Nichiren Shu

Moderator: void

catflap08 hat geschrieben:
Benkei hat geschrieben:
Der Daiseion-ji ist ja "nur" ein offizieller Tempel der Nichiren Shu in Deutschland, wie repräsentativ damit sein Internet-Auftritt ist weiß ich nicht.

Du hast Recht es gibt lediglich einen Tempel der Nichiren Shu in Deutschland. Ob man hier einen Internetauftritt bewerten kann oder soll stelle ich einmal in Frage - man sollte auch mal die unterschiedlichen Dimensionen also SGI/Nichiren Shu vergleichen, die in ihren Absichten und Methoden nicht unterschiedlicher sein können. Ich weiss aber, dass für den Daiseion-ji interreligiöser Dialog eben im Mittelpunkt steht (klingt in diesem Artikel auch etwas an: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895333931.shtml und http://www.ev-akademie-rheinland.de/akademie/Themen_Interreligioese-Fachkonferenz-Frieden.php). Im Tempel in Italien hingegen gibt es sehr viele Seminare auch für Laiengläubige. Die Nichiren Shu ist eben keine Laienorganisation. Die englische Seite gibt jedoch auf ihere homepage einen guten Überblick. Der Tempel in Deutschland ist natürlich, nach Anmeldung, besuchbar. Namu Myoho Renge Kyo Catflap08


Hallo, ich erlaubte mir ein eigenes Thema, nämlich "Nichiren Shu" zu eröffnen (http://de.wikipedia.org/wiki/Nichiren-sh%C5%AB):

Die "Nichiren Shu" scheint sehr stark auf Tempel, Rituale und Priester fixiert zu sein, wie andere buddhistiche Schulen in Japan auch. Insofern unterscheidet sie sich auch in dieser Hinsicht von der Soka Gakkai, die eine reine Laienorganisation ist und seit über 10 Jahren ohne Verbindung zu einer priesterlichen, auf Tempel gestützten Organisation, existiert. Und nach Ritualen usw. scheint einem Teil der Population immer der Sinn zu stehen, man denke nur an eine gewisse Wiederkunft der Tridentinischen Messe in der Römisch-katholischen Kirche. Ich selbst mag ab und an auch Rituale - insbesondere wenn sie mit dem Abbrennen von Räucherstäbchen oder Weihrauch einhergehen - aber allgemein tendiere ich zur Nüchternheit.

1.Tempel (Minobusan Kuonji, der Haupttempel der Nichiren Shu)

http://www.youtube.com/watch?v=JH7jJTaa ... re=related
http://www.youtube.com/watch?v=v2ZvBE8q ... re=related

2. Rituale (von Priestern durchgeführter Exorzismus)

http://www.youtube.com/watch?v=o-MI4JRABTA

3. Priester (Dai-Aragyo, eine 100-tägige Klausur, die Nichiren Shu-Priester beginnen ihre Ausbildung zwar rasiert und kahlgeschoren, aber das tägliche Rasieren scheint nicht auf dem Programm zu stehen :) )

http://www.youtube.com/watch?v=kUnpRsGs ... re=related (kürzerer Film)
http://www.youtube.com/watch?v=HmssBzTj ... re=related (längerer Film)

Der englischsprachigen Seite der Nichiren Shu (http://www.nichiren-shu.org/) konnte ich übrigens entnehmen, dass die italienische Sektion der NIchiren Shu (fast) auschliesslich aus ehemaligen Mitgliedern der Soka Gakkai besteht, bzw. von ihnen gegründet wurde.

Gruß

Kongjiazhong
kongjiazhong hat geschrieben:

Der englischsprachigen Seite der Nichiren Shu (http://www.nichiren-shu.org/) konnte ich übrigens entnehmen, dass die italienische Sektion der NIchiren Shu (fast) auschliesslich aus ehemaligen Mitgliedern der Soka Gakkai besteht, bzw. von ihnen gegründet wurde.


Naja wäre aber vorsichtig Birnen mit Äpfeln zu vergleichen, als eine traditionelle Schule gibt es natürlich viele Rituale aber auch die Nichiren Shu vereinigt viele verschiedene Nichirenströmungen. Es ist eine Zusammenschluss von Tempeln der sich in seiner Gesamtheit als Nichiren Shu präsentiert. Somit scheint es "konservative" wie auch "liberale" Strömungen zu geben. Mit der Situation in Italien bin ich nicht vertraut, nur dass sich die Situation entspannt zu haben scheint - wie gesagt kann man nicht einfach von einer Schule zur anderen wechseln dafür sind die Unterscheide zu gross, soetwas ist ein Prozess. Es gab wohl etwas unschöne Aktionen, da die SGI seit ihrem Konflikt mit der Nichiren Shoshu etwas "allergisch" auf Priester reagiert und die Nichiren Shoshu und SGI um die Gunts der gleichen Gruppe von Gläubigen kämpfte. Ähnliches was du in Sachen Itlaien anspricht ist auch in Teilen der USA passiert, was den ortlichen Priestern aber auch Sorge bereitet. Vorsichtig ausgedrückt gab es Mitglieder, wie ich auch anfangs, dachten die Nichiren Shu sei wie eine SGI ohne SGI drin oder eine andere Version der Nichiren Shoshu. Es gibt eben einige die mit der SGI nicht zufrieden sind und meinten so ein "Wechsel" könnte das richten. Für mich stand jedoch sie Position Nichirens in der Fuji-Linie/SGI schon immer zu Debatte kam damit aber für mich lange Zeit gut klar. Ab einem gewissen Zeitpunkt kamen jedoch noch aneder Aspekte dazu die mir den Verbleib in der SGI nicht mehr möglich machten.
Mich persönlich beiendruckt das Bemühen um interreligösen Diaolog, etwas was mir wie gesagt aus der SGI in dieser Form nicht begegnet ist.
Wie gesagt taste ich mich ja in der Nichiren Shu auch noch vor.

Namu Myoho Renge Kyo
Catflap08
Namaste!

Die Videos beweisen eindeutig die Verwandtschaft der Nichiren Shu mit der Tendai Shu und auch, dass die Nichiren Shu zuzusagen Teil des traditionellen japanischen Mainstream-Buddhismus ist.

Das Video von Mount Minobu erinnert mich sehr stark an Mount Hiei (Sitz des Enryaku-ji - Hauptklosterkomplex der Tendai Shu), teilweise haben sogar die einzelnen Gebäude sehr große Ähnlichkeit. Auch die Gemälde mit den Szenen aus Nichirens Leben gibt es so ähnlich auf dem Hiei-san. Sogar die Pilger sind fast genauso ausgestattet wie die Pilger anderer japanischer Schulen (abgesehen vom Gohonzon-Druck auf den weißen Shirts anstelle anderer Mantren).

Auch die Zeremonie oder die Altarhalle selbst hätte in fast keinem Tempel anderer "Mainstream-" Schulen (z. B. Tendai Shu, Shingon Shu, Jodo Shu, Ji Shu, Soto Shu, Rinzai Shu, etc.) fehl am Platz gewirkt.

Das 100tägige Dai-Aragyo finde ich absolut bemerkenswert. Es verdeutlicht noch mehr die Verwandtschaft zur Tendai Shu. Dort gibt es nämlich das "Gyo-in Seminar", welches soweit ich weiß ca. 60 Tage dauert und auch wenig Schlaf und "Kaltwasserduschen" beinhaltet. Neben dem Sutra-lernen liegt bei der Tendai Shu freilich auch ein Schwerpunkt in Sitzmeditation und esoterischen Praktiken (Mantrayana). Der Amerikaner Jion Prosser hat als einer der wenigen Westler das Gyo-in absolviert und ein Buch darüber geschrieben ("Trekking through Hell to find Heaven").

Den Exorzismus findet man denke ich bei vielen Schulen des japanischen Buddhismus, sogar in der Soto Shu oder der Rinzai Shu. Das ist aber nicht vergleichbar mit dem, was hierzulande weithin als Exorzismus betrachtet wird. Es geht eher darum, die "noch verweilenden Toten" dazu zu bewegen, ins nächste Leben überzugehen und nicht mehr zu warten oder gar zu spuken; mit Besessenheit hat das für gewöhnlich nichts zu tun.

< gasshô >

Benkei
Benkei hat geschrieben:
Die Videos beweisen eindeutig die Verwandtschaft der Nichiren Shu mit der Tendai Shu und auch, dass die Nichiren Shu zuzusagen Teil des traditionellen japanischen Mainstream-Buddhismus ist.


Ist ja auch nicht weiter verwunderlich Nichiren war ja auch ein Tendai-Priester. Ers selber hat ja auch nie eine Schule gegründet, sondern erst sein Nachfolger. Anfangs galten die Nichiren Schulen auch als Tendai-Ableger.
Benkei hat geschrieben:
Die Videos beweisen eindeutig die Verwandtschaft der Nichiren Shu mit der Tendai Shu und auch, dass die Nichiren Shu zuzusagen Teil des traditionellen japanischen Mainstream-Buddhismus ist.

Das ist auch mein Eindruck.

Zu meinem Interesse am Nichiren-Buddhismus kam ich u.a. über meine (laienhafte) Beschäftigung mit der chinesischen Tientai- und der japanischen Tendai-Schule. Wobei ich mich immer darüber wunderte, und es weiterhin tue, warum die Tendai-Schule in Europa und Deutschland, bedauerlicherweise selbst unter Buddhisten mehr oder weniger unbekannt und nicht präsent ist, von Ausnahmen abgesehen.

Seit einem Jahr gibt es immerhin diese Webseite (Tendai-Europa):
http://www.tendai.eu/index.php?id=57

In der Nähe von Frankfurt gibt es aber seit ein paar Jahren schon ein (sehr, sehr) kleines Tendai-„Zentrum“.
http://www.tendai.de/information/

Das 100tägige Dai-Aragyo finde ich absolut bemerkenswert. Es verdeutlicht noch mehr die Verwandtschaft zur Tendai Shu. Dort gibt es nämlich das "Gyo-in Seminar", welches soweit ich weiß ca. 60 Tage dauert und auch wenig Schlaf und "Kaltwasserduschen" beinhaltet. Neben dem Sutra-lernen liegt bei der Tendai Shu freilich auch ein Schwerpunkt in Sitzmeditation und esoterischen Praktiken (Mantrayana). Der Amerikaner Jion Prosser hat als einer der wenigen Westler das Gyo-in absolviert und ein Buch darüber geschrieben ("Trekking through Hell to find Heaven").

Danke für den Hinweis auf das Buch von Prosser.

Über Tendai-Mönche (oder sind es verheiratete Priester?), die sich einer enormen geistig-körperlichen Anstrengung unterziehen, die so genannten „Marathon-Mönche“, informiert dieser Film:

http://www.youtube.com/watch?v=S06oMxdt40A

Gruß

Kongjiazhong
catflap08 hat geschrieben:
Vorsichtig ausgedrückt gab es Mitglieder, wie ich auch anfangs, dachten die Nichiren Shu sei wie eine SGI ohne SGI drin

Gibt es eigentlich Priester der Nichiren Sho Shu die nach dem Ausschluss der Soka Gakkai, sich dieser Organisation als Priester anschlossen, also gibt es Tempel, mit Priestern, die der SGI Nahe stehen?

Für mich stand jedoch sie Position Nichirens in der Fuji-Linie/SGI schon immer zu Debatte

Ich kann mich irren, aber meinem Eindruck nach "übernahm" die SGI wohl - mehr oder weniger - die gegen die Nichiren Sho Shu gerichtet Kritik von Yukio Matsudo (s. Nichiren, der Ausübende des Lotus-Sutra) in der Frage der Position Nichirens.

Gruß

Kongjiazhong
Benkei hat geschrieben:
Der Amerikaner Jion Prosser hat als einer der wenigen Westler das Gyo-in absolviert und ein Buch darüber geschrieben ("Trekking through Hell to find Heaven").

Das Buch habe ich nunmehr für 3,58 Euro heruntergeladen und werde es morgen bei der Arbeit ausdrucken,
"denn Arbeit muss sich wieder lohnen" (FDP). :lol:

http://www.lulu.com/product/download/tr ... en/5978611

Kongjiazhong
kongjiazhong hat geschrieben:
Gibt es eigentlich Priester der Nichiren Sho Shu die nach dem Ausschluss der Soka Gakkai, sich dieser Organisation als Priester anschlossen, also gibt es Tempel, mit Priestern, die der SGI Nahe stehen?

Ich kann mich irren, aber meinem Eindruck nach "übernahm" die SGI wohl - mehr oder weniger - die gegen die Nichiren Sho Shu gerichtet Kritik von Yukio Matsudo (s. Nichiren, der Ausübende des Lotus-Sutra) in der Frage der Position Nichirens.


Zu Punkt eins ein klares Nein. Es gibt in der SGI keine Priester auch wenn einige Priester der Nichiren Shoshu der SGI anscheinend nahe stehen. Wenn welche der SGI beitraten dann wohl als Laien, als Preister haben sie zumindest offziel keine Funktion in der SGI. Andereseits stammt der in der SGI als Druckvorlage genutzet Nichikan-Gohonzon aus einem dieser ehemaligen Nichiren Shoshu-Tempel.

Zu Punkt zwei: Also wenn hat Yukio Matsudo einge der Punkte beschrieben, seine Kritik erschien lange nach dem Streit. Er selbst scheint nicht mehr in der SGI zu sein.
In der Position Nichirens sind SGI und Nichiren Shoshu noch gleich. Beide sehen ihn als wahren Buddha an. Es geht um die Position des Hohepriesters den die SGI kritisierte. Ob die derzeitige Postion Ikedas sich sehr von der des Hohepriesters der Nichiren Shshu unterscheidet sei dahingestellt. Einen Hohperiester wie in der Nichiren Shoshu gibt es wiederum in der Nichiren Shu nicht.
Namaste!
kongjiazhong hat geschrieben:
Seit einem Jahr gibt es immerhin diese Webseite (Tendai-Europa):
http://www.tendai.eu/index.php?id=57

In der Nähe von Frankfurt gibt es aber seit ein paar Jahren schon ein (sehr, sehr) kleines Tendai-„Zentrum“.
http://www.tendai.de/information/

Danke für den Link von Tendai-Europa, der ist mir neu :)
Die deutsche Seite befindet sich leider schon seit längerem im Aufbau und der geht sehr schleppend voran.

kongjiazhong hat geschrieben:
Wobei ich mich immer darüber wunderte, und es weiterhin tue, warum die Tendai-Schule in Europa und Deutschland, bedauerlicherweise selbst unter Buddhisten mehr oder weniger unbekannt und nicht präsent ist, von Ausnahmen abgesehen.

Da gebe ich Dir absolut recht - das wundert mich auch.

Und ich denke viele von diesen wenigen kennen hierzulande die Tendai Shu nur als "Mutterschule" (bzw. "Stiefmutterschule") ihrer Patriarchen (Eisai, Dogen, Nichiren, Shinran).

Dabei bietet der Tendai-Buddhismus doch eine Fülle von Möglichkeiten - kaum eine Schule vereinigt so viele verschiedene Lehren und Praxismöglichkeiten, (Samatha/Vipassana, Nenbutsu, Mantrayana - um nur die wichtigsten zu nennen). Leider ist das noch kaum jemandem aufgefallen und andere Schulen waren schneller.

So lautet folglich das Koan: "Warum ist Tendai Chigi noch nicht nach Westen aufgebrochen?"

kongjiazhong hat geschrieben:
Über Tendai-Mönche (oder sind es verheiratete Priester?), die sich einer enormen geistig-körperlichen Anstrengung unterziehen, die so genannten „Marathon-Mönche“, informiert dieser Film:
Ich denke die Marathon-Mönche selbst leben schon im Zölibat. Das müsste logischerweise Teil des Kai-Hogyo (Laufaskese) sein, ebenso wie während der anderen Gyo-Praktiken/Ausbildungen ja auch zölibatär gelebt wird.

Davon abgesehen müssen die Tendai-Geistlichen jenseits des Hiei-san nicht zölibatär leben. Dengyo Daishi Saicho hat ja in Japan die Mahayana Brahmanetz-Sutra-Ordination eingeführt (10 Hauptgelübde und 48 Nebengelübde, vgl. http://home.arcor.de/mb.schiekel/bodhi.htm#GeloebnisSutra), die in fast allen japanischen Schulen den Vinaya ersetzt hat. Mittlerweile werden in vielen Schulen auch nur noch die 10 Hauptgelübde genommen.

Vielleicht kann man bei diesen Geistlichen nicht mehr von Bhikku/Bhikkuni im Sinne des Vinaya sprechen, aber Mönche/Nonnen sind es in meinen Augen alle mal, während sie einem Kloster angehören und keinen eigenen Hausstand führen bzw. keinen Kontakt zur Familie haben. Mit eigenem Hausstand/Tempel und/oder Familie ist dann wohl die Bezeichnung "Priester(-in)" passender. Alles natürlich ohne Wertung.

< gasshô >

Benkei
catflap08 hat geschrieben:
wenn Yukio Matsudo einge der Punkte beschrieben hat, seine Kritik erschien lange nach dem Streit.

Matsudo bezieht sich in seinem Buch auf Texte, die er bereits Anfang der 1990er Jahre auf Japanisch schrieb.

„Meine Kritik an der traditionellen Dogmatik der Nichiren Shoshu, die auch von der Soka Gakkai übernommen wurde, veröffentlichte ich zum ersten Mal im März 1992.“ 1995 beendete er die Debatte, „da ich den Eindruck gewann, dass ein Fortführen der Diskussion lediglich eine Wiederholung des bereits Gesagten darstelle“. (Nichiren, der Ausübende …, Kapitel 3, Auseinandersetzung mit den Priestern der Nichiren Shoshu, S. 359).

Gruß

Kongjiazhong
kongjiazhong hat geschrieben:
„Meine Kritik an der traditionellen Dogmatik der Nichiren Shoshu, die auch von der Soka Gakkai übernommen wurde, veröffentlichte ich zum ersten Mal im März 1992.“ 1995 beendete er die Debatte, „da ich den Eindruck gewann, dass ein Fortführen der Diskussion lediglich eine Wiederholung des bereits Gesagten darstelle“. (Nichiren, der Ausübende …, Kapitel 3, Auseinandersetzung mit den Priestern der Nichiren Shoshu, S. 359).


Der Bruch begann 1991. Kannst es mir glauben zum Zeitpunkt als SGI/Nichiren Shoshu noch eins waren hätte er so etwas nicht öffentlich gesagt. Der Bruch wurde durch die Nichiren Shoshu in Gang gestetzt nicht umgekehrt. Auch wenn es inzwischen Mitglieder in der SGI gibt, die es gerne uminterpretieren. Die Beweislage und historische Abfolge ist eindeutig. Dr Matsudo war jedoch kurz nach dem Bruch mit seiner Kritik nicht zurückhaltend. Ich bin selber dabei ihn zu kontaktieren wie er er zurückblickend das ganze heute betrachtet er war wie ich damals noch in der SGI. Wie gesagt er (scheint) nicht mehr Mitglied der SGI zu sein, zumindest nicht mehr partizipierend. Auch ich klang damals anders. Wie oft im Leben muss man differenziern, ich bin kein Freund der Nichiren Shoshu (auch nicht der SGI) aber zrückblickend glaube ich hatte die Nichiren Shoshu keine andere Wahl - es war in meinen Augen vorallem ein Machtkampf wer das sagen über die Laien hat und den hat Ikeda gewonnen - ob man die SGI unter solch einer dominanten Führung noch als Laienorganisation bezeichen kann bezweifle ich persönlich. Auffallend ist das die negative Rethorik nur noch von der SGI betrieben wird, kaum noch von der Nichiren Shoshu. Letzere machen ihr Ding entweder man stimmt dem zu oder nicht.
catflap08 hat geschrieben:
Der Bruch begann 1991. Kannst es mir glauben zum Zeitpunkt als SGI/Nichiren Shoshu noch eins waren hätte er so etwas nicht öffentlich gesagt. (...) Dr Matsudo war jedoch kurz nach dem Bruch mit seiner Kritik nicht zurückhaltend.

O.K., das ist mir jetzt einleuchtend!

Ich bin selber dabei ihn zu kontaktieren wie er er zurückblickend das ganze heute betrachtet er war wie ich damals noch in der SGI.

Falls möglich, dann sage ihm von mir: Er hat ein deutschsprachiges Standartwerk über den Nichiren-Buddhismus geschrieben und veröffentlicht, das mir sehr nützlich gewesen ist. Aber eine gewisse "sprachliche Überarbeitung" und ein paar Kürzungen wären nicht schlecht.

ich bin kein Freund der Nichiren Shoshu (auch nicht der SGI) aber zrückblickend glaube ich hatte die Nichiren Shoshu keine andere Wahl - es war in meinen Augen vorallem ein Machtkampf wer das sagen über die Laien hat und den hat Ikeda gewonnen

Ich habe den Eindruck, dass die SGI insgesamt von diesem Bruch profitierte - ob mit, ohne, trotz oder wegen Ikeda, das sei mal dahingestellt.

Auffallend ist das die negative Rethorik nur noch von der SGI betrieben wird,

Die SGI steht vielleicht immer noch unter einem gewissen Rechtfertigungszwang. Die Nichiren Shoshu behauptet wahrscheinlich einfach, dass die SGI eine Organisation von "Verleumdern des Lotos-Sutra" ist und damit basta. Man kann es sich auch einfach machen, dann braucht man nicht viele Worte.

Nichiren Shoshu. Letzere machen ihr Ding entweder man stimmt dem zu oder nicht.

Diesen Eindruck habe ich auch - extremes Sektierertum macht immun und das Leben in gewisser Weise einfacher. Egal, was andere denken, wir ziehen unser Ding durch. Das hat was - ist aber auch nicht ungefährlich.

Gruß

Kongjiazhong
Ich habe den Eindruck, dass die SGI insgesamt von diesem Bruch profitierte - ob mit, ohne, trotz oder wegen Ikeda, das sei mal dahingestellt.


Nun denn ich denke beide Seiten haben Federn lassen müssen

Die SGI steht vielleicht immer noch unter einem gewissen Rechtfertigungszwang. Die Nichiren Shoshu behauptet wahrscheinlich einfach, dass die SGI eine Organisation von "Verleumdern des Lotos-Sutra" ist und damit basta. Man kann es sich auch einfach machen, dann braucht man nicht viele Worte.


Naja sich zu rechtfertigen ist eine Sache, Hetze zu betreiben ist eine andere, wenn selbst Mitglieder eine dermassen aggresive Haltung einnehmen die zum Zeitpunkt des Bruchs noch nicht einmal Mitglieder waren. Die Nichiren Shoshu hat für sich persönlich das Kapitel denke ich abgeschlossen. Für die SGI wiederum ist die Nichiren Shoshu das personifizierte Übel (gibt da so eine Seite in den USA "Soka Spirit"). Veilelicht sind die ja auch nur sauer, dass sie keine Zugang zum Dai-Gohonzon haben - ich weiss nicht.
catflap08 hat geschrieben:
Naja sich zu rechtfertigen ist eine Sache, Hetze zu betreiben ist eine andere, wenn selbst Mitglieder eine dermassen aggresive Haltung einnehmen die zum Zeitpunkt des Bruchs noch nicht einmal Mitglieder waren.

Es ist leider nichts Ungewöhnliches, dass in manchen in religiösen Milieus auch der Hass wächst, offensichtlich auch in buddhistischen. Du führst das Beispiel SGI auf, ich könnte noch die Shugden-Affäre innerhalb der Gelugpa (inklusive Mord) und die Auseinandersetzungen zwischen Anhängern unterschiedlicher Karmapas hinzufügen.

Wenn ich so etwas innerhalb buddhistischer Traditionen mitbekomme, dann bin ich, ich gebe es ehrlich zu: ratlos. Denn mein Rat, so etwas sein zu lasen, sich von mir aus aus dem Weg zu gehen, aber sich nicht mit Hass zu quälen ist m.E. zwar offenkundig richtig, kommt aber bei den im Vergleich zu mir, natürlich viel religiöseren und spirituell fortgeschritteneren :lol: Kontrahenten nicht an.

Vor einiger Zeit las ich irgendwo, dass angesichts eines Jubiläums auf dem Berg Hiei (dem Sitz der Tendai-Schule) dort auch verschiedene Nichiren-Schulen zu Besuch waren (immerhin war Nichiren ein zölibatärer Tendai-Mönch), die aber sorgsam darauf achteten, sich dort nicht gegenseitig begegnen zu müssen. Immerhin nicht die schlechteste Methode.

Gruß

Kongjiazhong
kongjiazhong hat geschrieben:

Vor einiger Zeit las ich irgendwo, dass angesichts eines Jubiläums auf dem Berg Hiei (dem Sitz der Tendai-Schule) dort auch verschiedene Nichiren-Schulen zu Besuch waren (immerhin war Nichiren ein zölibatärer Tendai-Mönch), die aber sorgsam darauf achteten, sich dort nicht gegenseitig begegnen zu müssen. Immerhin nicht die schlechteste Methode.


Naja die Verwandschaft beider Schulen liegt klar auf der Hand aber immerhin zeugt es von einem zivilsierten Umgang miteinander. In der Ausbildung der Priester gibt es zumindest in der Nichiren Shu viele Ähnlichkeiten zu Tendai. Differenzen sind ja auch nicht schlecht, Reibungspunkte. Gerade im japanischen Buddhismus gehört ja die Diskussion der Schulen untereinader schon fast zur Tradition und das kann auch mal recht heftig werden.
Habe durch Zufall einen netten Artikel eine Nichiren Shu Priestrin aus Houston Texas gefunden, die u.a, auch als Gefängnis Seelsorgerin arbeitet:

http://www.chron.com/CDA/archives/archive.mpl?id=2009_4812456
catflap08 hat geschrieben:
Habe durch Zufall einen netten Artikel eine Nichiren Shu Priestrin aus Houston Texas gefunden, die u.a, auch als Gefängnis Seelsorgerin arbeitet: http://www.chron.com/CDA/archives/archive.mpl?id=2009_4812456

Vielen Dank.

Und hier gibt es ein paar weitere Informationen über Rev. Myokei Caine Barrett und nette Fotos: http://nichiren-shu.org/Houston/pages/minister.htm

Gruß

Kongjiazhong
Ist übrigens eine sehr nette Frau - ehemals SGI.
Hallo zusammen!

Zunächst einmal: schön, dass es dieses Forum gibt :)

Ich hätte eine Frage:
ich beschäftige mich seit ca. 2 Monaten verstärkt mit dem Nichiren-Buddhismus und bin - wahrscheinlich wie viele andere unter Euch auch - zunächst mit der SGI in Kontakt gekommen.
Ich merke aber bereits schon, dass die SGI wohl nicht das Richtige für mich sein wird. Nach einiger Recherche habe ich nach derzeitigem Wissensstand den Eindruck, dass ich wohl eher in die Nichiren-Shu-Richtung "schwinge".

Da ich vom Daiseion-Ji-Tempel in Wipperfürth weiss (ich wohne im Kölner Raum), dort an Aktivitäten für Newbies aber derzeit nichts angeboten wird, wollte ich mal fragen, wer von Euch in der ähnlichen Situation ist bzw. im Kölner Raum Zentren oder Gruppen kennt, an die man sich wenden könnte.

VG und einen schönen Tag!
fosforito hat geschrieben:
Ich hätte eine Frage: ich beschäftige mich seit ca. 2 Monaten verstärkt mit dem Nichiren-Buddhismus und bin - wahrscheinlich wie viele andere unter Euch auch - zunächst mit der SGI in Kontakt gekommen. Ich merke aber bereits schon, dass die SGI wohl nicht das Richtige für mich sein wird. Nach einiger Recherche habe ich nach derzeitigem Wissensstand den Eindruck, dass ich wohl eher in die Nichiren-Shu-Richtung "schwinge". Da ich vom Daiseion-Ji-Tempel in Wipperfürth weiss (ich wohne im Kölner Raum), dort an Aktivitäten für Newbies aber derzeit nichts angeboten wird, wollte ich mal fragen, wer von Euch in der ähnlichen Situation ist bzw. im Kölner Raum Zentren oder Gruppen kennt, an die man sich wenden könnte.

Nach meinem Wissen gibt es in Deutschland keine Zentren/Gruppen der Nichiren Shu (außer den von dir erwähnten Tempel, der aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht sonderlich aktiv ist). Die "News" auf der Webseite stammen aus dem Frühjahr 2008 (http://www.daiseion-ji.de/)

Ähnliches gilt auch für die Nichiren Sho Shu (keine Gruppen/Zentren und auch kein Tempel), die aber auf einer Webseite in deutscher Sprache wohl recht authentisch vorgestellt wird (http://www.hokkeko.de/).

Das, was als Nichiren-Buddhismus bezeichnet wird, also eine spezifische Auslegung des Lotus-Sutras und eine daraus abgeleitete Praxis, wird in Deutschland auf eigentümliche Weise von der Soka Gakkai repräsentiert, was manche bedauern und worüber sich andere freuen.

Apropos: Du schwingst? Nicht schlecht: Denn: It don't mean a thing if it ain't got that swing!

http://www.youtube.com/watch?v=qDQpZT3GhDg

Kongjiazhong
Ein paar pragmatische Ideen von Außen.
Die einfachste Variante ist sicher, Kontakt zum Tempel aufzunehmen. Wenn sie merken, daß Interesse von Laien an ihrer Praxis besteht, kann es ja sein, daß sie darauf reagieren.
Außerdem kann man auch Mailkontakt zu Zentren im Ausland aufzunehmen.
Eine weitere Idee entspringt meiner Vorliebe für die unabhängigen Gruppen: Fange an zu praktizieren, und such dir Leute, die daran auch Interesse haben.
kongjiazhong hat geschrieben:
Nach meinem Wissen gibt es in Deutschland keine Zentren/Gruppen der Nichiren Shu (außer den von dir erwähnten Tempel, der aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht sonderlich aktiv ist). Die "News" auf der Webseite stammen aus dem Frühjahr 2008 (http://www.daiseion-ji.de/)

Ich hatte dort einmal angerufen. Mir wurde dann mitgeteilt, dass das Programm für das nächste Jahr in der Mache sei und wohl auch bald auf der HP veröffentlicht werden soll. Mal gucken, ich bleibe am Ball.

kongjiazhong hat geschrieben:
Ähnliches gilt auch für die Nichiren Sho Shu (keine Gruppen/Zentren und auch kein Tempel), die aber auf einer Webseite in deutscher Sprache wohl recht authentisch vorgestellt wird (http://www.hokkeko.de/).

Danke für den Tipp. Ich bin kurz vorher schon auf die Seite aufmerksam geworden und ist auf jeden Fall sehr interessant.

kongjiazhong hat geschrieben:
Das, was als Nichiren-Buddhismus bezeichnet wird, also eine spezifische Auslegung des Lotus-Sutras und eine daraus abgeleitete Praxis, wird in Deutschland auf eigentümliche Weise von der Soka Gakkai repräsentiert, was manche bedauern und worüber sich andere freuen.

Stimme ich zu. Ich für meinen Teil scheine aber rein vom Gefühl her eher zu Ersteren zu gehören...

kongjiazhong hat geschrieben:
Apropos: Du schwingst? Nicht schlecht: Denn: It don't mean a thing if it ain't got that swing!

LOL, das ist quasi "Berufskrankheit". Spiele Schlagzeug, da bleibt das mit dem Swing nicht aus. Übringens ist das Duke Ellington-video echt cool :razz:


Ryonin hat geschrieben:
Eine weitere Idee entspringt meiner Vorliebe für die unabhängigen Gruppen: Fange an zu praktizieren, und such dir Leute, die daran auch Interesse haben.

Stimme Dir absolut zu.

Ich bin neugierig: wer von Euch praktiziert denn unabhängig?

VG.
]
fosforito hat geschrieben:
kongjiazhong hat geschrieben:
Nach meinem Wissen gibt es in Deutschland keine Zentren/Gruppen der Nichiren Shu (außer den von dir erwähnten Tempel, der aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht sonderlich aktiv ist). Die "News" auf der Webseite stammen aus dem Frühjahr 2008 (http://www.daiseion-ji.de/)

Ich hatte dort einmal angerufen. Mir wurde dann mitgeteilt, dass das Programm für das nächste Jahr in der Mache sei und wohl auch bald auf der HP veröffentlicht werden soll. Mal gucken, ich bleibe am Ball.


Danke für den Tipp. Ich gewöhnte mir schon ab, auf diese Seite zu schauen, weil es eh nichts Neues gab. Insofern sehe ich mir das Anfang 2011 nochmals an. Sollte es tatsächlich "einführende" Veranstaltungen geben, so würde ich dort auch hinfahren. Allerdings befürchte ich (mein Optimismus ist nicht besonders ausgeprägt), dass es dort allzu japanisch-traditionell zugehen könnte.

Sei einiger Zeit bin ich aber - ich will es mal zum Ausdruck bringen in der Hoffnung, dass dies niemand falsch verstehen wird - eher mitteleuropäisch-deutsch orientiert. Nachdem ich mich also - eine gar nicht so kurze Zeit - in ceylonesisch-, thailändisch-, koreanisch-, japanisch-, tibetisch- und chinesisch-buddhistischen (und sozial-kulturellen) Milieus bewegte, also auch in diesen Sprachen rezitierte (chantete) dürstet es mich - in gewisser Weise - nach dem Deutschen.

Am Rande gesagt, finde ich, dass Deutschland nur zwei religiöse Strömungen hervorbrachte das Lutherische und die Anthroposophie (bzw. weil´s um Religion im engeren Sinne geht, die von Rudolf Steiner inspirierte Christengemeinschaft), während ich das erstere nicht sehr anziehend finde, und die Anthroposophie auch nicht unbedingt mein Fall ist, meine ich im Kultus der Christengemeinschaft eine für mich richtige Sprache (für einen besonderen Zweck) und eine richtige Kultusumgebung (Außen- und Innenarchitektur, Kunst, Gestik, Musik) gefunden zu haben. Abgesehen von den Inhalten.

Aber zurück zum NIchiren Shu Tempel: Ein anziehender Aspekt wäre für mich (neben der Beziehung auf das Lotussutra, auf Nichiren und auf NMHRGK) eine nicht-japanische Darstellungsweise in einer nicht-japanischen Umgebung (auch hinsichtlich der Innenarchitektur). Abstoßend wirkte auf mich das Gegenteil (wie gesagt, die Inhalte mal aus der Bewertung rausgelassen).


Ryonin hat geschrieben:
Eine weitere Idee entspringt meiner Vorliebe für die unabhängigen Gruppen: Fange an zu praktizieren, und such dir Leute, die daran auch Interesse haben.
Stimme Dir absolut zu. Ich bin neugierig: wer von Euch praktiziert denn unabhängig? VG.


Den Begriff "unabhängiges Praktizieren" kenne ich persönlich nur aus dem Zusammenhang mit dem Nichiren-Buddhismus, bei anderen Richtungen des Buddhismus ist er mir noch nicht untergekommen. Zum Beispiel "ich praktiziere Zen unabhängig" hörte ich noch niemals. Ein interessantes Phänomen. Es ist auch so, dass die Sangha (die Gemeinschaft der Praktizierenden) aus vielerlei Gründen wichtig und wohl unverzichtbar ist, allerdings (vielleicht) muss Sangha wohl nicht identisch sein mit "Organisation". Aber ich verstehe natürlich, was du meinst.

Also ich praktiziere aus einer gewissen (unheilsamen und allgemeinen) Abneigung gegen sämtliche mir bekannten buddhistischen Gruppen innerhalb und außerhalb der DBU (die Mitgliedschaft dort sagt über die "Qualität" einer Gruppe gar nichts aus, dies gilt auch für die Soka GakkaI) ziemlich "unabhängig", und zwar "praktiziere" ich ("Praxis" sollte ja mehr bedeuten, als das, was ich jetzt aufzähle, aber das ist ein anderes Thema)

- Zen (ich möchte damit keinen Zenisten beleidigen, wenn ich sage, ich "praktiziere Zen"), ich sitze halt regelmäßig in einer korrekten Position (gelernt - mittels Büchern und indiekter Praxis - über Deshimaru und Kodo Sawaki, wobei mir Kodo Sawaki - so wie ich ihn aus Texten und Fotos kenne - als Person unsympathisch geblieben ist, was aber auch egal ist), manchmal nehme ich an einem gemeinschaftlichen Sitzen (in einer Gruppe) teil,

- Tientai/Tendai (ohne den esoterischen Aspekt) über Bücher "von" und über Zhiyi (mein wundervoller Name kommt aus diesem Kontext),

- chinesisches Mahayana, ich rezitiere Namo O-mi-to-fo (Amitabha) und das Diamantsutra auf Chinesisch :D in einem chinesisch-buddhistischen Tempel und auf Deutsch zu Hause,

- über den - mir aus politischen und aus Gründen des Stils unsympathischen - Dalai Lama und der Theorie/Praxis-Richtung von Je Tsongkhapa lernte ich Manches aus dem tantrischen Buddhismus (allerdings stellte ich vor einiger Zeit fest, dass Tantra nicht mein Weg ist, deshalb zog ich mich davon, ohne Gram natürlich) zurück und

- Nichiren-Buddhismus, im Stil der Soka Gakkai (ohne - wie dies auch sonst der Fall ist - Mitglied zu sein), d.h. ich chante das Nam Myoho Rege Kyo (ohne u bei Nam :D ) und die Auszüge aus den zwei Kapiteln (nach dem Liturgieheft der SGI-D), entweder zu Hause (auf Deutsch), oder seltener bei Bekannten aus dem Umfeld der SGI-D oder noch seltener in einem SG-Zentrum (auf Japanisch). Einen Gohonzon druckte ich mir selbst aus und hänge ihn auf, wenn ich chante, ich chante aber auch ohne Gohonzon. Bei youtube kenne ich verschiedene schöne Seiten, die das Chanten in unterschiedlichen Stilen (Nichiren Shu, Soka Gakkai) vorstellen. Mir ist natürlich klar, dass die Soka Gakkai meinen "Mischmasch" an Praxis und meinen selbst ausgedruckten Gohonzon für kritikwürdig erklären würde, was mir aber egal wäre (auch in dieser Hinsicht bin ich also unabhängig von dieser Organisation). Übrigens war mir Nichiren schon sehr lange bekannt, allerdings hegte ich ihm gegenüber ein gewisses negatives Vorurteil. Über die Soka Gakkai lernte ich ihn von einer anderen Seite kennen, auch dadurch, dass ich begann mich "unabhängig" mit diesem Thema zu beschäftigen.

Meine unabhängige und aus verschiedenen Elementen bestehende Praxis (Nichiren ist nur ein Teil und der Soka Gakkai-Anteil daran ist auch überschaubar), die - eher aus der Not - ohne eine formalisierte Sangha (eine Organisation) auskommt, tut mir und meiner Umgebung ganz gut, zumal meine Erwartungen auch nicht übertrieben hoch sind.

Kongjiazhong
Den Begriff "unabhängiges Praktizieren" kenne ich persönlich nur aus dem Zusammenhang mit dem Nichiren-Buddhismus,


Naja, es gibt auch im Shin-Buddhismus unabhängig Praktizierende, und zu denen zähl ich mich auch. (wenn ich auch einmal im Jahr bei Freunden ein Wochenende Zazen mit sitze).
Im Zazen haben mal ein paar Leute ihr Zen als Graswurzelzen bezeichnet. Aber im Zen ist glaub ich ein Lehrer wichtiger als im Nichiren- und Shin-Buddhismus, daher haben sie es eher schwerer. Aber ich habe auch da Leute kennengelernt, die mir sehr imponiert haben.
Ryonin hat geschrieben:
Den Begriff "unabhängiges Praktizieren" kenne ich persönlich nur aus dem Zusammenhang mit dem Nichiren-Buddhismus,

Naja, es gibt auch im Shin-Buddhismus unabhängig Praktizierende, und zu denen zähl ich mich auch. (wenn ich auch einmal im Jahr bei Freunden ein Wochenende Zazen mit sitze). Im Zazen haben mal ein paar Leute ihr Zen als Graswurzelzen bezeichnet.


Mir ging es ausschließlich um diese Bezeichnung, "unabhängig /von einer formalen Struktur bzw. Organisation/ praktizieren" wobei ich diesen Ausdruck nur im Nichiren-Zusammenhang hörte. Ich denke, dass viele Buddhisten irgendwie unabhängig von solchen festen Strukturen "praktizieren", sie legen aber m.E. keinen Wert darauf, es ausdrücklich als "unabhängige Praxis" zu bezeichnen, oder solch eine explizit zu suchen.

Übrigens hörte ich den Ausdruck "ausüben" auch noch niemals (im buddhistischen Kontext), außer im Zusammenhang mit Nichiren und der Soka Gakkai, wenn es irgendwo heißt, den Buddhismus "ausüben" (statt "praktizieren"), kann man sicher sein, das es aus einer bestimmten "Ecke" kommt.

kongjiazhong
kongjiazhong hat geschrieben:
Aber zurück zum NIchiren Shu Tempel: Ein anziehender Aspekt wäre für mich (neben der Beziehung auf das Lotussutra, auf Nichiren und auf NMHRGK) eine nicht-japanische Darstellungsweise in einer nicht-japanischen Umgebung (auch hinsichtlich der Innenarchitektur). Abstoßend wirkte auf mich das Gegenteil (wie gesagt, die Inhalte mal aus der Bewertung rausgelassen).

Hm, wahrscheinlich wird das etwas schwierig, wobei ich nicht weiss, wie der Wipperfürther Tempel architektonisch gestaltet ist bzw. ob die dort "federführenden" Leute ausschliesslich Japaner sind. Aber ich bin gespannt und lasse es einfach einmal auf mich zukommen.

kongjiazhong hat geschrieben:
d.h. ich chante das Nam Myoho Rege Kyo und die Auszüge aus den zwei Kapiteln des Lotus Sutra. Einen Gohonzon druckte ich mir selbst aus und hänge ihn auf, wenn ich chante, ich chante aber auch ohne Gohonzon.

Genauso mache ich das derzeit auch. Ich weiss ja leider nicht, wie das im Nichiren Shu bzw. Shoshu normalerweise gehandhabt wird, aber im Falle der Soka Gakkai dort erst Mitglied werden zu müssen, um dann zu einem Gohonzon chanten zu "dürfen", kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Wenn jemand sich dafür entscheidet, ausserhalb der SG einen Gohonzon zu beziehen (Internet, Ebay, wo auch immer) ist das m.E. völlig in Ordnung. Gerade auch, wenn man so wie ich relativ am Anfang steht und auch herausfinden möchte:"Komme ich damit klar, zum Gohonzon zu chanten. Fühle ich mich wohl dabei? etc." - wie soll ich das wissen, wenn ich es nicht ausprobiere? :roll: Dasselbe gilt für sämtliche "Accessoires", die ich mir im und um meinen Butsudan herumbaue (Buddhastatuen etc.)

Bezgl. Chanten und der Rezitation halte ich es derzeit genauso,allerdings möchte ich mich auch das weiterbilden und sehen, was andere Nichirenschulen noch machen und es auch selbst ausprobieren.


kongjiazhong hat geschrieben:
Bei youtube kenne ich verschiedene schöne Seiten, die das Chanten in unterschiedlichen Stilen (Nichiren Shu, Soka Gakkai) vorstellen.

Würdest Du mir die Links mal mailen oder hier posten? Ich habe zwar schon einige bei YouTube gefunden, bin mir aber sicher, dass ich vieles noch nicht kenne. Wäre super. :)

kongjiazhong hat geschrieben:
Meine unabhängige und aus verschiedenen Elementen bestehende Praxis (Nichiren ist nur ein Teil und der Soka Gakkai-Anteil daran ist auch überschaubar), die - eher aus der Not - ohne eine formalisierte Sangha (eine Organisation) auskommt, tut mir und meiner Umgebung ganz gut, zumal meine Erwartungen auch nicht übertrieben hoch sind.

Ich persönlich glaube, dass dies völlig in Ordnung ist. Solange Du und Deine Umgebung sich damit wohlfühlen, das ist doch echt die Hauptsache.
Das Wort "ausüben" ist ein Begriff typisch für Nichiren-Buddhisten in Deutschland. Im englsichen Sprachraum wird "Practice" benutzt und im Deutschen MEIST "Praxis".

In sachen Gohonzon belibt anzumerken, dass egal welcher Nichiren-Schule man sich anschliesst die Verleihung des Gohonzons immer auch den Beitritt zu dieser Schule bedeutet. Nichiren selbst gab diesen nur an seine engsten Schüler und Anhänger weiter. Die Praxis als solche ist jedoch auch ohne den Gohonzon möglich.
Namaste!
fosforito hat geschrieben:
Ich weiss ja leider nicht, wie das im Nichiren Shu bzw. Shoshu normalerweise gehandhabt wird, aber im Falle der Soka Gakkai dort erst Mitglied werden zu müssen, um dann zu einem Gohonzon chanten zu "dürfen", kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Wenn jemand sich dafür entscheidet, ausserhalb der SG einen Gohonzon zu beziehen (Internet, Ebay, wo auch immer) ist das m.E. völlig in Ordnung. Gerade auch, wenn man so wie ich relativ am Anfang steht und auch herausfinden möchte:"Komme ich damit klar, zum Gohonzon zu chanten. Fühle ich mich wohl dabei? etc." - wie soll ich das wissen, wenn ich es nicht ausprobiere? :roll: Dasselbe gilt für sämtliche "Accessoires", die ich mir im und um meinen Butsudan herumbaue (Buddhastatuen etc.)

Bezgl. Chanten und der Rezitation halte ich es derzeit genauso,allerdings möchte ich mich auch das weiterbilden und sehen, was andere Nichirenschulen noch machen und es auch selbst ausprobieren.

Vor ein paar Jährchen habe ich mich, auf der Suche nach einer eigenen rituellen Praxis, mal mit den Liturgien der verschiedenen japanischen Traditionen befasst und versucht, mir hierfür die jeweiligen Liturgie-Abläufe (Gongyo-Büchlein) zu beschaffen.
So habe ich unter andem von der SGI-D "Die Liturgie des Buddhismus Nichiren Daishonins" bezogen und über eine Website der Nichiren Shû die "Liturgy of Nichiren Shu" geordert.

Vergleiche ich diese beiden Heftchen - auch im Hinblick auf die Liturgien anderer Schulen (Tendai Shû, Shingon Shû, Sôtô Shû, Jôdo Shinshû) - so stelle ich fest, dass die Liturgie der Soka Gakkai im Gegensatz zur Liturgie der Nichiren Shû doch sehr "abgespeckt" erscheint.

Während sich die Nichiren Shû mit der (Wieder-)Einführung der "Shôdai Gyô"-Meditationspraxis wieder auf alte Wurzeln besinnt (sowohl Samatha- als auch Vipassana-Aspekte sind gegeben, wobei letztgenannte in Richtung Vertiefung des Vertrauens in den Verdienst des Odaimoku gehen), vermisse ich bei der Soka Gakkai sogar "Die Dreifache Zuflucht" und die "Vier Großen Gelübde" - grundlegende Praktiken, die man ansonsten in jeder japanischen Tradition, bzw. in jeder anderen buddhistischen Richtung, findet.

Die Geschmäcker sind wohl verschieden - über Sinn und Unsinn von ritualisierten Praktiken kann man sicher vortrefflich streiten. Für mich persönlich gehören sie zum WEG dazu, und hinsichtlich dieses Aspekts stelle ich fest, dass die Liturgie der Nichiren Shû durchaus vergleichbar ist mit der anderer japanischer Traditionen. So fällt es den japanischen Anhängern der Nichiren Shû garantiert leichter, einen Tempel einer anderen Tradition zu betreten und dem Buddha dort seine Aufwartung zu machen, als einem Mitglied der Soka Gakkai, der damit wahrscheinlich Probleme hätte - vor allem, wenn auf dem Altar mal nicht Shakyamuni Buddha steht.

< gasshô >

Benkei
fosforito hat geschrieben:
Würdest Du mir die Links mal mailen oder hier posten? Ich habe zwar schon einige bei YouTube gefunden, bin mir aber sicher, dass ich vieles noch nicht kenne. Wäre super. :)

Bei youtube findet sich eine sehr große Auswahl, einfach „nam myoho renge kyo“, „namu myoho renge kyo“, „daimoku“ oder „odaimoku“ eintippten.

Zwar bin ich kein Freund der Extreme, ab die beiden sehr unterschiedlichen Arten zu chanten, gefallen mir in gleicher Weise sehr (einmal SGI-schnell, einmal Nichiren Shu-langsam):

http://www.youtube.com/watch?v=lx2kZjPoc2o

http://www.youtube.com/watch?v=1HF22rzF ... re=related

Und hier ein großartiger Chor, eine schöne Melodie und ein bedenkenswerter Text, der in gewisser Weise das Wesen aller Idole und die Perspektive aller Anhängerschaft auf den Punkt bringt: Einfach den Namen z.B. in, o.k., ich will hier keine Namen nennen und den Raum spiritualisieren und das Langlebensgebet für eine Heiligkeit, die Ode an einen Mentor usw. usf. sind perfekt:

http://www.youtube.com/watch?v=yhxvhThq ... xt_from=QL

http://www.youtube.com/watch?v=K907lLUz ... re=related

Kongjiazhong
Benkei hat geschrieben:
So fällt es den japanischen Anhängern der Nichiren Shû garantiert leichter, einen Tempel einer anderen Tradition zu betreten und dem Buddha dort seine Aufwartung zu machen, als einem Mitglied der Soka Gakkai, der damit wahrscheinlich Probleme hätte - vor allem, wenn auf dem Altar mal nicht Shakyamuni Buddha steht.

Es dürfte dem Mitglied der Soka Gakkai ähnlich gehen, wie einem Calvinisten in einer Orthodoxen Kirche, dem Nichiren Shu Anhänger dagegen wie einem Katholiken. Solange es beiden nicht wie dem Münchner im Himmel geht, ist es aber gut: http://www.youtube.com/watch?v=vnRLfY2m ... re=related

Kongjiazhong

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast