1. Dashboard
  2. Forum
  3. Knowledge
  • Login
  • Register
  • Search
This Thread
  • Everywhere
  • This Thread
  • This Forum
  • Pages
  • Forum
  • Lexikon
  • Events
  • More Options
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhistische Schulen/Strömungen
  3. Säkularer/naturalistischer Buddhismus

Wie könnte ein westlicher Buddha aussehen?

  • KarmaHausmeister
  • November 25, 2022 at 12:09 PM
  • Go to last post
  • Bosluk
    Reactions Received
    376
    Points
    1,786
    Posts
    272
    Member since
    November 24, 2021
    • December 8, 2022 at 3:45 PM
    • #76
    Quote from Hendrik

    Die bud. Community sollte doch endlich aufhören, Nabelschau zu betreiben und stattdessen zu den Nöten der Menschen heute, jetzt und hier praktikable Antworten geben, statt Folklore zu feiern.

    Es findet ja bereits eine Transformation statt.

    Nicht nur innerhalb der thai. Waldtradition in Thailand selbst, sonders besonders hier im Westen.

    Das in England ansässige Amaravati Kloster der Waldtradition wird überwiegend von einer im Westen beheimateten Sangha geführt, die (in der aktuellen Generation) z.T. auch viel Zeit in Thailand gelebt habt. Doch mit dem Bekanntheitsgrad werden weitere Mönchsweihen aktueller und künftiger Generationen stattfinden von heimischen Leuten, die nie einen Schritt in die Kultur der Thailänder gemacht haben, wodurch es allmählich verblassen wird.

    Diese Transformation lässt sich gut an den Themen der Dhammatalks z.B. vom Amaravati ablesen, die kaum um Themen wie Wiedergeburten, Daseinsbereiche etc. handeln.

  • Maha
    Reactions Received
    545
    Points
    3,685
    Posts
    602
    Member since
    November 11, 2022
    Buddhist Tradition
    Interesse an tibetischem Buddhismus / bisher eher säkularer Hintergrund
    • December 8, 2022 at 4:08 PM
    • #77
    Quote from Ellviral

    Die Gemeinschaft bekam eine Hierarchie, die über und mit den Regeln herrschte, auch wenn sie der Lehre widersprachen.

    Ja, das gibt es bestimmt diesen Prozess von der charismatischen Verkündigung zur "Bürokratisierung".

    Quote from Ellviral

    Ich glaube eher, dass sie, nachdem der Buddha verstorben war, elitär wurde, so nach und nach.

    Ich zielte eher darauf, dass die meisten Wandermönche aus der Kaste der Brahmanen stammten oder Kinder reicher (adliger) Eltern waren. Der Buddha selbst ja auch.

    "Das Siegel der erreichten Freiheit: Sich nicht mehr vor sich selbst schämen."

    - Irvin Yalom, Und Nietzsche weinte

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation Thread Author
    Reactions Received
    2,069
    Points
    12,396
    Posts
    1,855
    Events
    2
    Member since
    May 16, 2022
    Buddhist Tradition
    säk. Buddhismus
    • December 8, 2022 at 4:13 PM
    • #78
    Quote from Thorsten Hallscheidt

    Das ist das Problem an der vorschnellen und pauschalen Kritik tradierter Formen der buddhistischen Praxis: Ihre wirkliche Funktion muss zunächst verstanden und tief begriffen werden, bevor man sie gleichwertig ersetzen kann.

    Das ist eine Argumentation, die man immer wieder hört und die ich unerhört finde. Es unterstellt einem modernen Buddhismus, dass er das Dharma schlicht nicht verstehe und deshalb nicht in der Lage sei, eine den bestehenden Traditionen gleichwertige Interpretation vorzulegen. Geht es noch arroganter?

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • xiaojinlong
    Reactions Received
    1,344
    Points
    8,869
    Posts
    1,459
    Member since
    September 15, 2017
    • December 8, 2022 at 4:26 PM
    • #79
    Quote from Hendrik

    Das ist eine Argumentation, die man immer wieder hört und die ich unerhört finde. Es unterstellt einem modernen Buddhismus, dass er das Dharma schlicht nicht verstehe und deshalb nicht in der Lage sei, eine den bestehenden Traditionen gleichwertige Interpretation vorzulegen. Geht es noch arroganter?

    Aber das hier ist kein Problem für dich?

    Quote from Hendrik

    Die bud. Community sollte doch endlich aufhören, Nabelschau zu betreiben und stattdessen zu den Nöten der Menschen heute, jetzt und hier praktikable Antworten geben, statt Folklore zu feiern.

    Und im verlinkten Artikel wird ohne groß etwas zu erklären gesagt, dass die ganze Symbolik weg kann - ist ja kein Problem weil sie nur Buddha auf etwas übermenschliches hebt was im "westlichen Buddhismus" keine Rolle spielt.

    _()_

    小金龍

  • Thorsten Hallscheidt
    Reactions Received
    4,222
    Points
    18,137
    Posts
    2,709
    Member since
    March 2, 2019
    • December 8, 2022 at 4:26 PM
    • #80
    Quote from Hendrik

    Es unterstellt einem modernen Buddhismus, dass er das Dharma schlicht nicht verstehe und deshalb nicht in der Lage sei, eine den bestehenden Traditionen gleichwertige Interpretation vorzulegen. Geht es noch arroganter?

    Das ist meine eigene Erfahrung. Ich habe sehr viele Dinge kritisiert, die ich nicht verstanden habe und habe sie schätzen gelernt, nachdem ich erfahren habe, wozu sie dienen. Und ja, klar geht es noch arroganter.

    ;)

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • KarmaHausmeister
    Globale Moderation Thread Author
    Reactions Received
    2,069
    Points
    12,396
    Posts
    1,855
    Events
    2
    Member since
    May 16, 2022
    Buddhist Tradition
    säk. Buddhismus
    • December 8, 2022 at 4:30 PM
    • #81
    Quote from mukti

    o wird der Buddhismus von einigen aufgenommen wie er in den jeweils buddhistisch geprägten Ländern überliefert ist, einige suchen nach dem Urbuddhismus, einige passen ihn an die Wissenschaft an, einigen geht es vorwiegend um das Studium oder um Meditation oder um Ethik, usw. So sieht der Buddhismus im Westen aus und wenn man sich Gedanken macht wie er sich weiter entwickeln könnte oder sollte, bevorzugt man natürlich die Entwicklung die man selber für die Beste hält. Aber welchen Einfluss man auf den Lauf der Dinge auch erlangen mag, alles was entstanden ist muss wieder vergehen, mit oder ohne Buddhismus.

    Wir sind uns doch einige, dass das Buddhadharma grundsätzlich zur Befreiung taugt, nicht wahr? Warum erleben dann andere Wege (Yoga, MBSR, Esoterik) eine Blüte, die zwar in gewissem Umfang auch Erleichterung verschaffen, aber nicht so wieder Buddhismus echte Befreiung? Weil die es besser machen! Nun will ich nicht unbedingt Strategien aus der Esoterik übernehmen aber schauen wir uns MBSR mal an. Was machen die anders und besser?

    MBSR hat es in die Mitte der Gesellschaft geschafft. Man muss heute niemandem mehr erklären, was das ist. Es dürften inzwischen Millionen Menschen geben, die heute MBSR praktizieren. Und wieviele Buddhisten gibt es im DACH-Raum? Etwa 1,6 Promille der Bevölkerung. Und das ist die sehr optimistische Schätzung der bud. Dachverbände. Die wirkliche Anzahl dürfte weit darunter liegen.

    Die bittere Wahrheit ist: Der Buddhismus im Westen agiert an den tatsächlichen Nöten und Bedürfnissen der Menschen völlig vorbei. Fragt man einen Buddhisten, was es mit Buddhismus auf sich hat, erhält man oft lange Fachvorträge. Man haut sich in Foren wie diesem rechthaberisch Pali- und Sanskrit-Begriffe um die Ohren und streitet sich auch noch, welche bud. Konfession über die wahre Lehre verfügt. Mancher verbringt Jahre damit, die vor zwei Jahrtausenden oder vor ein paar Jahrhunderten erdachten Systematisierung buddhistischer Weisheit zu verstehen. Hinzu kommt das äußerst komplizierte Geäst unterschiedlichster buddhistischer Traditionen. Das Ganze ist unübersichtlich, voller Folklore, und ein großer Teil der buddhistischen Angebote ist religiöser Natur und kulturfremd. Das erschwert Suchenden den Zugang enorm.

    MBSR benötigt dagegen lediglich eine Rosine, um einen Weg zu einer heilenden Methode zu zeigen: mit der sogenannten Rosinenübung, in der eine getrocknete Weinbeere mit allen Sinnen erforscht wird. Klingt merkwürdig, funktioniert aber trefflich. Und man hat sofort einen Zugang.

    Ich befürchte, der Buddhismus im Westen wird sich direkt von seiner derzeitigen Bedeutungslosigkeit in einen Sterbefall verwandeln, wenn er sich nicht konsequent modernisiert. Er muss die Nöte und Bedürfnisse der Menschen ernst nehmen und sich auf seinen Kern besinnen: Buddhismus ist ein Pfad zur Befreiung und keine religiöse Folkloregruppe zur scholastischen Selbstvergewisserung.

    "Es gibt nur eine falsche Sicht: Der Glaube, meine Sicht ist die einzig richtige."

    Nagarjuna / 塞翁失馬 – 焉知非福

  • dukkha
    Reactions Received
    434
    Points
    4,644
    Posts
    811
    Member since
    June 8, 2018
    • December 8, 2022 at 4:34 PM
    • #82

    Hat Buddha es eigentlich nicht abgelehnt Abbilder von ihm zu verbreiten?

    Habe ich irgendwo Mal gehört.

    denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht, drum besser wär's, dass nichts entstünde.

    (Goethes Faust)

  • Thorsten Hallscheidt
    Reactions Received
    4,222
    Points
    18,137
    Posts
    2,709
    Member since
    March 2, 2019
    • December 8, 2022 at 5:00 PM
    • #83

    In unserem bescheidenen Rahmen bieten wir Meditation an, die säkular ist. Buddhismus spielt nur am Rande eine Rolle. Bei Nachfrage empfehle, verschenke oder verleihe ich Bücher, die einen leichten Zugang ermöglichen – säkulare, buddhistische, christliche. Das machen viele Dojos so: Sie schaffen leichte Zugänge und halten die Türe offen für Menschen, die sich weitergehend interessieren.

    Dennoch gibt es eine riesige Schwelle: die allermeisten Leute haben große Probleme, regelmäßig eine halbe Stunde oder auch weniger in Stille zu sitzen. Buddhismus ist auf Praxis angewiesen, denn die Inhalte, die es zu verstehen gilt, sind nicht weiter kompliziert und sind in den vier edlen Wahrheiten gut zusammengefasst. Aber das Verständnis führt nicht weit, wenn es nicht durch regelmäßige Praxis im Alltag Wirklichkeit wird. Bei uns im Meditationsraum kann man im Liegen meditieren, auf einem Stuhl sitzend, jederzeit rausgehen, wenn es einem zu viel wird, man wird nicht mit Sujets aus "fremden" Kulturen belästigt. Die Widmung am Ende ist auf Deutsch und demokratisch abgestimmt. Die kurzen Texte beziehen sich auf sehr allgemeine und nachvollziehbare "Weisheiten" aus Buddhismus und Christentum. Das kommt ganz gut an. Und dennoch: eine regelmäßige Praxis ist für die meisten Besucher bei uns nicht vorstellbar. Das ist auch im MBSR nicht anders. MBSR als Programm ist natürlich relativ leicht zu absolvieren. Dennoch gibt es nur wenige, die nach noch einem halben Jahr eine regelmäßige Meditationspraxis in ihren Alltag integrieren wollen oder können. Die Befreiung von Dukkha – also das, was der Buddhismus im Kern leisten kann – ist nur für wenige Menschen überhaupt interessant. Dafür ist es für die Menschen in den Industrienationen einfach auch zu leicht, lange mit dem "Leid des Wandels" eine Erfahrung von Glück zu erzeugen. Meine Erfahrung ist: Buddhismus fordert – selbst in seiner säkularsten Variante – Konsequenzen, die das herrschende Weltbild und die zugrunde liegenden Glücksvorstellungen ernsthaft hinterfragen müssen. Das möchte aber kaum jemand. Die aber, die echte Befreiung wollen, die Dukkha wirklich überwinden wollen, sind mit den traditionellen Wegen sehr gut beraten. Für die anderen muss es ja vielleicht nicht unbedingt Buddhismus sein. MBSR mag da doch vollkommen ausreichen oder der Yogakurs zweimal in der Woche. Warum sollten wir Menschen den Buddhismus aufschwatzen wollen, für die Dukkha kein echtes Problem darstellt, und die eher ihre Lebensziele und "normales" Glück erreichen wollen (was nebenbei bemerkt völlig legitim ist)?

    Das ist denn doch nur der Abendwind, der heute mit ordentlich verständlichen Worten flüstert.

  • mukti
    Reactions Received
    6,590
    Points
    71,530
    Posts
    12,850
    Blog Articles
    19
    Member since
    September 16, 2010
    • December 8, 2022 at 5:35 PM
    • #84
    Quote from Hendrik

    Wir sind uns doch einige, dass das Buddhadharma grundsätzlich zur Befreiung taugt, nicht wahr? Warum erleben dann andere Wege (Yoga, MBSR, Esoterik) eine Blüte, die zwar in gewissem Umfang auch Erleichterung verschaffen, aber nicht so wieder Buddhismus echte Befreiung?

    Weil viel mehr Menschen nach Erleichterung suchen und nicht nach Befreiung. Der Weg zur vollkommenen Befreiung stellt so hohe Anforderungen an den Menschen dass ihn nur wenige konsequent gehen wollen oder können. Die meisten buddhistisch Praktizierenden geben sich ebenfalls mit Erleichterung zufrieden und strengen sich kaum mehr an als diejenigen die Yoga, MBSR oder Esoterik praktizieren.

    Quote from Hendrik

    Die bittere Wahrheit ist: Der Buddhismus im Westen agiert an den tatsächlichen Nöten und Bedürfnissen der Menschen völlig vorbei. Fragt man einen Buddhisten, was es mit Buddhismus auf sich hat, erhält man oft lange Fachvorträge. Man haut sich in Foren wie diesem rechthaberisch Pali- und Sanskrit-Begriffe um die Ohren und streitet sich auch noch, welche bud. Konfession über die wahre Lehre verfügt. Mancher verbringt Jahre damit, die vor zwei Jahrtausenden oder vor ein paar Jahrhunderten erdachten Systematisierung buddhistischer Weisheit zu verstehen. Hinzu kommt das äußerst komplizierte Geäst unterschiedlichster buddhistischer Traditionen. Das Ganze ist unübersichtlich, voller Folklore, und ein großer Teil der buddhistischen Angebote ist religiöser Natur und kulturfremd. Das erschwert Suchenden den Zugang enorm.

    MBSR benötigt dagegen lediglich eine Rosine, um einen Weg zu einer heilenden Methode zu zeigen: mit der sogenannten Rosinenübung, in der eine getrocknete Weinbeere mit allen Sinnen erforscht wird. Klingt merkwürdig, funktioniert aber trefflich. Und man hat sofort einen Zugang.

    Sicher werden sich mehr Menschen einem vereinfachten Buddhismus zuwenden um eine Erleichterung zu erfahren die andere auf anderen Wegen erfahren. Wer aber wirklich Befreiung will muss sich nicht mit Konfessionen streiten oder die unterschiedlichen buddhistischen Traditionen studieren, einige wesentliche Wahrheiten und Kenntnisse über den achtfachen Pfad genügen. Aber diesen Pfad auch wirklich mit aller Ernsthaftigkeit zu gehen, das ist die Schwierigkeit.

    Mit Metta, mukti.


  • Noreply
    Reactions Received
    5,400
    Points
    81,758
    Posts
    15,201
    Member since
    June 24, 2011
    • December 8, 2022 at 5:41 PM
    • #85
    Quote from Mabli
    Quote from Ellviral

    Die Gemeinschaft bekam eine Hierarchie, die über und mit den Regeln herrschte, auch wenn sie der Lehre widersprachen.

    Ja, das gibt es bestimmt diesen Prozess von der charismatischen Verkündigung zur „Bürokratisierung".

    Quote from Ellviral

    Ich glaube eher, dass sie, nachdem der Buddha verstorben war, elitär wurde, so nach und nach.

    Ich zielte eher darauf, dass die meisten Wandermönche aus der Kaste der Brahmanen stammten oder Kinder reicher (adliger) Eltern waren. Der Buddha selbst ja auch.

    Das hab ich hier auch schon mal geschrieben: Bei den Reden Buddhas tauchen nie die auf, die für die Hausväter oder Führenden arbeiten müssen. Sklaven, Leibeigene, Unberührbare kamen an Buddha nicht ran. Die wussten auch, dass sie es nicht wagen durften, den Erleuchteten anzusprechen. Außerdem hätte er ihnen mit seinen Theorien ohnehin nicht bei ihrem Leiden durch Stand und Arbeit helfen können. Nur für einige heutig lebende Menschen sprach er zu allen Menschen. Das sind im Vergleich zu denen, die auch heute noch nicht von Buddha geholfen werden können, eine echte Minderheit.

    „Wie sollte ein westlicher Buddha aussehen?“ sicher nicht, wie ihn sich die auf Kosten der meisten Menschen in Luxus Lebenden vorstellen.

  • GKH
    Reactions Received
    1,529
    Points
    7,449
    Posts
    1,153
    Member since
    May 30, 2022
    • December 8, 2022 at 5:52 PM
    • #86
    Quote from Hendrik

    Warum erleben dann andere Wege (Yoga, MBSR, Esoterik) eine Blüte, die zwar in gewissem Umfang auch Erleichterung verschaffen, aber nicht so wieder Buddhismus echte Befreiung? Weil die es besser machen!

    Es gibt Menschen, die die durch die Erleichterung frei gewordene Kraft für Fürsorgearbeit für andere nutzen. Warum sollte man sich mit der kleinen Erleichterung zufrieden geben?

  • void
    Globale Moderation
    Reactions Received
    7,477
    Points
    60,680
    Posts
    10,524
    Member since
    August 6, 2009
    Buddhist Tradition
    Zen
    • December 8, 2022 at 6:05 PM
    • #87
    Quote from Thorsten Hallscheidt

    Meine Erfahrung ist: Buddhismus fordert – selbst in seiner säkularsten Variante – Konsequenzen, die das herrschende Weltbild und die zugrunde liegenden Glücksvorstellungen ernsthaft hinterfragen müssen.

    Genau. Während die Transzendenz des Natürlichen hin zum Übernatürlichen verzichtbar ist, es also auch einen naturalistischen Buddhismus geben kann, gehört die

    Überwindung von Dukkha - zum Kern.

    Und sowohl in einem säkularen als auch in einem nicht säkukaren Buddhismus gibt es eine Gefahr der "Verweltlichung". Die im traditionellen Buddhismus natürlich perfekt mit allen möglichen übersinnlichen Vorstellungen verbunden sein kann.

    Aber eben in einem modernen Buddhismus wäre eine Verweltlichung, wenn man sich auf sekundäre Ziele ( Geistesfrieden) beschränkt und dabei kommodifiziert.

    Das übersinnliche kann im buddhistischen Sinne weltlich sein und etwas was ganz nüchtern und naturalistisch beschrieben werden kann ( die Aufhebung von Gier und Hass ) ist es nicht. Das heißt es braucht auch im säkukaren Buddhismus einen Begriff von "Verweltlichung".

    Dieser ist aber schwerer zu formulieren, weil man sich nicht an den üblichen Gegensätzen Überweltlich/Weltlich , Übermenschlich/Menschlich, Sakral/Profan entlanghangeln kann.

  • Sudhana
    Reactions Received
    3,186
    Points
    20,904
    Posts
    3,518
    Member since
    October 15, 2014
    • December 8, 2022 at 6:26 PM
    • #88
    Quote from dukkha

    Hat Buddha es eigentlich nicht abgelehnt Abbilder von ihm zu verbreiten?

    Habe ich irgendwo Mal gehört.

    Ich glaube, Du verwechselst Buddha mit Mohammed ;). Richtig ist, dass es in den ersten Jahrhunderten des Buddhismus keine Darstellungen gab und die ersten Darstellungen nur symbolisch waren (etwa ein Fußabdruck). Hat aber mit einem Bilderverbot nichts zu tun.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • dukkha
    Reactions Received
    434
    Points
    4,644
    Posts
    811
    Member since
    June 8, 2018
    • December 8, 2022 at 6:37 PM
    • #89
    Quote from Sudhana
    Quote from dukkha

    Hat Buddha es eigentlich nicht abgelehnt Abbilder von ihm zu verbreiten?

    Habe ich irgendwo Mal gehört.

    Ich glaube, Du verwechselst Buddha mit Mohammed ;). Richtig ist, dass es in den ersten Jahrhunderten des Buddhismus keine Darstellungen gab und die ersten Darstellungen nur symbolisch waren (etwa ein Fußabdruck). Hat aber mit einem Bilderverbot nichts zu tun.

    Nein, ich weiß nicht mehr, wo ich das aufgeschnappt habe, aber es ging um Buddha

    denn alles, was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht, drum besser wär's, dass nichts entstünde.

    (Goethes Faust)

  • TinyNight13076
    Guest
    • December 8, 2022 at 6:51 PM
    • #90
    Quote from Ellviral
    Quote from Mabli
    Quote from Ellviral
    Quote from Ellviral

    Das hab ich hier auch schon mal geschrieben: Bei den Reden Buddhas tauchen nie die auf, die für die Hausväter oder Führenden arbeiten müssen. Sklaven, Leibeigene, Unberührbare kamen an Buddha nicht ran. Die wussten auch, dass sie es nicht wagen durften, den Erleuchteten anzusprechen. Außerdem hätte er ihnen mit seinen Theorien ohnehin nicht bei ihrem Leiden durch Stand und Arbeit helfen können.

    Sunita - Wikipedia

    Die anderen Namen muss ich noch recherchieren.

    Während sich die unberührbaren im Hinduismus mit ihrem Schicksal abfinden mussten, hat er es nicht akzeptiert.

    Dieser Beitrag von dir ist nicht korrekt.

    🙏

  • pano
    Reactions Received
    1,716
    Points
    8,226
    Posts
    1,240
    Blog Articles
    2
    Member since
    December 4, 2022
    • December 8, 2022 at 6:52 PM
    • #91

    Ich glaube der Fachbegriff für die kulturell-adaptierte Darstellung heiliger Personen ist Ikonographie. Weder Ikonographie noch Symbolik in der Ikonographie ist dem Westen fremd (siehe katholische Ikonen oder im Protestantismus nicht-persönliche ikonographie, etwa der Fisch, etc.). Die logische Konsequenz ist eigentlich dass bei der "adaption" des Buddha in den Westen ggf. ein paar Attribute vergessen werden, die Darstellung moderat an kulturelle Erwartungen angepasst wird (vielleicht eine etwas anders geschnittene Robe oder stattdessen ein lockeres Hemd, etc) und nach einigen Jahrzehnten des 'fehlerhaften' kopierens bilden sich dann ein paar neue Regeln heraus. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass der Buddhismus es schafft als tradierte Gemeinschaft im Westen durchzuhalten, also dass über mehrere Generationen buddhistischer Glaube weitergegeben wird und so Traditionen geschaffen werden.

  • Sudhana
    Reactions Received
    3,186
    Points
    20,904
    Posts
    3,518
    Member since
    October 15, 2014
    • December 8, 2022 at 6:57 PM
    • #92
    Quote from Hendrik

    Warum erleben dann andere Wege (Yoga, MBSR, Esoterik) eine Blüte, die zwar in gewissem Umfang auch Erleichterung verschaffen, aber nicht so wieder Buddhismus echte Befreiung? Weil die es besser machen!

    Bei dieser Schlußfolgerung möchte ich dann doch gelinde Zweifel anmelden. Dass da etwas "besser" gemacht wird, obwohl diese Wege keine "echte Befreiung" bieten, kann sich ja wohl nur auf die Vermarktung beziehen. Stellt sich die Frage, ob die Vermarktung / Propagierung tatsächlich das Problem ist.

    Was wir da erleben, diesen Mix aus mehr und weniger seriösen 'Lebenshilfe-Angeboten' mit spiritueller Anmutung, entspricht ziemlich gut dem, was in den asiatischen Ländern mit ihrer langen Inkulturationsgeschichte die dortigen 'buddhistischen' Volksreligionen sind. Da wurden und werden nicht nur ältere religiöse Substrate transformiert und integriert (etwa der Kult der Nats in Myanmar oder Bön in Tibet); es wird auch mit Ideen nichtbuddhistischer Herkunft (etwa daoistischer und konfuzianischer im chinesisch geprägten Kulturkreis) recht unbekümmert Eklektizismus getrieben. Der Wellness-Buddhismus ist die buddhistische Volksreligion des Westens - das ist unsere 'buddhistische Folklore'.

    Mit "besser machen" hat deren vergleichsweiser Erfolg jedoch nichts zu tun, sondern mit unterschiedlichen Ansprüchen - nach denen richten sich die Angebote. An der Befreiung, wie sie Buddha lehrte, an dieser Art "Folklore", war immer nur eine Minderheit ernsthaft interessiert. Daran lässt sich auch mit 'zeitgemäßen' Marketing-Methoden nichts ändern.

    OM MONEY PAYME HUNG

  • Himmelsbaum
    Guest
    • December 8, 2022 at 7:11 PM
    • #93
    Quote from dukkha

    Hat Buddha es eigentlich nicht abgelehnt Abbilder von ihm zu verbreiten?

    Habe ich irgendwo Mal gehört.

    Nach dem Theravada wurde die erste Buddhastatue bereits zu Buddhas Lebzeiten angefertigt. Wie aus dem Gesicht geschnitten und aus dem Herzen gehobelt. Als der Buddha sie betrachtete, stieg die Statue von Ehrfurcht erfüllt von ihrem Platz und verneigte sich.

  • Noreply
    Reactions Received
    5,400
    Points
    81,758
    Posts
    15,201
    Member since
    June 24, 2011
    • December 8, 2022 at 7:13 PM
    • #94
    Quote from Martinistweg
    Quote from Ellviral
    Quote from Mabli

    Das hab ich hier auch schon mal geschrieben: Bei den Reden Buddhas tauchen nie die auf, die für die Hausväter oder Führenden arbeiten müssen. Sklaven, Leibeigene, Unberührbare kamen an Buddha nicht ran. Die wussten auch, dass sie es nicht wagen durften, den Erleuchteten anzusprechen. Außerdem hätte er ihnen mit seinen Theorien ohnehin nicht bei ihrem Leiden durch Stand und Arbeit helfen können.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Sunita

    Die anderen Namen muss ich noch recherchieren.

    Während sich die unberührbaren im Hinduismus mit ihrem Schicksal abfinden mussten, hat er es nicht akzeptiert.

    Dieser Beitrag von dir ist nicht korrekt.

    🙏

    Display More

    Das weiß ich, dass er nicht korrekt ist, aber hier gibt es ja genug wissende, die ihn korrekt machen können.

  • mukti
    Reactions Received
    6,590
    Points
    71,530
    Posts
    12,850
    Blog Articles
    19
    Member since
    September 16, 2010
    • December 8, 2022 at 7:52 PM
    • #95
    Quote from Himmelsbaum

    Nach dem Theravada wurde die erste Buddhastatue bereits zu Buddhas Lebzeiten angefertigt. Wie aus dem Gesicht geschnitten und aus dem Herzen gehobelt. Als der Buddha sie betrachtete, stieg die Statue von Ehrfurcht erfüllt von ihrem Platz und verneigte sich.

    Die Geschichte kenne ich nicht, würde mich freuen wenn du eine Quelle angeben könntest.

    Mit Metta, mukti.


  • 123XYZ
    Guest
    • December 8, 2022 at 7:58 PM
    • #96
    Quote from Sudhana

    Was wir da erleben, diesen Mix aus mehr und weniger seriösen 'Lebenshilfe-Angeboten' mit spiritueller Anmutung, entspricht ziemlich gut dem, was in den asiatischen Ländern mit ihrer langen Inkulturationsgeschichte die dortigen 'buddhistischen' Volksreligionen sind. Da wurden und werden nicht nur ältere religiöse Substrate transformiert und integriert (etwa der Kult der Nats in Myanmar oder Bön in Tibet); es wird auch mit Ideen nichtbuddhistischer Herkunft (etwa daoistischer und konfuzianischer im chinesisch geprägten Kulturkreis) recht unbekümmert Eklektizismus getrieben.

    Mit dieser weit verbreiteten Behauptung einer Zufügung nicht-buddhistischer Inhalte in Südostasien wurde mittlerweile in der Forschung aufgeräumt


    Quote

    "I consciously avoid using terms like "accommodaion" or "pre-Buddhist" or "preexisting cultural belief". When Buddhism was brought to Southeast Asia, it was not corrupted by local beliefs in ghosts, spirits, and ancestors. Indeed, there is ample textual and art historical evidence that ancestor and animistic spirit worship was part of early Buddhism in India, as well as in Burma and Sri Lanka."

    "Ich vermeide bewusst Begriffe wie "Akkomodation" oder "vorbuddhistisch" oder "vorbestehender kultureller Glaube". Als der Buddhismus nach Südostasien gebracht wurde, wurde er nicht durch den lokalen Glauben an Geister, Gespenster und Ahnen korrumpiert. In der Tat gibt es zahlreiche textliche und kunsthistorische Belege dafür, dass die Verehrung von Ahnen und animistischen Geistern Teil des frühen Buddhismus in Indien sowie in Birma und Sri Lanka war."

    Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

    (Quelle: Mc Daniel, Justin Thomas „The lovelorn ghost and the magical monk“ Seite 16)

  • TinyNight13076
    Guest
    • December 8, 2022 at 8:26 PM
    • #97
    Quote from Ellviral
    Quote from Martinistweg
    Quote from Ellviral

    Das hab ich hier auch schon mal geschrieben: Bei den Reden Buddhas tauchen nie die auf, die für die Hausväter oder Führenden arbeiten müssen. Sklaven, Leibeigene, Unberührbare kamen an Buddha nicht ran. Die wussten auch, dass sie es nicht wagen durften, den Erleuchteten anzusprechen. Außerdem hätte er ihnen mit seinen Theorien ohnehin nicht bei ihrem Leiden durch Stand und Arbeit helfen können.

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Sunita

    Die anderen Namen muss ich noch recherchieren.

    Während sich die unberührbaren im Hinduismus mit ihrem Schicksal abfinden mussten, hat er es nicht akzeptiert.

    Dieser Beitrag von dir ist nicht korrekt.

    🙏

    Display More

    Das weiß ich, dass er nicht korrekt ist.

    Display More

    OK.

    🙏

  • Himmelsbaum
    Guest
    • December 8, 2022 at 8:55 PM
    • #98
    Quote from mukti
    Quote from Himmelsbaum

    Nach dem Theravada wurde die erste Buddhastatue bereits zu Buddhas Lebzeiten angefertigt. Wie aus dem Gesicht geschnitten und aus dem Herzen gehobelt. Als der Buddha sie betrachtete, stieg die Statue von Ehrfurcht erfüllt von ihrem Platz und verneigte sich.

    Die Geschichte kenne ich nicht, würde mich freuen wenn du eine Quelle angeben könntest.

    Die Geschichte findet sich u.a. im Kosalabimbavannanā. Übers Wochenende schreibe ich etwas mehr dazu im Thera-Bereich.

  • 123XYZ
    Guest
    • December 8, 2022 at 8:56 PM
    • #99
    Quote from Hendrik

    Warum erleben dann andere Wege (Yoga, MBSR, Esoterik) eine Blüte, die zwar in gewissem Umfang auch Erleichterung verschaffen, aber nicht so wieder Buddhismus echte Befreiung? Weil die es besser machen! Nun will ich nicht unbedingt Strategien aus der Esoterik übernehmen aber schauen wir uns MBSR mal an. Was machen die anders und besser?

    MBSR hat es in die Mitte der Gesellschaft geschafft. Man muss heute niemandem mehr erklären, was das ist. Es dürften inzwischen Millionen Menschen geben, die heute MBSR praktizieren. Und wieviele Buddhisten gibt es im DACH-Raum? Etwa 1,6 Promille der Bevölkerung. Und das ist die sehr optimistische Schätzung der bud. Dachverbände. Die wirkliche Anzahl dürfte weit darunter liegen.

    Die bittere Wahrheit ist: Der Buddhismus im Westen agiert an den tatsächlichen Nöten und Bedürfnissen der Menschen völlig vorbei.

    Mitgliederzuwachs in unserer Gesellschaft heißt nicht das das Angebot besser ist. Die Masse ist ohne geistige Tiefe und fühlt sich von einfachen sinnes- und triebbefriedigenden, leicht konsumierbaren oberflächlichen und geistlosen Angeboten angezogen. Sie werden von den Geistesgiften und Trieben geleitet. Gute Inhalte lassen sich oftmals im Abseits finden. Das sieht man zB in Radio, Film, Musik, Literatur


    Das der authentische Buddha-Dhamma in der Mitte der Gesellschaft immer weniger ankommen kann ist eine Folge des in den buddhistischen Schriften beschriebenen Verfalles der sich immer weiter bemerkbar macht.. die Menschen stellen nicht mehr die richtigen Fragen, sie sehen die Kernproblematik des Daseins nicht mehr und verorten ihre Probleme dort wo sie unsere Massenmedien und Konsumgesellschaft ihnen einsuggeriert ("tatsächliche Nöte und Bedürfnisse der Menschen").

    Ich für meinen Teil kenne MBSR nicht außer vielleicht mal als Erwähnung in einer Diskussion wie dieser vielleicht. Es interessiert mich auch nicht.

    Ich interessiere mich in der Hauptsache für die authentische, ungeschnittene, unreformierte und unmodernisierte thailändische Tradition des Theravada sowie der anderen Theravada-Länder und darüber hinaus auch aller buddhistischen Länder. Diese Traditionen sind auch fester Bestandteil unserer Gesellschaft geworden, da es vielerorts Vereine gibt in denen Migranten und hierzulande geborene Praktizierende den Dhamma studieren und meditieren. Und diese Menschen - zu denen ich mich auch zähle - gehören doch auch zum "westlichen Buddhismus" dazu, oder?

  • mukti
    Reactions Received
    6,590
    Points
    71,530
    Posts
    12,850
    Blog Articles
    19
    Member since
    September 16, 2010
    • December 9, 2022 at 12:24 AM
    • #100
    Quote from Himmelsbaum
    Quote from mukti
    Quote from Himmelsbaum

    Nach dem Theravada wurde die erste Buddhastatue bereits zu Buddhas Lebzeiten angefertigt. Wie aus dem Gesicht geschnitten und aus dem Herzen gehobelt. Als der Buddha sie betrachtete, stieg die Statue von Ehrfurcht erfüllt von ihrem Platz und verneigte sich.

    Die Geschichte kenne ich nicht, würde mich freuen wenn du eine Quelle angeben könntest.

    Die Geschichte findet sich u.a. im Kosalabimbavannanā. Übers Wochenende schreibe ich etwas mehr dazu im Thera-Bereich.

    Interessant, das dürfte zur Kommentarliteratur gehören. Hab mal das dazu gefunden:

    Quote

    A book containing an account of an image built by Pasenadi, king of Kosala, and of the merit of building images. The work was probably written about the thirteenth or fourteenth century. Quotations from it are given in the Saddhammasangaha.

    (Wisdom Library)

    Mit Metta, mukti.


Ausgabe №. 134: „Keine Angst vor der Angst"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Terms Of Use
Powered by WoltLab Suite™ 6.1.15
Buddhaland Forum in the WSC-Connect App on Google Play
Buddhaland Forum in the WSC-Connect App on the App Store
Download