Zitate

Moderator: void

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"Bei allen großen Betrügern ist ein Vorgang bemerkenswert, dem sie ihre Macht verdanken. Im eigentlichen Akte des Betruges unter all den Vorbereitungen, dem Schauerlichen in Stimme, Ausdruck, Gebärden, inmitten der wirkungsvollen Szenerie, überkommt sie der Glaube an sich selbst: dieser ist es, der dann so wundergleich und bezwingend zu den Umgebenden spricht. Die Religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen großen Betrügern, dass sie aus diesem Zustande der Selbsttäuschung nicht herauskommen: oder sie haben ganz selten einmal jene helleren Momente, wo der Zweifel sie überwältigt; gewöhnlich trösten sie sich aber, diese helleren Momente dem bösen Widersacher zuschiebend. Selbstbetrug muss da sein, damit Diese und jene großartig wirken. Denn die Menschen glauben an die Wahrheit dessen, was ersichtlich stark geglaubt wird."

Friedrich Nietzsche
Das größte Schwergewicht. - Wie, wenn dir eines Tages oder Nachts ein Dämon in deine einsamste Einsamkeit nachschliche und dir sagt: “Dieses Leben, wie du es jetzt lebst und gelebt hast, wirst du noch einmal und noch unzählige Male leben müssen; und es wird nichts Neues daran sein, sondern jeder Schmerz und jede Lust und jeder Gedanke und Seufzer und alles unsäglich Kleine und Große deines Lebens muss dir wiederkommen, und alles in derselben Reihe und Folge - und ebenso diese Spinne und dieses Mondlicht zwischen den Bäumen, und ebenso dieser Augenblick und ich selber. Die ewige Sanduhr des Daseins wird immer wieder umgedreht - und du mit ihr, Stäubchen vom Staube!” - Würdest du dich nicht nieder werfen und mit den Zähnen knirschen und den Dämon verfluchen, der so redete? Oder hast du einmal einen ungeheuren Augenblick erlebt, wo du ihm antworten würdest: “du bist ein Gott und nie hörte ich Göttlicheres!” Wenn jeder Gedanke über dich Gewalt bekäme, er würde dich, wie du bist, versandeln und vielleicht zermalmen; die Frage bei allem und jedem: “Willst du dies noch einmal noch unzählige Male?” würde als das größte Schwergewicht auf deinem Handeln liegen! Oder wie würdest du dir selber und dem Leben gut werden, um nach nichts mehr zu verlangen als nach dieser letzten ewigen Bestätigung und Besiegelung?

F. Nietzsche - “Die fröhliche Wissenschaft”
"Jede Seele, sie durchwandelt der Geschöpfe Stufenleiter:
Formentauschend, rein und reiner, immer höher, hell und heiter,
Lebt sie fort im Wurm, im Frosche, im Vampir, im niedern Sklaven,
Dann im Tänzer, im Poet, im Trunkenbold, im edlen Streiter ...
Sehet: eine gleiche Reihe Seelenhüllen, Truggestalten
Muß der Dichtergeist durchwandeln, stets verklärter, stets befreiter:
Und er war im Werden Gaukler, war Vampir und war Brahmane,
Leere Formen läßt er leblos und strebt höher, wahrer, weiter ...
Aber wissend seines Werdens, hat er werdend auch erschaffen:
Hat Gestalten nachgebildet der durchlaufnen Wesensleiter:
Den Vampir, den niedern Sklaven, Gaukler, Trunkenbold und Streiter."

Hugo von Hofmannsthal
Früh schon sprach mein Schicksal zu mir:
Du sollst nicht dies und du sollst nicht das,
Denn du würdest sonst nicht genug leiden.

Früh schon sprach mein Schicksal zu mir:
Dies sollst du, das, und das sollst du, das,
Denn du würdest sonst nicht genug leiden.

Christian Morgenstern
Ruhm, Weisheit, Lieb und Macht war mein,
Und frische Jugendsinne;
Mir gab die Rebe roten Wein,
Die Schönheit süße Minne.
Am Sonnenlicht der Liebe schmolz
Das Herz in tiefen Wonnen;
Ich hatt' in königlichem Stolz
Das Köstlichste gewonnen.

Ich zähl', ob nicht in alter Zeit
Ein Tag vorüberschwebte,
Den ich um alle Herrlichkeit
noch einmal gern erlebte.
Wo war der Tag, wo war die Nacht
Die ohne Gift beglückte?
Wo war ein Kleinod meiner Macht
Das mich nicht blutig drückte?

Die Schlang' im Felde kann die List
Des Zauberkund'gen zähmen,
Sie aber, die am Herzen frißt,
Wird nie ein Zauber lähmen.
Sie lauscht dem Spruch der Weisheit nicht,
Kein Lied wird sie verjagen;
Da drinnen nistet sie und sticht, –
Das Herz muß sie ertragen.

Lord George Gordon Noel Byron
"Das Schicksal des Menschen wird durch die Weise bestimmt, in welcher er sich selbst zu betrachten fähig ist."

Henry David Thoreau
2dA hat geschrieben:
Die Religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen großen Betrügern, dass sie aus diesem Zustande der Selbsttäuschung nicht herauskommen: oder sie haben ganz selten einmal jene helleren Momente, wo der Zweifel sie überwältigt

Friedrich Nietzsche


Wieso bewertet der vorschnell? Hat er Buddha, Jesus oder Mohammed persönlich gekannt? :oops:

_()_ c.d.
Ohne Fantasie hätte die Menschheit den Mut
zum Weiterexistieren längst verloren.


Christian Morgenstern
Staunen: der erste Grund der Philosophie.

Aristoteles
Wenn ich einen Esel besteige,
der sich verirrt,
hat sich nicht der Esel getäuscht,
sondern ich selber.


Antoine de Saint-Exupéry
crazy-dragon hat geschrieben:
2dA hat geschrieben:
Die Religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen großen Betrügern, dass sie aus diesem Zustande der Selbsttäuschung nicht herauskommen: oder sie haben ganz selten einmal jene helleren Momente, wo der Zweifel sie überwältigt

Friedrich Nietzsche


Wieso bewertet der vorschnell? Hat er Buddha, Jesus oder Mohammed persönlich gekannt? :oops:

_()_ c.d.


Nietsche hat Gott getötet und nichts was diese unerträgliche Leere füllt gefunden, außer sich selber, doch das wollter es nicht als Gott erkennen, der gewollt getötete Gott hat das verhindert.
Ein Mond scheint
aus jedem Teich;
in jedem Teich
der eine
Mond.


Soiku Shigematsu
brigittefoe hat geschrieben:
Ein Mond scheint
aus jedem Teich;
in jedem Teich
der eine
Mond.


Soiku Shigematsu


Ist Dir klar das das ein Witz ist, eine Illusion?
Möglich

:lol:
Heißt das nicht eher ungefähr "Alles ist eins, auch wenn es getrennt wirkt?"

Da kann man drüber lachen oder auch nicht. Ist eine Typfrage. :mrgreen:
Freude lebt von der Stille
und von der Unbegreiflichkeit.

Dietrich Bonhoeffer
"Verletzte Menschen verletzen Menschen."
aus Greenberg (Film)
Die einzige Freiheit in dieser Welt ist die Liebe,
denn sie hebt dich so hoch empor, daß weder menschliche Gesetze noch Ordnung der Natur ihren Lauf beeinträchtigen können.

KAHLIL GIBRAN
"Wir sind hier, weil es letztlich kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst in den Augen und Herzen seiner
Mitmenschen begegnet, ist er auf der Flucht. Solange er nicht zulässt,
dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben, gibt es für
ihn keine Geborgenheit. Solange er sich fürchtet, durchschaut zu werden,
kann er weder sich noch andere erkennen - er wird allein sein.

Wo können wir solch einen Spiegel finden, wenn nicht in unseren Nächsten?
Hier in der Gemeinschaft kann ein Mensch erst richtig klar über sich werden und
sich nicht mehr als den Riesen seiner Träume oder den Zwerg seiner Ängste sehen,
sondern als Mensch, der - Teil eines Ganzen - zu ihrem Wohl seinen Beitrag leistet.
In solchem Boden können wir Wurzeln schlagen und wachsen;
nicht mehr allein - wie im Tod - sondern lebendig als Mensch unter Menschen."

Richard Beauvais (1964)
Es fragt uns keiner,
ob es uns gefällt,
ob wir das Leben lieben oder hassen,
wir kommen ungefragt auf diese Welt
und müssen sie auch ungefragt verlassen.

Mascha Kaléko
Nicht die Wahrheit,
in deren Besitz
irgendein Mensch ist
oder zu sein vermeinet,
sondern die aufrichtige Mühe,
die er angewandt hat,
hinter die Wahrheit zu kommen,
macht den Wert des Menschen.


Gotthold Epharaim Lessing
»Komm und segle mit mir über verborgene Meere.
Winzige Boote sind wir,
zwischen verschleierten Küsten den stillen Spiegel verwirrend.
Boote des Meeres,
innig mit ihm in den Tiefen vereint.
Das Wasser bewahrt unsere Wege.
Du,
der du ich bist,
und ich,
der ich du bin,
wir gleiten über die See,
die auch wir ist.
Hinter uns streben die Kielwasserwellen zu nebelverhangenen Grenzen.
Die Spuren formen das Muster deiner und meiner Bewegung,
so wie sich die Wellen anderer segelnder Boote,
die wir sind,
entfallten.
Und das Wasser erinnert in Welle auf Welle und Muster auf Muster jede Bewegung als Spur unseres Seins.

Von dir hin zu mir,
und von mir hin zu dir wirken die Spuren,
die wir hinterlassen,
wie von uns zu all denen,
die mit auf dem Meer sind.
Wir,
jeder der andere,
bewirken einander und jeden vereinzelten Segler der See.
Illusion des Getrenntseins:
Wir sind die verwobenen Teile bewegten Erinnerungsmeeres,
und mehr noch ist wirklich als du oder ich,
als alle Boote der See, und alle ersegelten Meere.
«
Erwin Laszlo

Sarva mangalam

Mit ganz freundlichen und herzlichen Grüßen
Dorje Sema

Bild

Bild
Ich war ein Regentropfen in der Luft
und war ein leuchtender Stern am Himmel.
Nichts existiert, mit dessen Wesen
ich mich nicht verbunden hätte.


Taliesin, Walisischer Barde
"Wie können wir beginnen, unsere Einstellungen zu ändern? Indem
wir unsere Handlungen verändern. Es ist nicht einfach, aber machbar.

Wir können damit beginnen, indem wir darauf achten, wie wir
reden. Bevor wir unseren Mund öffnen, stellen wir uns ein paar
einfache Fragen: Spricht das, was ich sagen will, das Problem an
oder die Lösung? Ist das, was ich sagen will, freundlich formuliert?
Ist es wichtig, was ich zu sagen habe, oder würde es für die anderen
keinen Unterschied machen, wenn ich meinen Mund halten
würde? Rede ich nur, um mich selbst reden zu hören, oder gibt
es einen Grund für meine »Worte der Weisheit«?

Unsere Einstellungen drücken sich in unseren Handlungen aus.
Oft kommt es nicht darauf an, was wir sagen, sondern darauf, wie
wir etwas sagen. Während wir lernen, in einer positiveren Art zu
sprechen, werden wir feststellen, dass sich auch unsere Einstellungen
verbessern."

NA, Nur für Heute, 1. Juli
Sicher ist, dass nichts sicher ist.
Selbst das nicht.


Joachim Ringelnatz
crazy-dragon hat geschrieben:
2dA hat geschrieben:
Die Religionsstifter unterscheiden sich dadurch von jenen großen Betrügern, dass sie aus diesem Zustande der Selbsttäuschung nicht herauskommen: oder sie haben ganz selten einmal jene helleren Momente, wo der Zweifel sie überwältigt

Friedrich Nietzsche


Wieso bewertet der vorschnell? Hat er Buddha, Jesus oder Mohammed persönlich gekannt? :oops:

_()_ c.d.


Nietzsche erzählt anderen was von hellen Momenten ?? :lol: Er war am Ende seines Lebens wahnsinnig .... und die hellen Momente ... naja .. daraus wurde dann wohl seine Philosophie geboren ... :doubt:
Es war einmal ein Mann, der saß jeden Tag vor einem großen Bretterzaun und blickte durch eine Öffnung, die durch ein fehlendes Brett zustande gekommen war. Auf der anderen Seite des Zaunes kam jeden Tag ein wilder Wüstenesel vorbei: zuerst seine Nase, dann der Kopf, die Vorderläufe, sein länglicher brauner Rücken, seine Hinterläufe, und am Ende der Schwanz. Eines Tages nun sprang der Mann mit der Erleuchtung eines Entdeckers in den Augen auf und schrie allen zu, die in Hörweite waren: "Es ist ganz klar! Die Nase ist die Ursache des Schwanzes!"

Frank Herbert
Die Ketzer des Wüstenplaneten
Es gibt Tage, da verliert man was man zu Besitzen glaubte und es gibt Tage da kommt zu einem zurück, was man verloren glaubte. (Verfasser unbekannt)
Eine Freundschaft ist wie eine Tasse Tee.
Sie muss klar und durchscheinend sein,
und man muss auf den Grund schauen können.

chin. weisheit
Höre auf zu grübeln.
Verliere Dich nicht in Deinen Gedanken.
Sie ziehen nur einen Schleier über das
Antlitz des Mondes.
Doch dieser Mond ist Dein Herz,
und jene Gedanken decken es zu.
Lasse sie ziehen.
Lasse sie einfach ins Wasser fallen.


Rumi
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