Begriffe im Pāḷi: Bedeutungsklärung

Moderator: Jojo

Hallo,

dieser Thread soll dienen der Diskussion und Hilfe zur Klärung von der Bedeutung verschiedenster Pāḷi-Begriffe.

Achtet bitte darauf, dass der Begriff, zu dem ihr beitragen wollte, im Betreff angegeben ist.

Gruß,
Mirco
Moin,

ich mach mal den Anfang.

āhārā

Bedeutet laut Wörterbuch im wörtlichen und figurativen Sinne: 'füttern', 'unterstützen', 'Futter', 'Nahrung'.

Es findet Anwendung bei bei der Aufzählung von Nahrung für Körper, Sinneskontakt, Wille/Denken und Bewußtsein (z.B. in S.12.64 Atthirāga-Sutta).

Kommt von ā + hṛ, angeblich wörtlich: 'auf sich nehmen' oder 'annehmen'.

Macht ja total Sinn: das ist etwas, das auf- oder angenommen wird und damit als Unterstützung wirkt.

Nun, genau das ā vorweg verstehe ich nicht.

  • hṛ
    hab ich im Pali nicht gefunden, dafür im Sanskrit: (mit-)'nehmen', (weg-)'tragen'.
    Im Pali dann auch entdeckt har bzw harati: 'tragen', 'mit sich nehmen'.
    .
  • ā
    2. (Als Vorsilbe von Verben und Substantiven)
    a) im Sinne von 'nahe', 'nahe bei', 'zu... hin', 'von allen Seiten', 'überall herum' (siehe die entsprechenden Verben)
    b) Bei Verben der Bewegung - nehmen, tragen etc., zeigt es die gegenläufige Handlung an: gehen->kommen, geben->nehmen, wegtragen->bringen[/quote]
    Im Pali habe ich lediglich a als grundsätzlich die Wortbedeutung negierende Vorsilbe ausmachen können.

Hier stehe ich auf dem Schlauch.

Die Bedeutung unter 2. a) macht ja Sinn, aber laut 2. b) müsste āhārā doch wörtlich 'geben' oder 'bringen' bedeuten, und nicht 'auf sich nehmen' oder 'annehmen'.

Jemand ne Idee?

Schöne Grüße
Mirco hat geschrieben:
  • hṛ
    hab ich im Pali nicht gefunden, dafür im Sanskrit: (mit-)'nehmen', (weg-)'tragen'.
    Im Pali dann auch entdeckt har bzw harati: 'tragen', 'mit sich nehmen'.
    .
  • ā
    2. (Als Vorsilbe von Verben und Substantiven)
    a) im Sinne von 'nahe', 'nahe bei', 'zu... hin', 'von allen Seiten', 'überall herum' (siehe die entsprechenden Verben)
    b) Bei Verben der Bewegung - nehmen, tragen etc., zeigt es die gegenläufige Handlung an: gehen->kommen, geben->nehmen, wegtragen->bringen.
    Im Pali habe ich lediglich a als grundsätzlich die Wortbedeutung negierende Vorsilbe ausmachen können.

Hier stehe ich auf dem Schlauch.

Die Bedeutung unter 2. a) macht ja Sinn, aber laut 2. b) müsste āhārā doch wörtlich 'geben' oder 'bringen' bedeuten, und nicht 'auf sich nehmen' oder 'annehmen'.


Wieso, entweder gilt hier die Bedeutung unter 2.a und die unter 2.b nicht, oder wenn beides gilt dann bedeutet es eben "nahe zu mir bringen". Oder?

Hellmuth Hecker schreibt übrigens in "Kleines Wörterbuch zur Palisprache" zur Vorslilbe a: verneinend, nicht, un-, kein, ohne.
Und zu ā: bejahend, verstärkend, unterstreichend
Hallo mukti,
mukti hat geschrieben:
Wieso, entweder gilt hier die Bedeutung unter 2.a und die unter 2.b nicht,
oder wenn beides gilt dann bedeutet es eben "nahe zu mir bringen".
Oder?

Wenn beides gelten sollte, warum dann die konkrete Unterscheidung in 2.b von den anderen Verben.

Also, mal ganz vereinfacht und etwas übertrieben:

hṛ = nehmen, tragen

a) ā + hṛ = nahe (zu sich) nehmen, nahe (bei sich) tragen
b) ā + hṛ = geben, ablegen

Oder?


mukti hat geschrieben:
Hellmuth Hecker schreibt übrigens in "Kleines Wörterbuch zur Palisprache" zur Vorsilbe a: verneinend, nicht, un-, kein, ohne.
Und zu ā: bejahend, verstärkend, unterstreichend

Zu ā fand ich auch noch 'ja' und 'sehr' im Sinne der Zustimmung, allerdings als Partikel oder Interjektion, nicht als Präfix.

Gruß
Mirco hat geschrieben:
Wenn beides gelten sollte, warum dann die konkrete Unterscheidung in 2.b von den anderen Verben.

Also, mal ganz vereinfacht und etwas übertrieben:

hṛ = nehmen, tragen

a) ā + hṛ = nahe (zu sich) nehmen, nahe (bei sich) tragen
b) ā + hṛ = geben, ablegen

Oder?


Hm, weiß ich jetzt auch nicht.
Unbewusstes Karmaprinzip: Nahrung= Gestaltung( Bewegung-Frucht) vrs. `aktiv`: Nicht -Annehmen=Ablegen=Stillung; ahara gibt es hier nicht da es mit der Negierung (Verneinung der Phänomene ) nicht "getan ist".
Mirco hat geschrieben:
dieser Thread soll dienen der Diskussion und Hilfe zur Klärung von der Bedeutung verschiedenster Pāḷi-Begriffe.


Muss man bei einem Begriff zu einem Abschluss kommen, bevor man zum Nächsten übergeht, oder kann das durcheinander gehen?
mukti hat geschrieben:
Mirco hat geschrieben:
dieser Thread soll dienen der Diskussion und Hilfe zur Klärung von der Bedeutung verschiedenster Pāḷi-Begriffe.
Muss man bei einem Begriff zu einem Abschluss kommen, bevor man zum Nächsten übergeht, oder kann das durcheinander gehen?


Hallo mukti,

nein, es muß nicht erst zu einem Abschluss kommen. Damit es etwas übersichtlich bleibt, ist es erwünscht, den Begriff in den Betreff zu setzen.

Also, nicht einfach antworten, sondern auch die Betreffszeile oben ändern.

Schöne Grüße,
Mirco
Hi Mirco,

Verstehe. Gute Idee der Thread, kann ja interessant werden.
Tach,

tathārūpa steht im Wörterbuch: so; solche, solcherlei

Wenn ich mir das zerlege, steht da entweder

tatha-arūpa : wirklich formlos

oder

tathā-rupa : (derart) formhaft


*hmpf*
Mirco hat geschrieben:
Tach,

tathārūpa steht im Wörterbuch: so; solche, solcherlei

Wenn ich mir das zerlege, steht da entweder

tatha-arūpa : wirklich formlos

oder

tathā-rupa : (derart) formhaft


*hmpf*
wirklich formlos : Auch wenn eine form wahrnehmbar ist bleibt das Wahrgenommene wirklich formlos. Das heißt das die Form durch Nachdenken entsteht und sei es eine Benennung, lässt sich nicht auf das Wahrgenommene zurück führen. Die daseiende form ist wirklich formlos, die Form entsteht im assoziierendem Denken. Die Form ist Gedacht, die form ist wirklich formlos bis der Mensch sie benennt, doch das ändert die wirkliche form nicht, alle Benennungen haben nichts mir ihr gemein.

(derart) formhaft : Die form ist eben nur als Denken Formhaft. Baum bekommt das derart formhafte nur dadurch das ich das Wahrgenommene als Baum erkenne aber dieses Baum erkennen ist derart formhaft und nicht die wirklich formlose Wirklichkeit der Form die ich Wahrnehme. Baum ist die derartige formhaftigkeit die nur als Metapher dient um Dir einen Begriff zu geben von dem was ich glaube wahrzunehmen. Beide nehmen wirklich formlos wahr und nur durch die Metapher/Benennung/Bewertung ist es derart formhaft.

Quelle: Buddhaland, Zen, Palikanon, mein formhaftes denkendes, erinnerndes (derart)Formhaftes.
Mirco hat geschrieben:
Tach,

tathārūpa steht im Wörterbuch: so; solche, solcherlei

Wenn ich mir das zerlege, steht da entweder

tatha-arūpa : wirklich formlos

oder

tathā-rupa : (derart) formhaft


*hmpf*


Hat vielleicht direkt mit Form oder formlos nicht viel zu tun, dann wäre eine passende deutsche Übersetzung: dergestalt (so, auf diese Weise, dermaßen).
mukti hat geschrieben:
Hat vielleicht direkt mit Form oder formlos nicht viel zu tun,
dann wäre eine passende deutsche Übersetzung: dergestalt (so, auf diese Weise, dermaßen).

Hallo,

danke, ihr beiden. Den Wald vor lauter Bäumen.

'dergestalt' passt gut ins Text-Bild!

:-)
huhuchen,

wo ist der unterschied zwischen "jivitam" und "ayu"?
JazzOderNie hat geschrieben:
wo ist der unterschied zwischen "jivitam" und "ayu"?

Wörterbucheinträge (verkürzt):


jīvita -- "was gelebt wurde" -- individuelles Leben, Lebenszeit, Lebensspanne

āyu -- "Äon"² -- Ewigkeit, Leben, Dauer des Lebens


Herzliche Gruesse


² 30600000 Jahre, da ist Ewigkeit wohl ganz passend
Ich verstehe den Unterschied immernoch nicht. Ist das einen konventionell und das andere nicht oder...?
āyu kann sowohl "Lebensspanne" als auch "Lebenskraft" bedeuten.
Ich versteh es so:

aayu wird verwendet bei Leben(-spanne, -kraft) 'an sich' und jiivita für die eines bestimmtes Indivitduums.

:D ?
Mirco hat geschrieben:
āyu -- "Äon"² -- Ewigkeit, Leben, Dauer des Lebens


"Äon" und "āyu" gehen wohl sogar auf die gleiche indoeuropäische Sprachwurzel zurück ( was natürlich unterscheidlche Bedeutungen nicht ausschliesst)

Proto-Indo-European
ich denke mal laut, vllt sieht man dann besser wieso ich das nicht richtig verstehe.

jivita wird auch als verb benutzt,
ayu glaub nicht.
bei jivita steht individuell,
bei ayu sind es eher allgemeine beschreibungen (zb lebenskraft),
aber bei beidem steht das wort "leben" und "lebensspanne", also ganz allgemein.

wenn ich jetzt n satz bilde "ich lebe im wald.", dann nehme ich vermutlich jivita (weil verb).
wenn ich aber sage "das leben im wald ist anstrengend.", muss ich dann ayu oder jivitam nehmen?
nach den bisherigen bedeutungen muesste es ja quasi heissen:
ayu: die lebensspanne (an sich) im wald ist anstrengend.
jivitam: das leben (von mir) im wald ist anstrengend.
oder ist das jacke wie hose und es kommt auf den kontext an?

darum frug ich, ob das eine allgemein oder "konventionell" gebraucht wird und das andere im buddhistischen kontext. ich wuerde gerne selber in den texten nachlesen, aber dafuer fehlt mir das noetige vokabular... ich hab mir tote sakralsprachen iwie leichter vorgestellt.
Jiva (Sanskrit जीव jīva , wörtl. Leben) oder Jivatman ist in der indischen Philosophie das individuelle Selbst oder die Seele. Es bezeichnet den Atman, der dem physischen und feinstofflichen Körper Leben verleiht. Der Jiva ist nicht das mentale Ich-Empfinden, das von der Natur für ihren zeitbegrenzten Zweck konstruiert wurde, sondern ist der Natur übergeordnet, erhaben über Geburt und Tod. Dieses individuelle Selbst gilt als das ewige, wahre Wesen des Individuums, das nicht geboren wird und auch keine Evolution durchläuft. Vielmehr lenkt es die individuelle Geburt und Evolution.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Jiva)

Der Ayurveda (Sanskrit, m., आयुर्वेद āyurveda, „Wissen vom Leben“; andere Schreibweise Ayurweda) ist eine traditionelle indische Heilkunst, die bis heute viele Anwender in Indien, Nepal und Sri Lanka hat.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Ayurveda)

Vielleicht betrieb der Leibarzt des Buddha auch schon Ayurveda?

Einmal hielt sich der Erhabene bei Rājagaha im Mangohain von Jīvaka Komārabhacca auf.

Da ging Jīvaka Komārabhacca zum Erhabenen, und nachdem er ihm gehuldigt hatte, setzte er sich seitlich nieder und sagte zum Erhabenen:

"Ehrwürdiger Herr, ich habe dieses gehört: 'Sie schlachten Lebewesen für den Mönch Gotama; der Mönch Gotama ißt wissentlich Fleisch, das für ihn zubereitet wurde, von Tieren, die um seinetwillen getötet wurden.' Ehrwürdiger Herr, sagen jene, die so sprechen, das, was vom Erhabenen gesagt worden ist, und stellen sie ihn nicht falsch dar, mit dem, was der Wahrheit widerspricht? Erklären sie in Übereinstimmung mit dem Dhamma auf eine Weise, so daß nichts, was einen Grund zum Tadeln schaffen könnte, berechtigterweise aus ihren Behauptungen abgeleitet werden kann?"

"Jīvaka, jene, die so sprechen, sagen nicht das, was von mir gesagt worden ist, sondern stellen mich falsch dar, mit dem, was unwahr ist und der Wahrheit widerspricht."

"Jīvaka, ich sage, daß es drei Fälle gibt, in denen Fleisch nicht gegessen werden sollte: wenn man sieht, hört oder vermutet (, daß das Lebewesen für den Bhikkhu geschlachtet worden ist). Ich sage, daß in diesen drei Fällen Fleisch nicht gegessen werden sollte. Ich sage, daß es drei Fälle gibt, in denen Fleisch gegessen werden darf: wenn man nicht sieht, nicht hört und nicht vermutet (, daß das Lebewesen für den Bhikkhu geschlachtet worden ist). Ich sage, daß in diesen drei Fällen Fleisch gegessen werden darf [2]."

(Majjhima Nikāya 55: An Jīvaka - Jīvaka Sutta)

Viele Grüße
Elliot
von der sanskritseite rangehen is natürlich auch clever.

ich glaube es gibt auch grammatikalische unterschiede.
jivita als verb und ayu als präfix, aber auch für sich stehend.
Dhamma zum Gruße,


passambhati taucht, wie ich finde, an wichtiger Stelle in einem
wichtigen Sutta auf, nämlich gleich am Anfang der Anweisungen zur
Atembetrachtung im Mahāsatipaṭṭhānasuttaṃ (Grundlagen der Achtsamkeit, M10).

Wichtige Stelle deshalb, weil ein Grundanleitung zum einem der acht
Elemente der Methode des Buddha gegeben wird. Falsch verstanden,
denke ich, führt sie nicht so schnell oder gar nicht zu Nibbana, wie es
von ihm aus Mitgefühl aber wohl gewollt war.

passambhayaṃ kāyasaṅkhāraṃ assasissāmī’ti sikkhati,
passambhayaṃ kāyasaṅkhāraṃ passasissāmī’ti sikkhati.

Übersetzt wird es gerne mit beruhigen oder zur Ruhe kommen
(to calm down, quiet, allay), also zum Beispiel so:
'die körperlichen Gestaltungen beruhigend einatmen', so übt er sich;
'die körperlichen Gestaltungen beruhigend ausatmen', so übt er sich.


Ich finde, es hat weit mehr zu bieten.

Bei Interesse passambhati zu besprechen, bitte Zeichen geben.


Alles Gute
"Das Einatmen und das Ausatmen ist körperlich, diese Zustände sind eng mit dem Körper verbunden; deshalb ist das Einatmen und das Ausatmen die Gestaltung des Körpers."

"Assāsapassāsā kho, āvuso visākha, kāyikā ete dhammā kāyappaṭibaddhā, tasmā assāsapassāsā kāyasaṅkhāro."

(Majjhima Nikāya 44: Die kürzere Reihe von Fragen und Antworten - Cūḷavedalla Sutta)

Was über Beruhigen hinaus verbindest Du mit passambhati?

Viele Grüße
Elliot
Hallo,
Elliot hat geschrieben:
"Das Einatmen und das Ausatmen ist körperlich, diese Zustände sind eng mit dem Körper verbunden; deshalb ist das Einatmen und das Ausatmen die Gestaltung des Körpers."

"Assāsapassāsā kho, āvuso visākha, kāyikā ete dhammā kāyappaṭibaddhā, tasmā assāsapassāsā kāyasaṅkhāro."

(Majjhima Nikāya 44: Die kürzere Reihe von Fragen und Antworten - Cūḷavedalla Sutta)

Was über Beruhigen hinaus verbindest Du mit passambhati?

Nachdem ich jetzt eine Weile darüber nachgesonnen habe, dass Atmen eine rein körperliche Gestaltung sein soll, bin ich mir meiner vorigen Gedanken zu passambhati nicht mehr so sicher. Vorher ging ich davon aus, dass bei passambhayaṃ kāyasaṅkhāraṃ assasissāmī mit kāyasaṅkhāra nicht nur die rein physischen Gestaltungen des Knochensacks gemeint sind, sondern dass immer auch eine untrennbare, sich gegenseitig beinflussende Verbindung zu den geistigen Gestaltungen besteht, dass beides untrennbar miteinander in Interaktion steht und das auch so gemeint ist. Beruhigter (vertrauender) kāyasaṅkhāraṃ als ganzes, als Körper-Geist-Einheit.

Nun will ich es aber doch hierlassen.

Gebildet wird es aus der Wurzel sambh (pi) oder śrambh (sk). Das bedeutet erst einmal Vertrauen (trust, faith).
Auf den ersten Blick nur logisch, denn Beruhigung ist Teil von Vertrauen.

Was mich stutzig machte, waren die weiteren Einträge 1, 2 für śrambh. Da findet sich neben vertrauen nämlich folgendes:

entspannen, lösen, lockern
oder
1. nachlässig oder unaufmerksam sein (to be careless or inattentive, be negligent)
2. sich irren, auf abwegen sein (to err)
erst bei 3. vertrauen (to trust, confide)


Wie schafft es nun nachlässig oder unaufmerksam sein und auf Irrwegen sein zur Beruhigung/Entspannung. Würde gerne mal die Etymologie zu śrambh wissen. Klar, wer nicht ständig den die Aufmerksamkeit auf den Weg heftet und ihn aus den Augen verliert oder wer sonst wie nachlässig sich verhält, der kommt nicht zu dem erwarteten und bekannten Ergebnis. Aber vielleicht hat es śrambh gerade deshalb in diese Übungsanweiung geschafft, denn der Weg der bisherigen, brahmanischen Meditation hatte den Bodhisatta ja nicht weiter gebracht. Nur so ein Gedanke...

Gruß
Unter "sambhati" faellt laut der einen Pali-Seite noch der Zusammenhang "visassa"

6. Sambhati : (page 694)
S i.35; ii.185=It 17; J i.338; ThA 11.
Sambhati
Sambhati [śrambh, given as sambh at Dhtp 214 in meaning "vissāsa"] to subside, to be calmed; only in prep. combn paṭippassambhati (q. v.).
http://dsalsrv02.uchicago.edu/cgi-bin/p ... query=vissāsa&matchtype=exact&display=utf8

Das is jetzt allerdings ins englische uebersetzt. Unter "to subside" wuerden dann aber wieder ebenfalls mehrere deutsche Begriffe fallen zb "einsinken".

to subside:

nachlassen
abklingen [Sturm, Erregung]
einsinken
abflauen
verebben
sinken
verrauchen [Ärger]
sich legen
sich senken
sich geben [aufhören]

http://www.dict.cc/englisch-deutsch/to+subside.html

Vllt ist die Schnittmenge der Bedeutung "herabsenken". Das ist jetzt geraten, weil es nicht begriffsorientiert ist, wuerde aber fuer mich Sinn machen. Man sinkt in das herab wo es herkommt, dazu fasst man Vertrauen in dieses spezifische Wissen dazu und es kommt zur Ruhe des Wollens des "in-eine-andere-Richtung-davon-laufen" (Dukkha). Also das is mein Gedankengang dazu.
Mirco hat geschrieben:
Was mich stutzig machte, waren die weiteren Einträge 1, 2 für śrambh. Da findet sich neben vertrauen nämlich folgendes:

entspannen, lösen, lockern
oder
1. nachlässig oder unaufmerksam sein (to be careless or inattentive, be negligent)

Ich verstehe es als Anleitung, ab einem bestimmten Punkt loszulassen und den Atem nicht mehr so stark zu führen, wie noch am Anfang:

"Und wie, ihr Bhikkhus, verweilt ein Bhikkhu, indem er den Körper als einen Körper betrachtet? Da setzt sich ein Bhikkhu [3] nieder, nachdem er in den Wald oder zum Fuße eines Baumes oder in eine leere Hütte gegangen ist; nachdem er die Beine gekreuzt, den Oberkörper aufgerichtet und die Achtsamkeit vor sich verankert hat, atmet er völlig achtsam ein, achtsam atmet er aus.

[Konzentriert und geführt:]

Wenn er lang einatmet, versteht er: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper [4] erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.'

[Und dann aber:]

Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers [5] beruhigen;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.'

( Majjhima Nikāya 10: Die Grundlagen der Achtsamkeit - Satipaṭṭhāna Sutta

Viele Grüße
Elliot
Dhamma zum Gruße Jazz,

JazzOderNie hat geschrieben:
Unter "sambhati" faellt laut der einen Pali-Seite noch der Zusammenhang "visassa"
Sambhati [śrambh, given as sambh at Dhtp 214 in meaning "vissāsa"] to subside, to be calmed; only in prep. combn paṭippassambhati (q. v.).

danke :). Das hatte ich auch gesehen, dem aber keine Beachtung geschenkt, weil nur eine Stelle (Dhtp 214) als Quelle angegeben wird.


JazzOderNie hat geschrieben:
Das is jetzt allerdings ins englische uebersetzt. Unter "to subside" wuerden dann aber wieder ebenfalls mehrere deutsche Begriffe fallen zb "einsinken".
to subside:
nachlassen, abklingen [Sturm, Erregung], einsinken, abflauen, verebben, sinken, verrauchen [Ärger], sich legen, sich senken, sich geben [aufhören]
(dict.cc)

Vllt ist die Schnittmenge der Bedeutung "herabsenken". Das ist jetzt geraten, weil es nicht begriffsorientiert ist. Wuerde aber fuer mich Sinn machen. Man sinkt in das herab, wo es herkommt. Dazu faßt man Vertrauen in dieses spezifische Wissen und es kommt zur Ruhe des Wollens, des "in-eine-andere-Richtung-davon-laufen" (Dukkha). Also das is mein Gedankengang dazu.

Gefällt mir, der Gedankengang.
"Er übt so: 'vertrauensvoll zur Ruhe kommend atme ich ein',
'vertrauensvoll zu Ruhe kommend atme ich aus', so übt er."

:)
Elliot hat geschrieben:
Ich verstehe es als Anleitung, ab einem bestimmten Punkt loszulassen und den Atem nicht mehr so stark zu führen, wie noch am Anfang:
M10 hat geschrieben:
[Konzentriert und geführt:]

Wenn er lang einatmet, versteht er: 'Ich atme lang ein;' oder wenn er lang ausatmet, versteht er: 'Ich atme lang aus.' Wenn er kurz einatmet, versteht er: 'Ich atme kurz ein;' oder wenn er kurz ausatmet, versteht er: 'Ich atme kurz aus.' Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben;' er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei den ganzen Atemkörper erleben.'

[Und dann aber:]

Er übt sich so: 'Ich werde einatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen;'
er übt sich so: 'Ich werde ausatmen und dabei die Gestaltung des Körpers beruhigen.'

Eine Atem-Führung sehe ich da nicht, denn wir sollen das Atmen lediglich "erkennen/wahrnehmen/wissen" (pajānāti pa+ñā+nā).

Im zweiten Teil sehe ich keine Veränderung in der Art, wie das Atmen lediglich wahrgenommen werden soll.
Es kommt nur ein weiterer Zustand (sambh) hinzu, in welchem kāyasaṅkhāro sich befinden soll (pa).

... hmmm

:)
Hallo,

für mich passt 'zur Ruhe kommen', 'beruhigen' sehr gut. Das Verb ist passambhati und passaddhi ist das entsprechende Nomen. Da passambhati im Kontext der Meditation benutzt wird, macht es auch Sinn, weiter im Meditations-Kontext zu suchen. Da bietet sich u.a. AN9.58-59 an: die Passaddhi-Sutten. Diese beiden Lehrreden sind teil ein größeren Gruppe und behandeln Dinge, die beim Aufsteigen durch die jhana u.a. beruhigt werden (passaddhi) oder erlöschen (nirodha). Ein hierzu korrespondierendes Sutta ist mit AN9.31 das Anupubbanirodha-Sutta. Anstatt einer stufenweise Erlöschung (anupubba-nirodha) wird hier von der stufenweise Beruhigung (anupubba-passaddhi) gesprochen.

Neun stufenweise Erlöschungen (anupubba-nirodha) gibt es, ihr Mönche. Welche neun?

1.Für den in die erste Vertiefung Eingetretenen sind die sinnlichen Wahrnehmungen erloschen (während der Vertiefungen ist die Fünfsinnentätigkeit ausgeschaltet).
2.Für den in die zweite Vertiefung Eingetretenen sind Gedankenfassen und Überlegen erloschen.
3.Für den in die dritte Vertiefung Eingetretenen ist Verzückung erloschen.
4.Für den in die vierte Vertiefung Eingetretenen ist Ein- und Ausatmung erloschen.
5.Für den in das Gebiet der Raumunendlichkeit Eingetretenen sind die Körperlichkeitswahrnehmungen erloschen.
6.Für den in das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit Eingetretenen ist die Vorstellung des Raumunendlichkeitsgebietes erloschen.
7.Für den in das Nichtsheitsgebiet Eingetretenen ist die Vorstellung des Bewußtseinsunendlichkeitsgebietes erloschen.
8.Für den in das Gebiet der Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung Eingetretenen ist die Vorstellung des Nichtsheitsgebietes erloschen.
9.Für den in die ‚Erlöschung von Wahrnehmung und Gefühl‘ Eingetretenen sind Wahrnehmung und Gefühl erloschen.

Das, ihr Mönche, sind die neun stufenweisen Erlöschungen.


Warum sollte das in den Anapanasati-Sutten jetzt etwas anderes bedeuten?

Gruß
Florian

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