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Juckende Körperstellen bei Medidation - wie damit umgehen?

  • Passionsblume
  • 3. März 2013 um 09:41
  • Zum letzten Beitrag
  • Passionsblume
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    • 3. März 2013 um 09:41
    • #1

    Hallo alle zusammen,

    ich bin noch ein totaler New-Be in Sachen Meditation. Die ersten Tage habe ich nach der Arbeit vor dem schlafen gehen meditiert und habe daher die Übung gar nicht so recht mitbekommen, da ich einfach eingeschlafen bin. Ich mache eine Achtsamkeitsmeditation (im Buch steht auch noch Metta-Meditation). Ich mache die erste Übung einen Körperscan. Gestern, als ich mal in Ruhe üben konnte, ging mit am nachmittag die Übung auch super von der Hand. Als ich sie dann vor dem schlafen gehen nochmal machen wollte, wurde ich total unruhig. Ich bekam immer mal wieder eine Stelle am Körper, die 'juckte' und die ich 'kratzen' wollte und so baute sich eine totale Anspannung auf. Ich hab dann drei mal hintereinander versucht die Übung durchzuziehen, aber eher schlecht als recht. Kennt das irgendwer von euch und wie kann ich damit umgehen?

    Was auch komisch ist, dass ich seit dem ich mit der Meditation angefangen habe, zu Alpträumen neige. Das kenne ich in der Form nicht. Ich weiß nicht, ob die nun wirklich von der Meditation kommen oder vom vielen Stress in der Arbeit kommen. Und wenn sie von der Meditation kommen nicht einfach eine Bild dessen sind, dass ich einfach mit meiner inneren Unruhe konfrontiert werde. Habt ihr dazu Erfahrungswerte?

    Vielen Dank schonmal im voraus.

    Schöne Grüße
    Passionsblume

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 3. März 2013 um 10:26
    • #2

    Das mit den Alpträumen ist ein Zeichen dafür, dass Deine Meditation funktioniert. Ein gutes also. Denn es kommt nur das heraus, was eh da ist, Du kehrst sozusagen unter dem Teppich. Sehr gut, so lange es nicht zu viel wird. Wenn das der Fall wäre: einfach weniger meditieren, aber mit Regelmäßigkeit am Ball bleiben. Dann lösen sich diese Dinge mit der Zeit sanft auf.

    Zu Juckreiz beim Meditieren wirst Du verschiedene Meinungen hören. Meine ist, dass mich das Jucken so wenig interessiert, dass ich mich eben einfach kratze. Ich hab da keinen Anspruch, irgendwas aushalten zu müssen, da sind mir andere Dinge an meiner Meditation wichtiger, und ich finde nicht, dass ein Kratzen mich vom Meditationsobjekt ablenkt.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • Matthias65
    Gast
    • 3. März 2013 um 10:44
    • #3
    Passionsblume:

    Die ersten Tage habe ich nach der Arbeit vor dem schlafen gehen meditiert und habe daher die Übung gar nicht so recht mitbekommen, da ich einfach eingeschlafen bin

    Hallo Passionsblume, wenn ich müde bin vermeide ich es, zu meditieren. Achtsamkeit heißt schon, dass man die Übung bewußt mitbekommen sollte, um nicht von der Meditation in den Schlaf zu fallen. Ich beginne jede Meditation bewußt mit einer Klangschale und ich beende sie bewußt mit Widmung/ Klangschale. Das trennt die Meditation eindeutig vom Schlaf oder von anderen Tätigkeiten, die ich anschließend mache. Vielleicht hören dann auch Deine Alpträume auf wenn Du Meditation und Schlaf trennst !

    Wenn der Juckreiz beginnt zu nerven, dann jucke ich mich.
    Wenn der Juckreiz nicht so stark ist, dann versuche ich, ihn zu ignorieren und konzentriere mich weiter auf den Atem o.ä. Meißtens verschwindet er dann.

  • Sigitta
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    • 3. März 2013 um 13:10
    • #4

    Es gibt ja die Theorie, dass man jede Nacht träumt und sich bloß nicht erinnert. Wenn du dich an mehr Träume erinnerst heißt das demnach, dass du mehr auf deine Umgebung achtest. Deine Achtsamkeitsmeditation funktioniert also ^^
    Albträume kann man verschieden interpretieren. Als Gampopa geträumt hat er würde viele Tiere töten dachte er das würde etwas schreckliches bedeuten. Sein Lehrer Milarepa hat sich über diesen Traum gefreut und ihm gesagt, dass es bedeutet er würde viele Wesen befreien. Bei uns Gelugpa steht im Lamrim, dass es wenn man z.B. Milch oder Joghurt im Traum erbricht bedeutet, dass negatives Karma bereinigt wurde. Wenn man eine schlechte Tat begangen hat und sich dann vornimmt es nicht wieder zu tun, stattdessen gutes tut und Mantras rezitiert ist dieser Traum quasi das Zeichen, dass man es neutralisiert hat.

    Wenn sich die ganze Welt ändert müssen wir auch die Veränderung der Menschen anerkennen. Behandle einen Menschen seinem Wesen und nicht deiner Erinnerung entsprechend. Jetzt

  • MonikaMarie1
    Gast
    • 3. März 2013 um 13:22
    • #5

    Hallo Passionsblume,
    desto intensiver ich an einem inneren-äußeren Thema dran bin, desto intensiver werden meine Botschaften in den Träumen.
    Zum Beispiel träumte ich vorgestern von einem kleinen Hund, der immer seinem eigenen Schwanz hinterherrennt. Das passte genau zu dem, was ich gerade bearbeite, nämlich dass ich dabei bin zu durchschauen, dass ich (immer noch) etwas für was Äußeres halte, obwohl ich es selbst bin, die das ver-ursacht. Obwohl ich seit zig Jahren von diesem Prinzip weiß, hört die Arbeit daran offenbar nicht auf, es wird nur immer subtiler und immer dringender (ernster), sich damit richtig auseinanderzusetzen. Mir machen diese Träume keine Angst mehr, weil ich weiß, dass ich entweder auf dem richtigen Weg bin oder aber durch diese auf einen besonderen Aspekt aufmerksam gemacht werde.

    Beim Juckreiz genau so wie bei Schmerzen denke ich, solltest Du Dir nicht allzu viel abverlangen, das könnte nur entmutigen. Andererseits kann es mit der Zeit und fortschreitender Meditation so sein, dass dies nur noch im Hintergrund wahrgenommen wird und keinerlei Re-Aktion mehr hervorruft.

    _()_ Monika

  • Maybe Buddha
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    • 3. März 2013 um 13:30
    • #6

    Zum Thema Alpträume, hat Losang Lamo schon alles gesagt.

    Das mit dem Jucken kannn man so oder so machen.
    Wen du Lust hast, kannst du einfach mal das jucken beobachten, als nicht-selbst, vergänglich und unbefriedigend, bis es von alleine vergeht. Wen es Weg ist, wieder zurück zum Meditationsobjekt.
    Ich finde es immer besser sich erstmal mit den Dingen auseinander zu setzen, auf diese Weise, bis man sie genau erkannt hat. Mittlerweile kommt das mit dem jucken auch nicht mehr so oft vor.
    Scheint auch etwas zu sein, das meist am anfang kommt.
    Aber wenns dann mal juckt, dann kratz ich einfach.

    "Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
    Buddha

  • Passionsblume
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    3. März 2013
    • 3. März 2013 um 15:11
    • #7

    Hallo alle zusammen,

    vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich versuche jetzt einfach mal eure verschiedenen Tipps zu integrieren wie bspw. nach dem Sport meditieren.

    Ich glaube auch, dass mir meine Alpträume viel sagen. Ich bin nach meinem Studium zwar in meinem Wunschbereich gelandet, aber es ist vieles anders als ich dachte. Es gibt permanente Umbruchsituationen durch organisatorische Wechsel, die gewollt sind und das Arbeitspensum ist riesig. Und mein Alpträume gehen immer darum, dass ich mich vor meiner Chefin verstecke oder ein Arbeitskollege alle paar Minuten umkippt und ich nicht zur Notrufzentrale durchkomme. Ich überlege wirklich gerade meinen Job zu wechseln. Da ist natürlich viel innere Unruhe da. Und ich traue mich nicht zu wechseln, da ich sonst knapp nach der Probezeit einen Wechsel drin hätte. Und ich habe schon einen etwas chaotischen Lebenslauf. Ich denke meine Ängste spiegeln sich da definitiv im Traum wieder.

    Ich danke euch ganz herzlich und wünsche euch noch einen tollen Wochenendausklang.

  • nibbuti
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    • 3. März 2013 um 19:09
    • #8

    Hi & willkommen Passionsblume

    Was du beschreibst sind am Anfang zu erwartende Erscheinungen.

    Die Albträume wurden von LL bereits gut erklärt, es wurde nur der vorhandene 'Schmutz im Teich' aufgewühlt & ohne etwas aufzuwühlen machen wir keine Fortschritte in der Meditation.

    Was das Jucken angeht. Am besten achtsam beobachten ohne involviert zu werden.

    Ich hatte mich anfangs vor jeder Meditation deswegen gewaschen, merkte aber bald, dass das nicht viel ausmachte. Das Kratzen half auch nur vorübergehend, man 'kratzt' ja nur an der Oberfläche. Die Empfindung taucht immer wieder auf, so dass die Meditation vor sich hindümpelt.

    Als ich mir vornahm, die Empfindung einfach kommen & gehen zu lassen, hörte nach einiger Zeit das zwicken, jucken & stechen schlagartig auf. Es war ein wenig, als wäre ein Schalter in meinem Geist umgeschaltet oder als würde eine große Last von mir abfallen.

    Viel GLück.

    Trage nicht das Weltgetöse in die stille Einsamkeit
    Such den Wald, daß er Dich löse von der Krankheit unsrer Zeit.

  • SpringMode5708
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    • 3. März 2013 um 20:00
    • #9
    Losang Lamo:

    DIch hab da keinen Anspruch, irgendwas aushalten zu müssen, da sind mir andere Dinge an meiner Meditation wichtiger, und ich finde nicht, dass ein Kratzen mich vom Meditationsobjekt ablenkt.


    Wenn Du wegen eines Juckens kratzt, warst/bist Du schon abgelenkt.

    :) Gruß

  • Onyx9
    Gast
    • 3. März 2013 um 20:03
    • #10

    Albträume und Jucken können auch von einem harten Fokus herrühren.
    Das Wort Körperscan deutet ein wenig darauf hin, aber das ist nur eine Vermutung.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 3. März 2013 um 23:11
    • #11

    Hey,

    bei mir ist es ein Stechen im Gesicht. Ein nadelspitzenkleines Stechen. Immer irgendwoanders im Gesicht. Kommt nur, wenn ich meditiere, sonst nie. Immer nach eine bestimmten Zeit, ca. nach 10-15 Minuten. Früher "mußte" ich kratzen. Jetzt nimmer. Kommt. Und geht ;)

    Passionsblume:

    Ich bekam immer mal wieder eine Stelle am Körper, die 'juckte' und die ich 'kratzen' wollte und so baute sich eine totale Anspannung auf. Ich hab dann drei mal hintereinander versucht die Übung durchzuziehen, aber eher schlecht als recht. Kennt das irgendwer von euch und wie kann ich damit umgehen?


    Vielleicht ist das hier einen Versuch wert:

    Wahrnehmen, das da ein Jucken ist,
    Das Jucken im Geiste loslassen,
    Entspannen,
    Zurückkehren zum Objekt,
    Von Vorne.

    :) Gruß

  • nyalaana
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    • 4. März 2013 um 02:37
    • #12

    Jucken und dann kratzen, Bein einschlafen und dann Bein bewegen, husten, Magengeräusche, sich bewegen bei der Meditation. Da finde ich ist auch eine Rückmeldung aus der Gruppe manchmal hilfreich. Also wenn man ab und an oder gar regelmäßig in einer Gruppe meditiert, einfach mal Fragen bei den Sitznachbarn, ob man zuviel rumzappelt etc. Wenn meine Sitznachbarn dann sagen: "Du bist doch ganz ruhig gesessen. ", dann sehe ich das als Zeichen, dass es wohl nicht so schlimm war und sich mehr in meinen Gedanken abgespielt hat, für mich bedeutet das, dass ich im groben so weitermachen kann mit dem Maß an Bewegung, und ich mir weniger Gedanken darum machen brauch. Wenn die Nachbarn sagen:" ja das habe ich schon bemerkt etc..." dann nehme ich es mehr als Zeichen, dass ich tatsächlich mal Versuchen sollte das Kratzen oder Bewegen tatsächlich weniger zu machen.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 4. März 2013 um 09:16
    • #13

    Wenn mein Lehrer mal drüber sprach, meinte er zumeist: "Man sollte sich so viel Bewegen wie eine Buddhastatue." :)

  • raterZ
    Gast
    • 5. März 2013 um 20:14
    • #14

    aufkeinenfall kratzen. die aversion des juckens musst du durch gleichmut aushalten und einfach weiter meditieren. es geht ja gerade darum aus dem ständigen reaktionsmuster der aversion (& anhaftung) heraus zu kommen. jucken & schmerzen sind dafür sehr gute meditationsobjekte. ;)

  • SpringMode5708
    Gast
    • 6. März 2013 um 15:15
    • #15
    raterZ:

    aufkeinenfall kratzen. die aversion des juckens musst du durch gleichmut aushalten und einfach weiter meditieren.


    Was ist meditieren mit aushalten?
    Geschieht während des Aushaltens beobachten?
    Oder bedeutet aushalten ausblenden?

    :) Gruß

  • Lirum Larum
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    Buddh. Richtung
    Ich protestiere gegen den mangelnden Respekt vor den unterschiedlichen Traditionen.
    • 6. März 2013 um 15:22
    • #16

    Mir klingt das zu ehrgeizig. Wenn's juckt, dann juckt es halt, wenn ich dann kratze ist nichts verloren. Der Körper und was er macht, ist doch nur eine Äußerlichkeit, ein Rahmen sozusagen. Nicht ganz so wichtig.

    :rainbow: Gute Wünsche für jede und jeden. :tee:


  • raterZ
    Gast
    • 9. März 2013 um 19:58
    • #17

    falsch. der körper/geist bilden eine einheit. deshalb sollte man das jucken unbedingt in die meditation einschließen, indem man sich nicht bewegt. das jucken kommt nämlich nicht zufällig. parallel passiert nämlich dazu viel im geist, und das gilt es anzuschauen.
    man kann auch umgekehrt fragen: warum sollte man sich denn kratzen? sollte man in der meditation die aversion tatsächlich durch nachgegeben Verlangen abbauen, oder indem man vielleicht versucht die daseinsmerkmale darin zu erkennen? das jucken verschwindet nämlich irgendwann. 100% :D

    natürlich kann man sich auch kratzen, wenn es einem zuviel wird, allerdings sollte man das ganze wirklich erstmal auch in der meditation analysiert haben und nicht blind einfach reagieren.
    buddha saß ja auch unter dem baum, und hatte den festen entschluss nicht mehr aufzustehen, bevor er vollständig erwachte. und dann kamen die ganzen aversionen und verlangen, die jedoch an ihm abprallten. er hat sich eben nicht bewegt und ist aufgestanden ;)

    (das ganze gilt für vipassana meditation. wenn man irgendwelche mantren wiederholt, ist das vermutlich nicht so wichtig)

  • Buddhaghosa
    Gast
    • 26. März 2013 um 14:31
    • #18
    Passionsblume:

    Ich bekam immer mal wieder eine Stelle am Körper, die 'juckte' und die ich 'kratzen' wollte und so baute sich eine totale Anspannung auf. Ich hab dann drei mal hintereinander versucht die Übung durchzuziehen, aber eher schlecht als recht.

    Eine wunderbare Beschreibung eines Teilausschnitts des Bedingten Entstehens: Kontakt > Gefühl > Begehren und Anhaften. Wie du mit dem Jucken umgehen sollst, hängt eigentlich davon ab, was du mit der Meditation erreichen willst. Da du von Körperscan sprichst denke ich, dass du Vipassana nach Goenka praktizierst. Da der Zweck von Vipassana ist, die Dinge aus den verschiedenen Perspektiven zu sehen, ist es besser dem Jucken nicht (umgehend) nachzugeben, sondern es zu betrachten. Patience leads to nibbana! Betrachte das Jucken selbst, aber mach dir auch den von dir oben beschriebenen Prozess bewusst: Jucken als Gefühl > Kratzen wollen als Begehren und die Anspannung als direkte Wirkung. Ein sehr schönes und direkt erfahrbares Meditationsobjekt für Vipassana.

    Versuchst du aber hauptsächlich Konzentration aufzubauen, dann ist der übliche Ratschlag, dass Jucken nicht zu beobachten und gleich zurück zum Hauptmeditationsobjekt zu gehen.

    Gruß
    Florian

  • SpringMode5708
    Gast
    • 26. März 2013 um 15:33
    • #19

    Hi Florian,

    Buddhaghosa:
    Passionsblume:

    Ich bekam immer mal wieder eine Stelle am Körper, die 'juckte' und die ich 'kratzen' wollte und so baute sich eine totale Anspannung auf. Ich hab dann drei mal hintereinander versucht die Übung durchzuziehen, aber eher schlecht als recht.


    Eine wunderbare Beschreibung eines Teilausschnitts des Bedingten Entstehens: Kontakt > Gefühl > Begehren und Anhaften. Wie du mit dem Jucken umgehen sollst, hängt eigentlich davon ab, was du mit der Meditation erreichen willst. Da du von Körperscan sprichst denke ich, dass du Vipassana nach Goenka praktizierst. Da der Zweck von Vipassana ist, die Dinge aus den verschiedenen Perspektiven zu sehen, ist es besser dem Jucken nicht (umgehend) nachzugeben, sondern es zu betrachten. Patience leads to nibbana! Betrachte das Jucken selbst, aber mach dir auch den von dir oben beschriebenen Prozess bewusst: Jucken als Gefühl > Kratzen wollen als Begehren und die Anspannung als direkte Wirkung. Ein sehr schönes und direkt erfahrbares Meditationsobjekt für Vipassana.


    Anspannung als direkte Wirkung. Schön gesagt. taṇha manifestiert sich als Anspannung in Körper und Geist.
    Was aber führt zum Aufhören der Anspannung? Die Entspannung :)

    Buddhaghosa:

    Versuchst du aber hauptsächlich Konzentration aufzubauen, dann ist der übliche Ratschlag, dass Jucken nicht zu beobachten und gleich zurück zum Hauptmeditationsobjekt zu gehen.


    Dieser übliche Ratschlag unterschlägt einen Teil. Denn wohin mit der oben erwähnten Anspannung?
    Also, hier der unübliche Ratschlag: erst entspannen, dann zurück zum Objekt.

    :) Gruß

  • raterZ
    Gast
    • 26. März 2013 um 22:56
    • #20

    und wie entspannen? indem man sich bewusst wird, dass diese erfahrung vergänglich ist und jegliches "herumzerren" im geiste sinnlos ist.

  • SpringMode5708
    Gast
    • 27. März 2013 um 08:47
    • #21
    raterZ:

    und wie entspannen? indem man sich bewusst wird, dass diese erfahrung vergänglich ist und jegliches "herumzerren" im geiste sinnlos ist.


    Das ist denken. Das ist bereits eine Beschäftigung mit dem Inhalt/Wesen der Ablenkung. Das ist bereits Anhaften, gewohnheitsmässige Tendenz (zu Reaktion) und Werden.

    Es geht kürzer: Bemerken, das die geistige Aufmerksamkeit abgewandert ist, die Ablenkung loslassen, entspannen, zurück zum Objekt.

    Hier eine Analogie: der Arm hängt locker an der Seite. Etwas kleines Rundes kommt geflogen. Der Arm schnellt nach vorn, die Hand greift danach und hat es. Nun bemerke ich natürlich, das der Arm nicht mehr locker an der Seite hängt. Erst nach dem Greifen bemerke ich das. Nun öffne ich die Hand und lasse es fallen. Nehme den Arm wieder runter. Mit der Anspannung, die es zum Ergreifen gebraucht hat?

    Lächeln hilft dabei, die durch's Ergreifen entsandene Spannung aufzulösen. Ein kleines, ruhiges, inneres Lächeln hilft, wieder zu entspannen. Ist weder verboten noch schädlich. Wohlwollen ;)

    :) Gruß

  • SpringMode5708
    Gast
    • 27. März 2013 um 10:57
    • #22

    Ein inneres Schmunzel darüber, das es einen wieder erwischt hat.

Ausgabe №. 136: „Liebe & Loslassen"

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