Sprüche der Hijiri (Amitabha Eremiten)

Moderator: void

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Bildquelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... ida-orakel

Ich lese gerade das Buch "Buddhismus krass. Botschaften der japanischen Hijiri-Mönche" von Gerhard Marcel Martin. Das Buch habe ich dank dieses Forums gefunden. Ich möchte einzelne Aussagen herausgreifen und kommentieren. Wir können dann gerne darüber diskutieren. Ich lebe seit 26 Jahren als Eremit und seit einigen Monaten als Anhänger des Amitabha Buddhismus. Insofern könnte es interessant sein, was mir zu den einzelnen Sprüchen einfällt. Grundsätzlich erkenne ich, dass ich mit vielem übereinstimme und zu manchem eine abweiche Meinung habe. Insgesamt inspirieren mich die Sprüche sehr auf meinem spirituellen Weg. In der Nummerierung folge ich nicht dem Buch, sondern der sich bei der Auswahl ergebenden Reihenfolge.

1. Ren-amidabutsu hatte einen Traum, in dem die Gottheit des Hachiman-Schreins verkündigte: "Das Hineingeborenwerden in das Reine Land hängt nicht davon ab, dass das Nembutsu wenigstens einmal ausgesprochen wird; es hängt auch nicht davon ab, dass es mehrfach gesagt wird. Es hängt vom Herzen ab."

Mein Kommentar = Ob man nach dem Tod ins Paradies gelangt, hängt davon ab, dass man ernsthaft praktiziert. Ein formales Gebet an Amitabha genügt nicht. Man muss sich real mit Amitabha verbunden fühlen. Man muss wirklich den Wunsch haben ins Paradies zu kommen. Man sollte so praktizieren, dass sich das Herz immer mehr öffnet. Man sollte kreativ einen Weg finden, bei dem die spirituelle Praxis lebendig bleibt.

Die meisten Menschen versinken auf ihrem spirituellen Weg irgendwann in einem formalen äußeren Üben. Sie machen ihre spirituelle Praxis als äußeres Ritual, ohne innerlich wirklich beteiligt zu sein. Auf dem spirituellen Weg gibt es zwei große Gefahren. Wir können den spirituellen Weg wieder verlieren. Oder er kann zu einem äußeren Ritual werden.

Das Reine Land ist ein Bewusstseinszustand. Es ist die Sicht eines Erleuchteten, der sich in der Ebene der Form befindet. Ein Erleuchteter erfährt seine Welt als richtig so wie sie ist. Er ist glücklich mit dem was ist. Er ruht in seinem inneren Glück, im inneren Frieden, im anhaftungslosen und erleuchteten Sein. Durch sein inneres Glück wird sein Geist positiv und er sieht dadurch automatisch seine Welt grundlegend positiv. Er nimmt seine Welt als Paradies war. Einen derartigen Bewusstseinszustand kann man bereits im Leben auf der Erde oder auch nach dem Tod erlangen. Das Reine Land ist bereits da. Wir erkennen es nur nicht.

Um ins Reine Land (das Paradies) einzutreten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir können in der Meditation einen Erleuchtungsgeist erlangen. Wir können es üben positiv zu denken und uns auf das Schöne in unserem Leben konzentrieren. Und wir können natürlich auch unser Leben und unsere Welt so gestalten, dass sie schön ist. Das Äußere wirkt auf das Innere und das Innere wirkt auf das Äußere. Wir sollten mit innerem Gespür heraus finden, was im Moment unser Weg ist um in ein Paradiesbewusstsein zu gelangen.

Ich werde jetzt einen schönen Spaziergang in der Natur machen und danach etwas Schönes essen. Beim Spazierengehen denke ich das Mantra "Amitabha" oder "Namu Amida Butsu" und reinige dadurch meinen Geist. Irgendwann entsteht dann inneres Glück und plötzlich verwandelt sich meine Welt in ein Paradies. Wenn ich etwas Schönes esse, dann zentriert sich meine Energie im Bauch und stabilisiert mein Glücksbewusstsein. Ich esse meistens einige Kekse und trinke etwas Schokolade. Wenn man kreativ den spirituellen Weg mit etwas äußerem Genuss verbindet, dann bleibt das Herz froh und die spirituelle Praxis ein Weg ins Licht.
Hallo Nils,

Dir einen schönen Tag und eine gute Woche :)

Danke für https://sites.google.com/site/nilshorn2%20...%20ida-orakel Du hast da eine tolle Sammlung von Photos und Ideen zu buddhistischen Inhalten zusammengetragen. Die Formatierung ist manchmal etwas unglücklich, aber es stört nicht den Gesamteindruck.

Das Hineingeborenwerden in das Reine Land hängt nicht davon ab, dass das Nembutsu wenigstens einmal ausgesprochen wird; es hängt auch nicht davon ab, dass es mehrfach gesagt wird. Es hängt vom Herzen ab.


Für mich als eher säkularen Buddhisten ist das Herz nur ein komplexer Muskel, der Blut pumpt :mrgreen: aber wenn man das etwas anpasst kommt die Kernaussage der Kālāmer Rede daraus und das spricht mich wirklich an.

Geht, Kālāmer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, (*1) nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann o Kālāmer, möget ihr sie aufgeben.


A.III. 66 Die Rede an die Kālāmer http://www.palikanon.com/angutt/a03_062-066.html#a_iii66
Namaste!

Hallo Nils,

ich hoffe Du hattest einen schönen Geburtstag!
Nils hat geschrieben:
Ich lese gerade das Buch "Buddhismus krass. Botschaften der japanischen Hijiri-Mönche" von Gerhard Marcel Martin. Das Buch habe ich dank dieses Forums gefunden. Ich möchte einzelne Aussagen herausgreifen und kommentieren. Wir können dann gerne darüber diskutieren. Ich lebe seit 26 Jahren als Eremit und seit einigen Monaten als Anhänger des Amitabha Buddhismus. Insofern könnte es interessant sein, was mir zu den einzelnen Sprüchen einfällt. Grundsätzlich erkenne ich, dass ich mit vielem übereinstimme und zu manchem eine abweiche Meinung habe. Insgesamt inspirieren mich die Sprüche sehr auf meinem spirituellen Weg. In der Nummerierung folge ich nicht dem Buch, sondern der sich bei der Auswahl ergebenden Reihenfolge.

Zu den Hijiri bzw. zu "Buddhismus krass" hatten Ryonin/Jinen und ich auch hier ab und an ein Zitat gebracht.

Es wäre übrigens schön, wenn Du künftig die Seitenzahl angeben könntest, damit diejenigen hier, die das Buch kennen und parat haben da ohne viel Aufwand nachschlagen können.

Vielen Dank!

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
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Alle Bilder stammen aus dem Amitabha Orakel

2. (Seite 171) "Gib dem Herzen den höheren Platz, der Praxis den niedrigeren."

Kommentar = Die Liebe ist wichtiger als das Sprechen des Mantras von Buddha Amitabha. Der indische Yogi Sathya Sai Baba erklärte: "Helfende Hände sind heiliger als Lippen die beten." Im Mahayana Buddhismus nehmen wir unsere Mitwesen wichtiger als uns selbst. Wir konzentrieren uns darauf allen Wesen auf dem spirituellen Weg zu helfen. Wir wünschen, dass alle Wesen glücklich sind. Wir wünschen, dass alle Wesen ins Paradies kommen. Wir wünschen, dass alle Wesen gerettet werden (die Erleuchtung erlangen). Wir tun das uns Mögliche. Wir leben vorrangig als Bodhisattvas auf dem Weg der umfassenden Liebe. Wir vernachlässigen nicht unsere spirituelle Praxis, die uns zur Erleuchtung bringen sollen. Wir leben im Gleichgewicht von Liebe und Meditation. Aber im Zweifel geben wir der Liebe den Vorrang.

Dazu habe ich folgende Amitabha Meditation entwickelt:

Video https://www.youtube.com/watch?v=1LxvgRjSY5U

1. Lege deine Handflächen vor dem Herzchakra aneinander und bewege die Füße. Visualisiere dich als Buddha des Lichts. Denke: "Ich bin ein Buddha des Lichts. Ich lebe im Licht. Ich gehe den Weg des Lichts." Massiere Licht in deinen ganzen Körper ein und denke dabei das Mantra "Licht". Lade dich mit Licht auf. Spüre wie du voller Licht bist.

2. Bewege segnend eine Hand und sende allen Wesen Licht. Denke: "Ich sende Licht zu (Name). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

3. Visualisiere Buddha Amitabha (oder dein persönliches spirituelles Vorbild) über dir im Himmel. Lege die Handflächen über dem Scheitelchakra (oder vor dem Gesicht) aneinander und denke: "Om Buddha Amitabha. Om alle erleuchteten Meister. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg."

4. Konzentriere dich nacheinander auf deinen Körper, deinen Geist und die ganze Welt. Denke nacheinander in diesen drei Bereichen viele Male das Mantra "Amitabha". Reinige so deinen Körper, deinen Geist und die ganze Welt geistig und lade sie mit der Energie des Mantras auf. Denke oder spreche das Mantra jeweils so lange, bis der Körper, der Geist und die Welt sich gereinigt und energetisch aufgeladen anfühlen.

5. Lege deine Hände in den Schoß oder auf die Beine. Komme zur Ruhe. Denke mehrmals das Mantra "Om Amitabha". Stoppe deine Gedanken. Verweile entspannt in der Meditation.

6. Was ist heute dein positiver Satz? Mit Optimismus voran.
Soweit ich weiß, sind die Hijiri als Wandermönche so etwas wie die Samariter im Christentum. Im Sinne des Mitgefühls, der Barmherzigkeit engagieren sie sich sozial und "distanzieren sich von allen klerikalen und gesellschaftlichen Rangordnungen des Buddhismus". ich denke auch dies ist wichtig zu wissen um ihr Verständnis, ihre Überlieferung und Übung zu verstehen.


"Das Hineingeborenwerden in das Reine Land hängt nicht davon ab, dass das Nembutsu wenigstens einmal ausgesprochen wird; es hängt auch nicht davon ab, dass es mehrfach gesagt wird. Es hängt vom Herzen ab."

"Gib dem Herzen den höheren Platz, der Praxis den niedrigeren."



Das Wort Kokoro ( Shin/Herz) hat je nach Sinnzusammenhang eine andere Bedeutung. Das befleckte Herz gilt als Ursprung der geisttrübenden Leidenschaften ( Bonno), es bedeutet aber auch Buddhanatur oder Wahres Wesen, absolute Wirklichkeit, Leerheit. Im Zusammenhang mit den beiden "Sprüchen" würde ich es auch als "Gesinnung des Herzens" deuten. Kokorozashi - die Gesinnung, den Willen nach Wahrheit. Das heißt sich seiner Gesinnung, Absichten bewusst zu sein und das "Herz" zu läutern . Die Gesinnung steht hier über der formalen Praxis, die ja auch "hohl" sein kann, aufgesetzt, flach. Etwas dass Buddha im Sallekha Sutra anmahnt: Die Gesinnung ( Bodhisattva-Gesinnung ) ist Boden und Dach der Praxis, wenn sie das nicht ist, bleibt die Versenkung flach und hat keine läuternde Kraft. Das Enthalten oder "Fasten des Herzens" ( aus dem Dao ) die "Abgeschiedenheit" Eckharts - Wirke nichts Böses, hänge nicht an Leben und Tod-( aus dem Zen ) bleibt allerdings nicht "der Liebe" verhaftet. Die Übung besteht ja nicht allein aus Rezitation, sondern auch aus Sazen. Also ein sich lösen, fallenlassen von allen egoistischen Ziel-Bestrebungen.

Die Lehrer loben gar gewaltig die Liebe, wie[165] zum Beispiel Sankt Paulus mit den Worten: »Was ich auch üben mag, habe ich nicht Liebe, so habe ich gar nichts.« Ich aber lobe die Abgeschiedenheit mehr als alle Liebe. Zum ersten darum, weil das Gute an der Liebe ist, dass sie mich zwingt, Gott zu lieben. Nun ist es viel mehr wert, dass ich Gott zu mir zwinge als dass ich mich zu Gott zwinge. Und das kommt daher, dass meine ewige Seligkeit daran liegt, dass ich und Gott vereinigt werden; denn Gott kann sich passender mir anpassen und besser mit mir vereinigen, als ich mit ihm. Dass Abgeschiedenheit Gott zu mir zwingt, das bewähre ich damit: ein jedes Ding ist doch gerne an seiner natürlichen Eigenstätte. Nun ist Gottes natürliche Eigenstätte Einfachheit und Reinheit; die kommen von der Abgeschiedenheit. Darum muss Gott notwendig sich selbst einem abgeschiedenen Herzen hingeben. – Zum zweiten lobe ich die Abgeschiedenheit mehr als die Liebe, weil die Liebe mich dazu zwingt, alles um Gottes willen auf mich zu nehmen, während die Abgeschiedenheit mich dazu zwingt, dass ich für nichts empfänglich bin als für Gott. Nun steht es aber viel höher, für gar nichts als Gott empfänglich zu sein, als um Gottes willen alles zu tragen. Denn in dem Leiden* hat der Mensch noch einen Hinblick auf die Kreatur, von der er zu leiden hat. Die Abgeschiedenheit[166] dagegen ist aller Kreatur entledigt*. Dass aber die Abgeschiedenheit für nichts als für Gott empfänglich ist, das beweise ich: denn was empfangen werden soll, dass muss irgendworin empfangen werden. Nun ist aber die Abgeschiedenheit dem Nichts so nahe, dass kein Ding so zierlich ist, dass es in der Abgeschiedenheit enthalten sein kann als Gott allein. Der ist so einfach und zierlich, dass er wohl in dem abgeschiedenen Herzen sich aufhalten kann.
Meister Eckhart
*1 auch in "der Liebe"
*2 allem Gestalteten ( Gedanke, Vorstellung, Gefühl )

Lassen wir das Wort "Gott" mal außen vor und ersetzen es von mir aus mit Amithaba ( für dich ),
dann bedeutet das das Ledigsein des "Herzens" ( Geist+Gemüt=Herzgeist=Kokoro ) von allen Vorstellungen ( Bildern )= Abgeschiedenheit. Das könnte heißen zu Rezitieren ohne Zielvorstellung, ohne überhaupt eine Vorstellung. Das ist so wie beim Rezitieren auch im Zen ,man lässt sich ganz ein auf das Mantra, den Text selber, gibt sich deren Kraft hin. Dann kommen keine Vorstellungen auf und wenn, dann lösen sie sich auf.

"Abgeschiedenheit" und "Armut im Geiste" bei Eckhart ist die Leerheit des Herzens im Zen- die Leerheit vom Begehren, von Abneigung, von Trübungen.

Wenn mich nun einer fragt, was denn ein armer Mensch sei, der nichts will, so antworte ich und spreche so. Solange der Mensch das hat, was in seinem Willen ist, und solange sein Wille ist, den allerliebsten Willen Gottes zu erfüllen, der Mensch hat nicht die Armut, von der wir sprechen wollen, denn dieser Mensch hat einen Willen, mit dem er dem Willen Gottes genug tun will, und das ist nicht das rechte. Denn will der Mensch wirklich arm sein, so soll er seines geschaffenen Willens so entledigt sein, wie er war als er nicht war. [u]Und ich sage euch bei der ewigen Wahrheit, solange ihr den Willen habt, den Willen Gottes zu erfüllen und irgend nach der Ewigkeit und nach Gott begehret, so lange seid ihr[104] nicht richtig arm; denn das ist ein armer Mensch,der nichts will und nichts erkennt und nichts begehrt.


Natürlich sollte man eher mit der japanischen Praxis und Lehre vergleichen um die Lehre der Amitabha Eremiten besser zu verstehen, aber Eckhart ist auch unter Zen Praktikern sehr berühmt geworden. Sein Gottesbegriff wird mit Bussho gleichgesetzt und seine "Abgeschiedenheit und Armut" wird mit der Sazen Praxis &Erfahrung gleichgesetzt.Deswegen passt gerade der letzte colorierte Satz ganz gut zu dem was diese Eremiten Zitate ausdrücken nach meiner Meinung.
hijiri, (Japanese: “holy man”), in Japanese religion, a man of great personal magnetism and spiritual power, as distinct from a leader of an institutionalized religion. Historically, hijiri has been used to refer to sages of various traditions, such as the shaman, Shintō mountain ascetic, Taoist magician, or Buddhist reciter. Most characteristically hijiri describes the wandering priest who operates outside the orthodox Buddhist tradition to meet the religious needs of the common people.

aus http://www.britannica.com/EBchecked/topic/265616/hijiri

Lassen wir das Wort "Gott" mal außen vor und ersetzen es von mir aus mit Amithaba ( für dich ),
dann bedeutet das das Ledigsein des "Herzens" ( Geist+Gemüt=Herzgeist=Kokoro ) von allen Vorstellungen ( Bildern )= Abgeschiedenheit. Das könnte heißen zu Rezitieren ohne Zielvorstellung, ohne überhaupt eine Vorstellung. Das ist so wie beim Rezitieren auch im Zen ,man lässt sich ganz ein auf das Mantra, den Text selber, gibt sich deren Kraft hin. Dann kommen keine Vorstellungen auf und wenn, dann lösen sie sich auf. "Abgeschiedenheit" und "Armut im Geiste" bei Eckhart ist die Leerheit des Herzens im Zen- die Leerheit vom Begehren, von Abneigung, von Trübungen.

Ich erfahre es so wie Teresa von Avila. Zuerst denkt man ein Mantra (Gebet) und reinigt damit seinen Geist. Ist der Geist gereinigt, kommt man in sich zur Ruhe (Gebet der Ruhe). Dann verweilt man ohne Vorstellungen in der Ruhe (in Gott, im Nirwana, im Licht).
Namaste!

Die englische Übersetzung, auf welcher ja Gerhard Marcel Martin's deutsches Buch "Buddhismus krass" gründet, findet man mittlerweile auch hier im Netz.
Gegenüber dem deutschen Werk hat das englische Werk den Vorteil, dass im Prolog die im Buch vorkommenden Protagonisten bzw. die Urheber der Hijiri-Sprüche vorgestellt werden.

Über einige der Protagonisten findet man auch auf der offiziellen Seite der Jôdo Shû etwas wenn man deren Namen in die dortige Suchmaschine eingibt (dafür nach unten scrollen).
Früher gab es für diese Personen mal eine eigne Rubrik, etwa "Nenbutsu und Amida-Buddhismus in anderen Schulen", aber die entsprechenden Inhalte findet man nur noch über die Suchmaschine (teilweise).

Es kann ja auch interessant sein zu wissen, aus welchem Kontext ein Mensch stammt der seine religiösen Ansichten/Überzeugungen/Erfahrungen in solche, teilweise kompromisslosen Worte fasst.
Nils hat geschrieben:
2. (Seite 171) "Gib dem Herzen den höheren Platz, der Praxis den niedrigeren."

Das Zitat und das von Hotei oben Erklärte, erinnern mich immer an die Teishos meines Zen-Lehrers beim Sesshin, wenn er mit Bezug auf Dôgen Zenji's "Eihei Koso Hotsuganmon" auf die Wichtigkeit anspielt, den "Erleuchtungsuchenden Herz-Geist" [Bodai-Shin] zu erwecken, zu kultivieren und daran festzuhalten.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Benkei:
auf die Wichtigkeit anspielt, den "Erleuchtungsuchenden Herz-Geist" [Bodai-Shin] zu erwecken, zu kultivieren


"Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
HôShin
:wink:

Es ist die Aufgabe des Egos, Vorstellungen und Bilder zu erzeugen. Im täglichen Leben erzeugen wir ständig Vorstellungen über alles mögliche. Im Alltag ist es oft nötig, zu unterscheiden. Aber was die Leere des Geistes betrifft, so schließt uns das ein und führt zum Gegenteil von dem, was wir zu verwirklichen erhoffen: Wir streben danach, uns von den Ursachen des Leidens zu befreien. Aber statt die Praxis ohne vorgefertigte Ideen anzugehen, statt die Praxis uns befreien zu lassen, neigen wir oft dazu, Vorstellungen über Sinn und Ziel der Praxis zu haben. Dann versuchen wir, unsere Praxis diesen vorgefertigten Vorstellungen anzupassen. So verliert die Praxis völlig ihre Fähigkeit, uns zu erwecken, wird zu etwas Selbstgefälligem. Dann lebt der gewöhnliche Geist des Egos in der Praxis weiter, obwohl man sich eigentlich von ihm befreien wollte. (Buddha-Weg Sangha, Anfängergeist )


Wenn shoshin, der Anfänger-Geist, nicht richtig ist, wird jede Handlung nutzlos sein, ohne Echtheit.
- Eihei Dogen, Das Gakudoyojinshu („Den Geist dem Studium des Weges widmen“)
Meister Tanken, ein bekannter Tendai Mönch (711-782), war der erste, der dies sagte.


_()_ :wink: < gasshô >
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Buddha Amitabha in sexueller Vereinigung mit seiner Partnerin Paderavasini

3. Kyoshin brach seine Priesterkarriere ab, pilgerte durch Japan, ließ sich irgendwo nieder, heiratete, arbeite und konzentrierte sich auf seinen spirituellen Weg. Er lebte im Wesentlichen und war ansonsten offen für das Leben. Er floss mit den Dingen, wie sie sich entwickelten. Äußerlich lebte er einfach und innerlich war er auf das Paradies (das Leben im Licht) ausgerichtet. Er sprach sein Amitabha Gebet wie einer, für den alles andere vergessen war. (Seite 163, Buddhismus krass)

Kommentar = Kyoshin verband auf seine Art das weltliche Leben mit dem spirituellen Weg. Er lebte äußerlich in der Welt und innerlich abgeschieden. So konnte er seine Energie bewahren. Er verlor sich nicht in den weltlichen Genüssen. Er lebte alles und haftete an nichts an. Normalerweise führt das weltliche Leben dazu, dass wir unsere innere Glücksenergie verlieren. Wir verbrauchen uns im Arbeitsstress. Wir verlieren uns in den weltlichen Anhaftungen und Süchten. Wir vergessen es spirituell zu praktizieren und vergessen dadurch unser wahres Selbst. Wir leben auf der Erde nicht im Licht und kommen auch nach dem Tod nicht ins Licht.

Wie kann es gelingen bei einem Leben in der Welt zur Erleuchtung zu kommen? Buddha meinte, dass das kaum möglich ist. Deshalb zog er sich aus dem weltlichen Leben zurück und wurde ein Eremit. Allerdings können wir auch bei einem weltlichen Leben spirituell wachsen. Wir müssen so leben, dass wir unsere spirituelle Energie bewahren. Vorteilhaft ist ein einfaches, unauffälliges Leben mit viel Ruhe. Kyoshin lebte als einfacher Bauer. Er dachte beständig sein Mantra und hielt so seinen Geist auf das Licht (das Nirwana, Gott) konzentriert. Er lehnte nichts ab und haftete an nichts an. Er nutzte alle Ereignisse des äußeren Lebens um daran innerlich zu wachsen. Er ließ bei Leid sein Ego los und übte sich im Gleichmut. Die Freuden des Lebens genoss er, ohne sich darin zu verlieren. Er blieb beständig im Wesentlichen (im Licht) verankert.

Er ließ sich durch Buddha Amitabha auf seinem Lebensweg führen und gelangte so zur Erleuchtung. Er lebte in der täglichen Verbindung mit dem Buddha (den erleuchteten Meistern, Gott) und hörte auf die Stimme seiner eigenen Weisheit, durch die uns Buddha Amitabha führt. So konnte er durch die Weisheit und Energie des Buddhas des Lichts zu einem Buddha des Lichts umgewandelt werden. Das ist das Geheimnis des Gebetsweges. Wir müssen keine Eremiten werden. Mit der Kraft des Buddhas Amitabhas (der erleuchteten Meister) können wir auch bei einem weltlichen Leben zur Erleuchtung gelangen.
Namaste!
Nils hat geschrieben:
Er ließ sich durch Buddha Amitabha auf seinem Lebensweg führen und gelangte so zur Erleuchtung. Er lebte in der täglichen Verbindung mit dem Buddha (den erleuchteten Meistern, Gott) und hörte auf die Stimme seiner eigenen Weisheit, durch die uns Buddha Amitabha führt. So konnte er durch die Weisheit und Energie des Buddhas des Lichts zu einem Buddha des Lichts umgewandelt werden. Das ist das Geheimnis des Gebetsweges. Wir müssen keine Eremiten werden. Mit der Kraft des Buddhas Amitabhas (der erleuchteten Meister) können wir auch bei einem weltlichen Leben zur Erleuchtung gelangen.

Ich möchte hier nicht kleinlich erscheinen, aber ob Kyôshin "in seinem Körper" die Erleuchtung erlangt hat oder nicht, darüber wissen wir nichts.

Davon steht nichts in dem Text über Kyôshin (Gerhard Marcel Martin's Titel: "Es gibt ein sichtbares Leben im Unsichtbaren"), noch in der Kommentierung von G. M. Martin.

Kyôshin selbst wird wohl eher die "Wiedergeburt im Reinen Land im Moment seines Todes" angestrebt haben als die "Verwirklichung der Buddhaschaft im gegenwärtigen Leib" oder gar die "Hingeburt" wie man die Gewissheit des von-Amida-gerettet-sein auch bezeichnen könnte - ein Konzept allerdings, das Shinran Shonin erst Jahrhunderte nach Kyôshins Ableben lehrte.
Darauf weisen die Anspielungen an den Westen in der Kommentierung hin, denn der Westen - die Richtung Amida-Buddhas - ist auch in Japan die Richtung der untergehenden Sonne, das Reich des Todes, ebenso wie bei den Alten Ägyptern.

Ansonsten kann ich Dir vollkommen beipflichten.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
Benkei hat geschrieben:
Ich möchte hier nicht kleinlich erscheinen, aber ob Kyôshin "in seinem Körper" die Erleuchtung erlangt hat oder nicht, darüber wissen wir nichts. Davon steht nichts in dem Text über Kyôshin (Gerhard Marcel Martin's Titel: "Es gibt ein sichtbares Leben im Unsichtbaren"), noch in der Kommentierung von G. M. Martin.

Danke für deine Anmerkungen. Ich sehe es aber etwas anders. Bereits aus dem Titel des Buches ergibt sich ein Hinweis auf die Erleuchtung. Das Wort "Hijiri" bedeutet "Heiliger Mann". Heilig ist für mich ein Mensch, der erleuchtet ist. Ich würde deshalb grundsätzlich annehmen, dass die hier zitierten Hijiri Erleuchtete waren. Des weiteren sagt der Text über Kyoshin, dass er war wie einer, für den alles andere vergessen war. Das ist für mich die typische Haltung eines Erleuchteten, der im Licht lebt und dadurch die Welt um sich herum vergessen hat. Das Weltliche war für ihn überwunden. Es gibt auch noch einige weitere Hinweise. So hatte er zum Beispiel in seinem Schrein kein Bild von Amitabha. Er war selbst zum Buddha geworden. Ich möchte aber auch nicht kleinlich erscheinen. Deine Ansicht ist sicherlich auch vertretbar.
3. Kyoshin brach seine Priesterkarriere ab, pilgerte durch Japan, ließ sich irgendwo nieder, heiratete, arbeite und konzentrierte sich auf seinen spirituellen Weg. Er lebte im Wesentlichen und war ansonsten offen für das Leben. Er floss mit den Dingen, wie sie sich entwickelten. Äußerlich lebte er einfach und innerlich war er auf das Paradies (das Leben im Licht) ausgerichtet. Er sprach sein Amitabha Gebet wie einer, für den alles andere vergessen war. (Seite 163, Buddhismus krass)
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In dem Text ist von "Erleuchtung" nicht die Rede, nicht vordergründig.Das ist irgendwie typisch für Zen-Buddhismus,vielleicht auch Amitabha Buddhismus(das weiß ich nicht genau).Es ist von der Übung die Rede, von der Haltung,der Gesinnung,in Übereinstimmung mit den beiden anderen Zitaten.Sicher ist "ein Heiliger" mehr oder weniger erlöst, aber Dogen sagt:"Die Spuren des Erwachens lösen sich auf, und die aufgelösten Spuren des Erwachens führen endlos fort"."Das Erwachen" ist wie ein Fluss,hier und da springt er über die Felsen, sammelt sich in ruhig in Becken, fliest in dunklen Höhlen,strömt ins Meer...
Hotei hat geschrieben:
Dogen sagt:"Die Spuren des Erwachens lösen sich auf, und die aufgelösten Spuren des Erwachens führen endlos fort"."Das Erwachen" ist wie ein Fluss,hier und da springt er über die Felsen, sammelt sich in ruhig in Becken, fliest in dunklen Höhlen,strömt ins Meer...

Wunderbar. So empfinde ich das auch.

< gasshô >

Nils :lol:

Namu-Amida-Butsu
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Meister Honen

4. Honen hatte die Sexualität überwunden. Er sprach nie über Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Er meinte: "Ich bin mit Problemen nicht besonders belastet, denn ich setze die Armut an die erste Stelle. Weil es den Übenden in der heutigen Zeit aber gut geht, finden sie Einschränkungen schwer." (freies Zitat aus Buddhismus krass, Seite 152)

Kommentar = Ähnlich wie es bei den Amitabha Buddhisten die Hijiri aus dem 12. Jahrhundert gab, finden wir im Christentum die Wüstenväter im 4. Jahrhundert. Der Begründer der christlichen Eremiten war der heilige Antonius. Er wurde viele Jahren stark vom Dämon der Unzucht heimgesucht, wie es in den Sprüchesammlungen heißt. Auch der heilige Antonius musste stark mit seinen sexuellen Wünschen ringen. Er überwand sie, in dem er sich auf sein spirituelles Ziel konzentrierte. Plötzlich war er im Licht und die Dämonen verschwanden. Der heilige Antonius lehrte einen mittleren Weg im Umgang mit weltlichen Wünschen. Er sprach: "Wenn du in deiner Hütte eine kleine Blume brauchst, dann pflanze dir eine. Wenn du keine Blume brauchst, dann verzichte darauf." Es gibt die strengen und die gemäßigten Asketen. Auf dem Weg der gemäßigten Asketen dürfen auch weltliche Wünsche gelebt werden.

Weltliche Wünsche sollten auf dem spirituellen Weg so gelebt werden, dass sie uns helfen unser spirituelles Ziel zu erreichen. Wir sollten jeden Tag etwas Freude in unser Leben bringen. Aber wir sollten es weise und im richtigen Maß tun. Wenn wir zu viel die weltlichen Genüsse leben, entstehen Anhaftungen in unserem Geist. Unser innerer Frieden und unser inneres Glück verschwinden. Wenn wir zu wenig Freude auf unserem spirituellen Weg haben, dann können wir in der Trauer und Lebensunlust versinken. Das richtige Maß ist grundsätzlich eine kleine Blume. Wir sollten bei weltlichen Genüssen genügsam sein, ohne uns dabei zu überfordern. Und wir sollten mit innerem Gespür heraus finden, was jeden Tag unsere kleine Blume der Freude ist und wie viel wir davon brauchen.

Bei der Liebe und der Sexualität sollten wir uns äußerlich im Rahmen der gesellschaftlichen Regeln verhalten. Wichtig in einer Beziehung sind Wahrheit, Liebe und Treue. Innerlich sollten wir unsere sexuellen Bedürfnisse nicht verdrängen. Das könnte unsere Erleuchtungsenergie blockieren. Wir sollten so mit sexuellen Energien umgehen, dass sie hilfreich für uns sind und unser Energieniveau anheben. Im tibetischen Buddhismus gibt es den Weg der tantrischen Visualisierungen, um die Kundalini Energie zu aktivieren. Wenn die Energien frei fließen, beruhigen sie sich nach einiger Zeit wieder. Wir kommen ins glückliche Sein. Wir gelangen wie Honen in die Ebene der Erleuchtung, wo wir unabhängig von sexuellen Bedürfnissen sind. Aber wir spüren auch die Energien unserer Mitmenschen. Wir können sie lenken, reinigen und so alle Menschen ins Licht bringen.

Ein Yogi muß das Kunststück vollbringen, seine Beziehungswünsche weder zu verdrängen, noch sie zu stark zu leben. Wenn man die weltlichen Wünsche jeden Tag stark lebt, bildet sich im Geist ein Suchtband. Es zieht den Menschen immer wieder in die Anhaftung und aus dem inneren Frieden heraus. Ein Yogi muss seine inneren Suchtbänder so klein werden lassen, dass er sie gut kontrollieren kann. Er muss die weltlichen Genüsse im richtigen Moment und im richtigen Maß leben. Überwiegend sollte er im suchtlosen Sein ruhen.

Es gibt viele Geschichten von Yogis, die hart mit ihren Beziehungssüchten gekämpft haben. Der heilige Benedikt wälzte sich in Dornenbüschen. Buddha konnte die vielen Frauen in seinem Geist nur durch die Erdungsgeste bezwingen. Er aktivierte damit sein Wurzelchakra. Er streckte während der Meditation eine Hand zur Erde und opferte sich in seinen spirituellen Weg. Dann ließ er die Suchtgedanken in seinen Geist sich frei austoben. Nach einiger Zeit kamen sie von alleine zur Ruhe. Und plötzlich entstand inneres Glück.

Nils entwickelte einen Dreistufenweg zur Überwindung von geistigen Anhaftungen. Zuerst dachte er gründlich nach und fand einen hilfreichen positiven Gedanken. Dann ließ er seine Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollten. Und dann entstand von alleine irgendwann inneres Glück. Wenn das innere Glück kam, waren die Süchte besiegt. Manchmal rettete er sich auch durch Süßigkeiten und durch lange Waldspaziergänge. :D
Namaste!
Nils hat geschrieben:
4. Honen hatte die Sexualität überwunden. Er sprach nie über Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Er meinte: "Ich bin mit Problemen nicht besonders belastet, denn ich setze die Armut an die erste Stelle. Weil es den Übenden in der heutigen Zeit aber gut geht, finden sie Einschränkungen schwer." (freies Zitat aus Buddhismus krass, Seite 152)

Die hier von Kyôbutsu angeführte Eigenheit, dass Meister Hônen nicht über Beziehungen zwischen Mann und Frau sprach ist, ist wohl in erster Linie auch dem Umstand geschuldet, dass Hônen Shonin hier schlicht überhaupt keine Erfahrungen hatte. Nach der Ermordung seines Vaters trat er bereits mit neun Jahren ins Kloster ein und wurde dann entsprechend den damaligen monastischen Regeln der Tendai Shû ordiniert (Bosatsukai, bestehend aus den "Zehn Gewichtigen Verboten" [Jukai] und den "48 primären Verboten"; ggf. noch aus den "Drei Zusammenstellungen der Reinen Gebote", also den Endon-Bosatsukai, den Vollkommenen-und-Plötzlichen Bodhisattva-Gelübden]. Damals beinhaltete diese Ordination für Mönche/Priester auch immer das Zölibat.
Da Hônen laut Überlieferung auch nach der Aufgabe seines Priesteramts in der Tendai Shû an seinen Gelübden und seinem Zölibat festhielt und von ihm ein tadelloser Lebenswandel überliefert ist [den er keinesfalls von seinen Schülern verlangte], können wir davon ausgehen, dass er nie eine Beziehung zu einer Frau [oder einem Mann] gehabt hat.

Genauso also, wie man bei Nicht-Rauchern zwischen "Nie-Rauchern" und "Ex-Rauchern" unterscheiden sollte, so sollte man auch hier unterschieden.
Hônen hat also nicht die Sexualität überwunden, weil dies nie ein Thema für ihn war. Deshalb ist er hier auch nie problematisch belastet gewesen.

Sexuelle Bedürfnisse wird er natürlich auch gehabt haben - er war ein Mensch.
Aber Bedürfnisse, die nie richtig ausgelebt - "gewässert" - wurden, wachsen nicht zu riesigen Unkrautherden heran, gegen die man sich dann mit Anstrengung zur Wehr setzen muss.

Für mich ist Hônen Shonin deshalb, was Sexualität angeht, kein geeignetes Maß.
Da sollte man eher auf Shinran Shonins diesbezüglich erfülltes, aber moralisch nicht minder einwandfreies Leben schauen.

Nils hat geschrieben:
Ein Yogi muß das Kunststück vollbringen, seine Beziehungswünsche weder zu verdrängen, noch sie zu stark zu leben. Wenn man die weltlichen Wünsche jeden Tag stark lebt, bildet sich im Geist ein Suchtband. Es zieht den Menschen immer wieder in die Anhaftung und aus dem inneren Frieden heraus. Ein Yogi muss seine inneren Suchtbänder so klein werden lassen, dass er sie gut kontrollieren kann. Er muss die weltlichen Genüsse im richtigen Moment und im richtigen Maß leben. Überwiegend sollte er im suchtlosen Sein ruhen.

Genau. Deshalb hier lieber Shinran als Hônen :wink:
[wobei Shinran wohl nicht als Hijiri gilt]

Nils hat geschrieben:
Es gibt viele Geschichten von Yogis, die hart mit ihren Beziehungssüchten gekämpft haben. Der heilige Benedikt wälzte sich in Dornenbüschen. Buddha konnte die vielen Frauen in seinem Geist nur durch die Erdungsgeste bezwingen. Er aktivierte damit sein Wurzelchakra. Er streckte während der Meditation eine Hand zur Erde und opferte sich in seinen spirituellen Weg. Dann ließ er die Suchtgedanken in seinen Geist sich frei austoben. Nach einiger Zeit kamen sie von alleine zur Ruhe. Und plötzlich entstand inneres Glück.

Die "Geste der Erdenberührung" habe ich anders erklärt bekommen.
Nachdem Siddharata zu Gautama Buddha geworden war und seine Dämonen (Mara und ihre Töchter) überwunden hatte, nahm er die Erde für seinen Erfolg zum ersten Zeugen.

Aber es gibt wohl zu vielen von Buddhas Gesten verschiedene Deutungsmöglichkeiten.
Das habe ich eben erst wieder in Bezug auf die Lehrrede "Der Buddha hält eine Blume hoch und nur Mahakassapa versteht" festgestellt.

Yogi Nils hat geschrieben:
Nils entwickelte einen Dreistufenweg zur Überwindung von geistigen Anhaftungen. Zuerst dachte er gründlich nach und fand einen hilfreichen positiven Gedanken. Dann ließ er seine Gedanken und Gefühle kommen und gehen, wie sie wollten. Und dann entstand von alleine irgendwann inneres Glück. Wenn das innere Glück kam, waren die Süchte besiegt. Manchmal rettete er sich auch durch Süßigkeiten und durch lange Waldspaziergänge. :D

:)

Benkei erkannte in sich selbst einen Bonpu - ein dummes Wesen voll von blinden Leidenschaften in einer sich stetig wandelnden Welt, einem "brennenden Haus", wie es auch Meister Shinran auf sich selbst bezogen hatte. Trotz geringer Kapazitäten entschloss er sich dem Weg zu folgen, stolperte jedoch so manches mal über seine Unzulänglichkeiten, scheiterte und fiel, stand wieder auf und setzte seinen Weg, Fehler-auf-Fehler-folgen-lassend fort. Da Amida sogar die Unfehlbaren erretten wird, wird er in seiner grenzenlosen Gnade mehr noch auch einen Unzulänglichen wie Benkei erretten.

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
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Eremit Nils

5. "Lass dich nicht da nieder, wo andere bereits ihre Hütten errichtet haben. Zwei Hijiris sollten nicht einen Raum miteinander teilen. Sie werden sich gegenseitig stören. Strebe nach dem Paradies mit dem Geist dessen, der auf ein Ziel ausgerichtet ist. (Frei zitiert aus Buddhismus krass, Seiten 34, 41 und 144)

Kommentar = Warum ist viel Ruhe auf dem spirituellen Weg wichtig? Im tibetischen Buddhismus heißt es, dass man die Häfte des Weges zur Erleuchtung bereits gegangen ist, wenn man abgeschieden als Yogi lebt. Swami Sivananda lehrte: "Die erste Hälfte des Weges erfolgt durch ein Leben in der Ruhe. Die zweite Hälfte geht man durch die spirituellen Übungen. Durch das große Tor schreitet man durch den Weg der umfassenden Liebe." Der optimale Weg der Erleuchtung besteht nach ihm aus der Verbindung von viel Ruhe, effektiven spirituellen Übungen und darin, im Schwerpunkt als Karma Yogi (Bodhisattva, Helfer aller Wesen) zu leben.

Die indische Heilige Anandamayi Ma reinigte zuerst ihren Körper und ihren Geist durch Mantren, Körperübungen (Hatha Yoga) und den Gottheiten Yoga. Sie visualisierte sich als die verschiedensten Gottheiten, dachte ihre Mantren und aktivierte so die Kundalini Energie. Als ihr Körper und ihr Geist ausreichend von den Energieblockaden (Verspannungen, Samskaras, Vasanas) gereinigt waren, begann ihre Energie intensiv zu fließen. Im Christentum heißt es: "Selig sind die im Herzen Reinen, denn sie werden Gott schauen."

Nach ihrer Phase der Reinigung und der Aktivierung der Kundalini Energie verbrachte Anandamayi Ma drei Jahre in der Ruhe und der Meditation. Die Ruhe reinigte sie von alleine weiter und sie gelangte zur dauerhaften Erleuchtung. Ab jetzt lebte sie als spirituelle Meisterin, reiste durch Indien und half allen Menschen auf dem spirituellen Weg. Durch den Weg der umfassenden Liebe verwirklichte sie vollständig ihre Buddhanatur.

Dieser Dreischritt aus Ruhe, Üben und Liebe ist auch der Weg der Hijiri. Sie leben abgeschieden von der Welt als Eremiten oder Wanderprediger. Als spirituelle Übung praktizieren sie den Gottheiten Yoga. Sie konzentrieren sich dabei auf den Buddha Amitabha, denken sein Mantra und erwecken so die spirituelle Energie in sich. Im Schwerpunkt leben sie als Bodhisattvas, als spirituelle Helfer aller Wesen. Sie tun jeweils auf ihre persönliche Art und im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten ihren Mitmenschen Gutes. Vor allem dadurch, dass sie ihnen das Licht, die Liebe und die Weisheit des Buddhas Amitabhas schenken.

Wenn wir uns geistig mit dem Buddha Amitabha verbinden, dann fließt seine Energie in uns hinein. Wir können es auch so sehen, dass durch das Gebet und die Visualisierung die Kundalini Energie in uns aktiviert wird. Wenn wir uns als Buddha des Lichts sehen, allen Wesen Licht senden und Buddha Amitabha um Führung bitten, dann gelangen wir ins Licht. Wir verwirklichen den ersten Schritt zur Erleuchtung. Der zweite Schritt ist das Leben in der Abgeschiedenheit von der Welt und in einer großen Ruhe. Durch die viele Ruhe reinigt uns die durch das Mantra aktivierte Kundalini Energie von alleine weiter. Ab einem bestimmten Punkt der Abgeschiedenheit und der Ruhe nimmt spürbar täglich die spirituelle Energie in uns zu. Wir werden immer mehr zu einem Buddha des Lichts. Wir werden in uns glücklich und erfahren immer mehr unsere Welt als Paradies.
Nils:
Ich möchte einzelne Aussagen herausgreifen und kommentieren. Wir können dann gerne darüber diskutieren.
:lol:
Der KundaliniHijiri mag allein in seiner Hütte sein. :razz:
Hotei hat geschrieben:
Der KundaliniHijiri mag allein in seiner Hütte sein. :razz:

Ja und nein. Ja, weil Abgeschiedenheit ein spiritueller Turboweg ist. Nein, weil ich nicht alleine sein mag. Aber ich habe viele Freunde. :D :) :lol: :o :shock: :badgrin: :roll: :idea: Ein Bodhisattva ist letztlich nie wirklich allein, weil er in der Energie der Liebe lebt.
Die kenn ich.Ich war noch nie so allein wie in der "Energie der Liebe". Noch mal geh ich Mara nicht auf diesen Leim. Und bestimmt auch nicht wenn er in Verkleidung/Formen "erleuchteter Meister" kommt. Die Sonne ist das eine, der Mond ist blass dagegen, aber nur solange die Sonne scheint. Ich warte bis die Nacht anbricht, dann geh ich raus.
Namaste!
Nils hat geschrieben:
5. "Lass dich nicht da nieder, wo andere bereits ihre Hütten errichtet haben. Zwei Hijiris sollten nicht einen Raum miteinander teilen. Sie werden sich gegenseitig stören. Strebe nach dem Paradies mit dem Geist dessen, der auf ein Ziel ausgerichtet ist. (Frei zitiert aus Buddhismus krass, Seiten 34, 41 und 144)


Sekitô Kisen Zenji hat geschrieben:
Das Lied von der Grasdach-Klause
Ich habe eine Grashütte gebaut, in der es nichts von Wert gibt. Nach dem Essen entspanne ich mich und erfreue mich an einem Schläfchen.
Als die Hütte fertig war, begann das Unkraut zu wachsen. Jetzt wird sie bewohnt und ist ganz eingeschlossen von Pflanzengrün.
Der Mensch in der Hütte hier lebt gelassen, ist nicht betroffen von Innerem, Äußerem oder Sonstigem.
Wo weltliche Menschen leben, da lebt er nicht; was weltliche Menschen lieben, das liebt er nicht.
Obwohl die Hütte klein ist, enthält sie den ganzen Kosmos. Auf neun Quadratmetern erleuchtet ein alter Mann die Formen und ihr Wesen.
Ein Mahayana-Bodhisattva vertraut und ist ohne Zweifel. Durchschnittliche oder geringere Menschen werden sich fragen: Wird diese Hütte zugrunde gehen oder nicht? Vergänglich oder nicht, der ursprüngliche Meister ist gegenwärtig.
Er verweilt nicht im Süden oder im Norden, Osten oder Westen.
Fest gegründet in Beharrlichkeit – nichts kann dies übertreffen. Ein leuchtendes Fenster unter grünen Kiefern – damit können sich Jadepaläste oder zinnoberrote Türme nicht messen.
Einfach nur sitzen mit einem Dach über dem Kopf, und alle Dinge sind in Ruhe.
Daher versteht dieser Bergmönch überhaupt nichts mehr.
Er lebt hier und arbeitet nicht länger daran, sich zu befreien. Wer wollte denn da stolz Sitze herrichten, um Gäste anzulocken?
Wende das Licht herum, dass es das Innere erleuchtet, und dann kehre einfach zurück. Der unermesslichen, unfassbaren Quelle kann man nicht gegenübertreten, noch kann man sich von ihr abwenden.
Begegne den alten Meistern, werde vertraut mit ihren Anweisungen, binde Grasbüschel, um eine Hütte zu bauen, und gib nicht auf.
Lass die Jahrhunderte vorübergehen und entspanne dich vollkommen. Öffne deine Hände und gehe ganz natürlich.
Tausende Worte, Myriaden Interpretationen haben ja nur den Sinn, dich von Hindernissen zu befreien.
Wenn du den Unsterblichen in der Hütte kennen lernen willst, so wende dich hier und jetzt nicht ab von diesem Hautsack.


_()_

Hotei hat geschrieben:
Die kenn ich.Ich war noch nie so allein wie in der "Energie der Liebe". Noch mal geh ich Mara nicht auf diesen Leim. Und bestimmt auch nicht wenn er in Verkleidung/Formen "erleuchteter Meister" kommt. Die Sonne ist das eine, der Mond ist blass dagegen, aber nur solange die Sonne scheint. Ich warte bis die Nacht anbricht, dann geh ich raus.

Der Ausspruch "Gemeinsam einsam" kommt nicht von ungefähr!

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
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Buddha Amitabha im Paradies mit seinen Freunden

6. "Halte sorgfältig deine sehnsüchtige Erwartung aufrecht, den Buddha vor dir zu sehen." (Zitat aus Buddhismus krass, Seite 186)

Kommentar = Pflege deine Motivation, sonst verlierst du deinen spirituellen Weg. Wie kannst du dich motivieren jeden Tag deine spirituellen Übungen zu machen? Betrachte deine Spiritualität als einen großen Schatz. Es ist ein unermeßlich großer Schatz inneren Frieden, Glück, Kraft, Liebe und Weisheit zu besitzen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz im glücklichen Sein und in der umfassenden Liebe leben zu dürfen. Es ist ein unermeßlich großer Schatz nach dem Tod ins Paradies zu kommen.

In der heutigen Zeit gibt es starke weltliche Energien. Sie ziehen uns sehr leicht in ein weltliches Leben zurück. Ein weltliches Leben bedeutet tiefe Unzufriedenheit, fehlende Liebe, fehlender innerer Frieden, mangelndes inneres Glück, ein perspektivloses Leben. Die meisten Menschen im Westen sind stark vom westlichen Konsumfernsehen geprägt. Sie leben nach Werten, die letztlich sie selbst und ihre Mitmenschen unglücklich machen. Der Weg des maximalen Konsums ist ein Irrweg. Das Glück müssen wir hauptsächlich in uns selbst finden und entwickeln. Dazu brauchen wir die Selbstdisziplin jeden Tag unsere spirituellen Übungen zu machen. Wir müssen uns geschickt motivieren, damit wir in einer weltlich geprägten Umwelt unser spirituelles Ziel nicht verlieren.

Gewinne als erstes Zielklarheit. Sieh dich als Buddha des Lichts, dann wirst du ein Buddha des Lichts. Denke positiv, dann wirst du ein Paradiesbewusstsein entwickeln. Lebe im Wesentlichen, dann verlierst du dich nicht im Unwesentlichen. Sende allen Wesen Licht. Dann wirst du in der Liebe und im Glück leben.

Finde als zweites deinen spirituellen Weg. Es ist egal welche Übungen du machst. Du kannst dich jeden Tag als Buddha visualisieren. Du kannst dich mit den erleuchteten Meistern verbinden. Du kannst an das Paradies denken. Du kannst jeden Tag ein kleines Ritual vor deinem Hausaltar machen. Du kannst Kundalini Yoga machen. Du kannst meditieren, beten, lesen, Gutes tun oder einfach nur das Amitabha Mantra sprechen. Hauptsache du hast eine spirituelle Praxis, die dich jeden Tag im Licht hält oder ins Licht bringt.

Gestalte deinen spirituellen Weg so, dass du dich damit wohl fühlst. Gehe in deiner Geschwindigkeit voran. Bringe genug Elemente der Freude in dein Leben. Höre Musik. Lies etwas Schönes. Iß etwas Schönes. Triff nette spirituelle Menschen. Spüre jeden Tag genau was du brauchst und was dich ins Licht bringt. Praktiziere effektiv und mit ewiger Ausdauer. So wirst du eines Tages nicht nur den Buddha vor dir sehen. Du wirst der Buddha sein, der allen Wesen das Licht bringt. Du wirst im Licht leben und deine Welt als Paradies erfahren. Die einzige Voraussetzung ist dein täglicher kleiner Schritt ins Licht. Also vorwärts.
Hotei hat geschrieben:
Ich warte bis die Nacht anbricht, dann geh ich raus.

Schöne Worte. Ich bin durchaus deiner Meinung. Aber ich gehe in keine Falle, weder in die Falle der Liebe noch in die Falle der erleuchteten Meister. Alles sind spirituelle Übungen, die man mit Weisheit und innerem Gespür im jeweils richtigen Moment machen muss. Der christliche Mystiker Pseudo-Dionysius Areopagita hat erkannt, dass man am Anfang des Weges positive Beschreibungen und am Ende des Weges "negative" Beschreibungen braucht (negative Theologie, mystische Theologie). Ich brauche mal das eine und mal das andere. Wer die Erleuchtung kennt weiß, dass sie über allen Worten steht. Und pauschale Wege gibt es nicht. Man kann nur mit Weisheit erspüren, was man im gegenwärtigen Moment braucht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pseudo-Di ... Areopagita
Deutsche Mystiker sind seit jeher plauderselige Clowns. "Der Mund ist das Arschloch des Geistes", sagte Louis Haeusser. Für beachtenswert halte ich nur die Gestalten, die vor sich selbst zurückzuckten und zur Literatur gefunden haben (Angelus Silesius, Jürgen von der Wense). Die anderen bleiben Kasperln und bilden die traurige Kehrseite des Bierzeltdeutschen.
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Buddha Amitabha sendet uns vom Paradies aus Licht

7. Zensho-bo sagte: "Das Paradies ist für einen Amitabha Anhänger so gewiss wie die Tatsache, dass wir eines Tages sterben müssen." Mit einem gläubigen Herzen verlasse ich mich auf Amitabhas Gelübde. Wir sollten beim Anrufen von Buddha Amitabha einfach fest daran glauben, dass die Geburt im Paradies dadurch sicher ist. Das Kontemplationssutra lehrt, wie man den Buddha Amitabha und das Paradies visualisiert. Honen hielt die Visualisierung für überflüssig und konzentrierte sich auf den Namen Amitabhas. (Frei zitiert aus Buddhismus krass, Seiten 178, 184, 189 und 192)

Kommentar = Grundsätzlich reicht es aus den Namen des Buddhas Amitabha zu denken, um nach dem Tod ins Paradies zu kommen. Hilfreich ist es sich als Buddha des Lichts zu visualisieren, sich das Paradies möglichst konkret vorzustellen und allen Wesen Licht zu senden. Im Amitabha Buddhismus gibt es verschiedene Wege. Die Hauptrichtung konzentriert sich alleine auf das Mantra Amitabhas (Namu Amida Butsu). Viele Amitabha Anhänger machen Visualisierungsübungen. Viele verbinden das tägliche Gebet zum Buddha Amitabha mit einer Meditation.

Visualisierungen verbunden mit einem Mantra sind eine Technik des Kundalini Yoga. Durch Visualisierungen können wir schnell die Glücksenergie in uns erwecken und uns ins Licht bringen. Gut ist auch die Verbindung mit Gesten (Mudras) und Körperübungen (Yoga, Gehen). Dafür habe ich den Amitabha Yoga entwickelt. In ein Erleuchtsbewusstsein und ein Paradiesbewusstsein gelangen wir durch die innere Reinigung (von Verspannungen, Samskaras). Die meisten Menschen im Westen sind so verspannt, dass sie Körperübungen brauchen, um in tiefe Meditationen und in die Erleuchtungsenergie zu gelangen.
https://sites.google.com/site/nilshorn2/amitabha-yoga

Ob es ein Leben nach dem Tod und das Paradies gibt, ist in der heutigen Wissenschaft umstritten. Es gibt viele Indizien, die für ein Leben nach dem Tod sprechen. Es gibt die Hellsichtigen, die in das Jenseits sehen und davon berichten können. Es gibt die Nahtoderfahrungen bei denen von einem Tunnel ins Licht erzählt wird. Manche Menschen können aus ihrem Körper austreten und überprüfbar berichten, was sie aus dieser Perspektive gesehen haben. Besonders bekannt ist der Pam Reynoldsfall. Im Amitabha Buddhismus denken wir darüber nach, aber wir übertreiben es nicht mit den Zweifeln. Wir gehen grundätzlich einfach davon aus, dass es das Paradies gibt und dass wir Buddha Amitabha und den erleuchteten Meistern vertrauen können.
https://en.wikipedia.org/wiki/Pam_Reynolds_case
https://www.youtube.com/watch?v=3L7kwJ6BjFg

Aus meinem Wissen über die vorhandenen Jenseitsberichte habe ich die folgende Paradies Meditation zusammengestellt. Wir können sie praktizieren, um unser Paradiesbewusstsein zu entwickeln und unser inneres Glück zu stärken.

Körper = Wir konzentrieren uns auf unseren Körper und bringen dadurch unseren Geist zur Ruhe. Wir spüren in unsere Beine und Füße hinein. Wir lassen Licht um unsere Beine und Füße kreisen. Wir denken dabei das Wort "Licht" als Mantra. Wir lassen Licht um unsere Arme und Hände kreisen. Wir denken "Licht". Wir konzentrieren uns auf unseren Kopf, lassen Licht um unseren Kopf kreisen und denken das Mantra "Licht". Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein und denken "Licht." Dann entspannen wir uns.

Energiewolke = Wir beginnen jetzt unseren Aufstieg in den Himmel. Zuerst gehen wir in die Astralwelt. Wir werden zu einer Seele. Wir visualisieren eine Wolke aus feinstofflicher Energie um unseren Körper herum. Wir sind diese Wolke. Wir konzentrieren uns auf die Wolke und nicht auf unseren Körper. Wir lassen unseren Körper los. Wir denken mehrmals das Mantra: "Ich bin eine Wolke. Ich bin eine Seele. Ich bin unabhängig von meinem Körper." Wir denken das Mantra so lange, bis wir uns als Wolke um unseren Körper herum fühlen.

Sterne = Wir visualisieren den ganzen Kosmos um uns herum voller Sterne. Unsere Seele kann überall hinreisen, wenn sie es will. Wir meditieren auf den Kosmos. Wir denken mehrmals das Mantra: "Sterne." Wir machen dabei große Kreise mit den Armen. Bis in uns das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos entsteht. Wir fühlen uns geborgen in der großen Ordnung des Kosmos.

Welt der positiven Seelen = Wir gelangen in die oberste Astralwelt, die hinter dem materiellen Kosmos liegt. Das ist die Welt der positiven Seelen. Wir werden in uns positiv. Wir überlegen uns die positiven Punkte in unserem Leben. Wir denken das Mantra: "Positiv in meinem Leben ist ..." Wir zählen so viele positive Dinge auf, bis unser Geist positiv wird.

Welt der glücklichen Seelen = Über der Welt der positiven Seelen liegt die Welt der glücklichen Seelen (Bodhisattvas). Wir sind jetzt im Paradies Amitabhas. Wir stellen uns vor, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden. Welche Wünsche hast du? Werde dir aller deiner Wünsche bewusst. Erfülle sie dir oder lasse sie los. Definiere deinen Genugpunkt. Verlange nichts darüber hinaus. Gelange zur Zufriedenheit mit dir und deinem Leben: "Mein Weg der Zufriedenheit ist ..."

Welt der Buddhas = Über der Welt der glücklichen Menschen liegt die Welt der Buddhas (Erleuchteten). Wir visualisieren uns als Buddha des Lichts oder Göttin der Liebe. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir bewegen segnend eine Hand und denken: "Ich sende Licht zu ... (zähle mehrere Menschen auf und hülle sie in Licht und Liebe ein). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

Große Umwandlung = Wir bewegen weiter segnend unsere Hand. Wir füllen den ganzen Kosmos mit Liebe und Licht. Wir durchstrahlen auch alle Leidbereiche mit Licht. Wir senden allen leidenden Wesen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Ich sende Licht zu ..." Wir denken an die Probleme in unserem Leben und senden allen Problemen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Meine Probleme sind ... Ich sende ihnen Licht." Wir hüllen unsere Probleme so lange mit Licht ein, bis wir sie annehmen und in unser Leben integrieren können. Wir werden zu einem Meister des Lebens, der in allen Lebenssituationen im Licht bleiben kann.

Siebter Himmel = Wir kommen in den siebten Himmel (höchstes Nirwana, formlos). Wir visualisieren um uns herum eine Sonne aus starker Energie von Liebe und Glück. Wir denken das Mantra: "Om Sonne, Licht, Liebe, Frieden, Glück." Wir laden unsere Seele vollständig mit Licht und Glück auf. Wir ruhen einige Zeit in der Energie aus Licht, Liebe und Glück.

Erleuchtete Meister = Wir verbinden uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern (Buddhas und Bodhisattvas). Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra, visualisieren Buddha Amitabha in der Sonne des siebten Himmels und denken: "Om Buddha des Lichts, Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg." Wir fühlen uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern real verbunden. Wir spüren, wie mit dem Mantra die Energie des Buddhas Amitabha in uns hinein fließt und uns erfüllt.

Zurückkommen = Wir bewegen die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir sind wieder auf der Erde und in unserem Leben. Mit Optimismus voran. Geh auf deine Weise deinen Weg der Wahrheit und Liebe.
8. Kyobutsu-bo äußerte während seiner letzten Krankheit, drei Tage vor seinem Tod: "Halte dich einfach an dem Gedanken 'Buddha, rette mich!' fest. Alles andere ist nutzlos. (Zitiert aus Buddhismus krass, Seite 174)

Kommentar = Wer ein Mantra hat, kann damit durch den Tod und durch schwierige Situationen hindurchgehen. Ein Mantra stabilisiert den Geist. Wenn ein Mantra uns mit den erleuchteten Meistern verbindet, werden sie uns in allen schwierigen Situationen helfen. Das Mantra "Amitabha" (Namu Amida Butsu) ist ein gutes und starkes Mantra.

Sogyal Rinpoche wurde in Tibet geboren, studierte in Cambridge und lehrt seit 1974 im Westen. Sein Spezialgebiet ist die Sterbeforschung. 1991 schrieb er "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben". Im Westen gibt es eine große Unklarheit über das richtige Sterben. Wer richtig stirbt, muss beim Sterben weniger leiden als sterbeunkundige Menschen. Wer richtig stirbt, kann nach seinem Tod in einen Lichtbereich aufsteigen. In seinem Buch vom Sterben schlägt Sogyal Rinpoche drei Techniken vor: die Meditation, das Mantra (Ja, Om) und die Verbindung mit einem erleuchteten Meister (den Meister visualisieren und um Hilfe bitten). Grundsätzlich sollte man beim Sterben die Übung praktizieren, die einem am besten liegt. Die Hauptanweisung für den Tod lautet: "Sei frei von Anhaftung und Abneigung. Halte deinen Geist rein (ruhig, positiv). Vereine deinen Geist mit dem Licht (der Erleuchtungsenergie)."

Im Jahre 2001 sah sich Nils im Traum als eine kleine Qualle, die von einer schwarzen Meeresspinne gefressen wurde. Die kleine Qualle konnte der Spinne nicht entkommen und rief in ihrer höchsten Not Gott um Hilfe an. Gott gab ihr das Mantra “Ja”. Die kleine Qualle dachte das Mantra und ging damit bejahend durch den Tod. Nils bemerkte, wie sein Bewusstsein erlosch. Sein Leben verschwand. Das war eine sehr unangenehme Erfahrung. Durch das Mantra “Ja” konnte er aber positiv bleiben. Er verspannte sich nicht innerlich und verlor dadurch nicht seine positive Energie. Als das Bewusstsein erloschen war, gab es geistig einen Umsprung. Plötzlich war Nils wieder da. Alles war hell, friedlich und schön. Die Spinne gab es nicht mehr. Nils war in eine höhere Lichtdimension gelangt. Dann wachte er aus dem Traum auf. Sein Glücksgefühl war immer noch vorhanden. Nils blieb noch drei Tage in diesem Zustand des inneren Friedens, der Einheit und des Glücks. In dem Traum hat Nils gelernt, dass man mit einem Mantra gut durch den Tod gehen kann. Man kann damit gut die unruhigen geistigen Prozesse kontrollieren. Man kann mit einem Mantra ins Paradies (in eine höhere Lichtdimension) aufsteigen. Nils sieht diesen Traum als ein großes Geschenk seiner erleuchteten Meister an. Sie wollen damit zeigen, wie man am besten durch den Tod geht.

Wir können unser eigenes Mantra finden. Welches Wort oder welche Silben tun uns gut? Amitabha Anhänger können das Mantra "Amitabha" (Namu Amida Butsu) verwenden. Gut ist auch die Silbe "Om" oder der Name eines erleuchteten Meisters. Wichtig ist es schon während des Lebens ein gutes Mantra zu finden und eine starke energetische Verbindung zu den erleuchteten Meistern (Buddha Amitabha) aufzubauen. Durch diese energetische Verbindung können die erleuchteten Meister uns ins schwierigen Lebensphasen helfen.
Subhuti, sage nicht, der Tathagata hege die Vorstellung: ,Ich will die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.’ Denke nicht in dieser Weise, Subhuti. Warum ? In Wirklichkeit gibt es für den Tathagata kein einziges Wesen, das zum anderen Ufer zu bringen wäre. Würde der Tathagata meinen, dass es ein solches Wesen gebe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.....
Diamantsutra 25

Wenn, Subhuti, ein Bodhisattva an der Vorstellung festhält, dass ein Selbst, eine Person, ein Lebewesen oder eine
Lebensspanne existiere, dann ist er kein echter Bodhisattva.

Diamantsutra 3
Es gibt die relative und die absolute Ebene. Auf der absoluten Ebene ist alles richtig so wie es ist. Alles ist Licht. Es gibt nur das Licht. Das ist die Sicht eines Buddhas. Gleichzeitig gibt es auch die relative Ebene. Auch diese Ebene sieht ein Buddha. Die relative Ebene ist die Welt der Materie. In dieser Ebene leben wir normalen Menschen bewusstseinsmässig. In dieser Ebene gibt es viel Leid. Es ist ein langer Entwicklungsweg, bis unser Bewusstsein die Erleuchtungssicht erlangt und alles Leid überwunden hat. Ein Bodhisattva hilft dabei aus Liebe und Mitgefühl.
Namaste!
kanshiketsu hat geschrieben:
Subhuti, sage nicht, der Tathagata hege die Vorstellung: ,Ich will die Lebewesen zum Ufer der Befreiung bringen.’ Denke nicht in dieser Weise, Subhuti. Warum ? In Wirklichkeit gibt es für den Tathagata kein einziges Wesen, das zum anderen Ufer zu bringen wäre. Würde der Tathagata meinen, dass es ein solches Wesen gebe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.....
Diamantsutra 25

Wenn, Subhuti, ein Bodhisattva an der Vorstellung festhält, dass ein Selbst, eine Person, ein Lebewesen oder eine
Lebensspanne existiere, dann ist er kein echter Bodhisattva.

Diamantsutra 3

"Oh Sariputta, seitdem ich Buddha geworden bin, lege ich mittels aller Arten von Methoden, mit mannigfaltigen Gleichnissen, die Lehre weithin dar; mit unzähligen geschickten Mitteln führe ich die Menschen und veranlasse sie, sich von den verschiedenerlei Dingen, denen sie verhaftet sind, loszulösen. Warum ist das so? – Die Tathagatas sind in den Geschickten Mitteln und in der Vollkommenen Tugend der Weisheit vollendet.
[...]
Oh Sariputta, der Tathagata vermag auf die verschiedensten Weisen die Gesetze darzulegen und sie geschickt zu predigen. Seine Worte sind sanft und erfreuen die Herzen der Menge.
"

Lotos-Sutra 2


"Beständig predige ich das Gesetz, lehre und verwandle.
Zahllose Scharen von Lebewesen veranlasse ich, auf dem Buddha-Weg zu gehen.
Und unermessliche Weltalter lasse ich, der ich gekommen für die Befreiung der Menschen, mit dem Geschickten Mittel das Nirwana sehen.
[...]
Ich kenne die Lebewesen, ob sie auf dem Weg gehen oder nicht.
Damit ich sie entsprechend ihren Fähigkeiten erlösen kann, lege ich ihnen auf verschiedene Weise das Gesetz dar.
Ständig richte ich meinen Sinn darauf, wie ich die Lebewesen dazu bringen kann, in die unübertroffene Weisheit einzutreten, damit sie schnell die Buddhaschaft verwirklichen können.
"

Lotos-Sutra 16

Und nun?


Der Dharma ist wie er ist.

Wer eine exklusive Haltung einnehmen will, der wird in den Lehrreden auch Widersprüche entdecken und dann selektieren müssen.
Müssiger Zeitvertreib, das - aber viel Spaß dabei, wem's gefällt.


Wie heißt es so schön im Anfang des Shinjinmei [frei zitiert]:

"Der Große Weg ist gar nicht schwer, nur jenseits wählerischer Wahl.
Weder Neigung noch Abneigung, und du wirst klar verstehen.
Doch entsteht im Geist eine Unterscheidung auch nur so winzig wie ein Staubkorn,
Trennen Welten Himmel und Erde.
"

< gasshô >

Benkei

Namu-Amida-Butsu
9. Wenn du es schwierig findest alleine zu praktizieren, solltest du dich mit anderen zusammentun. (Frei zitiert aus Buddhismus krass, Seite 201)

Kommentar = Es ist gut Freunde zu haben. Menschen können sich gegenseitig auf dem spirituellen Weg unterstützen. Das oberste Gebot ist dabei laut Buddha: "Seid harmonisch, Mönche." Geht positiv und konstruktiv miteinander um. Diskutiert miteinander, aber konzentriert euch auf die Gemeinsamkeiten. Feiert und lacht miteinander.

Zitat: “Hotei, ein Zenmeister, kam eines Tages durch ein Dorf. Er war bei den Leuten als der „lachende Buddha“ bekannt, denn er lachte immer und überall. Manchmal jedoch saß er einfach unter einem Baum. So auch in diesem Dorf. Er saß ohne zu lachen, mit geschlossenen Augen, unter einem Baum. Er hatte nicht einmal ein kleines Lächeln auf dem Gesicht und war völlig ruhig und gesammelt. Jemand fragte ihn: „Hotei, du lachst ja gar nicht?“ Er öffnete seine Augen und sagte: „Ich bereite mich darauf vor.“ http://zentao.wordpress.com/2012/02/13/ ... st-gesund/
10. Wenn du in der Haltung der eigenen Kraft verweilst, wird alles spirituelle Üben ein Anhaften am Selbst sein. Wenn du dich der anderen Kraft überlässt, dann werden deine Handlungen Erscheinungsformen der anderen Kraft sein. (Frei zitiert aus Buddhismus krass, Seite 190)

Kommentar = Erleuchtung entsteht durch die Auflösung des Egos. Verschwindet das Ego, entsteht ein Einheitsbewusstsein. Wir handeln aus der Einheit (aus Gott, Buddha Amitabha, dem Nirwana) heraus. Durch das Einheitsbewusstsein entsteht Frieden, umfassende Liebe, Glück und große Kraft in uns. Wie kommen wir in ein Einheitsbewusstsein? Solange wir aus dem Ego heraus handeln, stärken wir unser Ego. Wir blockieren unsere Erleuchtung. Unsere spirituellen Übungen bringen uns ab einer bestimmten Stufe nicht mehr voran.

Es gibt drei Wege das Ego zu überwinden. Wir können den Weg der umfassenden Liebe, der Ruhe oder der Überlassenheit gehen. Auf dem Weg umfassenden Liebe nehmen wir unsere Mitwesen wichtiger als uns selbst. Wir liebe alle und entwickeln so ein Einheitsbewusstsein. Irgendwann spüren wir die energetische Verbundenheit aller Wesen. Irgendwann können wir allen Wesen Licht senden und real über eine höhere Dimension helfen. Wir erfahren, dass es kein einzelnes Selbst gibt. Alles gehört zu sammen und bildet eine Einheit. Das Glück aller ist unser Glück.

Auf dem Weg der Ruhe leben wir so stark in der Ruhe, dass sich unsere Energie nach innen wendet, unsere Verspannungen auflöst und uns heilt. Das Ego ist die größte innere Verspannung (Bewusstseinstrübung). Wir heilen uns von unserem Ego und werden ein Heiliger, der in der Einheit des Kosmos lebt. Meditation kann eine hilfreiche Übung auf diesem Weg sein. Etwas meditieren nützt allerdings wenig. Wir müssen zu einer meditativen Lebenseinstellung finden. Wir müssen Leben und Meditation verbinden. Letztlich läuft es wieder auf den Punkt heraus, dass wir vorwiegend in der Ruhe leben.

Auf dem Weg der Überlassenheit lassen wir uns von den erleuchteten Meistern, Buddha Amitabha, Gott, dem Licht oder wie wir es auch immer nennen mögen, führen. Die erleuchteten Meister sind durch eine höhere Dimension im Kosmos mit unserer Intuition verbunden. Wenn wir uns jeden Tag durch ein Gebet oder ein Mantra mit ihnen verbinden, führen sie uns durch unsere Intuition (innere Weisheit, Gefühl der Richtigkeit). Sie sehen unsere Situation und können unser Leben so konstellieren, dass wir unser Ego auflösen und ein Erleuchtungsbewusstsein entwickeln. Wir wachsen durch die zufällige Entwicklung des Lebens ins Licht. Es geschehen Freude und Leid im richtigen Moment. Wenn wir genau hinsehen, fühlt sich unser Leben von einer höheren Macht (einer anderen Kraft) geführt an.

Das ist meistens schwierig zu erkennen, weil die erleuchteten Meister überwiegend unauffällig wirken. Wir halten es für Zufall, aber es ist kein Zufall. Nur manchmal offenbaren sie ihr Eingreifen. Das geschieht durch Visionen, Träume und Wunder, die wir wissenschaftlich nicht erklären können. Sie können uns auch Kraft, Gelassenheit, Weisheit, Glück und Liebe schicken. Wir sind immer beschützt, wenn wir jeden Tag beten. Leider nehmen die Meister uns nach meiner Erfahrung nicht alles Leid ab. Es kann sein, dass wir ziemlich gefordert werden, damit wir schnell spirituell wachsen.

Und es gibt noch ein Geheimnis. Alle erleuchteten Meister sind auf einer tiefen Ebene eins. Sie haben ein Einheitsbewusstsein und nehmen sich nicht als getrennte Selbste wahr. Das begreifen die Anhänger der verschiedenen Religionen oft nicht. Sie denken, dass ihr Meister der Größte ist und nur er helfen kann. Tatsächlich hilft der Meister, der gerade mit seinem Bewusstsein anwesend ist und die gebrauchten Fähigkeiten besitzt. Und es ist egal mit welchem Namen wir die erleuchteten Meister um Hilfe anrufen. Wir können sie mit Buddha Amitabha, Gott oder einem anderen Begriff anrufen. Hauptsache ist, dass wir ehrlich Hilfe haben wollen. Und die Hilfe kommt dann oft nicht so wie wir es wollen, sondern wie sie uns und der Welt spirituell nützt.

Ich praktiziere alle drei Techniken zusammen. Ich gehe den Weg Liebe, der Ruhe und des täglichen Gebetes. Ich lebe als Bodhisattva, Eremit und Amitabha-Buddhist. Ich meditiere, mache Kundalini Yoga (Visualisierungen, Körperübungen), helfe allen und verbinde mich jeden Tag mit dem Buddha Amitabha. Und ich lebe auch ausreichend die Freude auf meinem spirituellen Weg. Ich praktiziere so, dass ich mich wohl fühle. Wenn wir den Weg der anderen Kraft gehen, brauchen wir uns nicht durch extreme Askese überfordern. Das Leben gibt uns alles im richtigen Moment, was wir für unser spirituelles Wachstum brauchen.

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