Mudra im Christentum?

Moderator: void

Die Haltung der rechten Hand des Christus (nicht nur) auf diesem Mosaik hier erinnert stark an eine sogenannte Mudra:

https://thumbs.dreamstime.com/z/mosaik- ... 264154.jpg

Diese Handhaltung wird in Indien "Prana Mudra" genannt:

https://astrowave.files.wordpress.com/2 ... -mudra.png

" Prana (Sanskrit, m., प्राण, prāṇa, Lebensatem, Lebenshauch) bedeutet im Hinduismus Leben, Lebenskraft oder Lebensenergie. Prana ist vergleichbar mit Qi im alten China und Ki in Japan bzw. dem tibetischen Lung."

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Prana

Reiner Zufall?
Freeman reloaded hat geschrieben:
Reiner Zufall?

Ganz sicher nicht. :rofl:
Yoh, ich glaub ja auch nicht wirklich an Zufälle. Aber es müsste doch dann irgendeine historische Connection geben. Wo genau? Also "Jesus in Indien"? Bisher zumindest schien mir diese These nicht sehr fruchtbar... Übrigens gehören Christus-Darstellungen auch nicht zum Urchristentum, sondern sind erst lange Zeit später entstanden... Wo ist die historische Verbindung?
Freeman reloaded hat geschrieben:
Yoh, ich glaub ja auch nicht wirklich an Zufälle. Aber es müsste doch dann irgendeine historische Connection geben. Wo genau? Also "Jesus in Indien"? Bisher zumindest schien mir diese These nicht sehr fruchtbar... Übrigens gehören Christus-Darstellungen auch nicht zum Urchristentum, sondern sind erst lange Zeit später entstanden... Wo ist die historische Verbindung?

ich denke, die Verbindung ist weniger in der Historie denn in der Irrationalität zu suchen. Letztere ist atemporal und deshalb ahistorisch.
Stero hat geschrieben:
Freeman reloaded hat geschrieben:
Yoh, ich glaub ja auch nicht wirklich an Zufälle. Aber es müsste doch dann irgendeine historische Connection geben. Wo genau? Also "Jesus in Indien"? Bisher zumindest schien mir diese These nicht sehr fruchtbar... Übrigens gehören Christus-Darstellungen auch nicht zum Urchristentum, sondern sind erst lange Zeit später entstanden... Wo ist die historische Verbindung?

ich denke, die Verbindung ist weniger in der Historie denn in der Irrationalität zu suchen. Letztere ist atemporal und deshalb ahistorisch.


Mh, also evt zB überzeiliche Archetypen aus dem sog. "kollektiven Unbewussten"? Irgendwie denke ich, es könnte tatsächlich doch auch eine historische Verbindung geben... es gab auch schon vor 2000 Jahren regen Austausch zwischen der indischen und der griechischen Kultur und Griechenland wiederum hat auch die römische Geisteswelt beinflusst... die christliche Ikonografie zeugt davon... Der christliche Christus-Mythos ist übrigens ein Sonnenmythos, richtig?
Wenn es auch enttäuschend für dich klingt, aber es ist kein Sinn darin zu finden. Spekulation ist irrational.
Stero hat geschrieben:
Wenn es auch enttäuschend für dich klingt, aber es ist kein Sinn darin zu finden. Spekulation ist irrational.


Ich suche keinen Sinn darin, sondern ich suche die historische Verbindung. Ich bin ziemlich sicher, es gibt eine solche Verbindung. Und wenn es sie gibt, dann werde ich sie finden. Vielleicht hat ja noch jemand anderes einen RATIONALEN, historischen Hinweis zu bieten... :-)
Freeman reloaded hat geschrieben:
Ich bin ziemlich sicher, es gibt eine solche Verbindung. Und wenn es sie gibt, dann werde ich sie finden.

ja sicher. Es ist die Verbindung von Neuronen in deinem Gehirn. Die wirst du unweigerlich finden und nur diese kannst du finden.
Stero hat geschrieben:
Freeman reloaded hat geschrieben:
Ich bin ziemlich sicher, es gibt eine solche Verbindung. Und wenn es sie gibt, dann werde ich sie finden.

ja sicher. Es ist die Verbindung von Neuronen in deinem Gehirn. Die wirst du unweigerlich finden und nur diese kannst du finden.


Das klingt ja spannend. Woher weisst Du das denn? Also, ich kann da keine Neuronen erkennen in meinem Gehirn, ich kann nichtmal mein Gehirn erkennen oder sehen, wie könnte ich dann darin Neuronen und son Zeugs finden?
Freeman reloaded hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Freeman reloaded hat geschrieben:
Ich bin ziemlich sicher, es gibt eine solche Verbindung. Und wenn es sie gibt, dann werde ich sie finden.

ja sicher. Es ist die Verbindung von Neuronen in deinem Gehirn. Die wirst du unweigerlich finden und nur diese kannst du finden.


Das klingt ja spannend. Woher weisst Du das denn? Also, ich kann da keine Neuronen erkennen in meinem Gehirn, ich kann nichtmal mein Gehirn erkennen oder sehen, wie könnte ich dann darin Neuronen und son Zeugs finden?

Das genau ist das Problem. Das können immer nur andere finden. Aber du kannst natürlich nicht die Funktionsweise deiner Neuronen finden oder sehen. Entweder du denkst oder du beobachtest die Funktionsweise deiner Neuronen auf wissenschaftlichen Anzeigegeräten ohne zu denken. Letzteres ist unmöglich. Deswegen liefert alleine die objektivierende Neurowissenschaft eine rationale Erklärung.
" Das genau ist das Problem. Das können immer nur andere finden."

Ah, ok, also korrigierst Du Deine vorangegangene Annahme:

" Es ist die Verbindung von Neuronen in deinem Gehirn. Die wirst du unweigerlich finden und nur diese kannst du finden."

wenn ich Dich recht verstehe.

" Deswegen liefert alleine die objektivierende Neurowissenschaft eine rationale Erklärung."

Eine rationale Erklärung wofür?
Freeman reloaded hat geschrieben:
" Das genau ist das Problem. Das können immer nur andere finden."

Ah, ok, also korrigierst Du Deine vorangegangene Annahme:

Nein ich habe keinen Grund die Fakten zu negieren. Wenn ich sage du findest deine Neuronenverbindungen, dann bedeute dies, dass du die Erfahrungen machst die diese Neuronenverbindungen erzeugen. Du erlebst also als Subjekt, was die Neurowissenschaft objektiv beschreibt.


Freeman reloaded hat geschrieben:
" Deswegen liefert alleine die objektivierende Neurowissenschaft eine rationale Erklärung."

Eine rationale Erklärung wofür?

Dass dein Gesabbel und dein Denken konditioniert sind von materiellen Strukturen in deinem Gehirn.
Stero hat geschrieben:
Freeman reloaded hat geschrieben:
" Das genau ist das Problem. Das können immer nur andere finden."

Ah, ok, also korrigierst Du Deine vorangegangene Annahme:

Nein ich habe keinen Grund die Fakten zu negieren. Wenn ich sage du findest deine Neuronenverbindungen, dann bedeute dies, dass du die Erfahrungen machst die diese Neuronenverbindungen erzeugen. Du erlebst also als Subjekt, was die Neurowissenschaft objektiv beschreibt.


Freeman reloaded hat geschrieben:
" Deswegen liefert alleine die objektivierende Neurowissenschaft eine rationale Erklärung."

Eine rationale Erklärung wofür?

Dass dein Gesabbel und dein Denken konditioniert sind von materiellen Strukturen in deinem Gehirn.


Sorry, aber das hilft mir auf meiner Suche nach historischen Verbindungen zwischen der Handhaltung Christi und den indischen Mudras nicht weiter.
Freeman reloaded hat geschrieben:
Sorry, aber das hilft mir auf meiner Suche nach historischen Verbindungen zwischen der Handhaltung Christi und den indischen Mudras nicht weiter.

Klar. Weil wenn es dir weiterhelfen würde, es christi und indische mudras gar nicht gäbe :lol:
Bestimmte Handstellungen tauchen in ähnlichen Situationen immer wieder auf, z.B. das sogenannte "Mudra des Arguments" kann man öfter beobachten wenn einer eine Rede hält. Das gehört wohl zum Ausdruck der menschlichen Kommunikation, wie die verbale Sprache.

http://2.bp.blogspot.com/_6o6H8G-q22E/S ... _mudra.jpg

http://img.kaloo.ga/thumb?url=http%3A%2 ... ze=924x520

Leider gelingt es mir nicht Bilder in den Text zu integrieren.
Ich glaube der grosse Unterschied ist der, dass Mudras etwas sind, was eine bestimmte Wirkung ausüben soll, während die Handhaltungen Christ etwas sind was man nicht nachmacht, sondern was den Gläubigen symbolisch etwas über die Christusnatur aussagen soll.
Indem einen, zwei oder drei Finger reckt, symbolisiert man theologische Betrachtung über die eine Natur Gottes, über die Gott Mensch Natur Jesu und über die Dreieinigkeit.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Segensgestus

Weil mit unseren Fingern nur eine abzählbare Menge an Verknotungen möglich sind, ergeben sich schon daraus Überschneidigung.
Stero hat geschrieben:
Freeman reloaded hat geschrieben:
Sorry, aber das hilft mir auf meiner Suche nach historischen Verbindungen zwischen der Handhaltung Christi und den indischen Mudras nicht weiter.

Klar. Weil wenn es dir weiterhelfen würde, es christi und indische mudras gar nicht gäbe :lol:


Sorry, aber das ist mir, zumindest im Moment noch ein wenig zu hoch :-)

@mukti

Ok, sehr einleuchtend. Aber trotzdem wäre es meiner Ansicht nach sehr erstaunlich, wenn allein aufgrund gewisser ubiquitärer Kommunikationsmuster dieselbe Handgeste in zwei verschiedenen Religionen auftauchen würde. Denkst Du nicht, dass es evt einen historischen Austausch zwischen Morgen- und Abendland gegeben hat, auf den eben auch jene angesprochene Mudra zurückzuführen sein könnte?

@void

Also hälst Du jene identische Handhaltung für eher zufällig, wenn ich Dich recht verstehe?
" ... suche die historische Verbindung ..."

Fündig wirst Du z.B. bei der Suche unter den Begriffen

a. Völkerwanderungen - (später auch Seidenstraße)
b. Sprachgeschichtliches

Einblicke bekommst Du u.a. hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Asiens
https://de.wikipedia.org/wiki/Indogermanen
https://de.wikipedia.org/wiki/Tocharische_Sprachen
...

Abgesehen von wissenschaftl. Abhandlungen und Forschungsberichten gibt es durchaus allgemeinverständliche Literatur zum Thema - manchmal sind es allerdings nur einzelne Kapitel in umfangreichen Büchern. Ich stelle ansonsten keine langen Texte hier ein, aber schau mal - ich habe ein wenig gesucht und siehe da:

Frühe Begegnungen des Buddhismus mit dem Abendland

Im Allgemeinen beginnen unsere Darstellungen der Forschungsgeschichte auf dem Gebiet des Buddhismus mit dem 19. Jahrhundert. Dem sind meist nur kurze Anmerkungen über die ältere Zeit vorangestellt. Soweit ich sehe, fehlt aber bisher eine wirklich umfassende Darstellung dessen, was man vor der Zeit des Beginns der wissenschaftlichen Buddhismusforschung der Neuzeit über den Buddhismus wusste. Dabei ist die Bezeichnung „wissenschaftliche Buddhismusforschung“ ein Synonym für die auf der Auswertung von Primärquellen, d. h. in diesem Fall vor allem der Heiligen Schriften der Buddhisten beruhende Forschung.

Im Allgemeinen gilt das zweibändige Werk von Eugène Burnouf (1801–1852) zuletzt Lehrer am Collège de France und Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, als Anfang der modernen Buddhologie: „Introduction à l’histoire du bouddhisme indien“. Teil 1: Paris 1844 (Darstellung) und Teil 2: Paris 1852 („Le Lotus de la Bonne Loi“, Saddharmapuṇḍarīkasūtra-Übersetzung).
Es lohnt sich aber, einen Blick auf die Geschichte der älteren Kontakte der Buddhisten mit dem Abendland zu werfen.

Ob die Antike etwas über den Buddhismus gewusst hat, ist umstritten. Das große Indien-Werk des Megasthenes ist nicht als Ganzes erhalten; wir kennen es nur aus Zitaten in Werken anderer antiker Autoren.

Megasthenes war etwa im Jahr 302 v. Chr. als Gesandter des Diadochenkönigs Seleukos Nikator an den Hof des Begründers der Maurya-Dynastie, Candragupta Maurya (321– ca. 297), in Pāṭaliputra gelangt. In den erhaltenen Fragmenten seines ausführlichen Berichtes werden Brahmanen und σαμανoι d. h. śramaṇas, erwähnt. Der Terminus śramaṇa bezeichnet jedoch nicht nur buddhistische Mönche, sondern ganz allgemein Wanderasketen im alten Indien.

Sehr umstritten ist auch, ob sich buddhistische Einflüsse auf das Neue Testament nachweisen lassen. Dies ist ebenso nachdrücklich behauptet wie entschieden bestritten worden. Das klassische Werk zu dieser Frage verdanken wir Richard Garbe: „Indien und das Christentum“ (Tübingen 1914).

In zahlreichen Abhandlungen sind viele Argumente pro und contra vorgetragen worden; hier sei noch hingewiesen auf N. Klatt: „Literaturkritische Beiträge zum Problem christlich-buddhistischer Parallelen“ (Bonn 1982). Nach meiner Überzeugung darf man vom Vorliegen indischer Einflüsse, wenn auch in sehr beschränktem Umfang, ausgehen, kann aber nicht nachweisen, dass diese speziell buddhistisch gewesen sind.

Auch ist behauptet worden, dass Plotin „wesentliche Elemente seiner Philosophie“ aus Indien übernommen habe, nach neueren Thesen durch Vermittlung seines Lehrers Ammonios Sakkas. Dieser u. a. von Ernst Benz in seiner Abhandlung „Indische Einflüsse auf die frühchristliche Theologie“ (Wiesbaden 1951) behauptete intensiven Gedankenaustausch zwischen der hellenistischen Welt und indischem, auch buddhistischem Denken, ist von anderen Gelehrten als „voreilige Schlussfolgerung“ bezeichnet worden, aber dies war vielleicht auch wieder etwas voreilig geurteilt.

Um 200 n. Chr. begegnen wir bei dem christlichen Theologen Clemens von Alexandrien einem Hinweis auf den Buddha: „Es gibt in Indien diejenigen, die den Geboten des Buddha (Boutta) folgen, den sie wegen seiner Heiligkeit wie einen Gott verehren“ (Stromata 1,15).

Sicher ist auch, dass der Religionsstifter Mani (3. Jh. n. Chr.) etwas über den Buddhismus gewusst hat. So sind bestimmte Lehren des Buddha und auch sein Name in den Manichäismus eingegangen, der bekanntlich in der Spätantike eine Zeit lang ein ernstzunehmender Konkurrent für das Christentum gewesen ist. Es ist aber insgesamt überraschend, wie wenig Konkretes der westlichen Antike über Indiens Religionen, speziell über den Buddhismus, bekannt war. Umgekehrt war es auch nicht viel anders.

Indische Quellen berichten wenig historisch Brauchbares über die Yonas (Griechen) und über andere Völker des Westens, obwohl wir bereits in der Zeit des Aśoka griechische Inschriften im äußersten Nordwesten des indischen Kulturgebiets finden, und obwohl griechische Siedler die Entwicklung der indischen Kunst tiefgehend beeinflusst haben.

Auf dem Gebiet der Philosophie ist der Milindapañha ein Sonderfall. Dieses Werk, „Fragen des Milinda (Menandros)“, enthält philosophische Gespräche zwischen dem König Menandros und dem buddhistischen Mönch Nāgasena. Menandros regierte ein indo-griechisches Königreich im Nord-Westen des Subkontinents. Ohne auf dieses höchstinteressante Dokument an dieser Stelle näher einzugehen, sei es als Beleg dafür angeführt, dass in jener Zeit tatsächlich ein geistiger Austausch der hellenistischen und der buddhistischen Welt stattgefunden hat.

Erwähnt werden soll ferner, dass Hieronymus (ca. 347–419) berichtet, dass der Buddhas aus der Seite einer Jungfrau geboren worden sei („Traditur quod Buddam, principem dogmatis eorum, e latere suo virgo generavit“).

Aus mittelalterlichen literarischen Quellen des Westens erfahren wir nicht viel über den Buddhismus. Christliche Missionare, und zwar Nestorianer, gelangten zwar im 7. und 8. Jahrhundert bis nach Ostturkestan und China, aber auf diesem Weg scheinen keine genauen Informationen über den Buddhismus in den Westen gedrungen zu sein.

Erwähnt werden soll hier ferner die Heiligenlegende von Barlaam und Josafat. Dies ist eine christianisierte Version der Buddha-Legende. Josafat wurde sogar als christlicher Heiliger verehrt, ist aber der Entrümpelung der katholischen Heiligenregister in jüngster Zeit zum Opfer gefallen. Auch zu diesem Thema gibt es eine unübersehbare Fülle von Literatur. Man glaubt heute, dass die älteste erhaltene Version dieser Legende eine georgische Fassung des 9. oder 10. Jahrhunderts ist, und dass diese wiederum auf einer arabischen, inzwischen ebenfalls veröffentlichten Rezension der Erzählung beruht. Diese soll auf eine mittelpersische, möglicherweise manichäische Fassung der Geschichte zurückgehen. Jedenfalls ist die Erzählung in der hoch- und spätmittelalterlicher Zeit in alle Kultursprachen des damaligen Europa übersetzt und sehr viel gelesen worden, nachdem sie ca. 1000 ins Griechische und 1048 ins Lateinische übersetzt worden war.

Für den Kulturaustausch des Abendlandes mit Zentral- und Ostasien hat die Seidenstraße zentrale Bedeutung gehabt. Einige unerwartete Zeugnisse des Buddhismus in Nordeuropa geben davon Kunde, dass auch auf den Handelsstraßen der Wikinger indisches Kulturgut in den Westen gelangt ist. Bei den Ausgrabungen in Haithabu wurden zwei indische Buddha-Figuren ausgegraben; die erste wurde unverständlicherweise in den Kunsthandel gegeben, ohne dass man sie vorher fotografierte. Erst bei dem zweiten Fund merkte man, dass es sich um eine sensationelle Entdeckung handelte. Zunächst hatte man nämlich gemeint, die Figur sei zufällig und später an den Fundort gekommen. Außerdem hat man eine aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammende nordindische Buddha-Figur in Helgö im schwedischen Uppland ausgegraben. Es besteht kein Zweifel, dass auf dem Weg über Russland auch Elemente indischer Kunst ins mittelalterliche Europa gelangten.

Die Ausbreitung des Islam hat über mehrere Jahrhunderte den direkten Kontakt des Abendlandes mit den buddhistischen Ländern unterbrochen. Dies änderte sich mit der Entsendung von Dominikanern und Franziskaner an den mongolischen Hof unter dem Papst Innozenz IV. und dann mit dem Reisebericht von Marco Polo. Die damals vermittelten Informationen beziehen sich jedoch auf den Lamaismus, nicht auf den Südlichen Buddhismus.

Seit Vasco da Gama’s Indienreise (1497/8) war der Weg für direkte Kontakte offen. Bereits im 16. Jahrhundert haben Missionare die buddhistischen Länder Südostasiens und Japan besucht. Seit 1624 sind Missionare auch nach Tibet gelangt. Ihre Berichte sind von Luciano Petech in 7 Bänden ediert worden („I missionari Italiani nel Tibet e nel Nepal“, Roma 1954–56). Die Masse der frühen Berichte von Reisenden, seit dem 17. Jahrhundert erweitert durch Berichte von Gesandten, ist fast unübersehbar und bisher nur zu einem kleinen Teil ausgewertet.

Zu den berühmtesten Berichten gehört die „Description du royume de Siam“ (Paris 1691) von Simon de la Loubère. Er war 1687–1688 vom König Ludwig XIV. als außerordentlicher Gesandter nach Siam geschickt worden. La Loubère gibt eine für die Verhältnisse seiner Zeit sehr gute Beschreibung des Buddhismus, aus der ich hier einige Auszüge zitiere. Es handelt sich dabei um die erste genauere Beschreibung des Theravāda-Buddhismus in der europäischen Literatur überhaupt.

Ich zitiere hier einige Auszüge aus diesem Gesandtschaftsbericht nach einer im Jahr 1752 erschienenen deutschen Bearbeitung (Die von H. Bechert angeführte deutsche Bearbeitung war nicht zugänglich, daher vgl. eine spätere und etwas abweichende deutsche Übersetzung des Werkes von Simon de la Loubère: Loubère 1800), die im Band 10 des Sammelwerkes „Allgemeine Historie der Reisen zu Wasser und zu Lande, oder Sammlung aller Reisebeschreibungen … durch eine Gesellschaft gelehrter Männer … zusammen getragen und … übersetzt“ enthalten sind; die auf La Loubère zurückgehenden Informationen sind darin einer Bearbeitung durch Guido Tachard entnommen und stehen auf den Seiten 295–297 (hier in der sprachlichen Form des Originals zitiert). Der Wiedergabe der Darstellung der Religion der Siamesen seien einige erläuternde Bemerkungen vorausgeschickt:
Die „balische“ Sprache ist nichts anders als das Pāli,...

Quelle:Prof. Heinz Bechert, Der Buddhismus in Süd- und Südostasien - Geschichte und Gegenwart - ISBN 9783170294677 - Kohlhammer Verlag

....
LG mkha´
Wenn ich mitm Rad abbiege, dann mach ich auf der linken Seite auch immer so n Mudra. Auf der rechten Seite seltsamerweise nicht. Ne Bedeutung hat das allerdings keine. Ich würde auf Zufall tippen.
Spock hat geschrieben:
Wenn ich mitm Rad abbiege, dann mach ich auf der linken Seite auch immer so n Mudra. Auf der rechten Seite seltsamerweise nicht. Ne Bedeutung hat das allerdings keine. Ich würde auf Zufall tippen.


Du machst Mudras beim Radeln? Das find ich cool. Ist das nicht gefährlich, gerade auch beim Abbiegen? Egal, muss ich auch mal probieren.... bin gespannt, wie die Leute darauf reagieren :angel: Allerdings, ich glaube hier weniger an einen Zufall...

@mkha'

Hey, astrein, vielen Dank für diese Infos, denen werde ich mal in Ruhe nachgehen!
Freeman reloaded hat geschrieben:
Ok, sehr einleuchtend. Aber trotzdem wäre es meiner Ansicht nach sehr erstaunlich, wenn allein aufgrund gewisser ubiquitärer Kommunikationsmuster dieselbe Handgeste in zwei verschiedenen Religionen auftauchen würde. Denkst Du nicht, dass es evt einen historischen Austausch zwischen Morgen- und Abendland gegeben hat, auf den eben auch jene angesprochene Mudra zurückzuführen sein könnte?


Kann schon sein dass es in diesem Fall auch mit historischem kulturellen Austausch zu tun hat.
Yep, ich werde dieser Spur mal noch ein wenig weiter nachgehen.
Ich bin jetzt nur hiervon ausgegangen.

Freeman reloaded hat geschrieben:
Die Haltung der rechten Hand des Christus (nicht nur) auf diesem Mosaik hier erinnert stark an eine sogenannte Mudra.


Ich halte diese Haltung für "universell vorkommend". Troztdem viel Spass bei der Suche.
Ok, also wenn ich Dich recht verstehe, ist es, historisch betrachtet, Zufall, dass die Handhaltung Christi wie ein Mudra aussieht, richtig? Mal sehen, ich werde auf jeden Fall die Anregungen von mkha' mal noch'n bischen weiter verfolgen.
Freeman reloaded hat geschrieben:
Ok, also wenn ich Dich recht verstehe, ist es Zufall, dass die Handhaltung Christi wie ein Mudra aussieht, richtig? Mal sehen, ich werde auf jeden Fall die Anregungen von mkha' mal noch'n bischen weiter verfolgen.

Ich denke, dass es keine direkte kulturell gleiche Bedeutung haben muss. Aber kA.
Ok, ob es dieselbe Bedeutung hat, weiss ich momentan natürlich auch nicht. Aber ich will mal sehen, wie die Christus-Geste entstand und ob es da eben einen Austausch zwischen indischen und christlichen Traditionen gab.
:)

zu "Austausch zwischen indischen und christlichen Traditionen":

Es gab auch schon Threads zum Graeco-Buddhismus, usw.

Demetrios I (in) Buddhistischer Salon

Und es gibt einen Roman über Jesus in Indien. Der allerdings nicht so seriös is. Latsch da nich rein bei deinen Recherchen.
Hey cool, besten Dank für die weiteren Infos!

Nee nee, die Jesus-in-Indien-Hypothese ist ja auch nicht so mein Fall, das lasse ich erstmal beiseite.
Schau auf mein Mudra. 8)
Stero hat geschrieben:
Schau auf mein Mudra. 8)


Yeeees... I can feel it 8-)

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