Ist die SGI Nichiren und ist das Ganze Buddhismus?

Moderator: void

@ Easyguard

Hass, Propaganda … da hat sich an der Rhetorik ja nicht viel geändert, wenn man Erfahrungen und Meinungen hat die im Widerspruch zum Selbstbild der SGI stehen. Ich werde nur in diesem Thread auf deine messages antworten.

Ich muss den Hut vor Dir ziehen wenn du die fast 300 Seiten auf Rick Ross innerhalb von 10 Minuten schon gelesen hast. In der Seite wird deutlich dass sie moderiert wird und wie ich schon sagt gibt es da ein paar Poster (Anticult und Nichijew), die auch bei mir Stirnrunzeln hervorrufen. Ich verfolge die Debatte in Rick Ross mit.

Beim Ausstieg aus einer Sekte, die doch einen großen Platz im eigenen Leben hatte ist es nicht ungewöhnlich, dass man eine Bedürfnis nach Austausch und Kommunikation hat. Da die SGI rein von ihrer Größe jedoch von marginaler Bedeutung ist wird man vor Ort kaum Gruppen finden um mit anderen Aussteigern zu sprechen. Diese Lücke füllt diese Seite.
Dass du dieses Bedürfnis nicht nachvollziehen kannst ist einleuchtend. Dass diese Kommunikation im 21. Jahrhundert mittels Internet passiert dürfte auch so neu nicht sein.

Wenn man alle Berichte auf Rick Ross so liest (manche schreiben da schon lange rein andere tauchen wieder ab), so sind es eben KEINE Sensationsberichte, die dort zum Besten gegeben werden, sondern persönliche Erfahrungen. Erfahrungen erzählt man sich ja auch in der SGI sehr gern, natürlich nur im Rahmen einer eng abgesteckten Diskussion. Der Name des threads (es gibt auch andere zum Thema SGI dort) ist „Former SGI-Members“ – also nur für die gedacht, die sich nicht mehr als Mitglied der SGI sehen. Ja du hast Recht, es gibt wenige Seiten die sich mit Ehemaligen auseinadersetzen – das liegt in der Natur der Sache, die SGI ist eine kleine Gruppe in der buddhistischen Welt außerhalb Japans. Seiten voll des Lobes gibt es ja genug. Seltsam jedoch, dass dich scheinbar die pure Existenz der Seite stört und du dich weniger auf den Inhalt beziehst.
Dass Rick Ross unter Beschuss ist (unter anderem eine Klage durch Scientology scheint mir nicht verwunderlich – die haben ja auch etwas Probleme mit Kritik). In einem anderen Thread hier bei Buddhaland nahmst du auf seine jüdische Herkunft Bezug. Ich finde das allerdings unterste Schublade (welchen Geistes Kind bist du?). Innerhalb deiner 10-Minutigen Untersuchung sollte dir aufgefallen sein, dass es auch jüdische Kulte/Gruppen gibt, die dort ebenfalls beobachtet werden. Es ist zumindest das einzige Forum in dem auch ehemalige SGI’ler zu Wort kommen und sich austauschen können.

Es gab sogar einmal ein relativ offenes Forum in einer Yahoo Gruppe in dem Mitglieder der SGI, Ehemalige und Mitglieder anderer Nichiren Gruppen diskutierten. In der SGI störte man sich jedoch am Namen der Forums „Soka Gakkai“. Man drohte mit rechtlichen Schritten und benannte das Ding in „Soka Gakkai Unofficial“ um – Folge war eine stärkere Moderation in der die Kritiker der SGI nicht mehr groß zu Wort kamen, das Forum ist nun ein Schatten seiner selbst.

Ein anderes Froum/Blog ist „Fraught with peril“ da geben alle möglichen Nichiren-Anhänger ihre Gedanken Preis (auch aktive SGI-Mitglieder) – „A Byrds eye View“ ist ein interessanter Blog dazu --- auch das Schicksal der Autorin.

Das die SGI mit Kritik bzw. alternativen Sichtweisen schlecht umgehen kann ist nicht neu. Im Normalfall wird Kritik bzw. werden Kritiker als Propaganda, Erfindungen der Japansischen Regenbogenpresse, als wütige Hokkeko-Mitglieder oder Feinde des buddhistischen Gesetzes beschrieben. Oftmals zieht man die Personen an sich ins Lächerliche oder wirft eben selbst mit Dreck zurück. Letzteres nahm ja schon epische Ausmaße an beim Konflikt mit den Priestern der Nichiren Shoshu, wobei ich den Eindruck habe das letztere die SGI in den letzen Jahren, offiziell zumindest, ignorieren.
Ich habe das Gefühl dass man es in der SGI es schon als Erfolg ansieht Kritiker mundtot zu machen und wenn das nicht fruchtet sie zu diffamieren.

Vor einigen Jahren gab es einen Vorfall um eine amerikanische Autorin/Journalistin die Mitglied der SGI in den USA war und auch für die SGI arbeitete. In ihrer eigenen Webseite übte sie Kritik an SGI internen Abläufen und deutete an dass sie als Ghost-Writer für die "World Tribune" fungierte.
Wie reagierte die SGI? Die Dame wurde verklagt weil sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte nach einem eventuellen Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nichts über die SGI zu verlautbaren. Gut, rein rechtlich hatte die gute Frau schlechte Karten. Abgesehnen dass solch ein Vorfall ein schräges Licht auf die Meinungsfreiheit in den USA wirft frage ich mich aber wie paranoid muss man als religiöse Organisation eigentlich sein muss überhaupt solcherlei Verträge aufzusetzen??? Bei jeder Firma die Industriespionage fürchtet mag das nachvollziehbar sein. Selbst in der katholischen Kirche riskiert man vielleicht den Rauswurf oder Entzug einer eventuellen Lehrerlaubnis. Aber so was?

In dem oben angesprochenen Forum wie in meinen Beiträgen hier gibt es natürlich Deckungsgleichheit, da die Gründe für den Ausstieg eben bei vielen identisch sind.
Die SGI vollzieht in den letzen Jahren einen Paradigmenwechsel hin zu einem Personenkult um Herrn Ikeda. Ich war lange vor der Trennung von der Priesterschaft Mitglied der DNS. Die Priester spielten jedoch keine große Rolle abgesehen von der Grußbotschaft zum neuen Jahr und der Verteilung der Gohonzons. Nach der Trennung waren laut SGI-Lesart die Priester das Übelste was die Welt jeh gesehen hat UND es konnte nicht sein dass die Erleuchtung nur über eine Person, den Hohenpriester läuft – Korrekt.
Warum ist dann nun in der SGI ein Verständnis der Lehre Nichirens quasi nur über die Anerkennung Herrn Ikedas als Meister möglich? Und wenn du schon das Wort Hass erwähnst wäre dies genau die richtige Beschreibung wie der Priesterschaftskonflikt (von beiden Seiten) geführt wurde?
Somit wirst du in diesem Punkt zwei Arten von kritischen Äußerungen lesen. Diejenigen die neu in der SGI sind und denen der besagte Personenkult von Anfang an negativ auffällt und diejenigen die lange schon in der SGI waren und diesen oben angesprochenen Paradigmenwechsel nicht mehr tragen wollen oder können. In der letztern Gruppe sollte dir auffallen, dass viele davon weiterhin Buddhismus praktizieren und NICHT bei der Nichiren Shoshu sind.

Somit sind weder ich noch andere die diese Punkte zur Sprache bringen von irgendeinem Hass beseelt. Sondern es werden die Kommunikationswege gewählt Kritik zu äußern welche die SGI nicht fähig oder gewillt war zu hören als die jeweiligen Personen noch aktiv waren.
Die Interpretation des Prinzips von „viele Körper, ein Geist“ führt nun eben auch dazu, dass es keinen wirklichen kritischen Dialog innerhalb der SGI gibt, Ansätze dafür waren in einigen nationalen SGI-Organisationen vorhanden und wurden schlicht weg abgewürgt.

Die SGI liebt es in epischer Breite sich selbst zu beweihräuchern und sie täte gut daran, gerade in der heutigen Zeit mit anderen Mitteln der Kommunikation, zu lernen, dass es eben auch andere Meinungen zu ihrem Selbstbild gibt. Meinungen die derjenige der sich für die SGI interessiert mit der Darstellung der SGI vergleichen kann.
Es gibt Menschen die eben, wie ich, ein etwas ernüchterndes Fazit zur SGI ziehen und es auch durchaus mitteilen wollen, es nicht zu tun wäre gleichzusetzen mit Stillschweigen zu bewahren. In meinen Augen, und in den Augen vieler die auch bei Rick Ross schreiben, ist das was in der SGI passiert eben KEIN Nichiren-Buddhismus mehr.

In Sachen DBU und Situation in Österreich solltest du die rechtlichen Grundlagen vergleichen. In Deutschland benötigt man als Ansprechpartner eine zentrale Körperschaft (wie bei Katholiken, Protestanten, Juden etc.). Momentan laufen diese Diskussionen bei den Muslimen wo es eben um genau diesen zentralen Ansprechpartner geht. Hier drängt sich die Ditib in den Vordergrund die eben nun auch nicht alle Muslime anerkennen da sie auch eng mit der türkischen Regierung verbunden ist.
Übrigens werden auch zahlreiche evangelische Freikirchen nicht anerkannt.
Meines Wissens nach will die DBU die SGI nicht, aber die SGI gerne in die DBU (ob das Gerüchte sind kann ich nicht bestätigen), jedoch sehe ich persönlich gerade im Hinblick auf die Entwicklung in der SGI keine Chance auf deren Mitgliedschaft in der DBU. Zumindest nicht in naher Zukunft. Die Entwicklung disqualifiziert sie geradezu als Repräsentantin des Nichiren-Buddhismus.
Ob die DBU diesen Schritt um Anerkennung wagen wird mag ich nicht beurteilen wollen – die SGI wird wohl nicht Teil dieses Schrittes sein.
Außerdem denke ich gibt es wichtigeres als die Anerkennung als Religionsgesellschaft ... oder will man ‚Kirchensteuer’ erheben? Hierfür müsste man in Deutschland die Mitgliederzahl auch offiziell erheben, das könnte für die SGI recht ernüchternd ausfallen. Dies hängt auch mit dem Vereinsrecht zusammen und nach diesem Veriensrecht dürfte die Anzahl der offiziellen SGI-D e.V. die Zahl 12 nicht merklich überschreiten. Ergo die Mehrzahl der sog. Mitglieder sind rein rechtlich nicht Mitglied der SGI-D e.V. Das ist ein Fakt. Meines Wissens nach nachlesbar im Amtsgericht Darmstadt.
Was übrigens in deiner Heiratsurkunde stand ist richtig. Als Religion anerkannt zu sein ist nicht mit Konfession gleichzusetzen es geht hierbei auch um die Erhebung der Kirchensteuer.
Der Buddhismus ist sehr wohl vom Deutschen Staat als Religion anerkannt, nur gibt es in Deutschland keine als Kirche anerkannte Buddhistische Körperschaft.


Diese Aussage ist rechtlich richtig. Wenn man auf Anträgen als Religion Buddhist, Hindu oder Krümmelmoster angibt so erscheint ein ./.
Es geht nicht um die Erfassung als (anerkannte) Religion an sich sondern um die Anerkennung als Kirche, zwecks u.a. der Erhebung der Kirchensteuer.
catflap08 hat geschrieben:
@ Easyguard
Hass, Propaganda … da hat sich an der Rhetorik ja nicht viel geändert, wenn man Erfahrungen und Meinungen hat die im Widerspruch zum Selbstbild der SGI stehen. Ich werde nur in diesem Thread auf deine messages antworten.

Ich bin kein SGI Mitglied sondern kommentiere deine Kommentare als neutraler Beobachter, der auch die SGI -Seite kennt.
Ich muss den Hut vor Dir ziehen wenn du die fast 300 Seiten auf Rick Ross innerhalb von 10 Minuten schon gelesen hast. In der Seite wird deutlich dass sie moderiert wird und wie ich schon sagt gibt es da ein paar Poster (Anticult und Nichijew), die auch bei mir Stirnrunzeln hervorrufen. Ich verfolge die Debatte in Rick Ross mit.

Ich muss keine 300 Seiten lesen um Schwachsinn zu identifizieren. Allein dass es 300 Seiten mit Anti-SGI Propaganda in diesem Forum gibt, stinkt. Was kann man dieser Zahl schon entgegensetzen? Merkst was? Da will jemand einen Ruf vernichten.
Beim Ausstieg aus einer Sekte, die doch einen großen Platz im eigenen Leben hatte ist es nicht ungewöhnlich, dass man eine Bedürfnis nach Austausch und Kommunikation hat. Da die SGI rein von ihrer Größe jedoch von marginaler Bedeutung ist wird man vor Ort kaum Gruppen finden um mit anderen Aussteigern zu sprechen. Diese Lücke füllt diese Seite.
Dass du dieses Bedürfnis nicht nachvollziehen kannst ist einleuchtend. Dass diese Kommunikation im 21. Jahrhundert mittels Internet passiert dürfte auch so neu nicht sein.

Du kennst dich mit Religion doch ganz gut aus. Sieht man an deinen Kommentaren zu Kirchensteuer und Konfession usw. Die negative Konnotation zum Thema Sekte kommt dir doch auch ganz gut zupass, auch wenn du weisst, dass der Begriff eigentlich nicht negativ ist.
Aber wie gesagt, Scientology ist nicht mit SGI vergleichbar. Das weisst du auch. Aber die Angst vor sowas wie Scientology ist groß und daher kannst du es gut gebrauchen. nutzt die Angst vor Scientology um SGI zu schaden.


Teil 2 folgt
Wenn man alle Berichte auf Rick Ross so liest (manche schreiben da schon lange rein andere tauchen wieder ab), so sind es eben KEINE Sensationsberichte, die dort zum Besten gegeben werden, sondern persönliche Erfahrungen. Erfahrungen erzählt man sich ja auch in der SGI sehr gern, natürlich nur im Rahmen einer eng abgesteckten Diskussion. Der Name des threads (es gibt auch andere zum Thema SGI dort) ist „Former SGI-Members“ – also nur für die gedacht, die sich nicht mehr als Mitglied der SGI sehen. Ja du hast Recht, es gibt wenige Seiten die sich mit Ehemaligen auseinadersetzen – das liegt in der Natur der Sache, die SGI ist eine kleine Gruppe in der buddhistischen Welt außerhalb Japans. Seiten voll des Lobes gibt es ja genug. Seltsam jedoch, dass dich scheinbar die pure Existenz der Seite stört und du dich weniger auf den Inhalt beziehst.
Dass Rick Ross unter Beschuss ist (unter anderem eine Klage durch Scientology scheint mir nicht verwunderlich – die haben ja auch etwas Probleme mit Kritik). In einem anderen Thread hier bei Buddhaland nahmst du auf seine jüdische Herkunft Bezug. Ich finde das allerdings unterste Schublade (welchen Geistes Kind bist du?). Innerhalb deiner 10-Minutigen Untersuchung sollte dir aufgefallen sein, dass es auch jüdische Kulte/Gruppen gibt, die dort ebenfalls beobachtet werden. Es ist zumindest das einzige Forum in dem auch ehemalige SGI’ler zu Wort kommen und sich austauschen können.

Welchen Geistes Kind ich bin? Der des freien Geistes und der Toleranz. Ehrlich gesagt finde ich diese Anmerkung von dir unterste Schublade. Ich lass mich doch von dir nicht in eine Faschoecke stellen. Es ist ein Unterschied, ob jemand neutral und konfessionslos gegen "Sekten" Propaganda betreibt oder ob er einen stark religiösen Hintergrund hat. In dem Fall ist Ross halt jüdisch und vermutlich in einer (positiv formuliert) progressiven Form. Er könnte aber auch aus einer christlichen Gruppe kommen, dann fände ich das ebenso anrüchig. Also, zum letzten Mal - ich hab nichts gegen Juden.
Es gab sogar einmal ein relativ offenes Forum in einer Yahoo Gruppe in dem Mitglieder der SGI, Ehemalige und Mitglieder anderer Nichiren Gruppen diskutierten. In der SGI störte man sich jedoch am Namen der Forums „Soka Gakkai“. Man drohte mit rechtlichen Schritten und benannte das Ding in „Soka Gakkai Unofficial“ um – Folge war eine stärkere Moderation in der die Kritiker der SGI nicht mehr groß zu Wort kamen, das Forum ist nun ein Schatten seiner selbst.
ViellEin anderes Froum/Blog ist „Fraught with peril“ da geben alle möglichen Nichiren-Anhänger ihre Gedanken Preis (auch aktive SGI-Mitglieder) – „A Byrds eye View“ ist ein interessanter Blog dazu --- auch das Schicksal der Autorin.
Dialog ist immer gut. Aber ich mag es nicht, wenn nur Schmutzwäsche gewaschen wird. In deinem Fall ist mir immernoch nicht klar, was deine Beweggründe sind. Könntest du dich nicht an Scientology festbeissen. Das hätte mehr Sinn.
Das die SGI mit Kritik bzw. alternativen Sichtweisen schlecht umgehen kann ist nicht neu. Im Normalfall wird Kritik bzw. werden Kritiker als Propaganda, Erfindungen der Japansischen Regenbogenpresse, als wütige Hokkeko-Mitglieder oder Feinde des buddhistischen Gesetzes beschrieben. Oftmals zieht man die Personen an sich ins Lächerliche oder wirft eben selbst mit Dreck zurück. Letzteres nahm ja schon epische Ausmaße an beim Konflikt mit den Priestern der Nichiren Shoshu, wobei ich den Eindruck habe das letztere die SGI in den letzen Jahren, offiziell zumindest, ignorieren.
Ich habe das Gefühl dass man es in der SGI es schon als Erfolg ansieht Kritiker mundtot zu machen und wenn das nicht fruchtet sie zu diffamieren.

Ich sehe den Dreck eigentlich ausschliesslich aus einer Richtung fliegen.
Vor einigen Jahren gab es einen Vorfall um eine amerikanische Autorin/Journalistin die Mitglied der SGI in den USA war und auch für die SGI arbeitete. In ihrer eigenen Webseite übte sie Kritik an SGI internen Abläufen und deutete an dass sie als Ghost-Writer für die "World Tribune" fungierte.
Wie reagierte die SGI? Die Dame wurde verklagt weil sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben hatte nach einem eventuellen Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis nichts über die SGI zu verlautbaren. Gut, rein rechtlich hatte die gute Frau schlechte Karten. Abgesehnen dass solch ein Vorfall ein schräges Licht auf die Meinungsfreiheit in den USA wirft frage ich mich aber wie paranoid muss man als religiöse Organisation eigentlich sein muss überhaupt solcherlei Verträge aufzusetzen??? Bei jeder Firma die Industriespionage fürchtet mag das nachvollziehbar sein. Selbst in der katholischen Kirche riskiert man vielleicht den Rauswurf oder Entzug einer eventuellen Lehrerlaubnis. Aber so was?

Mag sein. Sowas gibts in jeder Religion, weil jede Religion eigentlich auch ein Machtapparat ist. Ist das bei der katholischen Kirche anders?
Teil gekürzt, weil ich den Priesterkonflikt nicht kommentieren will. Interessiert mich nicht.
...Die Interpretation des Prinzips von „viele Körper, ein Geist“ führt nun eben auch dazu, dass es keinen wirklichen kritischen Dialog innerhalb der SGI gibt, Ansätze dafür waren in einigen nationalen SGI-Organisationen vorhanden und wurden schlicht weg abgewürgt.
Die SGI liebt es in epischer Breite sich selbst zu beweihräuchern und sie täte gut daran, gerade in der heutigen Zeit mit anderen Mitteln der Kommunikation, zu lernen, dass es eben auch andere Meinungen zu ihrem Selbstbild gibt. Meinungen die derjenige der sich für die SGI interessiert mit der Darstellung der SGI vergleichen kann.
Es gibt Menschen die eben, wie ich, ein etwas ernüchterndes Fazit zur SGI ziehen und es auch durchaus mitteilen wollen, es nicht zu tun wäre gleichzusetzen mit Stillschweigen zu bewahren. In meinen Augen, und in den Augen vieler die auch bei Rick Ross schreiben, ist das was in der SGI passiert eben KEIN Nichiren-Buddhismus mehr.
Vielleicht gründet Rick Ross ja bald seine eigene Sekte. Dann hätte er gleich ein paar Tausend Anhänger :D Sorry, ich kann nicht ernsthaft über den Typen reden. Die Webseite von dem ist sowas von schlecht. Macht der das eigentlich hauptberuflich? Das muss sich ja lohnen.
Selbstbeweihräucherung machen andere Religionen ja gar nicht. Also die Katholiken ja gar nicht, gell. Die haben den Weihrauch erfunden!

Noch ein Kommentar zur SGI. Ich habe nicht den Eindruck, daß dort jemand zum willenlosen Sektenschäfchen erzogen wird. Und wenn doch, dann sollen die Leute halt gehen. Soviel Eigenverantwortung sollte man schon aufbringen. Oder behauptest du die Seelchen der Mitglieder sind gefangen im Netz der Spinne und können nicht mehr in die Freihet entweichen. Dann sind wir wohl bei Scientology. Denn dann haben sie ihr Vermögen verzockt, sind hoch verschuldet und haben mit ihrer Familie und allen anderen sozialen Kontakten gebrochen. Das ist aber bei SGI nicht der Fall.

Aber ich bin immernoch nicht schlauer, was deine Beweggründe sind. Also nochmal zur Ausgangsfrage. Ich nehm dir nicht ab, dass du nach 20 Jahren gemerkt hast, dass die SGI dich betrogen hat. Du könntest ja auch ein Mitarbeiter der evangelikalen Sektenaufklärung oder so sein. Wäre ja möglich. Ich will dir nicht zu nahe treten. Würde dich nie fragen welch Geistes Kind du bist.
Aber was du tust ist ja nicht nur diskutieren. Du hast dir zur Aufgabe gemacht die SGI zu bekämpfen. Das sieht man hier und in anderen Foren. Warum das. ich habs noch nicht kapiert.
Es gibt doch viel wogegen man sinnvoll kämpfen kann. Du könntest deine Energie doch in eine Selbsthilfegruppe für die Opfer der katholischen Kirche stecken oder dich gegen den Mammon Geld und Konsum einsetzen, dem unsere Gesellschaft verfallen ist (Werte schaffen - oops, jetzt rede ich schon wie ein SGI). - Humor kann man ja nicht verbieten, oder?
Also warum?
LOL
ich habe mir nicht zur Aufgabe genmacht die SGI zu bekämpfen, sondern dort wo nötig meine Sicht der Dinge darzustellen, aber wenn du nicht slelbst Anhänger der SGI bist fehlt dir der Hintergund auch im Hinblick auf die Geschichte.
Ich habe auch selbst geholfen die Villa Sachen zu renovieren, ob du das was ich als Unrecht im Sinne des Nichiren-Buddhismus nenne nachvollziehne kannst wage ich zu bezweifeln weil du als nicht-SGI-Anhänger die nicht einmal im Ansatz anchvollziehen kannst. Du hast nicht die Einsichten.
Rick Ross ist keine Sekte sondern nicht mehr und nicht weniger als ein Forum in dem sich Mitglieder und EX-Mitglieder verschiedeber Kultbewgeungen und Familienangehörige austauschen. Die SGI ist da von marginaler Bedeutung.
Die Zugehörigkeit des Seitenbetrisbers zur jüdsichen Religion haben nicht ich sonden DU ins Spiel gebracht.
Hui,
wenn ich hier so herumlese, denke ich mir:
Es gibt einfach unterschiedliche Erfahrungen, es gibt Fakten und es gibt vieles dazwischen ... Erfahrungen, die für den einzelnen zu Fakten werden,
aber noch lange nicht für alle gelten müssen oder können.

Ich finde gut, wenn man sich austauscht und auch, wenn man aus eigenen Erfahrungen begründet "Warnungen" ausspricht.
Ich les mir das auch alles durch, aber ich mach mir da mein eigenes Bild.
Deine Erfahrungen, lieber cat, werd ich aber im Hinterkopf behalten und vielleicht durch deine Geschichte auch vielen Dingen nicht so unkritisch umgehen,
wie ich es normalerweise vielleicht getan hätte.

Wie man merkt, bin ich nich so die Redenschwingerin und vielleicht is es auch gerade völlig am Thema vorbei, was ich hier schreibe.
Aber es liegt mir am Herzen, das loszuwerden. Diskussionen können sehr bereichernd sein, aber manche machen mir in ihrer Heftigkeit schon ein bisschen "Angst".
Es gibt doch nicht nur eine Wahrheit.
catflap08 hat geschrieben:
LOL
ich habe mir nicht zur Aufgabe genmacht die SGI zu bekämpfen, sondern dort wo nötig meine Sicht der Dinge darzustellen, aber wenn du nicht slelbst Anhänger der SGI bist fehlt dir der Hintergund auch im Hinblick auf die Geschichte.
Ich habe auch selbst geholfen die Villa Sachen zu renovieren, ob du das was ich als Unrecht im Sinne des Nichiren-Buddhismus nenne nachvollziehne kannst wage ich zu bezweifeln weil du als nicht-SGI-Anhänger die nicht einmal im Ansatz anchvollziehen kannst. Du hast nicht die Einsichten.

Doch, du kämpfst ziemlich, auf allen Kanälen, von Wikipedia über Zeitungsartikel bis zu diesem Forem. Du investierst viel Zeit und Energie.
Was du bisher gesagt hast war, das SGI die Scientology der Christen sind - muss ich leider als Unfug deklarieren.
Dass die einen Ikeda-Kult haben - ja, naja. Das stimmt, ist aber nicht so dramatisch.
Dass sie lt. DBU-Sektendefinition sektenartige Strukturen aufweisen.- Mei, kann man sehen wie man will.
und noch ein paar weitere Beschuldigungen, die man diskutieren kann.
Ich kann das nicht nachvollziehen, weil ich nicht drin bin. - Ja, aber meine Frau ist drin, seit ihrer Geburt. Und an ihrem Seelenheil bin ich ganz nah dran, das darfst du mir glauben.

Also was genau wurde dir angetan? Du hast gemerkt, daß das ganze eine ausbeuterische Religion ist und dann bist du gegangen? Woher dann die Wut?
Die SGI ist ja auch nicht so verschwörerisch, daß die kultartigen Elemente erst nach 20 Jahren sichtbar würden.
Ich treib mich ja auch nicht auf vielen verschiedenen Foren rum und versuche mich an der katholischen Kirche zu rächen. Hab auch erst nach 30 Jahren gemerkt, daß die mich betrogen haben.

Dir muss entweder fürchterliches angetan worden sein. Oder du kämpfst aus anderen Gründen gegen die SGI.
Wäre klasse, wenn wir das noch rausbekämen. Die Renovierung der Villa Sachsen wird dich ja nicht so traumatisiert haben, nehmn ich an.
Vielleicht warst du ja auch nur 20 Jahre naiv und in blindem Schäfchengehorsam. Aber dann solltest du dir das der Fairness halber auch erwähnen.
Rick Ross ist keine Sekte sondern nicht mehr und nicht weniger als ein Forum in dem sich Mitglieder und EX-Mitglieder verschiedeber Kultbewgeungen und Familienangehörige austauschen. Die SGI ist da von marginaler Bedeutung.
Die Zugehörigkeit des Seitenbetrisbers zur jüdsichen Religion haben nicht ich sonden DU ins Spiel gebracht.

Jewish Reform Movement klingt für mich nicht sehr neutral. Ich meine das nicht politisch.
Das hat mit Wut recht wenig zu tun ... sondern damit meinen Teil der Geschichte darzulegen. wenn für dich Personenkult okay ist ist es sowieso unnötig weiter zu diskutieren - siehe DBU-Liste.
Die Auslegung der Meister-Schüler Beziehung der SGI hat in meinen Augen, und in den Augen anderer Buddhisten, auch Nichiren-Buddhisten, wenig mit Buddhismus gemein. Mein Anliegen ist, dass man den Eindruck erliegen könnte die SGI sei die alleinige Repräsentantin des Nichiren Buddhismus. Das ist sie nicht - Beispiele warum die das m. E. nicht ist habe ich angeführt - darum geht es.
catflap08 hat geschrieben:
Das hat mit Wut recht wenig zu tun ... sondern damit meinen Teil der Geschichte darzulegen. wenn für dich Personenkult okay ist ist es sowieso unnötig weiter zu diskutieren - siehe DBU-Liste.
Die Auslegung der Meister-Schüler Beziehung der SGI hat in meinen Augen, und in den Augen anderer Buddhisten, auch Nichiren-Buddhisten, wenig mit Buddhismus gemein. Mein Anliegen ist, dass man den Eindruck erliegen könnte die SGI sei die alleinige Repräsentantin des Nichiren Buddhismus. Das ist sie nicht - Beispiele warum die das m. E. nicht ist habe ich angeführt - darum geht es.

Die Frage was dich 20 Jahre lang davon abgehalten hat den Personenkult zu erkennen wird wohl unbeantwortet bleiben. Wäre interessant gewesen.

Noch zwei Punkte zur Sektendefinition:
1. soziale Abschottung der Mitglieder von der Ausswenwelt
2. Druck, sein Vermögen an die Glaubensgemeinschaft abzugeben

Ob das auf SGI zutrifft weisst du selber.
Lotus hat geschrieben:
Hui,
wenn ich hier so herumlese, denke ich mir:
Es gibt einfach unterschiedliche Erfahrungen, es gibt Fakten und es gibt vieles dazwischen ... Erfahrungen, die für den einzelnen zu Fakten werden,
aber noch lange nicht für alle gelten müssen oder können.

Ich finde gut, wenn man sich austauscht und auch, wenn man aus eigenen Erfahrungen begründet "Warnungen" ausspricht.
Ich les mir das auch alles durch, aber ich mach mir da mein eigenes Bild.
Deine Erfahrungen, lieber cat, werd ich aber im Hinterkopf behalten und vielleicht durch deine Geschichte auch vielen Dingen nicht so unkritisch umgehen,
wie ich es normalerweise vielleicht getan hätte.

Wie man merkt, bin ich nich so die Redenschwingerin und vielleicht is es auch gerade völlig am Thema vorbei, was ich hier schreibe.
Aber es liegt mir am Herzen, das loszuwerden. Diskussionen können sehr bereichernd sein, aber manche machen mir in ihrer Heftigkeit schon ein bisschen "Angst".
Es gibt doch nicht nur eine Wahrheit.


Zwischen Wahrheit und Vergleich mit Scientology besteht aber ein kleiner Unterschied. Und darum geht es mir.
Namaste!
Easyguard hat geschrieben:
Benkei hat geschrieben:
Easyguard hat geschrieben:
Interessant in dem Zusammenhang ist auch, daß der Buddhismus in jedweder Form vom Deutschen Staat überhaupt nicht als Religion anerkannt ist. Die Meinung eines DBU ändert daran nichts und interessiert auch nicht ;-)
In Österreich hingegen ist der Buddhismus sehr wohl als Religion offiziell anerkannt.

Diese Aussage ist glücklicherweise falsch.

Der Buddhismus ist sehr wohl vom Deutschen Staat als Religion anerkannt, nur gibt es in Deutschland keine als Kirche anerkannte Buddhistische Körperschaft.

Hallo Benkei,

da muss ich dir leider widersprechen. Meine Frau ist Japanerin und Buddhistin. Als wir geheiratet haben, haben wir im Standesamt in München Buddhismus als ihre Konfession angegegben. Als dann auf der Heiratsurkunde bei der Konfession meiner Frau der Eintrag "-/-" war, hab ich nachgefragt und die Antwort bekommen, daß Buddhismus nicht als Konfession anerkannt ist und deswegen "-/-" in der Heratsurkunde steht.

Wikipedia schreibt dazu hier http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus: "In Österreich ist der Buddhismus eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft, in Deutschland und der Schweiz jedoch nicht."

Der Wiki-Eintrag ist insoweit nicht gelungen, als der Terminus "anerkannte Religionsgemeinschaft" hier gleichbedeutend mit "kirchenrechtliche Körperschaft" oder "kirchensteuererhebungsberechtigte Körperschaft" verwendet wird - denn da liegt defakto der wichtige Unterschied, wie catflap08 auch zutreffend schreibt.

In Österreich gibt es eine Buddhistische Kirche, die an Schulen Religionsunterricht geben kann und - ich unterstelle jetzt einfach mal, dass Österreich auch zu den wenigen Ländern gehört, die eine Kirchensteuer kennen - Kirchensteuer erheben darf.

In Deutschland haben das neben der römisch katholischen Kirche, der altkatoholischen Kirche, der evangelischen Kirche und der jüdischen Kultusgemeinde bis jetzt erst die Zeugen Jehovas hinbekommen, als Kirche anerkannt zu werden - und bei letztgenannten ist der Vorgang noch nicht abgeschlossen.

Bei den Muslims und auch bei der DBU gibt es entsprechende Gruppierungen, die derartiges auch für ihre Religionsgemeinschaften anstreben.

Ob man nun aber eine anerkannte Kirche ist oder nur ein religiöser Verein - beide sind staatlich anerkannt. Nur die "Entfaltungsmöglichkeiten" sind andere.

Ich hoffe, damit haben wir in diesem OT-Bereich "alle Klarheiten beseitigt" :wink:

< gasshô >

Benkei
catflap08 hat geschrieben:
Mein Anliegen ist, dass man den Eindruck erliegen könnte die SGI sei die alleinige Repräsentantin des Nichiren Buddhismus. Das ist sie nicht - Beispiele warum die das m. E. nicht ist habe ich angeführt - darum geht es.

Na, die BDU ist m.E. auch nicht die die alleinige Repräsentatin des Buddhismus.
Ich glaube, man sollte da mal die Kirche (oups, alte Gewohnheit) im Dorf lassen und einfach hinnehmen, daß jede Organisation, von der kath. Kirche bis zur kleinsten Sekte oder Website ihrem Selbstverständnis nach 100%ig richtig liegt und das auch rausposaunen darf. Was man davon hält darf aber jeder selbst entscheiden.

Ich bin ja nun Mitglied in der SGI, in den Verantwortungen "aufgestiegen", habe aber in der Villa Sachsen noch keinen Finger krumm gemacht und erlaube mir mal eine Meinung als Insider:
Man darf sehr wohl Kritik äußern und das wird reichlich getan! Die Zahl der rollenden Augen, wenn mal wieder ein Sensei-Gedicht vorgetragen wird, ist legendär. Auch habe ich sehr früh erlebt, daß viele Mitglieder den Saal verlassen haben, als ein Video mit einer Versammlung aus Japan gezeigt wurde. Und mit der Meister-Schüler-Beziehung tun sich die meisten doch sehr schwer. Ich auch.
(Aber dazu sollte man einen neuen Strang aufmachen, sonst verzetteln wir uns.)
Setzt mich deshalb jemand unter Druck? Nein.
Werden andere unter Druck gesetzt? Nicht, soweit ich das sagen kann.

Wenn man mich fragt, wie die SGI-D ist, dann würde ich sagen, es ist ein typischer deutscher Verein! Wir sind ein Haufen ambitionierter Laien. Die einen werden es übertreiben. Die anderen nehmen es nicht ernst. Jeder kocht sein Süppchen.
Aber eben deshalb sind wir keine sektenartigen Unterdrücker. Dazu fehlt uns einfach der Machthunger und, seien wir ehrlich: Die Kernkompetenzen. Das können andere besser, aber die beanspruchen auch die Deutungshoheit, was eine Sekte ist.
Ich hatte die Ehre an einer Reihe von SGI-Komitees teilnehmen zu dürfen und kam mir vor wie beim Kaninchenzüchterverband Brumsbach e.V.
Das sind alles nette Menschen, die tun, was sie können.
Sie opfern ihre Freizeit, sie hangeln sich an dem entlang, was sie als bewährt ansehen und soweit ich das sagen kann, wollen sie nur, daß sich alle wohlfühlen.
Vielleicht leben wir aber auch einen rheinihschen Buddhismus hier und in Berlin oder Waldorf kreist der Hammer? Das kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen: Wer sich nicht wohlfühlt kann gehen, das ist immer noch ein Grundrecht.

Zwanzig Jahre lang hinter der falschen Erleuchtung herzurennen ist bestimmt hart. Auch ich bin 20 Jahre wie ein Schaf dem Kreuz gefolgt. Zum Glück habe ich den Absprung geschafft, als ich sah, daß ich den Laden nun auch noch mit meinem eigenen Geld versorgen sollte und man mehr von mir nicht wollte. Auch in mir ist noch eine Menge Frust über die Zeit als Christ und ich kann verstehen, daß ehemalige Mitglieder, die sich wahrscheinlich einer "etablierten" Religion abwandten und den Buddhismus annahmen, besonders enttäuscht sind, wenn sich ihre Erwartungen nicht erfüllt haben.
Mir stellt sich nur die Frage (nicht bös' sein): "Warum hast du in der Organisation nichts verändert?" Nach meinen Erfahrungen geht das sehr wohl, denn Verantwortliche werden immer händeringend gesucht.

Der gern durchgekaute Priesterschaftskonflikt geht mir persönlich übrigens ganz gehörig auf den Sack, egal welche Seite ihn vorträgt. Ich kenne nicht alle Einzelheiten. Ich will sie auch nicht kennen. Ich bin erst nach der Spaltung Buddhist geworden.
Ich kann nur sagen: "Keine Priester? SUPER! Niemand steht zwischen mir und der Buddhaschaft." Als ich noch Christ war ist mir dieses scheinheilige Volk schon übel aufgestoßen und ich finde gerade deren fehlen erfrischend und inspirierend.

In diesem Sinne

Der Dude
Lotus hat geschrieben:
Aber es liegt mir am Herzen, das loszuwerden. Diskussionen können sehr bereichernd sein, aber manche machen mir in ihrer Heftigkeit schon ein bisschen "Angst".

Im Grunde ist das das übliche Niveau, wenn Ehemalige und Aktive aufeinanderprallen: Die einen sind enttäuscht, die anderen fühlen sich ungerecht behandelt. Ich kenne diese Debatten aus Zeiten im Fußballverein ebenso, wie aus dem politischen Ortsverein oder den Pfadfindern. Wenn man rausgeht, wars schrecklich. Ist man drin, ist es gut.
Ich finde Kritik ist gut und ich will gar nicht behaupten, wir wären alle so erleuchtet, daß wir beim chanten über dem Kissen schweben. Aber es entsteht der Eindruck, man müsse in der SGI seinen freien Willen abgeben. Und ich fühle mich persönlich in die Ecke gestellt mit jenen Sektentypen, die dir das Geld aus der Tasche ziehen, dich kaputt machen und dann wegwerfen. Das ist in der SGI und im Nichiren-Buddhismus nach meiner Erfahrung nicht so.

Du schreibst, du hast seit 1,5 Jahren Kontakt zu Nichiren-Buddhisten.
Was denkst du? Von außen? Wie sind die/wir drauf?

Und was mich interessieren würde: Löcherst du die mit Fragen? Wenn ja, kriegst du gute Antworten?
Wenn nein: Warum fragst du nicht? Bzw. was an den Antworten gefällt dir nicht?

In diesem Sinne

Der Dude
@ easyguard

Die Frage was dich 20 Jahre lang davon abgehalten hat den Personenkult zu erkennen wird wohl unbeantwortet bleiben. Wäre interessant gewesen.

Noch zwei Punkte zur Sektendefinition:
1. soziale Abschottung der Mitglieder von der Ausswenwelt
2. Druck, sein Vermögen an die Glaubensgemeinschaft abzugeben

Ob das auf SGI zutrifft weisst du selber.


Also irgendwie habe ich das Gefühl die liest etwas oberflächlich. Der Personenkult war lange unterschwellig da, verstärkte sich jedoch in einem großen Maß seit etwa den 2000er Jahren (siehe als ich Paradigmenwechsel schrieb).
War man in früheren Jahren etwas "Ikedaskeptisch" war wurde das zur Kenntnis genommen und ich machte daraus auch nie ein Geheimnis (wie andere auch). Mit der Verschärfung in der Rhetorik um den Priesterschaftskonflikt, zweite Änderungen im Ablauf des täglichen Gebets und Verkürzung der Rezitation des Lotos Sutras, wurde die Gewichtung auf Ikeda mehr und mehr verstärkt, selbst Nichiren trat in den Hintergrund. Shakyamuni Buddha wird kaum mehr im Studienmaterial groß erwähnt oder in Studienversammlungen beiläufig erwähnt.
In früheren Jahren wurden die Schriften Nichirens ausführlich studiert nun werden die Schriften Ikedas ( Siehe der ROMAN[!] die "Menschliche Revolution") mit gleicher Hingabe studiert wie früher die Schriften Nichirens. Ich trat in der 1980er Jahren bei und somit beschreibe ich hier einen Prozess. Mit meinem wachsenden Unmut ob der Zustände in der SGI die ich auch zur Sprache brachte (man empfahl mir meine Beziehung zu Ikeda mittels chanten zu vertiefen - ganz großes Kino) ging ich dazu über auch einmal Studienmaterial im Bezug auf den Nichiren-Buddhismus, welches weder von der SGI noch einer anderen Nichiren-Schule sanktioniert wurde, zu konsultieren. Nach Abgleich mit dem Materialien der SGI, der Nichiren Shoshu und der Nichiren Shu musste ich feststellen dass mir in machen Punkten schlicht weg die Unwahrheit aufgetischt wurde.
Nach 20 Jahren setzt da schon eine gewisse, wie soll ich sagen, Unzufriedenheit ein. Man muss hier sagen dass das Internet auch das Offenlegen anderer Quellen sehr erleichtert, derlei Quellen überhaupt zu konsultieren wurde damit quittiert zu sagen dass mein Glaube nicht tief genug sei.
In Sachen soziale Abschottung sei angemerkt dass hiermit keine Isolierung gemeint ist sondern dass wenn man bis zu drei, vier Versammlungen pro Woche besucht man quasi nur noch von SGI-Mitgliedern umgeben ist und persönliches nur noch mit Mitgliedern bespricht. Eine Falle in dich gelaufen bin genauso wie zu glauben, dass nur das was die SGI sagt auch Wahrhaftig sei.
Sagt man am Telefon „ich würde aber lieber zu dieser oder jener Party gehen „ oder einfach mal 5 gerade sein lassen heißt es "aber XY braucht unsere Unterstützung".
Und glaube mir bitte eines. Ein Vorwurf der in Rick Ross gemacht wurde, dass manche Verantwortliche der SGI von einer Versammlung zur anderen rennen um andere zu "unterstützen" während sie selbst zu Hause katastrophale Beziehungs- und Familienverhältnisse hatten kann ich zu 100% bestätigen !
In Sachen Finanzen kannte ich genug Mitglieder, die in sehr großem Umfang spendeten - denn zu Spenden vermehrt ja das Glück für das eigene Leben - Zitat ende.
Im normalen Leben spendet man jedoch einfach weil man helfen will - Punkt um - ohne Gegenleistung. In der SGI stellt man es jedoch so dar als würde es die guten Umstände im eigenen Leben in Gang setzen. Ich kenne Mitglieder die im fünf stelligen Bereich spendeten ---- okay paar Jahre später waren sie fast Pleite aber was soll es - komisch da unterstützt dann niemand. Zudem gibt es in der SGI keinen Jahresbericht wie er in jedem Kaninchenzüchterverein üblich ist – soviel zur Transparenz.
Du scheinst die Kritik, meine Kritik, als Kritik gegen dich und deine Frau gerichtet zu sehen. Ich habe selbst noch Kontakt zu sehr netten SGI-Mitgliedern, die sogar meine Kritik teilen aber schlicht weg fürchten diese Kritik selbst offen zu äußern, meinen Schritt zu folgen lässt sie fürchten in die "Hölle des unaufhörlichen Leides" zu fallen. Wenn eine Organisation, und deren Führer, fähig ist solche Empfindungen zu generieren werde ich dazu nicht schweigen. Zur gleichen Zeit werde ich den Teufel tun ein einziges Mitglied beim Namen zu nennen denn es würde eine Weltbild zusammenbrechen.
Wenn der einzelne nicht gewillt oder in der Lage ist zu erkennen dass in dieser Gruppierung etwas nicht stimmt so kann ich ihn oder sie dazu nicht zwingen, aber ich kann dazu beitragen zu versuchen einen anderen Blickwinkel einzunehmen. Um dies zu tun müssen aber auch Informationen vorhanden sein. Ein eisernes SGI-Mitglied wird diesen Versuch jedoch erst gar nicht unternehmen denn das wäre für ihn/sie ein Akt der Verleumdung.
@ Catflap
Na das sind endlich mal konkrete Aussagen. Danke.
Ich kann das nachvollziehen und verstehe jetzt auch deine Einstellung.
Ausserdem fühe ich mich nicht angegriffen, wenn jemand Kritik übt. Ich fühle mich nur angegriffen, wenn jemand den Vergleich mit Scientology zieht. Bei Scientology kenn ich mich zufällig ein bisschen aus.

Ich glaube dir deine Erfahrungen ohne Zweifel. Meine Erfahrungen mit SGI sind bisher ganz anders.
Meine Frau geht maximal 1x pro Woche zu einem Treffen mit der SGI. Wir haben auch keine Ikeda Bücher zu Hause etc. Wenn die Regionalleiterin irgendeine Art von Druck aufbauen würde, würde sie damit nicht weit kommen. Meine Frau sagt, sie hat es gelernt, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, das gilt genauso für SGI. Das wundert mich etwas, denn sie ist wie gesagt seit ihrer Geburt SGI. Also die Konditionierung von Kindheit an scheint da nicht gefruchtet zu haben. Oder in Japan geht man einfach normaler damit um. Ich weiss es nicht. Wenn jemand mit 40 plötzlich Christ werden wollte, dann würde derjenige das bestimmt sehr viel ernsthafter betreiben, als ich, der zufällig als Christ geboren ist.

Daher meine buddhistische Prämisse: Der Weg der Mitte ist der rechte Weg und die Welt ist nicht schwarz oder weiss (obwohl ich gar kein Buddhist bin, jedenfalls nicht bewusst).

Ich weiss nicht, ob der Theravada-Buddhist in Sri Lanka nicht auch eingetrichtert bekommt, dass er so oder so leben muss, sonst kommt er im nächsten Leben als behinderte Kreatur auf die Welt (hab ich jetzt erfunden). Religion ist immer Macht. Und deshalb bin ich generell ein Gegner von Religionen. Und da finde ich die SGI nicht besser oder schlechter als andere. Ich glaube auch, daß die Nichiren-Priester da keinen Deut besser sind.

Aber im Grunde heisst das auch, daß die UNO und Ghandi und die ganzen Institutionen, die Ikeda die höchsten Würden verliehen haben, entweder alle korrupt sind, oder seine Ziele für ihre Zwecke nutzen. Vielleicht ist ein friedliches Japan ohne Kriegsambitionen genau das Ziel eines mächtiger werdenden China (ein bisschen verschwörungstheoretisch mal so ins Blaue hineingedacht). Es gibt ja die Theorie, daß China den Buddhismus bewusst in Nachbarländer exportiert hat, um diese friedfertig zu machen.

Die katholische Kirche wäre übrigens bei genauer Analyse einer der brutalsten Sekten und seit 2000 Jahren erfolgreich mit Himmel und Fegefeuer, aber das ist ein anderes Thema.

Greetings
Easyguard
Hallo

Na da nähern wir uns doch zumindest etwas an.

Was die Würdigungen angeht machen mich als Akademiker die vielen Doktorwürden eher skeptisch. Fakt ist, dass an ausländischen Unis Zuwendungen und Sponsorentätigkeiten mit solchen Würden quittiert werden. Ob nun Herrn Ikedas Titel so zu Stande kamen bleibt offen. Dies nachforschen wäre sicher interessant, aber ist mir viel zu aufwendig. In Europa fallen diese Würdigungen auffallend spärlich aus, auch wenn selbst in Deutschland Konzernmanager nun mit Ehrenprofessuren „gewürdigt“ werden – hat an den entsprechenden Unis auch für Aufsehen gesorgt.
Selbst nachgeforscht habe ich nur den „Gold medal of merit der European Academy of Sciences and Arts“ den er im Jahre 2000 bekam. Auf Anfrage wurde mir bestätigt, dass Herrn Ikedas Sohn (Hiromasa Ikeda) Mitglied der „European Academy of Sciences and Arts ist – gut kann man nun denken was man will.
Für die „Gandhi Foundation for Non-Violent Peace“ konnt ich wenig finden nur dass sie wohl nichts mit der offiziellen Gandhi Foundation zu tun hat.
Die „Organisation for the Research of World Peace“ hat ihren Sitz in Nigeria … fand es komisch dass der Preis dann in Paris verliehen wurde.
Dass du Gandhi anspricht bringt mich gleich auch auf Dr. Martin Luther King – gerne wird Ikeda in der SGI mit diesen Männern verglichen. In Rick Ross sagte jemand, dass es schon interessant sei, dass nicht dokumentiert sei, dass die SG diese beiden Männer zu Lebzeiten sei es verbal oder in anderer Form unterstützt hat. Gerade im Falle King interessant, da Herr Ikeda in diesen Jahren die USA bereiste. Das sind alles um Gottes Willen keine Beweise für irgendetwas aber es macht einen wie mich dann doch etwas stutzig.

Dein Vergleich zw Politik und Religion ist ein charmanter Gedankengang. Ist auch Thema bei Robert J. Lifton.
In beiden Fällen wird man den Mainstream finden, klare politische Ziele oder religiöse Vorstellungen. Man findet auch bei beiden die Extreme, die Mechanismen in extremen politischen und religiösen Gruppen gleichen sich meiner Meinung nach sehr. Eine Art fanatische Treue zu einer Idee die andere Ideen und Wertvorstellungen meist ausschließt sowie auffallend oft Hinwendung und Treue zu einer Führerfigur.

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