Fragen zur Soka Gakkai

Moderator: Jojo

Also, wenn ich hier so einige Beiträge lese, habe ich den Eindruck, ihnen liegt eine tiefe Verletzung zugrunde. Der SGI 20 Jahre angehört, ja sie sogar aktiv mitgestaltet zu haben, sie zu dem gemacht zu haben, was sie heute ist (!), ist vielleicht schwer auszuhalten? Da scheinen Erwartungen schwer enttäuscht worden zu sein?
Nichtsdestotrotz klingt da auch immer wieder Faktenwissen heraus, aber auch eine Menge verqueres Zeug. Vieles von dem, was der SG hier vorgehalten wird ist relativ und beliebig auf viele andere Organisationen um zu münzen. Am Besten gefällt mir der, sorry, wirklich abgerdoschene Vorwurf des „Personenkultes Ikeda“.
Da komm ich nicht mit. Was ist schlimm daran sich Ikeda zum Vorbild zu nehmen? Andere nehmen Ole Nydahl, Thich Nhat Hanh, den Dalai Lama, den Pabst oder beten sogar Buddha selbst an, was ja wohl völlig an der Lehre Shakyamunis vorbei geht.

Aber was weiß ich? Ich bin nur einer der „schlecht ausgebildeten, nach Macht strebenden“ Verantwortlichen, die ihre Freizeit verpulvern, statt im stillen Kämmerlein über den Buddhismus zu lamentieren.
Wenn es einen Vorwurf gegenüber der SG gibt, dann, daß sie eine Laienorganisation ist. Wir gebärden uns manchmal wie ein Schützenverein und versuchen den „deutschen Weg“ des Buddhismus zu finden. Das ist nicht immer leicht, das gebe ich zu. Und leider ist es uns wegen dieser Unzulänglichkeiten noch nicht gelungen den Staat zu unterlaufen und unsere sektenartigen Fühler in die Gesellschaft zu graben. Wir sind bloß knappe 5000 Leute, die versuchen in ihrem Alltag Glück für uns und unsere Umwelt zu erzeugen. Wenn uns das gelingt, dann wird’s aber richtig gefährlich, ich sags euch! Ironie Ende. Ich möchte ein paar Punkte ansprechen:

Erstens: Ich schätze Ikeda. Man kann sich über seine Doktortitel und seine Gedichte aufregen, aber der Mann hat eine Vision und er hat seinen Arsch bewegt. Damit hat er buchstäblich Millionen Leuten einen Weg gezeigt ihr Leben zu verbessern. Ob und wie erfolgreich sie das getan haben, liegt nicht in seiner Verantwortung, sondern in deren. Ob man ihm dankbar sein muß? Ich weiß nicht. Ich bin ihm nicht dankbarer als meinem Mathelehrer, meinem Fahrlehrer, meinem Berufsausbilder. Auch nicht weniger. Gemein haben sie alle meinen Respekt, aber keiner von ihnen schreibt mir vor, wie ich mein Leben zu führen habe. Und dennoch haben sie alles es mit beeinflußt. Ikeda mag Präsident der SGI sein, aber er schmeißt den Laden nicht alleine. Heute erst recht nicht mehr. Er zieht sich mehr und mehr zurück. Was das bedeutet, steht auf einem anderen Blatt.

Zweitens: Chanten ist für mich DIE buddhistische Praxis meinen „abschweifenden Geist zu kontrollieren“, also die beste Form der Meditation, denn ich erlebe mich körperlich (sitzend, atmend und im Klang – was psychosomatisch der Knaller ist) und geistig. Ich werde ruhig und klar. Und als Schmakerl: Wenn ich mit anderen chante und wir gemeinsam klingen, erlebe ich mich als eins mit ihnen. Das ist mir beim christlichen Beten oder Zazen nie passiert.

Drittens: Für mich ist das Lotos-Sutra das höchste Sutra und die Essenz des Buddhismus. Die anderen Lehren betrachte ich als vorläufig (nicht falsch!) – zum Lotos-Sutra hinführend. Daß im Sprachgebrauch der SGler die anderen Lehren/Schulen manchmal nicht gut weg kommen, ist undiplomatisch. Aber ich wette, die anderen Schulen sprechen hinter verschlossenen Türen ähnlich über ihre „Konkurrenz“. Mir ist auch die gern gepflegte Arroganz gegenüber den monotheistischen Religionen nicht verborgen geblieben, die viele Deutsch-Buddhis aller Richtungen haben. Da hadert man noch mit der alten Kränkung, aus der Kindheit, als man sich die Religion noch nicht selber aussuchen konnte. Da fällt mir das Zitat eines weisen Mannes zu ein: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“

Viertens: Von außen betrachtet scheinen die Nichiren-Leute nicht viel mit den 4 Wahrheiten und dem 8samen Weg zu tun zu haben. Doch diese sind im Gesetz von Ursache und Wirkung, dem Prinzip des Lebens enthalten. Wie gesagt, das Lotos-Sutra ist die klarste Form der Lehre Buddhas. Wer sich damit auseinandersetzt, wird diese Punkte finden. Kein Geheimnis.

Fünftens: Das Ziel des Buddhismus ist nicht, sich im Nirvana aufzulösen und dem Kreislauf der Wiedergeburt „zu entkommen“. Man kann nur die Form ändern, aber wenn der Kreislauf, die Dynamik, endet, dann existiert nichts mehr. Bevor jetzt „Nichts“ zur philosophischen Frage wird: Ich meine, wir versuchen das Nirvana zu erreichen, wie ein gelobtes Land, das wir in einem Spiegel vor uns sehen. Doch Samsara und Nirvana sind ein und das selbe. Was wir in diesem Spiegel sehen, ist hinter und/um uns. Wir müssen uns nur umdrehen, sprich die Weisheit entwickeln, Samsara zu erleben, ohne unter jedem Mist zu leiden, der uns vor die Füße fällt. Und das meint Nirvana – lebe hier und jetzt und leide nicht mehr unter dem Leben, als du mußt. Ja, das Leiden gehört dazu, aber es ist nur ein Aspekt des Lebens zu dem wir uns bewußt entscheiden oder nicht. Und damit ist Buddhismus eine Religion für das Diesseits, den Alltag, die Spiritualität und auch das Materielle.

Sechstens: Shakubuku! Woher kommt das Märchen, Buddhisten würden nicht missionieren? Was machen Dalai Lama, Tich, Ole & Co? Sie verbreiten ihre Lehre und verkaufen fleißig Bücher, als wären sie die einzigen in ihrem Laden, die Lesen und Schreiben könnten. Und das machen wir auch (bzw. Ikeda). Und weil wir Laien sind, machen wir das mal geschickt und charmant und mal wie Grobrhetoriker. Wer sich belästigt fühlt, weil er zu Versammlungen eingeladen wird, oder weil besorgte Mitglieder ihn ansprechen, weil er das Praktizieren aufhört, soll es ruhig sagen. Es ist kein Geheimnis, daß bei uns Leute ein- und austreten. Warum sollen wir das apathisch hinnehmen? Weil wir Buddhisten sind? Wir sind da nicht anders als jeder gute Fußballverein, der sich um seine Leute kümmert, bis die sagen, man solle ihnen nicht mehr auf den Nerv gehen.

Siebtens: Wenn man Fragen an oder Horror-Ideen über die Nichiren-Buddhisten hat, dann einfach mal hingehen und ansprechen. Die meisten von uns sind normale Menschen. Der Rest entspricht dem durchschnittlichen Wahnsinn der Gesellschaft. In jedem Fall kann man sich ein Bild machen. Ihr seid herzlich eingeladen.

In diesem Sinne
Der Dude
Also, wenn ich hier so einige Beiträge lese, habe ich den Eindruck, ihnen liegt eine tiefe Verletzung zugrunde. Der SGI 20 Jahre angehört, ja sie sogar aktiv mitgestaltet zu haben, sie zu dem gemacht zu haben, was sie heute ist (!), ist vielleicht schwer auszuhalten? Da scheinen Erwartungen schwer enttäuscht worden zu sein?

Tjaaa wenn man 20 Jahre dabei war, kommt eben der Zeitpunkt an dem man sich frägt ob man es noch tragen will oder nicht ... und wenn man zudem mit der Position die Nichiren in der SGI/NST einnimmt nicht einverstanden ist muss man eben Konsequenzen ziehen - das wird einem leichter gemacht wenn man eben nicht mehr auf gewisse Personen hört und sich über den Nichiren-Buddhismus als ganzes schlau macht und eben feststellt, dass es da durchaus mehr gibt was dem eigegen Verständnis der Lehre Nichirens näher kommt und es auch um mehr geht als den Selbstzweck einer Organistaion. Es kann sich eben nicht jeder eine DVD Ikedas ansehen und dann mit Tränen in den Augen seine "Schülerrolle" bekunden. Und es kann keiner behaupten dass eben diese Meister/Mentor-Schüler- Beziehung zu Ikeda (und seinen Vorgängern) nicht einer der Pfeiler ist auf denen die SGI von heute aufgebaut ist.

...Vieles von dem, was der SG hier vorgehalten wird ist relativ und beliebig auf viele andere Organisationen um zu münzen.

Na spircht ja eben dafür, dass es ein gewisses Strickmuster gibt oder nicht? http://www.dharma.de/dbu/pdfdocs/info_heilsame-Strukt.pdf
Wenn andere das genauso machen soll das ein Argument sein? Wenn aus meinem Reifen die Luft raus ist füllt er sich auch nicht durch den Umstand, dass andere auch einen platten Reifen haben.


Was ist schlimm daran sich Ikeda zum Vorbild zu nehmen? Andere nehmen Ole Nydahl, Thich Nhat Hanh, den Dalai Lama, den Pabst oder beten sogar Buddha selbst an, was ja wohl völlig an der Lehre Shakyamunis vorbei geht.

Da steckt zwischen ersten und letztem Teil schon ein Widerspruch drin oder nicht? Schlimm ist relativ ... der Personenkult steigerte sich zu dem Zeitpunkt als die Trennung durch die Nichiren-shoshu vollzogen wurde. Ein gewisses dogmatisches Vakuum wurde dann durch Ikeda ersetzt. Viele SGIler berichten, gerade im Westen, wie sehr sie der Kult um Ikeda "nervt", erst recht wundert es mich dass dies dann nicht auch offiziel zu Sprache kommt und Konsequenzen gezogen werden

Ich schätze Ikeda. Man kann sich über seine Doktortitel und seine Gedichte aufregen, aber der Mann hat eine Vision und er hat seinen Arsch bewegt.

Naja ob er da was bewegt kann man so oder so sehen ... wie geht es eigentlich Herrn Williams in den USA? Die Doktotitelsammlung lädt eher zum Schmunzeln ein, besonders wenn man sieht wo diese herkommen und wie solche Titel im Allgemeinen zustande kommen.

Zweitens: Chanten ist für mich DIE buddhistische Praxis meinen „abschweifenden Geist zu kontrollieren“, also die beste Form der Meditation, denn ich erlebe mich körperlich (sitzend, atmend und im Klang – was psychosomatisch der Knaller ist) und geistig. Ich werde ruhig und klar. Und als Schmakerl: Wenn ich mit anderen chante und wir gemeinsam klingen, erlebe ich mich als eins mit ihnen. Das ist mir beim christlichen Beten oder Zazen nie passiert.

Welchen Sinn Nichiren dem Mantra gab wird aber schon noch erwähnt oder?

Daß im Sprachgebrauch der SGler die anderen Lehren/Schulen manchmal nicht gut weg kommen, ist undiplomatisch. Aber ich wette, die anderen Schulen sprechen hinter verschlossenen Türen ähnlich über ihre „Konkurrenz“.

Nun denn, wären sich alle buddhistsichen Schulen einig so gäbe es nicht verschiedene Schulen. Es kommt jedoch an wie man über andere spricht ... und ob man falsche Informationen streut, bewusst oder unbewusst, sollet es unbewusst passieren ist das im Grad aber erschreckend. Siehe Streit mit Nichiren Shohsu - die Art und Weise war seitens der SGI erbärmlich. Mit dem Finger auf andere zu zeigen hilft da nicht wirklich weiter. Dass es verschiedene Ansichten gibt ist natürlich und sogar notwendig. Die Art und Weise wie jener Streit geführt wurde veranlasste nicht wenige Abstand zur SGI/NST zu nehmen und sich in der Welt des Nichiren-Buddhismus umzusehen andere hörten ganz auf. In der buddhistischen Welt ausserhalb von SGI/NST verfolgte man das ganze, sagen wir mal, mit Interesse ... hatte etwas von "des Kaisers neue Kleider".

Von außen betrachtet scheinen die Nichiren-Leute nicht viel mit den 4 Wahrheiten und dem 8samen Weg zu tun zu haben. Doch diese sind im Gesetz von Ursache und Wirkung, dem Prinzip des Lebens enthalten. Wie gesagt, das Lotos-Sutra ist die klarste Form der Lehre Buddhas. Wer sich damit auseinandersetzt, wird diese Punkte finden. Kein Geheimnis.

Oh da gibt es viele Dinge die kein Geheimnis sind ... dass man sie aber erst suchen muss spricht für sich.

Das Ziel des Buddhismus ist nicht, sich im Nirvana aufzulösen und dem Kreislauf der Wiedergeburt „zu entkommen“. Man kann nur die Form ändern, aber wenn der Kreislauf, die Dynamik, endet, dann existiert nichts mehr ...

Was meint Nichiren dazu?

Shakubuku! Woher kommt das Märchen, Buddhisten würden nicht missionieren?

Wer sagt es sei ein Märchen? Kommt jedoch auf die Art und Weise an siehe Shoju und mit welchem Ziel.

Wenn man Fragen an oder Horror-Ideen über die Nichiren-Buddhisten hat

Ich glaube die wenigsten hier haben Horrorideen über Nichiren-Buddhisten. Aber es ist schön, dass du Nichiren-Buddhisten ansprichtst, da es von denen auch viele gibt die nichts mit der SGI zu tun haben. Noch der Nichiren-shoshu-Tradition folgend sieht sich die SGI als "rechtgläubig", im Eigenverständnis die orthodoxe Auslegung des Nichiren-Buddhismus folgend, an. Bewusst oder unbewusst strebt sie gerade ausserhalb Japans einen "Alleinvertretungsanspruch" an. Sie hat nun eben auch dazu beigetragen, dass ein Bild des Nichiren-Buddhismus entstanden ist welches nicht die ganze Koplexität und Vielfalt wiederspiegelt - und mitunter den Nichiren-Buddhismus eben in ein schelchtes Bild gerückt hat. Gerade in diesem Punkt steht die SGI noch tief in der Tradition der Nichiren-Shoshu, die im übrigen in den traditionellen Nichiren-Schulen eine gewisse Aussenseiterposition einnimmt.
@Catflap
Ich unterstelle mal weiter – ganz unbuddhistisch – Du bist sehr verletzt, sonst würdest Du nicht so vehement gegen alles trommeln, was mit der SG zu tun hat. Was Dich so verletzt hat, spielt hier keine Rolle, doch was Du sagst, scheint mir ganz stark davon eingefärbt zu sein, denn das Bild, welches Du von der SG allgemein und der SGI-D im besonderen zeichnest ist mir zu einseitig schlecht.

Im Link der DBU, den Du angegeben hast, heißt es unter Fazit: „Heilsame Strukturen sind gekennzeichnet durch Offenheit – auch für Fragen und Kritik. Die Schüler/innen haben Raum, eigene und auch abweichende Meinungen zu äußern. Sie können das Gelehrte durch eigenes Studium prüfen. Es steht ihnen frei, die Gruppe oder die Lehrenden jederzeit zu verlassen.“

So what? Genau so ist. Ich kenne keinen Passus innerhalb der SGI-Schriften die etwas Gegenteiliges aussagt. Offensichtlich hast Du etwas anderes erlebt und 20 Jahre lang praktiziert?
Wenn's Spinner bei uns gibt – sorry. Uns fehlt halt das priesterliche Fachpersonal... Alles Laien.
Ich kann auch bei der Selbstreflektion der ganzen Fragen nichts finden, was ich in irgendeiner Art und Weise negativ beantworten müßte. Du?

Damit komme ich zum Bild der SG.
Wir leben nicht mehr in der Zeit des Schismas. Die Trennung von der Priesterschaft ist vollzogen und Punkt. Du kommst immer wieder auf diese Zeit zurück und die Umstände, die sicherlich nicht ganz koscher (oups, falsche Religion) waren. Bestimmt haben beide Seiten Fehler gemacht und sich schäbig benommen. Aber die Zeit ist weiter gelaufen und es gibt „eine“ Priesterorganisation und eine Laienorganisation. Ich persönlich begrüße es sehr keine ordinierten Pfaffen vor der Nase zu haben, die mir Kraft ihres Gewandes sagen, was richtig und was falsch ist. Hier blitzt meine eigene Vergangenheit auf.
Die SG und die SGI-D, die wir heute haben, ist aus diesem Konflikt herausgewachsen und hat sich entwickelt, statt unter zu gehen, wie man es von einer priesterlosen Organisation annehmen müßte. Gerade von einer buddhistischen, denn Buddhis liiiiiieben Rituale und verehren Männer mit kahlen Köpfen. Je kahler, desto besser. Ikeda hat leider noch bemerkenswert viele Haare – im Gegensatz zu mir!

Die SGI-D, die ich kenne ist NICHT frei von Kontroversen und Konflikten. Persönlich mag ich die auch lieber, als Kuschelversammlungen, wo alle von schönen Erfahrungen erzählen. Letzte Woche sagte ein Buddhist (40 Jahre alt, 20 Jahre dabei und in einem absoluten Spezialistenumfeld aufgewachsen), für ihn seien weder Ikeda, noch Toda, nicht mal Nichiren der Meister. Wir hatten leider unsere Fackeln und Heugabeln im Auto gelassen und ließen ihn leben.
NEIN! Es war überhaupt kein Problem und viele stimmten ihm zu. Sinnigerweise war es eine Frau, die Ikeda „Sensei“ nennt (so einen Quatsch kenne ich nur noch aus dem Aikido-Dojo, wo ein echter Personenkult betrieben wird!), daß es auch nicht darum geht, hinter Ikeda als Person herzulaufen, oder hinter Nichiren, sondern sich mit der Lehre auseinanderzusetzen und die Hinterlassenschaften dieser Personen zu studieren.

Studieren – noch so ein Thema. Der deutsche Buddhist als solcher hat kein Problem damit, sich einen Buddhakopf in den Sommergarten zu stellen, aber hey, zwing ihn nicht, mal ein Buch zu lesen. Nein, daß sollen andere machen. Und die sollen das dann auf Versammlungen vortragen. Und was bleibt dann? Die Goshos.
Wir hatten vor Monaten mal eine Gästeversammlung, in der ging es ganz schnöde um die Geschichte des Buddhismus und die Schulen, die es so gibt. Ja, man darf sich informieren. Ganz offiziell.
Es wird niemand daran gehindert sich buddhistische Abhandlungen anderer Schulen durchzulesen, Yoga zu machen, eine evangelische Theatergruppe zu besuchen oder aktiver Freimaurer zu sein. Jeder muß selbst entscheiden, was er braucht. Aber muß dann auch mit den Kontroversen klar kommen, wenn sie auftreten.
Was ich an Toleranz und Meinungsaustausch erlebe übersteigt die Kritikfähigkeit vieler anderer Vereine bei weitem, die nicht mal schwule Schützenprinzen zulassen. Dieses Leben und Leben lassen mag sogar manchmal hinderlich sein, weil sich oftmals niemand findet, der eine Aufgabe übernehmen möchte und „der Druck“ fehlt. Ist eben so.
Soweit das Zustandsbild an der Basis.

Zur Dachorganisation kann ich nur sagen, die versucht den Laden am Laufen zu halten. Die ist politisch korrekt, zwingt niemanden zur Teilnahme, zu Beiträgen oder zu Studienprüfungen. Man kann sich über den Informationsgehalt der Vereinszeitungen streiten, ok. Man kann bemängeln, daß die SG nur Schriften verlegt, die von und über die SG/Nichiren sind, aber warum? Wer mag, kann in die Buchhandlung rennen.
Über einen aggressiven Umgang mit anderen Religionen weiß ich nichts. Nichts, was über schnippische Bemerkungen einzelner Mitglieder hinaus ginge und ich nehme mich da nicht aus. Niemand stellt sich jedoch hin und beleidigt andere Religionen oder buddhistische Schulen. Ja, man schweigt über die Nichiren-Shoshu, aber das hat mehr den Charakter von Höflichkeit, denn es gibt zu viele Gerüchte, Gegendarstellungen und nie ist einer von denen in der Nähe, um entsprechend zu antworten.
Dagegen war ich selbst dabei, als einer der Häuptlinge (ich kann die Japaner so schwer auseinander halten – für mich heißen die alle Yoshi) auf die Frage, welche Religion oder welcher Buddhismus denn nun der Richtige sei, sagte: „Jede Lehre, die die Menschen befähigt glücklich zu werden, ist richtig“. Nicht gerade ein Satz, mit dem man Mitglieder gewinnt, die ja hören wollen, daß man HIER am Ziel der eigenen Suche ist.
Im Kontakt zu anderen Glaubensrichtungen beteiligen sich in unserer Region allein die SGI'ler an einem öffentlichen interreligiösen Tisch und suchen immer wieder den Dialog! Wo sind die anderen Buddhis? Es gab mal einen Priester einer anderen Ausrichtung. Man sehe mir nach, daß ich nicht mehr weiß welcher, denn er war nur einmal da und das ist Jahre her.

Es gibt auch die verbohrten und jene, die heimlich Priester wollen, die Ikeda verehren und leise „Sensei-Sensei“ röcheln, wenn mal wieder eines dieser furchtbaren japanischen Hauptstellen-Videos gezeigt wird. Ja und? Diese Leute haben auch ihre Daseinsberechtigung und dürfen tun, was sie wollen, wenn andere nicht geschädigt werden. Und sie werden es nicht. Schon gar nicht, wenn man selbst erwachsen ist und Verantwortung für sich selbst übernehmen kann. Was eine der Kernaussagen des Buddhismus ist.

Und vor diesem Hintergrund sollte man die SG/SGI sehen. Dann darf man gerne kritisieren, was nicht läuft oder komisch anmutet. Aber durch die Blume zu sagen, die Leute, die sich meist täglich bemühen sich und ihr Leben zu verbessern, seien fehlgeleitet und würden einem japanischen Führer nachlaufen, ist schlicht falsch. Es sind alles Erwachsene, die bewußt und oft über Monate oder Jahre hinweg mit sich gerungen haben diesen Weg einzuschlagen. Die meisten waren mehr als kritisch und sind es noch.
Wenn die SG ein moralisch derart zerrütteter Laden wäre, wie hier gerne kolportiert wird, oder ihre Lehre so an den Haaren herbei gezogen, dann hätte sich der größte Teil der Leute längst mit einem herzlichen Sayonara verabschiedet. Ha'm sie aber nicht. Stattdessen leben hier tausende Laien einen Buddhismus, den sie sich selbst erarbeiten müssen. In dem sie sich nicht auf Tempel oder ein Heer von Priestern stützen können und in denen es keine Gemeinschaft gäbe, wenn sie sie nicht selbst aktiv und unter erheblichen Aufwand gestalten würden.

In diesem Sinne
Der Dude
Namaste!

Nun schreibt Catflap das eine und der Dude schreibt das andere, und beide weisen sich gegenseitig zurück. Und nu'?

Vorab als Anmerkung: Ich kann diesen Kehricht mit Behauptungen wie "Du wurdest bestimmt tief verletzt" oder "Ich habe den Eindruck du wurdest enttäuscht" nicht ausstehen, weil damit indirekt immer dem Vorposter quasi die Mündigkeit aberkannt wird.
Das ist aus meiner Sicht Psycho-Gequatsche bei dem bei mir sämtliche Alarmglocken ausschlagen.
[Soll kein persönlicher Angriff sein, sondern nur meine Meinung!]

Ansichten und Einschätzung zu einzelnen Personen oder Gruppen sind kaum objektiv - können es von der Sache her schwerlich sein - und haben deshalb immer die subjektive Färbung des Einschätzenden. Ist das nun gut, schlecht oder mittel?
Es ist einfach so, und solange man das erkennt, kann man damit arbeiten.

BigLebowski hat geschrieben:
Erstens: Ich schätze Ikeda.[...]
In meinen Augen wurde da der Hohepriester der Nichiren Shôshû durch einen Präsidenten ersetzt. Ähnliche Strukturen kennt man eigentlich nur aus der katholischen Kirche mit dem unfehlbaren Papst als Stellvertreter Christi auf Erden.
Derartige Führungspersönlichkeiten sind vielen Buddhisten fremd, besonders, wenn sie nicht einmal eine persönliche Beziehung zu ihnen aufgebaut haben.
Es ist eine ganz andere Sache, den Dalai Lama, Thich Nhat Hanh, Ole Nydahl oder sonstwen als Lehrer zu verehren, wenn man persönlich Schüler von denen ist.
Die Verehrung von Shakyamuni Buddha (oder Kannon, Amida, Jizu, Yakushi, etc.) als Verkörperungen der Letztlichen Wahrheit ist etwas völlig anderes.

Chanten ist für mich DIE buddhistische Praxis meinen „abschweifenden Geist zu kontrollieren“, also die beste Form der Meditation, denn ich erlebe mich körperlich (sitzend, atmend und im Klang – was psychosomatisch der Knaller ist) und geistig.
Kann ich so stehen lassen... "für DICH Die buddhistische Praxis[...]". Für mich ist es eine Praxis. Es mag Leute geben, die das Chanten sogar ablehnen; ist auch ok. "Zahllose Wege gibt es", wie Mumon Zenji sagte.

Drittens: Für mich ist das Lotos-Sutra das höchste Sutra und die Essenz des Buddhismus. Die anderen Lehren betrachte ich als vorläufig (nicht falsch!) – zum Lotos-Sutra hinführend.[...] Viertens [...]
Ist es in der SG üblich, das Lotos-Sutra zu lesen? Hast Du es vollständig gelesen und mit anderen Sutren verglichen?

Fünftens: Das Ziel des Buddhismus ist nicht, sich im Nirvana aufzulösen und dem Kreislauf der Wiedergeburt „zu entkommen“. [...]
Aus meiner Erfahrung gibt es so etwas wie "das Ziel des Buddhismus" gar nicht.

Sechstens: Shakubuku!
Darüber hat Nichiren sich eigentlich schon selbst genug ausgelassen und es teilweise auch praktiziert; ein Aspekt, den ich an ihm kritisieren würde. Manch einer würde ihm vielleicht jetzt unterstellen, er wäre verletzt worden :badgrin:

Siebtens: Wenn man Fragen an oder Horror-Ideen über die Nichiren-Buddhisten hat, dann einfach mal hingehen und ansprechen.
Gegen "den" (?) Nichiren-Buddhismus bestehen wohl nur insoweit Vorbehalte, als er sich (unfreiwillig) ausschließlich von der SG vertreten lässt. Wie bereits gesagt müssen sich hier die anderen Nichiren-Schulen große Versäumnisse ankreiden lassen.

Studieren – noch so ein Thema. Der deutsche Buddhist als solcher hat kein Problem damit, sich einen Buddhakopf in den Sommergarten zu stellen, aber hey, zwing ihn nicht, mal ein Buch zu lesen. Nein, daß sollen andere machen. Und die sollen das dann auf Versammlungen vortragen.
Aus meiner Erfahrung ist genau das Gegenteil der Fall! Viele haben zig Bücher gelesen, bevor sie überhaupt mal in einem Zentrum oder bei einer buddhistischen Gruppe auftauchen. Die Birne ist so von Meinungen, Ansichten und "Wissen" vollgestopft, dass kaum noch Platz für Neues ist; für das wirkliche Er-Leben ist kaum noch Raum.

< gasshô >

Benkei
Ich unterstelle mal weiter – ganz unbuddhistisch – Du bist sehr verletzt, sonst würdest Du nicht so vehement gegen alles trommeln, was mit der SG zu tun hat. Was Dich so verletzt hat, spielt hier keine Rolle



Also dass mit den Verletzungen scheint wohl ein Dauerbrenner zu sein, da Du nicht der Erste bist der mich das frägt. Nein, ich war lange vor dem Ausschluss der SGI aus der Nichiren Shoshu schon "Mitglied" (Im übrigen war das kein Schisma - es war ein Rauswurf in zwei Etappen. Okay nimmt man noch die Shoshinkai dazu --- ein langer Rauswurf). Mit Trommeln hat das wenig zu tun, es wurde am Anfang des Threads eine Frage gestellt dazu geben einige ihre Meinung ab. Immernoch dünnhäutig bei Kritik?
Nochmals, die Gründe warum ich die SGI hinter mir gelassen habe waren.
1.) Die Position Nichirens als Buddha (kommt ja noch aus der NST).
2.) Die Interpretation der Meister/Mentor-Schüler-Beziehung
3.) Die bewusste Falschinformation im Bezug auf die Traditionen des Nichiren-Buddhismus als Ganzes, sowie andere buddhistische Schulen.

Hieraus ergibt sich schon der Grund warum ich mich melde, denn die Sichtweise der SGI ist durchaus nicht Allgemeingültig für den Nichiren-Buddhismus. Und ja ich war 20 Jahre dabei, klar man hat einiges mitgetragen aber oft habe ich mich eben gemeldet wurde unangenehm mit meinen Fragen … Fragen die eben motiviert waren aus Informationen ausserhalb der SGI-Struktur und irgendwann ist man es müde. Schliesslich waren mir die Antworten schlicht weg zu schlicht und falsch. Was falsche Antworten oder gar herabwürdigende Antworten angeht mache ich die Einzelnen nicht einmal direkt verantwortlich, da sie nur aus dem Fundus ihre Antworten suchten der ihnen zur Verfügung stand. Dieser Fundus ist nun eben einmal sehr begrenzt. Beispielsweise wurde mir oft gesagt die Nichiren-Shu sei "hobo" weil sie ja einen Fuchs anbete … im Rückblick sehr erheiternd aber auch bisschen traurig so etwas zu verbreiten.
Im Gegenteil ich habe mich in meiner direkten örtlichen Gruppe sogar sehr wohl gefühlt was das zwischenmenschliche und soziale angeht, aber irgendwann konnte ich nicht mehr hinter der SG als religiöser Organisation stehen, erst Recht nicht hinter deren Leitung. So wie viele andere Ehemalige berichten hält man zu gewissen Fragen über Jahre einfach den Mund ist müde und dann geht man einfach … kenne Leute die waren mehr als 30 Jahre Mitglied. Es gibt sogar ganze ehemalige SGI-Gruppen die so gut wie geschlossen zu einer anderen Nichiren-Schule gewechselt sind … aber über deren Beweggründe zu sprechen ist nicht meine Aufgabe. Ich weiss jedoch von Ehemaligen die wirkliche Verletzungen erfahren haben ... besonders durch sog. Leiter.

Wenn's Spinner bei uns gibt – sorry. Uns fehlt halt das priesterliche Fachpersonal... Alles Laien. … Die SG und die SGI-D, die wir heute haben, ist aus diesem Konflikt herausgewachsen und hat sich entwickelt, statt unter zu gehen, wie man es von einer priesterlosen Organisation annehmen müßte. Gerade von einer buddhistischen, denn Buddhis liiiiiieben Rituale und verehren Männer mit kahlen Köpfen. Je kahler, desto besser. Ikeda hat leider noch bemerkenswert viele Haare – im Gegensatz zu mir! … Ich persönlich begrüße es sehr keine ordinierten Pfaffen vor der Nase zu haben, die mir Kraft ihres Gewandes sagen, was richtig und was falsch ist.

Okay die Art und Weise in der Du auf Ordinierte verweist spricht sehr für sich … hast du viel Erfahrung mit buddhistischen Ordinierten? Gäbe es diese Ordinierten jedoch nicht, hätte es diese nicht auch im Nichiren-Buddhismus gegeben so gäbe es heute aber auch keine SGI. Aber gut, dass du von Fachpersonal sprichst. Unter diesem Fachpersonal werde ich auch sicher nicht immer mit jedem Einzelnem klar kommen … aber da findet sich meist jemand der auf meine Wellenlänge ist und als "Fachpersonal" mir auf fundierte Antworten geben kann. Ähnlich wie bei einer Herz-OP wo ich eher auch einen guten Chirurgen hoffe … denn so gut auch die OP-Schwester sein mag, ohne die der Chirurg auch sonst alt aussieht, so vertraue ich am Ende seiner Fachkompetenz.
Ausserdem sei angemerkt, dass die Hokkeko ebenfalls eine Laienorganistaion ist oder war die SGI 60 Jahre lang eine "Priesterorganisation"?
Mir persönlich macht es ein besseres Gefühl eben fundierte Antworten zu bekommen … man kann den Laienstatus natürlich ins Unermessliche erhöhen, als Wert an sich, dennoch glaube ich, dass ich hier Menschen vertraue die eine fundierte Ausbildung auf sich genommen haben … hierin einen Gegensatz zu den Laien zu sehen ist eine Sichtweise die der SGI sehr eigen ist. Es gibt auch Traditionen in den sich beide Gruppen ergänzen … siehe Interpretation des dritten der drei Schätze.

Die SGI-D, die ich kenne ist NICHT frei von Kontroversen und Konflikten. Persönlich mag ich die auch lieber, als Kuschelversammlungen, wo alle von schönen Erfahrungen erzählen. Letzte Woche sagte ein Buddhist (40 Jahre alt, 20 Jahre dabei und in einem absoluten Spezialistenumfeld aufgewachsen), für ihn seien weder Ikeda, noch Toda, nicht mal Nichiren der Meister. Wir hatten leider unsere Fackeln und Heugabeln im Auto gelassen und ließen ihn leben.
NEIN! Es war überhaupt kein Problem und viele stimmten ihm zu. Sinnigerweise war es eine Frau, die Ikeda „Sensei“ nennt (so einen Quatsch kenne ich nur noch aus dem Aikido-Dojo, wo ein echter Personenkult betrieben wird!), daß es auch nicht darum geht, hinter Ikeda als Person herzulaufen, oder hinter Nichiren, sondern sich mit der Lehre auseinanderzusetzen und die Hinterlassenschaften dieser Personen zu studieren.

Dass es immer wieder Menschen geben wird, die Ikeda nicht als Meister ansehen finde ich gut … aber steht im Widerspruch zu den Inhalten der SGI-Publikationen wobei wir auch bei dem Punkt wären was denn nun Inhalt der SGI-Lehrmeinung ist … Meister-Schüler, Boddhistawa-Gelübde, Dai-Gohonzon. etc. etc.
Das was Ikeda hinterlässt ist also eine Lehre? Das wusste ich noch gar nicht … dachte es ginge um den Nichiren-Buddhismus als Lehre … aber okay

Studieren – noch so ein Thema. Der deutsche Buddhist als solcher hat kein Problem damit, sich einen Buddhakopf in den Sommergarten zu stellen, aber hey, zwing ihn nicht, mal ein Buch zu lesen. ...

Ich kann jetzt mit dieser Aussage nicht sehr viel anfangen … auch in den anderen Nichiren-Schulen ist das Studium des Lehren Buddhas, deren Interpretation gemäß Nichirens, ein wichtiger Teil der buddhistischen Praxis. Auch in gänzlich anderen buddhistischen Schulen ist das Studium wichtig.

Was ich an Toleranz und Meinungsaustausch erlebe übersteigt die Kritikfähigkeit vieler anderer Vereine bei weitem, die nicht mal schwule Schützenprinzen zulassen.

Was hat das ganze nun schon wieder mit schwul zu tun? Es mag überraschen aber es gibt auch buddhistische Schulen in dies einfach kein Thema ist … nicht aus irgendeiner Diskriminierung heraus sondern weil es es einfach kein Thema ist und man den Menschen so nimmt wie er ist … in all seinen Facetten.

Im Kontakt zu anderen Glaubensrichtungen beteiligen sich in unserer Region allein die SGI'ler an einem öffentlichen interreligiösen Tisch und suchen immer wieder den Dialog! Wo sind die anderen Buddhis? Es gab mal einen Priester einer anderen Ausrichtung. Man sehe mir nach, daß ich nicht mehr weiß welcher, denn er war nur einmal da und das ist Jahre her.

Nun denn interreligöser Dialog wird auch von anderen buddhistischen Schulen, auch Nichiren-Schulen, betrieben … sogar sehr ausführlich und auf höchster Ebene. Warum diese nicht oft zu sehen sind wenn die SG am Tisch sitzt sollte sich allerdings die SG fragen. Ein Blick in die Vergangenheit ist da sehr hilfreich. Dies ist jedoch ein Thema was ich nicht vom Zaun reissen will auch ein Grund hierfür ist das Verhältnis zur DBU … in der SG auch in der SGI-D kennt man die Gründe. Es klatschen sich eben nicht alle beispielsweise in die Hand und sagen dass die Geschehnisse um die Nichiren-Shoshu und auch Äusserungen im Bezug auch andere buddhistische Traditionen Schnee von gestern sind - sie lassen eben auch auf eine gewisse Geisteshaltung Rückschlüsse ziehen. Einfach zu sagen "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" wäre da nun doch zu einfach.

Summa Summarum bleibt aber festzustellen, dass man zwar in diesem wie in anderen Threads davon spricht wie doch alles okay sei in der SG, dennoch werden spezielle Fragen gerade von den Laien nicht beantwortet.
    Worin begründet sich die Position Nichirens als Buddha?
    Wo spricht Nichiren von den Meister-Schüler-Beziehung wie sie jetzt in der SGI gelebt wird?
    Wie steht die SG zu Dai-Gohonzon … Fake oder nicht?
    Würden die oben genannten Fragen beantwortet müsste auch klar sein wer in der SGI federführend für die Beantwortung solcher Fragen ist. Wer legt die Lehre der SGI fest? Haben diese Menschen eine buddhulogische Ausbildung genossen?
Nur als Anmerkung: Ich finde es ganz ok zu hinterfragen wes Geistes Kind der Gesprächspartner ist, denn solche Sachen schwirren einem ja immer im Kopf herum und es ist besser sie einfach raus zu lassen. Falls man falsch liegt, macht das vieles im Dialog einfacher. Oller Psychotrick.

Benkei hat geschrieben:
Es ist eine ganz andere Sache, den Dalai Lama, Thich Nhat Hanh, Ole Nydahl oder sonstwen als Lehrer zu verehren, wenn man persönlich Schüler von denen ist.
Die Verehrung von Shakyamuni Buddha (oder Kannon, Amida, Jizu, Yakushi, etc.) als Verkörperungen der Letztlichen Wahrheit ist etwas völlig anderes.


Ja, die Meister-Schüler-Befindlichkeits-Frage werden wir wohl nicht mehr klären. Persönlich halte ich den Dalai Lama, Ole, Tich & Co für genauso viel oder wenig Guru wie Ikeda. Auch für Leute, die nicht wie Richard Gere das Glück hatten, sich ihre „Schüler“ nennen zu dürfen. Aber hier liegt wohl mehr eine deutsche Befindlichkeit zu Grunde, keinem Führer nach zu laufen, als tatsächliche Umstände. Denn niemand fordert Ikeda als Guru anzusehen. Am wenigsten Ikeda selbst. Ist mir noch nicht untergekommen. Und jene, die sich für eine Meister-Schüler-Beziehung zu ihm entscheiden wählen immer noch ihre Frühstücksflocken selber aus. Will sagen, sind von ihm nicht mehr abhängig, als ein Maler, der solche Bilder malen will wie Dali und ihn zum Vorbild nimmt.
Im Übrigen denke ich persönlich, die „Verehrung“ von Shakyamuni ist ok, im Sinne davon dem Stifter des Buddhismus zu respektieren. Seine Statuen anzubeten finde ich mehr gaga, als einem lebenden Vertreter des Buddhismus nachzueifern, egal welchem von o.g.

Benkei hat geschrieben:
Ist es in der SG üblich, das Lotos-Sutra zu lesen? Hast Du es vollständig gelesen und mit anderen Sutren verglichen?


Jaaaaa, ich habe das Lotos-Sutra gelesen. Diese Frage als getarnte Unterstellung gehört wohl in die Rubrik „Psycho-Gequatsche“. :doubt: Egal. Ich habs gelesen. Ich fands schwer. Ich brauchte mehrere Anläufe und es zählt in seiner Ausführlichkeit auch nicht gerade zu meiner Bettlektüre. Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, falls mich mal jemand fragt, ob ich es gelesen habe... :shock:
Nein. Ich habe es nicht mit anderen Sutren verglichen. Ich habe einen Job, Familie, Freunde, Hobbies und schreibe nachts Forum-Beiträge. Und?

Benkei hat geschrieben:
Darüber hat Nichiren sich eigentlich schon selbst genug ausgelassen und es teilweise auch praktiziert; ein Aspekt, den ich an ihm kritisieren würde. Manch einer würde ihm vielleicht jetzt unterstellen, er wäre verletzt worden


Der gute Nichiren ist sicher ordentlich verletzt worden. Jemand der so ausführlich seine verpaßte Hinrichtung bejammert und sein Exil auf einer Insel als großes Leiden schildert, konnte sich wohl niemals verletzt genug gefühlt haben. :oops:

Ich denke, wir haben hier zwei grundverschiedene Perspektiven – Achtung: Du-Botschaft – den Blickwinkel auf eine SG aus der Zeit der Abspaltung/oder Rauswurf und der Suche nach Fachwissen und dem auf eine heutige, nach Jahren gewachsene Organisation, mit ihren Stärken und Schwächen.
Ja, mein Verhältnis zu ordinierten Personen ist in jeder Hinsicht getrübt und durch eine christliche Prägung von starkem Mißtrauen durchzogen. Priester, jedweder Ausrichtung, sind nicht objektiv was die Darstellung ihrer Schule/Kirche angeht und schon gar nicht was deren Verhältnis zu anderen angeht. Da mag es Ausnahmen geben, aber gerade Fachpersonal wird ja in religiösen Kreisen auf Linientreue ausgebildet. Warum sollte es also von Vorteil sein, denen zu folgen? Mag sein, daß es die eine oder andere fundierte Antwort gibt, doch ist es ja in unserer Zeit kein Problem für einen Interessierten sich selbst die Fakten zu suchen und wenn ich so lese, was hier geschrieben wird, dann scheint ihr das ja auch ausgiebig getan zu haben. Dafür meinen aufrichtigen Respekt.

catflap08 hat geschrieben:
Das was Ikeda hinterlässt ist also eine Lehre? Das wusste ich noch gar nicht … dachte es ginge um den Nichiren-Buddhismus als Lehre … aber okay


Hmmm, ich muß meine Worte besser abwägen, wenn „Lehre“ solch einen Impakt verursacht. Ikeda hinterläßt gewiß keine Lehre. Er hinterläßt eine Vielzahl von Aufzeichnungen zum Nichiren-Buddhismus, aus denen ich lesen kann oder nicht. An welcher Stelle wird eigentlich gefordert, man müsse Ikeda als Meister annehmen? Bin da wohl etwas lesefaul, denn so eine Passage habe ich noch nicht gefunden. Und ja: Ich bin wirklich lesefaul!

catflap08 hat geschrieben:
Was hat das ganze nun schon wieder mit schwul zu tun?


Ich habe den Schwulenvergleich herangezogen, um einen Bezug zu einem aktuellen Ereignis herzustellen. Einige Deiner Vergleiche wirken für mich auch wie ein Kuon: Ich denke drüber nach und versteh' sie nicht wirklich. Vielleicht laß ich Erklärungsmodelle einfach weg?

catflap08 hat geschrieben:
Nun denn interreligöser Dialog wird auch von anderen buddhistischen Schulen, auch Nichiren-Schulen, betrieben … sogar sehr ausführlich und auf höchster Ebene. Warum diese nicht oft zu sehen sind wenn die SG am Tisch sitzt sollte sich allerdings die SG fragen.


Heißt das, es reicht ein Laien-Vertreter der SG und ein Ordinierter erscheint nicht mehr zum Dialog mit den anderen Glaubensrichtungen? Sind nicht gerade Priester dazu da aufzuklären, präsent zu sein, sich ins Getümmel zu stürzen und zu berichten? Hab ich wohl falsch verstanden? Sind ja nicht nur ein paar SGI'ler da, auch Katholiken, Protestanten, Lutheraner, Aleviten, die DITIP, die Sikhs, usw. Also wenn es banale Gründe geben würde, wie knappe Zeitplanungen, Sprachbarrieren, ok. Aber unsere bloße Anwesenheit – jetzt kriege ich Angst vor uns selber.

Es geht sicher nicht darum, die Vergangenheit unter den Teppich zu kehren. Doch ist die Frage, wie sehr man sich von diesem Ereignis in seiner zukünftigen Entwicklung blockieren lassen will, oder ob man auf der Stelle tritt, bis man...ja, was eigentlich mit der Priesterschaft geregelt hat? Was wäre gewonnen, wenn sich NS und SG wieder vereinen würden? Und wie? Und bestimmt das den Inhalt der Lehre? In Europa hat man sinnlose Kriege und Konflikte um die Frage geführt, wer am Altar am Wein nippen darf (das war wieder so ein Beispiel!), statt sich auf die Botschaft eines Mannes zu konzentrieren. Klar worauf ich hinaus will?
Ob ich eine Mediationsform habe, oder fünf, ob ich dem Dalai Lama an den Lippen hänge, oder meinetwegen Ikeda, ob ich einen ordinierten Priester befrage, der sein Kloster nie verläßt oder einen studierten Laien der im Leben steht, sind doch alles nur Wege. Solange sie zu Glück, Frieden und Entwicklung führen und nicht mißbraucht werden, sind sie alle ok. Und für die SG kann ich aus eigener Erfahrung sagen, das ist so.

Nun zu den Fragen:
Vorab, ich habe keine buddhologische Ausbildung genossen, mein kleines Buddhimum nicht gemacht und keinen Sutra-Führerschein, was mir somit die Hosen runter läßt und mich als totalen Laien darstellt.

„Worin begründet sich die Position Nichirens als Buddha?“
Die Frage verstehe ich schon nicht. Gibt es eine Instanz, die einem zum Buddha ernennt? Oder fängt einem plötzlich an der Kopf zu leuchten? Nichiren bezeichnet sich selbst als Buddha. Und im übrigen jeden anderen Menschen auch. Somit ist er genauso Buddha wie Du und ich.

„Wo spricht Nichiren von den Meister-Schüler-Beziehung wie sie jetzt in der SGI gelebt wird?“
Nichiren wird gewiß vieles unterstellt, aber er konnte nicht die SG vorhersagen und die Meister-Schüler-Beziehung in der SGI. Späßle gemacht. Ich weiß, was Du meinst. Er hat sich schon in seinen Briefen so hingestellt, als wäre er derjenige, der weiß, wie es geht und das ihm deshalb die Leute nachlaufen. Ich weiß aber nicht mehr ob der Spruch auf seinem Mist gewachsen ist, daß der Schüler den Meister wählt und nicht anders herum. In der SG wird dies auch so gesagt, deshalb ist es ja kein Problem, wenn man Ikeda NICHT als Meister annimmt, sondern Toda, Nichiren, Shakyamuni oder den Typen, der einen zur Versammlung geschleppt hat, oder auch gar keinen.

„Wie steht die SG zum Dai-Gohonzon … Fake oder nicht?“
Dazu fällt mir nur das stille Gebet ein: „Ich verehre den Dai-Gohonzon...blah, blah, blah“ Das wird wohl bekannt sein?

So, und abschließend noch meine Worte zur vielgepriesenen "buddhologischen Ausbildung": Die mag wichtig sein, aber entscheidend ist, ob man den Buddhismus lebt und nicht, ob man alle Sutren mit einander abgeglichen hat. Und um Buddhismus zu leben braucht man kein Priester zu sein, keinen abgeschlossenen Studiengang und nicht alles gelesen zu haben, wo Buddhismus darauf steht. Zur Erreichung der Buddhaschaft schon mal gar nicht.

In diesem Sinne
Der Dude

PS: Ich werde bis nach Ostern auf keinen Beitrag mehr antworten können. Wenn ich mich nicht melde, nicht traurig sein.
Ja, die Meister-Schüler-Befindlichkeits-Frage werden wir wohl nicht mehr klären. Persönlich halte ich den Dalai Lama, Ole, Tich & Co für genauso viel oder wenig Guru wie Ikeda. Auch für Leute, die nicht wie Richard Gere das Glück hatten, sich ihre „Schüler“ nennen zu dürfen. Aber hier liegt wohl mehr eine deutsche Befindlichkeit zu Grunde, keinem Führer nach zu laufen, als tatsächliche Umstände.

Nun denn ... einem Füherer oder Guru nachzulaufen ist eben keine spezifisch deutsche Sache. Die Meister-Schüler-Beziehung ist elementarer Bestandteil vieler traditioneller buddhistischer Richtungen - sie ist auch nicht immer eine lebenslange, doch sie ist vorallem eine persönliche Beziehung zwischen zwei Menschen die sich persönlich kennen und austauschen. Negativbeispiele hast du ja schon aufgezählt.

Heißt das, es reicht ein Laien-Vertreter der SG und ein Ordinierter erscheint nicht mehr zum Dialog mit den anderen Glaubensrichtungen? Sind nicht gerade Priester dazu da aufzuklären, präsent zu sein, sich ins Getümmel zu stürzen und zu berichten?

Nein, aber warum sollen sich Vertreter andere buddhistischer Richtungen mit der SG an einen Tsich setzen wenn die eigenen Vertreter, ordiniert oder nicht, durch eben diese Organisation verunglimpft werden? Die Distanz zur restlichen buddhistsichen Welt hat vorallem die SG selbst verursacht. Ordieniert als Pfaffen oder Kahlköpfe zu bezeichnen spricht für eine Geisteshaltung ... eine Haltung die in deiner Organisation sehr verbreitet ist und im Grunde für sich spricht.
Die SG kann natürlich soviel interregilösen Dialog betreiben mit wem sie will ... auch der mit der DITIB (eine Recherche hier lohnt im übrigen) ... wie sie das erfolgreich, wenn man ERfolg in solch einem Dialog überhaupt messen kann, tun will ist mir jedoch ein Rätsel, da sie sich ja gegen jede andere buddhistische Richtung postioniert.

Es geht sicher nicht darum, die Vergangenheit unter den Teppich zu kehren. Doch ist die Frage, wie sehr man sich von diesem Ereignis in seiner zukünftigen Entwicklung blockieren lassen will, oder ob man auf der Stelle tritt, bis man...ja, was eigentlich mit der Priesterschaft geregelt hat?

Es ist halt die Frage mit was man es eigentlich zu tun hat wenn eine Organistation alle zehn Jahre im Schnitt eine Kehrtwende macht. Mit was man es hier zu tun hat ist eben sehr schwer fetstellbar.

Die Frage verstehe ich schon nicht. Gibt es eine Instanz, die einem zum Buddha ernennt? Oder fängt einem plötzlich an der Kopf zu leuchten? Nichiren bezeichnet sich selbst als Buddha. Und im übrigen jeden anderen Menschen auch. Somit ist er genauso Buddha wie Du und ich.

Wann und wo sagt Nichiren er sei an Buddha?

Vorab, ich habe keine buddhologische Ausbildung genossen, mein kleines Buddhimum nicht gemacht und keinen Sutra-Führerschein, was mir somit die Hosen runter läßt und mich als totalen Laien darstellt. ... Und um Buddhismus zu leben braucht man kein Priester zu sein, keinen abgeschlossenen Studiengang und nicht alles gelesen zu haben, wo Buddhismus darauf steht. Zur Erreichung der Buddhaschaft schon mal gar nicht.

Ohne Laien kann es keinen Buddhismus geben, denn nur aus dem Kreis der Laien werden sich einige auftun die buddhistische Lehre weiterzutragen, um dies zu tun nehmen sie mitunter in traditionellen Schulen eine Ausbildung auf sich ... einige tun dies in ordinierter Form (für immer oder nur zeitweilig) andere tun dies in einem buddholigischen Studium. Es ist als Buddhist nicht notwendig diesen Weg zu wählen aber Menschen zu kennen die eben genau dies getan haben kann eben ungemein helfen herauszufinden ob, wie du sagst, dort wo Buddhismus draufsteht auch Buddhismus drin ist.

Gassho
Namaste!
BigLebowski hat geschrieben:
Im Übrigen denke ich persönlich, die „Verehrung“ von Shakyamuni ist ok, im Sinne davon dem Stifter des Buddhismus zu respektieren. Seine Statuen anzubeten finde ich mehr gaga, als einem lebenden Vertreter des Buddhismus nachzueifern, egal welchem von o.g.
Was verstehst Du unter "anbeten"?

Seine Praxis vor oder in Gegenwart einer Buddhastatue zu verrichten ist für manch einen wahrscheinlich sinnvoller, als dies vor oder in Gegenwart eines Ausdrucks von fremden Schriftzeichen zu tun.

Die Statue dient als Verkörperung des ersten Aspekts der Drei Kostbarkeiten, zu denen wir Zuflucht nehmen; universeller verkörpert sie sogar alle Drei Kostbarkeiten.
Diesen Platz kann wohl auch der Gohonzon einnehmen, zumal er ja den Buddha [bzw. mehrere Buddhas], den Dharma [hier verkörpert durch das Daimoku] und die Sangha [hier dann die Versammlung während der Zeremonie in der Luft] beinhaltet.

BigLebowski hat geschrieben:
Jaaaaa, ich habe das Lotos-Sutra gelesen. Diese Frage als getarnte Unterstellung gehört wohl in die Rubrik „Psycho-Gequatsche“. :doubt: Egal. Ich habs gelesen. Ich fands schwer. Ich brauchte mehrere Anläufe und es zählt in seiner Ausführlichkeit auch nicht gerade zu meiner Bettlektüre. Aber ich wollte es mir nicht nehmen lassen, falls mich mal jemand fragt, ob ich es gelesen habe... :shock:

Eine Unterstellung lag mir hier fern. Da im kleinen blauen LIturgie-Büchlein [Gongyo] nur Auszüge aus Hôben und Nyoraijuryohon enthalten sind [keine Angst, die Nichiren Shû hat in ihrem "Liturgy of Nichiren Shu"-Büchlein auch nicht viel mehr aufgenommen] interessierte mich einfach, ob man sich die Mühe macht, das - wirklich recht schwerverdauliche - Lotos-Sutra zu lesen und zu verinnerlichen.

BigLebowski hat geschrieben:
Nein. Ich habe es nicht mit anderen Sutren verglichen. Ich habe einen Job, Familie, Freunde, Hobbies und schreibe nachts Forum-Beiträge. Und?

Nix und. Wie die Frage davor war es eben genau dies: - eine Frage!

Über die individuelle Zeitgestaltung brachen wir hier wohl nicht sprechen / schreiben.

BigLebowski hat geschrieben:
Der gute Nichiren ist sicher ordentlich verletzt worden. Jemand der so ausführlich seine verpaßte Hinrichtung bejammert und sein Exil auf einer Insel als großes Leiden schildert, konnte sich wohl niemals verletzt genug gefühlt haben. :oops:

Naja, dass hatten ihm dann wohl einige Zeitgenossen voraus, die trotz Leid, Verfolgung und Verbannung nicht soviel geklagt haben...
Aber dies sollte auch kein Angriff auf Nichiren sein, sondern gegen seine kriegerische Haltung anderen buddhistischen Lehrauffassungen gegenüber; eine Haltung, die nach meiner Empfingung so weiterhin in der SG und der Nichiren Shôshû zur Doktrin gehört.

BigLebowski hat geschrieben:
Nun zu den Fragen:
Vorab, ich habe keine buddhologische Ausbildung genossen, mein kleines Buddhimum nicht gemacht und keinen Sutra-Führerschein, was mir somit die Hosen runter läßt und mich als totalen Laien darstellt.

Ich denke die meisten hier sind Laien wie wir; die wenigsten hier haben wohl ihren Magister in Buddhologie oder Vergleichbares. Einige der werten Mitschreiber haben wohl sogar den gesamten Pali-Kanon gelesen und teilweise verinnerlicht - dafür mein Lob, meinen Respekt und meine Anerkennung!

BigLebowski hat geschrieben:
Die Frage verstehe ich schon nicht. Gibt es eine Instanz, die einem zum Buddha ernennt? Oder fängt einem plötzlich an der Kopf zu leuchten? Nichiren bezeichnet sich selbst als Buddha. Und im übrigen jeden anderen Menschen auch. Somit ist er genauso Buddha wie Du und ich.

Mir konnte noch niemand die Gosho-Stelle nennen, wo Nichiren sagte, dass er der oder ein Buddha sei; das steht immer nur in den kommentierenden Anmerkungen, und die sind diesbezüglich aus meiner Sicht aus der Luft gegriffen.
Es besteht ein großer Unterschied darin zu sagen, alle Wesen hätten Buddha-Natur und zu sagen man sei selbst (der) Buddha. Buddha-Natur kann diesbezüglich als Potenzial aufgefasst werden, während das Buddha-sein wohl eher impliziert, dass man geistig der letzten der Zehn Welten am nächsten steht, bzw. diese sogar verkörpert.
Nichiren selbst sah sich da wohl eher als "Bodhisattva Jôgyô" - also keineswegs als vollendeten Buddha, wie man Shakyamuni im allgemeinen ansieht.


Was Deine Abneigung und Ausführungen gegen Priester / Mönche / Pfaffen anbelangt, so muss ich klarstellen, dass es im japanischen Buddhismus grundsätzlich dem Klerus erlaubt ist zu Heiraten - was viele Geistliche dann auch tun. Das Zölibat wurde in der Meji-Zeit allgemein abgeschafft, wobei es ggf. einzelne Schulen oder Linien geben mag, die es wieder eingeführt haben; und es gibt natürlich Einzelpersonen, die für sich entsprechende Gelübde annehmen (und dafür dann nach Taiwan, Korea oder Sri Lanka reisen, wo das noch üblich ist) - aber das sind eben Ausnahmeerscheinungen.
Die meisten Priester in Japan leben wohl nur während ihrer Ausbildung zölibatär (so hoffe ich :wink: ), danach stehen sie einem Tempel samt Gemeinde vor, ganz wie unsere evangelischen Pfaffen. Sie stehen also "mitten im Leben", nur das sie mit ihrer Berufung ihren Lebensunterhalt bestreiten. [Dafür werden sie übrigens von orthodoxerer Seite häufig angeprangert; manch einer weigert sich einfach zu akzeptieren, dass buddhistische Geistliche Geld und Güter besitzen dürfen und sogar Familienväter/-Mütter sein können].
Die japanischen [oder aus japanischen Traditionen stammenden] buddhistischen Priester, die ich kennengelernt habe, standen jedenfalls alle mitten im Leben - selbst wenn der ein oder andere davon Jahrzehnte im Kloster gelebt hat [Klöster sind hier dann im Gegensatz zu "gewöhnlichen" Tempeln als Orte zu sehen, wo mehrere Geistliche gemeinsam leben und ihr Leben der Praxis widmen, wofür sie, zumindest zeitweise, auf ein Familienleben verzichten].

Soviel zur Klarstellung.

Ich wünsche Frohe Ostern & Dicke Eier!
< gasshô >

Benkei
... keine Angst, die Nichiren Shû hat in ihrem "Liturgy of Nichiren Shu"-Büchlein auch nicht viel mehr aufgenommen


Hallo Benkei,

hier muss jedoch ergänzt werden, dass es sich bei dem von Dir genannten Büchlein um das alte Buch handelt. Das neue und nun auch offiziel empfohlene Buch heisst "Nichiren-Shu Service Book - Dharma". Es ist um einiges umfangreicher und deckt auch die meisten Zeremonien ab sowie deren Übersetzung in die englische Sprache. Die Buchbindung ist jedoch gewöhnungsbedürftig.
Zudem ist es nicht unüblich über einen gewissen Zeitraum das gesamte Lotos-Sutra zu rezitieren.

Desweiteren kann auch eine Statue Buddhas oder nur eine Abschrift des Odaimoku als Gohonzon dienen (zumindest in der Nichiren Shu).

Gassho

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