Die Konditioniertheit dieser Rationalität

Moderator: void

Dass diese Rationalität konditioniert ist, habe ich ja nie abgestritten - im Gegenteil, die Praxis der Rationalität habe ich als De- bzw Umkonditionierung der Wahrnehmung von inhärenter Existenz dargestellt. Diese Rationalität kann bei entsprechendem Willen zur Rationalität und Praxis dieser Rationalität also umkonditionieren.
ich durfte jedoch in den vergangenen Tagen erfahren wie starkt Emotionalität als Gegenkraft zur Rationalität sein kann. Ich spürte diesen Hass und habe mich wieder in ihn verliebt. Nun ... wie bringe ich diesen Hass und diese Rationalität zusammen? Ein Rätsel. Scheinbar gehen dieser Hass und diese Rationalität nicht zusammen ... scheinbar. Allerdings kann diese Rationalität auch als Werkzeug des Hasses fungieren. Das ist faszinierend! Der zuerst aufstäubende Hass kann sich relativ beruhigen und sich des Mittels der Rationalität bedienen ... das geht! Ich war auch überrascht ... aber das geht!
Ich könnte also allen Buddhisten das Hirn rausblasen und dabei vollkommen cool bleiben, weil es sich als im Sinne dieser Rationalität denken lässt, alle Buddhisten hinzumetzeln ... (Weitere Gewaltphantasien gelöscht. void)
Und was jetzt ?
Kenn ich gut, lieber Stero, wenn ich ausgegrenzt werde kocht bei mir auch alles über - Hass, der dann sogar körperlich weh tun kann.

Ja, und das viele denken und theoretisieren, die wunderbaren intellektuellen Leistungen werden geboren aus Ablehnung/Hass.

Freiheit - vielen Dank!

Auch für dich!
Ist es Konditionierung, wenn man Abneigung verspürt oder ist es nicht die Folge von Anhaften an Wesen und Dingen?
Dazu habe ich einen seperaten Thread aufgemacht in dem wir auch über dieses von Dir initierte Stero, mitfühlenderweise diskutieren können.

Auch ob hier Rationalität die Lösung ist oder sein kann!

Herzlich
gbg
Stero hat geschrieben:
Scheinbar gehen dieser Hass und diese Rationalität nicht zusammen ... scheinbar. Allerdings kann diese Rationalität auch als Werkzeug des Hasses fungieren. Das ist faszinierend! Der zuerst aufstäubende Hass kann sich relativ beruhigen und sich des Mittels der Rationalität bedienen ... das geht! Ich war auch überrascht.


Bei Rationalität geht es ja immer darum, ein bestimmtes Ziel mit bestimmten Mitteln mit einer nachvollziehbaren Methodik zu erreichen. Was aber genau bedeuten kann, dass das was das Ziel setzt außerhalb dieser Rationalität steht. Und eben auch so ein extremes Gefühl sein kann. Es scheint also so zu sein, dass eine "instrumentelle Vernunft" ( Zweckrationalität) sich auch zum Werkzeug ganz destruktiver Impulse machen lässt.

P.S: Deine Sperrung scheint ja ziemliche Gefühlsaufwallungen verursacht haben. Von daher möchte ich betonen, dass diese aus eher formalen Gründen (dein respektloser Umgangston) erfolgt ist und nicht etwa aus Antipathie.
Das mit der Sperrung wußte ich nicht mehr. Bleibt also auch vor allem in diesem thread!

Vernunft kann ja auch postfaktisch wirken, wenn man an Dingen mit dem Willen hängt, der wiederum an der Vernunft hängt, die auch wie void mE richtig bemerkt hat durch Zweckrationalität mittels Verstand (Nur Versuch der Vernunft mit Affengeist fertig zu werden!) zwischen Vernunft und Wille zwischengeschaltet korrumpiert werden kann.

Affengeist baut hier Emotion (Wut) auf und Emotion (Wut) Affengeist. Ein Teufelskreislauf für den Betroffenen mit Suchtpotential durch Konditionierung!

Lieben Gruß
gbg
Hallo Stero
Das mit der Rationalität und der Wut habe ich schon in sehr frühen Jahren kennengelernt. Ich habe mal einen Brief an meine Oma geschrieben in der ich all diese Wut reingepackt habe. Ihre Reaktion die einzige war: Da hast Du ja mal ordentlich Dampf abgelassen. Das war nicht das was ich erwartet habe. Danach habe ich die Briefe gesammelt und irgendwann verbrannt.
Die die ich in Gedanken allen Möglichen Qualen ausgesetzt hat, der Hexenhammer hat genug Ideen, sind ungezählt. Doch mir hat es ermöglicht durch meine inneren Wutausbrüche immer klar und angemessen ohne Aggressionen mit den so vernichteten Personen umzugehen. Diese Art hat die Personen vernichtet doch die Menschen nie angetastet, sondern erst das sehen dieser Menschen und ihrer persönlichen Ausprägung, Motivation zu ermöglicht.
Stero hat geschrieben:
Dass diese Rationalität konditioniert ist, habe ich ja nie abgestritten - im Gegenteil, die Praxis der Rationalität habe ich als De- bzw Umkonditionierung der Wahrnehmung von inhärenter Existenz dargestellt. Diese Rationalität kann bei entsprechendem Willen zur Rationalität und Praxis dieser Rationalität also umkonditionieren.
ich durfte jedoch in den vergangenen Tagen erfahren wie starkt Emotionalität als Gegenkraft zur Rationalität sein kann. Ich spürte diesen Hass und habe mich wieder in ihn verliebt. Nun ... wie bringe ich diesen Hass und diese Rationalität zusammen? Ein Rätsel. Scheinbar gehen dieser Hass und diese Rationalität nicht zusammen ... scheinbar. Allerdings kann diese Rationalität auch als Werkzeug des Hasses fungieren. Das ist faszinierend! Der zuerst aufstäubende Hass kann sich relativ beruhigen und sich des Mittels der Rationalität bedienen ... das geht! Ich war auch überrascht ... aber das geht!

Hallo Stero,

wie kann man sich denn in Hass verlieben? Hass ist doch das Gegenteil von Liebe. Hass ist übersteigerte Wut. Und Wut kommt nicht von alleine daher, nicht ohne Grund. Wut kann aus Trauer entstehen, oder aus Angst. Aus unterdrückten nicht gelebten Emotionen. Was hättest du dir denn gewünscht?

Ich fand deine Analysen und entwickelten Erkenntnisse hier im Forum sehr produktiv, die Kommunikation darüber inspirierend und deine rationale Sicht durchaus das Forum bereichernd.

Persönliche Angriffe findet natürlich niemand angemessen, daher war die zeitweilige Sperrung wohl ein "Wink mit dem Zaunpfahl" - man kann daraus auch lernen und sowas in Zukunft einfach sein lassen.

Grüße :om:
Carneol hat geschrieben:
wie kann man sich denn in Hass verlieben? Hass ist doch das Gegenteil von Liebe. Hass ist übersteigerte Wut.


Das besondere an "Verliebtheit" ist ja ein ganz intensives Erleben. Und das kann man ja nicht nur im Bezug auf Liebe haben. Sondern auch in ganz anderen Situationen. Im Extremsport oder im Krieg oder auch in Katastrophen kann man sich ganz intensiv präsent und lebendig fühlen.
Ich habe mich echt bemüht, final gesperrt zu werden. Nicht mal das ist mir vergönnt 8)
Das Besondere aber ist, dass obgleich mich die Buddhisten aus ihre Foren verbannt haben, sie dennoch nun konstrollieren wollen was ich im Freidenkerforum schreibe und meine Beiträge im Freidenkerforum ihrer Zensur unterworfen werden, sie also nicht pubiziert werden, bevor sie von eine Zensur freigegeben werden.
Da kann man nun sagen "Das ist das Recht des Betreibers". OK. Aber ehrlich ... Zählt Ehrlichkeit?
Lucy hat geschrieben:
Kenn ich gut, lieber Stero, wenn ich ausgegrenzt werde kocht bei mir auch alles über - Hass, der dann sogar körperlich weh tun kann.

Ja, und das viele denken und theoretisieren, die wunderbaren intellektuellen Leistungen werden geboren aus Ablehnung/Hass.

Freiheit - vielen Dank!

Auch für dich!

Es ist die Verheißung! Die Ausgrenzung folgt notwendigerweise aus dem Widerspruch zwischen der individuellen Intelligenz und der kollektiven Ignoranz!
Stero hat geschrieben:
Nicht mal das ist mir vergönnt

Ghihihi, du wurdest im "Kollektiv" geknuddelwuddelt.
:heart: :rainbow:
Die Situation rückblickend analysierend kann ich feststellen, dass mein Fehltritt war, dass ich nach Entdeckung dieser Rationalität diese darlegte und mich auf Diskussionen darüber einließ.
Denn bereits die Darlegung bedeutet, der irrationalen Triebhaftigkeit des Ausdruckes ("Geschwätzigkeit") vor/in einem irrationalen Kollektiv zum Opfer zu fallen und konterkariert die Bemühung um Um-Konditionierung auf diese Rationalität.
Alsdann machte ich es mir verschlimmernd zur Gewohnheit hier rumzuplappern und ich wurde diese irrationale Gewohnheit unter dem Deckmäntelchen einer verkümmerten Rationalität.

Es ist also alleine der Umgang, der nach Einsicht verhindert, dass Befreiung von Irrationalität Bestand hat und der den Rückfall in Irrationalität determiniert. Jeglicher Umgang! Bereits alltäglicher Umgang in der Arbeitswelt ("Arbeiten im - irrationalen - Team") reicht aus, um Irrationalität zu perpetuieren ... trotz aller Einsicht!
Ich werde also auch meine Arbeit kündigen und mich "in eine Höhle" zurückziehen.

Diese Worte seien mein Vermächtnis an jene, die die Kapazität haben. Sie seien meine Warnung, nicht meinen Fehler zu begehen, wobei ich geneigt bin zu denken, dass man es mir nicht glauben wird ohne es selbst zu erfahren.
Man muss wirklich sterben. Darunter geht es nicht. Diese Rationalität ist der einsame Tod, der die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit ist.
Rationalität hat für mich viel damit zu tun, eben über die beschränkte, subjektive Sicht hinaus zu gelangen. Weshalb einem diejenigen helfen können, die die Dinge radikal anders sehen.

Rückzug kann natürlich manchmal sinnvoll sein. Aber auch wenn man sich so dem vielleicht verderblichen Einfluss anderer entzieht, liefert man sich damit umso mehr sich selbst aus.

Und da erfüllen mich deine Projekt von Höhlenrückzug und Kündigung und die Rede vom Sterben mit Sorge. Gerade nachdem sich gezeigt hat mit welcher Leichtigkeit all die Rationalität in Wut und Gewaltphantasien umgschlägt.
[quote="Stero"]
Es ist also alleine der Umgang, der nach Einsicht verhindert, dass Befreiung von Irrationalität Bestand hat und der den Rückfall in Irrationalität determiniert.

Jein. Nicht per se Umgang (Gesellschaft). Es ist vielmehr das Anhaften und immer nur das Anhaften an den Phänomenen die dir anhand ("Input"-Einflüsse-Sinneskontakt) entstehen. Rückfall kommt dadurch zustande, dass was zusammengesetzt ist, vergänglich ist- allein Bodhi/Nirvana ist "tragfähig-unvergänglich" (insofern, da nicht-vergänglich, spricht man von todlos)
Stero hat geschrieben:
Man muss wirklich sterben. Darunter geht es nicht. Diese Rationalität ist der einsame Tod, der die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit ist.

Und was meinst du zu den Bardos - den Daseinsbereichen nach jedem Tod?
Ich "hoffe mal" Stero meint den sg. "großen Tod", Daichi.
Hass absorbiert, Stero. Tue mir einen Gefallen, lass ne ganze Weile von dieser Art (Negations-) Denken & Kontemplation.

Wovor man sich hüten muss [die Sinne] ist a la Lehre 'unheilsamer Umgang'; tatsächlich spielt sg. Geschwätzigkeit hierbei eine Rolle - zum Beispiel in Form diskursiver (kritischer)Aus_ein_ander_setzung. ("Diskutiere deine Meinungen und Ansichten nicht" ist daher ein gewichtiger Ratschlag) -auch stellt Umgang der immer wieder Schmerz auslöst eine Gefahr dar - aber es ist nicht Umgang-per-se.
Stero hat geschrieben:
Die Situation rückblickend analysierend kann ich feststellen, dass mein Fehltritt war, dass ich nach Entdeckung dieser Rationalität diese darlegte und mich auf Diskussionen darüber einließ.
Denn bereits die Darlegung bedeutet, der irrationalen Triebhaftigkeit des Ausdruckes ("Geschwätzigkeit") vor/in einem irrationalen Kollektiv zum Opfer zu fallen und konterkariert die Bemühung um Um-Konditionierung auf diese Rationalität.
Alsdann machte ich es mir verschlimmernd zur Gewohnheit hier rumzuplappern und ich wurde diese irrationale Gewohnheit unter dem Deckmäntelchen einer verkümmerten Rationalität.

Es ist also alleine der Umgang, der nach Einsicht verhindert, dass Befreiung von Irrationalität Bestand hat und der den Rückfall in Irrationalität determiniert. Jeglicher Umgang! Bereits alltäglicher Umgang in der Arbeitswelt ("Arbeiten im - irrationalen - Team") reicht aus, um Irrationalität zu perpetuieren ... trotz aller Einsicht!
Ich werde also auch meine Arbeit kündigen und mich "in eine Höhle" zurückziehen.

Diese Worte seien mein Vermächtnis an jene, die die Kapazität haben. Sie seien meine Warnung, nicht meinen Fehler zu begehen, wobei ich geneigt bin zu denken, dass man es mir nicht glauben wird ohne es selbst zu erfahren.
Man muss wirklich sterben. Darunter geht es nicht. Diese Rationalität ist der einsame Tod, der die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit ist.


Solange du deine Emotionalität nur anhand dieser Rationalität nur an der Oberfläche überspielst, wirst du weiter aus deinem Unterbewusstsein von Emotionalität getrieben werden.... Dein Drang nach Individualität ist Ausdruck deines Bedürfnisses nach Selbstverwirklichung... Das ist auch völlig normal, jeder Mensch hat diese Bedürfnisse. Es geht eben darum, diese als solche zu erkennen.Sie zunächst mal als solche anzunehmen...Diese Bedürfnisse sind etwas lapidares, die nicht einfach so ausradiert werden können....Indem sie aber erkannt werden, kann man Achtsam mit ihnen umgehen, anstatt sich wie ein Tier von ihnen treiben zu lassen.
Es gibt verschiedene Modelle...Die Maslowsche Grundbedürfnispyramide setzt sich wie folgt zusammen.Den ersten Punkt muss man sich wie den breiten Sockel der Pyramide vorstellen, auf dem die jeweils nachfolgenden Punkte verjüngend aufbauen.

5. Stufe
Selbstverwirklichung
dazu zählen: Individualität, Güte, Gerechtigkeit, Selbstlosigkeit
4. Stufe
Soziale Anerkennung
dazu zählen: "ich-Bedürfnisse" sammeln, wie Anerkennung, Geltung (Macht und Einfluß), Selbstachtung
3. Stufe
Soziale Bedürfnisse
dazu zählen: Kommunikation, Partnerschaft, Liebe, Freundschaft, Gruppenzugehörigkeit
2. Stufe
Sicherheit
dazu zählen abstrakt: materielle und berufliche Sicherheit, Lebenssicherheit,
und konkret:ein Dach übern Kopf, Versicherungen, Kündigungsschutz, ein Zaun, usw
1. Stufe
Grundbedürfnisse
dazu zählen:Trinken, Essen, Schlafen, Sexualität



Viele Grüße
Stero: Warum auch immer du dich hast hinleiten lassen, die Ratiothreads waren n sehr inspirierender Ausflug. Danke.
Spock hat geschrieben:
Stero: Warum auch immer du dich hast hinleiten lassen, die Ratiothreads waren n sehr inspirierender Ausflug. Danke.


Ja, auch von mir vielen Dank. Dadurch dass du bei alles, was nur kollektiv und nicht individuell nachvollziehen werden kann, eine Grenze gesetzt hast, wurde mir da klar, dass erst Bereich viel größer ist, als ich vermutet hatte.
Abgesehen davon, dass ich wahrscheinlich nicht die intellektuelle Kapazität habe um all den Ausführungen über diese Rationalität zu folgen, war sie mir auch bald verleidet weil sie als ergebnisoffen definiert und dargestellt wurde. Als Motivation sie zu betreiben wurde Inspiration angegeben.
Welches Ziel soll man im Leben anstreben? Erkennen was es mit diesem Dasein auf sich hat und Beenden des Leids, Ergebnisse die durch die Lehre des Buddha verheißen sind, ist wohl die Sinnvollste aller Bestrebungen.

Offen gestanden hatte ich den Verdacht, dass diese Rationalität in einer frustrierenden Sackgasse endet. Es scheint sich zu bestätigen - Abbruch sozialer Kontakte und Rückzug in die Höhle. Das hat der Buddha auch gemacht, allerdings mit seinem unermüdlich angestrebten Ziel vor Augen. Aber selbst mit diesem Ziel ist nicht zu erwarten dass es alleine in der Höhle zur Erleuchtung kommt, das ist so selten, dass man auf eine Lehre und den Umgang mit Praktizierenden angewiesen ist. Was mag dabei herauskommen wenn man nur aus dem eigenen Intellekt schöpft, ziellos, alleine mit den mächtigen Trieben? Wahnsinn?

Ist alles nicht abwertend gemeint, vielleicht liege ich wieder mal falsch. Anders kann ich das zur Zeit aber nicht sehen, nicht böse sein bitte.
Stero hat geschrieben:
Man muss wirklich sterben. Darunter geht es nicht. Diese Rationalität ist der einsame Tod, der die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit ist.


Richtig.

Wer in einer irrationalen Welt das Messer der Rationalität anlegt, der ist schon von vorn hinein zum Scheitern verurteilt. Sterben wäre eine Lösung, aber irrational, da der Akt der "Selbsttötung" ja auf einem Gefühl des "Nichtangenommen werdens" beruht. Oder man verzweifelt an der Welt...was verständlich ist, aber nicht zum Tod führen muss.

"In einer Höhle" lebt eh schon jeder von uns. Der allgemeine Austausch beruht auf irrationalem Geplänkel und steten Missverständnissen. Ein Einstellen jeglicher Kommunikation ist eine Lösung. Meine persönliche Lösung ist Kommunikation ohne Erwartung, ohne Überzeugung, ohne Intention.
Auf die irrationale Projektion von IkkyuSan möchte ich erst gar nicht eingehen. IkkyuSan hat von Anfang an diese Rationalität nicht verstanden und verweilt in seinem Nichtverstehen.


In meinem Blog habe ich folgende Warnung eingefügt:
Eine Warnung hinsichtlich der Prasangika Rationalität sei hier separat und explizit angefügt: Sind auch nur Spuren von Selbstwahrnehmung als inhärent existent vorhanden, so kann sich diese Rationalität auch mit einer Form kalten Hasses verbinden. Die Befreiung von Emotionalität ist in diesem Falle dann also unvollkommen und sehr einseitig.
https://prasangikablog.wordpress.com/20 ... 5/warnung/


Damit will ich dem Faktum Ausdruck verleihen, dass Re- bzw Umkonditionierung durch diese Rationalität ohne Achtsamkeit nicht gelingen kann. Meine Erfahrung zeigt mir also, dass perfekte Einsicht ohne stete Achtsamkeit nichts bringt außer Verblendung. Die Konditionierung auf das vermeintlich inhärent existente "ich, mich, mein, mir" ist einfach zu tief als dass man auf Achtsamkeit verzichten könnte. Ohne rückstandslose Auslöschung dieser Fehlwahrnehmung oder deren Unterbindung durch Achtsamkeit ist diese Rationalität aber zum Scheitern verurteilt, weil die Befreiuung von Emotionalität unvollkommen ist und also rationales begriffliches Denken verunmöglicht wird.
Stero hat geschrieben:
Meine Erfahrung zeigt mir also, dass perfekte Einsicht ohne stete Achtsamkeit nichts bringt außer Verblendung. Die Konditionierung auf das vermeintlich inhärent existente "ich, mich, mein, mir" ist einfach zu tief als dass man auf Achtsamkeit verzichten könnte. Ohne rückstandslose Auslöschung dieser Fehlwahrnehmung oder deren Unterbindung durch Achtsamkeit ist diese Rationalität aber zum Scheitern verurteilt, weil die Befreiuung von Emotionalität unvollkommen ist und also rationales begriffliches Denken verunmöglicht wird.

"Stete Achtsamkeit" halte ich für unmöglich, und die Alternative ist auch nicht "auf Achtsamkeit verzichten". Vielmehr ist wohl die Frage, wie man die nötige Achtsamkeit überhaupt in den Alltag bringen und aufrecht erhalten kann. :)

Eine andere Frage ist noch, ob denn die Befreiung von jeglicher Emotionalität überhaupt wünschenswert ist. Oder vielmehr die achtsame Beobachtung von Tendenzen verbunden mit einer Unterscheidung und Befreiung von Hass, Gier und Verblendung.

Grüße :rainbow:
Carneol hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Meine Erfahrung zeigt mir also, dass perfekte Einsicht ohne stete Achtsamkeit nichts bringt außer Verblendung. Die Konditionierung auf das vermeintlich inhärent existente "ich, mich, mein, mir" ist einfach zu tief als dass man auf Achtsamkeit verzichten könnte. Ohne rückstandslose Auslöschung dieser Fehlwahrnehmung oder deren Unterbindung durch Achtsamkeit ist diese Rationalität aber zum Scheitern verurteilt, weil die Befreiuung von Emotionalität unvollkommen ist und also rationales begriffliches Denken verunmöglicht wird.

"Stete Achtsamkeit" halte ich für unmöglich, und die Alternative ist auch nicht "auf Achtsamkeit verzichten". Vielmehr ist wohl die Frage, wie man die nötige Achtsamkeit überhaupt in den Alltag bringen und aufrecht erhalten kann. :)

Eine andere Frage ist noch, ob denn die Befreiung von jeglicher Emotionalität überhaupt wünschenswert ist. Oder vielmehr die achtsame Beobachtung von Tendenzen verbunden mit einer Unterscheidung und Befreiung von Hass, Gier und Verblendung.

Grüße :rainbow:


Zumal....
Wenn die Motivation diese Rationalität anzuwenden darin besteht, Befreiung von jeglicher Emotionalität zu erlangen....Die Motivation also Ablehnung von jeglicher Emotionalität ist, dann wäre die Anwendung dieser Rationalität selbst motiviert durch Hass. Aus dem Hass heraus ist es aber nicht möglich, dass der Hass erkannt wird. Egal wie Achtsam man sich aus dieser Position heraus gibt und worauf auch immer man seinen Blick richten mag...das Auge sieht sich nicht selbst, insbesondere dann nicht wenn zusätzlich jeder angebotene Spiegel als irrationales Blendwerk abgetan wird...
Die buddhistischen Einwände, dass es eine 'gute' und eine 'schlechte' Emotionlität gäbe sind ungültig. Warum? Weil jegliche Affirmation von Emotionalität qua für-wahr-Halten der Manifestation der Aggregate zur Projektion von inhärenter Existenz auch auf 'ich, mich, mir, mein' führt und deshalb Rationalität von vornherein verunmöglicht.
Aus der Sicht der buddhistisch konditierten Anhaftung an 'schöne' und 'gute' Gefühle/Emotionen, ist die Argumentation von Buddhisten aber verständlich. Sei verhalten sich nicht anders wie Süchtige.
Die eigentliche Inkonsistenz liegt im Kontext dieser Rationalität nicht in der Rationalität selbst und dem mit ihr zu erziehlenden rationalen, weil emotionslosen Denken und Handeln, um sich mit der Befreiung von Emotionalität auch von manipulativen Einflüssenzu zu befreien.
Die Inkonsistenz liegt in dem Scope der Zielsetzung. Dieser Scope der Zielsetzung kann sich eben nicht bloß auf die Zielerreichung 'rationales Denken und Handeln' beziehen, sondern muss, weil rationales Denken und Handeln ja nur bzgl. weiterer untergeordneten Zielsetzungen als 'rational' gelten kann, den weitesten Scope überhaupt haben. Unter dem Gesichtpunkt, dass im Rahmen der Rationalität alles als teleologisch und teleonomisch sinnlos bzw sinnfrei erkannt wird, und auch die Motivation zu emotionaler Selbstbefriedigung durch Zielerreichung wegfällt, werden kaum Motivationen entstehen, irgendwelche Ziele zu setzen, nur um die faktischen Kausalitäten, die zwischen Maßnahmen und den Zielen bestehen, zu exekutieren. Auch ist es irrational die Rationalität bloß zum Zwecke ihrer Einübung in Diskussionsforen wie diesem hier zu konzipieren. Die bloße Einübung in so einem Forum muss notwendigerweise ohne weitere Zielsetzung - wie geschehen! - in triebhaftem und irrationalen Forums-Geplapper enden.

Der weitest möglich Scope der Rationalität ist aber das Ziel die Lebensführung unter rein rationalen Gesichtpunkten zu gestalten, nachdem emotionsloses Denken und Handeln durch eben diese Rationalität ermöglicht wurde. Denn das Leben ist halt nun mal da und also muss es auch gelebt werden. Dem Leben ein Ende zu setzen könnte nicht als rational betrachtet werden, denn zielführend wäre das nur, wenn es unerträglich wäre, was aber eine irratiionale Verstrickung in Emotionalitäten und das für-wahr-Halten dieser Emotionalitäten und von sich selbst voraussetzte. Rationalität bevorzugt also weder das Leben noch den Tod. Da aber nur das Leben gestaltet werden kann, liegt es nahe das Leben rational zu gestalten. Wozu sollte Rationalität sonst dienlich sein? Die Frage ist also: wie die Sinnlosigkeit bzw Sinnfreiheit bewußten Seins rational gestalten?
Das wäre ein neuer Thread mit dem Titel "Rationalität und Leben". Den würde ich sicher starten, wenn mein "moderiert-Status" wieder aufgehoben wird. (Wink mit dem Zaumpfahl ;) )

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