Soka Gakkai

Moderator: void

Levi McLaughlin, ein Doktorand der Princeton University, hält hier auf Englisch einen, wie ich finde, interessanten “religionssoziologischen” Vortrag zur Entwicklung der Soka Gakkai. Die moderne Gegenwart beginnt in seiner Präsentation gegen 19:00, davor geht es eher um die Geschichte der Organisation.

Ethnographic and Historical Perspectives on Sōka Gakkai, Japan's Largest Active Religion
http://www.youtube.com/watch?v=jx1st9FSK98

Kongjiazhong
Schön, dass du den Vortrag wieder gefunden hast er war auch einmal in der Wikipedia, wurde dann aber gelöscht.
Der Vortrag ist sehr differnziert und geht auch auf politsiche Ambitionen der SGI ein - sehr neutral gehalten wie ich finde.
Gassho
Nicht schlecht ist auch dieser Artikel: http://www.dragantodorovic.com/articles/soka.html
Ich suche Leute, die in der Soka Gakkai sind und gleichzeitig auch einige Dinge kritisch sehen.
Bei mir ist es so, dass ich Mitglied bin und, mit Stand heute, bleiben will, aber wahnsinnig gerne
mal einen Austausch mit kritischen Geistern führen würde.

Obwohl ich die Schriften von Ikeda gut finde, gibt es natürlich vieles an seiner Person und seinem
Handeln, was ich ziemlich kritisch sehe (die politische Partei, die in Japan hinter der Soka Gakkai steht;
die Machstellung von Ikeda, das stete Wiederholen der Priesterproblematik).

Dennoch will ich, wie gesagt, erstmal bleiben, aus verschiedenen Gründen.
Ein Grund ist, dass für mich "mein Meister" sozusagen im Sinne von Vorbild der Gründer der Soka Gakkai
ist, Makiguchi.

Gibt es hier Mitglieder, die gerne Mitglieder sind und trotzdem Probleme mit einigen Dingen haben?
@ Rulesgirl

Hallo also ich war 20 Jahre Mitglied habe aber seit über 5 Jahren keinen direkten Kontakt mehr zur SGI. Die Themen, die du angeschnitten hast, waren eben für mich der Grund den Rückzug anzutreten. Es gibt aber noch viele in der SGI, die wie du gewissermassen einen kritischen Verbleib praktizieren und deren Zahl ich als nicht mal so klein einschätze. Ich kann dich nur ermutigen mehr über den Nichiren Buddhismus, seine Geschichte zu lernen und auch mal die übliche SGI-Litaratur dafür zu ignorieren. Bist du des Englsichen mächtig? Denn da gibt es mitunter sehr gute Literatur, nicht zu vergessen das hier oft zitierte Standardwerk im Deutschen von Yukio Matsudo ! Sehr lesenswert.
Gassho
Catflap08
Hallo Catflap08

Danke für die Tipps. Ich werde mir das mal angucken.

Ich hatte die Hoffnung Leute wie Dich zu treffen, außerhalb, aber auch innerhalb der SGI.

Innerhalb macht mir zur Zeit zu schaffen, dass ich kaum kritische Stimmen höre.
Obwohl kürzlich im Express ein Bericht über ein Treffen der Übersetzer war, wo unter anderem stand, dass
die Videos der Leiterversammlungen selbst für langjährige Mitglieder kaum erträglich wären.
Aber die Mitglieder, die ich direkt kenne, die sind begeistert und würden alles, was in die Richtung geht als
Art Verrat ansehen.

Die Grußbotschaften, die in jüngster Zeit erscheinen, weisen darauf hin, dass D. Ikeda keinen Nachfolger bestimmen
will, sondern vielmehr für den Fall seines Todes es befürwortet, dass die SGI sich selbst organisieren
soll.
Darin könnte natürlich eine Chance liegen.

Darf ich Dich fragen, ob Du die Ausübung an sich trotzdem weiter praktizierst?

Viele Grüße
Rulesgirl
Hallo Rulesgirl,

Die von Dir beschriebene Stimmung bestätigt sich national wie international. Leider fällt es sehr schwer zu sagen was von Hr. Ikeda stammt und was nicht, da ja auch einige Ghotswriter am Werk sind. Ich parktiziere immernoch den Nichiren-Buddhismus und habe auch durch die Nichiren-Shu viel dazugelernt - Nein, ich bin nicht bei der Hokkeko. Gerade der von der SGI praktizierte Dogmatismus (den man nebenbei bemerkt niergendwo nachlesen kann - also was sind die offiziellen Dogmen der SGI) schockiert mich zutiefst. Es gibt einen interessanten Link und die Fragen die dort gestellt werden kannst nur Du beantworten, doch finde ich die Fragen persönlich sehr gut formuliert (http://www.dharma.de/dbu/pdfdocs/info_heilsame-Strukt.pdf).

In Sachen "Chance" wäre ich sehr vorsichtig, da nach der Trennung von der Nichiren- Shoshu alles auf die Authorität Hr.Ikedas gerichtet war. Und dies muss ja seinen Ursprung bei ihm selbst haben. Die Art und Weise wie manche eben von dir ins Feld gebrachte Mitglieder den Worten Ikedas Huldigung erweisen und sie eigentlich über Nichiren gar Shakymuni setzen finde ich persönlich sehr sehr bedenklich. Die Art und Weise wie Ikeda von manchen hofiert wird stimmt mich gerade im Hinblick auf die in meinen Augen berechitgte Kritik des Hohenpriesters der Nichren Shohsu kritisch. In der Kosequenz habe ich den Eindruck dass das Amt des Hohenpriesters durch die Person Ikedas erstetzt wurde. Somit verwundert es mich nicht zu hören, dass gerade langjährige Mitglieder ihre Probleme mit der jetzigen Situation haben. Ich habe damals meine Kritik geäussert die herablassende Art mit der dies von "Leitern" quittiert wurde gab mir den Rest - zumal die persönlichen Lebensumstände und Biographie mancher Leiter mehr als fragwürdig war.

Beurteile selbst - aber meine Hochachtung, dass du es noch "aushälst". Ich habe den Express schon lange nicht mehr veileicht könntest du die kritsche Anmerkung ja hier zitieren.
Gassho
Catflap08
Hallo Catflap08

Aufgrund persönlicher Umstände und Befindlichkeiten will ich zur Zeit in der Soka Gakkai bleiben.

Ich hatte, als ich den Gohonzon empfangen hatte, die Präambel und all das gelesen und fand das sehr gut, hat also voll meinen Werten entsprochen.
Die Strukturen habe ich erst danach entdeckt. Dabei sinds gar nicht die Strukturen an sich, damit kann ich umgehen. Auch mit Hierarchiestufen kann ich umgehen.

Was für mich jedoch schwierig ist, ist diese blinde Verehrung von D. Ikeda. Mit Verehrung an sich hätte ich auch kein Problem, nur mit der unbedingten.
Und es macht mich auch nachdenklich, dass jemand 50 Jahre unangefochten an der Spitze einer Organisation bleiben kann. Normalerweise gibt es Gegner oder Leute, die selbst an die Spitze wollen und dergleichen mehr.
All das wäre jedoch auch nicht das große Problem für mich, wenn ich drüber reden könnte.
Ich werde das demnächst wieder ausprobieren, schätze aber, dass man mir sagen wird, dass ich die Meister-Schüler Beziehung noch nicht verstanden habe.

Da ich erst nach der Trennung der Priesterschaft eingestiegen bin, würde mich sehr interessieren, ob es nicht auch Menschen gab, die sich auf keine Seite schlugen oder auf beide.
Seit Ihr damals gefragt worden, wo Ihr hin wollt?

Viele Grüße
Rulesgirl
Obwohl kürzlich im Express ein Bericht über ein Treffen der Übersetzer war, wo unter anderem stand, dass
die Videos der Leiterversammlungen selbst für langjährige Mitglieder kaum erträglich wären.
Aber die Mitglieder, die ich direkt kenne, die sind begeistert und würden alles, was in die Richtung geht als
Art Verrat ansehen.


Na mich würde noch viel mehr der Wortlaut der Express-Medlung interessieren und deine Gedanken zum Leitfaden der DBU.


Und es macht mich auch nachdenklich, dass jemand 50 Jahre unangefochten an der Spitze einer Organisation bleiben kann. Normalerweise gibt es Gegner oder Leute, die selbst an die Spitze wollen und dergleichen mehr.
All das wäre jedoch auch nicht das große Problem für mich, wenn ich drüber reden könnte.


Was genau machst dich denn dann nachdenklich? Also was dich nachdenklich mach und Du nicht zur Sprache bringen kannst ist kein Problem für dich?

Gassho
Catflap08
Namaste!
catflap08 hat geschrieben:
Na mich würde noch viel mehr der Wortlaut der Express-Medlung interessieren und deine Gedanken zum Leitfaden der DBU.

Entschuldigung, wenn ich mich als "passiver Mitleser" kurz einklinke.

Ich hätte zwei Fragen:

Meinst Du mit "Leitfaden der DBU" die zuvor verlinkte pdf-Datei oder etwas anderes?

Was ist im Zusammenhang mit der SGI eine "Express-Meldung"?

< gasshô >

Benkei
Korrekt mit Leitfden ist der der DBU zu heilsamen/unheilsamen Strukturen gemeint.

Mit Express-Meldung ist der "Express", eine Publikation der SGI-D gemeint.
Gassho
Catflap08
@ Rulesgirl

Ich muß zwar annehmen, das dieser Strang ausgelaufen ist, dennoch möchte ich auch hier noch mal darauf hinweisen, daß nicht alle SGI'ler blind hinter Ikeda herlaufen. Vielleicht sollte mal mehr Kritik offen geäußert werden.
Ich war bei der großen Feier in Berlin 2008, fands eigentlich nicht schlecht, vor allem der Chor war grandios, aber wie sich am nächsten Tag auf der Heimfahrt im Zug zeigte, waren viele nicht so begeistert. Es gab ne Menge kritischer Stimmen, gerade zur Wortwahl der Beiträge.
Kurz darauf sind die Übersetzer auch mal zur Tat geschritten und sind nun dabei Beiträge "einzudeutschen". Überhaupt mögen in unserem Bereich nur wenige den Kampfjargon, den aber schon Nichiren selbst geprägt hat.
Zumindest in unseren Hauptstellen wurde und wird gar nicht unkritisch mit der SGI und ihrem Selbstverständnis umgegangen.
In letzter Zeit ist auch vermehrt von der "Ausübung unter der Berücksichtigung der jeweiligen Kultur" die Rede. Vielleicht sollten wir in vielen Dingen mal gucken, ob wir vermeindlichen SGI-Vorgaben folgen, oder nicht typisch deutsch, japanischer sein wollen, als die Japaner?
Als sich hier die ersten Buddhis trafen waren ihre japanischen Gäste ganz überrascht, das man sich nicht auf das reichhaltig vorhandene Mobiliar setzte, sondern auf den harten Fußboden. Aber die Deutschen wollten halt den "echten, knallharten Buddhismus".

Nun denn, wenn du noch an kritischem Austausch interessiert bist - hier bin ich.
Es freut mich, dass es noch immer kritsiche Geister in der SGI gibt. Die "Ausübung unter der Berücksichtigung der jeweiligen Kultur" ist ein Leitspruch der jedoch seit Jahren immer einmal wieder autflammt ... ich trat 1986 bei.
Ich bin in der SGI-D und möchte dies eigentlich beenden. Was heißt eigentlich- heute und jetzt möchte ich es gewiss..!
Mein ursprünglicher "Hintergrund" ist christlich. Mit einer Krise Ende der '90 er habe ich angefangen mich für Buddhismus zu interessieren. Damals habe ich 2 Bücher vom Dalai Lama und eines über "die Grundgedanken des Buddhismus" gelesen. Ich habe mich dann Jahre nicht mit dem Thema beschäftigt, bis ich im letzten Jahr durch einen Bekannten Kontakt zur SGI- Hamburg gekriegt habe. Dass es verschiedene Schulen im Buddhismus gibt wusste ich, mehr aber nicht. So war für mich alles was in der SGI praktiziert wird so typisch buddhistisch. Chanten, Gohonzon, D. Ikeda.

Die Ironie ist, dass mich erst ein Mitglied der SGI selbst auf den Trichter brachte, dass "viele" in der Org. eine Sekte sehen.
Ich hab dann recherchiert, hier und da und bei DBU.de.
Leider ist meine Recherche nach meiner Mitgliedschaft in der SGI geschehen.
Jetzt habe ich einen Gohonzon, bin in einer Gruppe..
Mein Fazit ist, dass man sich erstmal richtigst über Buddhismus informieren muss, sich auch in versch. Schulen umschauen sollte, bevor man eine Entscheidung trifft.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die SGI für mich nicht viel mit Buddhismus zu tun.
Vor dem Gohonzon chanten ist doch praktisch das Einzige was man im "Kaikan" und in den Versammlungen tut.
Ich sehe das Chanten kritisch, es wird ja von der SGI als Mischung aus Meditation und Gebet ausgewiesen. Es wird auch immer wieder "für etwas gechantet". Das finde ich sehr merkwürdig, da für mich der wichtigste Punkt im Buddhismus die Meditation ist. Bei der SGI ist es aber das Chanten und da wird auch für das gute Gelingen einer Feierlichkeit in der SGI gechantet- das ist für mich nur befremdlich.
Was mir noch stark auffällt ist, dass man bei den Versammlungen und generell bei der SGI nichts wirkliches über den Buddhismus lernt.
Es geht um das Chanten und um D. Ikeda, auch die Literatur der SGI ist ja fast ausschließlich von Ikeda verfasst.

Grundsätze im Buddhismus wie "die 4 edlen Wahrheiten" und "der achtfache Pfad" kommen bei der SGI schlichtweg nicht vor.
Auch habe ich das Gefühl, dass es der Org. sehr um Mitgliederzahlen geht.
Bei einer Veranstaltung im Kaikan, bei der Neumitglieder "eingeführt" wurden, hatte ich das Gefühl auf einer Werbeverkaufsveranstaltung zu sein.
Lauthals gejubelt und geklatscht wurde zu kurzen Wortbeiträgen, die da besagten, dass man sich das Trinken, das Kiffen abgewöhnt habe, seit man regelmäßig chante, ja das ganze Leben habe sich verändert.

Für mich ist die SGI so ein bißchen wie buddhistische Jehovas Zeugen.
Die Versammlungen, die genormte Literatur..

Bei den wöchentlichen Hauskreisen wird gechantet und aus Ikedas "täglichen Ermutigungen" gelesen.
Informationen zum Buddhismus allgemein gibt es nicht.

Menschlich habe ich keinerlei schlechte Erfahrungen mit den Mitgliedern der SGI gemacht- im Gegenteil.
Auch will die SGI kein Geld von mir, nur habe ich das Gefühl, dass deren Lehre wenig mit Buddhismus zu tun hat.
Rasmuss Kroemker hat geschrieben:
Ich bin in der SGI-D und möchte dies eigentlich beenden. Was heißt eigentlich- heute und jetzt möchte ich es gewiss..!

Menschen haben Gründe der Soka Gakkai beizutreten und sie haben Gründe auszutreten. Bei manchen überwiegt dieses, bei anderen jenes. Natürliche und - wie ich meine - unspektakuläre Vorgänge. Unbeständig ist des Menschen Gemüt.

Damals habe ich 2 Bücher vom Dalai Lama und eines über "die Grundgedanken des Buddhismus" gelesen. Ich habe mich dann Jahre nicht mit dem Thema beschäftigt, bis ich im letzten Jahr durch einen Bekannten Kontakt zur SGI- Hamburg gekriegt habe. Dass es verschiedene Schulen im Buddhismus gibt wusste ich, mehr aber nicht. So war für mich alles was in der SGI praktiziert wird so typisch buddhistisch. Chanten, Gohonzon, D. Ikeda.

Das, was in der Soka Gakkai praktiziert wird ist genauso typisch buddhistisch, wie das was im srilankischen Theravada oder das was im tibetischen Buddhismus oder was im japanischen Zen praktiziert wird, oder was ... Entweder praktiziert jeder Buddhist (jede buddhistische Gruppe) typisch buddhistisch, oder keiner (keine). Tantra, Thangka, Dalai Lama ist auch nicht, oder ist genauso typisch wie Chanten, Gohonzon, Ikeda. Und wer weiß schon, ob der Mainstream-Buddhismus (auf den du vielleicht hinaus willst) irgendeinen Wert hat, who knows?

Mein Fazit ist, dass man sich erstmal richtigst über Buddhismus informieren muss, sich auch in versch. Schulen umschauen sollte, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die meisten Buddhisten tun es nicht, sich über den Buddhismus im Allgemeinen und die verschiedenen Schulen im Besonderen zu informieren, das ist auch keineswegs zwingend notwendig, aber es kann helfen. Es gibt übrigens auch Buddhisten, die sich vorab informierten und trotzdem eine für sie falsche Wahl trafen.

Zum jetzigen Zeitpunkt hat die SGI für mich nicht viel mit Buddhismus zu tun.

Du wirst es ja wissen und beurteilen können.

Vor dem Gohonzon chanten ist doch praktisch das Einzige was man im "Kaikan" und in den Versammlungen tut.
Ich sehe das Chanten kritisch, es wird ja von der SGI als Mischung aus Meditation und Gebet ausgewiesen. Es wird auch immer wieder "für etwas gechantet".

Wurde dir niemals erklärt, was das Chanten ist - weder Meditation, noch Gebet? Bei dem Chanten "für etwas" kann es Missverständnisse geben, das kann es aber auch beim Zen (absichtsloses Sitzen) und beim Rezitieren von Mantren und Sutren geben usw. Schade, dass dir niemand vermitteln konnte (oder wollte) warum gechantet wird und gegebenenfalls warum das Chanten für etwas auch seinen Sinn hat. Schade, dass du nicht - denn das wäre noch besser - von selbst, durch die Praxis eine gute (nicht identisch mit: eine wohlige) Wirkung bemerkt hast.

Das finde ich sehr merkwürdig, da für mich der wichtigste Punkt im Buddhismus die Meditation ist.

Woher hast du denn - sorry - diesen Quatsch und was ist überhaupt "Meditation" ? Ist das nicht das bescheidenste aller westlichen Vorurteile über den Buddhismus?

Bei einer Veranstaltung im Kaikan, bei der Neumitglieder "eingeführt" wurden, hatte ich das Gefühl auf einer Werbeverkaufsveranstaltung zu sein. Lauthals gejubelt und geklatscht wurde zu kurzen Wortbeiträgen, die da besagten, dass man sich das Trinken, das Kiffen abgewöhnt habe, seit man regelmäßig chante, ja das ganze Leben habe sich verändert. Für mich ist die SGI so ein bißchen wie buddhistische Jehovas Zeugen.

Das kann ich mir lebhaft vorstellen. Mit den Zeugen Jehovas (sie waren wenigstens keine Nazis und sie sind friedliche Mitmenschen, von beidem könnten sich andere etwas abschneiden) würde ich die Soka Gakkai nicht vergleichen, eher mit charismatischen oder adventistischen Gruppen und Kirchen der USA oder Süd-Koreas (natürlich gibt es solche auch in Deutschland). Sich das Saufen und Kiffen abzugewöhnen ist aber eine gute Sache, finde ich.

Noch was: Jubeln und Klatschen? Es geht auch anders, ruhiger und meditativer, ob das Buddhismus ist, entscheidest Du selbst:
http://www.youtube.com/watch?v=o-MI4JRA ... re=related

Menschlich habe ich keinerlei schlechte Erfahrungen mit den Mitgliedern der SGI gemacht- im Gegenteil.
Auch will die SGI kein Geld von mir

Das ist sehr erfreulich.

]nur habe ich das Gefühl, dass deren Lehre wenig mit Buddhismus zu tun hat.

Na ja, man kann dazu unterschiedlicher Meinung sein, Mainstream ist die Soka Gakkai sicherlich nicht, das ist genauso wahr, wie es wahr ist, dass Nichiren es zu seiner Zeit auch nicht war - aber was sagt das schon über deren Wert aus?

Ich wünsche Dir jedenfalls alles gute mit oder ohne, wie Du schreibst "SGI", und mit oder ohne Chanten.

kongjiazhong
Mein erster richtiger Beitrag :)

Ich bin noch nicht in der SGI. Aber es ist mein Vorhaben.
Wenn ich das alles hier so lese, merke ich, dass es natürlich auch Dinge sind, die mich schon beschäftigt haben,
die ich aber zum Teil ganz anders erlebe - und ich glaube, das hat auch sehr viel damit zu tun,
wie die Menschen in deiner unmittelbaren Umgebung drauf sind bzw. wie man mit ihnen in Interaktion/ im Austausch steht.
Das ging mir auf jeden Fall gerade so durch den Kopf.
Meine buddhistische Gruppe ist eine sehr kleine, gemütlich-vertraute.
Wir sind zwei Psychologinnen und zwei Pädagoginnen. Die volle Dröhnung.
Wir treffen uns einmal die Woche zum gemeinsamen chanten, aber auch zum Austausch ... oft sitzen wir stundenlang zusammen und beleuchten auch Dinge, die aus der SGI stammen, kritisch.
Ich finde, das ist auch wichtig.
Denn letztendlich sind immer Menschen im Spiel und kein Mensch ist unfehlbar, wenigstens ist mir keiner bekannt.

Ich habe auch nicht das Gefühl, dass eine Atmosphäre des blinden Folgens herrscht, auf jeden Fall wird mir das nicht so vermittelt.
Es gibt Dinge, die sind mir manchmal sehr fern und fremd, aber ich behaupte, dass es da oft am kulturellen Unterschied liegt.
Dann muss ich oft lächeln, weil es doch so viele Unterschiede zwischen uns gibt.

Wie auch immer spricht aus meiner Sicht alles dafür nicht alles einfach so als gegeben und gut hinzunehmen, sondern sich immer auch mit den "vorgesetzen Dingen" selbst zu beschäftigen und abzuwägen. Ich hoffe, in deiner Gruppe wird so eine Atmosphäre geschaffen, denn die find ich total wichtig und gut. Zweifel sind gut und wichtig :) nur nicht an dir selbst!
Hab letztens ein Video von nem Soka Gakkai-Lehrer oder Funktionär gefunden. Ich finde es in Teilen recht angenehm und interessant (auch wenn sich dadurch an der kritischen Sicht auf SGI nix ändert):

Yoshi Matsuno
Ich muss hier Ryonin zustimmen, wobei ich einschränken muss dass Yoshi Matsuno hier aus eine Aussenseiterrolle einnimmt. Meine persönlcihen Erfahrungen mit ihm sind ingesammt gut. Dennoch kann man die SGI-D nicht getrennt von der SGI an sich sehen. Herr Matsuno ist sehr um Augleich und Dialog bemüht was in der gegenwärtigen Entwicklung der SGI eher eine Ausnahme ist. Dogmamische Grundsatzfragen wofür die SGI nun steht bleiben offen.
Namaste!
Ryonin hat geschrieben:
Yoshi Matsuno

Auf welche "Episode" wird da angespielt, welche Zeilen des Lotos-Sutra sind da genau gemeint, wenn Matsuno auf das "auf den anderen Menschen zugehen" anspielt?
Kann das jemand von Euch auf Anhieb erkennen?

Für mich ist das "Mystische Gesetz", also die Essenz des Sutras immer noch in den folgenden Zeilen enthalten:

Myôhô-Renge-Kyô: Nyoraijuryohon
Und unermessliche Weltalter lasse ich, der ich gekommen für die Befreiung der Menschen, mit dem geschickten Mittel das Nirwana sehen.
Aber in Wahrheit bin ich nicht erloschen und hinübergegangen.
Beständig bin ich hier und predige das Gesetz.
[...]
Ich kenne die Lebewesen, ob sie auf dem Weg gehen oder nicht.
Damit ich sie entsprechend ihren Fähigkeiten erlösen kann, lege ich ihnen auf verschiedene Weise das Gesetz dar.
Ständig richte ich meinen Sinn darauf, wie ich die Lebewesen dazu bringen kann, in die unübertroffene Weisheit einzutreten, damit sie schnell die Buddhaschaft verwirklichen können.


und

Myôhô-Renge-Kyô: Hoben
Oh Sariputta, seitdem ich Buddha geworden bin, lege ich mittels aller Arten von Methoden, mit mannigfaltigen Gleichnissen, die Lehre weithin dar; mit unzähligen geschickten Mitteln führe ich die Menschen und veranlasse sie, sich von den verschiedenerlei Dingen, denen sie verhaftet sind, loszulösen. Warum ist das so? – Die Tathagatas sind in den geschickten Mitteln und in der vollkommenen Tugend [Paramita] der Weisheit vollendet.

< gasshô >

Benkei
Ein freundliches Hallo in die Runde!
Ein toller Thread, den ich über Google gefunden habe. Ich habe mich gleich im Forum angemeldet und die Diskussion wieder neu gestartet. Der Thread beschreibt nämlich meine Probleme mit der SGI ziemlich gut. Ich schildere vielleicht mal meine Sicht:

Ich bin seit ca. 5 Jahren SGI-Mitglied und finde die einfache Idee des Chantens bzw. die Idee, dass Hindernisse Motoren der persönlichen Entwicklung sein können, sehr spannend. Allerdings habe ich das Problem, dass es in der SGI keine Diskussion gibt, sondern nur das formalhafte Zitieren von Meinungen, die von "irgendwo" kommen. "Irgendwo" kann die Gosho sein, ein Zitat Ikedas etc. etc.

Sorry, das ist mir ein bisschen zu simpel. Und immer wenn ich eine Diskussion angefangen habe, hat die damit geendet, dass mir gesagt wurde, ich würde etwas nicht verstehen und solle chanten bis ich es verstehe.

Der nächste Punkt ist, dass die einzelnen Mitglieder oft von wesentlichen Dingen keine Ahnung haben, aber dennoch sehr klug reden. So hat sich neulich jemand detailiert darüber ausgelassen wie schlimm es wäre Zen-Buddhismus zu praktizieren, denn die Zen-Buddhisten wären nur mit sich selbst beschäftigt und würden somit das eigenen Ego kultivieren. Die SGI widme sich dagegen den "großen Zielen" wie dem Weltfrieden. Sorry bei so viel Blödsinn wird mir schlecht. Ich habe eine ziemlich gute Bildung über Buddhismus und Religionen im Allgemeinen. Jedenfalls weiß ich, dass Zen-Buddhisten definitiv NICHT ihrem Ego fröhnen. ;)

Und was mich besonders stört ist, dass jedes Thema mit der Bemerkung beendet wird: "Chante und es wird sich lösen." Das kann ja ev. sogar so sein. Was mich stört ist diese extreme Formelhaftigkeit. Ich habe das Gefühl mit einem Papagei zu sprechen, nicht mit einem Menschen.

Trotzdem zieht mich das Chanten an und ich sehe positive Aspekte der täglichen Praxis. Also würde ich gerne in Diskussion treten. Ab er das geht nicht. Denn die SGI ist ja so hierachisch organisiert, dass jede "echte" Diskussion unmöglich gemacht wird. Klar. Religionen sind im Grunde nicht diskutierbar, das kann ich schon verstehen. Aber es geht mir ja in der Diskussion weniger um buddhistische Inhalte als um Fragen der Organisation.

So, das wars mal fürs erste. Ich freu mich auf Meinungen!
Raphael
So nun melde ich mich nun doch mal zu Wort. Da ich in vielen der Threads zum Thema irgendwie das letzte Wort hatte wollte ich mich zurückhalten.
Ich finde es bemerkenswert dass sich wohl hier doch einige finden, die an einer, wie soll ich sagen, „überkonfessionellen“ Zusammenkunft Interesse haben. Ich selbst bewege mich in sehr langsamen Schritten auf die Nichiren Shu zu, aber da ich einstmals in der SGI war hetze ich mich da nicht ab.
Ich denke unabhängige Geister im Nichiren Buddhismus zu finden bzw. welche die sich nicht nur durch Dogmen leiten lassen wird schlussendlich auch ein geographisches Problem sein.
Aus den USA weiss ich, dass es solche Zusammenkünfte durchaus zumindest gab … sie standen unter der formalen Leitung eines Nicht-japansichen Priesters der Nichiren Shu der auch selbst eine SGI-Vergangenheit hatte. Dort trafen sich Mitglieder der SGI, Nichiren Shoshu (hokkeku) und Nichiren Shu --- praktizierten einen abgesprochenen Ritus und studierten zusammen. Das soll um Gottes Willen nicht heissen dass die Nichiren Shu solche Treffen offiziell anstrebt, dennoch wurden sie auch offiziell zumindest nicht in Frage gestellt.
Ich kann nur jedem anraten den Ball in solchen Dingen in der SGI flach zu halten. Bei den oben angesprochenen Treffen gab es eine Dame die online sehr beeindruckend von ihrem Glauben in Blogs berichtete … sie suchte den Austausch, den Austausch mit anderen Nichiren-Buddhisten und andern buddhistischen Richtungen sowie gänzlich anderen Glaubensbekenntnissen und blieb trotz allem der SGI treu. Nach ihrem unerwartenden Ableben wurde sie von einigen Mitgliedern der SGI diffamiert und ihr Tod gar als Quittung ihres Bemühens angesehn. Diese Frau war sowas von beeindruckend.
Dennoch freut es mich, dass es Menschen gibt die den Nichiren-Buddhismus auch einmal losgelöst von den Dogmen ihrer Lehrmeinungen zu praktizieren suchen. Gassho

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