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  3. Allgemeines zum Buddhismus

Der vergleichende Geist: DÜNKEL (mana) und seine Auswirkungen...

  • Anna Panna-Sati
  • 24. Mai 2026 um 20:06
  • Zum letzten Beitrag
  • Anna Panna-Sati
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    • 24. Mai 2026 um 20:06
    • #1

    Hallo, ihr Lieben, :)


    außerhalb des Buddhismus wird Dünkel im Allgemeinen mit Arroganz, Stolz, Hochmut, Eitelkeit usw. gleichgesetzt und entsprechend geschmäht:

    Zitat

    Wie klein ist das, was einer ist, wenn man's mit seinem Dünkel misst. (Wilhelm Busch)

    Zitat

    Der Hochmut ist eine Art von Ehrbegierde, nachdem wir anderen Menschen ansinnen, sich selbst, in Vergleichung mit uns, gering zu schätzen.

    Der Hochmut verlangt von anderen eine Achtung, die er ihnen jedoch verweigert. (Immanuel Kant)


    Im Buddhismus bedeutet "Dünkel" zusätzlich die letzte Fessel - erst der Arahant ist davon befreit - und es werden 3 Arten des Dünkels unterschieden, wobei die tiefste Ebene der sogenannte "Ich-Dünkel" (asmimana) einnimmt, das grundlegende Gefühl "Ich bin." Es impliziert, ein unabhängiges Selbst, ein "Jemand" zu sein, der womöglich wichtig und bedeutsam ist.

    Zitat

    māna

    Dünkel, Stolz, Ansicht, Meinung, Einbildung,

    ist eine von den an den Kreislauf des Daseins kettenden 10 Fesseln (siehe samyojana). Er schwindet erst beim Eintritt in die Vollkommene Heiligkeit oder Arahatschaft.


    • den (Gleichheits-)Dünkel (māna): ,Ebenso bin ich'
    • den Minderwertigkeitsdünkel (omāna): ,Schlechter bin ich'
    • den Überlegenheitsdünkel (atimāna): ,Besser bin ich'

    Laut Buddhadharma ist also dieser "Ich-Wahn"/-Dünkel" die letzte Fessel, die sich erst beim vollständig Erleuchteten/Erwachten löst.

    Mithin sollte der "Übende auf dem Pfad" realistischerweise davon ausgehen, seehr lange - lebenslänglich damit zu tun zu haben....(Mit der Dünkelhaftigkeit der Anderen sowieso, aber das sollte uns weniger kümmern...;))


    Das Gegenteil von Dünkel:

    - (weltlich): Bescheidenheit, realistische Selbsteinschätzung, Demut

    - Im Buddhismus: Erkenntnis von Nicht-Selbst (Anatta) und Gleichmut (Upekkha) = frei von Vergleichen, Gier und Abneigung/Hass


    Möchte Auszüge zweier Suttas vorstellen, die das Thema behandeln:

    Zitat

    S.22.49. Sona I -- 7. Soṇa Sutta


    ....4.-8. "Wenn sich da, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gefühls - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Wahrnehmung - der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Gestaltungen - des vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Bewußtseins als besser betrachten, als gleichwertig betrachten, als geringer betrachten - was sollte dies anderes sein als ein Nichtverstehen der Wirklichkeit!


    9.-13. Wenn sich aber, o Sona, Asketen und Priester aufgrund der vergänglichen, leidvollen, wandelbaren Körperlichkeit - des ... Bewußtseins nicht als besser betrachten, nicht als gleichwertig betrachten, nicht als geringer betrachten: was sollte dies anderes sein als ein Verstehen der Wirklichkeit!

    Zitat

    A.VI.49 Wie edle Söhne ihre Heiligkeit kundtun - 7. Khema Sutta

    ...»Wer da, o Herr, ein Heiliger ist, ein Triebversiegter, der den Heiligen Wandel vollendet und sein Werk vollbracht, die Bürde abgelegt und die Daseinsfesseln gelöst hat, der durch das vollkommene (Heiligkeits-)Wissen befreit ist, einem solchen kommt nicht mehr der Gedanke:

    'Es gibt keinen, der besser ist als ich' oder 'Es gibt keinen, der mir ebenbürtig ist' oder 'Es gibt keinen, der geringer ist als ich.' Also sprach der ehrwürdige Sumana, und der Meister billigte es. Sehend, daß der Meister es billigte, erhob sich der ehrwürdige Sumana vom Sitze, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, und, ihm die Rechte zukehrend, entfernte er sich.


    Kurz nachdem aber der ehrwürdige Khema und der ehrwürdige Sumana gegangen waren, wandte sich der Erhabene an die Mönche: »Wahrlich, ihr Mönche, auf solche Weise tun edle Söhne ihr Heiligkeitswissen kund. Eben die Wahrheit wurde dargetan, ohne auf sich selber anzuspielen.

    Es gibt da aber einige Toren, die gleichsam prahlerisch Heiligkeitswissen vorgeben. Diese aber geraten später in Ungemach.«

    Zitat

    Nicht besser und nicht gleich,

    nicht schlechter auch sich haltend,

    so wandeln Heilige fesselfrei,

    für die Geburt versiegt, beendet ist

    vollendet heiligen Lebens Ziel.

    Alles anzeigen

    Tja, wenn ich diese alten Schriften so lese, wird ersichtlich, dass das Leid, das durch den Dünkel hervorgerufen wird, schwer zu beseitigen ist, weil sich der Dünkel so hartnäckig hält.....


    Da ich mich hauptsächlich mit "Minderwertigkeitsdünkel" ("Ich genüge nicht.") herumplag(t)e (kommt immer wieder mal hoch..), dachte ich, es wäre schon ein Fortschritt, sich "gleichwertig" zu fühlen. Psychologisch gesehen, mag das auch stimmen, aber von buddhistischer Warte aus, bedeutet das Eine, wie das Andere,

    unheilsame Fixierung auf das Ego, also Ich-Bezogenheit.


    Vergleiche führen fast immer - früher oder später - zu Leiden, man stellt z.B. Vergleiche an

    - mit anderen Menschen (Aussehen, Alter, Beliebtheit, Besitz, Bildungsgrad, usw.)

    - mit sich selbst (in früheren Zeiten...anicca-dukkha)

    - der heutigen mit anderen Zeiten


    - Ganz "schlimm" ;): "Spiritueller Dünkel" , meist ein Überheblichkeitsdünkel, der Vergleiche zwischen den Religionen, verschiedenen buddhist. Schulen und/oder den Übenden zieht...

    (Berührt besonders unangenehm, weil man ihn nicht erwartet hat.)

    Und dann dieser (ev. heimliche) Stolz aufs "Einfach sein", gerade mal im Zustand des reinen, absichtslosen Gewahrseins gewesen zu sein, völlig "ich-los" - toll! :angel:8) ;)


    Da tun sich eine Menge Fragen auf...:


    1. Wie gehe ich mit meiner Dünkelhaftigkeit um?

    2. Wie gehe ich mit der Dünkelhaftigkeit Anderer um?

    3. Wie hört man mit dem Vergleichen auf, in einer Welt, wo ständig verglichen, bewertet und be/verurteilt wird?

    ("Wettbewerbsgesellschaft")

    4. Wie kann man sich - trotz erkannter Dünkelhaftigkeit - noch selbst lieben? ....


    Klar ist, dass Achtsamkeit, Metta-Praxis und Entwicklung von (Selbst-) Mitgefühl hilfreich sind, aber es ist m.E. schwer, die Gewohnheit des Vergleichens abzulegen, wenn man von von klein auf, darauf geprägt und "gedrillt" wurde.

    (Meine Eltern zogen ständig Vergleiche und ich verglich mich schon recht früh mit meinen Eltern und befand, dass ich nicht so schön wie Mama und nicht so klug wie Papa war - und auch nie so werden würde! - Ja, ich war schon damals sehr ehrlich - auch mit mir selbst - huch, Dünkel! ;):erleichtert:)

    Zitat

    Sehr blind ist man, wenn man sich selbst nicht als voll von Dünkel, Ehrgeiz, Begierden, Schwäche, Elend und Ungerechtigkeit erkennt.

    Und wenn man, nachdem man dies erkannte, nicht wünscht, davon befreit zu werden. (Blaise Pascal)

    Klingt ja fast nach dem Buddha..?! :?


    Bitte habt Mut und schreibt etwas zum Thema - freue mich über jeden Beitrag! :)


    Liebe Grüße, Anna :)_()_:heart:


    PS: "Ergriffen sagt eine Ameise zur anderen: "Sieh nur diesen unendlichen Sternenhimmel. Man fühlt sich ganz klein und unbedeutend."":grinsen:

    (Aus diesem sehr empfehlenswerten Dharma-Vortrag zum Thema "Mana" von Fred von Allmen: https://www.fredvonallmen.ch/dmxDaten/Beleh…%20a-Balken.pdf)

    "...Dieser edle achtfache Pfad aber ist der zur Aufhebung des Leidens führende Weg..." (AN.VI.63)

    "In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist, mit dem Fluss des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig." (H.Hesse)

  • Qualia
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    21. Mai 1954 (72)
    • 24. Mai 2026 um 20:59
    • #2

    Dünkel (mana) ist so schwer zu packen, weil er schon im Kleinkind konstruiert wird, um mit anderen zu kommunizieren absolut notwendig.

    Wenn es eine Quelle gibt, ist es Ich.

    Ich ist nicht leer oder tot.

    Ich ist offen und frei,

    für sein ergreifen, festhalten, loslassen,

    für das ergriffen, festgehalten, verlassen werden.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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