Das Paradies

Moderator: void

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Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... ida-orakel

Ich würde mit euch gerne über das Paradies im Amitabha Buddhismus diskutieren. Welche Vorstellungen habt ihr davon? ich habe meine Gedanken in einer kleinen Meditation zusammengefasst.

Paradies Meditation

Körper = Wir konzentrieren uns auf unseren Körper und bringen dadurch unseren Geist zur Ruhe. Wir spüren in unsere Beine und Füße hinein. Wir lassen Licht um unsere Beine und Füße kreisen. Wir denken dabei das Wort "Licht" als Mantra. Wir lassen Licht um unsere Arme und Hände kreisen. Wir denken "Licht". Wir konzentrieren uns auf unseren Kopf, lassen Licht um unseren Kopf kreisen und denken das Mantra "Licht". Wir hüllen unseren ganzen Körper mit Licht ein und denken "Licht." Dann entspannen wir uns.

Energiewolke = Wir beginnen jetzt unseren Aufstieg in den Himmel. Zuerst gehen wir in die Astralwelt. Wir werden zu einer Seele. Wir visualisieren eine Wolke aus feinstofflicher Energie um unseren Körper herum. Wir sind diese Wolke. Wir konzentrieren uns auf die Wolke und nicht auf unseren Körper. Wir lassen unseren Körper los. Wir denken mehrmals das Mantra: "Ich bin eine Wolke. Ich bin eine Seele. Ich bin unabhängig von meinem Körper." Wir denken das Mantra so lange, bis wir uns als Wolke um unseren Körper herum fühlen.

Sterne = Wir visualisieren den ganzen Kosmos um uns herum voller Sterne. Unsere Seele kann überall hinreisen, wenn sie es will. Wir meditieren auf den Kosmos. Wir denken mehrmals das Mantra: "Sterne." Wir machen dabei große Kreise mit den Armen. Bis in uns das Gefühl des Einsseins mit dem Kosmos entsteht. Wir fühlen uns geborgen in der großen Ordnung des Kosmos.

Welt der positiven Seelen = Wir gelangen in die oberste Astralwelt, die hinter dem materiellen Kosmos liegt. Das ist die Welt der positiven Seelen. Wir werden in uns positiv. Wir überlegen uns die positiven Punkte in unserem Leben. Wir denken das Mantra: "Positiv in meinem Leben ist ..." Wir zählen so viele positive Dinge auf, bis unser Geist positiv wird.

Welt der glücklichen Seelen = Über der Welt der positiven Seelen liegt die Welt der glücklichen Seelen (Bodhisattvas). Wir sind jetzt im Paradies Amitabhas. Wir stellen uns vor, dass alle unsere Wünsche erfüllt werden. Welche Wünsche hast du? Werde dir aller deiner Wünsche bewusst. Erfülle sie dir oder lasse sie los. Definiere deinen Genugpunkt. Verlange nichts darüber hinaus. Gelange zur Zufriedenheit mit dir und deinem Leben: "Mein Weg der Zufriedenheit ist ..."

Welt der Buddhas = Über der Welt der glücklichen Menschen liegt die Welt der Buddhas (Erleuchteten). Wir visualisieren uns als Buddha des Lichts oder Göttin der Liebe. Wir wünschen eine glückliche Welt. Wir bewegen segnend eine Hand und denken: "Ich sende Licht zu ... (zähle mehrere Menschen auf und hülle sie in Licht und Liebe ein). Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben."

Große Umwandlung = Wir bewegen weiter segnend unsere Hand. Wir füllen den ganzen Kosmos mit Liebe und Licht. Wir durchstrahlen auch alle Leidbereiche mit Licht. Wir senden allen leidenden Wesen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Ich sende Licht zu ..." Wir denken an die Probleme in unserem Leben und senden allen Problemen Licht. Wir hüllen sie mit Licht ein und denken das Mantra: "Meine Probleme sind ... Ich sende ihnen Licht." Wir hüllen unsere Probleme so lange mit Licht ein, bis wir sie annehmen und in unser Leben integrieren können. Wir werden zu einem Meister des Lebens, der in allen Lebenssituationen im Licht bleiben kann.

Siebter Himmel = Wir kommen in den siebten Himmel (höchstes Nirwana, formlos). Wir visualisieren um uns herum eine Sonne aus starker Energie von Liebe und Glück. Wir denken das Mantra: "Om Sonne, Licht, Liebe, Frieden, Glück." Wir laden unsere Seele vollständig mit Licht und Glück auf. Wir ruhen einige Zeit in der Energie aus Licht, Liebe und Glück.

Erleuchtete Meister = Wir verbinden uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern (Buddhas und Bodhisattvas). Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra, visualisieren Buddha Amitabha in der Sonne des siebten Himmels und denken: "Om Buddha des Lichts, Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg." Wir fühlen uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern real verbunden. Wir spüren, wie mit dem Mantra die Energie des Buddhas Amitabha in uns hinein fließt und uns erfüllt.

Zurückkommen = Wir bewegen die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir sind wieder auf der Erde und in unserem Leben. Mit Optimismus voran. Geh auf deine Weise deinen Weg der Wahrheit und Liebe.
Nils hat geschrieben:
Siebter Himmel = Wir kommen in den siebten Himmel (höchstes Nirwana, formlos). Wir visualisieren um uns herum eine Sonne aus starker Energie von Liebe und Glück. Wir denken das Mantra: "Om Sonne, Licht, Liebe, Frieden, Glück." Wir laden unsere Seele vollständig mit Licht und Glück auf. Wir ruhen einige Zeit in der Energie aus Licht, Liebe und Glück.

Erleuchtete Meister = Wir verbinden uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern (Buddhas und Bodhisattvas). Wir reiben die Handflächen vor dem Herzchakra, visualisieren Buddha Amitabha in der Sonne des siebten Himmels und denken: "Om Buddha des Lichts, Om innere Weisheit. Ich bitte um Führung und Hilfe auf meinem Weg." Wir fühlen uns mit Buddha Amitabha und allen erleuchteten Meistern real verbunden. Wir spüren, wie mit dem Mantra die Energie des Buddhas Amitabha in uns hinein fließt und uns erfüllt.

Zurückkommen = Wir bewegen die Füße. Wir strecken und räkeln uns. Wir sind wieder auf der Erde und in unserem Leben. Mit Optimismus voran. Geh auf deine Weise deinen Weg der Wahrheit und Liebe.


Wie du auf deiner Internetseite schreibst, ist deine Beziehung zum Paradies nichts abstraktes, sondern ein Produkt direkter Erfahrung. Du hast es geschafft, mit einer Quelle von Glück und Mitgefühl in dir selbst in Kontakt zu treten, und willst andere an dieser Erfahrung der teilhaben lassen.

In vielen buddhitischen Traditionen, werden solche einschneidenden spirituellen Durchbrüche zwar als Schritt in die richtige Richtung gesehen, dennoch wird betont das darin eine grosse Gefahr besteht. Nämlich die Gefahr, sich am Ziel des Weges angekommen zu wähnen und zu verkennen, wie weit man von vollständiger Befreiung entfernt ist. Ich kann da schwer ein Urteil fällen und die meisten anderen können es auch nicht. Gerades deswegen, wird der Beistand qualifizierter Lehrer so empfohlen.

Mich wundert es, in deinem Text wenig zu finden, was ich mit dem Amidismus verbinde ( Bonno, Nembutsu, das Gelübte Amidas). Stattdessen erinnert es mich an die religiosübergreifenden Konzepte von Mdm. Balvatsky und den Theosophen. Dort spielt der Aufstieg der Seelen von grobstofflichen materiellen zu feinstofflichen Ebenen ja eine grosse Rolle und die Begriffe "Buddha", Vishnu" und "Gott" werden austauschbar für die höchste Quelle alles Heilsamen verwendet. Statt einer speziellen amidistischen Variante des Buddhismus anzugehören, scheinst du einer buddhitischen Variante dieses religiosübergreifenden Weltwissens zu vertreten. Ich hoffe ich versteh dich damit nicht falsch.
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Quelle https://sites.google.com/site/nilshorn2 ... ida-orakel

Ich denke religionsübergreifend. Aus meiner Sicht gibt es nur eine Wahrheit. Und die erfährt man in der Erleuchtung. Wobei es verschiedene Stufen der Erleuchtung gibt, wie es in der Paradies-Meditation deutlich wird. Das Paradiesbewusstsein ist die Erfahrung eines Erleuchteten. Durch seine Erleuchtung denkt er in sich tiefgreifend positiv und erfährt dadurch seine Welt als Paradies. Wir können grundlegend zwei Paradiese unterscheiden. Das Paradies der Form und das formlose Paradies. Letzteres nenne ich vollständige Erleuchtung oder Nirwana. In diesem Paradies gibt es keine Formen mehr, also auch keinen Buddha und keinen Erleuchteten. Es gibt nur Ruhe, Wahrheit, Frieden, Liebe, Einheit und Glück. Kein Ego. Kein Ich-Bewusstsein. Keinen Handelnden. So habe ich es erfahren. In einer Vorstufe fühlt man sich als Heiliger, Buddha oder Arhat. Dann ist man aber noch im Bereich der Form, allerdings in einem hohen Bereich.

Das Paradies der Form ist eine Vorstufe zum formlosen Paradies. Ich visualisiere mich zum Beispiel im Moment jeden Tag als Buddha Amitabha. Dadurch erwecke ich das Licht in mir und gelange ins Licht. Ich bin mir aber bewusst, dass das nur ein Vorstufe zur Erleuchtung ist. In tibetischen Texten habe ich gelesen, dass es auch im formlosen Paradies noch viele Stufen gibt. Darüber kann ich aber nichts sagen, weil ich so weit noch nicht bin. Ich persönlich glaube, dass es gefühlt unendliche viele Stufen des spirituellen Wachstums gibt. Deshalb sagt auch Mutter Meera, dass das Wachstum unbegrenzt ist.

Für mich ist die Paradieslehre zunächst einmal ein Weg um ins Erleuchtungsbewusstsein zu kommen. Wenn man seine Welt als Paradies visualisiert, kann dadurch das innere Glück erwachen. Man kann über eine Paradiesvisualisierung zur Erleuchtung gelangen. Die verschiedenen Paradieskonzepte in den Religionen sind abhängig von der jeweiligen Kultur und dem Verständnis der Menschen. Als Buddhisten stellen wir uns natürlich Buddha (Amitabha) als Zentrum unseres Paradieses vor. Es gibt im Buddhismus verschiedene Paradiesbeschreibungen. ich bin kein Dogmatiker. Ich vertrete den individuellen spirituellen Weg jedes Menschen. Jeder darf sich sein Paradies so vorstellen, wie es für ihn hilfreich ist. Insofern greife ich gerne auf Beschreibungen im tibetischen Buddhismus zurück. Dort wird eine schöne Gebirgslandschaft mit vielen Quellen, Kristallbäumen und Vögeln beschrieben. Im Amitabha Buddhismus fand ich die beiden gezeigten Paradiesbilder. Sie finde ich auch sehr schön. Auf dem ersten Bild meditiert der Buddha. Auf dem zweiten Bild sendet er seinen Mitwesen Licht.
Nils hat geschrieben:
Wir können grundlegend zwei Paradiese unterscheiden. Das Paradies der Form und das formlose Paradies. Letzteres nenne ich vollständige Erleuchtung oder Nirwana. In diesem Paradies gibt es keine Formen mehr, also auch keinen Buddha und keinen Erleuchteten. Es gibt nur Ruhe, Wahrheit, Frieden, Liebe, Einheit und Glück. Kein Ego. Kein Ich-Bewusstsein. Keinen Handelnden. So habe ich es erfahren.

"Der Tathāgata, ihr Bhikkhus, versteht dies so: 'Jene guten Mönche und Brahmanen, die das Selbst als wahrnehmend und nach dem Tode unbeeinträchtigt weiterbestehend beschreiben, beschreiben solch ein Selbst entweder als formhaft, oder sie beschreiben es als formlos, oder sie beschreiben es als sowohl formhaft als auch formlos, oder sie beschreiben es als weder formhaft noch formlos, oder sie beschreiben es als Einheit wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Vielfalt wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Begrenztes wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Unermeßliches wahrnehmend.

Oder ansonsten, da (die Wahrnehmung) "da ist nichts" als die reinste, höchste, beste und unübertroffene jener Wahrnehmungen bezeichnet wird - ob nun Wahrnehmung von Form oder Formlosigkeit, von Einheit oder Vielfalt - behaupten einige, das Nichtsheitsgebiet, unermeßlich und unerschütterlich(, sei das Selbst) [2].

Jenes ist gestaltet und grob, aber es gibt ein Aufhören der Gestaltungen. Weil der Tathāgata weiß, 'es gibt dies', und weil er sieht, wie man jenem entkommt, hat er jenes überschritten [3]."

(MN 102)

Viele Grüße
Elliot
Elliot hat geschrieben:
"Jene guten Mönche und Brahmanen, die das Selbst als wahrnehmend und nach dem Tode unbeeinträchtigt weiterbestehend beschreiben, beschreiben solch ein Selbst entweder als formhaft, oder sie beschreiben es als formlos, oder sie beschreiben es als sowohl formhaft als auch formlos, oder sie beschreiben es als weder formhaft noch formlos, oder sie beschreiben es als Einheit wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Vielfalt wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Begrenztes wahrnehmend, oder sie beschreiben es als Unermeßliches wahrnehmend. Oder ansonsten, da (die Wahrnehmung) "da ist nichts" als die reinste, höchste, beste und unübertroffene jener Wahrnehmungen bezeichnet wird - ob nun Wahrnehmung von Form oder Formlosigkeit, von Einheit oder Vielfalt - behaupten einige, das Nichtsheitsgebiet, unermeßlich und unerschütterlich(, sei das Selbst). Jenes ist gestaltet und grob, aber es gibt ein Aufhören der Gestaltungen. Weil der Tathāgata weiß, 'es gibt dies', und weil er sieht, wie man jenem entkommt, hat er jenes überschritten."

Vielen Dank für den Text, Elliot. Die Dinge sind kompliziert. Letztlich überschreitet die Erleuchtung alle Worte. Versuchen wir den Text in verständliche Begriffe zu übersetzen. Es gibt danach Menschen, die wahrnehmen können, was nach dem Tod geschieht. Sie beschreiben verschiedene Ebenen, die wir als verschiedene Paradiesebenen oder Ebenen der Erleuchtung ansehen können.

a) das formhafte Paradies (Selbst) = Menschen, Tiere, Bäume, Vielfalt
b) das formlose Paradies = das Licht, Energiemeer, Einheit
c) das formhafte und formlose Paradies. In diesem Bereich existiert sowohl Form als auch Formlosigkeit. Mir fällt dazu die Visualisierung von Amitabha (in der Form eines Buddhas) im Licht / in der Sonne (Formlosigkeit, Licht, Nirwana) ein. Wenn wir uns in diesem Zustand befinden, können wir gleichzeitig unsere Erleuchtung bewahren (im Licht und im Glück und im Frieden bleiben) und in der Welt handeln. Das ist der Zustand eines spirituellen Meisters (Bodhisattvas).

Das formlose Paradies kann man auch mit den Begriffen unermesslich, unbegrenzt, reines Bewusstsein, Nichtheitsgebiet beschreiben. Wenn es unerschütterlich wird, hat man den Zustand der dauerhaften Erleuchtung erreicht. Um die vollständige Erleuchtung zu erreichen, müssen wir letztlich alle Denksysteme überschreiten.
Nils hat geschrieben:
Das formlose Paradies kann man auch mit den Begriffen unermesslich, unbegrenzt, reines Bewusstsein, Nichtheitsgebiet beschreiben.

"Von Form (erfüllt) sieht er Formen: dies ist die erste Richtung. Während er innerlich Formen nicht wahrnimmt, sieht er äußerlich Formen: dies ist die zweite Richtung. Er entschließt sich nur zum Schönen: dies ist die dritte Richtung. Mit dem völligen Überwinden der Formwahrnehmung, mit dem Verschwinden der Wahrnehmung der Sinneseinwirkung, mit Nichtbeachtung der Vielheitswahrnehmung, indem er sich vergegenwärtigt 'Raum ist unendlich', tritt er in das Gebiet der Raumunendlichkeit ein und verweilt darin: dies ist die vierte Richtung. Mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Raumunendlichkeit, indem er sich vergegenwärtigt 'Bewußtsein ist unendlich', tritt er in das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit ein und verweilt darin: dies ist die fünfte Richtung. Mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Bewußtseinsunendlichkeit, indem er sich vergegenwärtigt 'da ist nichts', tritt er in das Gebiet der Nichtsheit ein und verweilt darin: das ist die sechste Richtung.

(MN 137)

"Ihr Bhikkhus, nachdem ich in die Hauslosigkeit gezogen war, auf der Suche nach dem Heilsamen, auf der Suche nach dem höchsten Zustand erhabenen Friedens, ging ich zu Āḷāra Kālāma und sagte zu ihm: 'Freund Kālāma, ich will das heilige Leben in diesem Dhamma und dieser Disziplin führen.' Āḷāra Kālāma erwiderte: 'Der Ehrwürdige möge hier bleiben. Dieses Dhamma ist so beschaffen, daß ein weiser Mann in kurzer Zeit darin eintreten und verweilen kann, wobei er durch höhere Geisteskraft die Lehre seines Lehrers selbst verwirklichen kann.' Schnell lernte ich jenes Dhamma in kurzer Zeit. Was das bloße Hersagen und Einüben seiner Lehre anbelangte, so konnte ich von Wissen und Überlieferung sprechen, und ich erhob den Anspruch: 'Ich weiß und sehe' - und es gab andere, die es mir gleichtaten."

"Ich erwog: 'Es geschieht nicht allein aus bloßem Vertrauen heraus, daß Āḷāra Kālāma verkündet: >Durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft trete ich in dieses Dhamma ein und verweile darin.< Gewiß weilt Āḷāra Kālāma, indem er dieses Dhamma weiß und sieht.' Dann ging ich zu Āḷāra Kālāma und fragte ihn: 'Freund Kālāma, auf welche Weise verkündest du, daß du durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in dieses Dhamma eintrittst und darin verweilst?' Als Antwort erklärte er das Nichtsheit-Gebiet."

"Ich erwog: 'Nicht nur Āḷāra Kālāma hat Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Konzentration und Weisheit. Auch ich habe Vertrauen, Energie, Achtsamkeit, Konzentration und Weisheit. Angenommen, ich mache mich daran, das Dhamma zu verwirklichen, von dem Āḷāra Kālāma verkündet, daß er durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft [2] darin eintritt und verweilt?'"

"Schnell trat ich in kurzer Zeit durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in jenes Dhamma ein und verweilte darin. Dann ging ich zu Āḷāra Kālāma und fragte ihn: 'Freund Kālāma, geschieht es auf diese Weise, daß du verkündest, daß du durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in dieses Dhamma eintrittst und darin verweilst?' - 'Das ist die Weise, Freund.' - 'Es geschieht auf diese Weise, daß auch ich durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft in jenes Dhamma eintrete und darin verweile.' - 'Es ist ein Gewinn für uns, Freund, es ist ein großer Gewinn für uns, daß wir solch einen Ehrwürdigen als Gefährten im heiligen Leben haben. Also ist das Dhamma, von dem ich verkünde, daß ich durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft darin eintrete und darin verweile, auch das Dhamma, in das du durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft eintrittst und darin verweilst. Und das Dhamma, in das du durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft eintrittst und darin verweilst, ist das Dhamma, von dem ich verkünde, daß ich durch eigene Verwirklichung mit höherer Geisteskraft darin eintrete und darin verweile. Also kennst du das Dhamma, das ich kenne, und ich kenne das Dhamma, das du kennst. So wie ich bin, bist auch du; so wie du bist, bin auch ich. Komm, Freund, laß uns diese Gemeinschaft jetzt gemeinsam leiten.'"

"So setzte Āḷāra Kālāma, mein Lehrer, mich, seinen Schüler, auf gleichen Rang mit sich selbst und erwies mir höchste Ehre. Aber es wurde mir klar: 'Dieses Dhamma führt nicht zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zum Nibbāna, sondern nur zum Wiedererscheinen im Nichtsheit-Gebiet [3].' Weil ich mit jenem Dhamma nicht zufrieden war, ließ ich es zurück und ging fort."

(MN 26)

Viele Grüße
Elliot
Elliot hat geschrieben:
"Von Form (erfüllt) sieht er Formen: dies ist die erste Richtung. Während er innerlich Formen nicht wahrnimmt, sieht er äußerlich Formen: dies ist die zweite Richtung. Er entschließt sich nur zum Schönen: dies ist die dritte Richtung. Mit dem völligen Überwinden der Formwahrnehmung, mit dem Verschwinden der Wahrnehmung der Sinneseinwirkung, mit Nichtbeachtung der Vielheitswahrnehmung, indem er sich vergegenwärtigt 'Raum ist unendlich', tritt er in das Gebiet der Raumunendlichkeit ein und verweilt darin: dies ist die vierte Richtung. Mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Raumunendlichkeit, indem er sich vergegenwärtigt 'Bewußtsein ist unendlich', tritt er in das Gebiet der Bewußtseinsunendlichkeit ein und verweilt darin: dies ist die fünfte Richtung. Mit dem völligen Überwinden des Gebiets der Bewußtseinsunendlichkeit, indem er sich vergegenwärtigt 'da ist nichts', tritt er in das Gebiet der Nichtsheit ein und verweilt darin: das ist die sechste Richtung.
"Aber es wurde mir klar: 'Dieses Dhamma führt nicht zur Ernüchterung, zur Lossagung, zum Aufhören, zum Frieden, zur höheren Geisteskraft, zur Erleuchtung, zum Nibbāna, sondern nur zum Wiedererscheinen im Nichtsheit-Gebiet.' Weil ich mit jenem Dhamma nicht zufrieden war, ließ ich es zurück und ging fort."

Wunderbar wie Buddha die Dinge genau erklärt hat. Tatsächlich gibt es im Paradies der Form und im Paradies ohne Form viele Bereiche und Ebenen. Die ersten drei Punkte würde ich zum Paradies der Form zählen. Danach beginnt das Paradies der Formlosigkeit. Hier kann man seine Erleuchtung vertiefen, in dem man wie Buddha in Stufen vorgeht. Jede Stufe öffnet bestimmte Chakren und Energietore. Die Energie nimmt immer mehr zu. Es kann aber auch sein, dass eine Visualisierung genügt. Bei mir entfaltet sich die Energie normalerweise von alleine einfach durch das Verweilen in der Ruhe und der Meditation.

Techniken an sich führen nicht zur Erleuchtung. Sie können die Energie verstärken und die Erleuchtung vorbereiten. Die Erleuchtung kann man nicht erzwingen. Sie geschieht von alleine. Die Vorstellung der Raumunendlichkeit aktiviert die Kundalini Energie. Das kann durch die Vorstellung der Bewusstseinsunendlichkeit verstärkt werden. Das Ich-Bewusstsein (Ego) kann dann mit der Vorstellung aufgelöst werden, dass da nichts ist. Alles das kann hilfreich sein. Ich habe alles schon ausprobiert. Aber es ist nicht die Erleuchtung. Sie ist etwas anderes. Sie kann auf natürliche Weise entstehen, wenn man die Energie sich von alleine weiter entwickeln läßt. Man muss seinen eigenen Willen loslassen. Jedes Erzwingen und jede Zielgerichtetheit loslassen. Dann kommt man zum völligen Frieden, zur Lösung, ins Nirwana.

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