Passendes Sitzkissen

Moderator: Jojo

Hallo an alle!

Ich versuche gerade meinen Sitz zu verbessern. Kreuze die Beine momentan im Schneidersitz, also beide Füsse unten. Halben Lotussitz schaffe ich noch nicht, mache aber Dehnungsübungen. Wenn ich z.B. den linken Fuss auf den rechten Oberschenkel lege, kriege ich das linke Knie nicht mal ansatzweise zum Boden, so zu sitzen ist unmöglich.

Wie kann ich einschätzen, welches Kissen sich für mich am besten eignet? Brauchen Menschen mit längeren Beinen tendenziell größere Sitzkissen, oder tendnziell kleinere?

Ich bin 1,85m groß und habe eher lange Beine. Gibt es da eine Faustformel? Oder sollte ich abwarten bis ich zumindestens den halben Lotus schaffe und dann einfach andere Sitzkissen ausprobieren?
Hallo Zenman,

...Wie kann ich einschätzen, welches Kissen sich für mich am besten eignet? Brauchen Menschen mit längeren Beinen tendenziell größere Sitzkissen, oder tendnziell kleinere?...

ausprobieren.
Ich habe zu Anfang ein sehr hohes Kissen benutzt. Mit den Jahren wurde es niedriger. Außerdem sitze ich nur im burmesischen Sitz oder im Viertel-Lotus. Ich mache das schon über 30 Jahre und lebe noch. :)
Im Zen wird auf keinen Fall im Schneidersitz gesessen. Die korrekte Zazen Haltung findest du auf den entsprechenden Seiten der Soto-shu.

http://zen-road.org/index.php?option=co ... 32&lang=de

http://www.meditation-zen.org/de/meditation-haltung

http://global.sotozen-net.or.jp/ger/pra ... zen/howto/

Was das Kissen und seine Höhe anbetrifft - so hängt das mit der Beweglichkeit der Hüften zusammen. Die kann man verbessern, wenn man hierzu Vor-Übungen macht. Man muss es also ausprobieren. Je geringer die Beweglichkeit der Hüfte, umso höher muss das Kissen sein.
Ach ja, Zenman, beinahe hätte ich es vergessen. Hier http://www.korinji.org siehst du die bei uns übliche Handhaltung. Hier auch noch mal für's Kinhin.
Es wird viel Wert darauf gelegt, die Die auf den Boden (Matte) zu bekommen und den Rücken gerade zu halten.Ob im vollen Lotus oder nicht, ist bei uns zweitrangig.
Ich weiss, dass man idealerweise im halben oder vollen Lotus sitzen sollte. Nur wenn ich meine Beine wirklich in korrekten vollen Lotus (Knie auf den Boden, Zehen in einer Linie mit Oberschenkel) reinzwinge, reissen mir etwaige Sehnen etc. Da ich erst Anfang 30 bin, glaube ich zumindestens halben Lotus mit der Zeit schaffen zu können.

Beweglichkeit der Hüfte ist genau das Problem bei mir, ist wohl am Anfang das Hauptproblem bei vielen? Ich denke es macht Sinn, wenn ich mir ein höheres Kissen kaufe und das kleinere für später aufhebe...
@Monday: Korrektur, ich sitze eher im burmesischen Sitz, wenn ich mich nach den Bildern im 2. Link von dir orientiere.
Zenman hat geschrieben:
Ich weiss, dass man idealerweise im halben oder vollen Lotus sitzen sollte. Nur wenn ich meine Beine wirklich in korrekten vollen Lotus (Knie auf den Boden, Zehen in einer Linie mit Oberschenkel) reinzwinge, reissen mir etwaige Sehnen etc. Da ich erst Anfang 30 bin, glaube ich zumindestens halben Lotus mit der Zeit schaffen zu können.



Vielleicht solltest du mal den Glauben bzw. das Dogma der "richtigen Sitzhaltung" loslassen. Hör auf deinen Körper und finde heraus, wie es für dich am besten ist und sich richtig anfühlt.

Ich meditiere auf einem Hocker, auf dem ein Zafu liegt, weil ich damit die für mich passende Sitzhöhe habe und ich damit stabil sitze.

Hätte Buddha das so gemacht, würden das heute alle nachmachen wollen. :upsidedown:
Elke hat geschrieben:
...Vielleicht solltest du mal den Glauben bzw. das Dogma der "richtigen Sitzhaltung" loslassen...


Ja und Nein, Elke.
Das Wort "Richtig" halte ich auch für problematisch. Wenn schon, würde ich es als ideale Sitzhaltung oder hilfreiche Sitzhaltung bezeichnen. Und ideal ist in diesem Fall alles, was dir hilft, aufrecht, mit geradem Rücken, stabil zu sitzen. Im Schaukelstuhl oder in der Sesselecke wäre nicht so hilfreich. :)
Und dann gibt es immer wieder die notwendigen Kompromisse, die sich z.B. aus gesundheitlichen Gründen ergeben. So wird ein Einbeiniger oder ein Rollstuhlfahrer anders sitzen, als ein körperlich gesunder. Und trotzdem kann auch der ZaZen praktizieren.
Es ist die Mischung zwischen Anspannung und Entspannung die es ausmacht. Und da sind bestimmte Vorgaben z.B. bzgl. der Sitzhaltung hilfreich.
Ich habe einiges ausprobiert. Für mich ist die Sitzhaltung auf dem Kissen mit gekreuzten Beinen ideal. Und so lange es geht, werde ich sie beibehalten.

Da fällt mir ein Artikel aus der österreichischen Zeitschrift UrsacheWirkung ein:
http://www.ursachewirkung.at/achtsamkeit/992-von-der-form-in-die-freiheit

Hier noch was aus der tibet. Richtung:

https://enricokosmus.wordpress.com/2016/05/01/meditationshaltung/
https://enricokosmus.wordpress.com/2015/05/13/korperhaltung-meditation-winde-geistesgifte/
Wenn es um Meditation geht, also die spezielle Verschaltung von Synapsen im Gehirn, ist dazu jede Haltung möglich die diesen Vorgang fördert.
Wer jedoch meint, dass er bessere Karten hat um zum Erfolg zu kommen kauft ein Zabuton, ein Zafu und eventuell noch eine Zen-Jacke mit Hose. Wer es besonders gut machen will kauft dann noch japanisches Porzellan und stellt es um sich und natürlich können es kostbare Buddhas für den Raum nicht genug sein. So ein religiöser Ablasshandel um eine reine Seele und gutes Karma zu bekommen hat bisher immer funktioniert seit tausenden von Jahren. Wer nicht in der Lage ist die geistige Dimension der Meditation zu erfassen muss in die Tasche greifen, die Vorgaben erfüllen und so Ausgleich schaffen, es bleibt nichts anderes übrig soll das Dasein weiter gehen.
sati-zen hat geschrieben:
Wenn es um Meditation geht, also die spezielle Verschaltung von Synapsen im Gehirn, ist dazu jede Haltung möglich die diesen Vorgang fördert.
Wer jedoch meint, dass er bessere Karten hat um zum Erfolg zu kommen kauft ein Zabuton, ein Zafu und eventuell noch eine Zen-Jacke mit Hose. Wer es besonders gut machen will kauft dann noch japanisches Porzellan und stellt es um sich und natürlich können es kostbare Buddhas für den Raum nicht genug sein. So ein religiöser Ablasshandel um eine reine Seele und gutes Karma zu bekommen hat bisher immer funktioniert seit tausenden von Jahren. Wer nicht in der Lage ist die geistige Dimension der Meditation zu erfassen muss in die Tasche greifen, die Vorgaben erfüllen und so Ausgleich schaffen, es bleibt nichts anderes übrig soll das Dasein weiter gehen.


Aha. :mrgreen:
Danke für die vielen Links! Lese mir das nach und nach durch.

Ich denke schon, dass die Sitzhaltung dazu beiträgt Zazen besser praktizieren zu können.

Ich habe angefangen mit auf dem Stuhl sitzen, später habe ich viel in der Seiza-Stellung praktiziert. Das war auf jeden Fall besser, als auf dem Stuhl.

Als ich zum ersten Mal für längere Zeit mit gekreuzten Beinen sitzen konnte, habe ich gemerkt, dass es so noch besser wird. Deswegen möchte ich mein Bestes geben, um aus meinem relativ ungelenkigen Körper das Maximum rauszuholen. Ich kriege ja in meiner Sitzstellung nicht mal beide Knie nach unten, da geht auf jeden Fall noch was.
Hallo Zehnmal,
du machst das schon. Da habe ich keine Zweifel. :)
Danke Festus!
Zenman hat geschrieben:
Hallo an alle!

Ich versuche gerade meinen Sitz zu verbessern. Kreuze die Beine momentan im Schneidersitz, also beide Füsse unten. Halben Lotussitz schaffe ich noch nicht, mache aber Dehnungsübungen. Wenn ich z.B. den linken Fuss auf den rechten Oberschenkel lege, kriege ich das linke Knie nicht mal ansatzweise zum Boden, so zu sitzen ist unmöglich.

Wie kann ich einschätzen, welches Kissen sich für mich am besten eignet? Brauchen Menschen mit längeren Beinen tendenziell größere Sitzkissen, oder tendnziell kleinere?

Ich bin 1,85m groß und habe eher lange Beine. Gibt es da eine Faustformel? Oder sollte ich abwarten bis ich zumindestens den halben Lotus schaffe und dann einfach andere Sitzkissen ausprobieren?
Egal worauf du sitzt wichtig ist das Du dein Sitzbein spürst die beiden Knochen richten den geraden Sitz her wenn gleichzeitig die Knie den Boden berühren. Wenn du diese vier Punkte spürst und diese als Basis des Sitzes erkennst richtest Du dich so auf das du Stundenlang sitzen kannst, ja sogar schlafen. Der ganze Humbug um Lotus und so weiter sind Hirngespinste. Auf dem Sitzbein sitzen die Knie auf den Boden.
Ellviral hat geschrieben:
Egal worauf du sitzt wichtig ist das Du dein Sitzbein spürst die beiden Knochen richten den geraden Sitz her wenn gleichzeitig die Knie den Boden berühren. Wenn du diese vier Punkte spürst und diese als Basis des Sitzes erkennst richtest Du dich so auf das du Stundenlang sitzen kannst, ja sogar schlafen. Der ganze Humbug um Lotus und so weiter sind Hirngespinste. Auf dem Sitzbein sitzen die Knie auf den Boden.


In Theorie weiss ich ja schon, wie man richtig sitzt... Drei Punkte, der Arsch und die beiden Knie sollen ein gleichseitiges Dreieck bilden, Körperschwerpunkt liegt wegen durchgedrücktem unteren Rücken und erhöhtem Arsch innerhalb des Dreiecks, etc. Nur bisher kriege ich die Knie noch nicht ganz auf den Boden. Mache Dehnübungen vor dem Sitzen, versuche auch im Alltag mit verschränkten Beinen zu sitzen, aber bis die Sehnen das richtig mitmachen dauert es eben.
Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Egal worauf du sitzt wichtig ist das Du dein Sitzbein spürst die beiden Knochen richten den geraden Sitz her wenn gleichzeitig die Knie den Boden berühren. Wenn du diese vier Punkte spürst und diese als Basis des Sitzes erkennst richtest Du dich so auf das du Stundenlang sitzen kannst, ja sogar schlafen. Der ganze Humbug um Lotus und so weiter sind Hirngespinste. Auf dem Sitzbein sitzen die Knie auf den Boden.


In Theorie weiss ich ja schon, wie man richtig sitzt... Drei Punkte, der Arsch und die beiden Knie sollen ein gleichseitiges Dreieck bilden, Körperschwerpunkt liegt wegen durchgedrücktem unteren Rücken und erhöhtem Arsch innerhalb des Dreiecks, etc. Nur bisher kriege ich die Knie noch nicht ganz auf den Boden. Mache Dehnübungen vor dem Sitzen, versuche auch im Alltag mit verschränkten Beinen zu sitzen, aber bis die Sehnen das richtig mitmachen dauert es eben.
Ich erkenne da einen Unterschied zwischen "auf dem Arsch" sitzen und dem auf dem Sitzbein sitzen. Bei mir ist da eine gewaltiger Unterschied. Denn wenn ich nicht das Sitzbein spüre beim Zazen, oder auch bei normalem sitzen, kommt es zu einer flachen anstrengenden Atmung und zu Unkonzentriertheit. "Dein After versucht die Sonne zu sehen." oder so hat da mal ein Zazen-sitzer geschrieben.
Ellviral hat geschrieben:
Ich erkenne da einen Unterschied zwischen "auf dem Arsch" sitzen und dem auf dem Sitzbein sitzen. Bei mir ist da eine gewaltiger Unterschied. Denn wenn ich nicht das Sitzbein spüre beim Zazen, oder auch bei normalem sitzen, kommt es zu einer flachen anstrengenden Atmung und zu Unkonzentriertheit. "Dein After versucht die Sonne zu sehen." oder so hat da mal ein Zazen-sitzer geschrieben.


ich meine es aber so wie du und drücke die Hüften beim Sitzen durch. Ich weiss genau was du meinst wegen der Atmung. Danke für die zusätzliche Erklärung, aber ich verstehe wirklich wie die Position beim Sitzen sein soll.
Zenman hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Ich erkenne da einen Unterschied zwischen "auf dem Arsch" sitzen und dem auf dem Sitzbein sitzen. Bei mir ist da eine gewaltiger Unterschied. Denn wenn ich nicht das Sitzbein spüre beim Zazen, oder auch bei normalem sitzen, kommt es zu einer flachen anstrengenden Atmung und zu Unkonzentriertheit. "Dein After versucht die Sonne zu sehen." oder so hat da mal ein Zazen-sitzer geschrieben.


ich meine es aber so wie du und drücke die Hüften beim Sitzen durch. Ich weiss genau was du meinst wegen der Atmung. Danke für die zusätzliche Erklärung, aber ich verstehe wirklich wie die Position beim Sitzen sein soll.
Danke! Jetzt ist alles ruhig bei mir.
liebe Grüße
Helmut
Gern geschehen. Es ist gut zu wissen, dass dir meine richtige Sitzposition so wichtig war :like:
Hi,

ich schließe mich meinen Vorrednern an. Das richtige Meditationskissen richtet sich nach a) deiner Sitzposition und b) deiner Beweglichkeit. Ich bin z.B. sehr unbeweglich und nutze deshalb Meditationskissen, die sehr hoch und ergonomisch sind. Ich finde hohe Kissen auch für Anfänger sehr nützlich. Bei vielen Kissen kann man ja die Höhe auch ein bisschen variieren, indem man weniger Füllung benutzt. Dann braucht man nicht gleich ein neues Kissen zu kaufen, wenn man beweglicher wird.

Quelle: http://www.welches-meditationskissen.com/#Kaufkriterien

Auf der Seite sind noch paar Kriterien beim Kauf aufgelistet, die ich damals für mein Meditationskissen nützlich fand.

Liebe Grüße,
Klaus
Danke für die Tipps klausprior!

Ich nutze schon die ganze Zeit ein klassisch aussehendes Zafu von Lotuscrafts. Ist bei normaler Benutzung (nach wie vor) etwas zu klein für mich.

Habe nun folgenden Trick für mich entdeckt: ich stelle das Kissen hochkant, brings ein wenig in Form und kann dann im halben Lotus drauf sitzen :) .
Kriege zwar den Fuss nicht auf den Oberschenkel, sondern nur auf die Wade. aber zumindestens sieht das ganze schon nach halben Lotus aus und vor allem drücke ich die Knie richtig fest auf den Boden. Sehr stabil, muss mich aber noch dran gewöhnen.

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