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Gott oder nicht

  • antelatis
  • 1. Oktober 2019 um 16:46
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1. offizieller Beitrag
  • antelatis
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    • 1. Oktober 2019 um 16:46
    • #1

    Es ist doch so, dass man im Buddhismus nicht weiß, ob die irdische Welt und das Nirvana natürlichen Ursprungs sind oder von einem Gott mit einem konkreten Plan geschaffen wurden, oder? Beides könnte möglich sein und weil man es nicht weiß, spekuliert man auch nicht weiter darüber, habe ich das richtig verstanden?

    Was mich jetzt interessieren würde, haben denn die Erleuchteten eine Ahnung davon, was jetzt genau dahinter steckt? Scheinbar ja nicht, denn sonst hätten sie es dem Rest der Welt ja mitgeteilt. Wie kann man es erklären, dass die Erleuchteten, die ja die Wahrheit gefunden haben, die ganze entscheidende Wahrheit nun doch nicht kennen?

  • void
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    • 1. Oktober 2019 um 17:01
    • Offizieller Beitrag
    • #2

    Der Buddhismus beschäftigt sich mit dem Leid und der Überwindung des Leides. Das ist die entscheidende Wahrheit.

    Während es so gesehen wird, dass die Frage nach der Schöpfung der Welt ethisch irrelevant ist.

    Die drei Glaubensstandpunkte - 1. Titthāyatanādi Sutta:

    Jene Asketen und Priester nun, die da behaupten und der Ansicht sind, daß alles bedingt sei durch Gottes Schöpfung, die habe ich aufgesucht und also gefragt:

    »Ist es wahr, Verehrte, daß ihr, wie es heißt, behauptet und der Ansicht seid: was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe, daß dies alles bedingt ist durch Gottes Schöpfung?« Also von mir befragt, stimmten jene mit »Ja« bei. Ich aber sprach zu ihnen: »Demnach also, Verehrte, würden die Menschen infolge von Gottes Schöpfung zu Mördern, Dieben, Unkeuschen, Lügnern, Zuträgern, Schimpfbolden, Schwätzern, Habgierigen, Gehässigen und Irrgläubigen!« Wahrlich, ihr Mönche, denjenigen, die sich auf Gottes Schöpfung als das Entscheidende berufen, fehlt es an Willensantrieb und Tatkraft und [an einem Anlaß], dieses zu tun oder jenes zu lassen. Weil sich nun aber hieraus wirklich und gewiß keine Notwendigkeit ergibt für ein [bestimmtes] Tun oder Lassen, so verdienen solche geistig Unklare und unbeherrscht Lebende nicht die Bezeichnung als Asketen. Dies ist mein zweiter begründeter Vorwurf gegen jene Asketen und Priester, die solches behaupten, solcher Ansicht sind.

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  • Martin1980
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    • 1. Oktober 2019 um 17:32
    • #3

    Ein paar Milliarden Menschen haben vor uns über dieses Thema diskutiert, ein paar Milliarden werden nach uns, auch darüber diskutieren. Selbst hier im forum gibt es verschiedene Traditionen und Sichtweisen. Die Götter im Buddhismus haben relativ wenig zu tun mit Allah, Gott usw.

    Als ehemaliger gläubiger Christ sehe ich die Sache so : in der Meditation und außerhalb habe ich nichts entdeckt, dass nicht vergänglich wäre.

    In der Meditation habe ich entdeckt, dass ich nur eine Manifestation bin, zusammengesetzt aus leeren Dingen. Wenn da kein Ich ist, ist da kein Schöpfer.

    Ab der Einsicht war ich kein Gläubiger Christ mehr.

    Anders als in anderen Religionen, muss ich im Buddhismus nicht auf den Tod warten, um zu sehen was dann kommt, oder nicht.

    Da ist Leiden, da ist Vergänglichkeit, da ist kein unabhängiges Selbst.

    Ich möchte und kann niemandem seinen Glauben nehmen, denn es steckt viel heilsames und Trost im Glauben.

    Aber wenn es jemand genauer wissen möchte, den verweise ich auf die immer noch gültige Einladung, die der Buddha vor ca 2600 Jahren ausgesprochen hat. Komm und sieh selbst.

    Erleuchtung vereinfacht ausgedrückt, bedeutet nur, dass da niemand ist, der geboren wird und stirbt.

    Manche Mystiker sehen Gott als urgrund, wie Wasser das verschiedene Formen annimmt.

    Wenn samadhi stark ist, nimmt man die Welt oft als eine Einheit wahr. Eine Einheit aus der alle Formen entstehen, die wir wahrnehmen.

    Aber wenn man diese Basis, diesen urgrund genauer betrachtet, wird man erkennen, dass alles ohne einem unabhängigen Selbst ist.

    Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, sondern wie wir sie haben wollen.

    Es tröstet uns vielleicht, wenn wir daran glauben, dass Gott alles regelt, und wir unsere lieben wiedersehen.

    Aber der buddhismus hat mir anders geholfen. Er hat mir gezeigt, dass niemand geboren wurde und niemand sterben kann.

    Viel Erfolg beim erforschen!

  • Alephant
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    • 1. Oktober 2019 um 19:03
    • #4
    antelatis:

    Wie kann man es erklären, dass die Erleuchteten, die ja die Wahrheit gefunden haben, die ganze entscheidende Wahrheit nun doch nicht kennen?

    Man kann das so erklären, dass du nicht findest, dass der Buddha die ganze entscheidende Wahrheit offengelegt hat.

    antelatis:

    Es ist doch so, dass man im Buddhismus nicht weiß, ob die irdische Welt und das Nirvana natürlichen Ursprungs sind oder von einem Gott mit einem konkreten Plan geschaffen wurden, oder? Beides könnte möglich sein und weil man es nicht weiß, spekuliert man auch nicht weiter darüber, habe ich das richtig verstanden?

    Frage dich einmal, was ein natürlicher Ursprung sein soll. Es geht für mein Verständnis aus den Lehrreden hervor, dass es nichts (ausser Nibbana) gibt, was unerschaffen ist.

  • Sisyphos
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    • 1. Oktober 2019 um 22:31
    • #5
    Martin1980:

    Ich möchte und kann niemandem seinen Glauben nehmen, denn es steckt viel heilsames und Trost im Glauben.

    _()_

    Eine ähnliche Einstellung ist in Sylvia Wetzels Artikel "Warum... ich mich als buddhistische Lehrerin mit dem Christentum befass" in der aktuellen Buddhismus Aktuell (2019/04) zu finden.
    Wieso sollte man versuchen Menschen von etwas abzubringen, dass heilsam für sie ist? Weiterhin schreibt sie sinngemäß: Sich gegen andere Glaubensrichtungen auszusprechen, zeugt nur von einer Anhaftung an den Buddhismus.

    _()_

  • Grashuepfer
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    • 1. Oktober 2019 um 23:35
    • #6

    "Die Wahrheit" wird nicht (nur) vom Verstand erfahren. Der Verstand ist letztlich ein Sinnesorgan, so wie der Seh- und Hörsinn auch. Er ist unheimlich wertvoll, aber er hat seine Grenzen. Man kann ein großartiges Gemälde nie nur mit den Ohren erfahren, egal, wie gut die Beschreibung ist. Ein Musikstück nie nur mit den Augen, egal, wie gut man Noten lesen kann.


    Auch die Erleuchteten haben nicht alle Antworten. Gott oder nicht? Die Frage ist unendlich kompliziert, denn unser Verstand reicht nicht aus, um Gott, bzw. die Wahrheit, tatsächlich zu verstehen. Deswegen gibt es keine einfache, verstandesmäßige Antwort auf diese Fragen.

  • antelatis
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    • 1. Oktober 2019 um 23:35
    • #7

    Das ist mir alles zu kryptisch und unklar und hilft mir überhaupt nicht weiter. Ich hätte gerne eine ganz einfache, klare und eindeutige Antwort, vielleicht ist jemand dazu ja in der Lage.

    Ich vereinfache es nochmal und gehe mal nur von der irdischen Welt aus: Ist die materielle Welt (die ja ein uns täuschender Kreislauf des Leidens ist) bewusst so von einem höheren Wesen geschaffen worden oder nicht? Was sagt der Buddhismus dazu? Darauf gibt es eigentlich nur 3 mögliche Antworten: Ja. Nein. Ich weiß es nicht. Kann mir das jemand beantworten?

  • antelatis
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    • 1. Oktober 2019 um 23:42
    • #8
    Grashuepfer:

    "Die Wahrheit" wird nicht (nur) vom Verstand erfahren. Der Verstand ist letztlich ein Sinnesorgan, so wie der Seh- und Hörsinn auch. Er ist unheimlich wertvoll, aber er hat seine Grenzen. Man kann ein großartiges Gemälde nie nur mit den Ohren erfahren, egal, wie gut die Beschreibung ist. Ein Musikstück nie nur mit den Augen, egal, wie gut man Noten lesen kann.


    Auch die Erleuchteten haben nicht alle Antworten. Gott oder nicht? Die Frage ist unendlich kompliziert, denn unser Verstand reicht nicht aus, um Gott, bzw. die Wahrheit, tatsächlich zu verstehen. Deswegen gibt es keine einfache, verstandesmäßige Antwort auf diese Fragen.

    Ich kann es ja verstehen, wenn wir nicht begreifen können, ob Gott dahinter steckt oder nicht. Aber wenn auch ein Erleuchteter keine Antwort auf diese fundamentale Frage erhalten hat, ist es dann nicht vermessen, von Erleuchtung zu sprechen, denn sie scheinen dann ja auch nicht viel mehr als vorher zu wissen und zu begreifen.

  • Monikamarie
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    • 1. Oktober 2019 um 23:44
    • #9
    antelatis:

    Ich vereinfache es nochmal und gehe mal nur von der irdischen Welt aus: Ist die materielle Welt (die ja ein uns täuschender Kreislauf des Leidens ist) bewusst so von einem höheren Wesen geschaffen worden oder nicht? Was sagt der Buddhismus dazu? Darauf gibt es eigentlich nur 3 mögliche Antworten: Ja. Nein. Ich weiß es nicht. Kann mir das jemand beantworten?

    Nein, weder der Buddhismus noch ich oder jemand anderer kann Dir das beantworten.

    Denn wer schuf den Schöpfer? Wo kommt der her? Wo wohnt der?

    Und wenn es ihn/sie gibt, was soll ich von ihm/ihr halten, wenn ich die Welt so betrachte? Ein Scheißschöpfer wäre das.

    _()_

  • Monikamarie
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    • 1. Oktober 2019 um 23:55
    • #10
    antelatis:

    Ich kann es ja verstehen, wenn wir nicht begreifen können, ob Gott dahinter steckt oder nicht. Aber wenn auch ein Erleuchteter keine Antwort auf diese fundamentale Frage erhalten hat, ist es dann nicht vermessen, von Erleuchtung zu sprechen, denn sie scheinen dann ja auch nicht viel mehr als vorher zu wissen und zu begreifen.

    Was ein Erleuchteter sieht, ist ja vielleicht nicht mitteilbar. Denn die Informationen kommen aus einer anderen Ebene - nonverbal. Es gibt Lehrer, die sich für erleuchtet halten oder auch so angesehen werden, die von Gott sprechen, ihn gesehen haben wollen, so wie Jesus von seinem Vater sprach. Ich aber behaupte, wir sehen nur, was wir wissen. Das heißt, wir kommunizieren geistig oder im Traum mit dem, was wir kennen, je nach Konfession und Kultur. Katholiken sehen vielleicht die Mutter Maria, Protestanten ihren Sohn Jesus, die Juden und der Islam sieht Gott.

    Vielleicht musst Du mehr meditieren, dann bekommst Du möglicherweise die Antworten klar und eindeutig, wie Du sie wünscht.

    Rein intellektuell ist das Thema jedenfalls nicht zu fassen.

    _()_

  • Grashuepfer
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    • 1. Oktober 2019 um 23:57
    • #11
    antelatis:

    ist es dann nicht vermessen, von Erleuchtung zu sprechen, denn sie scheinen dann ja auch nicht viel mehr als vorher zu wissen und zu begreifen

    Erleuchtung ist halt nur ein Wort. Wenn für dich Erleuchtung bedeutet, mit dem Verstand mehr zu wissen, und mehr zu begreifen, dann ist dem natürlich so. Das ist dann aber keine buddhistische Erleuchtung, sondern eine wissenschaftliche, die sich auf Fakten und Wissen stützt.

    Das ist nicht die Erleuchtung, die im Buddhismus, oder auch in der christlichen Mystik angestrebt werden. Ich behaupte, dass Meister Eckharts Lehren zum Beispiel nicht in Widerspruch zum Buddhismus stehen... weil sie Worte nicht "wörtlich" nehmen. Und deshalb ist es auch so schwer, das in Worten zu beschreiben.

    Ich kann "Banane" sagen, und wenn du schon einmal eine gegessen hast, weißt du, was ich meine. Ich kann dich in die Richtung der Banane führen, manche Leute haben mehr Talent dafür, manche weniger. Aber mit Worten kann ich dir nicht vermitteln, was es heißt, eine Banane zu essen.

  • antelatis
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    • 2. Oktober 2019 um 01:13
    • #12

    Kann man dann sagen, der Buddhismus legt sich bei der Frage, ob es einen Gott gibt und wie dieser "aussehen" könnte, überhaupt nicht fest?

    Und es gibt auch keine Spekulationen dazu, weil der Buddhismus aus keiner Quelle Informationen dazu hat, weil selbst die Erleuchteten zu dieser Frage nichts beitragen können?

  • Noreply
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    • 2. Oktober 2019 um 01:24
    • #13

    Der Weltenlehrer, Buddha, kennt die Wahrheit. Alle seine Reden werden dich nicht überzeugen, denn er bleibt beim Zeigen und spekuliert nie, auch hat er nie auch nur versucht eine Meinung eines Anderen zu ändern, er hat ihm gezeigt wie er erkennen kann. Ich erkenn auch die Wahrheit und ich verweise auf Buddha, weil ich nicht so viel Geduld beim Zeigen habe. Die Reden des Buddha sind alle übertragen, beim prüfen der Lehre des Buddha an deinem Leben wirst Du erkennen können oder eben Meinung behalten. Erkennst Du wirst Du auf Buddha verweisen weil auch Du nie diese Geduld haben wirst, die Geduld eines Weltenlehrers.

  • Aravind
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    • 2. Oktober 2019 um 07:47
    • #14
    Sisyphos:

    Wieso sollte man versuchen Menschen von etwas abzubringen, dass heilsam für sie ist?

    Wenn es beispielsweise die Verblendung fördert. Das ist aber nur ein grundsätzlicher Einwand, kein Rat an Dich, @antalatis.

    Was wirklich heilsam für einen ist, und was nur heilsaem erscheint, findet man auf dem Pfad mit der Zeit schon heraus, davon bin ich überzeugt.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Aravind
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    • 2. Oktober 2019 um 07:50
    • #15
    antelatis:

    Kann man dann sagen, der Buddhismus legt sich bei der Frage, ob es einen Gott gibt und wie dieser "aussehen" könnte, überhaupt nicht fest?

    Und es gibt auch keine Spekulationen dazu, weil der Buddhismus aus keiner Quelle Informationen dazu hat, weil selbst die Erleuchteten zu dieser Frage nichts beitragen können?

    Ich denke, es ist schon etwas radikaler. Wurde weiter oben auch schon bemerkt.#: Der Glaube an einen Schöpfergott spielt bei der Überwindung des Leidens im buddhistischen Sinne keine hilfreiche Rolle, deshalb gibt es dazu auch keine Aussagen. Wenn der Glaube an einen solchen Gott mit Gier und Anhaftung verbunden ist, dann ist er ein Hindernis auf dem Weg der Überwindung des Leidens.

    Liebe Grüße,

    Aravind..

  • hedin02
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    • 2. Oktober 2019 um 08:28
    • #16
    antelatis:

    Wie kann man es erklären, dass die Erleuchteten, die ja die Wahrheit gefunden haben, die ganze entscheidende Wahrheit nun doch nicht kennen?

    Die „Erleuchteten“ auf dieser Welt gibt es nicht; die erscheinen nicht mehr auf dieser Welt, sie werden nicht „Wiedergeboren“.

    Ich vermute das, andere wissen es besser.

  • Monikamarie
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    • 2. Oktober 2019 um 08:45
    • #17
    antelatis:

    Kann man dann sagen, der Buddhismus legt sich bei der Frage, ob es einen Gott gibt und wie dieser "aussehen" könnte, überhaupt nicht fest?

    Und es gibt auch keine Spekulationen dazu, weil der Buddhismus aus keiner Quelle Informationen dazu hat, weil selbst die Erleuchteten zu dieser Frage nichts beitragen können?

    Ja, so kann man es sagen. Es spielte auch für den Buddha keine Rolle. Sein Ziel war, die Ursache für das Leiden zu finden und den Weg daraus. Es war nicht sein Ziel, zu beweisen, dass es einen Schöpfer gibt, denn Götter gab und gibt es in Indien genug.

    _()_

  • void
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    • 2. Oktober 2019 um 09:44
    • Offizieller Beitrag
    • #18
    antelatis:

    Es ist doch so, dass man im Buddhismus nicht weiß, ob die irdische Welt und das Nirvana natürlichen Ursprungs sind oder von einem Gott mit einem konkreten Plan geschaffen wurden, oder? Beides könnte möglich sein und weil man es nicht weiß, spekuliert man auch nicht weiter darüber, habe ich das richtig verstanden?

    Was mich jetzt interessieren würde, haben denn die Erleuchteten eine Ahnung davon, was jetzt genau dahinter steckt? Scheinbar ja nicht, denn sonst hätten sie es dem Rest der Welt ja mitgeteilt. Wie kann man es erklären, dass die Erleuchteten, die ja die Wahrheit gefunden haben, die ganze entscheidende Wahrheit nun doch nicht kennen?

    Zur Zeit Buddhas hatten die Menschen ein zyklisches Weltbild. Nach diesem wurde die Welt von dem großen Gott Brahma erschaffen, besteht dann zahlreiche Äonen um dann wieder zu kollabieren. Woraufhin ein neuer Gott Brahma eine neue Welt schafft und so weiter und so weiter. Dabei war die Idee die, dass der Plan im Großen und Ganzen der gleiche ist, es also eine eine Art vorgebene Weltordnung gibt, die der einzelne Brahma nicht ändern kann. So wie man nach einer Überschwemmung sein Haus wieder aufbaut, und es dabei wieder zur fast gleichen Ordnung (Schlafzimmer, Küche, Stall) kommt. Es ist also kein allmächtiger kreativer Gott, der einen Plan hat, sondern einer der einen Plan ausführt und Teil eines Plans ist. So wie ein König über ein Reich herrscht aber es nicht frei gestalten kann. "Brahma" wird zwar als das höchste samsarische Wesen gesehen, aber eben auch nur als "Spiefigur" die trotz ihrer privelegierten Stellung in der gleichne Position steckt wie alle anderen "Spiefiguren".

    Palikanon/Fragen:

    Gott, oder Brahma, wie er im Buddhismus und Hinduismus genannt wird, kommt häufig in den buddhistischen Schriften vor. Buddha selbst hat des Öfteren mit dem großen Brahma und auch mit anderen Göttern verkehrt, wie in vielen Sutten überliefert ist, z.B. D.11, D.21, D.23, M.90, M.120, etc.

    Gott, und auch die anderen Götter haben, wie wir Menschen, nur ein begrenztes Dasein und sind dem Untergang, dem Tode unterworfen. Wenn auch ihre Lebensdauer ein vielfaches unserer Lebenszeit beträgt. Im Aṅguttara Nikāya A.III.117 und A.III.71 ist nachzulesen, wie lange die Lebensdauer der verschiedenen Götter beträgt.

    Die Verehrung Gottes hat Buddha nicht gelehrt, er hat sogar Sāriputta, der einem hinduistischen Priester, einem Brahmanen, lehrte, wie man Gott werden kann, den Vorwurf gemacht (in M.97), dass er ihm nur das vergängliche Gottes-Dasein lehrte und nicht das Unvergängliche Nibbāna. Auch an anderer Stelle erwähnt Buddha, dass das Streben zur Gotteswerdung minderwertig ist (D.33).

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  • Noreply
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    • 2. Oktober 2019 um 11:52
    • #19

    OT Es wird einfach zu selten bemerkt das Buddha jede Form von Vorstellung also auch Worte und deren Ursache Gedankenmachen, Anhaftungen sind. Buddha verwirft das nicht. Er macht aber Sehr deutlich das gerade das uns überhaupt zu Menschen macht. Er macht deutlich das in Versenkung sitzen, von allen Vorstellungen befreit sein ist, ganz nur fühlendes Wesen sein und nicht Mensch sein ist.

    Aus dieser tiefen Versenkung aufwachen, wieder geboren werden, erscheint der Mensch aus dem fühlenden Wesen und lebt das Leben weiter das er vor der tiefen Versenkung angefangen hat. Dann sind alle Götter Gräber und Gelehrten wieder da, aber er kann dann entscheiden ob und was er vergessen möchte, weil er es nicht mehr leben will.

  • antelatis
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    • 2. Oktober 2019 um 12:02
    • #20
    void:
    antelatis:

    Es ist doch so, dass man im Buddhismus nicht weiß, ob die irdische Welt und das Nirvana natürlichen Ursprungs sind oder von einem Gott mit einem konkreten Plan geschaffen wurden, oder? Beides könnte möglich sein und weil man es nicht weiß, spekuliert man auch nicht weiter darüber, habe ich das richtig verstanden?

    Was mich jetzt interessieren würde, haben denn die Erleuchteten eine Ahnung davon, was jetzt genau dahinter steckt? Scheinbar ja nicht, denn sonst hätten sie es dem Rest der Welt ja mitgeteilt. Wie kann man es erklären, dass die Erleuchteten, die ja die Wahrheit gefunden haben, die ganze entscheidende Wahrheit nun doch nicht kennen?

    Zur Zeit Buddhas hatten die Menschen ein zyklisches Weltbild. Nach diesem wurde die Welt von dem großen Gott Brahma erschaffen, besteht dann zahlreiche Äonen um dann wieder zu kollabieren. Woraufhin ein neuer Gott Brahma eine neue Welt schafft und so weiter und so weiter. Dabei war die Idee die, dass der Plan im Großen und Ganzen der gleiche ist, es also eine eine Art vorgebene Weltordnung gibt, die der einzelne Brahma nicht ändern kann. So wie man nach einer Überschwemmung sein Haus wieder aufbaut, und es dabei wieder zur fast gleichen Ordnung (Schlafzimmer, Küche, Stall) kommt. Es ist also kein allmächtiger kreativer Gott, der einen Plan hat, sondern einer der einen Plan ausführt und Teil eines Plans ist. So wie ein König über ein Reich herrscht aber es nicht frei gestalten kann. "Brahma" wird zwar als das höchste samsarische Wesen gesehen, aber eben auch nur als "Spiefigur" die trotz ihrer privelegierten Stellung in der gleichne Position steckt wie alle anderen "Spiefiguren".

    Palikanon/Fragen:

    Gott, oder Brahma, wie er im Buddhismus und Hinduismus genannt wird, kommt häufig in den buddhistischen Schriften vor. Buddha selbst hat des Öfteren mit dem großen Brahma und auch mit anderen Göttern verkehrt, wie in vielen Sutten überliefert ist, z.B. D.11, D.21, D.23, M.90, M.120, etc.

    Gott, und auch die anderen Götter haben, wie wir Menschen, nur ein begrenztes Dasein und sind dem Untergang, dem Tode unterworfen. Wenn auch ihre Lebensdauer ein vielfaches unserer Lebenszeit beträgt. Im Aṅguttara Nikāya A.III.117 und A.III.71 ist nachzulesen, wie lange die Lebensdauer der verschiedenen Götter beträgt.

    Die Verehrung Gottes hat Buddha nicht gelehrt, er hat sogar Sāriputta, der einem hinduistischen Priester, einem Brahmanen, lehrte, wie man Gott werden kann, den Vorwurf gemacht (in M.97), dass er ihm nur das vergängliche Gottes-Dasein lehrte und nicht das Unvergängliche Nibbāna. Auch an anderer Stelle erwähnt Buddha, dass das Streben zur Gotteswerdung minderwertig ist (D.33).

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    Das ist ja erstaunlich konkret und hat auch einen logischen Sinn, der sich gut mit dem Konzept der Wiedergeburt und der Verblendung verknüpfen lässt. Wenn selbst Buddha diese Version bestätigt hat, warum sagen einem Buddhisten dann heutzutage nicht genau das, wenn man sie nach Gott fragt und wissen will, was hinter allem steckt?

  • void
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    • 2. Oktober 2019 um 13:24
    • Offizieller Beitrag
    • #21
    antelatis:

    Das ist ja erstaunlich konkret und hat auch einen logischen Sinn, der sich gut mit dem Konzept der Wiedergeburt und der Verblendung verknüpfen lässt. Wenn selbst Buddha diese Version bestätigt hat, warum sagen einem Buddhisten dann heutzutage nicht genau das, wenn man sie nach Gott fragt und wissen will, was hinter allem steckt?

    Zu Buddhas Zeiten glaubten die Menschen an viele Dinge: An Nagas - Schlangenwesen die in Flüssen leben - an die dämonischen Yaksha , an Baumgeister und an alle Arten von nierderen und höheren Götter. Buddhas Ansatz war jetzt nicht der, dass er mit seinen Zeitgenossen über die Existenz solcher Wesen diskutierte, sondern dass für seine Fragestellung der Unterscheid zwischen natürlich und übernatürlich irrelevant ist. Für ihn gab es einfach nur leidende Wesen gefangen im Rad der Wiedergeburt egal ob sie momentan in einer privelgierten oder nachteiligen Position waren. Für ihn war die Frage nach dem Leid und der Befreiung vom Leid zentral. Und weil es für den Buddha nicht so wichtig war ob, ihm eine Frage von einem Bauern oder einem Brahmanen, einem König oder einer Gottheit gestellt wurde, sieht man dies im Buddhismus als nicht so wichtig an. Wäre Buddha statt unter Indern unter Afrikanern oder Germanen geboren worden, wären in den Schriften dann eben die dortigen Göttern aufgetaucht.

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    • 2. Oktober 2019 um 18:05
    • #22
    antelatis:

    Kann man dann sagen, der Buddhismus legt sich bei der Frage, ob es einen Gott gibt und wie dieser "aussehen" könnte, überhaupt nicht fest?

    Und es gibt auch keine Spekulationen dazu, weil der Buddhismus aus keiner Quelle Informationen dazu hat, weil selbst die Erleuchteten zu dieser Frage nichts beitragen können?

    void:

    Wäre Buddha statt unter Indern unter Afrikanern oder Germanen geboren worden, wären in den Schriften dann eben die dortigen Göttern aufgetaucht.

    Ich nehme an, der Buddha übernahm nicht die Mythen der Menschen. Ich bin mir sicher, er ermunterte die Menschen auch nicht, an kulturspezifische Mythen zu glauben.

    Zur Vertiefung und Diskussion: Götter

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    • 2. Oktober 2019 um 19:01
    • #23
    Vedana:

    Ich nehme an, der Buddha übernahm nicht die Mythen der Menschen. Ich bin mir sicher, er ermunterte die Menschen auch nicht, an kulturspezifische Mythen zu glauben.

    Nein, das glaube ich auch nicht. Aber der Buddha hat selbstverständlich in der damaligen traditionellen Sichtweise zu den Menschen gesprochen, er hat ihren Glauben nicht in Frage gestellt. Er ist "lediglich" weiter gegangen, indem er die Eigenverantwortung hervorgehoben hat. Er hat nicht davon gesprochen, dass sie der Gnade eines Gottes bedürfen, um frei zu werden.

    _()_

  • Alephant
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    • #24
    Monikadie4.:

    Nein, das glaube ich auch nicht. Aber der Buddha hat selbstverständlich in der damaligen traditionellen Sichtweise zu den Menschen gesprochen, er hat ihren Glauben nicht in Frage gestellt.

    So wie ich es sehe, hat der Buddha den Glauben, also verfestigte Ansichten schon in Frage gestellt. Wie kommst du darauf, dass er die Ansichten und Glaubensarten der Menschen nicht in Frage gestellt hätte?

    Ich sehe das nicht, dass der Buddha "selbstverständlich" irgendeiner traditionellen Sichtweise das Wort gesprochen hätte. Wieso "selbstverständlich"?

  • void
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    • 2. Oktober 2019 um 20:00
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    • #25

    Götter sind kein so ein gutes Beispiel, da diese ja auch einen der Daseinsbereiche repräsentieren.

    Aber nehmen wir Nagas:

    Wiki (Naga):

    Naga (Sanskrit, m., नाग, nāga, ‚Schlange‘; weibliche Form = nagi oder nagini) bezeichnet in der indischen Mythologie ein Schlangenwesen oder eine Schlangengottheit. Es gibt verschiedene Darstellungsformen: Entweder mit vollständiger Schlangengestalt, als Mensch mit Schlangenkopf oder mit menschlichem Körper, der in einer Schlangengestalt ausläuft. Häufig sind auch Darstellungen mit mehrköpfigen Schlangen, beziehungsweise einer mehrköpfigen Kobrahaube. Nagas sind als Wesen mit magischen Fähigkeiten bekannt und können jederzeit menschliche Gestalt annehmen. Gelegentlich sollen sie ihr Reich verlassen und sich unter die Menschen mischen.

    Und dann kommen eben auch Nagakönige im Palikanon vor:


    Mahāvagga I.15-21:

    Dann setzte sich der Erhabene, nachdem er eingetreten war und das Graslager vorbereitet hatte, nieder, im Lotussitz sitzend, den Körper aufgerichtet, die Achtsamkeit vor sich gegenwärtig haltend. Da sah der Nāgakönig den Erhabenen eintreten. Das gesehen stieß er gequält und mit getrübtem Geiste Rauch und Flammen aus. Da dachte der Erhabene folgendes: So laß mich nun ohne die Haut, die Unterhaut, das Fleisch, die Sehnen, die Knochen und das Knochenmark dieses Nāgakönigs zu verletzen, seine Hitze durch meine Hitze überwältigen

    Man könnte es ganz leicht für eine andere Kultur über setzten, indem man den Namen einsetzt den böswillige Wesenheiten dort haben. Das Konzept von Nagas ist für den Buddhismus sehr irrelevant.

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Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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