Advaita Vedanta, Neo-Advaita und Eckhart Tolle

Moderator: void

Ich finde es einfach verwirrend, wenn Vertreter dieser Richtungen hier ihre Meinungen etc kundtun. Ja, ich gestehe, ich muss/sollte selbst immer genau darauf achten wer( also zu welcher buddhistischen Richtung jemand gehöhrt) wo ( in welchen Unterforum) etwas schreibt. Aber die Vertreter von Advaita Vedanta, Neo-Advaita und Eckhart Tolle gehöhren doch so wie ich das sehe keiner buddhistischen Richtung an? Gibt es Advaita-Foren? Dort könnten die Erleuchteten sich doch gegenseitig wunderbar illuminieren? Bei all den Grabenkämpfen hier zwischen Theravada, Zen und Vajrayana ist es für ich mühsam, wenn ich dann auf einmal noch eine 4 Front aufmachen muss, nur weil diese Vertreter ein paar Vokabeln mit den Buddhistischen gemeinsam haben?
Advaita Foren gibt es und auch solche des sogenannten Neo-Advaita, mit einer Menge Erleuchteter. :doubt:
Ich glaube, wir brauchen hier keine Vertreter ("isch möschte diesen Teppisch nischt kaufen"), keine Fronten (wir sind hier nicht im Krieg sondern in einem buddhistischen Forum) und auch keine Grabenkämpfe (dito). Vielmehr Menschen mit unterschiedlichen persönlichen Hintergründen und aktuellen buddhistischen Interessen, die sich nicht in Schubladen pressen lassen müssen oder selber dort verstecken, sondern frei und offen einen gemeinsamen Austausch pflegen.

Grüße :rainbow:
nyalaana hat geschrieben:
..
Bei all den Grabenkämpfen hier zwischen Theravada, Zen und Vajrayana ist es für mich mühsam, wenn ich dann auf einmal noch eine 4 Front aufmachen muss, nur weil diese Vertreter ein paar Vokabeln mit den Buddhistischen gemeinsam haben?

Interessantes Thema, abgesehen vom konkreten Anlaß.

Jeder beansprucht irgendwie Deutungshoheit über Begriffe und Auslegungshoheit für Konzepte, aber ist meist auf der anderen Seite bestrebt, eine gewisse Höflichkeit gegenüber anderen zu zeigen, solange die ähnlich klingende Worte verwenden.

Das ist so wie bei Igeln, die sich gegenseitig wärmen möchten. Da muß man manchmal die eigenen Stacheln anlegen um nahe genug heranzukommen :lol:
Das geht solange gut bis einer auf das vollständige Aufrichten der Stacheln besteht..
Carneol hat geschrieben:
buddhistischen Interessen,


Ja welche buddhistischen Interessen haben Vertreter/Mitglieder der Religionen Advaita Vedanta oder Neo-Advaita?

Ja ich habe in der Formulierung am Anfang bewust ein wenig überzeichnet. Ich selbst habe keinen Krieg und beteilige mich ja auch eher weniger an den Grabenkämpfen hier.
Shakyamuni Buddha hatte ja zwei bedeutende Lehrer, nämlich Alara Kalama und Uddaka Ramaputta. Wüden diese heute lehren, würde man sie wohl auch als Hindu-Lehrer ähnlich den Vedanta-Lehrer sehen.

Und natürlich waren beide spirituell hoch-realisierter Mensch. Es heisst Alara Kalama hätte die 7.Verstiefungsstufe (ākiñcaññāyatana ) erreicht.

Von daher nehme ich an, dass viele Vedanta-Lehrer druchaus aus der Basis ähnliche tiefer spiritueller Realisation sprechen. Und das man da von daher vieles anerkennen kann, ohne da Wörter wie "erwacht" und "befreit" gleich mit Buddhaschaft assoziieren zu müssen.
nyalaana hat geschrieben:
Ich finde es einfach verwirrend, wenn Vertreter dieser Richtungen hier ihre Meinungen etc kundtun. Ja, ich gestehe, ich muss/sollte selbst immer genau darauf achten wer( also zu welcher buddhistischen Richtung jemand gehöhrt) wo ( in welchen Unterforum) etwas schreibt. Aber die Vertreter von Advaita Vedanta, Neo-Advaita und Eckhart Tolle gehöhren doch so wie ich das sehe keiner buddhistischen Richtung an? Gibt es Advaita-Foren? Dort könnten die Erleuchteten sich doch gegenseitig wunderbar illuminieren? Bei all den Grabenkämpfen hier zwischen Theravada, Zen und Vajrayana ist es für ich mühsam, wenn ich dann auf einmal noch eine 4 Front aufmachen muss, nur weil diese Vertreter ein paar Vokabeln mit den Buddhistischen gemeinsam haben?


In diesem Forum herrscht zunächst Meinungsfreiheit - und erst durch einen Prozess der Selektion gibt es dann Wanderungsprozesse. Du musst das ja nicht lesen. Und du musst das auch nicth als Fronten sehen. Die Frage ist ja, was dich an der Meinung anderer wirklich stört. Letztlich ist es Ausdruck eines Hindernisses - Aversion.
Advaita Vedanta (Sanskrit: अद्वैतवेदान्त advaitavedānta m.) eine Strömung in der Philosophie des Vedanta, die davon ausgeht, das es im Bereich des Absoluten, d.h. als höchste Realität, nur 'Nicht-Dualität' (advaita) gibt. Damit ist die letztendliche Identität von Individualseele (jiva) und Überseele (brahman) gemeint. Der berühmteste Vertreter dieser Philosophie, die ihren Anfang in den Upanishaden nahm, ist Shankara.

Shankaracharya, der Lehrer des Vedanta
Die Lehren Shankaras können in einem Halbvers zusammengefasst werden: "Brahma Satyam Jagan Mithya Jivo Brahmaiva Na Aparah" — nur Brahman (das Absolute) ist wirklich; diese Welt ist unwirklich; und der Jiva bzw. die Seele des Individuums unterscheidet sich nicht von Brahman." Dies ist die Quintessenz seiner Philosophie.

...

Advaita Vedanta ist der nicht-dualistische Vedanta, das nicht-dualistische Ende des Wissens. Es ist die Grundphilosophie, auf der Yoga Vidya beruht, das ist die Grundphilosophie von Swami Sivananda, das ist die Grundphilosophie von Swami Vivekananda und so vielen anderen Meistern. Man kann sagen, die Mehrheit der Strömungen in Indien heutzutage ist Advaita Vedanta, manchmal sogar genannt Kevala Advaita Vedanta. Kevala heißt natürlich. Advaita heißt nicht-dual. Vedanta, das Ende des Wissens. Advaita Vedanta wurde als Philosophiesystem von Shankaracharya begründet, 788 bis 820 n.Chr.

http://wiki.yoga-vidya.de/Advaita_Vedanta

Und vielleicht kann man sich mit diesem philosophischen Hintergrund durchaus auch für Buddhismus interessieren.

LG :rainbow:
Carneol hat geschrieben:
Und vielleicht kann man sich mit diesem philosophischen Hintergrund durchaus auch für Buddhismus interessieren.


Zu einer bestimmten Zeit war es so, dass der Hinduimus sich durch den Buddhismus überrannt fühlte, weil gerade der Mahyana-Buddhismus in Indien so ausgefilte philosophische Systeme wie Madhyamika hervorgebracht hatte. Von daher bestand die Bedeutung von Shankara vor allem darin, dass er die Hindu-Antwort auf den Buddhismus darstellte. Mit ihm wurde eine ähnliche philsophische Hähe wie in den buddhistischen Systemen erreicht wobei er aber gleichezeitig an die alten Hindu-Schriften (Veden, Upanischaden) anschloss.
Advaita schließt Buddhismus nicht aus, aber Buddhismus toleriert selten Advaita, obwohl die Philosophie mit Buddhas Lehre viel gemeinsam hat. Ich schreibe aus eigener Erfahrung, war in Indien bei Ramesh und habe mich viele Jahre mit befasst Advaita befasst. Für mich war das sogar einer der Sprungbretter in die Lehre Buddhas.

Diese Hysterie kann ich nicht nachvollziehen, Nyalaana!
_()_ Monika
Es gibt schon Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede zwischen Advaita und Buddhismus.
Bei Ramesh Balsekar war ich auch, mein Eindruck war dass er ganz was anderes lehrt als Shankaracarya, besonders was die Praxis betrifft.
Aber wahrscheinlich ist das jetzt nicht der richtige Ort darauf näher einzugehen, denn offen gestanden halte ich ihn und alles was ich sonst vom "Neoadvaita" gesehen habe, für nicht wirklich fortgeschritten in Sittlichkeit, Weisheit und Sammlung. Da will ich hier keine Unruhe stiften und Streitigkeiten anzetteln. Es kommt auch Persönliches mit ins Spiel (hört, hört), weil ich mir etwas an der Nase herumgeführt vorkam. Unterstelle aber keine boshafte Absicht, mir scheint die wissen es nicht besser.
Es gab mal das "Satsangforum", dies war gut gewesen, ist aber schon lange down.

Allgemein zum Thema sollte sich der Buddhist schon den Advaita Doktrinen "stellen" und sie nicht wegkaschieren wollen, so wie der Threadersteller es sich wahrscheinlich wünschen würde. Natürlich laufen Diskussionen mit "gestandenen NeoAdvaitins" oft ins Leere, weil es meistens vorkommt, dass man sich in Floskeln ergießt, die man bei Ramana oder Ramesh geklaut hat. Eckhart Tolle gehört auf jeden Fall mal gar nicht in die Advaita Ecke, auch wenn es vielleicht so scheinen mag.

Einen Überblick über die Konstruktivität der Advaita Lehren lässt sich nicht mit einmal reinlesen bewerkstelligen. Auch lehren die "Meister" sehr, sehr verschieden. Ramesh Balsekar ist quasi "destiliertes Advaita" ohne Hintergrund. Dem Interessierten seien die Texte von Gaudapada und Shankara empfohlen. Auch die Brahma Sutra ist erhellend.

Unterstelle aber keine boshafte Absicht, mir scheint die wissen es nicht besser.


Das mag durchaus eine Schlussfolgerung sein. Das Problem an der Sache ist, dass man diese Teachings nicht sofort fassen kann, das dauert manchmal Jahre oder Jahrzehnte. Der Buddhismus ist da viel praktischer, weil man sehr viele Konzepte und Regeln an die Hand bekommt. Man muss halt schauen, welcher Ansatz am besten passt.
IkkyuSan hat geschrieben:

Unterstelle aber keine boshafte Absicht, mir scheint die wissen es nicht besser.


Das mag durchaus eine Schlussfolgerung sein. Das Problem an der Sache ist, dass man diese Teachings nicht sofort fassen kann, das dauert manchmal Jahre oder Jahrzehnte. Der Buddhismus ist da viel praktischer, weil man sehr viele Konzepte und Regeln an die Hand bekommt. Man muss halt schauen, welcher Ansatz am besten passt.


Wenn die Erleuchtung nach Jahren und Jahrzehnten darauf hinausläuft dass es egal ist was man tut weil man erstens nichts ändern kann und zweitens ohnehin alles eins ist, dann hat vielleicht doch was am Ansatz nicht gestimmt. Der ist im klassischen Advaita ja auch ein anderer als im "Neoadvaita".
Letztens kam bei Twitter mal so eine Werbung für eine "Zen-Box" (oder so ähnlich), aus der irgendwelche Schallwellen raus kommen die erleuchtet machen.
Instant-Enlightement praktisch.

Da stand auch sowas dabei wie "erleben Sie, was die Zen-Meister erleben" :idea:


edit:
ich habs tatsächlich nochmal gefunden:
http://www.neurostreams.de/portfolio/zenbox/
mukti hat geschrieben:
IkkyuSan hat geschrieben:

Unterstelle aber keine boshafte Absicht, mir scheint die wissen es nicht besser.


Das mag durchaus eine Schlussfolgerung sein. Das Problem an der Sache ist, dass man diese Teachings nicht sofort fassen kann, das dauert manchmal Jahre oder Jahrzehnte. Der Buddhismus ist da viel praktischer, weil man sehr viele Konzepte und Regeln an die Hand bekommt. Man muss halt schauen, welcher Ansatz am besten passt.


Wenn die Erleuchtung nach Jahren und Jahrzehnten darauf hinausläuft dass es egal ist was man tut weil man erstens nichts ändern kann und zweitens ohnehin alles eins ist, dann hat vielleicht doch was am Ansatz nicht gestimmt. Der ist im klassischen Advaita ja auch ein anderer als im "Neoadvaita".


Ja sicher. Das Problem ist halt, das bei den Leuten nur dieses NeoAdvaita präsent ist. Im klassischen Advaita Vedanta gibt es solche Floskeln nicht wie "alles ist eins". Das ist auch schon fast im Esoterik Mainstream angekommen, natürlich weil es bequem ist. Richtige Advaita Praxis ist aber hart und intensiv, viele Fallen lauern auf einen. Auf sowas hat normalerweise "keiner Bock".

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