Fragen zur Soka Gakkai

Moderator: Jojo

Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mi dem Nichiren Buddhismus, wobei man ja auch unweigerlich auf die Soka Gakkai stösst, alleine was die Literatur betrifft. Während des Lesens verspürte ich so etwas wie eine philosophische und weltanschauliche Heimat, kurzum fand ich auf meine Fragen des Seins Antworten die ich vorher nicht fand. Diese Antworten beziehen sich auf das lesen der Gosho, obwohl das schon wirklich ein harter Brocken ist. Doch hat man erst einmal einen Brief gelesen und erarbeitet, erschließen sich einem Welten, mir zumindest. Als Einstieg in die Literatur Nichirens las ich ein Buch von Herrn Ikeda und war begeistert von der lebhaften Interpretation eines Nichiren Briefes. Einige Worte waren etwas unglücklich gewählt, dies kann aber auch an der Übersetzung liegen. Um einen Einblick in die gelebte Praxis zu bekommen, schloß ich Kontakt zu einer örtlichen Versammlungsgruppe der "SGI-D" und wurde zu einer "Einführungsversammlung" eingeladen. Das sogenannte Chanten von Nam-myoho-renge-kyo gab dem ganzen einem mir etwas befremdlichen, aber doch sehr schönen und angenehmen liturgischen Anstrich. Es folgte eine kurze Einführung in den Nichiren Buddhismus Erfahrungsaustausch etc. und ich fühlte mich danach wirklich bestärkt. Seit kurzem chante ich mit einer Gruppe sogenannter "Mitglieder" und bin verblüfft über die nachhaltige positive Wirkung. Auch bin ich erstaunt über den ungezwungenen und herzlichen Umgang miteinander. Es herrscht auch kein unangenehmer Missionierungseifer den Gohonzon zu empfangen, es wird einem die Zeit gelassen die man braucht. Doch fällt mir auf, das kritischen Fragen lieber aus dem Weg gegangen wird, wo doch eigentlich eine kritisch reflektierte Auseinandersetzung mit Themen zur Kultur Europas gehört. Auf die Frage zur unangefochtenen Stellung Herrn Ikedas innerhalb der Soka Gakkai wird einem dann eher gesagt was er denn für die Menschheit und die Bewegung erreicht hätte. Schön und gut, das war aber keine Anwort auf meine Frage. Ich schätze Herrn Ikeda sehr, doch wünschte ich mir einen etwas reflektierteren Umgang, anstelle eines japanophilen "Ich und der Meister" Gemeinschaftssinn. O.k. das war jetzt vielleicht etwas hart, da ich das meiste an der Soka Gakkei schätze und das chanten eine wirkliche Bereicherung für mein Leben ist. Doch sollte man eigentlich in unserem Kulturkreis kritischen Fragen offen begegnen. Gibt es "Suchende" oder auch Mitgliedern denen es ähnlich geht oder ergangen ist ? Wie seit Ihr mit der jeweiligen Situationen umgegangen ? Freue mich auf Anworten und Erfahrungsaustausch.
Die positiven Wirkungen sind typische Effekte des Chanten und lassen sich auch durch andere Formen erzielen.

Soka Gakkai ist eine Sekte, die mit der Nichren-shu in Konflikt liegt, d.h. Nichiren hat sich davon getrennt und das ist ja schon mal ungewöhnlich für japanische Verhältnisse. Nun sind Abspaltungen nichts ungewöhnliches, aber es gibt eben unterschiedliche Nichiren-Ausrichtungen. Du solltest dich daher mit der Entstehung und den Hintergründen etwas befassen. Im Netz gibt es jede Menge Literatur.

Ich empfehle dir generell bei deiner kritischen und vor allem auch selbst-kritische Haltung zu bleiben. Die Frage ist ja - was wollen diese Leute und was willst du?
Nach meinem Verständnis sammelt SGI außerhalb Japans vor allem für seine Japanpolitik Geld und will damit seinen Einfluss in Japan ausbauen. Das ist für Japaner, die im Ausland leben, dann irgendwie auch sinnvoll, aber für Nicht-Japaner ist das schon irgendwie komisch.
Moin Kungfupanda,
gib doch mal "Soka Gakkai" in das Feld Suche ein.
@ Takumi
Also ich bin ja selbst ein SEHR kritsicher Geist was die Soka Gakkai angeht, aber deinen Ausführungen zu Folge hast du selbst dich mit den Hintergründen zur SGI nicht gründlich befasst.

    Die SGI liegt nicht mit der Nichiren-Shu in Konflikt, sondern wurde von der Nichiren-Shoshu als Laienorganisation ausgeschlossen. Die Nichiren-Shu und die Nichiren-Shoshu sind voneinander getrennte Schulen des Nichiren-Buddhismus, die sich auch dogmatisch sehr unterscheiden.
    Nichiren selbst starb am 16 Februar 1222 und hat somit persönlich recht wenig mit der Sache zu tun.
    Mit dem Geld sammeln wäre ich vorsichtig, da die meisten ausserjapansichen SGI-Organisationen von der japanischen Mutterorganisation finanziell abhängig sind. Wobei Spenden immer ein grosses Thema sind --- vorallem die Beweggründe und die "Belohnung" die damit verbunden sein soll als.
catflap08 hat geschrieben:
@ Takumi
Also ich bin ja selbst ein SEHR kritsicher Geist was die Soka Gakkai angeht, aber deinen Ausführungen zu Folge hast du selbst dich mit den Hintergründen zur SGI nicht gründlich befasst.

Danke, dass du meine missverständliche Ausdrucksweise korrigierst.

Mit Nichiren meinte ich nun nicht Nichiren Shonin, den Begründer der Nichiren-shu, sondern den gesamten Komplex des Nichiren-Buddhismus, also Nichiren-Shu, die älteste Gründung, dann Nichiren-Shoshu, die Abspaltung von 1912 und dann die weitere Abspaltung davon, Soka Gakkai, 1930 - die als Laienbewegung gilt, aber doch wieder ein streng hierarchisches Organisationsprinzip hat.
Dass die Soka Gakkai massiv mit der Nichiren-Shoshu im Konflikt liegt und die Soka Gakkai die Nichiren-shoshu geradezu bis aufs äußerste bekämpft, wird jeder erfahren, der sich ein wenig informiert.
Bei den ganzen Spaltungen in diesem sektiererischen Bereich kommt jeder doch durcheinander. Allein das weckt wenig Vertrauen in die Soka Gakkai.

    Die SGI liegt nicht mit der Nichiren-Shu in Konflikt, sondern wurde von der Nichiren-Shoshu als Laienorganisation ausgeschlossen. Die Nichiren-Shu und die Nichiren-Shoshu sind voneinander getrennte Schulen des Nichiren-Buddhismus, die sich auch dogmatisch sehr unterscheiden.
    Nichiren selbst starb am 16 Februar 1222 und hat somit persönlich recht wenig mit der Sache zu tun.
    Mit dem Geld sammeln wäre ich vorsichtig, da die meisten ausserjapansichen SGI-Organisationen von der japanischen Mutterorganisation finanziell abhängig sind. Wobei Spenden immer ein grosses Thema sind --- vorallem die Beweggründe und die "Belohnung" die damit verbunden sein soll als.


Dass die SGI finanziell abhängig ist von der japanischen Mutter, ist doch selbstverständlich. Wie sonst soll den Abhängigkeit Sinn machen? Das bedeutet doch nicht, dass die Gelder, die hier eingesammelt werden, auch hier verwendet würden, sondern diese werden abgeführt nach Japan. Und von dort, wird wieder an die SGI verteilt.

Hier noch ein link, für diejenigen, die zu faul zum googlen sind:
http://de.wikipedia.org/wiki/Nichiren-Buddhismus
Okay eine kleine Korrektur noch, Nichiren gründete selbst keine buddhistische Schule, sondern war bis zu seinem Tod ein Priester des Tendai. Die Verbindung zum Tendai wird gerade in der Nichiren-Shu noch sehr deutlich.

Was die Spenden angeht kann man nur spekulieren … über die mangelnde finanzielle Transparenz in der SGI habe ich mich ja hier schon an anderer Stelle geäußert, auch was den Personenkult angeht.
Hallo!

kungfupanda hat geschrieben:
Während des Lesens verspürte ich so etwas wie eine philosophische und weltanschauliche Heimat, kurzum fand ich auf meine Fragen des Seins Antworten die ich vorher nicht fand. Diese Antworten beziehen sich auf das lesen der Gosho, obwohl das schon wirklich ein harter Brocken ist. Doch hat man erst einmal einen Brief gelesen und erarbeitet, erschließen sich einem Welten, mir zumindest. Als Einstieg in die Literatur Nichirens las ich ein Buch von Herrn Ikeda und war begeistert von der lebhaften Interpretation eines Nichiren Briefes. Einige Worte waren etwas unglücklich gewählt, dies kann aber auch an der Übersetzung liegen.


Das geht mir auch so. Um sich mit Nichiren auseinander zu setzen, ist es ganz hilfreich sein Englisch etwas aufzubessern. In der Tat liegt vieles an den Übersetzungen. Es gibt viele englische Texte und auch englische Literatur, die nicht von der SGI stammt. Ich empfehle zum Beispiel:

  1. Fire in the Lotus, The Dynamic Buddhis of Nichiren, Daniel B. Montgomery, englisch
  2. Nichiren, der Ausübende des Lotos-Sutras, Yukio Matsudo, deutsch

kungfupanda hat geschrieben:
Doch fällt mir auf, das kritischen Fragen lieber aus dem Weg gegangen wird, wo doch eigentlich eine kritisch reflektierte Auseinandersetzung mit Themen zur Kultur Europas gehört.


Mir geht es genau wie dir. Aber ich ich praktiziere schon sehr lange und kann sagen, früher war das noch viel schlimmer. Die SGI als Organisation hat sich sehr geöffnet. Du musst aber beachten, warum die Menschen in die Gruppen gehen. Sie suchen keinen Debattierclub um die eigene Organisation zu kritisieren, sondern Beistand in buddhistischen Fragen und Lebenshilfe im Alltag. Die meisten Menschen suchen eine starke Persönlichkeit, der sie sich anschließen können. Die meisten Menschen brauchen jemanden, den sie bewundern können. Geh mal zu den Kagyüs und sage da, du findest Ole komisch...

Vergiss nicht, dass der asiatische Raum niemals so etwas wie eine Aufklärung hatte. Das ist unser europäisches Privileg. Viele Europäer übernehmen allzu gerne reaktionäre und altmodische Einstellungen im Buddhismus, weil sie denken, diese Dinge gehören zum Buddhismus dazu. Und damit wird die ganze Sache noch einen Tick exotischer und schicker für sie. Da ist die SGI noch eine der modernen Organisationen.

Die SGI versucht die europäische Aufklärung immer wieder in ihren Publikationen unterzubringen. Dort werden sehr gerne und immer wieder europäische Philosophen als Vorbild zitiert. Wenn in der Gruppe also keine Kultur der kritisch reflektierten Auseinandersetzung herrscht, so liegt das an den Menschen in der Gruppe. Ich kenne auch Gruppen in der SGI, in der kritische Gespräche stattfinden. Aber ehrlich gesagt, die meisten haben da keinen Bock drauf. Deswegen haben buddhistische Lehrer, die irgendwelchen komischen Mus verbreiten, auch so einen grandiosen Zulauf.

kungfupanda hat geschrieben:
Ich schätze Herrn Ikeda sehr, doch wünschte ich mir einen etwas reflektierteren Umgang, anstelle eines japanophilen "Ich und der Meister" Gemeinschaftssinn.


Ich mir auch und den praktiziere ich auch. Aber nicht während der Gruppe, damit die Menschen, die es brauchen, die Gruppe erleben können und auch was davon haben. Ich mache es in Gesprächen mit Mitgliedern nach der Versammlung oder in privaten Treffen.

kungfupanda hat geschrieben:
Doch sollte man eigentlich in unserem Kulturkreis kritischen Fragen offen begegnen.


An dieser Stelle würde ich meine Weltsicht und meine Wahrnehmung überprüfen. Begegnen politische Parteien und Firmen in Europa kritischen Fragen offen? Begegnet die katholische Kirche kritischen Fragen offen? Geh mal als schwules Paar zu einem katholischen Priester und frage nach einer Hochzeit. Bitte vergiss nicht: buddhistische Gruppen bestehen aus Menschen mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten.

kungfupanda hat geschrieben:
Wie seit Ihr mit der jeweiligen Situationen umgegangen ?


Wenn’s mich wirklich “juckt”, bringe ich meine Kritik auch in der Gruppe an. Aber immer im Hinterkopf behaltend, dass die Menschen nicht deswegen da sind, sondern wegen der buddhistischen Praxis, dem Beistand und der Hilfe im Leben. Deswegen bist du ja auch dazu gestoßen, wie man oben lesen kann. Und nicht weil du einen Debattierclub gesucht hat.

Takumi hat geschrieben:
Soka Gakkai ist eine Sekte, die mit der Nichren-shu in Konflikt liegt, d.h. Nichiren hat sich davon getrennt und das ist ja schon mal ungewöhnlich für japanische Verhältnisse.


Die Soka Gakkai hat sich von der Nichren-Shoshu 1991 getrennt. Gleichzeitig wurde sie von der Nichren-Shoshu exkommuniziert. In den Zeiten Nichirens gab es diese Schulen nicht. Das ist wohl ein Tippfehler gewesen?

Takumi hat geschrieben:
Du solltest dich daher mit der Entstehung und den Hintergründen etwas befassen. Im Netz gibt es jede Menge Literatur.

Die Informationen im Netz sind oft einseitig gefärbt. Bitte immer mit der entsprechenden “Brille” lesen.

Takumi hat geschrieben:
Nach meinem Verständnis sammelt SGI außerhalb Japans vor allem für seine Japanpolitik Geld und will damit seinen Einfluss in Japan ausbauen.


Das Geld fließt von Japan nach Deutschland. Sonst könnten Gebäude wie die Villa Sachsen hier gar nicht finanziert werden, da die Mitglieder in Deutschland zur Finanzierung nicht reichen würden und niemand zu einem Mitgliedsbeitrag oder einer Spende verpflichtet ist.

catflap08 hat geschrieben:
Was die Spenden angeht kann man nur spekulieren … über die mangelnde finanzielle Transparenz in der SGI habe ich mich ja hier schon an anderer Stelle geäußert, auch was den Personenkult angeht.


Ich finde die mangelnde finanzielle Transparenz in der SGI und den Personenkult auch nicht so prickelnd. Ich habe keine so große Hoffnung, dass sich das schnell ändert. Die katholische Kirche schafft es nun schon seit über tausend Jahren intransparent zu bleiben. Für mich persönlich ist die Intransparenz aber kein Grund, nicht in der SGI zu sein.

Liebe Grüße!
catflap08 hat geschrieben:
Okay eine kleine Korrektur noch, Nichiren gründete selbst keine buddhistische Schule, sondern war bis zu seinem Tod ein Priester des Tendai. Die Verbindung zum Tendai wird gerade in der Nichiren-Shu noch sehr deutlich.

Ja, klar - das kann noch weiter präzisiert werden ....allerdings gilt die Rikkyo Kaishu-Deklaration vom 28. April 1253 als Gründung der Nichiren-Sekte, jedenfalls in der Japanischen Geschichte.
Was die Spenden angeht kann man nur spekulieren … über die mangelnde finanzielle Transparenz in der SGI habe ich mich ja hier schon an anderer Stelle geäußert, auch was den Personenkult angeht.

Beides spricht eben gegen die SGI -jedenfalls für Leute aus dem Westen.
Sadaparibhuta hat geschrieben:
An dieser Stelle würde ich meine Weltsicht und meine Wahrnehmung überprüfen. Begegnen politische Parteien und Firmen in Europa kritischen Fragen offen? Begegnet die katholische Kirche kritischen Fragen offen? Geh mal als schwules Paar zu einem katholischen Priester und frage nach einer Hochzeit. Bitte vergiss nicht: buddhistische Gruppen bestehen aus Menschen mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten.


Ja - das ist natürlich eine tolle Argumentation!
Die anderen machen es auch so - und - es sind doch alles nur Menschen.
Gerade das - die mangelhafte Transparenz und die sogenannte "Menschlichkeit" d.h. Fehlerhaftigkeit - sprechen eben dagegen, diese Weise weiter so zu machen. Das wird ja heute an den hiesigen Strukturen heftigst kritisiert und der Fehlerhaftigkeit begegnet man eben nur durch Transparenz.
Da würde ich mal vorschlagen, dass du wirklich deine Weltsicht mal prüfst.



Das Geld fließt von Japan nach Deutschland.

Na klar - nachdem es von Deutschland nach Japan geflossen ist. Im übrigen gibt es da noch ganz andere Vermutungen, was da mit Geld gemacht wird.
Sonst könnten Gebäude wie die Villa Sachsen hier gar nicht finanziert werden, da die Mitglieder in Deutschland zur Finanzierung nicht reichen würden und niemand zu einem Mitgliedsbeitrag oder einer Spende verpflichtet ist.

Träum mal schön. Du weißt ja nicht Bescheid - oder kennst du die Bücher?

Ich finde die mangelnde finanzielle Transparenz in der SGI und den Personenkult auch nicht so prickelnd. Ich habe keine so große Hoffnung, dass sich das schnell ändert. Die katholische Kirche schafft es nun schon seit über tausend Jahren intransparent zu bleiben. Für mich persönlich ist die Intransparenz aber kein Grund, nicht in der SGI zu sein.

Klar - den Vergleich von Soka Gakkai mit der katholischen Kirche finde ich passend.
Also den Einwand im Bezug auf englischsprachige Literatur kann ich nur beipflichten und es liegt an jedem selbst für sich die „Freiheit“ in Anspruch zu nehmen eben auch mal über den Tellerrand zu schauen.

Die SGI hat in Sachen Lehrmaterial eine sehr eingleisige Sichtweise und folgt damit auch der Tradition der Nichiren-Shoshu, leider ist es dann aber auch so, dass ein tiefer gehendes Verständnis der Lehren Nichirens und Shakymunis auf der Strecke bleiben.

Ich denke man muss sich da über fundamentale Dinge klar werden … ich persönlich konnte Nichiren nie als Buddha sehen, so wie von SGI und Nichiren Shohsu gelehrt und sehe hierfür auch keine glaubwürdigen Belege in den Schriften Nichirens. Auch den Personenkult um Ikeda halt ich für absurd und eigentlich auch anmaßend … aber wie so oft im Leben hat man hier Entscheidungsfreiheit.

Die SGI verpackt alles in sehr verdauliche Portionen, dass ist dann in etwa so als würde man Fast-Food bekommen. Klar es ist essbar und schmeckt auch, hat überall auf der Welt den gleichen Standard aber hat eben nichts mit einem fünfgängigen Menü zu tun das man ja auch erst schätzen muss.
catflap08 hat geschrieben:
Ich denke man muss sich da über fundamentale Dinge klar werden … ich persönlich konnte Nichiren nie als Buddha sehen, so wie von SGI und Nichiren Shohsu gelehrt und sehe hierfür auch keine glaubwürdigen Belege in den Schriften Nichirens.


Ich auch nicht.

catflap08 hat geschrieben:
Auch den Personenkult um Ikeda halt ich für absurd und eigentlich auch anmaßend … aber wie so oft im Leben hat man hier Entscheidungsfreiheit.


Genau. In deinen Beiträgen, die ich von dir zum Thema SGI gelesen habe, kann man das auch wiederfinden. Immer sachlich und klar. Vielen Dank dafür.
http://www.dharma.de/dbu/pdfdocs/info_h ... Strukt.pdf

Für die Fragen zur Einschätzung von Gruppen und Sekten bewährt sich auch die Orientierungshilfe der DBU.

Erfahrungsberichte ehemaliger Mitglieder der Soka Gakkai sind hier nach zu lesen:
http://forum.rickross.com/read.php?5,87661

Zu Rick A. Ross und seiner Seite, auf der sich einiges über Soka Gakkai findet.
http://en.wikipedia.org/wiki/Rick_Ross_%28consultant%29
Und hier auch was vom Samurai-Biker, der seine Erfahrung mit Soka Gakkai in Japan schildert.

http://samurai-biker.blogspot.com/2011/ ... sache.html
Rick Ross braucht Opfer. Das ist sein Geschäftsmodell. Er verdient an jedem Fall 5.000 Dollar.

Er hat bisher an seine Schützlingen 1.750.000 Dollar verdient.

Zitat Wiki-Seite:

By 2004, Ross had handled more than 350 deprogramming cases in various countries including the United States, the United Kingdom, Israel and Italy, typically charging around $5,000 per case.
Ich bin gerne mit den Menschen in der SGI zusammen und ich sage dort auch gerne zum passenden Zeitpunkt meine Meinung. Da ich finanziell sehr schlecht ausgestattet bin, hatte ich auch nie Geld übrig für eine Spende. Ich bin auch nie zu einer Spende aufgefordert worden. Ich bin auch nie unter Druck gesetzt worden und konnte immer meine Meinung sagen. Ich mag die SGI und ihre Menschen, weil sie (zumindest in meiner Gegend) sehr aufgeklärt sind.
Sadaparibhuta hat geschrieben:
Rick Ross braucht Opfer. Das ist sein Geschäftsmodell. Er verdient an jedem Fall 5.000 Dollar.

Er hat bisher an seine Schützlingen 1.750.000 Dollar verdient.

Zitat Wiki-Seite:

By 2004, Ross had handled more than 350 deprogramming cases in various countries including the United States, the United Kingdom, Israel and Italy, typically charging around $5,000 per case.


Rechnen kannst du nicht - macht aber nichts - das qualifiziert dich ja als Schützling von Ikeda.
Ich verstehe dich nicht.

Also für mich sind 5000 Dollar x 350 (Stand 2004) = 1 750 000 Dollar.

Habe ich mit Google ausgerechnet.
Najaaaa das mit den Opfern könnte man auch als Geschäftsmodel der SGI sehen.

Die Seite von Rick Ross bietet vorallem ein Forum. Im Bezug auf ehemalige SGI-ler das einzige seiner Art und von denen unterlief keiner das sog. Deproramming.
Im Gegenteil zum Austieg gibt es lokal immer genügend Bertaungsstellen. Rick Ross kommt natürlich in die Kritik, weil er auch sog. Mainstream-Gruppierungen wie Mormonen, Zeuegn Jehovs oder auch Neonazis auf dem Radar hat. Man kann den Gruppierungen alle Lables aufdrücken - die Methoden gleichen sich.
Rick Ross wird ja nicht ohne Grund gerade auch von Scientology bekämpft. Summa sumarum das Forum auf seiner Seite ist keine Werbung für seine "Dienste".

Insofern decken sich der Leitfaden der DBU und Merkmale einer Sekte bei Rick Ross ... und ja, in meinen Augen ist die SGI eine Sekte und nutzt in Sachen Tiefe und Verständnis die Lehre Nichirens einfach nur für ihre Zwecke ... mit Nichiren-Buddhismus hat das recht wenig zu tun. Sorry sind meine 5 Cent zu dem Thema.
catflap08 hat geschrieben:
und ja, in meinen Augen ist die SGI eine Sekte und nutzt in Sachen Tiefe und Verständnis die Lehre Nichirens einfach nur für ihre Zwecke ... mit Nichiren-Buddhismus hat das recht wenig zu tun. Sorry sind meine 5 Cent zu dem Thema.


Aber eine Sekte, die mich nichts kostet... :mrgreen:

Die katholische Kirche, die nach der oben genannten Liste der DBU auch eine Sekte ist, war da auf meiner Lohnsteuerkarte sehr viel teurer und absolut schwulenfeindlich. 8)
Aha, also eine Sekte die dich nix kostet ... somit implizierts du also, dass es sich um eine Sekte handelt. Die katholische Kirche ist mir in diesem Kontext egal ... zudem kam mir auch zu Ohren, dass Schwule dafür chanten sollten "normal" zu werden, somit passt sich die SGI im Moment nur dem Zietgeist an.

Was macht die SGI für mich zu Sekte?
1. Der Personenkult um Ikeda. Mit der gleichen Unanachgiebigkeit in welcher die SGI die Stellugen des Hohenpriesters der Nichiren Shoshu kritisierte, wird nun das Verständnis des Buddhismus an das Akzeptieren Ikedas als Meister geknüpft.
2. Absolutheitsanspruch der SGI: Man zählt zu einem elitären Kreis derer die die "Wahrheit" für sich beanspruchen. Alles andere gilt als "Hobo" oder vorläufig, verirrt.
3. Aufstiegsmöglichkeiten: Menschen die im Alltagsleben eher in der Opferrolle sind, wird in der SGI Raum für Aufstiegsmöglichkeiten geboten - das zieht vorallem Menschen mit einer schwachen Persönlichkeitsstruktur an.
4. So gut wie keine fundierte Ausbildung derer die in der SGI die als "Leiter" benannt werden. Weder in buddhistischer noch in psyologischer Hinsicht, da sie ja für ihren untergebenen Mitglieder in allen Lebens- und Galubenfragen Rede und Antwort stehen müssen.
5. Der alleinige Akt des Spendens für die SGI wird mit "Wohltaten" belohnt ---- na wenn das kein Spendendruck ist.
6. Kritische Stimmen werden als "Feinde" deklariert.
7. Die Ausseinandersetzung mit anderenbuddhistischen oder nicht- buddhistsichen Glaubensrichtugen wird verurteilt wenn es nicht dem Ziel des sog. Shakubuku dient.
8. Anhänger anderer Glaubensbeknntnisse werden aufs Übelste verurteilt, insbesondere wenn sie sich kritisch zur SGI äussern.
9. Keine finazielle Transparenz. Mitglieder sind keine Mitglieder im rechtlichen Sinne.

Was denn noch?
Okay wer sein Leben in der SGI zubringen möchte kein Problem aber Resultat wird vorallem auch soziale Isolation sein da die SGI 100% Einsatz für ihre Zwecke verlangt. Die SGI ist und bleibt in MEINEN Augen eine Sekte der übelsten Sorte.
catflap08 hat geschrieben:
zudem kam mir auch zu Ohren, dass Schwule dafür chanten sollten "normal" zu werden, somit passt sich die SGI im Moment nur dem Zietgeist an.


Ich weiß nicht, von welcher SGI du sprichst,, aber von der meinigen nicht. Lebst du vielleicht auf dem Land? Vielleicht sind da die Heten ja etwas komisch. Offizielle Meinung der SGI ist es nicht. Dort, wo ich lebe, haben wir einen Wagen beim CSD, eine schwule Gruppe haben wir auch und wir haben ein europaweites schwules Treffen der SGI.

Die Shoshus beten für's normal werden. Soviel ich weiß. Die wollten vor der Trennung Ende der 80ger auch mal einen schwulen Regionalleiter verhindern. Hat nicht geklappt. Wir haben den trotzdem eingesetzt. Vor einiger Zeit hatten wir wieder einen schwulen Bezirksleiter. Das weiß hier jeder und alle finden es gut.

catflap08 hat geschrieben:
1. Der Personenkult um Ikeda. Mit der gleichen Unanachgiebigkeit in welcher die SGI die Stellugen des Hohenpriesters der Nichiren Shoshu kritisierte, wird nun das Verständnis des Buddhismus an das Akzeptieren Ikedas als Meister geknüpft.


Das nervt mich auch. Geht mir total auf den Zeiger.

catflap08 hat geschrieben:
3. Aufstiegsmöglichkeiten: Menschen die im Alltagsleben eher in der Opferrolle sind, wird in der SGI Raum für Aufstiegsmöglichkeiten geboten - das zieht vorallem Menschen mit einer schwachen Persönlichkeitsstruktur an.


Stimmt. Ist bei anderen buddhistischen Gruppen aber auch ähnlich.

catflap08 hat geschrieben:
4. So gut wie keine fundierte Ausbildung derer die in der SGI die als "Leiter" benannt werden. Weder in buddhistischer noch in psyologischer Hinsicht, da sie ja für ihren untergebenen Mitglieder in allen Lebens- und Galubenfragen Rede und Antwort stehen müssen.


Stimmt. Ist woanders aber genau das gleiche.

catflap08 hat geschrieben:
5. Der alleinige Akt des Spendens für die SGI wird mit "Wohltaten" belohnt ---- na wenn das kein Spendendruck ist.


Wie gesagt, daran glaube ich nicht. Ist mir egal. Mein Gehirn gehört mir... ;-) Meine wenige Kohle auch! :mrgreen:

catflap08 hat geschrieben:
6. Kritische Stimmen werden als "Feinde" deklariert.


Naja, Ole Nydal bezeichnet Menschen wie mich als krank. Wenn ich in der SGI wegen meiner Stänkerei als “Feind” bezeichnet werde, so soll mir das eine Ehre sein. Ich stänkere häufiger. :mrgreen:

catflap08 hat geschrieben:
7. Die Ausseinandersetzung mit anderenbuddhistischen oder nicht- buddhistsichen Glaubensrichtugen wird verurteilt wenn es nicht dem Ziel des sog. Shakubuku dient.


In der Stadt, wo ich lebe nicht. In Hintertupfingen kann das vielleicht so sein.

catflap08 hat geschrieben:
9. Keine finazielle Transparenz. Mitglieder sind keine Mitglieder im rechtlichen Sinne.


Ich will gar kein rechtliches Mitglied sein. Dann müsste ich ja zu zu Vereinssitzungen. Um Gottes Willen... :mrgreen: Ich war mal in einem Verein. Das hat mich total genervt.

catflap08 hat geschrieben:
aber Resultat wird vorallem auch soziale Isolation sein da die SGI 100% Einsatz für ihre Zwecke verlangt. Die SGI ist und bleibt in MEINEN Augen eine Sekte der übelsten Sorte.


Ich will dir deine Meinung wirklich nicht absprechen, aber ich hatte auch schon mal eine “Aufgabe”. Das hat mich genervt und das habe ich dann einfach abgegeben. Ich mache da nix mehr. Da bin ich nicht der Typ zu und das stört keinen. Ich bin trotzdem immer gern gesehen.

Ich wundere mich bei diesen Diskussionen hier immer (lese schon seit einiger Zeit mit). Ich habe nie eure schlechten Erfahrungen gemacht und ich kenne auch keinen hier in meiner Stadt, der solche Erfahrungen gemacht hat. Und ich kenne wirklich einige Leute.

Liebe Grüße
Sadaparibhuta hat geschrieben:
Ich verstehe dich nicht.

Also für mich sind 5000 Dollar x 350 (Stand 2004) = 1 750 000 Dollar.

Habe ich mit Google ausgerechnet.


Im Buddhismus lernt man, dass die drei Wurzelgifte - Gier, Hass und Verblendung - die Sicht auf die Wirklichkeit verstellen -

Ross schreibt selbst

My fees are currently $75.00 per hour or $750.00 per day when I work out of town. This does not include expenses such as travel, accommodations or other related expenses. An average intervention costs about $3,750.00 in fees plus expenses, which are usually below $1,000. This means that the total cost of an intervention should run about $5,000.00. The cost of an intervention may be somewhat higher if special research is required, a former member of a destructive group is brought in to assist and/or substantial travel time is required.

Former members typically charge a fee of about $350.00 to $500.00 per day depending upon their experience
.

Darüberhinaus beziehen sich die 350 Fälle auf einen Zeitraum von etwa 20 Jahre - sind also schlappe 87 500 $
per anno. Nicht viel - .
Takumi hat geschrieben:
Darüberhinaus beziehen sich die 350 Fälle auf einen Zeitraum von etwa 20 Jahre - sind also schlappe 87 500 $
per anno. Nicht viel - .


Das bleibt aber immer noch 1,7 Millionen. Das ist für mich schon viel Geld für einen Nebenjob über 20 Jahre. Vielleicht verdienst du noch mehr. Dann ist es natürlich nicht viel.
Sadaparibhuta hat geschrieben:
Takumi hat geschrieben:
Darüberhinaus beziehen sich die 350 Fälle auf einen Zeitraum von etwa 20 Jahre - sind also schlappe 87 500 $
per anno. Nicht viel - .


Das bleibt aber immer noch 1,7 Millionen. Das ist für mich schon viel Geld für einen Nebenjob über 20 Jahre. Vielleicht verdienst du noch mehr. Dann ist es natürlich nicht viel.


Diese 87 500 sind Brutto - da sind die Kosten für Reisen und dgl. abzurechnen, die Steuer und die Versicherung ....
also da wird das wenig und somit wird Ross noch weitere Einkünfte haben müssen, denn damit kommt er als Selbständiger nicht über die Runde - in den USA.

Das kann man aber mit Herrn Ikeda nicht vergleichen - mit dem bisschen kommt der grad mal 4 Wochen aus - in Japan. Da ist das Leben als prominenter Reicher ziemlich teuer.
@ Sadaparibhuta

Ich spreche von der SGI deren „Mitglied“ ich über 20 Jahre sowohl in Deutschland und auch im Ausland war … und was offizielle Meinung der SGI ist wird immer ein Rätsel bleiben. Offiziell setzt sie sich ja auch für Religionsfreiheit ein … was einen hohen Leiter der SGI nicht davon abhielt Mitglieder der Nichiren Shoshu als Krebsgeschwür zu bezeichnen (Nein ich bin nicht bei der Nichiren Shoshu) aber Menschen so zu bezeichnen hatten wir ja schon einmal in unsere Geschichte. Und natürlich setzt sich die SGI gerade für die Religionsfreiheit in China ein … (gibts da nen CSD???) – auch wenn es dann keine Ehrendoktorwürden mehr gibt.

Und weil die SGI auf dem CSD, nebst FDP, Grünen, Linken und RedBull einen Wagen hat ist alles Bluna??? Komischerweise waren diejenigen die dafür plädierten für die „Gesundung“ von Schwulen zu chanten damals tatsächlich Mitglied der Deutschen Nichiren Shsoshu bzw. Nichiren Shoshu of America … okay die gleichen Leute sind jetzt in der SGI-D oder SGI-USA aber da das damals war --- schwamm drüber. Und sorry im Jahre 2012 an nem CSD mitzulaufen ist nun in Deutschland wirklich kein Kunststück … wie sieht’s mit der SGI in Kirgisien, Weißrussland, Korea, Japan oder Russland aus? Ich bin sicher sie steht dort an der Speerspitze im Kampf für die Rechte der Schwulen und falls es dann dort einen CSD gibt vorn dabei auch wenn die Mitglieder wie in Russland dabei niedergeknüppelt werden.

In Sachen Ausbildung ist das eben woanders nicht das gleiche, zumindest was die traditionellen Schulen des Buddhismus angeht – Ausbildung der Priester. Klar, da sich die SGI mit der Nichiren Shoshu entzweit hat gelten nun alle Priester als abgrund schlecht … als man über 60 Jahre von ihnen profitiert hatte war das natürlich nicht so. Es ist eben die Frage ob man sich Buddhist nennt um eine nette Zeit zu haben oder ob man etwas über den Buddhismus lernen will … ihn leben will oder ob man etwas lernen und leben will was erst den Katalysator Ikeda/SGI durchlaufen muss.

Und ob du in Berlin lebst oder Hintertupfingen, ändert nichts daran, dass in der SGI bewusst Falschinformationen gerade im Hinblick auf andere buddhistische Schulen und insbesondere den Nichiren-Buddhismus gestreut werden.

Dass du kein Mitglied sein willst kann ich verstehen, denn aus einer Mitgliedschaft entstehen Rechte und Pflichten … auch die Pflicht der Offenlegung.

Ich war lange genug dabei, habe genug gesehen und gehört habe mich lange genug täuschen lassen. Wenn es eng wurde hörte ich oft: „Ach das ist die SGI in Japan“ … „Ach das ist die SGI in des USA“ … „Ach das sind die Mitglieder so und so“ … aber alle sind sie eben in der SGI … und wenn alle Stricke reissen muss eben dafür chanten das Herz Ikedas zu verstehen … oder den ROMAN „die menschliche Revolution“ studieren. Mir persönlich ist es eben nicht egal vor welchen Karren ich mich spannen lasse, CSD hin oder her. Das gute am Internet ist, dass, neben viel Müll, auch alle anderen Informationen verfügbar sind. Wer die Spreu vom Weizen zu trennen vermag kann viel aus den Erfahrungsberichten, auch bei Rick Ross, lernen. Und eines geht dann eben heute nicht zu sagen „Ich habe das nicht gewusst“.
Irgendwo gern gesehen zu sein oder ne gute Zeit zu haben ist mir persönlich nicht genug … okay man kann sich auch die Rosinen rauspicken und sich vom Rest fernhalten.
Namaste!

Ich sehe es als äußerst bedauerlich an, dass vom Nichiren-Buddhismus (in all seinen Ausprägungsformen) in Deutschland nur die SG eine Rolle spielt. Da haben sich die anderen Schulen wirklich ein großes Versäumnis ankreiden zu lassen!

Immerhin kann man mittlerweile online zumindest Basis-Infos zur Nichiren Shû und zur Nichiren Shôshû nachlesen, und ab und an sieht man auch die Mönche der Nipponzan Myôhôji auf ihren Friedens- und Aktionsmärschen im TV.

Wer sich wirklich über den Nichiren-Buddhismus informieren will, kommt hierzulande an "Nichiren - Der Ausübende des Lotos Sutra" von Yukio Matsudo nicht vorbei (es sei denn er liest vergleichbare Literatur in Englisch oder Japanisch).
Die Goshô der SGI ist natürlich auch nicht zu verachten, zumal sie das einzige umfassende Werk auf Deutsch ist, welches die bedeutendsten Schriften Nichiren Shonins enthält. Hier kann man dann allerdings getrost die auf die Schriften und Briefe des Meisters folgenden Kommentare und Interpretationen außen vor lassen - für jemanden, der sich auch mit anderen buddhistischen Richtungen befasst sind die darin gezogenen Schlüsse und Folgerungen teilweise hahnebüchen!

catflap08 hat geschrieben:
Offiziell setzt sie sich ja auch für Religionsfreiheit ein … was einen hohen Leiter der SGI nicht davon abhielt Mitglieder der Nichiren Shoshu als Krebsgeschwür zu bezeichnen[...]

Ich habe eher den Eindruck, dass die SG die Religionsfreiheit nur insoweit propagiert, wie sie andere Religionen, sprich: Nichtbuddhisten, betrifft. Da macht man sich dann auch mal mit dem Papst oder einem anderen nichtbuddhistischen Geistlichen gemein um Toleranz zu zeigen.
Andere buddhistische Strömungen werden als "vorläufig" angesehen (im Sinne von: "Sind noch nicht soweit die Lehren des Daishonin anzunehmen") oder eben gar als völlig fehlgeleitet.
Deshalb ist es ja auch notwendig, in Ländern, in welchem der Buddhistmus schon vorherrscht zu missionieren (z. B. auf Sri Lanka).

In Japan steht die SG mit ihrer ablehenden Haltung bezüglich der Priesterschaft und der Verehrung von Nichiren als Höchsten Buddha absolut im Abseits. Wo nahezu alle andere Schulen gemeinsame Nenner haben (Zufluchtnahme zu den Drei Kostbarkeiten, viele allgemeine Andachtsinhalte, Verehrung derselben Buddhas und Bodhisattvas, gemeinsame Wallfahrtsorte und -Wege, seelsorgende und lehrende ausgebildete Mönche/Priester), da steht die SG für sich allein.

catflap08 hat geschrieben:
In Sachen Ausbildung ist das eben woanders nicht das gleiche, zumindest was die traditionellen Schulen des Buddhismus angeht – Ausbildung der Priester. Klar, da sich die SGI mit der Nichiren Shoshu entzweit hat gelten nun alle Priester als abgrund schlecht … als man über 60 Jahre von ihnen profitiert hatte war das natürlich nicht so. .

Das sehe ich auch als sehr großes Problem.
In der SG unterrichten Laien ohne irgendeine entsprechende Ausbildung andere Laien.
Wer bestimmt dort, wer lehren darf und wer nicht?

Die allgemeinen buddhistischen Grundlagen [Vier Edle Wahrheiten, Mittlerer Achtfacher Pfad, Dreifacher Weg (Ethik, Praxis, Erkenntnis), Dreifache Zuflucht, usf.] scheinen nicht unbedingt zum Lehrinhalt der SG zu gehören.

Lehren soll in der SG doch wohl eher derjenige, der ganz in der Spur der momentanen herrschenden Meinung der SGI fährt, oder sehe ich das etwa zu streng?

< gasshô >

Benkei
Hallo.

Benkei hat geschrieben:
Da haben sich die anderen Schulen wirklich ein großes Versäumnis ankreiden zu lassen!


Das stimmt, der Bock sollte nicht zum Gärtner gemacht werden.

Benkei hat geschrieben:
Immerhin kann man mittlerweile online zumindest Basis-Infos zur Nichiren Shû und zur Nichiren Shôshû nachlesen,


Das ist, meiner Meinung nach, aber immer noch zu wenig. Leider verhindert ja die Sprache bzw. das Schriftsystem, dass man sich selber Infos beschaffen kann. Ich kann auf jeden Fall kein Japanisch... :-)

Benkei hat geschrieben:
Nichiren, Der Ausübende des Lotos Sutra, von Yukio Matsudo


Tolles Buch, lese ich grad.

Benkei hat geschrieben:
Hier kann man dann allerdings getrost die auf die Schriften und Briefe des Meisters folgenden Kommentare und Interpretationen außen vor lassen


Genau so sehe ich das auch. Unterdurchnittliche Literatur wird nicht dadurch besser und gehaltvoll, weil es eine Menge Leute lesen. Und komische Gedichte gehören auch nicht zum Buddhismus, weil jemand einen angeschlossenen Verlag hat, um sie zu verbreiten.

Benkei hat geschrieben:
Ich habe eher den Eindruck, dass die SG die Religionsfreiheit nur insoweit propagiert, wie sie andere Religionen, sprich: Nichtbuddhisten, betrifft. Da macht man sich dann auch mal mit dem Papst oder einem anderen nichtbuddhistischen Geistlichen gemein um Toleranz zu zeigen.


Diesen Eindruck habe ich auch. Er scheint richtig zu sein. Wenn sie sich hier nicht tolerant gegenpüber den herrschenden Religionen zeigen würden, könnten sie ja auch Probleme mit dem Gesetz bekommen. Wir haben ja Grundgesetz und Verfassung.

Benkei hat geschrieben:
In Japan steht die SG mit ihrer ablehenden Haltung bezüglich der Priesterschaft und der Verehrung von Nichiren als Höchsten Buddha absolut im Abseits.


Ich denke, hier wird die SGI auch über kurz oder lang im Abseits landen. Ich kann die Doktrinen der SGI in Gesprächen auch nicht verteidigen. Sie sind einfach Unfug, wenn man sich gründlich mit der Gosho beschäftigt. Nichiren hat sich nie als "wahrer" Buddha propagiert. Ich denke, es wird sogar nicht mehr allzu lange dauern. Wie ich die Sache sehe, sinken die Mitgliederzahlen. Dadurch wird der Gohonzon mittlerweile an jeden Eso-Anhänger rausgehauen.

Benkei hat geschrieben:
In der SG unterrichten Laien ohne irgendeine entsprechende Ausbildung andere Laien.
Wer bestimmt dort, wer lehren darf und wer nicht?


Das sehe ich auch als sehr großes Problem. Was für einen Unsinn ich mir dort schon anhören musste. Unglaublich. Aber den Leuten gefällt es, da keine intellektuellen Ansprüche gestellt werden.

Benkei hat geschrieben:
Lehren soll in der SG doch wohl eher derjenige, der ganz in der Spur der momentanen herrschenden Meinung der SGI fährt, oder sehe ich das etwa zu streng?


Nein, das siehst du nicht zu streng. Es mittlerweile Prüfungen für Leiter. Das ist an sich nichts seltsames. Prüfungen gibt es bei anderen Schulen auch.

Allerdings beschränkt sich diese “Prüfung” bei der SGI-D auf folgende Punkte:

10 % Lebenslauf Nichirens in Stichpunkten

20 % 10 Welten

43 % Schüler-Meister-Prinzip (richtige Antwort: Ikeda super!)

40 % Priesterschaftsproblem (richtige Antwort: Priester böse!)

Liebe Grüße.
Soll natürlich

30 % Schüler-Meister-Prinzip (richtige Antwort: Ikeda super!)

heißen!
Namaste!
Sadaparibhuta hat geschrieben:
Nein, das siehst du nicht zu streng. Es mittlerweile Prüfungen für Leiter. Das ist an sich nichts seltsames. Prüfungen gibt es bei anderen Schulen auch.

Allerdings beschränkt sich diese “Prüfung” bei der SGI-D auf folgende Punkte:

10 % Lebenslauf Nichirens in Stichpunkten

20 % 10 Welten

30 % Schüler-Meister-Prinzip (richtige Antwort: Ikeda super!)

40 % Priesterschaftsproblem (richtige Antwort: Priester böse!)

Die Zehn Welten sehe ich persönlich als sehr sinnige und wertvolle Konzeption an... 20% immerhin.

Eine Schande, dass also auf allgemein-buddhistische Grundlagen ganz verzichtet wird.

Wie mir scheint, sind viele SG-Anhänger außerhalb Japans einfach dabei, weil ihnen das Chanten des Daimoku "etwas gibt", und vielleicht auch, weil sie sich von der Person Nichiren Shonins inspiriert fühlen.

Sowas wird dann allerdings der Lehre Nichirens nicht wirklich gerecht.
Es ist so, als wenn man am Zazen teilnimmt, damit man etwas Ruhe und Entspannung findet - zum Stressabbau.

Das ist dann kein gelebter Buddhismus, sondern der Konsum einer einzelnen Praxisvariante (Daimoku bzw. Zen) losgelöst aus einem viel komplexeren System.
Ein solches System vermisse ich irgendwie auch bei der SG.

Ich wünsche einen schönen Sonntag!
< gasshô >

Benkei
Benkei hat geschrieben:
Das ist dann kein gelebter Buddhismus, sondern der Konsum einer einzelnen Praxisvariante (Daimoku bzw. Zen) losgelöst aus einem viel komplexeren System.
Ein solches System vermisse ich irgendwie auch bei der SG.


Ein solches System gab es durchaus in der SGI, als sie noch Teil der Nichiren-Shōshū war. Dies ist jedoch ein weiterer Beleg dafür, dass es sich bei der Rauswurf der SGI aus der Nichiren-Shōshū um nichts anderes als um einen schnöden Machtkampf gehandelt hat, ein Kampf zwischen dem damaligen Hohenpriester der Nichiren-Shōshū und dem (Ehren)Präsidenten der SGI.
Ich mache nochmals klar, dass ich die Doktrin der Nichiren-Shōshū nicht gutheisse aber sie waren der SG seit ihrer Gründung bekannt, insofern hat der damalige Hohenpriester eben Fakten geschaffen - ein Streit übrigens der nicht neu war. Die SGI jedoch steht im Prinzip vor nichts anderem als einem Scherbenhaufen, denn das was im Moment dort pratiziert wird hat mit Buddhismus recht wenig zu tun, da man sich eine schon vorhandene religiöse Ausübung nur geschnappt und diese modifiziert hat - ohne fundierte buddhologische/theoretische Grundlage. Die Grundlage auf der die heutige hirarchische Struktur der Nichiren-Shōshū basiert wurde erst durch Nichikan gelegt, derselbige Nichikan vor dessen modifiziertem Gohonzon die Anhänger der SGI "praktizieren". Die Fokusierung auf Ikeda ist in meinen Augen nichts anderes als ein Personenkult und wann dieser, auch ausserhalb, als solcher entlarvt wird ist nur eine Frage der Zeit. Es gibt in der SGI keine Kultur des tiefgründigen Studiums der Lehren des Buddha gemäß der Tradition Nichirens, es gibt keine Doktrin oder Lehrmeinung der SGI. Was es gibt ist die Unanfechtbarkeit der Person Ikedas. Sein Roman wird mit grösserem Eifer studiert als die Lehren Buddhas oder deren Auslegung gemäß Nichirens. Was ist also das Bindeglied in der SGI? Es ist die Nestwärme der Gemeinschaft und eine GANZ wichtige Aufgabe zu erfüllen --- die Anhängerschaft der SGI zu mehren. Die SGI sieht sich auch als Friedensbewgung - ein kritsiche Auseinadersetzung lebt sie jedoch nicht ... Stichwörter sein hier China, Tepco (siehe Aktien), Menschrechte im allgemeinen ach und ja Schwulenrechte --- dort wo diese eben nicht vorhanden sind äussert sich die SGI auch nicht. Das mag alles schön und gut sein aber mit Buddhismus hat es eben NICHTS zu tun, dessen sollte man sich eben klar sein.

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