Shinjin

Moderator: void

al-Nuri hat geschrieben:
@ Jiun ken:
Und an der Zahl deiner Reinkarnationen lässt sich auch ganz gut dein Wunsch nach Selbstdarstellung ablesen.


Reine Projektion und Fantasie. Bin einfach der Kommunikation hier, manchmal weil ich einen Helferimpuls spüre, der aufschlussreichen Verbindungen wegen, und, genau wie Sherab, aus Dharmaeinsamkeit. Passt aber vielleicht nicht in Deine Welt, daß jemand so ticken könnte und kein einzelgängerisches, egoistisches kleines A.loch ist. Ich habe echt das Gefühl, du wähnst dich permanent von solchen umgeben. Da kann ich dir ( und mir ) nicht helfen. Da müsstest du selber gründlich gründeln. Ich hab mich wieder angemeldet, weil ich mich von dir, aufgrund dieses Handicaps, grundsätzlich nicht erziehen lasse, wie von jedem anderen mit ähnlichem Strickmuster auch nicht, und nicht aufgrund von Gier oder Plödheit.

Guten Abend.


Dharmaeinsamkeit – was soll den das sein?
Der Rest des Post ist nur Trotz und Ausdruck von Gier.

Solange nicht erkannt wird, dass wir uns immer nur selbstdarstellen, und das als Beleidigung begreifen und nicht als grundlegende Wahrheit, wird es haken und knirschen. :D
Wenn eine gewisse Selbstdarstellung normal ist-und das is sie-kann es darin keine Unterschiede geben. Mal ist sie heftiger, mal kaum zu beobachten. Die Verurteilung steht auf einem anderen Blatt. Zumal wenn sie wählerisch ist und sich auf so eine Art ausdrückt. Mit Trittbrettfahrern, die bewusst scheinbare Konfliktsituationen aufsuchen, um anzuheizen und Offenheit nutzen um an Gedärmen zu ziehen, kommuniziere ich nicht, weil es keine richtiges Leben im falschen jeben kann ( Adorno): "Adorno bekräftigt mit seinem Satz die Differenz von richtig und falsch und die Wichtigkeit, sich den Sinn für das Richtige nicht nehmen zu lassen." ( Wiki )

Zurück zum Thema.
Namaste!
al-Nuri hat geschrieben:
void hat geschrieben:

Ja, ich glaube die Idee von "Mantra" im Shingon ist ja auch nicht so klemptnertechnisch funktional ("Diese Bchstabenfolge bewirkt das") sondern im Gegenteil geht es da ja um Keimsilben. Um das was ganz basal ist, die tiefen Frequenten wo der Bauch wummert. Und dem gegenüber das denkende Ego nur so ein hochfrequentes Fitzelteil ist.


Hochfrequent ist auch ok, aber eher so wie man mit Papier heizt als mit Holzkohle.
Keimsilben und interessante Erläuterung der Schiftzeichen :

https://www.youtube.com/watch?v=BDXOIJbgbZg

Bei dem Video ist zu beachten, dass da ein Priester der Jôdo Shû - also kein Shingon-Priester des Mantrayana, sondern ein Nenbutsu-Praktiker, eine bestimmte Form des Nenbutsu vorführt.
(Er hat auch noch andere Formen eingestellt.)
Dass er ein Jôdo Shû-Priester ist sieht man an der Rakusu-ähnlichen Robe und an dem Emblem, das auf einem der Träger prangt, und er sagt es auch.

Nur damit da nicht der Gedanke aufkommt, da würde das Nenbutsu als "Mantra" erläutert.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
al-Nuri hat geschrieben:
@ Jiun ken:
Und an der Zahl deiner Reinkarnationen lässt sich auch ganz gut dein Wunsch nach Selbstdarstellung ablesen.


Reine Projektion und Fantasie. Bin einfach der Kommunikation hier, manchmal weil ich einen Helferimpuls spüre, der aufschlussreichen Verbindungen wegen, und, genau wie Sherab, aus Dharmaeinsamkeit. Passt aber vielleicht nicht in Deine Welt, daß jemand so ticken könnte und kein einzelgängerisches, egoistisches kleines A.loch ist. Ich habe echt das Gefühl, du wähnst dich permanent von solchen umgeben. Da kann ich dir ( und mir ) nicht helfen. Da müsstest du selber gründlich gründeln. Ich hab mich wieder angemeldet, weil ich mich von dir, aufgrund dieses Handicaps, grundsätzlich nicht erziehen lasse, wie von jedem anderen mit ähnlichem Strickmuster auch nicht, und nicht aufgrund von Gier oder Plödheit.

Guten Abend.


Dharmaeinsamkeit – was soll den das sein?
Der Rest des Post ist nur Trotz und Ausdruck von Gier.

Solange nicht erkannt wird, dass wir uns immer nur selbstdarstellen, und das als Beleidigung begreifen und nicht als grundlegende Wahrheit, wird es haken und knirschen. :D
Dharmaeinsamkeit ist das Gefühl mit seinem Glauben an Dharma allein zu sein, Das : keiner will mich verstehen. Ich bin so gut und keiner glaubt es. Dharmaeinsamkeit = GierHassVerblendung. Ich erkenne darin genau das Thema dieses Thread.
Dharmaeinsamkeit ist das Gefühl mit seinem Glauben an Dharma allein zu sein, Das : keiner will mich verstehen. Ich bin so gut und keiner glaubt es. Dharmaeinsamkeit = GierHassVerblendung. Ich erkenne darin genau das Thema dieses Thread.


Genauso sehe ich es auch, danke Helmut!
Rein faktisch besteht ja kein Mangel an Kontakten zu Anhängern des Dharma, wenn jemand in Berlin lebt und schon einige Sanghas besucht hat. Das Problem liegt daher nicht daran, dass jemand in einer ländlichen Wüste lebt und im Umkreis von tausend Kilometern keine Menschen mit ähnlichem Interesse begegnen würden.
Tiefer gesehen, ist das Gefühl von Einsamkeit erst mal eine Emotion. Das ist ein recht unangenehmes Gefühl, das Menschen üblicherweise schnell irgendwie loswerden wollen, wenn sie es nicht aushalten können. Oder sie versinken darin. (Ich rede jetzt nicht von dem 87-jährigen Witwer, der niemanden hat …) Mir geht es nicht darum, das Gefühl klein zu reden, sondern um die Möglichkeiten zu erkennen, aus so einem Loch herauszukommen, wo immer es geht.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Dharmaeinsamkeit ist das Gefühl mit seinem Glauben an Dharma allein zu sein, Das : keiner will mich verstehen. Ich bin so gut und keiner glaubt es. Dharmaeinsamkeit = GierHassVerblendung. Ich erkenne darin genau das Thema dieses Thread.


Genauso sehe ich es auch, danke Helmut!
Rein faktisch besteht ja kein Mangel an Kontakten zu Anhängern des Dharma, wenn jemand in Berlin lebt und schon einige Sanghas besucht hat. Das Problem liegt daher nicht daran, dass jemand in einer ländlichen Wüste lebt und im Umkreis von tausend Kilometern keine Menschen mit ähnlichem Interesse begegnen würden.
Tiefer gesehen, ist das Gefühl von Einsamkeit erst mal eine Emotion. Das ist ein recht unangenehmes Gefühl, das Menschen üblicherweise schnell irgendwie loswerden wollen, wenn sie es nicht aushalten können. Oder sie versinken darin. (Ich rede jetzt nicht von dem 87-jährigen Witwer, der niemanden hat …) Mir geht es nicht darum, das Gefühl klein zu reden, sondern um die Möglichkeiten zu erkennen, aus so einem Loch herauszukommen, wo immer es geht.
Doch auch der 87-jährige kann damit umgehen wenn er erkannt hat das Einsamkeit in jeder Form immer nur Glaube ist, GierHassVerblendung. Ich bin allein doch nie einsam, doch wie jede Wahrheit kann sie nur der teilend verstehen der das auch gelebt hat. Vielen Dank! Helmut
ich wusste, daß die fantasie,- spekulations,- und projektionsmaschine bei diesem wort und den erinnerungen zu meinen nickäußerungen mächtig anfängt zu rattern. wenn ihr mit dem begriff nix anfangen könnt, werft ihn einfach in den mülleimer der "rätsel der anderen leute". "glück muss man haben und dann kann man es auch mal genießen"...einer der Sprüche von der Lichtseite des Mondes...fiel mir gerade ein, als ich ne aufmerksame mail bekam. die verschick ich auch gerne. Wie geht es dir ? - ohne daß da unbedingt steht: Wie geht es Dir ? ungekünstelte kunstfertigkeit. schön,wa. nix verstanden ? einfach akzeptieren. wird nich das letzte mal sein. :mrgreen:
Benkei hat geschrieben:
Namaste!
al-Nuri hat geschrieben:
void hat geschrieben:

Ja, ich glaube die Idee von "Mantra" im Shingon ist ja auch nicht so klemptnertechnisch funktional ("Diese Bchstabenfolge bewirkt das") sondern im Gegenteil geht es da ja um Keimsilben. Um das was ganz basal ist, die tiefen Frequenten wo der Bauch wummert. Und dem gegenüber das denkende Ego nur so ein hochfrequentes Fitzelteil ist.


Hochfrequent ist auch ok, aber eher so wie man mit Papier heizt als mit Holzkohle.
Keimsilben und interessante Erläuterung der Schiftzeichen :

https://www.youtube.com/watch?v=BDXOIJbgbZg

Bei dem Video ist zu beachten, dass da ein Priester der Jôdo Shû - also kein Shingon-Priester des Mantrayana, sondern ein Nenbutsu-Praktiker, eine bestimmte Form des Nenbutsu vorführt.
(Er hat auch noch andere Formen eingestellt.)
Dass er ein Jôdo Shû-Priester ist sieht man an der Rakusu-ähnlichen Robe und an dem Emblem, das auf einem der Träger prangt, und er sagt es auch.

Nur damit da nicht der Gedanke aufkommt, da würde das Nenbutsu als "Mantra" erläutert.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu


Ich neige auch eher dazu, das Nemutsu nicht als Mantra bezeichnen zu wollen. Zen-Typisch hat es nicht das Merkmal von Funktion oder Methode. Allerdings muss ich bei bei dieser Unterhaltung, dauernd an die Mantren in unseren Praxisbüchern denken; das Bekannteste ist ja jenes aus dem Herzsutra und selbst das zentrale Koan wird bei uns als Mantra bezeichnet. Es spricht also - für mich - auch nichts dagegen. Den eventuellen Unterschied zw. Jodo Shu und Shingon kenne ich nicht. Das Video finde ich interessant, weil die Schriftzeichen anscheinend gar nicht nur einem Namen wiedergeben.
Namaste!
al-Nuri hat geschrieben:
Den eventuellen Unterschied zw. Jodo Shu und Shingon kenne ich nicht. Das Video finde ich interessant, weil die Schriftzeichen anscheinend gar nicht nur einem Namen wiedergeben.

Die Jôdo Shû bezieht sich auf Hônen Shonin, der das Nenbutsu als einzige Praxis propagierte. Je nachdem, um welchen "Zweig" der Jôdo Shû es geht, stellt das Nenbutsu entweder die Hauptpraxis oder gar die einzige Praxis der Anhänger der Jôdo Shû dar. Nach meiner Kenntnis sehen die Anhänger der Jôdo Shû das Nenbutsu grundsätzlich nicht als Mantra.

Von der Jôdo Shû muss man die Jôdo Shinshû unterscheiden, die sich zwar auch auf Hônen Shonin zurückführt, die allerdings weitaus essentieller durch die Lehren von Hônen's Schüler Shinran Shonin beprägt wurde, dessen leibliche Nachfahren auch heute noch die Schuloberhäupter des bedeutendsten Shinshû-Zweiges stellen.

Die Shingon Shû wiederum, mit ihren diversen Unterschulen, ist die klassische Mantrayana- (Mikkyô-) Tradition des japanischen Buddhismus. Je nach Lehrmeinung kann da jedes Gebet, Nenbutsu oder auch Sutra [z. B. das gesamte Herz-Sutra] als quasi-Mantra verstanden werden.
Da die Shingon Shû allerdings wesentlich synkretistischer ist als andere Schulen (zwar nicht in dem Maße wie die Tendai Shû, aber doch stärker wie die Jôdo Shû oder die Zen-Schulen), wurden besonders zu Lebzeiten Hônens viele Mönche der Shingon Shû durch dessen Lehren beeinflusst, so dass sie sich dem Nenbutsu zuwandten, allerdings nicht zu Hônens Jôdo Shû "konvertierten", sondern Shingon-Mönche blieben. Ob sie dabei einfach "nur" die Anrufung des Buddha Amida im Sinn hatten [also das eigentlich Nen-Butsu, das Anrufen oder Vergegenwärtigen des Buddha], die Mantra-Wirkung dieser Anrufungsformel, wie sie etwa Kakuban verstand [da ja noch vor Hônen lebte], oder gar beides, dass kann wohl von Mönch zu Mönch, von Hijiri zu Hijiri, von Laie zu Laie verschieden (gewesen) sein... und ist es bestimmt auch noch immer :wink:

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Namaste!

Hallo void,
void hat geschrieben:
Ist es denn erwiesen, dass der "Quatsch" nicht vielleicht Menschen hilft?

Buddhas Ziel war es ja Befreiung zu finden und auch anderen zu lehren. Dabei ist es natürlich wichtig, irgendwann von jeglichen Atman-Vorstellungen Abstand zu nehmen. ( Und für einen buddhitischen Lehrer ist der Punkt gelich dreimal wichtig)

Ich denke da zweifeln vielleicht sogar gar nicht so viele der hier Anwesenden dran, dass Nils' diverse Yoga-Praktiken Menschen helfen können.
Ebenso wie eben auch andere Formen von Hatha-Yoga für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden, die Wellness und den Stressabbau gut und hilfreich sein können.

Aber im Gegensatz zu "gewöhnlichen" Hatha-Yoga-Lehrern vermittelt Yogi Nils nach meiner Empfindung den Anschein, dass diese, "seine Lehre" der für den westlichen Menschen passende Weg zur Erleuchtung sein soll. Hierfür bedient er sich teilweise bei den überlieferten Lehren (gerade so, wie es seinem Zwecke dienlich ist) und verwirft wiederum genau diejenigen aus Asien stammenden Traditionen, die diese Lehren durch die Zeiten getragen haben als exotisch und für den Westler nicht anwendbar.

Um da noch einmal meine Sichtweise zu erläutern: Natürlich kann "sein Weg" den Menschen erstmal helfen... aber wenn da mehr gewollt wird als nur Stressless und Wellness, dann wird man irgendwann wohl nachträglich feststellen müssen, dass man bis zu diesem Punkt doch sehr viel eigensinnige New-Age-, Eso- und Mischmasch-Lehren inhaliert hat.

Wer das nun ausprobieren will: Bitte sehr!
Aber darüber kann man ja vorher informieren. Und hierfür ist ein Forum ja auch da.

void hat geschrieben:
Im Buddhismus gab es aber auch immer einen Volksbuddhismus, der sich an die Menschen richtete, die nicht hoffen konnten in diesem oder dem nächsten Leben Befreiung zu erlangen. Und die nach Lebenshilfe, Gesundheit und Glück strebten. Ist es auf dieser Ebene der Unterscheid zwischen der Jungrau Maria, Kwannon oder ner esoterischen Urmutter wirklich wichtig? Und könnte es eventuell von Arroganz zeugen, sich weit über diese Ebene zu stellen?

Den Unterschied zwischen Volksbuddhismus und dem Nils'schen System sehe ich darin, dass der Volksbuddhismus schon aufzeigt, wie der Weg zur Erleuchtung aussieht.
In Asien ist auch jedem "Volksbuddhisten" bekannt, dass der Weg nur über ethisches Verhalten, Sammlung und Weisheit führt.
Die Thais, Burmesen und Singalesen wissen z. B. dass sie ins Kloster eintreten könnten um den Theravada-Weg dann bis zum Ende gehen zu können. Wenn sie das dann [aus was für Gründen auch immer] nicht tun, dann sind sie sich aber immer noch über "den Weg" im Klaren, auch wenn ihre eigene Praxis sich dann auf "volksbuddhistische" Praktiken beschränkt, durch die sie hoffen, gutes Karma anzusammeln um im nächsten Leben vielleicht dann doch den Bhikkhu-Weg gehen zu können.
Auch in China, Vietnam und Korea wissen die "Volksbuddhisten", dass der Dreifachen Weg zur Befreiung führt. Ob sie ihm dann folgen, ob als Bhikkhu oder Laie, oder ob sie es beim "Volksbuddhismus" belassen, dass entscheidet jeder (natürlich nicht unwesentlich beeinflusst auch von äußeren Umständen) selbst.

Hier in Deutschland gibt es aber (noch) keinen Volksbuddhismus.

Und ich denke nicht, dass es Nils Anliegen ist, hier eine Art Alternative im Sinne eines "Volksbuddhismus" zu den aus Asien stammenden Traditionen zu etablieren.
Er suggeriert aus meiner Sicht nämlich, dass seine Art Lehre eben keine Art von "Volksbuddhismus" (o. ä.) sein soll, sondern ein ebenso zielführender Weg wie diejenigen der Alten Traditionen.

Das ist meine Sicht, mein Verständnis der Problematik, welche ich auch nicht als Abwertung des Volksbuddhismus verstanden wissen möchte.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Namaste!

void hat geschrieben:
Oben war ja von Hakuin die Rede. Aber war es bei diesem nicht so, dass er gerade durch sein rigorosen Zen-Training in die "Zen-Krankheit" genannte spirituelle Krise geriet? Und er dann in den Wald zu den komischen taosistischen Heiler Hakuyu ging, der ihm "Esoterikquatsch" verordnete, bei dem man sich ein Ei aus Butter auf den Kopf legt. Was ja dann auch half.

Kann es sein, dass Nils auch wenn er überhaupt nicht von Hakuin hat, viel mit Hakuyu gemeinsam hat? Der ja weder Buddhitist, noch buddhitischer Meister war, aber ein Eremitenschrat der ne Ahnung von Hausmitteln hat, die was Positives bewirken können. Was wäre mit Hakuin ohne den Esoterikquatsch von Hakuyu geworden?

Ohne Hakuyu wäre Hakuin vielleicht anders von seiner Zen-Krankheit geheilt worden, vielleicht wäre er gestorben, vielleicht wäre er krank geblieben ohne ein großer Zen-Meister zu werden. Wer weiß? Die Rinzai- und Ôbaku-Linien wären wohl auch ohne Hakuin fortgeführt worden, wenn auch mit Sicherheit in anderer Form; wer kann das ermessen? Spielt aber auch keine Rolle für uns.

Der wesentliche Unterschied zwischen Nils und Hakuyu ist aus meiner Sicht (neben vielen anderen) der, dass Hakuyu wohl nicht behauptet hat, Zen-Meister zu sein und er wollte auch keinen Weg zur Erleuchtung weisen.


So, nun soll es aber auch langen mit Yogi Nils und wieder zurück zu "Shinjin" gehen. :arrow:

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
@ Benkei: Na, da lieg ich ja vom Gefühl her nicht ganz falsch. :razz:

PS: Hakuyu hat nur eine Heilmethode empfohlen.Die mit dem Sosa (?) Ei, übrigens eine Visualisation,damit er "runterkommt". Aber typisch nüchtern. Ansonsten hat er Hakuin mehr Chan-Sanzen und weniger japanische Härte ans Herz gelegt. Er war Chan-Buddhist. Also automatisch auch noch daoistisch drauf. Das tut sich ja nichts. Das ergänzt sich.


Shinjin !

Klingt wie das Prost der Chinesen. :wink:

:arrow:
Benkei hat geschrieben:
Der wesentliche Unterschied zwischen Nils und Hakuyu ist aus meiner Sicht (neben vielen anderen) der, dass Hakuyu wohl nicht behauptet hat, Zen-Meister zu sein und er wollte auch keinen Weg zur Erleuchtung weisen.

Ich habe nie behauptet ein Zen-Meister zu sein. Ich habe nur behauptet völlig unerleuchtet zu sein.
Nils hat geschrieben:
Ich habe nur behauptet völlig unerleuchtet zu sein.


Hier zum Beispiel:
"Im Alter von 33 Jahren lag ich im Bett, als plötzlich während einer Meditation eine warme Licht-Energie erwachte und in der Mitte meines Körpers bis in den Kopf hinein aufstieg. Plötzlich gab es einen Umschwung und ich wurde ins Paradies entrückt. Ich lebte für kurze Zeit in einer Dimension aus Frieden, Liebe und Glückseligkeit. Ich war zur Erleuchtung gelangt."

Quelle: https://sites.google.com/site/nilshorn2/christentum
Und dann diese Belehrungen, was denn eigentlich "Erleuchtung" sei. :lol:
kanshiketsu hat geschrieben:
Nils hat geschrieben:
Ich habe nur behauptet völlig unerleuchtet zu sein.


Hier zum Beispiel:
"Im Alter von 33 Jahren lag ich im Bett, als plötzlich während einer Meditation eine warme Licht-Energie erwachte und in der Mitte meines Körpers bis in den Kopf hinein aufstieg. Plötzlich gab es einen Umschwung und ich wurde ins Paradies entrückt. Ich lebte für kurze Zeit in einer Dimension aus Frieden, Liebe und Glückseligkeit. Ich war zur Erleuchtung gelangt."
Quelle: https://sites.google.com/site/nilshorn2/christentum

Das stimmt so. Das ist meine Erfahrung, die ich gemacht habe. Aber jetzt bin ich völlig unerleuchtet. :lol:

bel hat geschrieben:
Und dann diese Belehrungen, was denn eigentlich "Erleuchtung" sei. :lol:

Keine Belehrung. Ich stelle einfach nur meine Erfahrungen zur Diskussion. Man darf doch hier wohl sagen, was man erfahren hat. :lol: Ob das jetzt eine Erleuchtung oder ein Anflug von Wahnsinn bei mir war, darf jeder selbst entscheiden. :lol: ich fühlte mich jedenfalls daraufhin zur Lehre von Buddha hingezogen. Ich fand seine Lehre als passend für mich.
Hört sich hier deutlich anders an:
Nils hat geschrieben:
Jinen hat geschrieben:
Hoffnungslosigkeit ist Erwachen.

Das ist natürlich Unsinn. Erwachen bedeutet erleuchtetes Sein. Da gibt es keine Hoffnungslosigkeit. Da gibt es nur Frieden, Liebe, Glück, Wahrheit und Einheit.


Nils hat geschrieben:
Ob das jetzt eine Erleuchtung oder ein Anflug von Wahnsinn bei mir war, darf jeder selbst entscheiden. :lol: ich fühlte mich jedenfalls daraufhin zur Lehre von Buddha hingezogen. Ich fand seine Lehre als passend für mich.

Da machst Du es uns mit dem, was du hier so als "Lehre von Buddha" ausgibst, ziemlich einfach.
Nils hat geschrieben:
Ich stelle einfach nur meine Erfahrungen zur Diskussion. Man darf doch hier wohl sagen, was man erfahren hat. :lol: Ob das jetzt eine Erleuchtung oder ein Anflug von Wahnsinn bei mir war, darf jeder selbst entscheiden. :lol:


Ich find' das überhaupt nicht witzig. Du verlangst von anderen, deine Erfahrungen zu prüfen? Kannst du nicht bevor du hier herum schreibst, selbst sortieren, was dir als bekloppt oder als angemessen erscheint? Am besten ist, du gehst grundsätzlich vom Wahnsinn aus. Dann ist es verständlich, was du hier und anderswo so machst.
Aiko hat geschrieben:
Ich find' das überhaupt nicht witzig. Du verlangst von anderen, deine Erfahrungen zu prüfen? Kannst du nicht bevor du hier herum schreibst, selbst sortieren, was dir als bekloppt oder als angemessen erscheint? Am besten ist, du gehst grundsätzlich vom Wahnsinn aus. Dann ist es verständlich, was du hier und anderswo so machst.


"Erleuchtung" ist doch ursprünglich ein Begriff aus der christlichen Religion, der besondere Zustände der Verzückung beschreibt:

Nils hat geschrieben:
"Im Alter von 33 Jahren lag ich im Bett, als plötzlich während einer Meditation eine warme Licht-Energie erwachte und in der Mitte meines Körpers bis in den Kopf hinein aufstieg. Plötzlich gab es einen Umschwung und ich wurde ins Paradies entrückt. Ich lebte für kurze Zeit in einer Dimension aus Frieden, Liebe und Glückseligkeit. Ich war zur Erleuchtung gelangt."


Solche "erleuchteten" Zustände hatten ja alle möglichen Menschen aus allen möglichen Religionen. Heisst es nicht, das auch Buddha als Jugendlicher ( bevor er Meditation kennenlernte) spontan so einen Zustand erlebte?

Was ja schon aussagt, wie weit dieser Zustand noch von vollständiger Befreiung entfernt ist. Ich finde es sehr, verwirrlich, wenn der Begriff "Erleuchtung" für "Befreiung" verwendet wird.

Trennt man es, dann kann man doch Nils seine Erleuchtung ( die bestimmt sein Leben verändert hat) gönnen, ohne darin die Anmassung sehen zu müssen, sich für einen Buddha zu halten.
void hat geschrieben:
Was ja schon aussagt, wie weit dieser Zustand noch von vollständiger Befreiung entfernt ist. Ich finde es sehr, verwirrlich, wenn der Begriff "Erleuchtung" für "Befreiung" verwendet wird.

Wieso? Was soll daran verwirrlich sein, wenn jemand unverständliches Zeug redet?
Trennt man es, dann kann man doch Nils seine Erleuchtung ( die bestimmt sein Leben verändert hat) gönnen, ohne darin die Anmassung sehen zu müssen, sich für einen Buddha zu halten.

Man kann nur jemandem etwas gönnen, wenn man es ihm weg nehmen könnte.
Namaste!

Hallo Nils,
Nils hat geschrieben:
Benkei hat geschrieben:
Der wesentliche Unterschied zwischen Nils und Hakuyu ist aus meiner Sicht (neben vielen anderen) der, dass Hakuyu wohl nicht behauptet hat, Zen-Meister zu sein und er wollte auch keinen Weg zur Erleuchtung weisen.

Ich habe nie behauptet ein Zen-Meister zu sein. Ich habe nur behauptet völlig unerleuchtet zu sein.

Nein, den Titel "Zen-Meister" hattest Du Dir noch nicht verliehen.
Aber Hakuyu war ja auch nur ein Beispiel, dass ein anderer User hier angeführt hat.

Du gibst Dich stattdessen als "Lehrer des westlichen Amitabha-Buddhismus" aus.

Hallo void,
void hat geschrieben:
Aiko hat geschrieben:
Ich find' das überhaupt nicht witzig. Du verlangst von anderen, deine Erfahrungen zu prüfen? Kannst du nicht bevor du hier herum schreibst, selbst sortieren, was dir als bekloppt oder als angemessen erscheint? Am besten ist, du gehst grundsätzlich vom Wahnsinn aus. Dann ist es verständlich, was du hier und anderswo so machst.

"Erleuchtung" ist doch ursprünglich ein Begriff aus der christlichen Religion, der besondere Zustände der Verzückung beschreibt:
Nils hat geschrieben:
"Im Alter von 33 Jahren lag ich im Bett, als plötzlich während einer Meditation eine warme Licht-Energie erwachte und in der Mitte meines Körpers bis in den Kopf hinein aufstieg. Plötzlich gab es einen Umschwung und ich wurde ins Paradies entrückt. Ich lebte für kurze Zeit in einer Dimension aus Frieden, Liebe und Glückseligkeit. Ich war zur Erleuchtung gelangt."

Solche "erleuchteten" Zustände hatten ja alle möglichen Menschen aus allen möglichen Religionen. Heisst es nicht, das auch Buddha als Jugendlicher ( bevor er Meditation kennenlernte) spontan so einen Zustand erlebte?

Was ja schon aussagt, wie weit dieser Zustand noch von vollständiger Befreiung entfernt ist. Ich finde es sehr, verwirrlich, wenn der Begriff "Erleuchtung" für "Befreiung" verwendet wird.

Trennt man es, dann kann man doch Nils seine Erleuchtung ( die bestimmt sein Leben verändert hat) gönnen, ohne darin die Anmassung sehen zu müssen, sich für einen Buddha zu halten.

Warum sollte man das Wort "Erleuchtung", welches hierzulande doch schon sehr mit Buddhas Erfahrung unter dem Bodhi-Baum assoziiert wird jetzt anders verwenden?
Nur, damit wir Nils "seine Erleuchtung" lassen können? :badgrin: :mrgreen:

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Namaste!

Ich wünsche allen Foren-Usern und -Lesern "Frohe Weihnachtsfeiertage verlebt zu haben!"
Benkei hat geschrieben:
So, nun soll es aber auch langen mit Yogi Nils und wieder zurück zu "Shinjin" gehen. :arrow:

Unter dem Begriff "Shinjin" findet man beim englischen Wiki, dass hierunter ursprünglich das buddhistische Konzept "Citta-Prasāda" verstanden wurde, also der etwa "der Klare Herz-Geist".
Speziell in der Jôdo Shinshû versteht man darunter nun allerdings eher "Glaube" oder auch "gefestigtes Vertrauen".

Meister Deshimaru übersetzt "Shinjin" allerdings auch mit "Glaubensgeist", was ja beiden Sichtweisen irgendwie nahe steht.
Und wenn man dann den Auslöser dieser Übersetzung zu Rate zieht, nämlich Kanchi Sôsan Zenji's "Shinjinmei" - "Die Verse über den Glaubensgeist" oder "Die Meiselschrift des Glaubensgeistes", dann kann das vielleicht auch zu einem besseren Verständnis dieses einen Begriffes, "Shinjin" verhelfen.

So heißt es dort zum Schluss:

"Existenz ist genau Leere;
Leere ist genau Existenz.

Wenn dies nicht so ist,
Dann musst du es nicht bewahren.

Eins ist Alles;
Alles ist Eins.

Wenn du so sein kannst,
Warum sich sorgen, es nicht zu vollenden?

Der Geist des Glaubens ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist der Geist des Glaubens.


Letztendlich ist der Weg der Worte abgeschnitten;
Es gibt keine Vergangenheit, keine Zukunft, keine Gegenwart.
"

< gasshô >

Benkei


Namu-Amida-Butsu
Benkei:
Unter dem Begriff "Shinjin" findet man beim englischen Wiki, dass hierunter ursprünglich das buddhistische Konzept "Citta-Prasāda" verstanden wurde, also der etwa "der Klare Herz-Geist".


Na also geht doch. War das jetzt so schwierig ? Kommt doch immer auf das selbe hinaus.
Benkei hat geschrieben:


Der Geist des Glaubens ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist der Geist des Glaubens.




Ich finde aber gerade im Jodo Shinshu die Übersetzung Anvertrauen besser als Glauben, weil man bei Glauben zuviel andere Vorstellungen pflegt. Da ist es vielleicht hilfreich mal wieder den letztes Jahr verstorbenen Takamoro Shigaraki zu zitieren:

"Im Japanischen gibt es drei Worte, die alle mit Glauben oder Vertrauen übersetzt werden. Betrachten wir, was sie jeweils bezeichnen, ist leicht zu erkennen, dass sie sehr unterschiedliche Erfahrungen ausdrücken. Shinnu das erste Wort, bezeichnet eine Form von Glauben, die im Alltag eine große Rolle spielt. Wir können die entsprechende Haltung mit folgenden Wendungen wiedergeben: "Ich gehe davon aus" oder "So bin ich es gewöhnt". Man verlässt sich darauf, dass Dinge unserer bisherigen Erfahrung entsprechen, auch wenn man sich dessen letztlich nicht sicher sein kann. Wir gehen davon aus, auch morgen zu leben, obwohl es keine Garantie dafür gibt. Dieser Glaube gründet auf der Wahrscheinlichkeit: Bin ich heute jung und gesund, darf ich mit einiger Berechtigung annehmen, morgen noch zu existieren. Bin ich dagegen alt und krank, sind die Aussichten anders. Doch wahre Gewissheit spielt dabei keine Rolle, denn die Wahrscheinlichkeit muss nicht zwingend eintreffen: Trotz blühender Jugend und bester Gesundheit kann ich morgen schon tot sein. Und mancher, dem die Arzte nur Tage gaben, lebte noch viele Jahre.
In unseren Beziehungen zu anderen ist Shinrai bedeutend, lernten wir einen Menschen im regelmäßigen Umgang kennen, sind wir bestimmte Reaktionen und Handlungsweisen von ihm gewohnt. Er wurde für uns einschätzbar, und wir rechnen für die Zukunft mit ähnlichem Verhalten. Doch können wir nie ganz sicher sein, dass sich fortsetzt, was vergangenen Eindrücken entspricht.
Dieser auf Wahrscheinlichkeit basierende Glaube ist wichtig, denn niemand könnte existieren, hätte er in jedem Augenblick die gesamte Wirklichkeit neu einzuschätzen. Wir müssen im täglichen Leben davon ausgehen, dass Dinge und Wesen uns in gewohnter Weise begegnen.

Shinko, das zweite Wort, steht im religiösen Zusammenhang. Shinrans Lehrer Honen und andere buddhistische Meister seiner Zeit wie Nichiren und Dogen, der Soto-Zen in Japan einführte, verwendeten dieses Wort, um bestimmte Erfahrungen auszudrücken. Neben dem gleichen Shin wie im ersten Begriff findet sich hier die Silbe Ko, die "emporblicken" bedeutet. Im Shintö, dem vorbuddhistischen "Weg der Götter", blickt man zu diesen Göttern als höheren Wesen auf. Entsprechend werden die Begriffe "Gott" und "Oben" im Japanischen gleich ausgesprochen: kami. Dies verdeutlicht die Ansicht, wie man zu etwas oder jemand Höherstehendem aufblickt. Der Gläubige kann nicht wissen, ob sein Gott wahrlich existiert, und er fragt in seinem Glauben auch gar nicht danach. Shinko fordert keine Beweise oder vernünftige Erklärungen. Es ist die Haltung, dass zweifellos etwas Höheres und meiner Erfahrung Unzugängliches über mir steht.

Shinjin ist von Shinko und Shinrai völlig verschieden. Es bezeichnet eine Sicherheit, die der Hingabe an Buddha Amitabha und sein Gelöbnis, alle Wesen zu allen Zeiten zu befreien, entspringt. In dieser Hingabe gibt es weder Subjekt noch Objekt. Es hat nichts mit dem Empfinden oder Wissen zu tun, an etwas zu glauben. Es ist eine reine Erfahrung, für die das Sanskritwort Prasada steht: Klarheit, Reinheit, Ruhe. Cittaprasada bedeutet: Geist und Herz wurden vollkommen rein und klar. Für Shinran drückte das Wort shinjin diese Erfahrung am besten aus: Man erlebt die reine Wahrheit des eigenen Herzens und Geistes.
Wir dürfen diese Reinheit nicht missverstehen. Keine moralische Makellosigkeit ist gemeint, die im lassen bestimmter Dinge besteht, die als unschicklich gelten. Reinheit in Shinjin reicht tiefer: Ich erlebe mich frei von egoistischer Berechnung und sehe mich als genau das, was ich wahrhaft bin. Es geht weder um weltliches Vertrauen in das Gewohnte, noch um den religiösen Glauben an etwas Höheres.
Shinjin weist zwei Aspekte auf, Erfahrung und Weisheit. Man erfährt sein eigenes Herz, das zugleich wahrhaftig wird. Solches Erfahren bezeichnete man im Sanskrit als Prajna, ein Wort, das auch Weisheit ausdrückt. Diese Weisheit, Erkenntnis des Herzens, das dabei Läuterung erfährt, ist die Dynamik in Shinjin. Prajna und Cittaprasada, die Weisheit und das reine Herz, bilden als Wirken und Wesen von Shinjin eine nicht trennbare Einheit.
Buddhistische Sanskrittexte verwenden das Wort Cittaprasada auch gleichbedeutend mit Samadhi, dem gesammelten Geist, der die Wahrheit schaut. Cittaprasada führt zur Fähigkeit, "den Buddha zu sehen", zum "Erwachen" (satori) und der "Geburt im Reich des Buddha"."


(Aus"Sogar der Gute wird erlöst, um wieviel mehr der Böse: Der Weg des buddhistischen Meisters Shinran")
Namaste!

Hallo Jinen,

schön von Dir zu lesen.

Jinen hat geschrieben:
Benkei hat geschrieben:

Der Geist des Glaubens ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist der Geist des Glaubens.




Ich finde aber gerade im Jodo Shinshu die Übersetzung Anvertrauen besser als Glauben, weil man bei Glauben zuviel andere Vorstellungen pflegt. Da ist es vielleicht hilfreich mal wieder den letztes Jahr verstorbenen Takamoro Shigaraki zu zitieren:

"Im Japanischen gibt es drei Worte, die alle mit Glauben oder Vertrauen übersetzt werden. Betrachten wir, was sie jeweils bezeichnen, ist leicht zu erkennen, dass sie sehr unterschiedliche Erfahrungen ausdrücken. Shinnu das erste Wort, bezeichnet eine Form von Glauben, die im Alltag eine große Rolle spielt. Wir können die entsprechende Haltung mit folgenden Wendungen wiedergeben: "Ich gehe davon aus" oder "So bin ich es gewöhnt". Man verlässt sich darauf, dass Dinge unserer bisherigen Erfahrung entsprechen, auch wenn man sich dessen letztlich nicht sicher sein kann. Wir gehen davon aus, auch morgen zu leben, obwohl es keine Garantie dafür gibt. Dieser Glaube gründet auf der Wahrscheinlichkeit: Bin ich heute jung und gesund, darf ich mit einiger Berechtigung annehmen, morgen noch zu existieren. Bin ich dagegen alt und krank, sind die Aussichten anders. Doch wahre Gewissheit spielt dabei keine Rolle, denn die Wahrscheinlichkeit muss nicht zwingend eintreffen: Trotz blühender Jugend und bester Gesundheit kann ich morgen schon tot sein. Und mancher, dem die Arzte nur Tage gaben, lebte noch viele Jahre.
In unseren Beziehungen zu anderen ist Shinrai bedeutend, lernten wir einen Menschen im regelmäßigen Umgang kennen, sind wir bestimmte Reaktionen und Handlungsweisen von ihm gewohnt. Er wurde für uns einschätzbar, und wir rechnen für die Zukunft mit ähnlichem Verhalten. Doch können wir nie ganz sicher sein, dass sich fortsetzt, was vergangenen Eindrücken entspricht.
Dieser auf Wahrscheinlichkeit basierende Glaube ist wichtig, denn niemand könnte existieren, hätte er in jedem Augenblick die gesamte Wirklichkeit neu einzuschätzen. Wir müssen im täglichen Leben davon ausgehen, dass Dinge und Wesen uns in gewohnter Weise begegnen.

Shinko, das zweite Wort, steht im religiösen Zusammenhang. Shinrans Lehrer Honen und andere buddhistische Meister seiner Zeit wie Nichiren und Dogen, der Soto-Zen in Japan einführte, verwendeten dieses Wort, um bestimmte Erfahrungen auszudrücken. Neben dem gleichen Shin wie im ersten Begriff findet sich hier die Silbe Ko, die "emporblicken" bedeutet. Im Shintö, dem vorbuddhistischen "Weg der Götter", blickt man zu diesen Göttern als höheren Wesen auf. Entsprechend werden die Begriffe "Gott" und "Oben" im Japanischen gleich ausgesprochen: kami. Dies verdeutlicht die Ansicht, wie man zu etwas oder jemand Höherstehendem aufblickt. Der Gläubige kann nicht wissen, ob sein Gott wahrlich existiert, und er fragt in seinem Glauben auch gar nicht danach. Shinko fordert keine Beweise oder vernünftige Erklärungen. Es ist die Haltung, dass zweifellos etwas Höheres und meiner Erfahrung Unzugängliches über mir steht.

Shinjin ist von Shinko und Shinrai völlig verschieden. Es bezeichnet eine Sicherheit, die der Hingabe an Buddha Amitabha und sein Gelöbnis, alle Wesen zu allen Zeiten zu befreien, entspringt. In dieser Hingabe gibt es weder Subjekt noch Objekt. Es hat nichts mit dem Empfinden oder Wissen zu tun, an etwas zu glauben. Es ist eine reine Erfahrung, für die das Sanskritwort Prasada steht: Klarheit, Reinheit, Ruhe. Cittaprasada bedeutet: Geist und Herz wurden vollkommen rein und klar. Für Shinran drückte das Wort shinjin diese Erfahrung am besten aus: Man erlebt die reine Wahrheit des eigenen Herzens und Geistes.
Wir dürfen diese Reinheit nicht missverstehen. Keine moralische Makellosigkeit ist gemeint, die im lassen bestimmter Dinge besteht, die als unschicklich gelten. Reinheit in Shinjin reicht tiefer: Ich erlebe mich frei von egoistischer Berechnung und sehe mich als genau das, was ich wahrhaft bin. Es geht weder um weltliches Vertrauen in das Gewohnte, noch um den religiösen Glauben an etwas Höheres.
Shinjin weist zwei Aspekte auf, Erfahrung und Weisheit. Man erfährt sein eigenes Herz, das zugleich wahrhaftig wird. Solches Erfahren bezeichnete man im Sanskrit als Prajna, ein Wort, das auch Weisheit ausdrückt. Diese Weisheit, Erkenntnis des Herzens, das dabei Läuterung erfährt, ist die Dynamik in Shinjin. Prajna und Cittaprasada, die Weisheit und das reine Herz, bilden als Wirken und Wesen von Shinjin eine nicht trennbare Einheit.
Buddhistische Sanskrittexte verwenden das Wort Cittaprasada auch gleichbedeutend mit Samadhi, dem gesammelten Geist, der die Wahrheit schaut. Cittaprasada führt zur Fähigkeit, "den Buddha zu sehen", zum "Erwachen" (satori) und der "Geburt im Reich des Buddha"."


(aus "Sogar der Gute wird erlöst, um wieviel mehr der Böse: Der Weg des buddhistischen Meisters Shinran")

Ich verstehe, was Du meist.

Trotzdem - oder gerade auch nachdem ich die o. a. Zeilen gelesen haben, würde ich weiterhin die Auffassung vertreten, dass das "Shinjin" im Shinjinmei demjenigen Shinjin entspricht, von welchem Shinran spricht. [Du hattest das ja auch nicht bestritten.]

Das wird ja auch durch den folgenden Satz Shigaraki's deutlich:
"Es bezeichnet eine Sicherheit, die der Hingabe an Buddha Amitabha und sein Gelöbnis, alle Wesen zu allen Zeiten zu befreien, entspringt. In dieser Hingabe gibt es weder Subjekt noch Objekt."
Also keine Dualität - Nicht-Zwei!

Zu bemängeln wäre also folglich die unzureichende Übersetzung.

Dieses Problem lässt sich aus meiner Sicht dann aber auch nicht durch den Ersatz von "Glauben" durch "Vertrauen" lösen, denn
"Der Geist des Vertrauens ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist der Geist des Vertrauens
."

Vielleicht besser
"Der Vertrauensgeist ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist der
Vertrauensgeist."

Oder es gleich lassen:
"Shinjin ist Nicht-Zwei,
Nicht-Zwei ist Shinjin
."

Danke aber für den Hinweis auf Shigaraki's Werk. Das sollte ich mir bei Zeiten auf jeden Fall nochmal zu Gemüte führen.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu

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