Verbot des islamischen Vereins "Die wahre Religion"

Moderator: void

http://www.faz.net/aktuell/politik/kamp ... 29525.html

Was denkt Ihr darüber? Ist das in einer "wehrhaften" Demokratie in Ordnung, so vorzugehen? Oder sollte eher tiefer an die Wurzeln des Islamismus gegangen werden- also einerseits ein anderere Umgang mit dem saudischen Wahabismus-Export gefunden werden und andererseits andere Perspektiven für die jungen Männer und Frauen geboten werden, die sich den "Salafisten" anschließen?
Yeshe hat geschrieben:
http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/razzia-gegen-salafisten-als-schlag-gegen-die-hydra-14529525.html

Was denkt Ihr darüber? Ist das in einer "wehrhaften" Demokratie in Ordnung, so vorzugehen?

Was soll die Frage? Es ging um Unterstützung von Terrorismus. Dagegen muss vorgegangen werden.

Yeshe hat geschrieben:
Oder sollte eher tiefer an die Wurzeln des Islamismus gegangen werden- also einerseits ein anderere Umgang mit dem saudischen Wahabismus-Export gefunden werden und andererseits andere Perspektiven für die jungen Männer und Frauen geboten werden, die sich den "Salafisten" anschließen?

Diese Maßnahmen sind zwar grundsätzlich angemessen, aber die Fragestellung ist im Kontext der Razzien völlig unangemessen, weil sie diese Maßnahmen als Alternative zu den Razzien impliziert. Langfristige Maßnahmen aber können niemals kurzfristig notwendige Maßnahmen ersetzen. Im Gegenteil ist die Durchführung kurzfristig notwendiger Maßnahmen sogar die Voraussetzung dafür, dass langfristige Maßnahmen erfolgreich sein können.
Stero hat geschrieben:
Yeshe hat geschrieben:
http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/razzia-gegen-salafisten-als-schlag-gegen-die-hydra-14529525.html

Was denkt Ihr darüber? Ist das in einer "wehrhaften" Demokratie in Ordnung, so vorzugehen?

Was soll die Frage? Es ging um Unterstützung von Terrorismus. Dagegen muss vorgegangen werden.

Yeshe hat geschrieben:
Oder sollte eher tiefer an die Wurzeln des Islamismus gegangen werden- also einerseits ein anderere Umgang mit dem saudischen Wahabismus-Export gefunden werden und andererseits andere Perspektiven für die jungen Männer und Frauen geboten werden, die sich den "Salafisten" anschließen?

Diese Maßnahmen sind zwar grundsätzlich angemessen, aber die Fragestellung ist im Kontext der Razzien völlig unangemessen, weil sie diese Maßnahmen als Alternative zu den Razzien impliziert. Langfristige Maßnahmen aber können niemals kurzfristig notwendige Maßnahmen ersetzen. Im Gegenteil ist die Durchführung kurzfristig notwendiger Maßnahmen sogar die Voraussetzung dafür, dass langfristige Maßnahmen erfolgreich sein können.
Ganz richtig. Es heißt ja schon jetzt immer wieder warum nichts getan wird und wenn was getan wird kommen die Menschenrechtehochhalter mit ihren Torschlagargumenten, die mit ihrer absoluten "Metta".
Stero hat geschrieben:
Was soll die Frage? Es ging um Unterstützung von Terrorismus. Dagegen muss vorgegangen werden.


Na ja, die Frage stellt sich mir halt, weil ich nicht sicher bin, was das Thema angeht. Und da wollte ich hören, was andere Buddhisten so denken.

Deiner Meinung könnte man entgegnen, dass ein komplettes Verbot von Gruppierungen auch dazu führen, dass diese quasi in den Untergrund gezwungen werden, wo sie sich dann noch schlechter beobachten lassen. Eine Alternative zum Verbieten wäre zum Beispiel auch das Einschleusen von V-Leuten, wie es von der Exekutive ja gerne bei rechts- und linksradikalen Gruppierung gemacht wird.
Und was "Terrorismus" ist und was "Freiheitskampf" ist ein gutes Stück weit immer eine Frage der Definition. Warum schießen denn die IS-Leute in Syrien mit amerikanischen und deutschen Waffen?
Ellviral hat geschrieben:
Es heißt ja schon jetzt immer wieder warum nichts getan wird und wenn was getan wird kommen die Menschenrechtehochhalter mit ihren Torschlagargumenten, die mit ihrer absoluten "Metta".


Wer sind denn "die Menschenrechtehochhalter" und welche "Totschlagargumente" werden mit absoluter Metta vorgebracht?
Yeshe hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Es heißt ja schon jetzt immer wieder warum nichts getan wird und wenn was getan wird kommen die Menschenrechtehochhalter mit ihren Torschlagargumenten, die mit ihrer absoluten "Metta".


Wer sind denn "die Menschenrechtehochhalter" und welche "Totschlagargumente" werden mit absoluter Metta vorgebracht?
Damit hat mich mein Bruder mit fünf Jahren schon auf die Palme gebracht, mit solchen Fragen, wenn er genau wusste das er genau weiß was ich meine.
Yeshe hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Was soll die Frage? Es ging um Unterstützung von Terrorismus. Dagegen muss vorgegangen werden.


Na ja, die Frage stellt sich mir halt, weil ich nicht sicher bin, was das Thema angeht. Und da wollte ich hören, was andere Buddhisten so denken.

Deiner Meinung könnte man entgegnen, dass ein komplettes Verbot von Gruppierungen auch dazu führen, dass diese quasi in den Untergrund gezwungen werden, wo sie sich dann noch schlechter beobachten lassen. Eine Alternative zum Verbieten wäre zum Beispiel auch das Einschleusen von V-Leuten, wie es von der Exekutive ja gerne bei rechts- und linksradikalen Gruppierung gemacht wird.

Das ist immer eine Frage des Abwägens, ob man beobachtetes Gewährenlassen aus der Perspektive der inneren Sicherheit verantworten kann oder ob repressive Maßnahmen erforderlich sind. Auch bei rechts- und linksradikalen Gruppierung kommt man idR bei Unterstützung terroristischer Vereinigungen, die die innere Sicherheit bedrohen, zum Schluss, dass repressive Maßnahmen erforderlich sind, um die Infrastruktur nachhaltig einzudämmen (auch wenn endgültige Zerstörung der Infrastruktur meist unmöglich ist).

Yeshe hat geschrieben:
Und was "Terrorismus" ist und was "Freiheitskampf" ist ein gutes Stück weit immer eine Frage der Definition. Warum schießen denn die IS-Leute in Syrien mit amerikanischen und deutschen Waffen?

Die Frage ist angemessen, jedoch ist die Frage, was Terrorismus ist, unabhängig von dieser Frage zu bewerten. Wer wirklich nicht erkennen kann oder will, dass der IS Terrorismus betreibt, mit dem ist aber eine vernünftige Diskussion sicher ausgeschlossen.
Ellviral hat geschrieben:
Yeshe hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Es heißt ja schon jetzt immer wieder warum nichts getan wird und wenn was getan wird kommen die Menschenrechtehochhalter mit ihren Torschlagargumenten, die mit ihrer absoluten "Metta".


Wer sind denn "die Menschenrechtehochhalter" und welche "Totschlagargumente" werden mit absoluter Metta vorgebracht?
Damit hat mich mein Bruder mit fünf Jahren schon auf die Palme gebracht, mit solchen Fragen, wenn er genau wusste das er genau weiß was ich meine.


Ich bin aber nicht dein Bruder und ich habe wirklich keine Ahnung, was Du meinst. Maximal denken könnte ich mir, dass Du jemanden wie Aydan Özoguz meinst, wobei ich die bisher nicht wirklich mit absolutem Metta in Verbindung gebracht hätte :?
Es braucht ja immer auch Weisheit dazu. Und die Menschenrechte werden ja nicht dadurch in Frage gestellt, dass es eine Razzia gibt und die Betroffenen einen fairen Prozess bekommen.
Yeshe hat geschrieben:
http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/razzia-gegen-salafisten-als-schlag-gegen-die-hydra-14529525.html

Was denkt Ihr darüber? Ist das in einer "wehrhaften" Demokratie in Ordnung, so vorzugehen? Oder sollte eher tiefer an die Wurzeln des Islamismus gegangen werden- also einerseits ein anderere Umgang mit dem saudischen Wahabismus-Export gefunden werden und andererseits andere Perspektiven für die jungen Männer und Frauen geboten werden, die sich den "Salafisten" anschließen?


Beides sollte passieren denke ich, Symptom- und Ursachenbekämpfung. Man kann auch schlecht solange zusehen wie Terorristen rekrutiert werden bis endlich die Ursachen für den Terror beseitigt sind.
Stero hat geschrieben:
Wer wirklich nicht erkennen kann oder will, dass der IS Terrorismus betreibt, mit dem ist aber eine vernünftige Diskussion sicher ausgeschlossen.


Klar. Allerdings finde ich dann schon, dass es sich lohnen würde, sich ehrlicher zu fragen, warum der IS erblühen konnte, also wer wann wie den Nährboden dafür bereitet hat. Aus meiner Sicht beginnt das ganze Desaster im Nahen Osten mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches und den anschließenden französisch-britischen Grenzziehungen.
Ob jetzt die Gruppierung um Abou Nagie den IS oder "nur" die Al-Nusra-Front unterstützt hat, kann ich natürlich auch nicht sagen. Ich halte letztere nicht für großartig besser als den IS. Allerdings werden die gerade von der NATO gepäppelt, sind also zur Zeit keine Terroristen im offiziellen Sprachgebrauch (war vor ein paar Jahren auch mal anders).
Langsam habe ich meine Meinung denke ich schon geoutet (Ich finde es im Cafe-Haus angemessener, erstmal zu fragen, statt gleich zu meinen). Ich habe nichts dagegen, den Verein "Die wahre Religion" zu verbieten, fände es aber viel wichtiger, sich über die Ursachen des islamistischen Terrors und die Rolle des "Westens" dabei (Stichtwort: abhängiges Entstehen) Gedanken zu machen.
Ellviral hat geschrieben:
...Es heißt ja schon jetzt immer wieder warum nichts getan wird und wenn was getan wird kommen die Menschenrechtehochhalter mit ihren Torschlagargumenten, die mit ihrer absoluten "Metta".

Ich bezweifle, dass der buddhistische Begiff "Metta" auf die politische Debatte anwendbar ist, zumal Buddhisten eine verschwindende Minderheit in diesem Land sind.
Auch denke ich, dass es keine "Totschlagargumente" gibt, sondern es gibt rationale Argumente und irrationale. So lange es politischen Diskurs gibt, so lange wird es irrationale Argumente geben. Die wesentliche Frage ist lediglich, ob die irrational Argumentierenden zu den politischen Entscheidungsträgern gehören und im letzten Falle obliegt es einfach der demokratischen Mehrheitsentscheidung, ob die Wähler wollen, dass irrational Argumentierende zu den politischen Entscheidungsträgern gehören.
Yeshe hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Wer wirklich nicht erkennen kann oder will, dass der IS Terrorismus betreibt, mit dem ist aber eine vernünftige Diskussion sicher ausgeschlossen.


Klar. Allerdings finde ich dann schon, dass es sich lohnen würde, sich ehrlicher zu fragen, warum der IS erblühen konnte, also wer wann wie den Nährboden dafür bereitet hat. Aus meiner Sicht beginnt das ganze Desaster im Nahen Osten mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches und den anschließenden französisch-britischen Grenzziehungen.
Ob jetzt die Gruppierung um Abou Nagie den IS oder "nur" die Al-Nusra-Front unterstützt hat, kann ich natürlich auch nicht sagen. Ich halte letztere nicht für großartig besser als den IS. Allerdings werden die gerade von der NATO gepäppelt, sind also zur Zeit keine Terroristen im offiziellen Sprachgebrauch (war vor ein paar Jahren auch mal anders).
Langsam habe ich meine Meinung denke ich schon geoutet (Ich finde es im Cafe-Haus angemessener, erstmal zu fragen, statt gleich zu meinen). Ich habe nichts dagegen, den Verein "Die wahre Religion" zu verbieten, fände es aber viel wichtiger, sich über die Ursachen des islamistischen Terrors und die Rolle des "Westens" dabei (Stichtwort: abhängiges Entstehen) Gedanken zu machen.

Nichts gegen die analytische Erforschung primärer, sekundärer oder tertiärer Ursachen! Zumal dann nicht, wenn daraus Lehren für die internationale Politik gezogen werden könnnen.
Leider ist es jedoch in der öffentlichen Debatte oft so, dass berechtigte Fragestellungen bzgl. der Ursachen des Terrorismus vorgeschoben werden, um unmittelbar erforderliche Maßnahmen gegen den Terrorismus zu blockieren. Um ein Gleichnis zu verwenden: Wenn das Haus brennt, beginnt man unmittelbar mit der Löschung des Brandes, bevor man sich grundsätzliche Gedanken macht über Brandschutzmaßnahmen beim Hausbau.
Stero hat geschrieben:
Yeshe hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
Wer wirklich nicht erkennen kann oder will, dass der IS Terrorismus betreibt, mit dem ist aber eine vernünftige Diskussion sicher ausgeschlossen.


Klar. Allerdings finde ich dann schon, dass es sich lohnen würde, sich ehrlicher zu fragen, warum der IS erblühen konnte, also wer wann wie den Nährboden dafür bereitet hat. Aus meiner Sicht beginnt das ganze Desaster im Nahen Osten mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches und den anschließenden französisch-britischen Grenzziehungen.
Ob jetzt die Gruppierung um Abou Nagie den IS oder "nur" die Al-Nusra-Front unterstützt hat, kann ich natürlich auch nicht sagen. Ich halte letztere nicht für großartig besser als den IS. Allerdings werden die gerade von der NATO gepäppelt, sind also zur Zeit keine Terroristen im offiziellen Sprachgebrauch (war vor ein paar Jahren auch mal anders).
Langsam habe ich meine Meinung denke ich schon geoutet (Ich finde es im Cafe-Haus angemessener, erstmal zu fragen, statt gleich zu meinen). Ich habe nichts dagegen, den Verein "Die wahre Religion" zu verbieten, fände es aber viel wichtiger, sich über die Ursachen des islamistischen Terrors und die Rolle des "Westens" dabei (Stichtwort: abhängiges Entstehen) Gedanken zu machen.

Nichts gegen die analytische Erforschung primärer, sekundärer oder tertiärer Ursachen! Zumal dann nicht, wenn daraus Lehren für die internationale Politik gezogen werden könnnen.
Leider ist es jedoch in der öffentlichen Debatte oft so, dass berechtigte Fragestellungen bzgl. der Ursachen des Terrorismus vorgeschoben werden, um unmittelbar erforderliche Maßnahmen gegen den Terrorismus zu blockieren. Um ein Gleichnis zu verwenden: Wenn das Haus brennt, beginnt man unmittelbar mit der Löschung des Brandes, bevor man sich grundsätzliche Gedanken macht über Brandschutzmaßnahmen beim Hausbau.
Oder wie Buddha gesagt hat das es sinnlos ist Fragen zum Pfeil zu stellen der in der Brust steckt, erst muss der raus und dann kann man Fragen beantworten. Das Problem Terrorismus und voher und warum ist ja bekannt und sogar behandelt. Nur hat das erwägen von Handlungen gegen den Terrorismus gerade dazu geführt das diejenigen die gegen das Rausziehen des Pfeil sind mehr Macht bekommen haben um das zu verhindern. Sie haben die Entzündung erst möglich gemacht mit ihrem Schutz der Terroristen anstatt sich um deren Opfer zu kümmern.
Zu meinem Erleben der RAF: Die konnten erst so Mächtig werden weil sich Intellektuelle Marktschreier für sie eingesetzt haben. Mein Reaktion, alle Schriftsteller die das getan haben habe ich sofort aus Regal und Interesse verbannt und nie wieder angefasst bis heute denn auch wenn sie sich nachher distanziert haben konnte ich ihren Worten nie wieder vertrauen. Wer das herausziehen des Pfeils verhindert ist ein Terrorist, einer der Heilung verhindert um seiner Popularität und Geltungssucht Willen. Ich war damals sehr nahe dran und Menschenrechtehochhalter um Menschen zu Schaden sind mir ein Greul und sie sind verachtenswert die die Rechte benutzen um Opfer zu verachten und zu verhöhnen ja sie zu erzeugen. Auch ich habe da Schuld denn es ist für mich eine Schande das ich zwei Mal die gewählt habe. Den der ich damals war verachte ich immer noch und das wird so bleiben damit mir das in meinen kommenden Leben als Wähler nie wieder geschieht.
Yeshe hat geschrieben:
...

Klar. Allerdings finde ich dann schon, dass es sich lohnen würde, sich ehrlicher zu fragen, warum der IS erblühen konnte, also wer wann wie den Nährboden dafür bereitet hat. Aus meiner Sicht beginnt das ganze Desaster im Nahen Osten mit dem Zerfall des Osmanischen Reiches und den anschließenden französisch-britischen Grenzziehungen...


Mich hat dieses Buch zu deiner Thematik angesprochen:
Karin Leukefeld: Flächenbrand. Syrien, Irak, die arabische Welt und der Islamische Staat, Papyrossa-Verlag
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nahost1/leukefeld.html
Hab' grade ein wenig in diesen ausführlichen Wiki-Beitrag reingelesen, Mensch sind das komplizierte Verwicklungen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisch ... isation%29
Festus hat geschrieben:

Mich hat dieses Buch zu deiner Thematik angesprochen:
Karin Leukefeld: Flächenbrand. Syrien, Irak, die arabische Welt und der Islamische Staat, Papyrossa-Verlag
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nahost1/leukefeld.html


Wikipedia schreibt, dass sich die Ölvorräte Syriens, die den Staat finanzierten, rasch erschöpfen. Ungeachtet solcher spezifischer Zusammenhänge, die Leukefeld zum Flächenbrand im Nahen Osten offenbar analysiert, bin ich durch die Thesen Gunnar Heinsohns zu einer prinzipiell anderen Ursachensicht gelangt. Ich glaube tatsächlich, dass es eine sehr simple und universelle Grundlage für langanhaltende blutige Gewaltkonflikte gibt.

Am Beispiel Syriens: 1920 – 1,5 Millionen, 1950 – 3,4 Millionen, 2010 – 20,9 Millionen Menschen, ungeachtet jener, die migrierten.

Gunnar Heinsohns Buch vom Youth Bulge kann man gratis downloaden: http://www.pseudology.org/Gallup/Heinsohn.pdf

Heinsohn erläutert den einfachen Grundgedanken, nämlich fehlende Perspektiven für Generationen junger Männer, und belegt ihn mit viel statistischem Material zu gegenwärtigen und historischen Entwicklungen. Mit der Beschäftigung wird diese These sehr plausibel, finde ich! Angemerkt sei aber, dass ich Heinsohns politische Haltung und Schlussfolgerungen nicht teile. Ich sehe keinen Grund zu einer paranoiden Haltung gegenüber dem Islam, die bei Heinsohn anklingt.

Die Youth-Bulge Theorie weist viel mehr der Religion und auch der Ökonomie eine nur mehr sekundäre Rolle für das Entstehen von Völkermorden und langanhaltenden, extrem blutigen Gewaltkonflikten zu, würde ich sagen. Heute, 15 Jahre nach Erscheinen des Buches, sind die demographischen Höhepunkte in dieser Weltregion überschritten und es lässt sich eine langfristig positivere Perspektive aus der Youth Bulge Theorie, zumindest für den arabischen Raum, ableiten. Mehr noch gilt dies für Lateinamerika und Südasien. Es gibt auch Videos auf YouTube, etwa das Philosophische Quartett mit Heinsohn.
Die nicht gebremste Vermehrung der Menschen sehe ich auch als die Ursache. Ich habe darum auch das Nachdenken über Lösungen eingestellt. Wie soll ich die bremsen? Da gibt es zu viel Moral, Ethik, und Glauben die eine Sicht auf die Wirklichkeit verhindern. Dieses Aufgeben begann schon Ende der 70ger. Schon da sah ich den radikalen Weg Chinas als richtig an und er hatte ja auch Erfolg. Doch jetzt hat China auch diesen Weg fast aufgegeben. Seid fruchtbar und mehrt euch und nervt mich nicht, hießt es in einen Lied von Bruce Low.
Alle Säugetiere sorgen für den Anstieg von Methan und CO2, wirklich alle.
Ellviral hat geschrieben:
Die nicht gebremste Vermehrung der Menschen sehe ich auch als die Ursache. Ich habe darum auch das Nachdenken über Lösungen eingestellt. Wie soll ich die bremsen? Da gibt es zu viel Moral, Ethik, und Glauben die eine Sicht auf die Wirklichkeit verhindern. Dieses Aufgeben begann schon Ende der 70ger. Schon da sah ich den radikalen Weg Chinas als richtig an und er hatte ja auch Erfolg. Doch jetzt hat China auch diesen Weg fast aufgegeben. Seid fruchtbar und mehrt euch und nervt mich nicht, hießt es in einen Lied von Bruce Low.
Alle Säugetiere sorgen für den Anstieg von Methan und CO2, wirklich alle.


Ein weicheres Vorgehen verfolgt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, deren Unterstützung ich empfehle: http://www.dsw.org/
Yeshe hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Die nicht gebremste Vermehrung der Menschen sehe ich auch als die Ursache. Ich habe darum auch das Nachdenken über Lösungen eingestellt. Wie soll ich die bremsen? Da gibt es zu viel Moral, Ethik, und Glauben die eine Sicht auf die Wirklichkeit verhindern. Dieses Aufgeben begann schon Ende der 70ger. Schon da sah ich den radikalen Weg Chinas als richtig an und er hatte ja auch Erfolg. Doch jetzt hat China auch diesen Weg fast aufgegeben. Seid fruchtbar und mehrt euch und nervt mich nicht, hießt es in einen Lied von Bruce Low.
Alle Säugetiere sorgen für den Anstieg von Methan und CO2, wirklich alle.


Ein weicheres Vorgehen verfolgt die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, deren Unterstützung ich empfehle: http://www.dsw.org/
Es war schon 1980 zu spät.
Mit einer politischen Revolution und dem Geschrei von „Liberté, Égalité, Fraternité“ oder mit „Allahu akbar!“ ist es nicht getan. Die der französchen Revolution folgende Zeit der Aufklärung ist auf halbem Weg stecken geblieben. Über Spiritualität glauben sie als Erben der Aufklärung hinausgelangt zu sein. Jetzt sind alle entsetzt über einen zerstörerischen, islamistischen Extremismus, können nur darüber ihre grenzenlose Verachtung zeigen und fühlen sich absolut hilflos. Dabei starren sie nur in die Fratze ihres eigenen Spiegelbildes.

Ich sehe da schwarz und der IS scheinbar auch. Ist der IS doof ? Ja, türlich, so wie Buddhisten, Christen und alle anderen Religionen. Einheitlich alle haben sie getötet, gefoltert, vertrieben. Die einen schreien Allahu irgendwas, die anderen stürmen mit Liberté in den Krieg. Sollte man die Wahre Religion verbieten ? JA, aber bitte auch alle anderen. Kirchen verbrennen, Moscheen abreissen. Buddha mittenrein damit der auch weg ist ;)

Letztlich geht es um den wahnsinnigen Versuch, das, was ist, zu kontrollieren. Genau das funktioniert nicht. RÜckblickend auf die letzten 5000 Jahre müsste das deutlich genug sein.
keks hat geschrieben:
Sollte man die Wahre Religion verbieten ? JA, aber bitte auch alle anderen. Kirchen verbrennen, Moscheen abreissen. Buddha mittenrein damit der auch weg ist ;)

Letztlich geht es um den wahnsinnigen Versuch, das, was ist, zu kontrollieren. Genau das funktioniert nicht. RÜckblickend auf die letzten 5000 Jahre müsste das deutlich genug sein.


Mit einmaliger Totalkontrolle alle Kontrolleure ausrotten damit dann endlich alles ist wie es ist :?
Das wäre nicht weiter tragisch da die Ausrottung auch durch Religionen aus Ost und West stattfindet. Das Kalachakra-Tantra-Ritual des Dalai Lamas, "Wenn du über diesen Vorgang zu irgendeiner Person, die ungeeignet ist, etwas sagst, wird er dir den Kopf spalten.Du musst tun, was ich dir sage. Du sollst mich nicht verhöhnen und wenn du das tust, wird, ohne dass dich der Schrecken verlässt, die Zeit des Todes kommen und du wirst in eine Hölle fallen." zeugt nicht von Liebe und Mitgefühl. Der gesamte Text des Rituals ist beknackt ;) Gerade die tibetischen Buddhisten müssten dahingehend ihre Klappe halten wenn es um extreme Religionen geht.

Auch die Christen haben ettliches das "un-mettamässig" ist und viel grausames.
Die Christen "wir sind besser, wir sind gerechter".
Die Buddhisten "Schwachsinn, wir sind so gerecht, wir steckten Menschen in Yak-Häute"
Der IS "Wir übertreffen eure Foltermethoden bei weitem, da guckt ihr aber doof"

Man könnte schreiend im Kreis rumrennen bei soviel Verbohrtheit die durch Gottes oder meinetwegen Nicht-Gottesgläubigkeit entsteht.

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