Kleidung

Moderator: void

Hallo in die Runde,

vorhin stöberte ich nach Kleidung, da eine meiner 2 Hosen das zeitliche gesegnet hat. Ich sah unter anderem ein Shirt, das 67 Euro kostete, nur weil ein bestimmter Aufdruck darauf war.
Dann kamen mir die Gedanken "Warum?" und "Was ist der Zweck von Kleidung?" und mir wurde erst richtig bewusst, auf welch, aus meiner Sicht, unnötige Dinge sehr viele Menschen ihren Fokus legen. Was ihnen gleichzeitig die Zeit für, aus meiner Sicht, wichtigere Dinge oder Tätigkeiten nimmt.

Natürlich erfüllt Kleidung bei vilen Menschen auch den Zweck der Selbstdarstellung und des sich nach außen hin ausdrückens. Dafür habe ich Verständnis.
Meine Gedanken gehen noch weiter zurück, braucht man diese Selbstdarstellung wirklich? Meine Antwort dazu wäre, nein. Je mehr Wert man darauf legt wie man nach außen wirkt, umso weniger befasst man sich mit seinem inneren, so zumindest meine Erfahrung zu mir selbst. Und der Zweck dieser Selbstdarstellung, in dem Fall durch Kleidung, wird vermutlich dazu dienen damit etwas von seinem Inneren zu überdecken, weil es einfacher ist Bewunderung für ein Kostüm zu bekommen als für Aspekte die man sich mühsam und langwierig selbst erarbeiten muss.

Es wird Wert gelegt auf Farbe, Passform, Aufdrucke, Schnitt, Material, Stil, Trends, usw. Dabei ist Kleidung an sich, aus meiner Sicht, an erster Stelle etwas zweckmäßiges. Den Körper bedecken, schützen, wärmen, rein funktionell.
Stattdessen wird sich in Stücke gezwängt die zu eng sind, worin man sich nicht wohl fühlt, die einen einschränken, und teils nicht Mal ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Zusätzlich wird immer wieder viel Zeit damit verbacht, sich ein zufriedenstellendes Outfit zusammen zu stellen und trotz einer Fülle an Kleidungsstücken endet es manchmal in Unzufriedenheit.

Was denkt ihr zum Thema Kleidung?

Lg Sensey.
Hm, ich hab keine Ahnung, ob sich Leute in zu enge Kleidungsstücke zwängen. Ich trag eigentlich nur Sachen, die ich bequem finde und in denen ich mich wohl fühle - und manche liegen auch eng an, zwängen mich aber nicht ein, sonst würd ich sie nicht tragen wollen. Eigentlich trage ich einfach, was mir gefällt, mag es manchmal auch zufällig grad "in" sein. Gibt aber Sachen, die ich ums Verrecken nicht anziehe, egal wie angesagt sie alle paar Jahre sein mögen, wie z. B. grad wieder löchrige Jeans. :nosee:

Ich bin nun aber auch mal keine buddhistische Nonne oder wenigstens ausgeflippte Künstlerin oder so, dass mir Kleidung komplett wurscht sein könnte, und grad, wenn man im Berufsleben steht, geht es auch um ein gewisses Erscheinungsbild.

Letztlich kann man aber auch mit einem "Mir-egal"-Look zum Selbstdarsteller werden.
Ich erwerbe (aus Prinzip) meine komplette Garderobe und die entsprechenden Accessoires, (mit Ausnahme der Unterwäsche :oops: ), seit Jahrzehnten in Second-hand Läden oder auf Flohmärkten. Der einzige Luxus bezieht sich auf meinen Anspruch ans Material: ich kaufe vorzugsweise Kleidung aus Leinen oder Baumwolle.

Ich besitze nicht viel, aber alles lässt sich mit allem kombinieren. Es fanden sich, (und finden sich nach längerem Stöbern immer noch), Einzelteile in hervorragender Qualität, die ich mit entsprechendenden Stücken aus meinem Fundus immer wieder neu kombiniere.

Mit den günstig erstandenen und liebevoll gepflegten Teilen bekleidet, kann ich mich überall sehen lassen. Bislang wurde das "mkha´-Design" ausnahmslos akzeptiert. :wink:

LG mkha´
Hauptsache praktisch und sauber.
Vernünftiges Schuhe sind wichtig
Als Büromensch muss ich schon ein wenig darauf achten, dass ich Hemden habe, die farblich einigermaßen zum Pullover passen. Allerdings bin ich weder Anzugs- noch Krawattenträger! In meinem Kleiderschrank hängen bestimmte Lieblinge, die ich häufiger anziehe, weil ich mich wohler fühle. Warum auch immer. Ich müsste viele Sachen eigentlich aus meinem Kleiderschrank rausschmeißen und in die Altkleidersammlung geben. Das gleiche gilt für Bücher, Vielleicht mache ich das demnächst....
mkha' hat geschrieben:
...
Mit den günstig erstandenen und liebevoll gepflegten Teilen bekleidet, kann ich mich überall sehen lassen. Bislang wurde das "mkha´-Design" ausnahmslos akzeptiert. :wink:


Laß mal sehen 8)

Ich wette, daß ist insgesamt witziger und für unseren Planeten in der Summe positiver als jede Melania Trump Collection.. :lol:
Möglichst ohne tierische Bestandteile - Leder, Pelz, Daunen - aus Rücksicht auf die nichtmenschlichen Bewohner dieser Erde. Bei Schuhen mache ich manchmal eine Ausnahme, dieses Goretex hat bisher immer Nässe durchgelassen.
Ansonsten weit und zweckmäßig, ohne auf Mode zu achten, vorzugsweise nicht synthetisch. Alles wird getragen bis es auseinanderfällt. Lange Zeit habe ich auch nur auf Flohmärkten und in Second Hand Läden gekauft.
Kleidung hat den Zweck vor Kälte und Nässe zu schützen. Damit die Leute keinen Kulturschock kriegen achte ich einigermaßen auf gesellschaftliche Konventionen, ansonsten würde ich lieber mit einer Toga oder einem Lunghi herumlaufen.
mukti hat geschrieben:
...
Damit die Leute keinen Kulturschock kriegen achte ich einigermaßen auf gesellschaftliche Konventionen, ansonsten würde ich lieber mit einer Toga oder einem Lunghi herumlaufen.


:lol:

Kulturschock + Klima bitte.
Es kann hier schon richtig unangenehm werden in Bezug auf Toga...
Gebrauchte Kleidung für *im Haus* und außer Haus bequem und schlicht.
Bin ständig dabei und auf der suche nach Überfluss und Ballast zum entsorgen.
Weniger ist viel viel mehr :)

LG :sunny:
mukti hat geschrieben:
... oder einem Lunghi herumlaufen.


Ja, ein Rock ist an Bequemlichkeit nicht zu überbieten.
pamokkha hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
... oder einem Lunghi herumlaufen.


Ja, ein Rock ist an Bequemlichkeit nicht zu überbieten.

:lol: machst du Witze?

Schon mal selber probiert, z.B. beim Fahrradfahren?
Nee, beim Fahrrad fahren noch nicht. Da kann ich es mir tatsächlich blöd vorstellen. Aber beim Rumsitzen auf'm Fußboden ist es plusbequem. Findest du nicht?
pamokkha hat geschrieben:
Nee, beim Fahrrad fahren noch nicht. Da kann ich es mir tatsächlich blöd vorstellen. Aber beim Rumsitzen auf'm Fußboden ist es plusbequem. Findest du nicht?

Könnte sein (außer wenn die Beine auf der Matte 'kleben') - aber ich trage im Alltag nie Röcke. Kleider schon mal - selten - bei besonderen Anlässen. Liegt wohl daran, dass ich so eng anliegende Sachen wie Strumpfhosen nicht mag. Sonst eher Jeans, Shirt & Fleecejacke, im Sommer halt dünne Hosen, und auch im Büro Hosen & Pulli (statt Röcke & Blusen).

Zum Meditieren hab ich zu Hause bislang die Jeans angelassen, zum Yoga hab ich halt ne Yoga-Hose, bequeme Weite und mit Bündchen, damit meditiere ich auswärts auch.

Auf die Schnitte, die Stoffe und die Farben achte ich noch, weil das zu Anlass und Stimmung (gehabter und gewünschter) passen muss.
Fahrradfahren mit Toga - weiß nicht recht, aber ich fahre sowieso lieber mit Rädern die nicht diese behindernde Stange drauf haben. Übrigens ist eine Toga kompliziert zu wickeln habe ich eben gelesen, die einfachere Tunika war mehr verbreitet. Bei Kälte hat man mehrere übereinander getragen. In Indien trug man Dhoti, der aber mittlerweile meistens von der westlichen Hose abgelöst wurde.
So Tücher zu tragen fühlt sich irgendwie besser an, man kann sich auch z.B. Buddha, Jesus oder Sokrates schwer in Jeans vorstellen.
Mich persönlich stört die Selbstdarstellung meiner Mitmenschen mittels Kleidung wenig. Sollen sie doch alle anziehen was sie wollen, musst ja nicht hinschauen. Ich bin froh, dass wir in unserem Teil der Welt in einer Zeit leben, in der es wenige Regeln für Kleidung gibt. So kann ich ungehindert in meinem alten Ramones T-Shirt, Jeans und Chucks durch die Gegend laufen. Andererseits sehe ich vor allem im Sommer oft viel zu viel von dem, was ich lieber nicht sehen möchte. Dann gibts nur eins: :nosee: 8)
beim ersten wärmenden Sonnenstrahl im Vorfrühling:
Muscle-Shirt mit Schwimmringen und Vokuhila....
Wabernde Fleischmassen, bauchfrei in Shorts. Gruselige Füsse in Flip Flops. Schon früh am Morgen riecht es in den öffentlichen Verkehrsmitteln wie im Puma Käfig. Nee, der Sommer in der Großstadt hat nicht nur schöne Seiten. Mir fallen dann immer die Leichenfeldmeditationen ein. :sick:
"Roohbääärt"
Was heisst das? Ich steh auf dem Schlauch. Wie so oft... :)
Hi ihr Lieben,

Ethisch gesehen sollte Kleidung kein Töten oder Ausbeutung unterstützen. Also kein Leder und möglichst fair trade - obwohl man sich da auch nicht immer drauf verlassen kann.

Vom Ausdruck der eigenen Lebensweise gesehen finde ich inzwischen im Netz einige Seiten, die durchaus moderne und trendy Fashion anbieten mit buddhistischen Symbolen und östlichen Touch.

Ich selbst mag einen bequemen Kleiderstil. Jetzt im Sommer gerne leichte, bunte Stoffhosen und oversize-Blusen.
Singingisa hat geschrieben:
Ethisch gesehen sollte Kleidung kein Töten oder Ausbeutung unterstützen. Also kein Leder und möglichst fair trade - obwohl man sich da auch nicht immer drauf verlassen kann.
...


Schon mal drüber nachgedacht, wie viele Wesen das Leben verlieren, wenn eine der riesigen Erntemaschinen durch ein Baumwollfeld rauscht? Die Romantik, daß da heitere, gut bezahlte Menschen mit einem Erntebeutel rumlaufen und von jedem Baumwolldings vom Strauch vorher vorsichtig die Insekten oder Spinnen abpusten darf man in jedem einzelnen Aspekt gern vergessen.

Es ist mir schon klar, daß das fürchterlich zynisch klingt, aber man sollte ganz klar sehen, daß Leben mit Leiden verbunden ist, auch dem Leiden anderer. Was lebt wird sterben. Wir können uns darin üben nicht vorsätzlich Leben zu nehmen, das ist alles.

Synthetik als Ausgangsmaterial hat andere, aber ähnlich viele Probleme..

Wahrscheinlich war es nicht so gedacht, aber die Regeln für buddhistische Mönche, Kleidung immer wieder zu flicken und so lange wie möglich zu nutzen macht heute ökologisch wahrscheinlich den meisten Sinn.
fotost hat geschrieben:
Wahrscheinlich war es nicht so gedacht, aber die Regeln für buddhistische Mönche, Kleidung immer wieder zu flicken und so lange wie möglich zu nutzen macht heute ökologisch wahrscheinlich den meisten Sinn.

Not gebiert immer auch Tugend.
Mal das Suchedingens an- und "Boro Japan" einwerfen.
happygolucky hat geschrieben:
Was heisst das? Ich steh auf dem Schlauch. Wie so oft... :)



kennste nich?:




die "Edelprolls"
Moosgarten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Wahrscheinlich war es nicht so gedacht, aber die Regeln für buddhistische Mönche, Kleidung immer wieder zu flicken und so lange wie möglich zu nutzen macht heute ökologisch wahrscheinlich den meisten Sinn.

Not gebiert immer auch Tugend.
Mal das Suchedingens an- und "Boro Japan" einwerfen.


Oha...
schön.. :earth:
ich staun' immer und immer wieder über die Kunst des Handwerks in Japan.....
in allen möglichen "Bereichen"
Moosgarten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Wahrscheinlich war es nicht so gedacht, aber die Regeln für buddhistische Mönche, Kleidung immer wieder zu flicken und so lange wie möglich zu nutzen macht heute ökologisch wahrscheinlich den meisten Sinn.

Not gebiert immer auch Tugend.
Mal das Suchedingens an- und "Boro Japan" einwerfen.


Danke für den Link. Schönes Material (zum Nachdenken und zum Anziehen :mrgreen: ) !

Ähnliches gibt es auch woanders. Quilten etwa hatte auch Elemente von Nutzung von Resten, neben den sozialen Aspekten.

Zum Teil Not gebiert Tugend melde ich massive Zweifel an :doubt: :doubt:
Es gibt auch jetzt noch genug Not, hier in unseren materiell reichen westlichen Gesellschaften, aber viel konzentrierter in anderen Gebieten. Ich sehe heute wenig daraus erwachsende Tugenden. Leider. Es scheint immer auch ein gewisser Mindset dazuzugehören.

Mit dem
Wahrscheinlich war es nicht so gedacht
hatte ich eigentlich anderes anstoßen wollen - daß vielleicht diese Regeln mehr mit Haltungen wie un-Eitelkeit, Respekt gegenüber anderen, die einem den Lebensunterhalt finanzieren, Achtung gegenüber der Natur zu tun hatten.

Alles Sachen, über die wir heute in einer Welt mit fast 8Mrd Menschen (2017) immer häufiger nachdenken müssen.
Moosgarten hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Wahrscheinlich war es nicht so gedacht, aber die Regeln für buddhistische Mönche, Kleidung immer wieder zu flicken und so lange wie möglich zu nutzen macht heute ökologisch wahrscheinlich den meisten Sinn.

Not gebiert immer auch Tugend.
Mal das Suchedingens an- und "Boro Japan" einwerfen.

Boah ist das schön!! :heart: Danke für den Tipp!

Ähnlich genial, allerdings etwas unpraktisch beim Anziehen: kintsugi

Viele Grüße
Andreas
fotost hat geschrieben:
Zum Teil Not gebiert Tugend melde ich massive Zweifel an :doubt: :doubt:
Es gibt auch jetzt noch genug Not, hier in unseren materiell reichen westlichen Gesellschaften, aber viel konzentrierter in anderen Gebieten. Ich sehe heute wenig daraus erwachsende Tugenden. Leider. Es scheint immer auch ein gewisser Mindset dazuzugehören.

Ich schrieb extra "auch". Ansonsten gehts uns hier im Westen einfach noch nicht dreckig genug, aber keine Bange, das wird schon noch.
Sensey hat geschrieben:
Hallo in die Runde,

vorhin stöberte ich nach Kleidung, da eine meiner 2 Hosen das zeitliche gesegnet hat. Ich sah unter anderem ein Shirt, das 67 Euro kostete, nur weil ein bestimmter Aufdruck darauf war.
Dann kamen mir die Gedanken "Warum?" und "Was ist der Zweck von Kleidung?" und mir wurde erst richtig bewusst, auf welch, aus meiner Sicht, unnötige Dinge sehr viele Menschen ihren Fokus legen. Was ihnen gleichzeitig die Zeit für, aus meiner Sicht, wichtigere Dinge oder Tätigkeiten nimmt.

Natürlich erfüllt Kleidung bei vilen Menschen auch den Zweck der Selbstdarstellung und des sich nach außen hin ausdrückens. Dafür habe ich Verständnis.
Meine Gedanken gehen noch weiter zurück, braucht man diese Selbstdarstellung wirklich? Meine Antwort dazu wäre, nein. Je mehr Wert man darauf legt wie man nach außen wirkt, umso weniger befasst man sich mit seinem inneren, so zumindest meine Erfahrung zu mir selbst. Und der Zweck dieser Selbstdarstellung, in dem Fall durch Kleidung, wird vermutlich dazu dienen damit etwas von seinem Inneren zu überdecken, weil es einfacher ist Bewunderung für ein Kostüm zu bekommen als für Aspekte die man sich mühsam und langwierig selbst erarbeiten muss.

Es wird Wert gelegt auf Farbe, Passform, Aufdrucke, Schnitt, Material, Stil, Trends, usw. Dabei ist Kleidung an sich, aus meiner Sicht, an erster Stelle etwas zweckmäßiges. Den Körper bedecken, schützen, wärmen, rein funktionell.
Stattdessen wird sich in Stücke gezwängt die zu eng sind, worin man sich nicht wohl fühlt, die einen einschränken, und teils nicht Mal ihren eigentlichen Zweck erfüllen. Zusätzlich wird immer wieder viel Zeit damit verbacht, sich ein zufriedenstellendes Outfit zusammen zu stellen und trotz einer Fülle an Kleidungsstücken endet es manchmal in Unzufriedenheit.

Was denkt ihr zum Thema Kleidung?

Lg Sensey.


Ein paar unausgegorene Überlegungen.

Geschmack scheint mir eine untrennbare Mischung aus eigenem Präferenzen und positiven Rückmeldungen durch andere zu bedeuten. Zu den eigenen Vorstellungen mischt sich also auch der Wunsch nach Anerkennung.

Schöne Kleidung kann vermutlich helfen, bewundernde Blicke zu ernten, interessanter zu wirken, wichtig genommen zu werden. In gesellschaftlicher Hinsicht gilt diese Anerkennung zu einem gewissen Teil dem Wohlstand.

Wollen Menschen mit ihren Kleidern Wohlstand signalisieren? Signalisiert die „schöne“ Kleidung in besonderem Maße, dass sie eben nicht billig ist? Dabei denke ich nicht unbedingt an ein Protzen, sondern es kann auch auf dezente Art geschehen. In meinem Fall: Macht es Sinn, mit meiner Kleidung ein bisschen Hochstapler zu sein?

Mag sein, dass dies besonders in den „besseren“ Wohnlagen zutrifft, wo es für viele Menschen selbstverständlich ist, in teuren Geschäften zu wählen. Doch überall kaufen sich Menschen für gewisse Anlässe neue Kleider. Manche kaufen teure Kleidung billig im Schlussverkauf oder Second-hand. Manche rechtfertigen es mit ihrem Job oder mit angeblich höherer Qualität.

Sicher gibt es Menschen, die einer so erkauften Attraktivität keine Bedeutung beimessen und auf etwaige Anerkennung aus solchem Grund gerne verzichten.
Dann kamen mir die Gedanken "Warum?" und "Was ist der Zweck von Kleidung?" und mir wurde erst richtig bewusst, auf welch, aus meiner Sicht, unnötige Dinge sehr viele Menschen ihren Fokus legen.

Ich komme aus einer Familie, bei der Kleidung sehr wichtig war, weil sie sich damit ihren Lebensunterhalt verdient hat. :D

In meinen Augen dient Kleidung immer diesen beiden Zwecken: Schutz und Selbstvergewisserung.
Beides geht ineinander über.

Schutz:
vor Witterung, vor Verletzung

Selbstvergewisserung:
kann ich mir leisten, bin begehrenswert, gehöre dazu …

Selbstvergewisserung ist auch ein Teil des Schutzes. Z.B. gehöre ich durch eine bestimmte Kleidung einer bestimmten Gruppe an. Das stärkt, daran können sich Gruppenmitglieder erkennen und ggf. füreinander einstehen. Das gilt auch für religiös konnotierte Kleidung.
"Ich bin begehrenswert" ist auch Schutz. Wer begehrt ist, um den wird sich vermehrt gekümmert.
"Kann ich mir leisten" ist nicht nur Abgrenzung, also signalisiert einen bevorzugten Status. Auch das ist Schutz.
Ab dem Moment, an dem ich mir nicht irgendwas drüberhänge, weil es regnet o.ä., hat Kleidung Signalfunktion.
Karnataka hat geschrieben:
Wollen Menschen mit ihren Kleidern Wohlstand signalisieren? Signalisiert die „schöne“ Kleidung in besonderem Maße, dass sie eben nicht billig ist? Dabei denke ich nicht unbedingt an ein Protzen, sondern es kann auch auf dezente Art geschehen. In meinem Fall: Macht es Sinn, mit meiner Kleidung ein bisschen Hochstapler zu sein?

Hast du schonmal im Fernsehen gesehen, was hochrangige Pokerspieler so tragen? Labberige T-Shirts etc... :mrgreen:

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