Ist die SGI Nichiren und ist das Ganze Buddhismus?

Moderator: Jojo

Die SGI wird im buddhistischen Spektrum und wenn ich mich hier so durchlese und auch in anderen Foren kritisch gesehen.
In einem Beitrag hier las ich, dass die SGI eigentlich fast nichts mit dem Buddhismus zu tun hat..
Kann man das so sagen- und ist der Nichiren- Buddhismus gleich die SGI..?

Ich gehe jetzt seit ca. 3 Monaten zu den "Versammlungen" der SGI.
Anfangs habe ich gar nicht daran gedacht, dass es buddhistische Sekten überhaupt geben könnte.
Das war für mich eine Schule wie alle anderen auch.

Allmählich kommen mir aber Zweifel, wenn ich mir vieles an Infos antue- Ikeda als einziger Autor der Literatur, "die zehn Welten", die es denke ich nur bei der SGI gibt, der Personenkult um Ikeda, der doch eigentlich mit Buddhismus nichts zu tun hat, die Bilder von Ikeda, die sich viele neben ihren heimischen Buzzodan platzieren, dass man sich, wie man mir sagte, keine Statuen von Buddha neben den Buzzodan stellen sollte, dass kleine blaue Buch aus dem man chantet- habe so das Gefühl, da hat die SGI Auszüge aus dem LS abgedruckt aber nur welche der Org. wichtig erscheinen..

Mir kommen Zweifel..
Ich bin jetzt aber Mitglied geworden, incl Buzzodan.
Die Mitglieder sind mir alle sehr symphatisch und auf den Gedanken der Sekte bin ich erst gekommen, als mir ein Mitglied davon berichtete, dass die Org. als Sekte angesehen wird.

Ist das Chanten vor dem Buzzodan vielleicht doch kein "richtiger Buddhismus", sondern etwas von der SGI ausgedachtes- vergleichsweise so, wie bei den Jehovas Zeugen..?

Möcte wenn schon "echten Buddhismus" praktizieren und nicht einen pseudohaften, der vielleicht nur von einer Org. als Tarnung genommen wird..!
Rasmuss Kroemker hat geschrieben:
Die SGI wird im buddhistischen Spektrum und wenn ich mich hier so durchlese und auch in anderen Foren kritisch gesehen.

Das sagt gar nichts. Die SGI sieht das buddhistische Spektrum um sie herum auch kritisch, Nichiren tat dies ebenfalls. Jedwede Delegation einer angemessenen Interpretation der SGI an andere (z.B. an entfremdete, d.h. anonyme Insassen von Foren) ist nicht zielführend.

In einem Beitrag hier las ich, dass die SGI eigentlich fast nichts mit dem Buddhismus zu tun hat..
Kann man das so sagen- und ist der Nichiren- Buddhismus gleich die SGI..?

Der Verfasser oder die Verfasserin dürften vom Buddhismus (und seiner Mannigfaltigkeit) entweder kaum tangiert worden sein, oder von seinen unterschiedlichen Perioden sich keinen Begriff machen. Der SGI oder dem Nichiren-Buddhismus dann auch noch "Sektierertum" zu unterstellen ist aber immerhin typisch. Der Nichiren-Budhismus ist nicht mit einer Organisation (der SGI) identisch.

Ich gehe jetzt seit ca. 3 Monaten zu den "Versammlungen" der SGI. Anfangs habe ich gar nicht daran gedacht, dass es buddhistische Sekten überhaupt geben könnte. Das war für mich eine Schule wie alle anderen auch.

Dieser Anschein stimmt m.E. in gewisser Weise mit der Realität überein. Wie alle anderen, aber dennoch (oder gerade deswegen) eine (eigene) Schule.

Allmählich kommen mir aber Zweifel,

Am Falschen zu zweifeln ist gut, am Richtigen zu zweifeln ist nicht gut.

wenn ich mir vieles an Infos antue- Ikeda als einziger Autor der Literatur,

Ikeda ist definitiv nicht der einzige Autor, sondern der beliebteste, der bekannteste und autoritativste.

"die zehn Welten", die es denke ich nur bei der SGI gibt,

Ist das Dein Ernst?

der Personenkult um Ikeda, der doch eigentlich mit Buddhismus nichts zu tun hat, die Bilder von Ikeda, die sich viele neben ihren heimischen Buzzodan platzieren, dass man sich, wie man mir sagte, keine Statuen von Buddha neben den Buzzodan stellen sollte,

Im Buddhismus gibt es allgemein einen Personenkult um die Buddhas und Bodhisattvas - sind Dir noch nicht die zahllosen Bildnisse aufgefallen, die man überall sieht (sogar in Kaufhäusern und Bars) - man kann es Personenkult nennen, man muss es aber nicht - Buddha, Dharma, Sangha.

dass kleine blaue Buch aus dem man chantet- habe so das Gefühl, da hat die SGI Auszüge aus dem LS abgedruckt aber nur welche der Org. wichtig erscheinen.

Dein Gefühl trügt nicht - es sind Auszüge, aber sie sind mitnichten nur der SGI (der "Organisation") wichtig.

Mir kommen Zweifel. Ich bin jetzt aber Mitglied geworden, incl Buzzodan. Die Mitglieder sind mir alle sehr symphatisch und auf den Gedanken der Sekte bin ich erst gekommen, als mir ein Mitglied davon berichtete, dass die Org. als Sekte angesehen wird.

Nachdem Du nunmehr Mitglied bist, schau Dich um, erfahre und entscheide, ob oder ob nicht.

Ist das Chanten vor dem Buzzodan vielleicht doch kein "richtiger Buddhismus", sondern etwas von der SGI ausgedachtes- vergleichsweise so, wie bei den Jehovas Zeugen..?

Das Chanten ist genauso wenig kein richtiger Buddhismus wie das Sitzen in Versenkung (Zazen) oder die Visualisierung von Bodhisattvas oder das achtsame Beobachten von Körper und Geist. Die SGI hat sich das auch nicht ausgedacht, sondern wenn schon, dann waren es Nichiren und vor ihm Zhiyi (Tientai).

Möcte wenn schon "echten Buddhismus" praktizieren und nicht einen pseudohaften, der vielleicht nur von einer Org. als Tarnung genommen wird..!

Der Nichiren-Buddhismus ist genauso echt wie andere Buddhismen, die SGI ist genauso echt buddhistisch, wie andere buddhistische (Groß-) Organisationen. Man kann, wenn man will, eine Wahl treffen.

Kongjiazhong
Ich hab so von außen den Eindruck, daß es schon einige wenige Unterschiede von SGI zu Nichiren gibt (sowohl positive wie auch negative). Aber da sollte man einfach Nichiren lesen und sie mit den Lehren von SGI vergleichen.
Ob etwas Buddhismus ist, kann man anhand von einigen Punkten überprüfen:
Vergänglichkeit (Anicca) - alles Bedingte ist unbeständig
Leiden oder Unzulänglichkeit (Dukkha )
alles Bedingte ist leidvoll und löst Unzufriedenheit aus
Nicht-Ich/ Nichtselbst (Anatta) - alles ist ohne eigenständige Existenz
Erwachen - (Nirvana-Nibbana ) ist Frieden
@ Rasmuss Kroemker

Hallo,

ich war lange Mitglied der SGI. Klar, die Menschen die dort triffst werden in der Regel nett sein. Ich brauchte 20 Jahre um mir endlich einzugestehen, dass FÜR MICH die SGI das ist was man umgangsprachlich als „Sekte“ bezeichnet oder wie es die DBU formuliert als Organisation mit unheilsamen Strukturen.
Ein Richtig oder Falsch ist schwer festzulegen, dennoch glaube ich dass die SGI nicht den Nichiren-Buddhismus repräsentiert. Natürlich wird jede Richtung behaupten dem richtigen Weg zu folgen – so wie es jede buddhistische Schule am Ende für sich in Anspruch nimmt. Der Unterscheid ist jedoch dass sich die meisten Mitglieder der SGI sich so gut wie gar nicht in der Geschichte und Komplexität des Nichiren Buddhismus auskennen – von anderen Schulen ganz zu schweigen. In meinen Augen war der Ausschluss der SGI aus der Nichiren SHOSHU eine logische Kohnsequenz, zum anderen beeindruckt mich die Nichiren SHU als eine Richtung die ein Vielzahl von Strömungen unter einen Hut bringt und es in ihr auch sehr tolerante Ausrichtungen gibt – andere wieder sehr orthodox. Ich finde es sehr schade, dass die SGI gerade außerhalb Japans das Bild des Nichiren-Buddhismus prägt.
Am Ende stelle ich fest, dass es in jeder “buddhistsichen“ Gruppe menschelt und man immer wieder auf Menschen trifft die vielleicht Dinge in ihrem Leben zu kompensieren versuchen und so eine vermeidliche Überlegenheit an den Tag legen oder sonst nicht fähig sind ihr Leben mit Inhalt zu füllen.
Glaube und Religion könne eine Bereicherung sein, aber sie kann auch schlicht weg Mittel zum Zweck sein – Macht.
Für mich handelt es sich bei der SGI um eine Gruppierung die den Buddhismus Nichrirens SEHR verzerrt wiedergibt. In meinen Augen ein reiner Personenkult um Ikeda, eine Mitgliedschaft die sich durch schwache Persönlichkeitsstrukrturen auszeichnet und wo es gerade in Japan um politische und wirtschaftliche Einflussnahme mit zweifelhaften Intensionen geht. Ob man Teil einer solchen Gruppierung sein möchte muss jeder selbst wissen. Für mich ist die SGI dem Buddhismus (auch dem Nichiren-Buddhismus) das was Scientology dem Christentum ist.
Namaste!

Obwohl der geehrte Kongjiazhong schon das Wichtigste ausgeführt hat hier noch ein paar Anmerkungen:

Rasmuss Kroemker hat geschrieben:
Die SGI wird im buddhistischen Spektrum und wenn ich mich hier so durchlese und auch in anderen Foren kritisch gesehen.
In einem Beitrag hier las ich, dass die SGI eigentlich fast nichts mit dem Buddhismus zu tun hat..

Wie schon Ryonin schrieb, kann man das an den Grundaussagen des Buddha überprüfen.
Darüber hinaus sollte eine Doktrin wohl mehr oder minder die "Drei Kostbarkeiten", die "Vier Edlen Wahrheiten" und den "Edle Achtfache Pfad" beihalten.

Kann man das so sagen- und ist der Nichiren- Buddhismus gleich die SGI..?

Nein.
Die SGI ist eine reine Laienorganisation, die sich von der Nichiren Shoshu abgespalten hat.
Demgegenüber steht die orthodoxere Nichiren Shu, wobei meine Bezeichnung orthodox hier eher verdeutlichen soll, dass sie den anderen japanischen Traditionen des Buddhismus näher steht als die Nichiren Shoshu oder die SGI.

Ich gehe jetzt seit ca. 3 Monaten zu den "Versammlungen" der SGI.
Anfangs habe ich gar nicht daran gedacht, dass es buddhistische Sekten überhaupt geben könnte.
Das war für mich eine Schule wie alle anderen auch.

Im Grunde genommen kann man sagen, dass alle buddhistischen Traditionen Sekten sind.
Die wirklich ursprüngliche Schule, die Buddha selbst gegründet hat, existiert in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr...
... und doch manifestiert sie sich heute in unterschiedlichster Weise :wink:

Allmählich kommen mir aber Zweifel, wenn ich mir vieles an Infos antue- Ikeda als einziger Autor der Literatur, "die zehn Welten", die es denke ich nur bei der SGI gibt, der Personenkult um Ikeda, der doch eigentlich mit Buddhismus nichts zu tun hat, die Bilder von Ikeda, die sich viele neben ihren heimischen Buzzodan platzieren, dass man sich, wie man mir sagte, keine Statuen von Buddha neben den Buzzodan stellen sollte, dass kleine blaue Buch aus dem man chantet- habe so das Gefühl, da hat die SGI Auszüge aus dem LS abgedruckt aber nur welche der Org. wichtig erscheinen..

Die "Zehn Welten", die Wichtigkeit des Lotos-Sutra vor anderen Sutren, sowie die Auswahl des zweiten und sechzehnten Kapitels des Sutras vor den anderen Kapiteln, das geht alles auf den chinesischen Meister Tientai Zhiyi (jap. Tendai Chigi) zurück.
Tientai wird als Patriarch aller Nichiren Schulen angesehen und als einer der großen Patriarchen der japanischen Tendai Shu. Darüber hinaus sind seine Schriften philosophische Standardwerke des Mahayana, auf die sich mancher chinesischer oder japanischer Meister, gleich welcher Tradition, beruft.

Mir kommen Zweifel..
Ich bin jetzt aber Mitglied geworden, incl Buzzodan.
Die Mitglieder sind mir alle sehr symphatisch und auf den Gedanken der Sekte bin ich erst gekommen, als mir ein Mitglied davon berichtete, dass die Org. als Sekte angesehen wird.

Ist das Chanten vor dem Buzzodan vielleicht doch kein "richtiger Buddhismus", sondern etwas von der SGI ausgedachtes- vergleichsweise so, wie bei den Jehovas Zeugen..?

Möcte wenn schon "echten Buddhismus" praktizieren und nicht einen pseudohaften, der vielleicht nur von einer Org. als Tarnung genommen wird..!

Da würde ich einfach mal sagen: "Kommt Zeit - kommt Rat!"

Wenn Dir die Organisation nicht zusagt oder wenn Deine Zweifel an ihr die Oberhand gewinnen, dann kannst Du immer noch quitieren. Behalte Dir einen skeptisch-wachen aber auch offenen Geist.

Was das Chanten angeht, so hast Du sicherlich schon feststellen können, ob Dir diese Praxis etwas gibt oder nicht. Vielleicht hast Du gar eine Ahnung davon erhalten, was Dir diese Praxis geben könnte und was eher nicht. Nicht jede Praxis ist gleich nützlich für jeden Menschen - die Universelle Praxis (TM) gibt es nicht!
Wenn das Chanten des Daimoku für Dich das Richtige ist, dann mach damit weiter, unabhängig davon, ob Du später die Organisation verlässt, wechselst oder was auch immer.

< gasshô >

Benkei
Nein.
Die SGI ist eine reine Laienorganisation, die sich von der Nichiren Shoshu abgespalten hat.


Nein !!! Die SGI ist eine Organistation die von der Nichiren Shoshu ausgeschlossen wurde - bitte nicht der gewünschten SGI-Lesung folgen sondern sich an historische Fakten halten. !!!!
catflap08 hat geschrieben:
Nein.
Die SGI ist eine reine Laienorganisation, die sich von der Nichiren Shoshu abgespalten hat.


Nein !!! Die SGI ist eine Organistation die von der Nichiren Shoshu ausgeschlossen wurde - bitte nicht der gewünschten SGI-Lesung folgen sondern sich an historische Fakten halten. !!!!

Sorry!

Sehe das als Unbeteiligter nicht so eng.

Bitte um Verzeihung!

_()_
@ Ramuss
Hast du deine Zweifel mal bei den anderen in der Gruppe angesprochen?
Ich wette, vielen geht/ging es wie dir. Schnapp sie dir und laß sie erst wieder los, wenn sie deine Fragen beantwortet haben!

Ob dieser Buddhismus was für dich ist, hängt wohl davon ab, ob dir das Daimoku was bringt. Verbinde es mit einem konkreten Ziel und überprüf das Ergebnis.
Wenns dir nicht hilft - laß es sein.

Für mich ist übrigens ein Sektenkriterium, ob ich durch eine Organisation materiell ausgenutzt werde und mich nur noch ihr widmen darf, weil der Rest der Welt böse und verdorben ist. Das habe ich bei der SGI-D noch nicht festgestellt.
Der Ikeda-Hype gehört wohl irgendwie dazu. Insofern wird die SGI auf eine harte Probe gestellt, wenn er mal nicht mehr ist. Sollte die SGI das nicht überstehen, dann haben wir uns alle geirrt - allen voran Ikeda selbst. Das wäre schade, aber immerhin habe ich die Goshos studiert, was allein sein Verdienst ist. Denn wenn dieser Typ nicht Bücher rausgehauen hätte, wie doll, wäre ich nicht darauf aufmerksam geworden und wäre heute kein Buddhist.
kongjiazhong hat geschrieben:
"die zehn Welten", die es denke ich nur bei der SGI gibt,

Ist das Dein Ernst?


Dürfte ich um eine kurze Erläuterung bitten?
Die Zehn Welten sind Teil der dreitausend Welten, einer wichtigen Tendai-Lehre, dazu Wiki:

Dreitausend Welten (sanzen bzw. sansense); ein von Zhiyi entwickeltes Konzept, das aus folgender zahlenspielererischer Multiplikation (10*10*10*3) entsteht: die Zehn Daseinsbereiche bzw. Bewusstseinstufen ( jikkai; dies sind die traditionellen Sechs Daseinsbereiche plus vier aus dem Mahāyāna, dies sind Śrāvaka, Pratyeka-Buddha, Bodhisattva und Buddha) aus dem Kegon-kyō werden mit sich selbst multipliziert (da sie alle einander enthalten sollen: jikkai goku) und ergeben so die Hundert Welten (hyakkai), diese werden wiederum multipliziert mit den Zehn Aspekten des Seienden sowie den drei Unterteilungen (sanseken bzw. sanzeken) in die Welt der empfindungsfähigen Wesen, die Welt der nicht empfindungsfähigen Wesen und die Skandhas (goun). Das Konzept der Dreitausend Welten ist auch Grundlage der mystischen Formel "Ein Gedankenmoment ist gleich den Dreitausend Welten" ( ichinen sanzen).
Hallo,

Ich gebe Ryonin hier Recht. Die Theorie des Ichinen Sanzen ist keine Erfindung Nichirens - schon ganz und gar nicht der SGI. Zudem wird dich (Rasmuss Kroemker) interessieren, dass Nichiren nachweisslich nie eine eigene buddhistische Richtung/Schule geründet hat.

Nichiren blieb bis zu seinem Tode ein Priester des Tendai- Buddhismus. Wenn man das Leben Nichirens betrachtet so sah er sich wohl eher als Reformer der Tendai-Schule und es ist anzunehmen, dass in den Jahren nach seinem Tode auch seine Schüler sich noch als dem Tendai quasi zugehörig fühlten.

Bis zum heutigen Tage wirst du in der Ausbildung der Priester der Nichiren Shu (nicht zu verwechseln mit der Nichiren Shoshu) Ähnlichkeiten zu der der Tendai-Schule finden. Nochmals kann ich nur raten auch einmal Studienmaterial zu Rate zu zeihen welches NICHT von der SGI/Nichiren Shoshu sanktioniert wurde. Leider ist es in der SGI so, dass nur die eigene Sichtweise studiert wird.

Du wirst in der SGI sehr selten jemand finden der wirklich teifgründige buddhologische Kenntnisse hat oder auch mal in der Lage ist eine gewisse akademisch neutrale Position einzunehmen. Die SGI ist stets um Abgrenzung bemüht die keinen wirklichen Dialog mit anederen Buddhisten ermöglicht zumal dies offenbaren würde das die grosse Mehrzahl der Mitglieder (inklusive sog. Leiter/Verantwortlicher) nur eine sehr verquerte und oberflächliche Kenntnis über den Buddhismus allegmein und selbst über den Nichiren-Buddhismus hat.
catflap08 hat geschrieben:
Du wirst in der SGI sehr selten jemand finden der wirklich teifgründige buddhologische Kenntnisse hat oder auch mal in der Lage ist eine gewisse akademisch neutrale Position einzunehmen. Die SGI ist stets um Abgrenzung bemüht die keinen wirklichen Dialog mit anederen Buddhisten ermöglicht zumal dies offenbaren würde das die grosse Mehrzahl der Mitglieder (inklusive sog. Leiter/Verantwortlicher) nur eine sehr verquerte und oberflächliche Kenntnis über den Buddhismus allegmein und selbst über den Nichiren-Buddhismus hat.

Ich finde (immer noch), dass du mit deiner Aversion gegen die SGI übertreibst.

Gehe doch mal in ein tibetisch-buddhistisches Zentrum (z.B. in eines unter Leitung des Lama Ole Nydahl) und frage dort nach NIchiren, nach Zhiyi, nach Ikeda, nach Nyanaponika, selbst über Je Tsongkhapa dürfen die meisten dort allzubescheidene Kenntnisse haben. Was wissen denn schon die Zenisten über ..., die Theravadis über ..., die Thailänder über ..., die Chinesen über ...

Alle sind um Abgrenzung bemüht (z.B. möchten viele die SGI nicht in der DBU haben, wahrscheinlich um dadurch das "Sektenhafte" der SGI besser "beweisen" zu können - in Österreich ist die SGI aberTeil der dortigen buddhistischen Religionsgemeinschaft, http://www.buddhismus-austria.at/websit ... hp?ba=1023).

Wo gibt es denn den "Dialog" zwischen Buddhisten, abgesehen davon, was ist Dialog überhaupt?

Oberfläche ist des Buddhisten Gemüt (das ist doch keine spezifische SGI-Eigenschaft).

Du gehst zu Buddhisten? Vergiss die Peitsche nicht! (Ich spreche von Buddhisten und nicht nur von der SGI und wenn dir das Peitschenhafte nicht liegt, dann schwinge sie auch nicht gegen die Soka Gakkai) 8)

http://www.kreudenstein-online.de/Querd ... iblein.htm

Kongjiazhong
@ Kongjiazhong

also ich kann nur aus 20 jahren Erfahrung in der SGI sprechen ... ich habe nicht alle Schulen abgeklappert.

Gehe doch mal in ein tibetisch-buddhistisches Zentrum (z.B. in eines unter Leitung des Lama Ole Nydahl) und frage dort nach NIchiren, nach Zhiyi, nach Ikeda, nach Nyanaponika,
Alle sind um Abgrenzung bemüht (z.B. möchten viele die SGI nicht in der DBU haben, wahrscheinlich um dadurch das "Sektenhafte" der SGI besser "beweisen" zu können


Der Grund warum die SGI (so wie auch mache tibetische) Gruppen nicht in der DBU sind liegt wohl eher an der SGI. Wenn man sich nun eben mal nicht mal zu dem Grundstäzlichen bekennen kann unter dem man versucht so viel Richtungen unter einen Hut zu bekommen hat man es eben schwer - und ich bin froh dass wir nicht Österreich sind. Zudem verwechelst du wohl Dialog mit Gleichmacherrei. Unter den Gruppen der DBU gibt es sehr wohl einen Austausch.

Wenn ich aber höre, dass Mitglieder einer anderen Gruppierung von einem hochrangigen SGI-Mitglied als Krebsgeschwür bezeichnet werden hört für mich der Spass auf. Solche Vergleiche zog man eigentlich in einer anderen Periode unserer Geschichte.
Wenn die Erleuchtung nur unter der Befolgung der Führung eines alten Mannes in Japan namens Ikeda für möglich erachtet wird und es als Ideal angepriesen wird das 1/3 aller Menschen dem SGI-Buddhismus folgen so hat dies in der Tat meiner Meinung nach starke Züge einer Sekte unter der Leitung eines Sektenführers.

Man kann von niemanden erwarten ein Buddhologe zu sein, aber wenn man nicht einmal fähig ist im Anstaz die Geschichte des Nichiren-Buddhismus (dessen Geschichte soooo lang nun auch mal wieder nicht ist) zu vermittlen so stimmt das bedenklich. Vielleicht hat es aber auch damit zu tun, dass wenn man es tun würde es offensichtlich wäre, dass man sich in dogmatischer Hinsicht kaum von der Position der Nichiren Shohsu wieterentwickelt hat, die man ja in jeder Hinsicht verteufelt. Eine Postition übrigens die in sich vielerlei Fragen aufwirft.
Vielelicht würde es auch Zweifel nähren, dass wenn man noch in den 90er Jahren den Hohen Priester der Nichiren Shoshu ob seiner autoritären Art und der Tatsache dass das Verständnis der Lehren Nichirens nur über ihn zu laufen hat noch verdammt und kritisiert hat einen sich fragen lässt warum dies nun genau die Postion ist die Ikeda inne hat.
Vielelicht und nur vielelicht erklärt dies warum vor allem langjährige Mitglieder sich von der SGI distanzieren. Vielelicht sind das eben Leute die von diesem ganzen Säbelrasseln der SGI gegenüber der Nichiren Shoshu (und gegenüber allem was sich Mönch und Priester nennt und nicht in der SGI ist) die Nase voll haben weill sie pratizieren möchten - somit wären wir also bei deiner Peitsche. Ja, ich kann Verlogenheit nicht abhhaben.

Link zu Ehemaligenforum (okay tummeln sich auch der einen oder aneder Kempon Hooke fanatiker dort):http://forum.rickross.com/read.php?5,87661,page=256
"Vielelicht"
das ist schön so wie das Lotos-Sutra, das ist auch schön
Wüsche auch viele Licht!
die wiese ist blau und der himmel ist grün und so viele Licht

mögen alle die Farben in ihrem Licht sehen und sich darüber einfach nur freuen
Wer weint hat verloren!
Deshalb viele Licht, grün, blau, gelb, rosa, violet
Danke für so viele licht!

*schmunzel*
Der Grund warum die SGI (so wie auch mache tibetische) Gruppen nicht in der DBU sind liegt wohl eher an der SGI. Wenn man sich nun eben mal nicht mal zu dem Grundstäzlichen bekennen kann unter dem man versucht so viel Richtungen unter einen Hut zu bekommen hat man es eben schwer

Nichiren hätte das "Bekenntnis der DBU" m.E. kaum akzeptieren können, da es das Lotus-Sutra gar nicht erwähnt. Ein gemeinsames Bekenntnis scheint mir überhaupt sinnlos zu sein, da es ohnehin nur die realen Unterschiede mystifiziert (verbirgt) und alle Beteiligten dieses Bekenntnis ohnehin nach eigenem Gutdünken (also "frei") interpretieren. Entscheidend ist aber, dass sich NIchren auf solch einen "Kompromiss" wohl nicht eingelassen hätte.

Wenn ich aber höre, dass Mitglieder einer anderen Gruppierung von einem hochrangigen SGI-Mitglied als Krebsgeschwür bezeichnet werden hört für mich der Spass auf. Solche Vergleiche zog man eigentlich in einer anderen Periode unserer Geschichte.

Stimmt, das mit der Periode. Allerdings sind dies Bezeichnungen (Vergleiche) aus der Nichiren-Periode (und nicht aus der Hitler-Periode). Du weißt doch, welche Äußerungen von Nichiren über Zen usw. überliefert sind. Um das überhaupt bewerten zu können muss man den Zusammenhang kennen, wen meinte er überhaupt und warum, welcher Sprachgebrauch war damals üblich, wie wurde er von seinen Gegnern tituliert, man muss die Motivation, die Gründe kennen.

Und natürlich das Lotus-Sutra. Was wird dort über diejenigen gesagt, die dieses Sutra anzweifeln, den Inhalt schmähen usw. - geht es da nicht um die Avici-Hölle? Beginnt nicht schon im zweiten Kapitel (Hoben) die Trennung von den Fünftausend und wie werden diese beurteilt.

Abgesehen davon, ein Krebsgeschwür als Krebsgeschwür (das vielleicht für manche unsichtbar, für die Sehenden aber sichtbar erscheint) zu bezeichnen ist nicht verkehrt. Häufig ist es so, dass sich alle möglichen Menschen gegenseitig (vice versa) als Krebsgeschwüre usw. titulieren, man kann manchmal den Überblick verlieren. Übrigens: Wer hat in deinem Beispiel wen so bezeichnet?

Wenn die Erleuchtung nur unter der Befolgung der Führung eines alten Mannes in Japan namens Ikeda für möglich erachtet wird und es als Ideal angepriesen wird das 1/3 aller Menschen dem SGI-Buddhismus folgen so hat dies in der Tat meiner Meinung nach starke Züge einer Sekte unter der Leitung eines Sektenführers.

Ikeda war auch schon jünger, heute ist er halt älter, (so jung wie heute werden wir alle nicht mehr sein), dynamisch ist er immer noch - warum machst du ihm das zum Vorwurf? Alle im Lotussutra genannten Buddhas und Bodhisattvas (und andere auch) tun alles, was ihnen möglich ist, sie wenden sogar alle möglichen geschickten Mittel an, um die Wesen, um alle Wesen (nicht nur ein Drittel von ihnen) zu befreien (von Duhkha). Das ganze Streben Nichirens ging in die gleiche Richtung.

Müsste die SGI (als eine wichtige Repräsentantin und Praktizierende) des "Nichiren-Buddhismus" nicht dafür kritisiert werden, dass sie nur 1/3 der Menschen überzeugen (und somit potentiell befreien) will?

Vielelicht würde es auch Zweifel nähren, dass wenn man noch in den 90er Jahren den Hohen Priester der Nichiren Shoshu ob seiner autoritären Art und der Tatsache dass das Verständnis der Lehren Nichirens nur über ihn zu laufen hat noch verdammt und kritisiert hat einen sich fragen lässt warum dies nun genau die Postion ist die Ikeda inne hat.

Es gehört m.E. zu den großen Errungenschaften der Soka Gakkai die Trennung von dem Hohen Priester, d.h. von der Nichiren Shoshu vollzogen zu haben. Die Zurückweisung der fast schon monströsen Autorität des Hohen Priesters (und des diese Idee und Praxis stützendem Systems) war die wirkliche Trennung. Insofern trennte sich die SG von der NSS, wer dies in formaler und rechtlicher Hinsicht tat (die NSS schloss die SG aus) scheint mir nebensächlich zu sein.

Vielelicht und nur vielelicht erklärt dies warum vor allem langjährige Mitglieder sich von der SGI distanzieren. Vielelicht sind das eben Leute die von diesem ganzen Säbelrasseln der SGI gegenüber der Nichiren Shoshu (und gegenüber allem was sich Mönch und Priester nennt und nicht in der SGI ist) die Nase voll haben weill sie pratizieren möchten

Vielleicht. Es gibt sicherlich keine Organisationen, von denen sich nicht auch Mitglieder distanzieren, das liegt in der Natur von Mitgliedern und Organisationen. Manche kommen, andere gehen. Das ist nicht nur bei der SGI so.

In den ersten Jahrhunderten nach der Reformation (ich meine die Lutherische) gab es auch einen tiefen Abscheu vor dem Mönchstum - im Laufe der Zeit legt sich das. Ich selbst übrigens, um das auch mal zu sagen, bin weder aus Prinzip für oder gegen Mönche und Nonnen, dies gilt für den buddhistischen Kontext genauso wie für andere. Übertreibungen in die eine oder andere Richtung sind nicht gut.

somit wären wir also bei deiner Peitsche. Ja, ich kann Verlogenheit nicht abhaben.

Das verstehe ich, es geht mir ganz genau so.

Kongjiazhong
Nichiren hätte das "Bekenntnis der DBU" m.E. kaum akzeptieren können, da es das Lotus-Sutra gar nicht erwähnt. Ein gemeinsames Bekenntnis scheint mir überhaupt sinnlos zu sein, da es ohnehin nur die realen Unterschiede mystifiziert (verbirgt) und alle Beteiligten dieses Bekenntnis ohnehin nach eigenem Gutdünken (also "frei") interpretieren. Entscheidend ist aber, dass sich NIchren auf solch einen "Kompromiss" wohl nicht eingelassen hätte.

Es gibt wohl dutzende Nichirengruppierungen die alle, aber auch so was von ganz genau, zu wissen glauben was Nichiren gedacht oder getan hätte. Nichiren muss demnach eine gespaltene Persönlichkeit gewesen sein, denn all diese Gruppierungen finden schon unter sich auf keinen grünen Zweig. Komisch nur dass die SGI gern in die DBU will

Stimmt, das mit der Periode. Allerdings sind dies Bezeichnungen (Vergleiche) aus der Nichiren-Periode (und nicht aus der Hitler-Periode). Du weißt doch, welche Äußerungen von Nichiren über Zen usw. überliefert sind. …

Abgesehen davon, ein Krebsgeschwür als Krebsgeschwür (das vielleicht für manche unsichtbar, für die Sehenden aber sichtbar erscheint) zu bezeichnen ist nicht verkehrt. Häufig ist es so, dass sich alle möglichen Menschen gegenseitig (vice versa) als Krebsgeschwüre usw. titulieren, man kann manchmal den Überblick verlieren. Übrigens: Wer hat in deinem Beispiel wen so bezeichnet?

Stimmt solche Äußerungen kamen von Nichiren – dieser lebte im feudalen Japan des 12ten Jahrhunderts. Ergo befinden sich mache in der SGI (und nicht nur in der SGI wie es scheint) also noch im mittelalterlichen Japan. So heute zu argumentieren ist schlichtweg Blödsinn.
Ein Beispiel:
„Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen… Sie können ein Kind verzaubern… Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird… Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“
Hast du auch immer so ein ungutes Gefühl wenn heutige Protestanten vor ihrer Kirche Hexen verbrennen, schrecklich diese Flugasche. Warum ich das frage? Weil dies Martin Luthers Worte sind (Predigt vom 6. Mai 1526, WA 16, 551f.). Er sprach in recht ähnlicher Weise auch von den Juden. Ich glaube es gäbe Irritationen würde man heute noch genauso handeln wie von Luther angeregt, oder?

Ich kenne die von dir angesprochene Motivation und Gründe. Wer aber im 21 Jahrhundert noch immer sich keiner aktuellen Umgangformen bedient ist entweder von dumpfem Gemüt oder in seiner Geisteshaltung denen von denen ich sprach näher als man glaubt – ich zumindest lebe ich in Europa und wer HEUTE, auch nur verbal, Menschen zu Geschwüren degradiert hat eine Geisteshaltung die qualitativ der eines Faschisten/Rassisten in nichts nachsteht. In sofern ist die alte Kritik an der SGI im Grunde hausgemacht. Ich werde den Teufel tun und hier Namen nennen – es war ein hoher japanischer Verantwortlicher, das muss hier genügen. Es tut mir übrigens leid, dass man sich in deiner Umgebung scheinbar alltäglich als Krebsgeschwür tituliert.

Es ist nun mal ein Unterscheid ob ich beispielsweise den Inhalt der Rissho Ankoku Ron nur nachplappere oder ob ich bemüht bin zumindest ansatzweise herauszufinden wie der Inhalt heute zu interpretieren ist. Zweifellos ist das erstere das Mittel der Wahl die den einfachen Weg suchen, das letztere erfordert Arbeit auch über den eigenen religiösen Tellerrand hinaus.
Staatliche und religiöse Instanzen waren im damaligen Japan quasi identisch. Diesen Machtkampf Nichirens wiederaufzuwärmen und mit verbalen Entgleisungen gegen irgendwelche Priester zu wettern ist kein besonders großer Verdienst. Die Autoritäten sitzen heute in Chefetagen, Banken und Parlamenten und gerade in Japan mischt ja die SGI da sehr fleißig mit … und ich vermute einfach mal dass sie sich dort nicht mit besonders großem Eifer einer Systemkritik widmet, sondern schlichtweg Kohle scheffelt - das Spiel mitspielt. Den anfänglichen Auslandseinsatz japanischer Truppen mittels der Komeito-Partei mitzutragen spricht beispielsweise ja schon Bände über diese sog. Friedensorganisation.


Ikeda war auch schon jünger, heute ist er halt älter, (so jung wie heute werden wir alle nicht mehr sein), dynamisch ist er immer noch - warum machst du ihm das zum Vorwurf? Alle im Lotussutra genannten Buddhas und Bodhisattvas (und andere auch) tun alles, was ihnen möglich ist, sie wenden sogar alle möglichen geschickten Mittel an, um die Wesen, um alle Wesen (nicht nur ein Drittel von ihnen) zu befreien (von Duhkha). Das ganze Streben Nichirens ging in die gleiche Richtung. ...
Müsste die SGI (als eine wichtige Repräsentantin und Praktizierende) des "Nichiren-Buddhismus" nicht dafür kritisiert werden, dass sie nur 1/3 der Menschen überzeugen (und somit potentiell befreien) will?


Die Tatsache dass man ab der Zeugung schon dem Alterungsprozess unterworfen ist, ist mir schon klar. Im Alter wird man weise oder störrisch … gerade im Hinblick auf den Konflikt zw. Herrn Ikeda und Nikken Abe denke ich aber eher an zwei störrische alte Männer die wohl noch eine Rechnung miteinander offen hatten – ich bin beeindruckt.
Wenn ich jüngstes Videomaterial sehe zweifle ich Dynamik und Geistesgegenwärtigkeit des Herrn Ikeda stark an.
Was Du hier beschreibst ist die Rechtfertigung von Missionierung statt auf Einsicht zu setzen. Da vielen in der SGI nur das hausinterne Studienmaterial zur Verfügung steht (alles andere wird ja von den Leitern argwöhnisch betrachtet) setzen sie also auf Missionierung.

Es gehört m.E. zu den großen Errungenschaften der Soka Gakkai die Trennung von dem Hohen Priester, d.h. von der Nichiren Shoshu vollzogen zu haben. Die Zurückweisung der fast schon monströsen Autorität des Hohen Priesters (und des diese Idee und Praxis stützendem Systems) war die wirkliche Trennung. Insofern trennte sich die SG von der NSS, wer dies in formaler und rechtlicher Hinsicht tat (die NSS schloss die SG aus) scheint mir nebensächlich zu sein.

Das ist nun ein ziemlicher Unsinn. Wenn ich also aus einer gemeinsamen Wohnung geschmissen werde ist dies also als meine Errungenschaft zu werten? Wenn es diese Zerwürfnisse gab warum spreche ich erst nach dem Rausschmiss darüber? Es ist wie bei einem Ehepaar das jahrelang nebeneinander her lebt. Ist die Trennung vollzogen wirft man sich sog. Wahrheiten an den Kopf über die man vielleicht hätte schon vorher sprechen sollen. Normalerweise sind diese Wahrheiten aber dann weit von einer nüchternen Reflektion entfernt. Das ist zwar dann alles ziemlich menschlich aber bestimmt keine „Errungenschaft“. Die SGI reitet schon fast 20 Jahre auf dem Thema herum weil sie sich darüber schon definiert, die „Gegenseite“ scheint nun eben ziemlich unbeeindruckt ihr Ding zu machen – auch wenn es nicht mein Ding ist.
In sofern ist die Einhaltung der formalen und historischen Abläufe wichtig, denn es drängt sich die Frage auf warum die SGI sich nicht schon zuvor zu Wort gemeldet hat. Priester die sowohl den Hohen Priester UND den Einfluss der SGI kritisierten hatten zumindest genug Chuzpe in den 80ern die Shoshinkai zu gründen. Sowas ist für mich nicht nebensächlich, da es viel über die Beweggründe der Beteiligten aussagt. Ausgeschlossen wurde zudem erst Herr Ikeda die generelle Mitgliederschaft folgte erst sechs Jahre später also 1997. Dass erst einmal Herr Ikeda (plus einige andere Repräsentanten der SGI) von dem Ausschluss betroffen war wurde uns damals nicht vermittelt.
Zudem verwundert es mich dass die SGI ein Objekt der Verehrung verteilt (Gohonzon) welches von einem Hohen Priester (Nichikan) stammt, der die Nichiren Shohsu wie wir sie heute kennen erst möglich gemacht hat inklusive der starken Position des Hohen Priesters.
Weiterhin verwundert es mich, dass die SGI zwar wie du es nennst die „monströse Autorität“ des Hohen Priesters ablehnte aber gleichzeitig gerade in den letzen Jahren die Meister-Schüler-Beziehung zu Ikeda so darstellt als sei eine Erleuchtung ohne diese Beziehung (zu Ikeda) nicht mehr möglich.
Die eigene Erleuchtung von den „Erkenntnissen“ Ikedas abhängig zu machen ist nicht nur „monströs“ und selbstherrlich, sondern weißt klar auf einen Personenkult hin. Buddhaschaft und die Meister-Schüler-Beziehung zu Ikeda werden in einem Atemzug genannt.
Somit wurde die Autorität der Priester durch die Ikedas ersetzt – ich kann hier beim besten Willen keine Errungenschaft ausmachen außer dass man vom Regen in die Traufe kommt. Und mich würde brennend interessieren wer für die Grundlagen der Auslegung der Lehre Nichirens in der SGI die Verantwortung trägt. Ich nehme an die Marschrichtung kommt aus Tokyo – tut mir Leid, in diesem autoritären Verhalten schenkt die SGI sich nichts mit den Priestern. Jahrzehnte lang karrte die SGI Mitglieder aus aller Welt zum sog. Dai-Gohonzon nach Taiseki-ji … gut nun karrt sie sie zum Lauschen der Worte Ikedas nach Japan. Ich kann hier keine Leistung erkennen außer der sich der Situation argumentativ anzupassen … alles was man vorher sagte und „predigte“ vergessen zu machen und sich eine neues „Heiligtum“ zu basteln, wobei die Position der SGI zum sog. Dai-Gohonzon noch immer nicht geklärt ist, da es ja bei so was ums Eingemachte gehen würde.


Vielleicht. Es gibt sicherlich keine Organisationen, von denen sich nicht auch Mitglieder distanzieren, das liegt in der Natur von Mitgliedern und Organisationen. Manche kommen, andere gehen. Das ist nicht nur bei der SGI so.

Da hast du sicher Recht. Aber wenn du dir den Link von mir in meiner ursprünglichen Mail anschaust. (Ein Forum von nunmehr fast 300 Seiten mit über 28.000 Zugriffen) so sind es meist nicht Menschen die sich einfach abseilen sondern über JAHRZEHNTE auch die SGI aufgebaut haben und sie nun auch mit ihrem Glauben verlassen.
Immer wieder auch Berichte über Mitglieder der Jungendabteilung (hier aus dem angelsächsischen Bereich) die nicht mal auf der Welt waren als es den Konflikt mit der Priesterschaft gab, aber sich ab und an in fast schon fanatischen Hass dazu äußern. Ich, wie viele andere, wollte nicht mehr in einer Organisation sein die sich durch solcherlei Reden definiert und schon gar nicht ein Herdentier hinter von einem von wen auch immer ausgerufenen Mentor/Meister (Womöglich ein selbsternannter Meister/Mentor??). In dem oben genannten Forum sprach ein ehemaliges Mitglied von einem Ikedaismus um eine Entwicklung zu benennen die seit den 2000er Jahren sich immer mehr verstärkt hat, denn Zweifel an Ikeda werden oftmals gleichgesetzt mit Zweifel an der Praxis. Wenn nun also ein Mitglied zu Hause vor dem Gohonzon praktiziert und danach trachtet, wie vom Verantwortlichen aufgetragen, das Herz des Mentors/Meisters zu verstehen und sich dabei, gelinde gesagt schwer tut, so ist das auch eine Errungenschaft?? Gaaaanz großes Kino sage ich da nur.

In den ersten Jahrhunderten nach der Reformation (ich meine die Lutherische) gab es auch einen tiefen Abscheu vor dem Mönchstum.

Das ist es wieder - dieses Gesäusel über Ordination vs Laien. Also ich kann weder in dem einem noch in dem anderen Extrem mein Heil suchen. Es gibt Ordinierte, deren Beweggründe man bezweifeln sollte und müsste. Es gibt Laien die ihrerseits ihre vermeidliche Autorität nutzen um vielleicht persönliche Defizite oder eine schwache Persönlichkeitsstruktur auszugleichen. Für mich ist das was die SGI vorlebt jedoch in keinerlei Hinsicht der Beweis einer Überlegenheit – im Gegenteil es wird eine Verwässerung der buddhistischen Lehre betrieben und auch noch sanktioniert. Im IDEALFALL wird sich ein Ordinierter tiefer gehend mit Fragen der Lehre auseinandergesetzt haben als es dem durchschnittlichen Laien rein zeitlich möglich sein wird. Nicht zu vergessen, dass es vor allem eben Ordinierte waren, die die Lehre weitergetragen haben. Dass es hier auch immer zu Machtfragen kam und kommt steht außer Frage. Wie sich dies in Zukunft gestaltet bleibt zu Recht abzuwarten da uns heute weitaus mehr Methoden zur Verfügung stehen Wissen weiterzugeben und zugänglich zu machen. Dass die SGI zum Beispiel mit der Wissensvermittlung via Internet ihre Probleme hat zeigt sich auch darin, dass sie in der Vergangenheit versucht hat gegen solch ein Form per Anwalt vorzugehen weil die Leute eben auch kritische Fragen behandelten (zu ca. 90% aktive SGI-Mitglieder übrigens). Resultat war dass die Moderatoren sich der „Autorität“ der SGI beugten und das Forum leider nur noch ein Schatten seiner selbst ist – soviel zum Umgang mit Kritik. (Da hat Herr Ikeda wohl viel in China gelernt.)
Und um beim Thema SGI zu bleiben – die Strukturen der Verantwortlichkeiten innerhalb der SGI jedoch und die „Macht“ die manche dieser Verantwortlichen über Mitglieder ausüben steht der klösterlichen Organisation nur in wenig nach und unterscheidet sich nur in ihrer Ausdrucksweise.

Ich werde mein Leben nicht damit zubringen gegen die SGI zu wettern aber ich werde meine Sicht der Dinge, meine Erfahrungen, darlegen wann immer ich es für nötig erachte und eine öffentlichen Selbstweihräucherung der SGI nicht kommentarlos stehen lassen. Sie ist und bleibt in meinen Augen, und nach Interpretation der DBU eine, wie sie es nennt, Gruppierung mit „unheilsamen Strukturen“.
Nach der allgemein nun schon anerkannten Definition von Robert J. Lifton (nicht anerkannt natürlich von denen die sie betrifft) ist die SGI schlicht weg eine Sekte. Und ich meine damit Sekte so wie man den Begriff hierzulande im Allgemeinen benutzt.
Und da dies das einzige Forum im deutschsprachigen Raum ist in dem man seine Sicht dieser Dinge frei darlegen kann werde ich es hier tun. Natürlich ist das Internet ein Medium in dem viel Blödsinn steht doch ist es auch ein Medium dessen Inhalte denen Unbehagen bereiten die traditionell nur ihre Sicht der Dinge gelten lassen. Die ist keine Verdammung aller SGI Mitglieder und der Beitrag eines Forumsteilnehmers (BigLebowski) im Thread "Soka Gakkai" zeigt dass es auch noch kritische Stimmen gibt. Sie stellen meiner Erfahrung jedoch die Einzelkämpfer, wie es ist wenn man in diesem Kampf unterliegt davon von kann man im Forum des Rick Ross Institutes duzende glaubwürdige Erfahrungen nachlesen.
catflap08 hat geschrieben:
Es gibt wohl dutzende Nichirengruppierungen die alle, aber auch so was von ganz genau, zu wissen glauben was Nichiren gedacht oder getan hätte. Nichiren muss demnach eine gespaltene Persönlichkeit gewesen sein, denn all diese Gruppierungen finden schon unter sich auf keinen grünen Zweig.

Es gibt wohl dutzende Buddhistengruppen die alle, aber auch so was von ganz genau, zu wissen glauben was Buddha Shakyamuni gedacht oder getan hätte. Budddha Shakyamuni muss demnach eine gespaltene Persönlichkeit gewesen sein, denn all diese Gruppierungen finden schon unter sich auf keinen grünen Zweig.

Komisch nur dass die SGI gern in die DBU will

Ich habe eine Begründung (Vermutung) dafür geliefert, dass es logisch wäre, wenn die Soka Gakkai nicht in die DBU wollte, dies sollte als Entschuldigung (Erklärung) dafür genommen werden, dass sie "sektiererisch" sei. Du siehst es aber anders. Sie ist gerade deshalb sektiererisch, weil sie in die DBU will. Sie ist also keine Sekte, die alle anderen für unrein erklärt und unter sich bleiben will, sondern es ist ganz hervorragend, wenn die in der DBU organisierten Organisationen und Gruppen die SGI-D für aussätzig (unrein) erklären.

Es tut mir übrigens leid, dass man sich in deiner Umgebung scheinbar alltäglich als Krebsgeschwür tituliert.

Die Verwendung von Krebs und anderen Krankheiten als Metaphern scheint mir keine unbekannte rhetorische Figur zu sein, ähnlich wie dies auch für Nagetiere, eine besondere Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer und für Insekten gilt. Als Krebsgeschwür können Islamisten, Terroristen, Anti-Faschisten, Feministinnen, Faschisten, die Soka Gakkai, Kongjiazhong und so weiter bezeichnet werden. Das sollte man nicht all zu ernst nehmen. Schwerwiegender (und nachdenkenswerter) finde ich das, was im Lotus-Sutra über diejenigen gesagt wird, die sich gegen das Sutra wenden.

Die Autoritäten sitzen heute in Chefetagen, Banken und Parlamenten und gerade in Japan mischt ja die SGI da sehr fleißig mit … und ich vermute einfach mal dass sie sich dort nicht mit besonders großem Eifer einer Systemkritik widmet, sondern schlichtweg Kohle scheffelt - das Spiel mitspielt.

Abgesehen davon, dass das kapitalistische Weltsystem keine andere Autorität anerkennt als die Verwertung des Kapitals (Personen sind nur Staffage, sozusagen das Anatman des Kapitals) verstehe ich was Du meinst. Es ist aber so, dass - so weit ich weiß - es innerhalb der DBU keinerlei organisierten Tendenzen gibt, die das (gesellschaftliche Verhälntis namens) Kapital (wenigstens in Form von Chefetagen und Banken) in Frage stellten. Das ist also keine Besonderheit der Soka Gakkai.

Den anfänglichen Auslandseinsatz japanischer Truppen mittels der Komeito-Partei mitzutragen spricht beispielsweise ja schon Bände über diese sog. Friedensorganisation.

Das ist unerfreulich, aber auch in Deutschland gibt es kriegsführende Parteien, die sich als Teil der "Friedensbewegung" sehen, das ist also keine SG/Komeito-Besonderheit. Ikeda hat jedenfalls große Verdienste erworben bei den Bemühungen um eine "Aussöhnung" zwischen Chinesen und Japanern (wie ich finde, ähnlich wie Brandt zwischen Polen und Deutschen).

Was Du hier beschreibst ist die Rechtfertigung von Missionierung statt auf Einsicht zu setzen.

Der Buddhismus (auch der Nichiren-Buddhismus) ist eine missionierende Religion. Missionierung und Bauen auf Einsicht muss sich nicht widersprechen.

Wenn nun also ein Mitglied zu Hause vor dem Gohonzon praktiziert und danach trachtet, wie vom Verantwortlichen aufgetragen, das Herz des Mentors/Meisters zu verstehen und sich dabei, gelinde gesagt schwer tut, so ist das auch eine Errungenschaft?? Gaaaanz großes Kino sage ich da nur.

Was spricht dagegen, sich zu bemühen, das Herz des Mentors/Meisters/Gurus zu versehen. Ich übe mich zum Beispiel darin, das Herz meiner Freundin zu verstehen - so etwas gereicht einem nur zum Vorteil, finde ich :)

Nach der allgemein nun schon anerkannten Definition von Robert J. Lifton (nicht anerkannt natürlich von denen die sie betrifft) ist die SGI schlicht weg eine Sekte.

Ich kenne diese Definition nicht (http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Lifton), meinst Du die "Korrektur der Gedanken"?

EIne Frage konnte ich bislang noch nicht beantworten. Dass sich die SG von der NSS trennte (oder die NSS die SG, erst Ikeda usw...) finde ich nachvollziehbar. Aber warum assoziierte sie sich überhaupt selbst mit der NSS und warum trennte sie sich erst "so spät"? Hast Du dafür eine Erklärung?

Kongjiazhong
Ich habe eine Begründung (Vermutung) dafür geliefert, dass es logisch wäre, wenn die Soka Gakkai nicht in die DBU wollte, dies sollte als Entschuldigung (Erklärung) dafür genommen werden, dass sie "sektiererisch" sei. Du siehst es aber anders. Sie ist gerade deshalb sektiererisch, weil sie in die DBU will. Sie ist also keine Sekte, die alle anderen für unrein erklärt und unter sich bleiben will, sondern es ist ganz hervorragend, wenn die in der DBU organisierten Organisationen und Gruppen die SGI-D für aussätzig (unrein) erklären.

Nach meinen Informationen verhält es sich eben umgekehrt. Die SGI will in die DBU und die DBU will sie unter jetzigen Gegebenheiten nicht. Dass man sich in der DBU wohl unter dem kleinsten gemeinsamen Nenner zusammenfindet liegt klar auf der Hand. Ich vermute jedoch dass die DBU nicht Steigbügelhalter für eine gewisse Seriosität gelten will, zudem ist die abfällige Haltung der SGI zu anderen Nichiren-Buddhisten sowie Anhängern anderer buddhistischen Bekenntnisse mehr als bekannt.
Die Verwendung von Krebs und anderen Krankheiten als Metaphern scheint mir keine unbekannte rhetorische Figur zu sein, ähnlich wie dies auch für Nagetiere, eine besondere Säugetierfamilie aus der Ordnung der Paarhufer und für Insekten gilt. Als Krebsgeschwür können Islamisten, Terroristen, Anti-Faschisten, Feministinnen, Faschisten, die Soka Gakkai, Kongjiazhong und so weiter bezeichnet werden. Das sollte man nicht all zu ernst nehmen. Schwerwiegender (und nachdenkenswerter) finde ich das, was im Lotus-Sutra über diejenigen gesagt wird, die sich gegen das Sutra wenden.

Nun ich denke vieles was im Lotus-Sutra beschrieben wird ist als Metapher zu verstehen ich glaube ja auch nicht, dass alle Teilnehmer bei der Zeremonie in der Luft sich der Erdanziehungskraft entzogen. Von einem Repräsentanten der SGI kann man doch wohl eine solche geistige Transferleistung zu heutigen Themen erwarten. Oder nicht?


Abgesehen davon, dass das kapitalistische Weltsystem keine andere Autorität anerkennt als die Verwertung des Kapitals (Personen sind nur Staffage, sozusagen das Anatman des Kapitals) verstehe ich was Du meinst. Es ist aber so, dass - so weit ich weiß - es innerhalb der DBU keinerlei organisierten Tendenzen gibt, die das (gesellschaftliche Verhälntis namens) Kapital (wenigstens in Form von Chefetagen und Banken) in Frage stellten. Das ist also keine Besonderheit der Soka Gakkai.

Um ehrlich zu sein ist das was die DBU hier tut Jacke wie Hose ich bin nicht ein Mitglied der DBU. Wenn aber eine Organsitaion wie die SGI schwer im Aktienhandel auch von zweifelhaften Firmen tätig ist wirft das Fragen auf genau wie sie Friedhöfe, Bürokomplexe und de facto SGI-Wohnanlagen betreibt. Als Besonderheit werte ich das nicht – siehe katholische Kirche.

Das ist unerfreulich, aber auch in Deutschland gibt es kriegsführende Parteien, die sich als Teil der "Friedensbewegung" sehen, das ist also keine SG/Komeito-Besonderheit. Ikeda hat jedenfalls große Verdienste erworben bei den Bemühungen um eine "Aussöhnung" zwischen Chinesen und Japanern (wie ich finde, ähnlich wie Brandt zwischen Polen und Deutschen).

Ikeda ist in der Aussöhnungsfrage auf einen fahrenden Zug aufgesprungen nicht mehr und nicht weniger. In Gang gesetzt hat er diesen Zug sicher nicht – auch wieder eine historische Verdrehung die man nur außerhalb Japans abkauft. Ihn mit Brandt zu vergleichen finde ich sehr amüsant.

Der Buddhismus (auch der Nichiren-Buddhismus) ist eine missionierende Religion. Missionierung und Bauen auf Einsicht muss sich nicht widersprechen.

Die Mittel die die SGI als auch die Nichiren Shoshu im Sinn von Shakubuku anwendeten sind so neu. Shoju wäre nach Ansicht in anderen Nichiren-Schulen das Mittel der Wahl.

Was spricht dagegen, sich zu bemühen, das Herz des Mentors/Meisters/Gurus zu versehen. Ich übe mich zum Beispiel darin, das Herz meiner Freundin zu verstehen - so etwas ist nur von Vorteil, finde ich

Hier nennst du einen schwerwiegenden Unterscheid. Es bleibt zu hoffen, dass du deine Freundin kennst und dich mit ihr austauschen kannst – sonst fristet du womöglich das Dasein eines Stalkers. Die Meister/Schüler Beziehung ist traditionell im Buddhismus eine sehr persönliche – nicht per Videoleinwand. Die verhindert dann auch dass ein anderer Schüler einem andern sein Verständnis vom Herzen des Meisters aufs Auge drückt.

Ich kenne diese Definition nicht (http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Lifton), meinst Du die "Korrektur der Gedanken"?

Die Definition ist in ihrer Ausführlichkeit auch in der Literatur nachzulesen und beinhaltet auch die Gedankenkontrolle im Sinn von Einreden eines schlechten Gewissens. Das kann die SGI sehr gut.

EIne Frage konnte ich bislang noch nicht beantworten. Dass sich die SG von der NSS trennte (oder die NSS die SG, erst Ikeda usw...) finde ich nachvollziehbar. Aber warum assoziierte sie sich überhaupt selbst mit der NSS und warum trennte sie sich erst "so spät"? Hast Du dafür eine Erklärung?

Na da musst du Beteiligten Ikeda und Nikken Abe fragen. Meiner Meinung nach war es ein purer Machtkampf um die Laien verbunden mit nicht zu vernachlässigenden Einkünften aus Spenden. Die SGI war eine Laienorganisation innerhalb der Nichiren Shoshu, nicht die einzige. Der Kult um Ikeda lies eben zwei Egos nicht mehr zu und auch wenn ich nicht Mitglied der Nichiren Shoshu bin so tat sie mit dem Ausschluss der SGI das einzig logische. Die Nichiren Shoshu stellt innerhlab des Nichiren-Buddhismus eine Außenseiterrolle mit ihrem Anspruch auf Orthoxidität dar ... einen Anspruche den die SGI übernommen hat und der leider im Westen das Bild des Nichiren Buddhismus geprägt hat. Nochmals die SGI wurde durch die Nichiren Shohsu ausgeschlossen nicht umgekehrt.
Grins gerade eben hat wohl jemand auf Rick Ross einen Link zum Thema eingestellt ...hört man auf den Text so fasst es meine Erfahrungen zu SGI gut zusammen http://www.youtube.com/watch?v=7k0GUDfqmnU
catflap08 hat geschrieben:
Grins gerade eben hat wohl jemand auf Rick Ross einen Link zum Thema eingestellt ...hört man auf den Text so fasst es meine Erfahrungen zu SGI gut zusammen http://www.youtube.com/watch?v=7k0GUDfqmnU


Oh the games people play now
Every night and every day now
Never meaning what they say now
Never saying what they mean

And they wile away the hours
In their ivory towers
Till they're covered up with flowers
In the back of a black limousine

Chorus
La-da da da da da da da
La-da da da da da de
Talking 'bout you and me
And the games people play

Oh we make one another cry
Break a heart then we say goodbye
Cross our hearts and we hope to die
That the other was to blame

Neither one will give in
So we gaze at our eight by ten
Thinking 'bout the things that might have been
It's a dirty rotten shame

Repeat Chorus

People walking up to you
Singing glory hallelulia
And they're tryin to sock it to you
In the name of the Lord

They're gonna teach you how to meditate
Read your horoscope, cheat your faith
And further more to hell with hate
Come on and get on board

Repeat Chorus

Look around tell me what you see
What's happening to you and me
God grant me the serenity
To remember who I am

Cause you've given up your sanity
For your pride and your vanity
Turns you sad on humanity
And you don't give a da da da da da

Repeat Chorus

Nicht schlecht das da da da da da und hier kommt das la la la la la, kennst Du sicherlich: http://www.youtube.com/watch?v=vLQcJqehYVI

aber ich bin gegen so etwas immun http://www.youtube.com/watch?v=cOtpvfMR ... re=related schon allein deshalb, weil ich zu einer gewissen

Melancholie neige http://www.youtube.com/watch?v=K5gh5WWiTIY ich finde, Du übertreibst - nach 20 Jahren - diesmal in die andere Richtung.

Wenn ich mich zum Sitzen in Versenkung Zuo Chan (auch als Za Zen bekannt) setze, schwanke ich nach links, nach rechts, nach vorne, nach hinten,

am Ende komme ich in Zhong (in der Mitte) an. Das ist nicht schlecht.

Nichts für ungut: http://www.youtube.com/watch?v=1HF22rzF2zk

Kongjiazhong
ahhh ja okay einen link den ich woanders aufschnappe bringt dich also in redeschwall ... schon recht
Hm, ich kann nicht sehen, daß die Mitgliedschaft in der DBU eine Qualitätsgarantie sein soll. Einmal in der DBU wird man ja meist nicht wieder ausgeschlossen.
Es kommt inzwischen eher von der Zusammensetzung des DBU an, welche Gruppen aufgenommen werden und welche nicht, welche Projekte man finanziert etc.
Es gibt auch in der DBU Gruppen, die für mich den Anspruch von Organisationen mit unheilsamen Strukturen erfüllen. Und es gibt wohl auch Gruppen, die (u.a. auch aus diesen Gründen) nicht in die DBU wollen.

Was ich positiv an der SGI empfinde, ist ihr Anspruch eine reine Laienorganisation zu sein. Ich denke, daß das für unsere zeit gerade im Westen die realistischere Strukturform ist. Aber das teilt sie ja auch mit anderen Neu-Nichiren-buddhistischen Gruppen. Und der Shin-Buddhismus hat ja gezeigt, daß sie auch auf Dauer tragfähig ist.
Aber insgesamt scheint mir von außen der SGI zu rigide und zu Guru-Zentriert. Ich denk nicht, daß so eine Organisation sich auf Dauer im Westen halten kann. Und viele Sachen können nicht eins zu eins von Japan nach Europa übertragen werden. Das seh ich auch beim Shin-Buddhismus so.
Auch denk ich, daß die ganzes "Wir sind die wahren Buddhisten" im Mittelalter sicher funktioniert hat. Da gibt es in allen Schulen solche Tendenzen. Aber inzwischen macht man sich damit eigentlich eher lächerlich.
Wir leben auch in einer religiös pluralen Welt, die immer vielgestaltiger wird bis hin zur Patchworkreligiösität, Ich denk, es ist wichtig, das anzuerkennen, auch anzuerkennen, daß das für den Buddhismus auch gilt. Und das der Buddhismus da nur eine Richtung unter vielen ist, und nicht mal eine besonders große in Deutschland.
Ich praktiziere z.B. Tai Chi in einer bestimmten Form (kurze Sun-Form). Aber ich hab da doch auch kein Problem damit, das andere andere Tai Chi Formen oder Qi Gong oder Yoga oder Karate praktizieren. Sicher gibt es auch da bessere und schlechtere Lehrer, und Lehrer und Gruppen, die man eher kritisch sehen kann. Aber es ist nicht dieses: Nur meines ist das wahre. Aber es kann für mich das sein, was für mich jetzt stimmig ist.
Namaste!
Ryonin hat geschrieben:
Was ich positiv an der SGI empfinde, ist ihr Anspruch eine reine Laienorganisation zu sein. Ich denke, daß das für unsere zeit gerade im Westen die realistischere Strukturform ist. Aber das teilt sie ja auch mit anderen Neu-Nichiren-buddhistischen Gruppen. Und der Shin-Buddhismus hat ja gezeigt, daß sie auch auf Dauer tragfähig ist.

Den Shin-Buddhismus würde ich in diesem Vergleich nicht als reine Laienorganisation verstehen, zumindest nicht in seiner Ausprägung hinsichtlich der beiden Jôdo Shinshû-Fraktionen Honganji-ha (Nishi Honganji) und Ôtani-ha (Higashi Honganji) oder der Buddhist Churches of America.

Wenn man die orthodoxe Sichtweise (Bhikkhus, Bhikkunis, ml. Laien und wb. Laien) vertritt, dann handelt es sich nach meinem Wissensstand grundsätzlich bei allen japanischen Traditionen um reine Laienorganisationen, da dort regelmäßig keine vollständige Vinaya-Ordination genommen wird.

Wenn man allerdings in seiner Sichtweise die japanische Entwicklung hinsichtlich des buddhistischen Mönchs-/Priestertums berücksichtigt, dann sehe ich persönlich eigentlich keinen nennenswerten Unterschied zwischen einem Jôdo Shinshû Priester, der einem Dorftempel vorsteht und seelsorgerisch für seine Gemeinde arbeitet, und beispielsweise einem entsprechenden Sôtô Shû-Priester, der nach Abschluss seiner Lehr- und Klosterzeit dasselbe tut (oder eben einem Nichiren Shû-, oder Nichiren Shôshû-Priester). Soweit mir bekannt ist dürfen alle diese Geistlichen heiraten, Sex haben und eine Familie gründen.

Der einzige Unterschied zwischen der Jôdo Shinshû und beispielsweise der Sôtô Shû oder der Nichiren Shû oder Shôshû wäre wohl der, dass die Geistlichen in den letztgenannten Traditionen auch die Möglichkeit haben, ihr Leben vollmonastisch zu führen, also als Mönche in Klöstern.

Unter reinen Laienorganisatinen verstehe ich persönlich aber Traditionen, die überhaupt keinen Klerus kennen, egal ob die Kleriker nun voll ordinierte Bhikkhus/Bhikkhunis sind, oder etwas "zwischen Bhikkhu und Laie".

Ich vertrete aber auch die Auffassung, dass die Übernahme von Strukturen wie sie außerhalb Japans vorherrschen (ursprüngliche vierfache Sangha mit Vollordinierten einerseits und Laien andererseits) im Westen problematisch ist.

gasshô >

Benkei
Ich stimme Benkei hier zu. Ich sehe nicht den Zwang sich für einen der beiden Wege entscheiden zu müssen – Laien oder Ordinierte.
Es gibt Beispiele für einen ineffektiven Klerus aber auch für zweifelhafte Laienorganistaionen, die in sich wieder neue Machtstrukturen aufbauen. Es gibt aber eben auch Beispiele wo man beides kombiniert. Wie sich dies hier im Westen entwickelt und ob es Erfolg hatte werden zukünftige Generationen beurteilen müssen da es sich um einen Prozess handelt.
catflap08 hat geschrieben:
@ Kongjiazhong

Vielelicht und nur vielelicht erklärt dies warum vor allem langjährige Mitglieder sich von der SGI distanzieren. Vielelicht sind das eben Leute die von diesem ganzen Säbelrasseln der SGI gegenüber der Nichiren Shoshu (und gegenüber allem was sich Mönch und Priester nennt und nicht in der SGI ist) die Nase voll haben weill sie pratizieren möchten - somit wären wir also bei deiner Peitsche. Ja, ich kann Verlogenheit nicht abhhaben.

Link zu Ehemaligenforum (okay tummeln sich auch der einen oder aneder Kempon Hooke fanatiker dort):http://forum.rickross.com/read.php?5,87661,page=256


Du scheinst ja ein sehr kritischer Zeitgenosse zu sein. Warum forschst du dann nicht mal ein bisschen nach, was du hier für einen Link empfiehlst?
Dieses Rickross-Forum stinkt ganz gewaltig. Forsche mal nach, wer dieser "Kultexperte" Rick Ross ist und was er selbst für einen religiösen Hintergrund hat. Auch nett finde ich, daß nur von ihm Auserwählte Kommentare in seinem Forum posten dürfen.
In meinen Augen eine ganz üble Hetzseite.
catflap08 hat geschrieben:
@ Rasmuss Kroemker

Für mich ist die SGI dem Buddhismus (auch dem Nichiren-Buddhismus) das was Scientology dem Christentum ist.


Also hier fehlen mir fast die Worte. Da ich dir keine Boshaftigkeit unterstellen will, kann es sich nur um Unwissenheit handeln. Du musst dir hier dringend etwas Nachhilfe besorgen.
Scientology und Christentum? Wie kommst du auf diesen Zusammenhang? Weisst du was eine Mitgliedschaft bei Scientology kostet?

Der Vergleich ist leider sehr schlecht.
kongjiazhong hat geschrieben:
catflap08 hat geschrieben:
...Alle sind um Abgrenzung bemüht (z.B. möchten viele die SGI nicht in der DBU haben, wahrscheinlich um dadurch das "Sektenhafte" der SGI besser "beweisen" zu können - in Österreich ist die SGI aberTeil der dortigen buddhistischen Religionsgemeinschaft, http://www.buddhismus-austria.at/websit ... hp?ba=1023)...

Interessant in dem Zusammenhang ist auch, daß der Buddhismus in jedweder Form vom Deutschen Staat überhaupt nicht als Religion anerkannt ist. Die Meinung eines DBU ändert daran nichts und interessiert auch nicht ;-)
In Österreich hingegen ist der Buddhismus sehr wohl als Religion offiziell anerkannt.
kongjiazhong hat geschrieben:
catflap08 hat geschrieben:
...Alle sind um Abgrenzung bemüht (z.B. möchten viele die SGI nicht in der DBU haben, wahrscheinlich um dadurch das "Sektenhafte" der SGI besser "beweisen" zu können - in Österreich ist die SGI aberTeil der dortigen buddhistischen Religionsgemeinschaft, http://www.buddhismus-austria.at/websit ... hp?ba=1023)...

Interessant in dem Zusammenhang ist auch, daß der Buddhismus in jedweder Form vom Deutschen Staat überhaupt nicht als Religion anerkannt ist. Die Meinung eines DBU ändert daran nichts und interessiert auch nicht ;-)
In Österreich hingegen ist der Buddhismus sehr wohl als Religion offiziell anerkannt.
Namaste!

Hallo Easyguard,
Easyguard hat geschrieben:
Interessant in dem Zusammenhang ist auch, daß der Buddhismus in jedweder Form vom Deutschen Staat überhaupt nicht als Religion anerkannt ist. Die Meinung eines DBU ändert daran nichts und interessiert auch nicht ;-)
In Österreich hingegen ist der Buddhismus sehr wohl als Religion offiziell anerkannt.

Diese Aussage ist glücklicherweise falsch.

Der Buddhismus ist sehr wohl vom Deutschen Staat als Religion anerkannt, nur gibt es in Deutschland keine als Kirche anerkannte Buddhistische Körperschaft.

Wäre der Buddhismus nämlich nicht als Religion anerkannt, dann könnte man auch keine buddhistischen Vereine mit dem gemeinnützigen Zweck "Förderung der Religion" gründen und die Spenden/Beiträge an diese religiösen Vereine steuerlich absetzen, was man allerdinga kann.

Folglich ist der Buddhismus (genauso wie derzeit auch der Islam, der Hinduismus und andere Religionen) vom Deutschen Staat defakto als Religion anerkannt.

Der Deutsche Staat zweifelt derzeit wohl auch nicht an, dass der Buddhismus eine Religion ist, was er bei anderen "Kulten" -wie den genannten Scientologen- sehr wohl tut.

Das nur zur Klarstellung.

< gasshô >

Benkei
Benkei hat geschrieben:
Namaste!

Hallo Easyguard,
Easyguard hat geschrieben:
Interessant in dem Zusammenhang ist auch, daß der Buddhismus in jedweder Form vom Deutschen Staat überhaupt nicht als Religion anerkannt ist. Die Meinung eines DBU ändert daran nichts und interessiert auch nicht ;-)
In Österreich hingegen ist der Buddhismus sehr wohl als Religion offiziell anerkannt.

Diese Aussage ist glücklicherweise falsch.

Der Buddhismus ist sehr wohl vom Deutschen Staat als Religion anerkannt, nur gibt es in Deutschland keine als Kirche anerkannte Buddhistische Körperschaft.



Hallo Benkei,

da muss ich dir leider widersprechen. Meine Frau ist Japanerin und Buddhistin. Als wir geheiratet haben, haben wir im Standesamt in München Buddhismus als ihre Konfession angegegben. Als dann auf der Heiratsurkunde bei der Konfession meiner Frau der Eintrag "-/-" war, hab ich nachgefragt und die Antwort bekommen, daß Buddhismus nicht als Konfession anerkannt ist und deswegen "-/-" in der Heratsurkunde steht.

Wikipedia schreibt dazu hier http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus: "In Österreich ist der Buddhismus eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft, in Deutschland und der Schweiz jedoch nicht."


Greetings,
Easyguard

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