Konzentration und Ausdauer

Moderator: void

Ich denke, dass die meisten Unklarheiten durch einen Mangel an Konzentration und Ausdauer hervorgerufen werden. Ausdauer beschreibt die Energie, die Fähigkeit, die Kapazität etwas, das mal aufgenommen wurde, hartnäckig weiterzuverfolgen und nicht irgendwann aufzugeben. Konzentration beschreibt die Fähigkeit, die Kapazität sich nicht ablenken zu lassen. Aber eigentlich handelt es sich bei Konzentration und Ausdauer nicht nur um Fähigkeiten, um individuelle Kapazitäten, sondern um begünstigende Lebensumstände bei vorhandenen Fähigkeiten. Wenn nämlich die Lebensumstände ungünstig sind, dann nützen die besten Fähigkeiten, Kapazitäten nichts. Alles zusammengenommen könnte man den Eindruck bloßer Zufälligkeit gewinnen. Aber mir ist klar, dass die Buddhisten da Zusammenhänge kontruieren können, weil sie es so gelernt haben. Im Buddhismus gibt es schließlich keine Zufälligkeit. Es gibt keine Zufälligkeit, weil die Kreativität immer Erklärungen findet. Und ich kann bestätigen: Es gibt nichts, gar nichts, absolut nichts, das nicht einer Erklärung durch Kreativität zugänglich wäre. Kreativität kennt keine Grenzen der Erklärbarkeit, weil Frage und Antwort selbst das Spiel von Kreativität sind.
Genug der Keativität ... für's erste :wink:
stero:

Wenn nämlich die Lebensumstände ungünstig sind, dann nützen die besten Fähigkeiten, Kapazitäten nichts.


jein. klingt zwar merkwürdig, aber da es kein striktes außen und innen jibet, sondern allein "raum", können sich die "lebensumstände" ( karma ) durchaus förderlich den ( angelegten )"kapazitäten" verändern ( durch bemühen )- ja gar: "zur hand gehen". klingt vielleicht schon esoterisch, aber sicher findet sich entsprechendes im dharma, wenn auch ( zum glück ) eher unscheinbar, um kein siddhi-begehren-käse zu provozieren. es wäre nur plödsinn daraus ein konzept zu stricken, was aber durchaus vor kommt im buddhismus. man kann schon sagen, dass der WEG bzw. der zugang zu weiten teilen ein intuitiver sei muss, das liegt einfach in "der natur" des dharma, mithin auch des menschen. wenn du zweifelst, das kann dir keiner nehmen. aber generell ist es besser sich offen zu halten und auf den urteilenden verstand nichts zu geben.


grüße
blue_
blue_aprico hat geschrieben:
... klingt vielleicht schon esoterisch, aber sicher findet sich entsprechendes im dharma, wenn auch eher ( zum glück ) unscheinbar. jedenfalls ist das meine erfahrung.

Wie ich sagte
Es gibt nichts, gar nichts, absolut nichts, das nicht einer Erklärung durch Kreativität zugänglich wäre. Kreativität kennt keine Grenzen der Erklärbarkeit, weil Frage und Antwort selbst das Spiel von Kreativität sind.
wat willst du denn eigentlich sagen ? buddha dharma ist ne "kreative" erfindung/fantasie- oder was ?
blue_aprico hat geschrieben:
wat willst du denn eigentlich sagen ? buddha dharma ist ne "kreative" erfindung/fantasie- oder was ?

Welchen Unterschied macht es von "'kreative' erfindung/fantasie" zu sprechen (dein sprachlicher Ausdruck) oder von "Kreativität" (mein sprachlicher Ausdruck)? ich behaupte nicht, das irgendetwas, das sprachlicher Ausdruck ist, nicht Ausdruck von Kreativität sei.
Du meinst wohl der Budha hat aus Freude am Gestalten gelehrt.
mukti hat geschrieben:
Du meinst wohl der Budha hat aus Freude am Gestalten gelehrt.

Deine Kreativität verblüfft mich. :D
Stero hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Du meinst wohl der Budha hat aus Freude am Gestalten gelehrt.

Deine Kreativität verblüfft mich. :D


Der Geist ist unruhig, weil er alles kontrollieren will. Weil die Komplexität der Welt auf einfaches reduziert werden soll, konstruiert man Sinn und Erklärungen.

Traditionell haben Religion ja auch die Aufgabe eine Mythologie zur Verfügung zu stellen, die alles möglich erklärt und den grossen Sinn erkennen kann. Wo dann alles geordnet und erklärt ist. Warum Erlen beim Fällen bluten und was das mit Frauen mit roten Haaren zu tun hat.

Mit seiner Entwicklung ist auch der Buddhismus immer mehr in dieses Fahrwasser geraten und oft der Versuchung erlegen, "Karten der Welt" anzufertigen, wo alles beantwortet, eingeordnet und erklärt ist.

Wobei man sagen muss, dass Buddha Shkayamuni selber in der Hinsicht noch sehr störrisch war. Im "Gleichnis vom Pfeil" sagt er ja, dass er sich als Praktiker ( als Arzt) sieht, der den Weg zur Leidfreiheit weist anstatt sich damit aufzuhalten, unnütze Wünsche nach Erklärungen zu befriedigen. Aber als er tot war, beschäftigten sich viele Mönche genau damit, alles zu systematisieren und zu ordnen und zu erklären. Und wudnerschöne, prächtige Mythologie auzupinseln.

Wobei es für den Buddhismus schon gut, ist das da der meditativen Praxis so viel raum eingräumt wird. Ausdauer und Konzentration kommen ja davon sich nicht ablenken zu lassen, also den unruhigen Geist im hier und Jetzt zu verankern, wo der doch unruhig und gelangweilt, Terrain sondieren und vermessen und seine Claims abstecken will. Ihn in der Meditation festzutackern und dazu zu zwingen das anzunehmen, was "zufällt" anstatt kreative Gedanken und Ordnungen zu spinnen.

Es gibt aber auch eine Art "konzentrierende Kreativität", die das Gegenteil der "wuchernden Kreativität" ist. Ich muss daran denken, wie es ist einen Baum zuzuscheiden. Da muss man ja genau schauen, was man abschneidet und was essentiell ist.
Stero hat geschrieben:
Ich denke, dass die meisten Unklarheiten durch einen Mangel an Konzentration und Ausdauer hervorgerufen werden. Ausdauer beschreibt die Energie, die Fähigkeit, die Kapazität etwas, das mal aufgenommen wurde, hartnäckig weiterzuverfolgen und nicht irgendwann aufzugeben. Konzentration beschreibt die Fähigkeit, die Kapazität sich nicht ablenken zu lassen. Aber eigentlich handelt es sich bei Konzentration und Ausdauer nicht nur um Fähigkeiten, um individuelle Kapazitäten, sondern um begünstigende Lebensumstände bei vorhandenen Fähigkeiten. Wenn nämlich die Lebensumstände ungünstig sind, dann nützen die besten Fähigkeiten, Kapazitäten nichts.

Das kommt immer drauf an :D
Es gibt Fähigkeiten - das ist die Seite des Individuums - und es gibt Umstände - das ist die andere Seite - also das Milieu, in dem das Individuelle sich findet. Das ist beides der Bedingungszusammenhang, aus dem irgendwas dann hervorgebracht wird - wie spielt nur eine Rolle, wenn man da was machen will, ansonsten kann man es eben zufällig oder kreativ nennen. Aber in dem Prozess wird laufend was hervorgebracht - alles ist ja veränderlich.
Bei Linji (Rinzai) finden sich da vier Fälle, nach denen er das so abgearbeitet hat - wobei er das auf die Formen des Samadhi bezieht -
1. Der Mensch ist bloß; die Umstände sind nicht bloß
2. Die Umstände sind bloß; der M ensch ist nicht bloß
3. Sowohl der Mensch als auch die Umstände sind bloß
4. Weder Mensch noch die Umstände sind bloß.
void hat geschrieben:
Es gibt aber auch eine Art "konzentrierende Kreativität", die das Gegenteil der "wuchernden Kreativität" ist. Ich muss daran denken, wie es ist einen Baum zuzuscheiden. Da muss man ja egnau schauen, was man abschneidet und was essentiell ist.


Das würde wohl unter Handeln mit Achtsamkeit fallen. Die "wuchernde Kreativität" wäre dann Unachtsamkeit, Papanja, unnötiges tun.
void hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Du meinst wohl der Budha hat aus Freude am Gestalten gelehrt.

Deine Kreativität verblüfft mich. :D


Das war eher analytisch als kreativ würde ich meinen.
mukti hat geschrieben:
Das war eher analytisch als kreativ würde ich meinen.

klar, weil irgendwie muss es ja auf einer Analyse des dir Erscheinenden beruhen. Die Kreativität analysiert sich selbst kreativ. :wink:
Stero hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Das war eher analytisch als kreativ würde ich meinen.

klar, weil irgendwie muss es ja auf einer Analyse des dir Erscheinenden beruhen. Die Kreativität analysiert sich selbst kreativ. :wink:


Man kann versuchen aus den Erscheinungen etwas zu gestalten, oder sie so zu sehen wie sie sind.
Stero hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Das war eher analytisch als kreativ würde ich meinen.

klar, weil irgendwie muss es ja auf einer Analyse des dir Erscheinenden beruhen. Die Kreativität analysiert sich selbst kreativ. :wink:


Ich hatte mal ein Buch von einem Wissenschaftler gelesen, der viel Kreationisten diskutierte. Und da war es so, dass die Kreationisten zwar alle möglichen Phämomene erklären konnten, aber eben immer nur nachher. Die bestehende alles erklärende Theorie wurde so geflickt und erweitert und zurechtgebogen, dass der neuen Sachverhalt auch reinpasst. Und dann haben eben bestimmte Strudel bei der Sintflut die Erdschichten so verwurstelt, dass alles wieder passt.

Die "kognitive Dissonanz" ist wieder verschwunden:

    In den 1950er Jahren gab Marian Keech (eigentlich Dorothy Martin) aus Salt Lake City an, Nachrichten von der Außerirdischen „Sananda vom Planeten Clarion“ zu empfangen. Sie scharte in Wisconsin (USA) eine Sekte um sich, die ihren Vorhersagen glaubte, eine gewaltige Flut werde alle Menschen auf der Erde töten und nur die Sektenanhänger würden von fliegenden Untertassen gerettet. Als die prophezeite Flut ausblieb, sah sich die Gruppe der Lächerlichkeit preisgegeben. Statt das Versagen ihrer Führerin zu akzeptieren und sich von ihr abzuwenden, sahen sich die Anhänger in ihrem Glauben nur umso mehr bestärkt. Sie behaupteten, ihre Gebete hätten Gott umgestimmt, und versuchten mit einem Mal fieberhaft, andere Leute zu ihren Ansichten zu bekehren.Kognitive Dissonanz
mukti hat geschrieben:
Stero hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Das war eher analytisch als kreativ würde ich meinen.

klar, weil irgendwie muss es ja auf einer Analyse des dir Erscheinenden beruhen. Die Kreativität analysiert sich selbst kreativ. :wink:


Man kann versuchen aus den Erscheinungen etwas zu gestalten, oder sie so zu sehen wie sie sind.

Da stellt sich die Frage, was zuerst da ist, die Henne oder das Ei ... die Kreativität oder das, was sie hervorbringt. Das Gehirn und die Sinne verlassen sich selbst ja nicht, um sich irgendwo Erscheinungen abzuholen, sondern unmittelbar erzeugen sie sich die Erscheinungen selbst. Was mittelbar los ist, das ist Gehirn und Sinnen verborgen. Sie können sich aber Dank der ihnen innewohnenden Kreativität verdammt viel "ausmalen". :wink:
na und ? dem assoziativen eierkopf muss man ja nicht nachhängen ... :)

es macht halt spaß. oft ist es grad die einzige bespassung-und lustgewinn, was sich so ergibt
Namaste Stero

da findet in einem anderen Forum grade eine Diskussion darüber statt. Die Erörterung der Aussage
das im Mahayana drei Bedingungen des Abhängigen Entstehens genannt werden :
Die Dinge entstehen aus/durch
- Kausaler Abhängigkeit ( dem Prinzip von Ursache und Wirkung )
- Abhängigkeit von ihren Teilen
- Abhängigkeit von Benennung

Deine Beobachtung das alles eine Erklärung durch Kreativität erhalten kann entspräche dann der Abhängigkeit durch/von Benennung.

Die Frage ist, ob dies tatsächlich immer so ist ?

Gute Wünsche,
Karma Pema
Hallo Karma Pema

Karma Pema hat geschrieben:
Deine Beobachtung das alles eine Erklärung durch Kreativität erhalten kann entspräche dann der Abhängigkeit durch/von Benennung.

Ja genau, das passt. :)

Karma Pema hat geschrieben:
Die Frage ist, ob dies tatsächlich immer so ist ?

Ich will's mal so sagen: Wenn nichts gesagt wird, dann kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass dies einer Erklärung gleichkommt. Wenn aber etwas gesagt wird und das Gesagte erklärenden Charakter hat, dann findet notwendigerweise mit dem Sprechen eine begriffliche "Benennung" statt.
Eine Erklärung, zumal wenn sie nicht vieler Worte bedürfte, kann aber vielleicht auch nicht-sprachlich erfolgen. Dann kann nicht von einer "Benennung" gesprochen werden. Die Frage ist dann nur, ob der, der eine Frage ggf. sprachlich gestellt hat und eine solche nicht-sprachliche Erklärung erhält, sie dann auch versteht, weil Verstehen ja voraussetzt, dass Zeichen gegeben werden, die vom Geber als auch vom Empfänger gleichermaßen mit sehr ähnlichen Bedeutungen belegt werden und also einer bestimmten Konvention gehorchen. Wenn sie aber einer Konvention gehorchen, dann wurde aus der Abhängigkeit von Benennung im Falle von Sprache lediglich eine Abhängigkeit von wie auch immer gearteter 'Bezeichnung' im Falle der nicht-sprachlichen Kommunikation. Der zugrundeliegenden Kreativität tut dies gar keinen Abbruch, nicht mal dann, wenn unkonventionelle Zeichen gegeben werden, die vom Empfänger gar nicht verstanden werden können, weil es ja die Kreativität des Senders ist, die so oder so zum Ausdruck kommt.
Namaste Stero

Wenn du sagst, wenn nichts gesagt wird, dann kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass dies einer Erklärung gleichkommt,
hast du dann das Empfinden das aber ein Bedeutungsinhalt noch gegeben ist ? Ein intuitives Verständnis für die Phänomene, das auch ohne Benennung noch subtil vorhanden ist ?
Ich frage dies, weil ich überlege, ob wir ohne Bedeutungsinhalt auskommen.
Innerhalb des reinen Gewahrseins komme ich ohne Benennung zurecht und ich frage mich, ob das ohne Bedeutungsinhalt auch so wäre.
Würde ich nicht große Angst vor dem Unbekannten bekommen ?
Eine Bennung ist für mich ein Urteil darüber in welcher Art und ob, mir ein Phänomen schaden kann, nützlich ist oder irgend etwas für mich auf die ein oder andere Art an Bedeutung hat. Eine Benennung ist die Frage danach, ob und in wie weit ich mich damit noch auseinander setzen muss. Kenne ich dieses Phänomen oder nicht ? Eine Benennung bringt Beruhigung. Eine Benennung suggeriert mir, mich mit einem Phänomen vertraut gemacht zu haben.
Mein Geist hat die Tendenz Rätzel zu lösen, oder lösen zu wollen. Habe ich die Gelassenheit einem Phänomen ohne Bedeutungsinhalt zu begegnen ohne nach diesem zu fragen ? Also wirklich ohne Benennung ? Denn der Bedeutungsinhalt ist bereits eine Benennung.

Gute Wünsche,
Karma Pema
Hallo Karma Pema

Karma Pema hat geschrieben:
Wenn du sagst, wenn nichts gesagt wird, dann kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass dies einer Erklärung gleichkommt,
hast du dann das Empfinden das aber ein Bedeutungsinhalt noch gegeben ist ? Ein intuitives Verständnis für die Phänomene, das auch ohne Benennung noch subtil vorhanden ist ?

Zuerst hatte ich geschrieben "wenn nichts gesagt wird, dann kann nicht davon ausgegangen werden, dass dies einer Erklärung gleichkommt". Als ich dann weiterschrieb und auf die "nicht-sprachliche Erklärung" kam, habe ich das "unbedingt" eingefügt, weil der Satz ja sonst der "nicht-sprachlichen Erklärung" widersprochen hätte. Wie ich deine Frage nach dem Bedeutungsinhalt beantworten würde, sollte sich aus dem Kontext meiner Worte zur "nicht-sprachlichen Erklärung" ergeben.

Karma Pema hat geschrieben:
Ich frage dies, weil ich überlege, ob wir ohne Bedeutungsinhalt auskommen.
Innerhalb des reinen Gewahrseins komme ich ohne Benennung zurecht und ich frage mich, ob das ohne Bedeutungsinhalt auch so wäre.
Würde ich nicht große Angst vor dem Unbekannten bekommen ?

In der Kommunikation geht es sicher nicht ohne Bedeutungsinhalt bzw. ich würde es eher Bedeutungsursache oder einfach Zeichen (oder Symbole) nennen, weil in sprachlicher oder nicht-sprachlicher Kommunikation die Bedeutung ja nicht in den verwendeten Zeichen liegt, sondern die Synthese von Bedeutung durch die Zeichen auf Empfängerseite ausgelöst wird.
Dein "reines Gewahrsein" scheint ein Fachbegriff von dir zu sein, den ich nicht verwenden kann und auf den ich mich also nicht beziehen kann.
Die Kreativität von der ich sprach sehe ich grade als Wirkung des Umstandes, dass Bewußtsein immer etwas "zum Spielen" braucht, was Neugier bzw Wissensdurst, Fragen und kreative Erklärungen zur Folge hat. Diesen "Spieltrieb" kann man sicherlich disziplinieren, aber ich denke, dass das Disziplinieren nur in bestimmten Zusammenhängen sinnvoll ist, weil diese Kreativität einfach zum Menschsein dazugehört. Neue Ideen, Ansätze, Erfindungen, alle Formen von Kunst sind mMn Ausdruck dieser natürlichen Kreativität, eine Kreativität die sich zutiefst individuell entfaltet und durch Normierung und Konvention nur erstickt wird, was mittelbar dann Leid verursachen kann.

Karma Pema hat geschrieben:
Eine Bennung ist für mich ein Urteil darüber in welcher Art und ob, mir ein Phänomen schaden kann, nützlich ist oder irgend etwas für mich auf die ein oder andere Art an Bedeutung hat. Eine Benennung ist die Frage danach, ob und in wie weit ich mich damit noch auseinander setzen muss. Kenne ich dieses Phänomen oder nicht ? Eine Benennung bringt Beruhigung. Eine Benennung suggeriert mir, mich mit einem Phänomen vertraut gemacht zu haben.
Mein Geist hat die Tendenz Rätzel zu lösen, oder lösen zu wollen. Habe ich die Gelassenheit einem Phänomen ohne Bedeutungsinhalt zu begegnen ohne nach diesem zu fragen ? Also wirklich ohne Benennung ? Denn der Bedeutungsinhalt ist bereits eine Benennung.

Das drückt das gut aus, was ich zu Kreativität grade eben geschrieben habe. Der erste Abschnitt beleuchtet einen weiteren Aspekt der Kreativität, der über das Spielerische hinausgeht und auf Absicherung abzielt. Für ein kognitives Funktionieren im Alltag ist das sicherlich wichtig. Ich sehe da dann aber auch ein kritisches Momentum, weil dieser Sicherheitsdrang dazu führen kann, dass Phänomene mit Begriffen "eingefangen" werden, das sprichwörtliche "in eine Schublade stecken", was dann mittelbar zu einer Form von "Realitätsverlust" führen kann, wenn man nicht "aufpasst".
Stero hat geschrieben:
Die Kreativität von der ich sprach sehe ich grade als Wirkung des Umstandes, dass Bewußtsein immer etwas "zum Spielen" braucht, was Neugier bzw Wissensdurst, Fragen und kreative Erklärungen zur Folge hat. Diesen "Spieltrieb" kann man sicherlich disziplinieren, aber ich denke, dass das Disziplinieren nur in bestimmten Zusammenhängen sinnvoll ist, weil diese Kreativität einfach zum Menschsein dazugehört. Neue Ideen, Ansätze, Erfindungen, alle Formen von Kunst sind mMn Ausdruck dieser natürlichen Kreativität, eine Kreativität die sich zutiefst individuell entfaltet und durch Normierung und Konvention nur erstickt wird, was mittelbar dann Leid verursachen kann.".


Dabei muss ich an das Buch "Weisheit des ungesicherten Lebens" von Alan Watts denken. Dieser assoziierte ja Kreativität und Spontanität mit dem daoistischen "Fluss des Lebens". Und die "Anhaftungen" sieht als etwas, was dessen Strömen behindert indem da Einschränkungen und Bedingungen reingebracht werden. Nach Watts bringt uns unser ängstliches Festhalten dazu, alles immer stärker zu planen und kontrolierbar zu machen, während es letzendlich genau das ist, was uns unglücklich und entfremdet macht. Wo wir in Wirklichkeit frei und spontan mit allem mitgehen sollten.

Für einige ist diese Lesart von Zen und Daosimus etwas, was eine großartige Brücke zwischen Ost und West baut, während es für andere eher eine verquere Hippie-Utopie ist.
void hat geschrieben:
Dabei muss ich an das Buch "Weisheit des ungesicherten Lebens" von Alan Watts denken. ...
Für einige ist diese Lesart von Zen und Daosimus etwas, was eine großartige Brücke zwischen Ost und West baut, während es für andere eher eine verquere Hippie-Utopie ist.

Man assoziiert natürlich immer das, womit man vertraut ist. Weil Worte als solche frei von Bedeutung sind, ist das möglich. Ich möchte aber von meiner Seite festhalten dürfen, dass ich mit den hier assoziiierten Philosophien nichts am Hut habe. Ich spreche nur für mich, wobei da natürlich vielfältige Einflüsse zur Kreativität beigetragen haben und beitragen.
Namaste Stero,

ich dachte du wärst ein Gelugpa :)
Karma Pema hat geschrieben:
ich dachte du wärst ein Gelugpa :)


Hallo Karma Pema

Wie? Ich doch nicht. ich bin ich. Wie könnte ich mehr oder was anderes sein als ich?

Ich interessiere mich für Philosophie und Psychologie in philosophischem Kontext. Und was Philosophie angeht, da steh ich auf Rationalität und so suche ich mir halt, was meiner Neigung entspricht. :)

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