Rationalität und Leben

Moderator: void

450 Beiträge
Stero hat geschrieben:
Die eigentliche Inkonsistenz liegt im Kontext dieser Rationalität nicht in der Rationalität selbst und dem mit ihr zu erziehlenden rationalen, weil emotionslosen Denken und Handeln, um sich mit der Befreiung von Emotionalität auch von manipulativen Einflüssen zu befreien.
Die Inkonsistenz liegt in dem Scope der Zielsetzung. Dieser Scope der Zielsetzung kann sich eben nicht bloß auf die Zielerreichung 'rationales Denken und Handeln' beziehen, sondern muss, weil rationales Denken und Handeln ja nur bzgl. weiterer untergeordneten Zielsetzungen als 'rational' gelten kann, den weitesten Scope überhaupt haben. Unter dem Gesichtpunkt, dass im Rahmen der Rationalität alles als teleologisch und teleonomisch sinnlos bzw sinnfrei erkannt wird, und auch die Motivation zu emotionaler Selbstbefriedigung durch Zielerreichung wegfällt, werden kaum Motivationen entstehen, irgendwelche Ziele zu setzen, nur um die faktischen Kausalitäten, die zwischen Maßnahmen und den Zielen bestehen, zu exekutieren. Auch ist es irrational die Rationalität bloß zum Zwecke ihrer Einübung in Diskussionsforen wie diesem hier zu konzipieren. Die bloße Einübung in so einem Forum muss notwendigerweise ohne weitere Zielsetzung - wie geschehen! - in triebhaftem und irrationalen Forums-Geplapper enden.

Der weitest möglich Scope der Rationalität ist aber das Ziel die Lebensführung unter rein rationalen Gesichtpunkten zu gestalten, nachdem emotionsloses Denken und Handeln durch eben diese Rationalität ermöglicht wurde. Denn das Leben ist halt nun mal da und also muss es auch gelebt werden. Dem Leben ein Ende zu setzen könnte nicht als rational betrachtet werden, denn zielführend wäre das nur, wenn es unerträglich wäre, was aber eine irratiionale Verstrickung in Emotionalitäten und das für-wahr-Halten dieser Emotionalitäten und von sich selbst voraussetzte. Rationalität bevorzugt also weder das Leben noch den Tod. Da aber nur das Leben gestaltet werden kann, liegt es nahe das Leben rational zu gestalten. Wozu sollte Rationalität sonst dienlich sein? Die Frage ist also: wie die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit bewußten Seins rational gestalten?

Dies beschreibt meine Einsicht, was ich bisher bzgl. dieser Rationalität, die auf der areligiösen Prasangika Philosophie beruht, übersehen hatte. Natürlich muss man das Erkennen der Leerheit von inhärenter Existenz bzw Wahrheit der Phänomene einüben, damit eine Um-Konditionierung stattfindet und das Erkennen sich spontan ereignet. Und für das Einüben ist ein Forum wie dieses, in dem man wg. der Zurückweisung der Religion des Buddhismus beinahe ausschließlich auf Widerspruch stößt, optimal.
Wenn ich jedoch die Definition vergegenwärtige ...
Rationalität als spezifisch charakterisiertes Objekt meint im Kontext der zeitgemäßen Prasangika Philosophie also die Manifestation des unter Pkt 1-4 Beschriebenen inklusive all der psycho-mentalen Wirkungen dieser Rationalität als Praxis.
Als solche ist Rationalität emotionsloses begriffliches Denken, welches ergebnisoffen ist und also keinem Zweck dienen soll, der außerhalb der verwendeten Begrifflichkeiten liegend bereits vorgegeben wäre, und welches sowohl von konventionellen Denkroutinen, die auf parteilichen Sprachsystemen beruhen (nicht aber von den Konventionen der Landes- bzw. Nationalsprache) als auch von Trieben unabhängig ist. Rationalität hängt aber ab vom kontinuierlichen Willen zur Rationalität und ist demzufolge an eine Form introspektiver Achtsamkeit gebunden.
https://prasangikablog.wordpress.com/20 ... onalitaet/

... muss ich feststellen, dass der Knackpunkt die Achtsamkeit ist. Mir war von Anfang an klar, dass das Schwierigste die Achtsamkeit ist und genau daran ist es auch gescheitert.
Das ist aber nicht weiter problematisch, weil es früher oder später eh auffällt, wenn die Achtsamkeit verloren gegangen ist.

Was aber wirklich 'schlimm' ist, weil es ein intellektuelles Versagen ist, ist Folgendes:
Nachdem ich dies erkannt habe ...
Für jemanden, der die Prasangika Rationalität praktiziert, gilt also:

Da nichts inhärent existiert, ist alles sinnlos bzw. sinnfrei.*
https://prasangikablog.wordpress.com/20 ... tung-sinn/

... habe ich versäumt, das Konzept dieser Rationalität bzgl. dieser Einsicht zu hinterfragen.

Zweck und Ziel dieser Rationalität sind ja wie folgt definiert:
2. ad „an Zwecken ausgerichtet„:
Zweck ist die Anwendung von Sprache als Sprache und nicht die Anwendung von Sprache als Wahrheit.

3. ad „Ziel„:
Ziel ist das konsistente vernunftgeleitete Denken als begriffliches Denken und Handeln. Letzteres als Sprechen, Schreiben und Handeln auf der Grundlage solchen begrifflichen Denkens.
https://prasangikablog.wordpress.com/20 ... onalitaet/

Aber warum sollte man die Verwirklichung dieser Rationalität überhaupt anstreben, wo doch bereits der erste Schritt, das Erkennen von sich selbst als unwahr, die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit von allem inkl. sich selbst und das, was man bisher als 'das eigene Leben' empfunden hatte, offenbart?
Doch nur, um 'das eigene Leben' rational zu gestalten.
Aber 'das eigene Leben' ist ja auch leer von Wahrheit, leer von inhärenter Existenz, es rational zu gestalten setzt aber voraus ihm einen Sinn zuzuschreiben, um die rationale Gestaltung an diesem Sinn ausrichten zu können. Denn 'rational' gestaltet kann es ja nur sein, wenn ein Ziel mit Rationalität verfolgt wird. Aber ein Lebensziel (z.B. möglichst viel Reichtum, möglichst gutes Essen, möglichst viel und guten Sex mit möglichst vielen Sexualpartnern etc etc) ist ja doch eine Sinnzuschreibung zu dem, das sinnlos bzw. sinnfrei ist. Und im Gegensatz zu anderen Rationalitäten haben die genannten möglichen Lebensziele im Kontext dieser Rationalität nicht die geringste Attraktivität. Nichts ist es wert verfolgt, angestrebt zu werden, weil alles leer von Wahrheit bzw inhärenter Existenz ist und damit notwendigerweise auch sinnlos bzw sinnfrei ist.

Da das Leben aber halt nun mal da ist und diese Rationalität weder Leben noch Tod bevorzugt, erscheint als einzig rationales Ziel die Gesetze der Thermodynamik in das eigene Leben zu integrieren, d.h. dem Zerfall von Energiereichem 'zuzusehen', die Einstellung von Fließgleichgewichten nicht unnötig zu behindern, möglichst wenig Energie aufzuwenden.
Wie macht man dies?
Indem man den eigenen Konditionierungen, den eigenen Neigungen, freien Lauf lässt. Jeglicher Versuch, jegliche Anstrengung an den eigenen Konditionierungen etwas zu ändern, ist unnütze Energieverschwendung und stört zahlreiche Fließgleichgewichte, erzeugt Stress.
Dies alles vor dem Hintergrund des Wissens um die Leerheit von Wahrheit bzw inhärenter Existenz von allem. Das ist wesentlich, weil in der Irrationalität das uneingeschränkte Laissez-faire bzgl. der eigenen Konditionierungen bzw. Neigungen, zu einer unglaublichen Energieverschwendung führt wie an den zahlreichen sinnlosen bzw. sinnfreien Aktivitäten der vielen irrationalen Individuen des Kollektives 'Gesellschaft' beobachtbar ist.
Die einzige Anstrengung, der einzige Energieaufwand, der 'lohnt' ist demnach die Verwirklichung dieser Rationalität, die ja eine Änderung der eigenen Konditionierung darstellt, sich selbst und andere Phänomene als inhärent existent wahrzunehmen und für wahr zu halten. Ist dieses Ziel erreicht, ist ein energiearmes Fließgleichgewicht des offenen Systems 'bewußtes Sein' eingestellt. Der dynamischen Energie der 'lichten Leerheit' bewußten Seins geht man dann nicht mehr auf den Leim.
Nichts ist es wert verfolgt, angestrebt zu werden, weil alles leer von Wahrheit bzw inhärenter Existenz ist und damit notwendigerweise auch sinnlos bzw sinnfrei ist.


Kein Ding ist der Mühe wert (Debes), stimmt schon irgendwie, impliziert aber doch ein Bemühen um "Unbemühtheit"(Nicht-Begehren) :)

Die Frage ist, ob gegenseitig abhängiges Enstehen sinnfrei/los genannt werden kann,
auf jeden Fall hat es ja seine Gesetzmäßigkeit.

Der dynamischen Energie der 'lichten Leerheit' bewußten Seins geht man dann nicht mehr auf den Leim.


Ach naja, Ich-Verhaftung bleibt Ich-Verhaftung, die [Unwissenheit] "knackt" keine Intelligenz,
auch nicht konzentriertes Bemühen.
Und schon die Annahme, Nargajuna wäre Philosoph oder Genie gewesen, führte sprichwörtlich in die falsche Richtung.
Und gerade Be-wusstsein ist ja Zeichen der "dynamischen Energie" anzuhangen (bedingte Entstehen) Also, generell bleibt das "Problemchen", dass ein Mensch nicht imstande ist aus bloßer Überlegung zu "entsagen". Der Impuls hierzu, könnte man sagen, obwohl, nein, korrekt ausgedrückt ist das nicht, sei s drum: kommt von der "lichten Leerheit" selbst. Sinnlos?
Morpho hat geschrieben:
Nichts ist es wert verfolgt, angestrebt zu werden, weil alles leer von Wahrheit bzw inhärenter Existenz ist und damit notwendigerweise auch sinnlos bzw sinnfrei ist.


Kein Ding ist der Mühe wert (Debes), stimmt schon irgendwie, impliziert aber doch ein Bemühen um "Unbemühtheit"(Nicht-Begehren) :)
Jedes Ding ist der Mühe wert, beachte die vier Wahrheiten.
Stero hat geschrieben:
...
Die einzige Anstrengung, der einzige Energieaufwand, der 'lohnt' ist demnach die Verwirklichung dieser Rationalität, die ja eine Änderung der eigenen Konditionierung darstellt, sich selbst und andere Phänomene als inhärent existent wahrzunehmen und für wahr zu halten. Ist dieses Ziel erreicht, ist ein energiearmes Fließgleichgewicht des offenen Systems 'bewußtes Sein' eingestellt. Der dynamischen Energie der 'lichten Leerheit' bewußten Seins geht man dann nicht mehr auf den Leim.


Die Fragen jedoch sind, was als Verwirklichung dieser Rationalität anzusehen ist und wie der Energieaufwand minimiert werden kann.
Würde die Verwirklichung dieser Rationalität in dieser Rationalität enden, dann wäre das unlogisch, weil diese Rationalität ja ein Bewußtseins-Modus ist, der tatsächlich ein Arbeitsmodus ist, denn es geht ja um rationales begriffliches Denken und Handeln im Kontext der psycho-mentalen Wirkungen der angewandten Prasangika Philosophie. Denken und Handeln sind aber Energieaufwand und also ungünstig im Sinne der rationalen Lebensgestaltung.
Bei der Verwirklichung der Rationalität kann es also tatsächlich nur um psycho-mentale Wirkungen einer rational induzierten Praxis gehen, die Ausdruck eines Bewußtseins-Modus sind, der nicht Arbeits- sondern energiearmer Ruhemodus ist. Die Konzeption dieses Ruhemodus aber folgt notwendigerweise auf der Grundlage dieser Rationalität, d.h. die Natur des Ruhemodus folgt logisch aus der Erkenntnis der Leerheit von inhärenter Existenz bzw Wahrheit von sich selbst und aller anderen Phänomene.
Stero hat geschrieben:
Da das Leben aber halt nun mal da ist und diese Rationalität weder Leben noch Tod bevorzugt, erscheint als einzig rationales Ziel die Gesetze der Thermodynamik in das eigene Leben zu integrieren, d.h. dem Zerfall von Energiereichem 'zuzusehen', die Einstellung von Fließgleichgewichten nicht unnötig zu behindern, möglichst wenig Energie aufzuwenden.
Wie macht man dies?
Indem man den eigenen Konditionierungen, den eigenen Neigungen, freien Lauf lässt. Jeglicher Versuch, jegliche Anstrengung an den eigenen Konditionierungen etwas zu ändern, ist unnütze Energieverschwendung und stört zahlreiche Fließgleichgewichte, erzeugt Stress.

Dann ist jetzt wohl doch dein Moderiert-Status aufgehoben?

Interessanter Ansatz jedenfalls...

... und wie berücksichtigst du Situationen, wenn andere an deinen Konditionierungen etwas ändern wollen?
Stero hat geschrieben:
Dies alles vor dem Hintergrund des Wissens um die Leerheit von Wahrheit bzw inhärenter Existenz von allem.

Du tust ja im Folgenden so, als würde dieser Hintergrund die Rationalität von der Irrationalität trennen, dem ist aber nicht so.
Stero hat geschrieben:
Das ist wesentlich, weil in der Irrationalität das uneingeschränkte Laissez-faire bzgl. der eigenen Konditionierungen bzw. Neigungen, zu einer unglaublichen Energieverschwendung führt wie an den zahlreichen sinnlosen bzw. sinnfreien Aktivitäten der vielen irrationalen Individuen des Kollektives 'Gesellschaft' beobachtbar ist.

Du widersprichst dir selber. Warum sollte die gleiche Vorgehensweise (das Verfolgen der eigenen Neigungen) mit Rationalität Energie sparen und mit Irrationalität Energie verschwenden? Wir waren heute im Zirkus, das hat Spaß gemacht und unser Energielevel eher erhöht. War das rational oder irrational? Wie würde das thermodynamisch interpretiert werden?
Stero hat geschrieben:
Die einzige Anstrengung, der einzige Energieaufwand, der 'lohnt' ist demnach die Verwirklichung dieser Rationalität, die ja eine Änderung der eigenen Konditionierung darstellt, sich selbst und andere Phänomene als inhärent existent wahrzunehmen und für wahr zu halten. Ist dieses Ziel erreicht, ist ein energiearmes Fließgleichgewicht des offenen Systems 'bewußtes Sein' eingestellt. Der dynamischen Energie der 'lichten Leerheit' bewußten Seins geht man dann nicht mehr auf den Leim.

Warum präferierst du Energiearmut im Fließgleichgewicht? Warum keine höheren Energielevel? Ist Leben im Koma einem Leben in Freude vorzuziehen?

Und wie meinst du kann man das Gleichgewicht aufrechterhalten? Stete Achtsamkeit, um emotionale Ausflüge (in z.B. die gezeigten Hass-Bereiche) zu verhindern ist ja z.B. auch schon mal nicht realisierbar, oder siehst du das anders?

Schöne Grüße und ein fröhliches neues Jahr 2017 !!! :D :rainbow:
Stero hat geschrieben:
Bei der Verwirklichung der Rationalität kann es also tatsächlich nur um psycho-mentale Wirkungen einer rational induzierten Praxis gehen, die Ausdruck eines Bewußtseins-Modus sind, der nicht Arbeits- sondern energiearmer Ruhemodus ist. Die Konzeption dieses Ruhemodus aber folgt notwendigerweise auf der Grundlage dieser Rationalität, d.h. die Natur des Ruhemodus folgt logisch aus der Erkenntnis der Leerheit von inhärenter Existenz bzw Wahrheit von sich selbst und aller anderen Phänomene.

Ist Meditation demzufolge Arbeitsmodus oder energiearmer Ruhemodus? Bzw. Vipassana Arbeitsmodus und Samatha energiearmer Ruhemodus?
Das begriffliche Denken frei von Emotionalität dieser Rationalität wird ermöglicht dadurch, dass alle Objekte als negative Phänomene erscheinen. Sie erscheinen als spezifische Leerheiten von inhärenter Existenz ähnlich leerer Blasen, wobei die Hülle der Blase die Benennung ist, die innere Leerheit, die Unwahrheit also, Freiheit von Emotionalität ermöglicht und eine Motivation zur teleologischen oder teleonomischen Sinnzuschreibung und zum Hineinzwängen der Objekte in ein sinnkonstruierendes Gedankensystem von vornherein ausschließt.

Damit ist Rationalität aber ein Bewußtseins-Modus des dynamischen zielorientierten Denkens wie es z.B. in Philosophie, Politik und Wissenschaft zur Anwendung kommen kann. Dies kann Rationalität aber nur deshalb sein, weil sie ein Positives setzt, wo eigentlich grenzenlose Negativität ist. Dieses Positive ist die Benennung, die bloß abhängige Existenz, die Identifizierbarkeit trotz Leerheit ermöglicht. Dieses ist aber nur möglich durch Ignorieren eines infiniten Regresses:

Negative Formulierung:
Objekt 0: X
Objekt 1: Objekt 0 ist leer von inhärenter Existenz
Objekt 2: Objekt 1 ist leer von inhärenter Existenz

Objekt n: Objekt n-1 ist leer von inhärenter Existenz

Positive Formulierung:
Objekt 0: X
Objekt 1: Objekt 0 existiert nur durch Zuschreibung
Objekt 2: Objekt 1 existiert nur durch Zuschreibung

Objekt n: Objekt n-1 existiert nur durch Zuschreibung

Denken kann also a priori nicht grenzenlos negativ i.S.v. verneinend sein, sondern setzt ein Minimum an Positivität i.S.v. Bestätigung voraus. Die Objekte als spezifische Leerheiten müssen also als positive leere Blasen „gehändelt“ werden, um Objekte des Denkens sein zu können. Anders: Abwesenheit benötigt Vergegenwärtigung um gedacht werden zu können.

Der „gelebte“ inifinite Regress aber ist mit begrifflichem Denken, ist mit Rationalität inkompatibel. Der „gelebte“ inifinite Regress beschreibt deshalb einen Ruhemodus des Bewußtseins. Der „gelebte“ inifinite Regress ist unspezifische Leerheit, ist die Leerheit, die die Objekte als spezifische Leerheiten hervorbringt. Der „gelebte“ inifinite Regress ist das, was ein Longchen Rabjam den basic space of phenomena bezeichnet und der einen Bewußtseins-Modus als Daseinsmodus darstellt.

Um also das gesamte menschliche Leben abzudecken ist Rationalität nicht ausreichend, weil sie nur das dynamisch aktive zielorientierte Denken abdeckt. Wenn ein Ziel aber mal erreicht ist, dann gibt es zunächst mal nichts mehr zu denken, weil das Denken seinen Zweck erfüllt hat. Wenn ein Ziel also erreicht ist, dann gilt es einen energiesparenden Modus der Ruhe zu finden bzw einzustellen. An dessen Eingang steht die Frage:
Wenn alles nur durch Zuschreibung existiert, was existiert dann ohne Zuschreibung?
Die einzige Anstrengung, der einzige Energieaufwand, der 'lohnt' ist demnach die Verwirklichung dieser Rationalität, die ja eine Änderung der eigenen Konditionierung darstellt, sich selbst und andere Phänomene als inhärent existent wahrzunehmen und für wahr zu halten.


Stimmt. Und wie genau verwirklichst du die Erkenntnis?

Ist dieses Ziel erreicht, ist ein energiearmes Fließgleichgewicht des offenen Systems 'bewußtes Sein' eingestellt.


Ok, so wäre das was, ja.

Der dynamischen Energie der 'lichten Leerheit' bewußten Seins geht man dann nicht mehr auf den Leim.


Man kann sie betrachten und sich am Kaleidoskop erfreuen, wenn man möchte.
Stero hat geschrieben:
Wenn alles nur durch Zuschreibung existiert, was existiert dann ohne Zuschreibung?


Jede verbalisierbare Antwort, jeder Gedanke, der ja grundsätzlich verbalisierbar wäre, wäre selbst eine Zuschreibung und damit eine inkonsistente Antwort. Selbst 'nichts' beinhaltet eine begriffliche Zuschreibung und führt zum entsprechenden abhängig existierenden (negativen) Objekt.
Die Frage zielt also darauf ab, jegliche Zuschreibung auszulöschen und da Zuschreibung in diesem System Wahrnehmung ist, zielt die Frage auf einen Bewußtseins-Modus ohne Wahrnehmung genannt Nicht-Zuschreibung. Dazu sollte man sich noch einmal den Beitrag Wahrnehmung als Synthese und Prozess und insbesondere die Tabelle der Bewußtseins-Modi vergegenwärtigen. "Jegliche Zuschreibung auslöschen" meint also auch die Auslöschung jeglicher intuitiv intentionaler Zuschreibung und die erste im Zuge der Zunahme bzw Anreicherung von Wahrnehmung auftretende Intuition ist die der Nichtsheit als Ausgangspunkt vor Einsheit und weiterer Ausdifferenzierung. Da die Tabelle in Anlehnung an die Meditationsstufen des Palikanon den Fokus auf die Objekthaftigkeit legt, sind darin die intuitiv intentionalen Zuschreibungen von Zeitlichkeit und Räumlichkeit nicht genannt.

Die Antwort auf die Frage ist demzufolge ein psycho-mentaler Schwebezustand, dessen Freiheit von Intuition, die dann auch jede Begriffsbildung verunmöglicht, so umschrieben werden soll:
weder ich, noch anderes;
weder war, noch ist, noch wird [atemporal];
weder hier, noch da [weder Raum, noch Ort];
weder etwas, noch nichts;
weder Einsheit, noch Vielheit;
weder Dualität, noch Nicht-Dualität.

Die Frage wie man in diesen energetisch sehr günstigen Ruhemodus gelangt ist heikel, weil jede Absicht, jedes Wollen bereits ein Irrweg ist. Warum? Weil eine 'Absicht zu Erlangen' ein für-wahr-Halten des Zustandes als 'etwas zu Erlangendes' und damit als 'etwas anderes' voraussetzt und diese Sichtweise bereits ausschließt, dass der Ruhemodus sich einstellt. Demzufolge ist auch jede Instruktion ein Irrweg. Es gibt keine Instruktion 'how to'. Auch kann es sich nicht um eine meditative Methode handeln, weil Meditation immer mit der Erfahrung des Meditierens bzw eines Zustandes in Meditation einhergeht. Der Ruhemodus ist aber keine Meditationserfahrung.

Vielleicht kann man versuchen, die Frage wie ein Zen-Koan zu behandeln? Das ist aber nur so eine Assoziation von mir. Ich kenne mich mit der Koan-Technik nicht aus und weiß das also nicht.

Dieser Modus ist aber notwendigerweise jederzeit verfügbar, weil er Ausgangspunkt jeglicher Wahrnehmung ist. Sicher ist: Es muss sich ein Zusammenbruch oder ein Auflösen von Wahrnehmung ereignen ähnlich wie bei der analytischen Nicht-Auffindbarkeit vermeintlich inhärent existierender Objekte skizziert (s. Abbildung in Rationalität als Befreiung).
In jedem Moment von Bewußtwerdung, die mit intuitiv intentionaler Zuschreibung beginnt, ist der Modus der Nicht-Zuschreibung gegenwärtig ähnlich wie ein weißes Blatt Papier immer gegenwärtig ist, während es vollgekritzelt wird. Während das Papier vollgekritzelt wird, sind immer noch viele Stellen vorhanden, die weiß durch das Gekritzel hindurchscheinen. Das weiße Blatt Papier steht also für den urspünglichen energiearmen Zustand bewußten Seins. Dieser Zustand ist die Basis bewußten Seins und weil er die Basis bewußten Seins ist, auf dem instabile Zuschreibungen 'aufgehäuft werden', ist er auch der energetisch günstigste Zustand. Typisch für diesen Zustand ist sein selbst-erkennender Aspekt, der nicht Zuschreibung ist. Der Zustand 'weiß' von sich selbst und dieses Selbst-'Wissen' ist der stabilisierende Faktor der Nicht-Zuschreibung. Es ist also nicht so, dass Konzentration Gedanken vertreiben würde und wenn die Konzentration schwächer wird, die Gedankenentstehung automatisch wieder zunehmen würde. Nein, wegen der Nicht-Zuschreibung gibt es nichts, kein Objekt, auf das sich konzentriert werden könnte. Der Zustand der Nicht-Zuschreibung ist quasi in sich selbst verankert und der Anker ist dieses Selbst-'Wissen', das nicht 'Wissen von' oder 'Wissen über' ist, weil es frei von Zuschreibung ist. Das Selbst-'Wissen' ist Aspekt einer grenzenlosen Bedeutungs- und Namenlosigkeit.
Ein zum weißen Blatt Papier alternatives Gleichnis wäre ein Spiegel. Die Reflexionen auf der Spiegeloberfläche sind die Zuschreibungen, der ursprüngliche Zustand ist dann einfach die Spiegeloberfläche, die die Grundlage für die Reflexionen ist und die unabhängig vom Umfang und der Komplexität der Reflexionen immer gegenwärtig ist. Ja es ist das Potential der Spiegeloberfläche für Reflexionen, welches Reflexionen erst ermöglicht, so wie die weiße Oberfläche des Papierblattes es erst ermöglicht, dass es mit einem farbigen Stift vollgekritzelt werden kann.
Im traditionellen Dzogchen ist im Kontext des Ziel-Modus der Einführung im Englischen von bliss die Rede. Im Wörterbuch findet man hierfür 'Glück', 'Seligkeit', 'Glückseligkeit', 'Wonne'. Mir erscheinen alle deutschen Ausdrücke unangemessen, weil sie mich eine naiv überschwängliche Gefühligkeit assoziieren lassen bei der notwendigerweise ein 'ich'-Zentrum vorhanden ist.
Selbstgespräch……
…unnütze Wortorgie.

So einfach ist das: Allen Handlungen geht der Geist (Denken-Absicht) voraus. 8)
Dennoch, etwas Positives haben die akrobatischen Texturen, Wortflüsse und Worthülsen an sich.
Positives deshalb, weil durch sie, auch ohne meditative Erkenntnisse, das absolute „Nichts“ erkannt werden kann.
Stero hat geschrieben:
Da das Leben aber halt nun mal da ist und diese Rationalität weder Leben noch Tod bevorzugt, erscheint als einzig rationales Ziel die Gesetze der Thermodynamik in das eigene Leben zu integrieren, d.h. dem Zerfall von Energiereichem 'zuzusehen', die Einstellung von Fließgleichgewichten nicht unnötig zu behindern, möglichst wenig Energie aufzuwenden.
Wie macht man dies?
Indem man den eigenen Konditionierungen, den eigenen Neigungen, freien Lauf lässt. Jeglicher Versuch, jegliche Anstrengung an den eigenen Konditionierungen etwas zu ändern, ist unnütze Energieverschwendung und stört zahlreiche Fließgleichgewichte, erzeugt Stress.




Stero hat geschrieben:
Das ist wesentlich, weil in der Irrationalität das uneingeschränkte Laissez-faire bzgl. der eigenen Konditionierungen bzw. Neigungen, zu einer unglaublichen Energieverschwendung führt wie an den zahlreichen sinnlosen bzw. sinnfreien Aktivitäten der vielen irrationalen Individuen des Kollektives 'Gesellschaft' beobachtbar ist.


Energie geht nicht verloren besagt das Gesetz der Thermodynamik....von Verschwendung kann also nicht wirklich die Rede sein...
Deshalb würde ich eher sagen, dass das Unterfangen sich gegen den Strom der Energie zu stellen oder der Versuch ihn festzuhalten bzw. einzufangen....zum scheitern verurteilt ist....und somit Dukkha ist, bzw. eine leidvolle Erfahrung ist.
Sunu hat geschrieben:
Deshalb würde ich eher sagen, dass das Unterfangen sich gegen den Strom der Energie zu stellen oder der Versuch ihn festzuhalten bzw. einzufangen....zum scheitern verurteilt ist....und somit Dukkha ist, bzw. eine leidvolle Erfahrung ist.


Gegen den Strom schwimmen erzeugt Dukkha; endlich mal was Neues 8)
hedin02 hat geschrieben:
Sunu hat geschrieben:
Deshalb würde ich eher sagen, dass das Unterfangen sich gegen den Strom der Energie zu stellen oder der Versuch ihn festzuhalten bzw. einzufangen....zum scheitern verurteilt ist....und somit Dukkha ist, bzw. eine leidvolle Erfahrung ist.


Gegen den Strom schwimmen erzeugt Dukkha; endlich mal was Neues 8)


Und wer versucht mit dem Strom zu schwimmen, geht solange unter....
Bis da kein Schwimmer mehr übrig ist.
Es ist gut, dass mich mein intensiver philosophisch-meditativer Ausflug nach über einem Jahr hierhin (zurück-)geführt hat. Nachdem ich zum Glück gerade noch rechtzeitig meinen Fehler bzgl. der Konzeption dieser Rationalität entdeckt habe, ist es mir nun gelungen, die Angemessenheit von Dzogchen rational herzuleiten und damit Gewissheit zu erlangen - eine Gewissheit, die zu blockieren die irrationale religiöse Präsentation des traditionellen Dzogchen mit seiner fremdkulturellen kollektiven Ritualität nachhaltig in der Lage war.

Auf der Grundlage und Praxis der von mir von Religion und Inkonsistenzen befreiten Prasangika Philosophie Tsongkhapas folgte notwendigerweise die Sinnlosigkeit bzw. Sinnfreiheit bewußten Seins und daraus wiederum die rationale Zielsetzung einer möglichst anstrengungslosen (energiesparenden) Lebensgestaltung, welche zudem die Maxime rechtfertigt, der eigenen Konditionierung und den eigenen Neigungen freien Lauf zu lassen. Und welches ist meine allergrößte Neigung? Anstrengungslosigkeit! :D

War ich von der areligiösen Prasangika Philosophie ausgegangen, so bin ich nun auf die areligiöse Essenz von Longchen Rabjam's Dzogchen getroffen und zwar nicht nur als interessanten Nebenaspekt wie bisher wahrgenommen, sondern als die alleinige letztendlich rationale Philosophie und Praxis bzgl. einer rationalen Lebensgestaltung.
Es ist ein Flip-Flop-Schalter: Ich kann die areligiöse Essenz von Longchen Rabjam's Dzogchen aus der Perspektive der Prasangika basierten Rationalität betrachten und sie ist dann Teil der Rationalität oder ich kann die Prasangika Rationalität aus der Perspektive von Dzogchen betrachten und sie ist einfach auch eine Manifestation der lichten Leerheit bewußten Seins. Dass aber die unspezifische lichte Leerheit bewußten Seins des Dzogchen die spezifischen Leerheiten der angewandten Prasangika Philosophie hervorbringt, das ist nur konsistent.
stero:
Dass aber die unspezifische lichte Leerheit bewußten Seins des Dzogchen die spezifischen Leerheiten der angewandten Prasangika Philosophie hervorbringt, das ist nur konsistent.


Na, dann kannst du ja auch noch die religiösen Aspekte "gelten lassen"(integrieren) Was du halt noch nicht verstehen kannst, ist, dass es sich bei den religiösen Elementen um Brückenpfeiler handelt, eben für den religiösen ( "gefühlig-irrationalen") Menschen, - und das sind wir ja alle. "Lichte Leerheit" ist ja schon ein Mysterium und zwar zumindest im dem Sinne als das sie un-begreiflich und unergründlich (ohne Ursache) ist.
Morpho hat geschrieben:
"Lichte Leerheit" ist ja schon ein Mysterium und zwar zumindest im dem Sinne als das sie un-begreiflich und unergründlich (ohne Ursache) ist.

Das würde ich so nicht sagen. Die Herleitung des sprachlichen Ausdruckes ist eindeutig: die spezifischen Leerheiten von Prasangika, die als negative Objekte/Phänomene identifizierbar sind, beinhalten wie dargelegt einen infiniten Regress, der nicht als begriffliches Objekt ausgedrückt werden kann, weil jedes neu zugeschriebene Objekt sofort wieder dem Regress zum Opfer fällt. Was bleibt ist eine Empfindung als Entsprechung dazu. Diese Empfindung wird ausgedrückt mit 'unspezifische grenzenlose Leerheit'. Da sich dies in der Sphäre bewußten Seins ereignet, ist auch eine Empfindung der Potentialität von Bewußtheit vorhanden, aber eben kein Bewußtsein, weil ja kein Objekt Bestand hat im infiniten Regress. Und diese Empfindung der Potentialität von Bewußtheit wird mit 'Lichtheit' ausgedrückt. Da das eine nicht vom anderen abtrennbar ist, resultiert der Ausdruck 'lichte Leerheit' oder 'leere Lichtheit'.
Der Punkt ist, dass man alle sprachlichen Ausdrücke aus der Perspektive von Prasangika rational verarbeiten muss. Man behandelt dann Sprache als Sprache und nicht als Wahrheit. Und 'lichte Leerheit' ist einfach Ausdruck subjektiver Erfahrung, die wie der süße Geschmack von Zucker nicht durch das Wort 'süß' auch nicht durch den Ausdruck 'lichte Leerheit' hervorgerufen werden kann. Aber das ist trivial und ist doch bei allen sprachlichen Ausdrücken sinnlicher Erfahrung so.
Stero hat geschrieben:
Und 'lichte Leerheit' ist einfach Ausdruck subjektiver Erfahrung, die wie der süße Geschmack von Zucker nicht durch das Wort 'süß' auch nicht durch den Ausdruck 'lichte Leerheit' hervorgerufen werden kann. Aber das ist trivial und ist doch bei allen sprachlichen Ausdrücken sinnlicher Erfahrung so.

Wenn man einmal das Erleben einer subjektiven sinnlichen Erfahrung mit bestimmten Begriffen bezeichnet hat ("die unspezifische grenzenlose lichte Leerheit enthält das Potential von Bewusstseins-Momenten" ebenso wie "die Kekse gestern waren köstlich"), kann diese durch Worte wieder erinnert werden. Die Worte dienen somit als "Anker".

Die Frage wäre vielmehr, was man mit Begriffen erinnern möchte und was nicht, und wie man bestimmte Anker wieder loslassen kann. Ich denke das geht nur über das Bewusstmachen der Leerheit (dieser bislang verankerten Begriffe) und des bedingten Entstehens.
Dzogchen hat ja massenhaft Begriffe die man mal besser "rational" angeht, bevor sie irgendeine assoziative Empfindung entfalten. Zen ist da weiter, es verzichtet gänzlich auf Benennung "dessen". Obwohl, ein Äquivalent fällt mir grade ein: 'leeres Feld'. Den Begriff kenne ich aber nur von einem Buchtitel: "Die Kultivierung des leeren Feldes". Allerdings kommen diese Begriffe aus einer Zeit her "als Zen noch nicht Zen war". Mit einer "Integration religiöser oder schamanischer Aspekte", meine ich nicht Anwendung und Aufgreifen; ich meine einfach, dass "Achtsamkeit" imstande ist sonst was für Begriffe anzunehmen und aufzugeben (gleichzeitig), jenseits von Zuneigung und Abneigung ( "Liebe und Hass"-Shinjinmei) , so dass es nicht notwendigerweise zu einer Determination (als Empfindung, Assoziation, Emotion...- Phänomenen) kommen muss.
Morpho hat geschrieben:
Zen ist da weiter, es verzichtet gänzlich auf Benennung "dessen".

Ich weiß ja nich...
"Leerheit ist Form, Form ist Leerheit" kann man nun kaum als Bezeichnung bezeichnen :)
Morpho hat geschrieben:
"Leerheit ist Form, Form ist Leerheit" kann man nun kaum als "Bezeichnung" bezeichnen :)

Ich weiß ja nich...
Weiß nicht ?! Klasse :)
Als was würdest du das bezeichnen, wenn nicht als "Bezeichnung" oder "Zuschreibung"?
Carneol hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Und 'lichte Leerheit' ist einfach Ausdruck subjektiver Erfahrung, die wie der süße Geschmack von Zucker nicht durch das Wort 'süß' auch nicht durch den Ausdruck 'lichte Leerheit' hervorgerufen werden kann. Aber das ist trivial und ist doch bei allen sprachlichen Ausdrücken sinnlicher Erfahrung so.

Wenn man einmal das Erleben einer subjektiven sinnlichen Erfahrung mit bestimmten Begriffen bezeichnet hat ("die unspezifische grenzenlose lichte Leerheit enthält das Potential von Bewusstseins-Momenten" ebenso wie "die Kekse gestern waren köstlich"), kann diese durch Worte wieder erinnert werden. Die Worte dienen somit als "Anker".

Die Frage wäre vielmehr, was man mit Begriffen erinnern möchte und was nicht, und wie man bestimmte Anker wieder loslassen kann. Ich denke das geht nur über das Bewusstmachen der Leerheit (dieser bislang verankerten Begriffe) und des bedingten Entstehens.

Du unterscheidest geschmäcklerisch zwischen sprachlichen Ausdrücken, die allesamt Ausdruck von Erfahrung sind.
ich tippe darauf, dass deine Emotionalität schuld daran ist 8)
Morpho hat geschrieben:
... Zen ist da weiter, es verzichtet gänzlich auf Benennung "dessen". ...

Diese Leier schon wieder :upsidedown:
Als ob Dzogchen und Zen irgendwas gemeinsam hätten. Als ob sie vergleichbar wären. Deine Vergleicherei beruht vermutlich auf deiner Obsession mit "Buddhismus". Deshalb vergleichst du Äpfel mit Birnen. Es ist ja grade die Stärke von Dzogchen, dass es mit Zen nichts zu tun hat. Lass dich nicht von der Verwendung von gleichen Zeichenfolgen wie "Leerheit" täuschen. 8)
Back to topic:

Stero hat geschrieben:
Die Frage wie man in diesen energetisch sehr günstigen Ruhemodus gelangt ist heikel, weil jede Absicht, jedes Wollen bereits ein Irrweg ist. Warum? Weil eine 'Absicht zu Erlangen' ein für-wahr-Halten des Zustandes als 'etwas zu Erlangendes' und damit als 'etwas anderes' voraussetzt und diese Sichtweise bereits ausschließt, dass der Ruhemodus sich einstellt. Demzufolge ist auch jede Instruktion ein Irrweg. Es gibt keine Instruktion 'how to'. Auch kann es sich nicht um eine meditative Methode handeln, weil Meditation immer mit der Erfahrung des Meditierens bzw eines Zustandes in Meditation einhergeht. Der Ruhemodus ist aber keine Meditationserfahrung.
....
Stero @ Re: Rationalität und Leben (in) Dialog der Philosophien, Religionen und Freidenker

Das kannn ich bestätigen.

Die Tradition behauptet, dass eine direkte Einführung durch eine andere qualifizierte Person erfolgen muss. Das kann ich aber nicht bestätigen. Bei mir hat das Lesen eines ganz bestimmten Satzes in einem ganz bestimmten Moment ausgereicht. Das hielt ne ganze Weile an ohne dass ich irgendwas zutun musste.

Egal, wenn der Beitrag aus dem das zitiert ist, sich also auf die Erfahrung bei der direkten Einfühung oder eines Analogons dazu bezieht, so sollten nun Techniken/Methoden kommen, mit denen man den Zustand stabilisiert bzw. wiederherstellt, wenn man 'rausgefallen' ist.
Ich muss gestehen, dass mir hier mein Hang zur Systematisierung etwas im Wege steht. :mrgreen:
Denn oft wenn ein Versuch klappt, dann scheint er zufällig zu klappen, weil er sich nicht standardisiert wiederholen lässt.
Konventionelle Meditationsversuche sind ganz daneben und schaden mehr als sie zweckdienlich sind. Auch das sog. 'Nur-Sitzen' geht in die vollkommen falsche Richtung, absolut tödlich. Am geeignetsten erscheinen Formen rein mentalen yogas, also kurze Übungen mit Denken, Konzentration und Entspannung in Folge, wobei das Objekt nicht unwesentlich zu sein scheint. Auch Visualisierungen, die zunächst relativ kurz konzentrativ gehalten und dann durch Entspannung aufgelöst werden, scheinen in die richtige Richtung zu gehen, auch hier Objekt nicht unwesentlich.

Eine erprobte Methode hatte ich ja bereits im Thread Rationalität und Meditation (in) Dialog der Philosophien, Religionen und Freidenker irgendwo mittendrin erwähnt. Die scheint bisher die beste zu sein, weil relativ treffsicher. Mein sprachlicher Ausdruck dazu gefällt mir nun aber nicht mehr. Muss ich überarbeiten/vereinfachen.

Ich muss da noch rumexperimentieren. Material zur Inspiration habe ich genug zur Verfügung ... und Zeit auch :mrgreen: das war jetzt Spekulation ... weil der Todeszeitpunkt ist ja grundsätzlich ungewiss :upsidedown:
Stero hat geschrieben:
Back to topic:

Stero hat geschrieben:
Die Frage wie man in diesen energetisch sehr günstigen Ruhemodus gelangt ist heikel, weil jede Absicht, jedes Wollen bereits ein Irrweg ist. Warum? Weil eine 'Absicht zu Erlangen' ein für-wahr-Halten des Zustandes als 'etwas zu Erlangendes' und damit als 'etwas anderes' voraussetzt und diese Sichtweise bereits ausschließt, dass der Ruhemodus sich einstellt. Demzufolge ist auch jede Instruktion ein Irrweg. Es gibt keine Instruktion 'how to'. Auch kann es sich nicht um eine meditative Methode handeln, weil Meditation immer mit der Erfahrung des Meditierens bzw eines Zustandes in Meditation einhergeht. Der Ruhemodus ist aber keine Meditationserfahrung.
....
Stero @ Re: Rationalität und Leben (in) Dialog der Philosophien, Religionen und Freidenker

Das kannn ich bestätigen.


Hihihi

Ich muss da noch rumexperimentieren. Material zur Inspiration habe ich genug zur Verfügung ... und Zeit auch :mrgreen: das war jetzt Spekulation ... weil der Todeszeitpunkt ist ja grundsätzlich ungewiss :upsidedown:


Kann man sich allerhand schlechte Gewohnheiten mit abgewöhnen...
Buchtipp:

http://no-right-no-wrong.com/buchrezens ... ttherapie/
Stero hat geschrieben:
Carneol hat geschrieben:
Die Frage wäre vielmehr, was man mit Begriffen erinnern möchte und was nicht, und wie man bestimmte Anker wieder loslassen kann. Ich denke das geht nur über das Bewusstmachen der Leerheit (dieser bislang verankerten Begriffe) und des bedingten Entstehens.

Du unterscheidest geschmäcklerisch zwischen sprachlichen Ausdrücken, die allesamt Ausdruck von Erfahrung sind.
ich tippe darauf, dass deine Emotionalität schuld daran ist 8)

Ja, da hast du richtig getippt - aber nur zum Teil. Meine 'geschmäcklerische' Unterscheidung zeigt bedingte Emotionalität basierend auf Konditionierung. Abfällige Äusserungen und Negativität zählen nicht zu meiner gewohnten Umgebung. Eine andere Konditionierung würde da vielleicht nicht so viel Unterschiede machen.

Bsp. 'Sinnlos' vs. 'Sinnfrei': wenn ein Begriff allgemein negativ besetzt ist, der andere aber neutral. Und was ist mit so neutralen Ausdrücken wie 'Irrationalität' oder 'Buddhismus'? :wink:

Meine Frage zielte aber mehr darauf ab, wie man konditionierte Emotionalität (z.B. negative Nebengeräusche) aus Begrifflichkeiten wieder herausbekommt.
Carneol hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Carneol hat geschrieben:
Die Frage wäre vielmehr, was man mit Begriffen erinnern möchte und was nicht, und wie man bestimmte Anker wieder loslassen kann. Ich denke das geht nur über das Bewusstmachen der Leerheit (dieser bislang verankerten Begriffe) und des bedingten Entstehens.

Du unterscheidest geschmäcklerisch zwischen sprachlichen Ausdrücken, die allesamt Ausdruck von Erfahrung sind.
ich tippe darauf, dass deine Emotionalität schuld daran ist 8)

Ja, da hast du richtig getippt - aber nur zum Teil. Meine 'geschmäcklerische' Unterscheidung zeigt bedingte Emotionalität basierend auf Konditionierung. Abfällige Äusserungen und Negativität zählen nicht zu meiner gewohnten Umgebung. Eine andere Konditionierung würde da vielleicht nicht so viel Unterschiede machen.

Bsp. 'Sinnlos' vs. 'Sinnfrei': wenn ein Begriff allgemein negativ besetzt ist, der andere aber neutral.

Meine Wortwahl für andere ist "sinnlos bzw sinnfrei" , weil ich 1. weiß dass andere irrational lesen und 2. das Wortpaar einen diddaktischen Zweck erfüllt. Für mich würde auch "sinnlos" genügen.

Carneol hat geschrieben:
Und was ist mit so neutralen Ausdrücken wie 'Irrationalität' oder 'Buddhismus'? :wink:

Sie dienen der Abgrenzung von "Rationalität"


Carneol hat geschrieben:
Meine Frage zielte aber mehr darauf ab, wie man konditionierte Emotionalität (z.B. negative Nebengeräusche) aus Begrifflichkeiten wieder herausbekommt.

Mit dieser Rationalität kommen erst gar keine Emotionalitäten hinein, weder angenehme noch unangenehme.
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