Erstes Meditations-Seminar in Deutschland zum Thema der generations-übergreifenden Auswirkungen des 2. Weltkrieges auf deutsche Familien.

Nazi-Zeit und Krieg – Wie wirkt das bis heute in meiner Familie und mir nach?

Leitung: Zen buddhistischer Mönch, ehemaliger Frontsoldat im Vietnamkrieg und Buchautor Claude AnShin Thomas. Als ein internationaler Advokat des Friedens und der aktiven Gewaltlosigkeit arbeitet er weltweit unermüdlich. Für mehr Informationen: http://www.zaltho.de, www. zaltho.org, Buch: “Am Tor zur Hölle – Der Weg eines Soldaten zum Zen Mönch“, Theseus, 2003 und 2008
- mit Assistenz und Übersetzung: von der Zen-buddhistischen Nonne Wiebke KenShin Andersen

Wo: Semkye Ling Landhaus, Lünzen/Schneverdingen (1 Autostunde südlich von Hamburg)

Kontakt: Sonja MyoZen Sterner, Email: smyozen@gmail.com (http://www.zaltho.de) , Tel: 01577-925 6204

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Thema:
Der 2. Weltkrieg hat vielfältige Spuren in den einzelnen Familien hinterlassen; bis in die Enkelgeneration hinein wirken sie auf die individuelle und die familiäre Geschichte. Ein verantwortungsvollerer Umgang mit unserer eigenen Familiengeschichte kann bestärkend und transformierend wirken, nicht nur für einen selbst, sondern auch für die nachfolgenden Generationen. So kann die Familiengeschichte schließlich nicht nur als diffus belastend, sondern als klärend erlebt werden.
Die Hinwendung zu diesem Thema mit dem Fokus auf die Selbstreflexion durch einen engagierten Meditations-Übungsweg ermöglicht es uns, zu erkennen, wie die Zusammenhänge generationsübergreifend sind.

WAS WAR, IST IN MIR

Es gibt viele, die noch nicht so viel über die Weitergabe von Trauma wissen. Trauma hat generations-übergreifende Auswirkungen. Zum Beispiel erzählte eine junge Frau aus Bremen: “Meine Großmutter überlebte mit ihren beiden Kindern den 2. Weltkrieg im zerbombten Bremen. Mein Opa war an der russischen Front und geriet dort in Kriegsgefangenschaft. Als ich und meine Schwester noch klein waren, weinte meine Mutter eine lange Zeit lang jeden Abend an der Seite meines Vaters. Als Kinder verstanden wir dieses Verhalten nicht. Erst später in unserem Leben lernten wir zu verstehen, dass mit unsere Mutter alles in Ordnung war. Sie hatte geweint, weil sie befürchtete, dass ihr Ehemann eingezogen werden könnte und sie dann mit beiden Kindern zurückbleiben würde.”

Meditation und ein bewusstes Leben kann – wenn wir wollen - ein Mittel sein, die Weitergabe von Traumata zu unterbrechen. Dieser Prozess wirkt sich auf die vorangegangene, die gegenwärtige und die nächste Generation aus.

Wiebke KenShin Andersen, Initiatorin der Veranstaltung: “Ich selber kenne tiefe Schuldgefühle, die nicht meine sind. Ich kenne die fehlende emotionale Präsenz und persönliche Teilnahme meiner Eltern, die beide den 2. Weltkrieg als Kinder und Teenager erlebt haben.
Viele Jahre lang dachte ich, dass wegen der fehlenden emotionalen Präsenz und persönlichen Teilnahme meiner Eltern, etwas an mir falsch ist. Das dauerte, bis ich von Claude AnShin Thomas und der buddhistischen Praxis über die generations-übergreifenden Auswirkungen von Krieg und Trauma lernte.
Nun weiß ich, dass die Art, in der meine Eltern zu mir waren, nicht an meiner Person lag. Aber ich habe auch gelernt, dass die Konsequenzen des Verhaltens meiner Eltern sich in mir wiederspiegeln und dass ich jetzt für diese selber verantwortlich bin. D.h. in praktischen Schritten, dass ich zunächst mein Leiden in mir annehmen muss; es weder abzulehnen noch mich und andere darüber zu identifizieren. Und dass ich dann durch einen disziplinierten spirituellen Übungsweg anfange, eine andere und bewusstere Beziehung zu meinem Leiden herzustellen.”

Kurz-Biografie von Claude AnShin Thomas:
Claude AnShin Thomas wurde 1947 im US-Staat Pennsylvania geboren. Nachdem er schon in der Kindheit prägende Gewalterfahrungen gemacht hatte, meldete sich im Alter von 18 Jahren freiwillig für den Wehrdienst im Vietnam-Krieg. Er wurde Kommandeur einer Hubschraubermannschaft. Er sagt heute, dass er für den Tod von vielen Menschen und der Zerstörung ganzer Dörfer verantwortlich wurde. Wie so viele andere Kriegs-Veteranen, war er nach seiner Rückkehr außerstande, sich wieder in sein soziales Umfeld einzugliedern. Viele Jahre rang er mit traumatischen Spätfolgen, Sucht, Isolation, Obdachlosigkeit und zermürbender Hoffnungslosigkeit.
Heute ist Claude AnShin Thomas ein Zen Buddhistischer Mönch, Internationaler Friedensaktivist, Autor und Lehrer in den USA, Europa, Südamerika und Asien. Er teilt seine inspirierende spirituelle Odyssee vom Horror des Nahkampfes zur Entdeckung des Buddhistischen Pfades. Claude AnShins kraftvolle Geschichte kann anderen als Landkarte dienen, die sich möglicherweise in immer wiederkehrenden Kreisläufen von Reaktionen gefangen fühlen, welche ein Umstand der traumatischen Erfahrung sind, ungeachtet der Natur und des Ausmaßes dieses Traumas.