DMT - Das Molekül des Bewusstseins ?

Moderator: void



Ich würde gerne auf dieses Video hinweisen. Mich würden eure Meinungen dazu interessieren, nicht unbedingt aus Buddhistischer Perspektive, aber natürlich auch gerne.

Das Video ist zwar mit seinen 33 Minuten recht lang, aber sehr empfehlenswert. Was mich besonderst beeindruckt hat, sind die gleichen Überschneidungen der Erlebnisse, verschiedene Berichte von totalen und meditativen Zuständen, Persönlichkeit-Auflösungen, Zum Ende das Erleben vom absolutem "Sein" und dem "Nichts" usw vieler dieser Geschichten kennen sicherlich einige hier.
Was an dem DMT aber besonderst interessant ist, das dieser Stoff in unserem Körper vorkommt, als quasi Körpereigenes-Halluzinogen und es wird noch oft berichtet, das viele "Nahtoderfahrungen" mit dem DMT zusammen hängen könnten, da anscheinend das Gehirn, von der Zirbeldrüse diesen Stoff ausschüttet. Könnte es sein, das wenn man eben DMT raucht, in denn üblichen hohen Dosen wie im Video (Das ist das stärkste Halluzinogen das dem Menschen überhaupt bekannt ist) man seinen "Tod" erlebt? also auf geistiger Ebene? Also zumindest davon einen Eindruck kriegt?

Interessant ist noch dieser Artikel, wo über denn bekannten Forscher Terence McKenna berichtet wird und seinen Theorien und "Tripnotizen" in genauen Zeitangaben:

https://www.vice.com/de/article/xdkyqz/ ... uf-dmt-381

Hier ist noch eine super interessante Doku darüber, trägt denn Titel dieses Threads:




LG

PS: Passt gerade gut zu dem Thread: Meditation und Wein :lol:
Moin, moin

Ich habe mir die Videos angesehen. Es mir "angetan", obwohl sie lang und ohne wirkliche Inhalte sind.

Das 1. kam mir vor wie ein damals noch nicht mögliches Video über den wunderschönen LSD-Rausch.

Keines erreicht auch nur das Niveau von Populärwissenschaft. Naja war ja auch nicht die Absicht dahinter.

DMT ist schon länger bekannt und es hat nicht nicht einen Artikel in wissenschaftlichen Medien gegeben über den Nutzen dieser Verbindung für den Menschen.
Für mich ist diese Verbindung gleichzusetzen mit anderen modernen Drogen. Wenn auch komisch ist, das Dealer sie noch nicht "entdeckt" haben, aber wahrscheinlich ist der physische Abhängigkeitsaspekt zu gering.
Stawrogin hat geschrieben:
https://www.youtube.com/watch?v=i2nbnJzervs

Ich würde gerne auf dieses Video hinweisen. Mich würden eure Meinungen dazu interessieren, nicht unbedingt aus Buddhistischer Perspektive, aber natürlich auch gerne.


zum ersten YT, der erste Satz

"Unless you have taken them, you will never be able to understand what people who have taken them taken them talk about.."

Also so ungefähr "Bevor Du diese Sachen nicht genommen hast, wirst Du nie verstehen, worüber Leute, die diese Sachen genommen haben reden..."

Wie bei Heroin, Arsen, Horrortrip Drogen, Zyankali, Botox und so weiter :rofl:

Schade. Ein mißlungener Ansatz aus meiner Sicht. Ich bin hier im Forum als bekennender Säkularer mit naturwissenschaftlichem Interesse die Ausnahme. Der Zusammenhang, die Beziehung von geistigen Erfahrungen und (Körper)Chemie ist bestimmt interessant.

Wenn so ein Spektakel noch nicht einmal mich anspricht?

Hoffentlich gibt es ernsthaftere Untersuchungen zum Gebenstand. DMT scheint ja auch kein neues Thema zu sein.
Moderation:
Sowohl Ayahuasca als auch DMT sind in Deutschland (genau wie LSD )illegale Drogen. In dem dieser Aspekt hier ausgeklammert wird, ergibt sich eine Verharmlosung illegaler Drogen.
void hat geschrieben:
Moderation:
Sowohl Ayahuasca als auch DMT sind in Deutschland (genau wie LSD )illegale Drogen. In dem dieser Aspekt hier ausgeklammert wird, ergibt sich eine Verharmlosung illegaler Drogen.


@void

War mir nicht bekannt. Ich bitte um Schließung des Threads.
Ich habe aus dem Off ein paar Bemerkungen zum Thema... Zum Einen kann man durchaus über Sinn und Unsinn illegaler Substanzen reden, genommen werden sie schliesslich trotzdem. Eine Verharmlosung liegt erst dann vor, nun ja, wenn man sie unkritisch verharmlost. Schliessen kann man den Thread m.E. immer noch, sollte er tatsächlich "entgleisen".

DMT in eine Schublade zu stecken mit Heroin o,ä. macht gar keinen Sinn. Wenn überhaupt kann man es mit LSD oder Psilocybin vergleichen. Auch der Vergleich hinkt aber, weil DMT eine körpereigene Substanz ist, die auch überall in der Natur vorkommt. Auch um uns herum ist das Molekül überall in Pflanzen vorhanden, wenn auch nicht in ausreichender Menge um es als von Aussen zugeführte "Droge" zu missbrauchen.

Auch für LSD und Psilocybin gibt es einen Schwarzmarkt, obwohl diese nicht süchtig machen. Nicht jeder Dealer ist zwangsläufig ein "böser Hinterhofkrimineller" der die Leute auf Teufel komm raus auf das übelste Suchtmittel anfixen will. Die gesamte Drogendebatte braucht schon eine sehr gewissenhafte Differenziertheit, denn mit Schwarz-Weiss-Malerei erreicht man keinen Konsumenten, der sich auch nur ein bischen besser auskennt - was meistens der Fall ist.

DMT ist tatsächlich inzwischen auf dem Schwarzmarkt angelangt, und es gibt sogar einen sehr geringen, wenn auch total sinnlosen, Freizeitkonsum. Die meisten Konsumenten versuchen sich selbst damit schamanisch zu therapieren. Was ich nicht gutheisse und was ich gefährlich finde.

In den Niederlanden ist DMT-haltiges Ayahuasca, dessen wesentliche aktiven Bestandteile DMT und MAO-Hemmer sind, als Sakrament in religiösen Zeremonien legalisiert. Nicht nur geduldet, sondern legal. Die Gruppen die es verwenden haben dafür aber auch jahrzehntelang kämpfen müssen. Dort habe ich damals einige Sitzungen - sie nennen es "Arbeiten" - mitgemacht und bin für die gemachten Erfahrungen heute noch dankbar. Verstehe aber auch, warum es ausserhalb des ritualisierten Kontext gefährlich sein kann. Diese klare Differenzierung: legal nur für religiöse Zwecke, macht Sinn, zumindest solange man Verbote für eine geeignete Präventionsmaßnahme hält. (Das tue ich nicht. Ich halte das portugiesische Modell im Umgang mit Drogen für beispielhaft: der persönliche Gebrauch aller Drogen ist dort seit 2001 entkriminalisiert, mehrfach aufgegriffene Konsumenten werden einer Beratung zugeführt, aber nicht kriminalisiert. Die Erfahrungen mit diesem Modell sind mehr als positiv.)

Es gibt schon einiges an sehr substanzieller Forschung zum Thema DMT.

Zuerst aber ein wenig Hintergrund: reines DMT wird vom Körper binnen weniger Minuten von den MAOs abgebaut. Das Rauchen von reinem DMT wirkt also nur 5-10 Minuten. Die Erfahrung - ich habe das damals einmal gemacht, weil mir ein Freund Kristalle geschenkt hatte - ist intensiv, aber nicht unbedingt angenehm. Im Ayahuasca wird seit Jahrhunderten DMT mit MAO-Hemmern gemischt. Diese hemmen, wie es der Name schon sagt, die MAOs und verhindert so, dass das DMT abgebaut wird. Auf diese Weise kann man die Wirkung fast beliebig in die Länge ziehen, typischerweise bei den Schamanen über Stunden. MAO-Hemmer sind aber per se auch gefährlich, weil auch andere Stoffe dann nicht mehr neutralisiert werden, was bei Unwissenheit zu Vergiftungen führen kann. z.B. sollte alter Käse und viele andere Nahrungsmittel gemieden werden. Nicht nur deswegen wird der Schamane vor einer Ayahuasca-Sitzung verlangen, dass man drei Tage fastet und noch länger auf bestimmte Nahrungsmittel verzichtet.

Auch die Ayahuasca-Erfahrung ist nicht unbedingt angenehm, Sucht ist ausgeschlossen und nicht bekannt, es ist sogar wirksam als Mittel gegen Drogensüchte und andere Süchte. Auf Ayahuasca kotzt man sich bei den ersten Sitzungen i.d.R. die Seele aus dem Leib, besser gesagt: es strömt aus allen Körperöffnungen, aus denen Flüssigkeit austreten kann. Teilweise stundenlang. Das passiert, solange im Körper Blockaden sind, die den Fluss der durch das DMT angestossenen Erfahrungen frei werdenden Energien verhindern. Dabei kann man sich das DMT wie eine Taschenlampe der erzwungenen Bewusstheit vorstellen, die in alle dunklen Ecken von Körper und Geist hineinleuchtet.

Dass Ayahuasca gegen Drogensüchte wirkt, ist wirklich interessant und verhältnismäßig gut erforscht. Es wird in einigen Ländern wo das möglich ist in der Therapie gegen Heroinsucht angewendet. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, wie ich angefangen habe, eine Nikotinsucht zu entwickeln. Nach einer der ersten Sitzungen wollte ich eine Zigarette anstecken - schaute das Ding an und: totales Desinteresse, nichtmal Abneigung, die ja Teil der Sucht ist, sondern einfach nur: "hä, was ist das denn für ein Scheiss?"... Danach habe ich nie wieder geraucht. Der Effekt hält eine Weile an, ist aber kein Selbstläufer. Man muss diesen Abstand von der Sucht aktiv nutzen und selbst auf Dauer stabilisieren. Was aber auf dieser Basis wohl sehr viel einfacher ist, als ein "kalter Entzug". Die Willenskraft wird ausserdem gestärkt.

Eine der wichtigsten angestrebten Erfahrungen bei schamanischem Ayahuasca-Gebrauch ist eine Nahtoderfahrung. Die Auswirkungen würde ich als vergleichbar mit Reines Land Phowa bezeichnen, wobei man mit Ayahuasca wirklich eine Nahtoderfahrung simuliert, bei dem sich alle Sinne und (gefühlt) Körperfunktionen auflösen bis nur noch blankes Bewusstsein übrig bleibt. Bewusstsein ohne jegliche Objekte. Also auch ohne Gedanken, Gefühle usw., absolut: nichts.

Da diese Erfahrung sehr beängstigend sein kann, wird sie in den Ayahuasca-Gemeinschaften lange vorbereitet. Ich habe eine solche Erfahrung damals eher spontan gemacht, was ich auf meine Meditationserfahrung zurückführe, die mir Mittel in die Hand gegeben hat, damit umzugehen, was passiert.

Als Buddhist braucht man das alles nicht, und auf lange Sicht, wenn man an Zustände ohne Körper glaubt, wo man keine Substanz mehr zur Hilfe nehmen kann, ist die Arbeit mit dem Geist an sich am wertvollsten. Da aber DMT tatsächlich im Prozess des Träumens und Sterbens im Körper aktiv wird, ist es nachvollziehbar, warum es traumartige und todesartige Erfahrungen - bei vollem Bewusstsein - vermitteln kann. Auf die Erfahrungen der Schamanen aus langer Tradition nicht zurückzugreifen und alle Substanzen gleichermassen gebetsmühlenartig im Stil der sog. "Drogenbeauftragten" der Regierung zu verteufeln halte ich für den komplett falschen Weg. Gleichzeitig verdient der Staat an ein paar der gefährlichsten und meistmissbrauchten Substanzen in Form von Steuern kräftig mit. Die Folgen von deren Missbrauch und die Verfolgung von "Kriminellen ohne Opfer" (Drogenkonsumenten) bezahlen wir ausserdem alle mit.

Eine aufgeklärte, differenzierte und moderne Drogenpolitik (siehe Portugal) tut dringend Not. Auch in Bezug auf Prävention ist das jetzige Modell kläglich gescheitert, komplett gegen die Wand gefahren. Wie die Alkohol-Prohibition damals in den USA z.B. (Der ganze bestehende Apparat zur Verfolgung der Schwarzbrennerei wurde dann erfolgreich auf die nächste Substanz - Cannabis - umtrainiert, wovon man heute auch schon wieder Abstand nimmt... Hmm...) Nur dass kaum ein Staat das gerne zugibt - indem mal echte Veränderungen umgesetzt werden. Langfristig wird es aber eigentlich keine Alternative zu bereits erprobten Modellen anderer Länder geben. Darüber reden und das Thema ent-tabuisieren ist also durchaus sinnvoll. Das ist aber ein rein weltlicher Aspekt.

Ich wiederhole nochmals: als Buddhist braucht man das alles nicht, und unsachgemäßer Gebrauch auch von potentiell therapeutisch nützlichen Substanzen wie DMT kann in Bezug auf einen spirituellen Weg massive Hindernisse im Geist aufbauen.



Disclaimer: das Thema schamanischer Gebrauch von Substanzen - und damit zwangsläufig auch eine Beschäftigung mit deren legalem Status usw. - interessiert mich seit ca. 25 Jahren. In meiner persönlichen Musikszene arbeite ich aktiv an niedrigschwelliger Aufklärung und Safer Use - Wissensvermittlung mit. In meinen 20ern habe ich auch ein paar eigene Erfahrungen mit schamanischen Substanzen gemacht, darunter LSD, MDMA, Psilocybin und eben auch Ayahuasca. Besonders letzteres im Rahmen von schamanischen Arbeiten unter Anleitung aus einer jahrhundertealten, wenn nicht noch älteren, Tradition aus dem brasilianischen Urwald heraus. Dass die sachlichen Erklärungen nicht zum Gebrauch irgendeiner hierzulande illegalen Substanz animieren sollen, ist ausdrücklich selbstverständlich.
Ach ja, die Aussage "sowohl Ayahuasca als auch DMT sind illegal" stimmt so nicht. Nur DMT ist illegal, Ayahuasca gibt es aber traditionell auch ohne DMT. Denn Ayahuasca beschreibt eine ganze Reihe Kräutertee-Mischungen aus vielen schamanischen Traditionen. Ohne DMT ist es legal und wird auch offen von Schamanen in Deutschland verwendet. Allerdings ist dieses Ayahuasca i.d.R. sehr "dunkel" in der Wirkung, wenn einfach das DMT herausgelassen wird, denn DMT ist sozusagen die "Taschenlampe". Mit den Erfahrungen umzugehen ist ungleich schwerer. Ein Schamane, der derartig reduziertes Ayahuasca verwendet muss nicht weniger sondern erheblich mehr Erfahrung haben. Das ist nicht unbedingt oft der Fall. Die, die mehr Erfahrung haben, verwenden dann lieber gar kein Ayahuasca, oder weichen in Länder aus, wo es in seiner vollständigen Form legal ist.
kilaya hat geschrieben:


Ich wiederhole nochmals: als Buddhist braucht man das alles nicht, und unsachgemäßer Gebrauch auch von potentiell therapeutisch nützlichen Substanzen wie DMT kann in Bezug auf einen spirituellen Weg massive Hindernisse im Geist aufbauen.



Disclaimer: das Thema schamanischer Gebrauch von Substanzen - und damit zwangsläufig auch eine Beschäftigung mit deren legalem Status usw. - interessiert mich seit ca. 25 Jahren. In meiner persönlichen Musikszene arbeite ich aktiv an niedrigschwelliger Aufklärung und Safer Use - Wissensvermittlung mit. In meinen 20ern habe ich auch ein paar eigene Erfahrungen mit schamanischen Substanzen gemacht, darunter LSD, MDMA, Psilocybin und eben auch Ayahuasca. Besonders letzteres im Rahmen von schamanischen Arbeiten unter Anleitung aus einer jahrhundertealten, wenn nicht noch älteren, Tradition aus dem brasilianischen Urwald heraus. Dass die sachlichen Erklärungen nicht zum Gebrauch irgendeiner hierzulande illegalen Substanz animieren sollen, ist ausdrücklich selbstverständlich.

das alles braucht auch eine Hexe nicht. Für divinatorische,luzide und sonstige interessante Träume nicht. Für hellwahrnehmende Visionen im Tagesbewusstsein nicht. Für Trancebewusstsein nicht. Für Heilen weiß ich nicht, ich kenne keine großen Geistheiler, ich dachte mal ich kannte eine bin aber nicht mehr sicher. Ich denke mal aber dass wenn Geistheilung seine Grenzen hat es auch dran liegt, dass die Patienten ihr Karma haben.
Vielleicht ist es auch so, dass der Vajra-Meister genauso wirkt wie Ayahuasca. :lol: Du siehst dein Ego und deine Schattenseiten auf einmal in krasser Form, hat er ausgelöst.

Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass die Tibeter auch irgendwelche Kräuter haben, das ist nur nichts für die Massen und sie haben es einfach nicht mit in den Westen gebracht. Weil sie genau wissen, was es bedeuten würde, wenn dadurch ein Abrutschen in Drogenmissbrauch bei manchen passieren würde.
Also kommt man ohne klar und das gehört auch mit zu den eigenen Kräften, sich den Gegebenheiten anpassen zu können.
Turmalin hat geschrieben:
das alles braucht auch eine Hexe nicht. Für divinatorische,luzide und sonstige interessante Träume nicht. Für hellwahrnehmende Visionen im Tagesbewusstsein nicht. Für Trancebewusstsein nicht.

Aus buddhistischer Sicht stellt sich sogar die Frage, ob man all das überhaupt braucht. Aber die Aussage an sich ist sicherlich richtig: es gibt reichlich schamanische Traditionen, die komplett ohne Substanzen auskommen. Da reichen z.B. Trommeln, Tanz usw. In Sibirien wird, wenn überhaupt, Alkohol verwendet. Für einige Schamanen in Südamerika ist Tabak heilig. Das ist ein weites und sehr diverses Feld.

Ich denke mal aber dass wenn Geistheilung seine Grenzen hat es auch dran liegt, dass die Patienten ihr Karma haben.

Geistheilung im Sinne von einer Spontanheilung funktioniert m.E. nur, wenn die geistigen Ursachen eh schon so gut wie aufgebraucht waren. Heilungserfolge durch schamanische oder meditative Arbeit sind aber gezielte Arbeiten an diesen Ursachen. Damit wird also aktiv daran gearbeitet, etwas im Geist und Körper zu verändern. Da ist es dann vielleicht eher so, dass zu starke karmische Eindrücke die Heilunserfolge verhindern können, weil es zu massiv ist, um in absehbarer Zeit transformiert zu werden.

Allerdings kann ich mir schon vorstellen, dass die Tibeter auch irgendwelche Kräuter haben, das ist nur nichts für die Massen und sie haben es einfach nicht mit in den Westen gebracht. Weil sie genau wissen, was es bedeuten würde, wenn dadurch ein Abrutschen in Drogenmissbrauch bei manchen passieren würde.

Meines Wissens gibt es diese Tradition bei den Tibetern nicht. Ihre Mittel zur Arbeit mit dem Geist sind schon so vielfältig und wirksam, dass es das nicht braucht. Bei Yogis ist es eher so, dass sie sich mitunter mit berauschenden Substanzen testen, z.B. Alkohol, ob sie ihren Geist klar halten können. Bei den grossen Yogis wirken selbst starke Drogen gar nicht oder zumindest merkt man ihnen nichts an, weil sie den Geist so stabil halten können. Warum sollte man da also etwas als Mittel verwenden, was man eher als Hindernis für den Geist bewertet?
kilaya hat geschrieben:

Meines Wissens gibt es diese Tradition bei den Tibetern nicht. Ihre Mittel zur Arbeit mit dem Geist sind schon so vielfältig und wirksam, dass es das nicht braucht. Bei Yogis ist es eher so, dass sie sich mitunter mit berauschenden Substanzen testen, z.B. Alkohol, ob sie ihren Geist klar halten können. Bei den grossen Yogis wirken selbst starke Drogen gar nicht oder zumindest merkt man ihnen nichts an, weil sie den Geist so stabil halten können. Warum sollte man da also etwas als Mittel verwenden, was man eher als Hindernis für den Geist bewertet?

Oh wow, das wusste ich nicht. Die Tibeter sind halt sehr cool 8) Ich muss sagen, dass ich nicht ganz frei von Inspiration durch Materie bin. Denn ich brauche ja materielle Grundlage um meine bildhaften Visionen zu spiegeln. Es scheint mir irgendwie auch spirituell notwendig, das zu machen. Krasse Buddhisten bezeichnen das als bloße Anhaftung. Anhaftung ist das auch, das stimmt schon. Aber ob es nur das ist, weiß ich nicht. Kunst und Musik-dafür braucht man immer materielle Dinge.

Musik haben die Tibeter. Die Kunst finde ich eher streng, also kreativ ausleben ist ja nicht so ihr Thema in der Malerei Aber vielleicht bei Tanz und Musik leben sie sich kreativ aus. Es gibt ja auch Lama-Tanz. Und Kostüme haben sie, sehr bunt und vielfältig. Das heißt sogar Mönche sollen diese visuellen kreativen Eindrücke haben.

Für mich kommt hier schon sehr viel rüber. Da brauch man nichts nehmen und erst mal raus gespult zu werden aus dem Normalbewusstsein:
Auch die spirituellen Tänze sind bis in die letzte Bewegung durchchoreografiert. Das tut sich nichts mit den Thangka-Malereien. Das Einzige was mir einfällt, was der tibetische Buddhismus bewahrt hat, was eine Entrückung und damit ein gewisses Chaos mit sich bringt, sind die Orakelmedien.
interessant, weil... naja, ich habe schon den Eindruck, dass eine gewisse Versteifung hier bei den Praktizierenden den spirituellen Fortschritt verhindern kann. Man macht alles richtig und nach Vorschrift, was dabei aber irgendwie nicht rauskommt ist, dass der Mensch zum Energiefeld wird und nicht nur der Lama ein Energiefeld ist.
Formulierung: jedes Wesen ist/hat ein Energiefeld. Ob dieses Feld aber erleuchtet / funktional / dysfunktional / balanciert / unbalanciert und mit der Ganzheit / Buddhanatur verbunden ist, ist eine andere Frage.
kilaya hat geschrieben:
Formulierung: jedes Wesen ist/hat ein Energiefeld. Ob dieses Feld aber erleuchtet / funktional / dysfunktional / balanciert / unbalanciert und mit der Ganzheit / Buddhanatur verbunden ist, ist eine andere Frage.

kapiere Bahnhof, was du sagen willst. :?
Du hast geschrieben:
dass der Mensch zum Energiefeld wird und nicht nur der Lama ein Energiefeld ist

das ist unglücklich formuliert, da es um die Qualität des Energiefeldes geht und nicht darum "eines zu werden"
kilaya hat geschrieben:
Du hast geschrieben:
dass der Mensch zum Energiefeld wird und nicht nur der Lama ein Energiefeld ist

das ist unglücklich formuliert, da es um die Qualität des Energiefeldes geht und nicht darum "eines zu werden"

ja stimmt. Deswegen hatte ich auch schon Zeiten wo mir S-Bahnfahren so schwer viel. Es ist voll und die Energie ist...naja... und auch noch dicht gedrängt die Leute...
dann musst du S-Bahn surfen......Spass beiseite,
ich les grad in nem Buch über Ch. Trungpa, dass er auch nach der Einnahme von LSD sich völlig "normal" verhielt, Ihm nicht anzumerken gewesen ist ,dass er auf Acid war.
Samten hat geschrieben:
dann musst du S-Bahn surfen......Spass beiseite,
ich les grad in nem Buch über Ch. Trungpa, dass er auch nach der Einnahme von LSD sich völlig "normal" verhielt, Ihm nicht anzumerken gewesen ist ,dass er auf Acid war.

Das wird ja über einige der grossen Yogis so beschrieben. Ich würde es besonders dann für sehr besonders halten, wenn sie tatsächlich in der Lage sind, die Aufnahme der Substanz in den Körper bzw. das Eintreten ihrer Wirkung zu kontrollieren.

Ich als "ganz kleiner Yogi" konnte nämlich damals auch durchaus grosse Mengen LSD nehmen und niemand hat was gemerkt, wenn ich es nicht wollte. Ich konnte jederzeit umschalten und mich völlig normal in der nüchternen Alltags-Welt bewegen und kommunizieren, habe das auch mal gezielt ausgetestet. Samstag Nachmittag in Münster in der City shoppen gehen o.ä. Es hat nie jemand was davon gemerkt. Allerdings sah die Welt für mich selbst schon sehr anders aus ;) Wesentlich war, dass ich den Geist in jedem Zustand derart im Zaum halten konnte, ich konnte mich aber auch dem hingeben und "kontrolliert loslassen". Eigentlich konnte ich damals nur so - mit Hilfe von Substanzen - mal richtig loslassen. Die Kontrolliertheit, die meine Stärke war, war gewissermaßen auch meine Schwäche.

Heute tanze ich locker komplett nüchtern 6-8 Stunden durch und wenn ich müde werde, brauche ich nur meine innere Quelle von Freude anzuzapfen und habe wieder Energie. Wenn der Körper müde wird und nicht der Geist, dann trink ich mal eine Club Mate oder schlaf auch einfach mal auf einer Couch neben der Tanzfläche für eine Viertelstunde - Powernap ;) Wenn dann die Sonne aufgeht, sehen die Kids die sich mit Drogen wachgehalten haben, vergleichsweise alt aus. ;)

Von Trungpa stammt übrigens eines meiner buddhistischen Lieblingszitate über LSD/Drogen. Das liegt aber wohl auch daran, dass sich sonst kaum einer dazu äußert. Er sagt sinngemäß, dass man nicht den Fehler machen sollte, die Erfahrung wiederholen zu wollen. Die Erfahrung ist echt, er nennt es "totale Erfahrung", aber wenn man anfängt, Drogen zu nehmen um eine Erfahrung festzuhalten oder danach giert, sie zu wiederholen, wird es schief. Im Prinzip trifft das ja auf alle Erfahrungen zu. Jegliche Samadhi-Erfahrung, spontanes Auftreten von Siddhi oder sonstige "Besonderheiten" die in der Meditation auftreten können, das alles wird schief, wenn man versucht es festzuhalten oder darauf abzielt, es zu wiederholen.
Samten hat geschrieben:
ich les grad in nem Buch über Ch. Trungpa, dass er auch nach der Einnahme von LSD sich völlig "normal" verhielt, Ihm nicht anzumerken gewesen ist ,dass er auf Acid war.


Ist es bei einigen Alkohoholkranken nicht so, dass sie mindestens ein paar Promille brauchen, um "funktionieren" zu können. Ihnen merkt man das Nüchtern sein an, nicht aber die Trunkenheit.
pamokkha hat geschrieben:
Ist es bei einigen Alkohoholkranken nicht so, dass sie mindestens ein paar Promille brauchen, um "funktionieren" zu können. Ihnen merkt man das Nüchtern sein an, nicht aber die Trunkenheit.

Das stimmt für Alkohol, aber LSD oder DMT funktionieren komplett anders. Man kann LSD gar nicht länger durchgängig nehmen, da es dann nicht mehr wirkt. Es gibt langfristig keinerlei Gewöhnungseffekte. Kein Abhängigkeitspotential, körperlich gar nicht, aber auch nicht psychisch.

Deine Aussage zeigt, dass Du wirklich null Ahnung von der Materie hast. Was keine Kritik ist, denn das muss man ja nicht. Und zeigt, dass Dein Geist sowas so wenig braucht, dass es keinerlei Berührungspunkte gibt. :like:

Wenn Du Dich allerdings nicht auf LSD bezogen hast, sondern auf Trungpa und das Thema Alkohol: davon war hier nicht die Rede.
Natürlich habe ich keine Ahnung von der Materie.

Aber, wenn Samten schreibt "dass er [Trungpa] auch nach der Einnahme von LSD sich völlig "normal" verhielt" und du schreibst "man kann LSD gar nicht länger durchgängig nehmen, da es dann nicht mehr wirkt", dann heißt dies vielleicht, Trungpa hat einfach so viel davon konsumiert, dass bei ihm die körperliche Wirkungslosigkeit eintrat und man daraus kein spirituelles Highlight oder siddhi machen sollte. Was meinst du?
pamokkha hat geschrieben:
Aber, wenn Samten schreibt "dass er [Trungpa] auch nach der Einnahme von LSD sich völlig "normal" verhielt" und du schreibst "man kann LSD gar nicht länger durchgängig nehmen, da es dann nicht mehr wirkt", dann heißt dies vielleicht, Trungpa hat einfach so viel davon konsumiert, dass bei ihm die körperliche Wirkungslosigkeit eintrat und man daraus kein spirituelles Highlight oder siddhi machen sollte. Was meinst du?

Meines Wissens hat er nicht regelmäßig LSD genommen, das war wohl eher ein einmaliges Event, weil: 60er / 70er und so und das waren halt wichtige Themen. Es wäre auch witzlos, schon am 2. Tag müsste man für gleiche Wirkung die doppelte Menge nehmen und am 3. Tag passiert schlicht gar nichts mehr. Wenn man eine ordentliche Pause macht, wirkt es wieder voll bei geringer Dosis.

Aber wie gesagt, für eine besondere Siddhi halte ich das nicht unbedingt, ausser dass man beim ersten Mal natürlich schon mit einem sehr ungewohnten Zustand umgehen muss. Aber für jemand, der viel meditiert hat, denke ich ist das nicht das Ding.
kilaya hat geschrieben:
Ich als "ganz kleiner Yogi" konnte nämlich damals auch durchaus grosse Mengen LSD nehmen und niemand hat was gemerkt, wenn ich es nicht wollte. Ich konnte jederzeit umschalten und mich völlig normal in der nüchternen Alltags-Welt bewegen und kommunizieren, habe das auch mal gezielt ausgetestet. Samstag Nachmittag in Münster in der City shoppen gehen o.ä. Es hat nie jemand was davon gemerkt. Allerdings sah die Welt für mich selbst schon sehr anders aus ;) Wesentlich war, dass ich den Geist in jedem Zustand derart im Zaum halten konnte, ich konnte mich aber auch dem hingeben und "kontrolliert loslassen". Eigentlich konnte ich damals nur so - mit Hilfe von Substanzen - mal richtig loslassen. Die Kontrolliertheit, die meine Stärke war, war gewissermaßen auch meine Schwäche.


Erstaunlich, ich hab' LSD einmal in den siebziger Jahren ohne Wissen und Erfahrung über Meditation genommen. Die totale Ich-Auflösung war etwas dramatisch - ich wusste nichts über Loslassen usw. Einige konnten damit umgehen, aber viele sind damals durchgedreht und haben ihr ganzes Leben nicht mehr zurückgefunden. Wie bei einer schweren Psychose, etwa Schizophrenie. Es gab auch Todesfälle und Selbstmord. Da möchte ich schon davor warnen, das zu verharmlosen.
Ich finde dass es nicht ganz zu unrecht verboten wurde. Anfangs wurde es professionell hergestellt, etwa von der Firma Sandoz, nachher illegal zusammengepanscht in zweifelhafter Qualität.

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