies könnte sie "Noch-Übende" dazu animieren, in brenzligen Situationen "den Helden zu spielen"...

    Quote from void

    Es ist eine irritierende Vorstellung wenn mandich da einen Soldaten vorstellt der sich bei all dem um den rechten Willen (cetana) bemüht. Also beim Schießen versucht nicht hasserfüllt rumzuballert sondern mit Gefühl dass man Schlimmeres verhindert, den Dharma zu beschützten usw.

    Für die Opfer macht das wohl keinen Unterschied.

    _()_Das sehe ich genauso.


    Und um einen Satz aus dem von dir verlinkten Artikel zu zitieren:

    Quote

    Obgleich der Krieg in einem buddhistischen Land geführt wurde, ist einleitend
    darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um einen buddhistischen Krieg handel-
    te, sondern um einen Krieg (der Regierung), an dem Buddhisten teilnahmen.

    "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner (vor allem KEIN BUDDHIST !) geht hin."


    Quote from Hue32

    Kann eine gewaltsame Handlung jemals Ausdruck von Mitgefühl sein?

    Durchaus, z.B. bei der oben zitierten Sterbehilfe (auch für andere "Wesen"), aber das ist ein heikles Thema...


    Aktuelles Beispiel: "Mitgefühl" für den gestrandeten Buckelwal "Timmy"/"Hope".

    Es gab 3 Optionen:

    - Ihn "in Ruhe sterben" zu lassen, kein Eingreifen -> langer Todeskampf

    - Versuchen, ihn zu retten (Transport in die Nordsee) -> Chance auf Überleben, schlimmstenfalls Tod

    (zuerst vermehrter Stress, aber letztlich kürzeres Leiden)

    - Euthanasie (wäre nur durch Sprengung des Kopfes möglich gewesen - (Akt der Gewalt) -> sofortiges Leidensende


    Welche Lösung wäre am mitfühlendsten, resp. am buddhistischsten?


    Liebe Grüße _()_:heart::taube:


    PS: Mit dem Argument "hassloser Geist" ließe sich ja auch stets das Töten von Tieren rechtfertigen, die als Nahrung dienen sollen. Der Bauer, der ein Huhn schlachtet, hasst dieses i.d.R. nicht, sondern denkt z.B. daran, dass er seinen Hühnerbestand wegen Platz- und/oder Futtermangel reduzieren muss oder er freut sich bereits auf die Hühnersuppe, die er aus dem toten Tier kochen will....

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 28, 2026 at 1:10 AM

    Lieber Qualia ,

    vielen Dank für deine tiefgründigen Beiträge. _()_:heart:

    Sorry, wenn ich nicht alles verstehe und nachfragen muss, wie z.B. bei den folgenden Aussagen:

    Quote from Qualia

    „Ich“ erscheint, wenn ein Gefühl wahrgenommen wird, angenehm, unangenehm, gleichgültig. „Vedana.“

    Zwangsläufig?

    Ich dachte bisher, dass das "Ich" erst durch geistige Gestaltungen (Sankhara) "erscheint", die z.B. einen, als unangenehm empfundenen, Schmerzreiz zunächst zum "eigenen" Schmerz machen/einem "Selbst" zuordnen und dann darum zu kreisen und anzuhaften beginnen.

    Die Identifikation wächst mit jedem weiteren, selbstbezogenen Gedanken ("Ich leide jetzt", "Ich bin ein Unglücksrabe", o.ä. ..).

    Quote from Qualia

    Vedana ist das erste Auftreten von Ich ohne das Wissen eines Ich bin.

    Das ist der Anfang von Dünkel.

    Dass Vedana selbst ein "Ich" hervorbringen soll (wenn ich das richtig begriffen habe), lässt in mir die Frage hochkommen, warum dann die meisten Tiere kein "Ich" entwickelt haben, obwohl sie auch angenehme/unangenehme Gefühle wahrnehmen?


    Der vergleichende Selbstbezug ist natürlich leidhaft:

    -"Vorher ging es mir gut - jetzt leide ich an Schmerzen"

    - "Ich bin nun schlechter dran.."

    Quote from Qualia

    Ich muss erkennen das ich nur ein Jemand bin, und dann alle meine saṅkhāra-Identifikationen zu Rollen machen, die im sozialen Spiel notwendig sind.

    Mit "Jemand" meinst du eine "Person"? Die in einem bestimmten Verhältnis zu anderen Personen steht und sich jeweils "rollenmäßig" anpasst?

    (Aber da gibt es ja immer noch dieses "Ich bin." ? :shrug:)

    Quote from Qualia

    Buddha ist ein Jemand, der die Rolle „Buddha“ zeigt und die Kleidung, die andere ihm gegeben haben, trägt. Doch weder die Rolle „Buddha“ noch die Kleidung „Buddha“ sind ich bin jemand.

    Es gibt also keine Identifikation mit der gespielten Rolle...

    Quote from Qualia

    . Ein Erwachter ist nicht identitätslos, er ist identifikationslos.

    :like:


    Beim Erwachten gibt es ja weiterhin Wahrnehmung, Sprache, Charakter/Temperament und das Verhalten, welches z.B. in sozialen Rollen praktisch gezeigt wird.

    Die konventionelle Person ist also nicht "ausgelöscht", nur jede Anhaftung ("Ich"/ "Mein"-Machen") und damit Identifikation.


    Worüber ich auch immer wieder stolpere, ist die Frage, warum ein Stromeingetretener/Sotapanna - 1. Erleuchtungsstufe im Theravada - (ebenso Anagami, Sakadagami), der doch die Persönlichkeitsansicht (sakkaya-ditthi) überwunden hat, trotzdem noch einen Ich-Dünkel (asmimana) aufweist....?:?


    Liebe Grüße _()_:heart::)

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 26, 2026 at 6:38 PM

    Herzlichen Dank auch dir, liebe Monikamarie , für deinen inspirirenden Erfahrungsbericht. _()_:heart:

    Quote from Monikamarie

    als ich "meinen Dünkel" erkannte, fühlte ich mich eigentlich schon fast befreit davon, denn nun wusste ich, wo ich "ansetzen" musste.

    :like: Erinnert mich an Ayya Khemas "Formel":

    "Erkennen - nicht tadeln - ändern" :)

    Quote from Monikamarie

    Sobald ich mich gehen lasse, falle ich in alte Gewohnheiten zurück. Diese Erfahrung mache ich immer wieder, solange bis sie erloschen ist.

    Ach ja, so geht es mir auch :shrug: und manchmal fühle ich mich etwas kraftlos durch die ewigen Wiederholungen ("Wiedergeburten"...;)).

    Man muss halt "dranbleiben" und nicht nachlassen - "rechte Anstrengung" ...

    Quote from Monikamarie

    Ich kümmere mich nicht darum, ob ich das je erreiche.

    Ich übe mich einfach immer wieder darin.

    :like:

    Ohne mich jetzt selbst abwerten zu wollen, muss ich sagen, dass ich so ein richtiger "Papanca-Typ" bin - neige dazu, mir viel zu viele Gedanken zu machen :roll:, was unnötig Energie/Kraft kostet und die Achtsamkeit erschwert.

    Quote from Monikamarie

    Ich finde den Pfad spannend und das Beste, was ich je finden konnte.

    Volle Zustimmung! :D


    Liebe Grüße, Anna :):heart:_()_

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 26, 2026 at 6:18 PM

    Vielen Dank, lieber mukti für deinen wertvollen Beitrag, inkl. des Hinweises auf die beiden lehrreichen Suttas. _()_:heart:

    Quote from mukti

    Die Wurzel des Dünkels ist die Auffassung 'Ich bin die Khandha'. Da kommt man nicht so leicht heran, nur allmählich und mit viel Geduld lässt sie sich beseitigen.

    Die Begegnung auf Augenhöhe (gleich bin ich) ist schon mal besser als das Herabsehen oder sich minderwertig fühlen.

    Was ich jetzt nicht so recht verstehe, ist, dass Dünkel im Buddhismus bereits mit der Auffassung "Ich BIN." beginnt (also noch nicht einmal "ICH bin....- die Khandha, XY,....).

    "Bin" ist ja eine konjugierte Form von "sein" und reines "Da-Sein" bedeutet doch noch nicht "jemand" ( = Identität) oder gar "wichtig" zu sein, sondern lediglich Präsenz - also Anwesenheit (physische Anwesenheit) oder Gegenwärtigkeit (achtsames Dabeisein im aktuellen Moment).


    Vergleichen - per se - z.B. in der Gesellschaft (die Leistungen, Eignungen, Funktionen, usw. unterscheidet und verschiedenartig bewertet) bedeutet erst mal nur (mehr oder weniger) nüchtern-rationale Unterscheidung/Differenzierung.


    Der Einzelne kann daraus jedoch - durch Dünkel - Identität bauen:

    Darum bin ich besser/schlechter/gleichwertig.


    Man "darf" also im Buddhismus schon unterscheiden und sogar - sachlich - realistisch bewerten und einschätzen, solange das Vergleichen nicht zum "Ich-Machen" wird:


    "Er kann das besser, also bin ich minderwertig."

    wäre demnach unheilsam, während die objektiv-rationale Feststellung

    "Für diese Aufgabe ist diese Person geeigneter, weil sie über diese/jene Fähigkeiten verfügt."

    keinen unheilsamen/dünkelhaften Vergleich darstellt.

    Oder? :?


    Heilmittel gegen Selbstabwertung (schlimmstenfalls Selbsthass) ist natürlich Liebende Güte/Selbstannahme (Metta, Maitri), die letztlich auch Mitfreude (Mudita) mit der "Konkurrenz" ermöglicht. ;)


    Wie du es so gut auf den Punkt gebracht hast:

    Quote from mukti

    Schließlich ist im achtfachen Pfad alles enthalten, was zur Befreiung von Dünkel nötig ist und

    da tut man halt, was man kann.

    _()_:like:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

    • Anna Panna-Sati
    • May 24, 2026 at 8:06 PM

    Hallo, ihr Lieben, :)


    außerhalb des Buddhismus wird Dünkel im Allgemeinen mit Arroganz, Stolz, Hochmut, Eitelkeit usw. gleichgesetzt und entsprechend geschmäht:

    Quote

    Wie klein ist das, was einer ist, wenn man's mit seinem Dünkel misst. (Wilhelm Busch)

    Quote

    Der Hochmut ist eine Art von Ehrbegierde, nachdem wir anderen Menschen ansinnen, sich selbst, in Vergleichung mit uns, gering zu schätzen.

    Der Hochmut verlangt von anderen eine Achtung, die er ihnen jedoch verweigert. (Immanuel Kant)


    Im Buddhismus bedeutet "Dünkel" zusätzlich die letzte Fessel - erst der Arahant ist davon befreit - und es werden 3 Arten des Dünkels unterschieden, wobei die tiefste Ebene der sogenannte "Ich-Dünkel" (asmimana) einnimmt, das grundlegende Gefühl "Ich bin." Es impliziert, ein unabhängiges Selbst, ein "Jemand" zu sein, der womöglich wichtig und bedeutsam ist.

    Quote

    māna

    Dünkel, Stolz, Ansicht, Meinung, Einbildung,

    ist eine von den an den Kreislauf des Daseins kettenden 10 Fesseln (siehe samyojana). Er schwindet erst beim Eintritt in die Vollkommene Heiligkeit oder Arahatschaft.


    • den (Gleichheits-)Dünkel (māna): ,Ebenso bin ich'
    • den Minderwertigkeitsdünkel (omāna): ,Schlechter bin ich'
    • den Überlegenheitsdünkel (atimāna): ,Besser bin ich'

    Laut Buddhadharma ist also dieser "Ich-Wahn"/-Dünkel" die letzte Fessel, die sich erst beim vollständig Erleuchteten/Erwachten löst.

    Mithin sollte der "Übende auf dem Pfad" realistischerweise davon ausgehen, seehr lange - lebenslänglich damit zu tun zu haben....(Mit der Dünkelhaftigkeit der Anderen sowieso, aber das sollte uns weniger kümmern...;))


    Das Gegenteil von Dünkel:

    - (weltlich): Bescheidenheit, realistische Selbsteinschätzung, Demut

    - Im Buddhismus: Erkenntnis von Nicht-Selbst (Anatta) und Gleichmut (Upekkha) = frei von Vergleichen, Gier und Abneigung/Hass


    Möchte Auszüge zweier Suttas vorstellen, die das Thema behandeln:

    Quote

    S.22.49. Sona I -- 7. Soṇa Sutta


    ....4.-8. "Wenn sich da, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gefühls - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Wahrnehmung - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gestaltungen - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Bewußtseins als besser betrachten, als gleichwertig betrachten, als geringer betrachten - was sollte dies anderes sein als ein Nichtverstehen der Wirklichkeit!


    9.-13. Wenn sich aber, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des ... Bewußtseins nicht als besser betrachten, nicht als gleichwertig betrachten, nicht als geringer betrachten: was sollte dies anderes sein als ein Verstehen der Wirklichkeit!

    Quote

    A.VI.49 Wie edle Söhne ihre Heiligkeit kundtun - 7. Khema Sutta

    ...»Wer da, o Herr, ein Heiliger ist, ein Triebversiegter, der den Heiligen Wandel vollendet und sein Werk vollbracht, die Bürde abgelegt und die Daseinsfesseln gelöst hat, der durch das vollkommene (Heiligkeits-)Wissen befreit ist, einem solchen kommt nicht mehr der Gedanke:

    'Es gibt keinen, der besser ist als ich' oder 'Es gibt keinen, der mir ebenbürtig ist' oder 'Es gibt keinen, der geringer ist als ich.' Also sprach der ehrwürdige Sumana, und der Meister billigte es. Sehend, daß der Meister es billigte, erhob sich der ehrwürdige Sumana vom Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, und, ihm die Rechte zukehrend, entfernte er sich.


    Kurz nachdem aber der ehrwürdige Khema und der ehrwürdige Sumana gegangen waren, wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Wahrlich, ihr Mönche, auf solche Weise tun edle Söhne ihr Heiligkeitswissen kund. Eben die Wahrheit wurde dargetan, ohne auf sich selber anzuspielen.

    Es gibt da aber einige Toren, die gleichsam prahlerisch Heiligkeitswissen vorgeben. Diese aber geraten später in Ungemach.«

    Quote

    Nicht besser und nicht gleich,

    nicht schlechter auch sich haltend,

    so wandeln Heilige fesselfrei,

    für die Geburt versiegt, beendet ist

    vollendet heiligen Lebens Ziel.

    Display More

    Tja, wenn ich diese alten Schriften so lese, wird ersichtlich, dass das Leid, das durch den Dünkel hervorgerufen wird, schwer zu beseitigen ist, weil sich der Dünkel so hartnäckig hält.....


    Da ich mich hauptsächlich mit "Minderwertigkeitsdünkel" ("Ich genüge nicht.") herumplag(t)e (kommt immer wieder mal hoch..), dachte ich, es wäre schon ein Fortschritt, sich "gleichwertig" zu fühlen. Psychologisch gesehen, mag das auch stimmen, aber von buddhistischer Warte aus, bedeutet das Eine, wie das Andere,

    unheilsame Fixierung auf das Ego, also Ich-Bezogenheit.


    Vergleiche führen fast immer - früher oder später - zu Leiden, man stellt z.B. Vergleiche an

    - mit anderen Menschen (Aussehen, Alter, Beliebtheit, Besitz, Bildungsgrad, usw.)

    - mit sich selbst (in früheren Zeiten...anicca-dukkha)

    - der heutigen mit anderen Zeiten


    - Ganz "schlimm" ;): "Spiritueller Dünkel" , meist ein Überheblichkeitsdünkel, der Vergleiche zwischen den Religionen, verschiedenen buddhist. Schulen und/oder den Übenden zieht...

    (Berührt besonders unangenehm, weil man ihn nicht erwartet hat.)

    Und dann dieser (ev. heimliche) Stolz aufs "Einfach sein", gerade mal im Zustand des reinen, absichtslosen Gewahrseins gewesen zu sein, völlig "ich-los" - toll! :angel:8) ;)


    Da tun sich eine Menge Fragen auf...:


    1. Wie gehe ich mit meiner Dünkelhaftigkeit um?

    2. Wie gehe ich mit der Dünkelhaftigkeit Anderer um?

    3. Wie hört man mit dem Vergleichen auf, in einer Welt, wo ständig verglichen, bewertet und be/verurteilt wird?

    ("Wettbewerbsgesellschaft")

    4. Wie kann man sich - trotz erkannter Dünkelhaftigkeit - noch selbst lieben? ....


    Klar ist, dass Achtsamkeit, Metta-Praxis und Entwicklung von (Selbst-) Mitgefühl hilfreich sind, aber es ist m.E. schwer, die Gewohnheit des Vergleichens abzulegen, wenn man von von klein auf, darauf geprägt und "gedrillt" wurde.

    (Meine Eltern zogen ständig Vergleiche und ich verglich mich schon recht früh mit meinen Eltern und befand, dass ich nicht so schön wie Mama und nicht so klug wie Papa war - und auch nie so werden würde! - Ja, ich war schon damals sehr ehrlich - auch mit mir selbst - huch, Dünkel! ;):erleichtert:)

    Quote

    Sehr blind ist man, wenn man sich selbst nicht als voll von Dünkel, Ehrgeiz, Begierden, Schwäche, Elend und Ungerechtigkeit erkennt.

    Und wenn man, nachdem man dies erkannte, nicht wünscht, davon befreit zu werden. (Blaise Pascal)

    Klingt ja fast nach dem Buddha..?! :?


    Bitte habt Mut und schreibt etwas zum Thema - freue mich über jeden Beitrag! :)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    PS: "Ergriffen sagt eine Ameise zur anderen: "Sieh nur diesen unendlichen Sternenhimmel. Man fühlt sich ganz klein und unbedeutend."":grinsen:

    (Aus diesem sehr empfehlenswerten Dharma-Vortrag zum Thema "Mana" von Fred von Allmen: https://www.fredvonallmen.ch/dmxDaten/Beleh…%20a-Balken.pdf)

  • Diamantweg

    • Anna Panna-Sati
    • May 24, 2026 at 6:08 PM
    Quote from void

    Es kommt ja vor, dass Veranstalter von bestimmten Kursen betonen, dass die jeweiligen Meditationslehrer nur darin befähigt sind Durchschnittsmenschen in der Meditation zu begleiten, dass ihnen aber die fachliche Qualifikation fehlt, auf die Arten mit denen Leuten mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Paranoia auf Meditation reagieren könnten und dass diese deswegen nicht teilnehmen sollen

    Das ist zwar ein nachvollziehbarer Grund, (bekannt) psychisch Schwerkranke nicht in bestimmte Kurse aufzunehmen, aber in Zeiten, wo immer mehr Menschen psychisch erkranken, wäre es ein Signal des gelebten Mitgefühls, wenn große Zentren, wie das Diamantwegzentrum in Immenstadt, zumindest einen Teil ihrer Meditationslehrer fachlich schulen ließen (z.B. Ausbildung zum Heilpraktiker "Psychotherapie" - sie dauert nur zw. 6 und 24 Monaten - o.Ä.).

    Quote from ewald

    Es gibt so viele Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine psychische Diagnose erhalten aufgrund ihres Erlebens und nur die wenigsten davon sind selbst- oder fremd gefährdend.

    So ist es und ohnehin kann wohl niemand im Vorhinein 100 %ig ausschließen, dass ein - dem Anschein und der Selbsteinschätzung nach - gesunder Mensch dennoch unangenehme "Nebenwirkungen" der Meditationspraxis auf einem Retreat erfährt.

    Quote from Hue32

    Was mir im Diamantweg ebenfalls massiv aufgefallen ist: Dort liefen auffallend viele Menschen mit schweren psychischen Problemen herum – Menschen mit instabilen Persönlichkeiten, starken emotionalen Problemen, selbstverletzendem Verhalten oder massivem Bedürfnis nach Anerkennung und Zugehörigkeit.

    "Auffallend viele...." Im Vergleich zu was? Arbeitsplatz, Universität, Familien-/Freundeskreis....?

    Du schreibst ja selbst, dass gerade solche, besonders leidende Menschen, oft Hilfe/Heilung in Religion und Spiritualität suchen und entsprechende Zentren ansteuern, das hieße ja, dass genau dort gerade jene Menschen landen, die von Anderen oft als "schwierig" bezeichnet werden....:?

    Quote from Hue32

    Darüber wurde aber praktisch nie offen gesprochen.

    Es wirkte eher wie ein unausgesprochenes System: Solange man funktionierte und loyal blieb, wurde alles unter den Teppich gekehrt.

    Klar, die Fassade muss stimmen, sonst würden ja u.U. Menschen (auf der Suche nach Erleuchtung...) abgeschreckt...

    Quote from Hue32

    Und ja, ich glaube ebenfalls, dass viele spätere Dynamiken nicht mehr nur mit Ole selbst zu tun hatten, sondern mit den Strukturen und den Menschen um ihn herum. Wenn ein Gründer älter, krank oder schwächer wird, entsteht oft ein Machtvakuum, das andere ausfüllen.

    Menschen mit "massivem Bedürfnis nach Anerkennung", z.B. mit stark narzisstischen Persönlichkeitsanteilen, die sich in den Zentren oft intensiv einbringen/engagieren und häufig auch über Charisma verfügen..., vertraut man ja nur zu gerne verantwortungsvolle Ämter an, die immer auch eine gewisse Macht verleihen (z.B. Leute rauszuwerfen und Hausverbote zu erteilen).

    Quote from Iris

    Als ich mein Hausverbot vor ca. 8 Jahren bekam, war Ole schon an Alzheimer erkrankt. Die Menschen, die für ihn gesprochen haben und ihn in seinen Zentren vertreten haben, haben das auf ihre eigene Weise gemacht.

    Allerdings hatte Lama Ole, in all den Jahren zuvor, auch schon "Vorarbeit" geleistet und die Richtung gewiesen...


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    Ab Min. 5:20 stellt Ole Nydahl fest: "Man wird nicht so ein Weichei, wenn man an die Sache reingeht, man wird nicht so ein "Schlaffi", so ein "Halleluja-Typ" (= Seitenhieb auf Jesus??)...."

    Min. 5:26: "Zuhauen, wenn es nötig ist!" :eek:


    Wen wundert es da noch, dass er die "Schwachen" nicht zulässt....?:shrug:


    Ich hoffe, es ändert sich bald etwas zum Besseren. _()_


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Diamantweg

    • Anna Panna-Sati
    • May 22, 2026 at 8:45 PM
    Quote from Qualia

    Als mittlerer Weg verblendet man schnell, dass ein mittlerer Weg immer auch einen guten und einen schlechten Weg an seinen Seiten benötigt, um überhaupt der Mittlere zu sein.

    Keine Ahnung, ob ich verstanden habe, worauf du hinauswolltest, lieber Qualia ..... :shrug:

    Der mittlere Weg Buddhas beschreibt m.E. doch eher die Mitte zwischen zwei schlechten Wegen - der extremen Askese und Selbstkasteiung einerseits und zügellosem Hedonismus andererseits.


    Er repräsentiert also den Zwischenraum zwischen zwei Extremen, die "gemäßigte", weise (ausbalancierte) Mitte.


    Leben ist ja im Grunde auch das ständig sich wiederholende Bemühen, in einer erträglichen-wohltuenden Balance zwischen "zu wenig" und "zu viel", zu sein (und möglichst lange zu bestehen - Extreme bringen uns leicht um..).


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Diamantweg

    • Anna Panna-Sati
    • May 20, 2026 at 11:38 PM
    Quote from verrückter-narr

    Abschied von Lama Ole Nydahl, Videobeitrag der Nordhessenrundschau

    Danke für das Einstellen des Videobeitrages mit dem Interview von Lama Ole Nydahl (von 2016)! Man erhält darin schon einen kleinen Eindruck seiner Persönlichkeit zum damaligen Zeitpunkt (zu dem er immerhin schon 75 Jahre alt war).


    Erschreckend aber, seine Äußerung ab ca. Min. 8:00, wo er - auf den Terroranschlag von Brüssel angesprochen - zuerst die Lektüre des Koran empfiehlt (damit man verstehen soll, dass dort der "Kampf gegen Ungläubige" - und damit also die Terroranschläge - propagiert/legitimiert werden!), um gleich darauf hinzuzusetzen: "...Dann hätte man vielleicht nicht so viele...über die Grenze geholt oder AUS DEM WASSER GEZOGEN sogar...." :shock:

    Das ist menschenverachtend und ohne Mitgefühl von ihm dahingesagt worden und passt so gar nicht in das Bild des charismatischen Lehrers, der aus "Mitgefühl mit allen Wesen" gelehrt und so viele Diamantweg-Zentren gegründet hat.


    Möglicherweise waren diese Worte (und der anschließende "Bussi-Übergriff" auf die Interviewerin) aber auch schon erste Anzeichen seiner demenziellen Erkrankung? :?:shrug:


    Wie dem auch sei, Lama Ole Nydahl sollte nicht nur auf gewisse rassistische und rechtspopulistische Aussagen reduziert werden - das wäre ungerecht und würde seine offensichtlich vielfach hilfreiche und heilsame gesamte Lebensleistung ignorieren bzw. herabsetzen.

    Nimble veröffentlichte ja dankenswerterweise einen Nachruf des 17. Gyalwa Karmapa, der von großer Dankbarkeit und Wertschätzung für Lama Ole zeugt.

    Auch diese Seite verdient Gehör und Erwähnung....


    Ich hoffe, die (geistigen) Erben Ole Nydahls und jetzigen verantwortlichen Leiter der Diamantweg-Zentren, besinnen sich wieder auf das im Buddhismus elementare "Mitgefühl für alle Wesen", was niemanden ausgrenzt. :rad::buddha:

  • Notizen über die Dhammas.

    • Anna Panna-Sati
    • May 14, 2026 at 6:42 PM
    Quote from Qualia

    Nibbāna im Leben (sa‑upādisesa‑nibbāna)
    Also gibt es noch Rest‑Ich als Funktion, nicht als Illusion.

    Das ist kein „Erleben von Nibbāna“.

    Es ist Abwesenheit von Ich‑Illusion, die erleben könnte, während Bewusstsein weiterläuft.

    Da die Khandha die Ich-Illusion hervorbringen, müssten es auch die Khandha sein, die jenes - rein funktionale - "Rest-Ich" erzeugen? :?


    Ein "substanzielles Selbst" ist ja auch in Samsara nicht auffindbar...


    Was genau soll dieses "Rest-Ich" sein, welche Funktion hat es und ist es nicht für das Weiterleben entbehrlich?

    (Warum spricht der Buddha sonst - zeitweise - von sich in der dritten Person ("Der Tathagata"....."), als wäre keinerlei "Ich" mehr vorhanden?)

    Quote from Qualia

    Parinibbāna ist das vollständige Aufhören aller Bedingungen, die Bewusstsein ermöglichen.
    Das ist Nibbāna ohne Rest (an‑upādisesa‑nibbāna).

    Hier endet nicht nur die Illusion, sondern jede Möglichkeit, dass ein Ich erscheinen könnte.

    Parinibbana = Lebensende/Tod eines Erwachten (Religiöse mögen ihn auch als "Heiligen" bezeichnen) - was soll daran "romantisch" sein?

    Des Buddhas Körper/Geist endete - genau wie der jeden Lebewesens - in Auflösung, Zerfall, als Asche/Staub...


    Die Neurowissenschaft nennt grundsätzliche "Bedingungen, die Bewusstsein ermöglichen" (Nur lebende Materie kann Geist/Bewusstsein hervorbringen) - Religionen, Philosophien und, nicht zuletzt, viele Schulen des Buddhismus vertreten unterschiedliche Ansichten ( "Bewusstsein/Geist erzeugt Materie" wird da eben auch nicht ausgeschlossen - Hier beginnt dann der Glaube an Metaphysisches...)

  • Wie praktiziert man Anapanasati…

    • Anna Panna-Sati
    • May 14, 2026 at 6:21 PM

    Mit Achtsamkeit UND Humor (als grundsätzlicher Einstellung) wird sicher alles leichter/schneller heilen. _()_

    (Übrigens bietet sich auch Gehmeditation für Anapanasati an - z.B. die Schritte mit dem Atem verbinden...)

    Gute Besserung, lieber pano ! ;):heart::klee:


    Liebe Grüße :)_()_:heart:

  • Falsche Mönche, echte Gewinne

    • Anna Panna-Sati
    • May 13, 2026 at 12:24 AM
    Quote from KarmaHausmeister

    Hier wird das Bedürfnis von Menschen nach Orientierung ausgenutzt, um Geld zu verdienen.

    Leider nichts Neues, nur eine andere, "modernere", Methode, die den Bedürfnissen von Menschen entgegenkommt, die vielfach (oft unbewusst) schon "digital-süchtig" geworden sind.

    Quote from KarmaHausmeister

    Dazu passt, dass oft nicht offengelegt wird, dass der vermeintliche Weise vollständig künstlich, KI-generiert ist.

    Die verkündeten "Weisheiten" werden als solche erkannt (oder auch nicht) - letztlich scheint für viele "Konsumenten" die gefühlte Wahrheit getätigter Aussagen mehr, als die Identität des/der Urheber(s), zu zählen.

    Quote from KarmaHausmeister

    Wer diese Inhalte teilt, folgt oder bewirbt, unterstützt daher Unternehmen, die Vertrauen in buddhistische Praxis untergraben.

    Aufmerksamkeit, die echten Lehrerinnen und lebendigen Gemeinschaften zugutekommen könnte, fließt stattdessen in anonyme Geschäftsmodelle.

    Danke für die Warnung, man sollte sie möglichst weit verbreiten und aufklären, im Bewusstsein, nicht alle spirituell Interessierten zu erreichen, bzw. zu überzeugen.


    Die zunehmende Gewöhnung an KI (- generierte Bilder, Videos, Informationen/Inhalte), sowie deren bequeme, schnelle Verfügbarkeit, (scheinbare) Kompetenz und "Freundlichkeit" übt (noch!) große Anziehungskraft aus...

    Quote from IsegrimRukipe

    Gleichzeitig setzen viele junge Leute auch wieder mehr auf analoge Dinge.

    Ein Hoffnungsschimmer....irgendwann kommt der Überdruss und das "echte" Leben wird wieder gesucht.


    Mag sich manchmal auch schwierig gestalten, weil "Echtes" kratzen, beißen und anderweitig unangenehm werden kann...mit ungeahnten Folgen:

    Wenn der Wald unheimlich wird: Immer mehr Menschen fürchten sich vor der Natur
    Viele Menschen empfinden Natur zunehmend als bedrohlich oder abstoßend. Forschende sprechen von Biophobie – mit Folgen für Gesundheit und Naturschutz.
    www.geo.de


    (Vielleicht fürchtet sich mancher auch schon vor "echten" Weisen?;))

  • Das Leid der Anderen

    • Anna Panna-Sati
    • April 30, 2026 at 6:57 PM
    Quote from void

    Mir hat es geholfen, den Blick von der Person auf die Situation zu verschieben.

    Ah, das ist eine interessante Lösung. :like:

    Beim Fokus auf der Situation, ist eine neutrale, sachlich-distanzierte Analyse und anschließend eine entsprechende Beurteilung und Abwägung der Optionen möglich, ohne (zu stark) von störenden "emotionalen Aufwallungen" beeinflusst zu werden.

    Auf einem Fundament aus Lieb. Güte/Metta und Mitgefühl/Karuna können daraus sicherlich hilfreiche (Re-) Aktionen entstehen.


    Habe da noch etwas gefunden, was die tibet. Buddhisten praktizieren, um jenem leidhaften Gefühl der Hilflosigkeit entgegenzuwirken - "Tonglen":

    Quote

    5. Wenn du handeln möchtest, aber das Gefühl hast, dass du nichts tun kannst:


    Übe aktives Mitgefühl

    Aktives Mitgefühl, auf Tibetisch auch als „Tonglen“ bekannt, bedeutet „Geben und Nehmen“.

    Bei dieser Meditationspraxis nehmen wir das Leiden anderer gedanklich von ihnen weg und schenken ihnen gleichzeitig unsere Gefühle des Mitgefühls und des Wohlbefindens.

    Diese Form des Mitgefühls hilft uns dabei, unsere mitfühlende Sorge um andere in die Tat umzusetzen.


    Laut der buddhistischen Nonne Pema Chödrön ist es „eine Methode, um unsere Angst vor dem Leiden zu überwinden und die Verhärtung in unseren Herzen aufzulösen“. Tonglen hilft dabei, das Mitgefühl zu wecken, das „in uns allen steckt, egal wie grausam oder kalt wir auch erscheinen mögen“.


    Während wir einatmen, stellen wir uns vor, wie wir anderen (oder uns selbst) Schmerz und Leid wegnehmen, und visualisieren dies als dichten Smog.

    Wenn dieser Smog in unser Herz eindringt, löst unser Mitgefühl ihn in Licht oder reine Luft auf.

    Wir stellen uns vor, wie wir den schweren Nebel vertreiben, während wir beim Ausatmen Mitgefühl, Glück, Frieden und Trost aussenden.


    Die Praxis von Tonglen hilft uns mit der Zeit, dem Leiden direkt ins Auge zu sehen, und gibt uns die Kraft, unseren Schmerz zu überwinden.


    Dieser Prozess hilft uns, empathische Belastung zu vermeiden, was zu besserem mitfühlendem Handeln führt.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)


    https://www.globalcompassioncoalition.org/overcoming-the…f-helplessness/

    Display More

    Wobei klar ersichtlich wird, dass hier die Linderung des Leidens des "Helfers" im Vordergrund steht - schließlich stellt dessen Wohlbefinden nicht zuletzt die Voraussetzung für effektive, mitfühlende Hilfe für den (stärker) leidenden Anderen dar.

    Quote from void

    Das ist ja fast wie bei Kafkas "Die Verwandlung". Auf einmal wacht man auf und sieht sich in etwas verwandelt, was enorme Kraft braucht um es anzunehmen.

    Du bringst mich da direkt auf Ideen, lieber void - vielleicht sollte ich meinen Nicknamen mal wieder ändern, passenderweise in "Gregora Samsa(ra)" ? :erleichtert:


    Aber Spaß beiseite, der Kummer über mein "Blasebalggesicht" hielt sich in Grenzen, weil es sich

    a) langsam entwickelte (eben nicht über Nacht!), was es auch meinem Mann erleichterte, sich zu gewöhnen/damit umzugehen und

    b) ich es schlicht als "Preis fürs Weiterleben" betrachtete....

    c) Übte ich verstärkt, in Distanz zu meinem Aussehen, meinem Körper, zu gehen

    ("Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Selbst!") und es als "Studienobjekt" für "Anicca" zu nutzen, was sich wirklich lohnte, da sich - über den Tag hinweg - ständig etwas änderte - da war alles extrem instabil...


    Schien auch alles hervorragend zu klappen, bis zu jener Äußerung meines Vaters... - da traf mich dann - kurzfristig - doch noch der "2. Pfeil"....:shrug:


    Bezüglich der desaströsen Situation in der Welt, dem täglichen, u.a. in den Nachrichten präsentierten, furchtbaren Leid der vielen "Anderen", empfiehlt sich übrigens auch, "Tonglen" zu praktizieren:

    Quote

    Angesichts all der Ereignisse in der Welt (und des Zugangs, den wir dazu haben) fühlt es sich überwältigend an, Nachrichten zu lesen und in den sozialen Medien zu stöbern.

    Es scheint fast unmöglich, sich dem nicht zu verschließen.


    Als ich 2020 im Rahmen meines „Compassion Cultivation Training“ die Tonglen-Praxis kennenlernte, veränderte dies die Art und Weise, wie ich die Ereignisse in der Welt aufnahm.

    Ich begann, die Meditation zu praktizieren, bei der ich das Leiden anderer einatme und gleichzeitig Mitgefühl ausatme.

    Das half mir, die Gefühle der Überforderung, Hilflosigkeit und des Versagens zu überwinden, die damit einhergehen, so viel Leid in der Welt zu sehen. Insbesondere praktizierte ich Tonglen, während ich die Nachrichten las oder durch die sozialen Medien scrollte.


    Diese Übung half mir, das Geschehen auf produktivere Weise zu verarbeiten.


    Nachdem ich eine Zeit lang praktiziert hatte, war ich in der Lage, einen Schritt zurückzutreten und nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich in der Situation helfen könnte.

    Manchmal gibt es keine offensichtliche Lösung, aber manchmal können Schritte unternommen werden, um mehr zu erfahren, die Stimme zu erheben, zu spenden, Hilfe anzubieten usw.


    Wenn wir über uns selbst hinauswachsen können, können wir innehalten und beginnen zu handeln.


    Wenn wir das Leiden anerkennen, ohne uns davon überwältigen zu lassen, können wir uns selbst und unseren Wert erkennen.

    Was können wir der Welt bieten?

    Wie können wir dazu beitragen, Veränderungen herbeizuführen?

    Die Antworten werden zu dir kommen, wenn du dir diesen Raum gibst.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    Display More


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Hallo zusammen

    • Anna Panna-Sati
    • April 30, 2026 at 5:28 PM

    Hallo, lieber Dominik / Kirmes-FreudeImLeben :),

    herzlich willkommen im Buddhaland. :buddha::rad:

    Quote from Kirmes-FreudeImLeben

    5) Unter Buddhas Lehre verstehe ich die Lehre von der wiederkehrenden Leere, bei der man gefühlt immer leerer und trockener wird seelisch.

    Das ist eine ungewöhnliche Ansicht, die ich so noch nie gehört/gelesen habe...:?


    Buddha lehrte den Dhamma/Dharma (die Lehre) aus Mitgefühl, um Menschen zu ermöglichen, durch die buddhist. Praxis frei vom Leiden und den Ursachen des Leidens - Gier, Hass und Verblendung - werden zu können.

    Der buddhist. "Same" benötigt natürlich Bewässerung/Befeuchtung, damit er nicht austrocknet...;)

    Quote from Kirmes-FreudeImLeben

    eigentlich ist leben Erfüllung. Und keine Leere.

    Eigentlich haben wir doch alles, was man braucht um glücklich zu leben.

    Ja, so ist es (zumindest bei den meisten Menschen...), aber dennoch haben wir vielfältigen Leidensdruck, weil wir Dinge begehren (haben wollen) oder ablehnen (nicht haben wollen) und glauben, ein festes, unveränderliches "Ich" zu besitzen (bzw. zu sein).

    Nicht zuletzt plagen da noch die "Götterboten" Alter, Krankheit, Sterben/Tod....:shrug:


    Im Buddhismus lernt man, all dies loszulassen - u.a. durch Annahme/Akzeptanz - und grundsätzlich nicht mehr (so stark) anzuhaften, was letztlich zur Befreiung/Erwachen führen kann.

    Innere Freiheit bedeutet, im inneren Frieden zu sein und auch unter widrigen Verhältnissen glücklich leben zu können.

    Quote from Kirmes-FreudeImLeben

    Ich will mich ändern, aber kriege kaum was hin,....

    Das geht vielen so, denn es ist sehr schwierig, alte Prägungen zu überwinden und Muster zu durchbrechen.


    Zunächst könnte man sich mal selbst mit (Selbst-) Mitgefühl reflektieren und einfach so annehmen, wie man jetzt ist.


    Auch, wenn man negative Gedanken und Gefühle in sich entdeckt, ohne Bewertung, erst mal nur feststellen, dass sie existieren - sie sind ja, wie alles, bedingt entstanden und vergehen auch wieder....


    Die 5 Ethikregeln ("Sila") zu beherzigen, sowie Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude und Gleichmut ("4 Brahmavihara"/Unermesslichkeiten) zu entwickeln, sind heilsame Praktiken im Buddhismus, die jeglicher "Austrocknung" entgegenwirken...


    Alles Gute für dich ! :sunny::heart::klee::taube:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Das Leid der Anderen

    • Anna Panna-Sati
    • April 28, 2026 at 6:09 PM
    Quote from void

    Daraus folgt dann dann, das man erstmal das Leid, das das "Leid des anderen" in einem auslöst,annehmen können sollte um ihm dann geduldig und freundlich gegenüber treten zu können.

    :like:_()_

    DAS ist m.E. der springende Punkt, lieber void :

    Man kann - einerseits - Anderen nur hilfreich sein, wenn man sich nicht durch deren Leid mit hinunterziehen lässt (dann gibt es letztlich 2 Leidende, statt vormals einem), andererseits ist Mitgefühl ohne vorherige Empathie/Mitempfinden auch u.U. schwer vermittelbar und könnte z.B. "aufgesetzt", nicht authentisch, beim Gegenüber wirken...


    Nach der (möglichst kurzen) Empathie-Phase (in der man in das Leid des Anderen emotional "eintaucht", es mitempfindet), wird dem Mitgefühl Raum gegeben, also dem innigen Wunsch, dass der Leidende von seinem Leid befreit werden und (wieder) glücklich sein möge. Keinesfalls sollte man bei also bei der emotionalen Empathie stehenbleiben, wenn auch kognitive Empathie (das "Hineindenken" in den Anderen "Was denkt er/was braucht er - jetzt, in dieser Situation?") es erleichtern kann, den richtigen Weg zur unterstützenden Hilfe für den Anderen zu finden.

    (Hilfe zur Selbst-Hilfe stets präferieren, keine "Überfürsorge"...;))


    Im Buddhismus geht es um die Beendigung von Leiden durch Beendigung der Ursachen des Leide(n)s.

    Eine Haltung des Mitgefühls gegenüber allen leidenden Wesen zu kultivieren, ist nicht nur möglich, sondern auch Teil der buddhist. Praxis und kann verhindern, dass man in die "Mitleidsfalle" gerät und dadurch schlimmstenfalls das Leiden noch "multipliziert"....


    Noch ein Beispiel aus dem "wahren Leben":

    Meine Patentante, eine sehr engagierte Menschenfreundin und Christin, die sich großer allgemeiner Beliebtheit erfreute, erkrankte mit 54 Jahren an einem unheilbaren Pankreaskarzinom. Nachdem das bekannt wurde, schlug eine Welle des Mitleides über ihr zusammen - verzweifelte, traurige Menschen riefen bei ihr an, um sich nach ihr zu erkundigen, ihr "Mitgefühl" zum Ausdruck zu bringen und Besserungswünsche (halbherzig, wegen der infausten Prognose!) zu überbringen.

    Am Ende, so schilderte mir meine Cousine unter Tränen (der Fassungslosigkeit und der Verzweiflung), habe meine schwerkranke Tante dann ihrerseits noch die Anrufer trösten müssen..... (::cry:

    (Wobei es ja heißt "Trösten tröstet...", sie sich also womöglich damit auch ein bisschen selbst helfen konnte, aber zuletzt überanstrengte sie sich damit in jeder Beziehung...:()


    Alles Gute für dich, lieber Void, ich hoffe, es geht dir und dem/den Anderen bald besser! :sunny:


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Neu im Tempel - Hallo

    • Anna Panna-Sati
    • April 24, 2026 at 1:58 PM

    Hallo, liebes DollesLama :),

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Viel Freude und Erkenntnisgewinn beim Austausch im "Übungsfeld" Buddhaland...;)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Das Leid der Anderen

    • Anna Panna-Sati
    • April 24, 2026 at 1:36 PM
    Quote from void

    Aber wenn es Leuten um mich herum auf einmal ganz schlecht geht - wenn ihre Welt zusammenbricht - dann habe ich zunächst den Impuls für sie da zu sein und ihnen zu helfen, was nur bis zu einem gewissen Punkt geht

    Lieber void , diesen Impuls kann wohl jeder gut nachvollziehen - er gründet auf Empathie/Mit--und Nachempfinden des Leides ("Mitleid) und dem daraus spontan aktivierten Mitgefühl, also dem Wunsch, dass es dem Leidenden gut/besser gehen möge und er befreit sein solle vom Leiden.

    Quote from void

    Aber dann auszuhalten, dass ich Leute um mich zerbrechen und ich nichts tun kann. fällt mir schwer.

    Leute "um sich" zerbrechen zu sehen, tut umso mehr weh, je größer die Identifikation mit diesen Menschen ist und je mehr sich die eigene Hilflosigkeit zeigt, was besonders bei hohem Anspruch an sich selbst (und das "Helfer-Potenzial"...) zu eigenem Dukkha führt.


    Vor 2 Jahren "begleitete" ich eine Verwandte meines Mannes und Freundin während ihrer Krebserkrankung und fühlte mich häufig extrem ohnmächtig... Nur meine Freundin versicherte ein ums andere Mal, dass sie sich freue über mein Für-sie-da-Sein und sie es als hilfreich und unterstützend empfinde.

    Ich begriff, dass sie sehr viel Kraft hatte und die Krankheit eben auch diese Selbstheilungskräfte freisetzte...

    Quote from void

    Mir kommt es so vor als kommt da zu einem Mangel an Geduld noch etwas anderes dazu.

    JoJu91 brachte bereits das Vertrauen ins Spiel

    - Vertrauen in Kraft und Selbstheilungspotenziale des Anderen (und auch anderer Helfer)

    - Vertrauen in deine Kräfte und dein heilsames Mitgefühl


    Ich glaube, aufgrund meiner Erfahrungen, dass auch Demut - im Sinne der Erkenntnis der eigenen Grenzen einer Einflussnahme und der Akzeptanz der Unabänderlichkeiten -

    gefordert ist, welche sogenannten "Macher-Typen" naturgemäß schwerer fällt, als schneller Resignierenden/Akzeptierenden...


    Nicht zuletzt ist die Entwicklung von Gleichmut heilsam, der Liebende Güte und Mitgefühl unterstützt und stabilisiert.

    Quote from void

    Es ist mehr die Hilflosigkeit. Denn für mich selber kann ich ja z.B "Widriges annehmen". Für den anderen nicht

    "Widriges annehmen" heißt in diesem Fall, hier und jetzt deine Hilflosigkeit anzunehmen, denn das Leid Anderer (hilflos, machtlos) mitansehen zu müssen, erzeugt ja bei dir neues Dukkha und dieses Leid könnte sich - in irgendeiner Form - wiederum auch dem Anderen mitteilen und ihn womöglich (zusätzlich) belasten....


    Mir half und hilft es oft, mich gezielt innerlich zu distanzieren, wenn ich merke, dass zu großes Mitleid sich Bahn brechen, Verzweiflung hochkommen will - was ja alles unheilsame und Leid vermehrende Folgen hat.

    Dazu mache ich mir dann klar, dass es das Karma jener Person, jenes Wesens, ist, was sich gerade auswirkt (und karmische Resultate zu beseitigen liegt nicht in meiner Macht).

    Gelassen akzeptieren, was nicht zu ändern ist...:shrug:


    Man tut also, was man kann,

    - ohne zu starke Identifikation

    - ohne den Anspruch "heilen" zu können

    - durch Zuhören und für den Anderen da sein

    - durch Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Anderen und in das Leben überhaupt

    - durch Kultivieren von Demut (Bescheidenheit, Anerkennung eigener Grenzen) und Gleichmut


    Zum Schluss möchte ich noch eine Erfahrung schildern, die ich selbst letzten Sommer machte, als es mir ziemlich mies ging (also aus der Perspektive des/der Leidenden) und die veranschaulicht, wie schädlich "Mitleid" sein kann:


    Anfang letzten Jahres erhielt ich, mit 62 Jahren, die Diagnose einer schweren, unheilbaren Autoimmunerkrankung ("GPA") und wurde wochenlang im Krankenhaus immunsuppressiv behandelt (Cortison ohne Ende + Chemotherapie).

    Die Auswirkung: Ich überlebte :D, allerdings mit zunächst stark verändertem Körper, das Gesicht aufgedunsen vom Cortison, welches sehr langsam reduziert wurde.


    Drei Monate später besuchten mich meine Eltern und meine Brüder zu Hause. Ich musste - wegen Infektionsgefahr - eine FFP 2-Maske tragen, nahm diese aber auf Wunsch der Familie ganz kurz ab, als wir uns begrüßten....

    Das Gesicht meines 90-jährigen (!) Vaters, als er mich ansah, werde ich wohl nie wieder vergessen: Schmerzlich verzogen, mühsam Tränen unterdrückend, wandte er sich (wie angeekelt) von mir ab und stieß dabei halblaut - mehr zu sich selbst - hervor: "Sie ist ENTSTELLT!".


    Leider konnte ich nicht verhindern, dass sich bei mir in diesem Moment (lange ungeweinte) Tränen lösten, ja, genau, ich war ENTSTELLT! :sick:

    Diese "Hamsterbacken" hatte ich bis dato einfach hingenommen, sogar darüber gewitzelt - erst durch den Schmerz im Gesicht meines Vaters wurde mir so richtig bewusst, wie es auf Andere wirkte (und dass es mir wohl DOCH auch etwas wehtat)....

    Mein Bruder "rettete" mich, indem er mich spontan in den Arm nahm (Mitgefühl!), wodurch ich mich schnell wieder "fing" und (nicht ohne einen gewissen trotzigen Triumph!) sagte: "Aber ich LEBE noch!!!"


    Am Ende versuchte ich dann, meinen Vater zu trösten (:, der sichtlich litt - auch unter der Tatsache, dass ich einige Zeit einen Rollstuhl benötigte - es sei "furchtbar" für IHN, SEINE "Tochter im Rollstuhl zu sehen"...

    (Während ich den Rolli als nützliches Werkzeug betrachtete und dankbar war, damit auch in die Natur hinauszukommen.)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Was entsteht, vergeht.

    • Anna Panna-Sati
    • April 9, 2026 at 4:09 PM
    Quote from KarmaHausmeister

    Es stellt sich die Frage, ob man „Erwachen“ als Besitz denkt oder als Bewegung.

    Das ist interessant, lieber KarmaHausmeister , ich würde "Erwachen" irgendwo im Raum zwischen diesen Polen "verorten", denn selbst wenn ein Mensch eine Erkenntnis wirklich verinnerlichte/ "inneHAT", ist es fraglich, ob derjenige/diejenige diese Einsicht dann "besitzt".

    Eher erscheint es mir, dass die durchdrungene Erkenntnis nun diese Person "besitzt" und in der Folge gewissermaßen "steuert".


    Der Buddha war nach seinem Erwachen vom Leiden befreit, aber war er damit völlig frei in seinen Handlungen? Er konnte nach seinem Erwachen ja nicht mehr gierig, hassend oder verblendet sein und entsprechend "böse" handeln, oder....?:?

    Quote from KarmaHausmeister

    Erwachern ist nicht etwas, das man hat. Sondern etwas, das immer wieder geschieht.

    Der Stufenweg des Theravada-Buddhismus lehrt dies in ähnlicher Weise ebenfalls, allerdings erklimmt hier der Praktizierende quasi eine Leiter und ab einer Stufe - Sotapatti (Stromeintritt) - , dem Abwerfen dreier Fesseln, gibt es kein Zurückfallen mehr...


    Findet im säkularen Buddhismus auch ein stetes Fortschreiten statt oder sind Rückfälle und "Abstürze" bis hin zur Abwendung vom Heilsamen immer möglich?

    Quote from JoJu91

    Das Denken ist sehr beschränkt, manchmal sogar äusserst gefährlich.

    Viele Menschen verzweifeln an ihrem Denken, werden depressiv oder - zumindest in Gedanken - gewalttätig.

    Lieber JoJu91 , was hast du dir beim Schreiben dieser Sätze gedacht? ;)

    Ohne zu denken, würde ja quasi nur "automatisiert" geredet und gehandelt, Weiterentwicklung in jede Richtung, Lernen, Austausch, Forschung und Lehre, sind ohne (Nach-) Denken nicht möglich.


    Als unheilsam würde ich (zwanghaftes) andauerndes Grübeln, fruchtloses Gedankenkreisen und ständiges Springen von Gedanke zu Gedanke (Monkey Mind) betrachten, nicht aber analytisches und lösungsorientiertes Denken (insbesondere, wenn es durch Kontemplation ergänzt wird).


    Nicht zuletzt haben die anderen Bewusstseinsebenen, welche durch intensive Meditation (oder Drogen...) erreicht werden, auch ihre Risiken und Nebenwirkungen, z.B. Weltabgewandtheit - im negativen Sinne -, Abhängigkeit/Sucht (von bestimmten "Piti"-Zuständen), Depersonalisations-/Realisationssyndrom, Neurosen/Psychosen,...


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

  • Was entsteht, vergeht.

    • Anna Panna-Sati
    • April 7, 2026 at 8:54 PM
    Quote from ixi

    Was entsteht, vergeht.


    Alles Entstehende/Vergehende wird irgendwann gleich – nämlich vergangen, gelöscht, inexistent.


    Erwachen zielt auf die Zeit davor: Es ist ein Mittel zur Angstlösung bzw. Leidlinderung; es verhindert nicht Vergehen, Sterben, Tod, Inexistenz.

    Liebe(r) ixi , so ist es wohl.....ABER:

    Erwachen/Befreiung lindert ja die psychischen/geistigen Leiden, die das Vergehen/Sterben (inkl. des Wissens darum) mit sich bringt, erheblich und trägt (nicht nur) dadurch letztlich zu mehr (Lebens-) Freude und einem erfüllteren, glücklicheren Dasein bei.

    Schon die buddhist. Praxis bereichert per se ungemein das Leben und erleichtert das Ertragen unvermeidlichen Dukkhas.

    Quote from KarmaHausmeister

    Das Erwachen des Individuum bezieht sich auf die Zeit vor dem Vergehen, ja.

    Es geht um die Reduzierung/Aufhebung von dukkha in erwachten Momenten.

    Schließt der säkulare Buddhismus ein "Erwachen", resp. eine tiefgreifende transformierte Geisteshaltung, als "Dauerzustand" grundsätzlich aus?


    Konsequenterweise müsste dann dementsprechend auch das Erwachen/Nirvana als vergänglich betrachtet werden, u.a., weil lebensverändernde Erkenntnisse gleichfalls bedingt (z.B. durch säk. buddhist. Praxis) entstanden sind....?


    Geistige Zustände und Einsichten entstehen und vergehen demnach irgendwann, unter bestimmten Umständen, - so wie alles andere, was bedingt entstanden ist, auch.... :shrug:

    (Und dabei denke ich nicht nur an demenzielle Erkrankungen, die anscheinend auch vor klügsten Köpfen, sowie weit fortgeschrittenen Praktizierenden, nicht Halt machen...)


    Liebe Grüße, Anna _()_:heart::)

  • Lehren/Philosophien = Narrative

    • Anna Panna-Sati
    • March 22, 2026 at 1:39 PM
    Quote from Qualia

    Mit einer Grundstruktur kann man sich nicht identifizieren – sie ist immer das, was sie ist, Tatsache, nie dukkha, vielleicht leiden an etwas, ja, aber kein dukkha.

    Lieber Qualia , eine andere Sicht:

    Die Grundstruktur des Lebens ist ja bei allen Lebewesen (nicht nur biologisch-chemisch) gleich, insofern bestehen da schon Identifikationsmöglichkeiten, z.B. durch das

    (allerdings weltlich-konventionelle) Verständnis dessen, was alle Lebewesen verbindet und eint.

    Daraus kann ein Verbundenheitsgefühl ( sich als Teil dieses komplexen Systems, der Biosphäre, zu empfinden) hervorgehen, mit entsprechender Identifikation als "Nebenwirkung" und nachfolgend - fast zwangsläufig - Dukkha, z.B. durch Mitleid....


    "Leiden an etwas" ist m.E. auch Teil von "dukkha", nämlich "dukkha-dukkha", das "normale", unvermeidliche physische oder psychische Leid -> "Leid des Leidens", welches jedes Lebewesen vom Anfang bis zum Ende seines Daseins wiederholt erfährt.


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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