QuoteAchtsamkeit: Auf was?
Nach meinem Verständnis immer auf dasjenige, das achsam ist. Also Achtsamkeit gegenüber dem, was du genau jetzt wahrnimmst, erlebst bzw. bist.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wenn man den Aspekt des Sich-Erinnerns nicht ignoriert und bei der Übersetzung wegfallen lässt, wie ist dann smṛti zu verstehen? Ich denke, es ist das Sich-Erinnern an die Praxis, an die pāramitās und dann eben auch konkret an die dhyāna-pāramitā – die Vollkommenheit der Meditation (Sammlung/Konzentration, also śamatha-Praxis) – und die prajñā-pāramitā – die Vollkommenheit der Weisheit (buddhistische Einsicht, vipaśyanā-Praxis). Aber auch an śīla, dāna etc.
Meister Huang Po drückt es (in Geist des Zen, Kapitel 8 ) so aus:
QuoteDas, was du in jedem Augenblick vor die hast und bist, ist dieses Buddhawesen in seiner Vollkommenheit; es gibt nichts außer ihm. Selbst wenn du alle zehn Stufen einer Bodhisattva-Entwicklung, eine nach der anderen, durchschreiten würdest – sobald du endlich in einem blitzartigen Gedanken die vollkommene Verwirklichung erreichst, wirst du nur das Buddhawesen erfahren, das alle Zeit bei dir war. Auf allen vorherigen Stufen wirst du ihm nichts hinzugefügt haben und die Äonen des Ansammelns und Wirkens werden dir wie unwirkliche Traumhandlungen erscheinen. So sagt der Tathagata: „Durch die vollkommene unübertroffene Erleuchtung habe ich wahrlich nichts hinzugewonnen."
Huang Po