Ich lese gerade das Buch "Buddhismus krass. Botschaften der japanischen Hijiri-Mönche" von Gerhard Marcel Martin. Das Buch habe ich dank dieses Forums gefunden. Ich möchte einzelne Aussagen herausgreifen und kommentieren. Wir können dann gerne darüber diskutieren. Ich lebe seit 26 Jahren als Eremit und seit einigen Monaten als Anhänger des Amitabha Buddhismus. Insofern könnte es interessant sein, was mir zu den einzelnen Sprüchen einfällt. Grundsätzlich erkenne ich, dass ich mit vielem übereinstimme und zu manchem eine abweiche Meinung habe. Insgesamt inspirieren mich die Sprüche sehr auf meinem spirituellen Weg. In der Nummerierung folge ich nicht dem Buch, sondern der sich bei der Auswahl ergebenden Reihenfolge.

1. Ren-amidabutsu hatte einen Traum, in dem die Gottheit des Hachiman-Schreins verkündigte: "Das Hineingeborenwerden in das Reine Land hängt nicht davon ab, dass das Nembutsu wenigstens einmal ausgesprochen wird; es hängt auch nicht davon ab, dass es mehrfach gesagt wird. Es hängt von Herzen ab."

Mein Kommentar = Ob man nach dem Tod ins Paradies gelangt, hängt davon ab, dass man ernsthaft praktiziert. Ein formales Gebet an Amitabha genügt nicht. Man muss sich real mit Amitabha verbunden fühlen. Man muss wirklich den Wunsch haben ins Paradies zu kommen. Man sollte so praktizieren, dass sich das Herz immer mehr öffnet. Man sollte kreativ einen Weg finden, bei dem die spirituelle Praxis lebendig bleibt.

Die meisten Menschen versinken auf ihrem spirituellen Weg irgendwann in einem formalen äußeren Üben. Sie machen ihre spirituelle Praxis als äußeres Ritual, ohne innerlich wirklich beteiligt zu sein. Auf dem spirituellen Weg gibt es zwei große Gefahren. Wir können den spirituellen Weg wieder verlieren. Oder er kann zu einem äußeren Ritual werden.

Das Reine Land ist ein Bewusstseinszustand. Es ist die Sicht eines Erleuchteten, der sich in der Ebene der Form befindet. Ein Erleuchteter erfährdet seine Welt als richtig so wie sie ist. Er ist glücklich mit dem was ist. Er ruht in seinem inneren Glück, im inneren Frieden, im anhaftungslosen und erleuchteten Sein. Durch sein inneres Glück wird sein Geist positiv und er sieht dadurch automatisch seine Welt grundlegend positiv. Er nimmt seine Welt als Paradies war. Einen derartigen Bewusstseinszustand kann man bereits im Leben auf der Erde oder auch nach dem Tod erlangen. Das Reine Land ist bereits da. Wir erkennen es nur nicht.

Um ins Reine Land (das Paradies) einzutreten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wir können in der Meditation einen Erleuchtungsgeist erlangen. Wir können es üben positiv zu denken und uns auf das Schöne in unserem Leben konzentrieren. Und wir können natürlich auch unser Leben und unsere Welt so gestalten, dass sie schön ist. Das Äußere wirkt auf das Innere und das Innere wirkt auf das Äußere. Wir sollten mit innerem Gespür heraus finden, was im Moment unser Weg ist um in ein Paradiesbewusstsein zu gelangen.

Ich werde jetzt einen schönen Spaziergang in der Natur machen und danach etwas Schönes essen. Beim Spazierengehen denke ich das Mantra "Amitabha" oder "Namu Amida Butsu" und reinige dadurch meinen Geist. Irgendwann entsteht dann inneres Glück und plötzlich verwandelt sich meine Welt in ein Paradies. Wenn ich etwas Schönes esse, dann zentriert sich meine Energie im Bauch und stabilisiert mein Glücksbewusstsein. Ich esse meistens einige Kekse und trinke etwas Schokolade. Wenn man kreativ den spirituellen Weg mit etwas äußerem Genuss verbindet, dann bleibt das Herz froh und die spirituelle Praxis ein Weg ins Licht.