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Moderator: kilaya

http://www.bild.de/politik/inland/bild/zeigt-die-doku-die-arte-nicht-zeigen-will-52155394.bild.html

Heute zeigt BILD 24 Stunden lang online – von null Uhr bis Mitternacht – die Dokumentation über Antisemitismus, die ARTE nicht ausstrahlen will und die der WDR immer noch prüft.

Die TV-Dokumentation belegt in Europa grassierenden, teils hoffähigen Judenhass, für den es nur zwei Worte gibt: ekelhaft und beschämend.

Seit Wochen wird bis in die höchsten Ebenen der Politik über diese – von Gebührengeldern produzierte – Dokumentation diskutiert. Ohne dass die Bürger sie sehen dürfen. Ohne dass sie sich ein Urteil bilden können.
fotost hat geschrieben:
http://www.bild.de/politik/inland/bild/zeigt-die-doku-die-arte-nicht-zeigen-will-52155394.bild.html

Heute zeigt BILD 24 Stunden lang online – von null Uhr bis Mitternacht – die Dokumentation über Antisemitismus, die ARTE nicht ausstrahlen will und die der WDR immer noch prüft.

Die TV-Dokumentation belegt in Europa grassierenden, teils hoffähigen Judenhass, für den es nur zwei Worte gibt: ekelhaft und beschämend.

Seit Wochen wird bis in die höchsten Ebenen der Politik über diese – von Gebührengeldern produzierte – Dokumentation diskutiert. Ohne dass die Bürger sie sehen dürfen. Ohne dass sie sich ein Urteil bilden können.


Ohne, dass ich jetzt weiß worum es (in dem Beitrag) geht: Aber ich frage mich, warum ausgerechnet "Bild" eine Sendung öffentlich macht und ARTE sich weigert bzw. der WDR sie noch prüft.
Sherab Yönten hat geschrieben:
...
Ohne, dass ich jetzt weiß worum es (in dem Beitrag) geht: Aber ich frage mich, warum ausgerechnet "Bild" eine Sendung öffentlich macht und ARTE sich weigert bzw. der WDR sie noch prüft.


Das hat sicher mit Eigenwerbung zu tun, aber auch mit dem Selbstverständnis von Bild.
Die sind nach dem Krieg gegründet worden, als zum Beispiel bei Leuten wie Springer die Sensibilität gegen Antisemitismus höher war als heute.

Ich finde die Frage viel interessanter, weshalb ÖR Sender sich so energisch weigern, die Sendung auszustrahlen :?

Bei mir läuft die Sendung parallel. Wahrscheinlich ist die Sendung damit für immer verfügbar, weil irgendwer es speichern und über YT und & verfügbar machen wird.
Eignet sich auch für Buddhisten.
Uns wird das gleiche Schicksal ereilen.
Obwohl ich die Bild als seriöse Quelle ablehne.
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Eignet sich auch für Buddhisten.
Uns wird das gleiche Schicksal ereilen.
Obwohl ich die Bild als seriöse Quelle ablehne.


Warum so pessimistisch?
Danke fotost.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Eignet sich auch für Buddhisten.
Uns wird das gleiche Schicksal ereilen.
Obwohl ich die Bild als seriöse Quelle ablehne.


Warum so pessimistisch?


Nicht pessimistisch.
Wir leben im Wandel.
Das Christentum liegt im Sterben.
Das Judentum und der Buddhismus sind zu klein.
Unter Salafisten wird der dhamma nicht erblühen.
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Eignet sich auch für Buddhisten.
Uns wird das gleiche Schicksal ereilen.
Obwohl ich die Bild als seriöse Quelle ablehne.


Nun, die haben ja nur etwas gezeigt, das mit unserem Geld von öffentlich-rechtlichen Anstalten produziert wurde und nicht gezeigt werden soll.

Was man davon hält bleibt jedem selbst überlassen.

Gilt auch für dümmliche Quizshows und seltsame Sportübertragungen
Nicht pessimistisch.

Ne, ist klar... :silent:

Wir leben im Wandel.

Und zwar seit - äh - immer?!

Das Christentum liegt im Sterben.

Totgeglaubte leben länger

Das Judentum und der Buddhismus sind zu klein.

Manchmal reicht ein Sandkorn im Getriebe ;)

Unter Salafisten wird der dhamma nicht erblühen.

Na dann ist es ja gut, dass Salafisten niemals an die Macht kommen werden...

Wo genau ist jetzt das Problem? Mal so im Grossen und Ganzen betrachtet?
:sunny: :earth: :star: :moon:
Meine Tochter hat eben nen Ausschnitt geschaut, die fragen sich auch, warum Öffentl.nicht ausstrahlt.
Ich hab sie gleich mal wieder gewarnt. Ne nicht vor der Sendung sondern vor der Hintertücke von 'Blöd'. Wenn die hier beispringen, dann ist das kein gutes Zeichen, nicht unbedingt was die Sendung betrifft, aber jeder weiss, dass die auf Polarisierendes stehen, die produzieren es ja am Fliessband.
Ich denk mal nicht, dass Verschwörungstheorien einen Platz im "buddh." Nachsinnen haben sollten. -Stichwort: 'Lügenpresse' und dergleichen.
Ich habe nur eine vage Idee, was die im positiven Sinne überlegen könnten: Wenn eine Doku ein sehr geballtes und komprimiertes Bild einer bestimmten Szene oder Problematik zeichnet, und das noch besonders ungefiltert, überlagert die so gefärbte Wahrnehmung das Bild der Realität. Das könnte einige zu sehr negativ stimmen, und andere könnten zu sehr glauben, sich mit ihrem rechten Weltbild "in guter Gesellschaft" zu befinden. ÖR ist immer ein Abwägen zwischen ungeschminkter Wahrheit und der Wirkung auf die Gesellschaft, man muss informieren aber auch richtig einordnen.

Wie gesagt, das ist jetzt das positivst mögliche Gedankenspiel, dass es auch viele andere Aspekte gibt oder geben könnte ist mir durchaus bewusst.
Na sie werden wohl zeigen, dass die grösste Gefahr für Juden heute von Islamisten ausgeht, neben den Faschisten. Das ist ja die Realität. Aber die Stimmung gegen Muslime ist ja eh negativ und der Anti-Flüchtlingspopulismus(den fährt insbes. 'Blöd', genau wie schon immer gegen Links) gefährdet tatsächlich auch Demokratie und Parlamentarismus. Ich denke auch dass man in so einer Situation sehr genau abzuwägen hat.
kilaya hat geschrieben:
Nicht pessimistisch.

Ne, ist klar... :silent:

Wir leben im Wandel.

Und zwar seit - äh - immer?!

Das Christentum liegt im Sterben.

Totgeglaubte leben länger

Das Judentum und der Buddhismus sind zu klein.

Manchmal reicht ein Sandkorn im Getriebe ;)

Unter Salafisten wird der dhamma nicht erblühen.

Na dann ist es ja gut, dass Salafisten niemals an die Macht kommen werden...

Wo genau ist jetzt das Problem? Mal so im Grossen und Ganzen betrachtet?
:sunny: :earth: :star: :moon:


Es gibt kein Problem. Sie verstehen mich falsch.
Islam wird bald die meisten Anhänger haben.

Dadurch wachsen auch die extremistischen Gruppierungen.

Atheisten und Buddhisten erfahren dort wenig Unterstützung.
Aber auch das wird vergehen.
Inzwischen trifft es nicht nur die Juden.
Christen werden inzwischen auch schon verfolgt und unterdrückt.

Die Buddhistische lehre hat ihren Zenit überschritten.
Die ursprüngliche lehre wird kaum noch gelehrt, respektiert , verstanden.

Aber es kann gar nicht anders sein.

Diese Zeiten können für unsere Praxis sehr wichtig sein.

Ich hoffe es nutzt jeder seine Chance.

Mögen alle Wesen frieden finden.
Morpho hat geschrieben:
Meine Tochter hat eben nen Ausschnitt geschaut, die fragen sich auch, warum Öffentl.nicht ausstrahlt.
Ich hab sie gleich mal wieder gewarnt. Ne nicht vor der Sendung sondern vor der Hintertücke von 'Blöd'.


Also ich bin da auch immer total gespalten, gerade wenn es um Palästina geht.

Ich haben ein gewisses Verständnis für die Position der klassischen,antiimperialistischen Linken, für die die Geschichte Israels etwas ist, was schonungslos auf Kosten der Palästinenser ging. Ich kenn ja Leute, die selber so im Gazastreifen waren, und was ich da mitkriege ist das schon eine ziemliche Unterdrückung, in der die Palästinenser als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Von daher kann ich den Aufruf, sich da zur Not eben auch mit Palästinenserorgansationen solidarisch zu erklären, die auch zweifelhafte Seiten haben, grundsätzlich nachvollziehen.

Auf der anderen Seite, kann ich auch die Argumentationslinie diejenigen nachvollziehen, für die der Übergang zwischen Israelkritik und Antsemitismus fliessend ist und die da zu Recht fürchten, dass sich knallharter Antismitismus als Israelkritik ausgibt. Gerade Deutschland ist ja von der ganzen Geschichte her ein ganz schelchte Position, um von dort aus Israel Nachhilfe in Sachen Menschenrecht zu erteilen. Das ist historisch vermient. Und gerade in der Rhetorik von den armen, geschundenen autochnonen Völker, denen da von den Aubeutern so übel mitgespielt wird, ist Israelkritik durchaus kompatibel mit so dump völkischen Ideen. Und einige Palästinenserorganisationen selber nicht nur antiiisraelisch sondern wirklich antisemitisch.

Bei so einem krassen Thema ist sehr viel Fingspitzengefühl notwendig, und da würde ich einen krass einseitigen Film, der die gesamte palästinenische Position als antisemitisch einstuft, die Finger lassen. Da ich den Film nicht gesehen habe kann ich natürlich nicht berurteilen, inweiweit das da geschieht.
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Islam wird bald die meisten Anhänger haben.

(Anhänger nach Encyclopædia Britannica 2010):

Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)

Was verstehst Du unter "bald"?

Dadurch wachsen auch die extremistischen Gruppierungen.

Genauso wächst vielleicht auch die Gegenbewegung eines gemäßigten und sich modernisierenden Islams.

Mögen alle Wesen frieden finden.
:like:
@dhammavaro:
"ursprüngliche lehre" kann sich nur als ("rechte") frucht der praxis erweisen. es liegt insbesondere in am "typ", charakter, neigung ) wo fesseln und nivarana stark sind und bleiben, weniger am zugang.

stichwort islam: europa muss zuallerst verhindern, dass der salafismus hier weiter fuss fasst, nicht nur europa. überall pumpen die golfstaaten ihre kohle rein und nehmen so einfluss, auch auf die moscheen, die jugend, die "gesinnung" usw.. das ist das eigentliche problem. aber das weiss ja jeder. der salafismus ist echt krank, und überhaupt, bereits nordafrika zum beispiel wurde historisch gewaltsam islamisiert, ausgehend von der arab. halbinsel.
"ursprüngliche lehre" kann sich nur als ("rechte") frucht der praxis erweisen.

Eben.
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Die Buddhistische lehre hat ihren Zenit überschritten.


Solche Aussagen sind nicht neu. Auch schon in alten, tibetischen Texten spricht man von "Zeiten der Degeneration". Und trotz allem erfährt der Buddhismus, gerade in der jüngsten Zeit, eine Welle der Verbreitung in der westlichen Welt. Das liegt m.E. auch daran, dass viele Westler verstanden haben, dass sich Glück oder besser Zufriedenheit eben nicht auf materiellen Dingen aufbauen lässt, sondern eine Sache des Geistestraining ist. Allerdings müssen wir darauf achten, dass diese Welle auch die jüngere Generation erfasst und begeistert. Das bedeutet, das wir die Aufgabe haben, Vorbilder zu sein. Es wäre gut, wenn u.a. dieses Forum dafür seinen Beitrag leisten würde!
void hat geschrieben:
..
Ich haben ein gewisses Verständnis für die Position der klassischen,antiimperialistischen Linken, für die die Geschichte Israels etwas ist, was schonungslos auf Kosten der Palästinenser ging. Ich kenn ja Leute, die selber so im Gazastreifen waren, und was ich da mitkriege ist das schon eine ziemliche Unterdrückung, in der die Palästinenser als Bürger zweiter Klasse behandelt werden.
...


:?:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gazastreifen

Im Gazastreifen werden die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse behandelt?? Vom wem?

Das Gebiet gehört formal zu den palästinensischen Autonomiegebieten und wird seit 2007 von der palästinensischen Hamas kontrolliert, die von der EU als terroristische Organisation eingestuft wird.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Eben.

Eben.
Die "Frucht" aller tradierten Schulen zeigt mir, dass das möglich ist. Man muss halt nach Lehre gehen. Und die ist das dreifache Übungsfeld, zentral die "Meditation"/ - Sati und Metta- Bhavana. Einen anderen Weg gibt es nicht, egal was da neuzeitliche Guru s suggerieren.
fotost hat geschrieben:
void hat geschrieben:
..
Ich haben ein gewisses Verständnis für die Position der klassischen,antiimperialistischen Linken, für die die Geschichte Israels etwas ist, was schonungslos auf Kosten der Palästinenser ging. Ich kenn ja Leute, die selber so im Gazastreifen waren, und was ich da mitkriege ist das schon eine ziemliche Unterdrückung, in der die Palästinenser als Bürger zweiter Klasse behandelt werden.
...


:?:

https://de.wikipedia.org/wiki/Gazastreifen

Im Gazastreifen werden die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse behandelt?? Vom wem?

Das Gebiet gehört formal zu den palästinensischen Autonomiegebieten und wird seit 2007 von der palästinensischen Hamas kontrolliert, die von der EU als terroristische Organisation eingestuft wird.


Hallo Void,
Du schriebst auch,

Bei so einem krassen Thema ist sehr viel Fingspitzengefühl notwendig,


Dieses Fingerspitzengefühl vermisse ich bei Dir.
In den letzten Jahren habe ich viele Bücher gelesen, die sich mit dem Fremdenhass, vor allem Antisemitismus beschäftigen.
Es ist sehr beängstigend, aber eben Realität.

Und ich finde, wir sollten derartige Aussagen vermeiden, weil wir erstens nichts wirklich wissen und zweitens das in keiner Weise heilsames Denken und Reden bzw. Schreiben ist.

Mögen alle Menschen sich in Güte und Frieden üben.
_()_ Monika
kilaya hat geschrieben:
Martin (Dhammavaro ) hat geschrieben:
Islam wird bald die meisten Anhänger haben.

(Anhänger nach Encyclopædia Britannica 2010):

Christentum (etwa 2,3 Mrd. Anhänger)
Islam (etwa 1,6 Mrd. Anhänger)
Hinduismus (etwa 940 Mio. Anhänger)
Buddhismus (etwa 460 Mio. Anhänger)
Judentum (etwa 15 Mio. Anhänger)

Was verstehst Du unter "bald"?



Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der Islam durch seine "Gebärfreudigkeit" sehr viel schneller wächst als andere Religionen. Ich kann mich noch erinnern vor Jahren hatte Indien ein Riesenproblem mit Menschen islamischen Glaubens wegen ihrer Kinderfreudigkeit.

Das Christentum hat so eine große Zahl weil es vor langer Zeit auf andere Kulturen auffortciert wurde oder auf Menschen generell als Machtmittel.
Heute Dank der sozialen Vernetzung oder Aufklärung wird so manchem Betroffenen bewusster.

Weiß nicht warum der Hinduismus so groß ist, denke ist weil Indien so groß ist. Ist also mehr eine kulturelle Sache da, so wie hier das Christentum.

Buddhismus genauso. Kenne Thailänder, die sind Buddhisten, weil es normal ist so wie hier Christ zu sein.
fotost hat geschrieben:
Im Gazastreifen werden die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse behandelt?? Vom wem


Also mir ging es um die Situation im heiligen Land ( Israel und Palästinensegebiete) insgesamt. Wobei das was sich da an starken Machungleichgewichten zeigt, eher etwas ist was das Verhältnis von erster zu dritter Welt insgesamt betrifft. Und an der Stelle so krass sichtbar wird, weil man so eng beisammen wohnt. Würde man Frankreich und seine nordafrikanischen Kolonialgebiete als Einheit betrachten, so käme man wohl auf aehnliche Phänomene. Aber gerade indem man Mauern baut, tut man ja häufig so, als sei das was diesseits und jenseits passiert unabhängig voneinander.
Warum wird die Palästina-Frage automatisch immer mit Antisemitismus verbunden?
Würde es sich um ein Indianervolk und weiße Siedler handeln, wären die Reaktionen ganz andere.

Es ist genug bekannt über die Situation dort. Von allen Seiten. Auf allen Seiten leben Menschen, und auf allen Seiten gibt es üble Rassisten. Ich kenne das von palästinensischer Seite ebensogut wie von jüdischer Seite – übrigens auch hier in Deutschland. Was man sehen muss: Israel ist auf dem Rücken der indigenen Bevölkerung entstanden, der immer noch das verbleibende Land nach und nach weggenommen wird, und die diskriminiert wird. Israel besteht auf sein Existenzrecht und beruft sich auf die UNO. Aber es hat bisher keine einzige der mehreren hundert Resolutionen beachtet.

Es wird den Palästinensern vorgeworfen, dass sie nichts als korrupte Strukturen zustande bringen. Aber korrupte Strukturen entstehen nur da, wo Chaos ohnehin schon herrscht, wo die Menschen nicht in Sicherheit und in sicheren rechtlichen Strukturen leben können. Dysfunktionale Staatsgebilde können nicht durch Unterdrückung beseitigt werden, sondern nur durch Sicherheit, also auch Rechts- und Eigentumssicherheit.
Aber leider sind die Palästinenser ein Spielball vieler Interessen, und natürlich verdienen sich einige Leute dumm und dämlich an der Situation, auf allen Seiten. Israel will keinen Staat Palästina. Die aktuelle Politikerkaste in Israel will alle Gebiete für sich. Dafür nimmt sie sich Zeit. Hier eine Siedlung, da ein Olivenhain, Wasser rationieren … Die hat sie, die wird ihr gegeben. Die korrupten Palästinenser haben auch kein Interesse. Ebenso wenig die anderen arabischen Völker, ebenso wenig der Westen. Dieser Konflikt ist die ideale Projektionsfläche für jedermann. Es entstehen die eigenartigsten Zweckgemeinschaften.

Zum Nachschlagen hier Avigdor Lieberman, der frühere Außenminister und heutiger Verteidigungsminister Israels:
https://de.wikipedia.org/wiki/Avigdor_Lieberman

Mit der Meinung stehe ich nicht allein. Viele Israelis, auch jüdische, teilen dies. Aber zur Zeit findet die dortige Friedensbewegung kein Gehör, und Gruppen beider Seiten, die zusammenarbeiten, werden misstrauisch beäugt.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Mit der Meinung stehe ich nicht allein. Viele Israelis, auch jüdische, teilen dies. Aber zur Zeit findet die dortige Friedensbewegung kein Gehör, und Gruppen beider Seiten, die zusammenarbeiten, werden misstrauisch beäugt.


Es gibt ganz klar Demonstrationen in Israel auch von jüdischen Glauben. Hier ein Beispiel von 2017. http://www.thehindu.com/news/internatio ... 729220.ece

Es gibt auch eine israelische Soldatenvereinigung für den Frieden Es sind ehemalige israelische Soldaten, die sich gegen die Misshandlung von Menschen im besetztem Gebiet aussprechen. http://www.breakingthesilence.org.il/

Wasserzugänge werden umgeleitet und Medikamentenversorung wird verhindert. (Müsste da aber nochmal die Quelle für suchen)
void hat geschrieben:
fotost hat geschrieben:
Im Gazastreifen werden die Palästinenser als Menschen zweiter Klasse behandelt?? Vom wem


Also mir ging es um die Situation im heiligen Land ( Israel und Palästinensegebiete) insgesamt. Wobei das was sich da an starken Machungleichgewichten zeigt, eher etwas ist was das Verhältnis von erster zu dritter Welt insgesamt betrifft. Und an der Stelle so krass sichtbar wird, weil man so eng beisammen wohnt. Würde man Frankreich und seine nordafrikanischen Kolonialgebiete als Einheit betrachten, so käme man wohl auf aehnliche Phänomene. Aber gerade indem man Mauern baut, tut man ja häufig so, als sei das was diesseits und jenseits passiert unabhängig voneinander.


Tut mir leid es sagen zu müssen, aber Du stolperst von einem Allgemeinplatz zum nächsten.

'Dritte Welt' als Begriff ist nicht mehr gebräuchlich (wie lange eigentlich schon) und die Palästinenser (Gebiete) mit ihren -zig Milliarden Zuschüssen jedes Jahr sind definitiv nicht 'dritte Welt'. Wenn ihre Führungsclans eine gerechte Verteilung erlauben würden, wäre ihr Gebiet im Weltmaßstab ein Paradies.

Und wer Mauern baut oder hinter Mauern lebt, tut dies genau !! aus der Einsicht, daß das, was drinnen und draußen geschieht miteinander zu tun haben. Ich lebe in einer Wohnung hinter Mauern, weil ich möchte, daß im Winter die Kälte draußen bleibt; daß es mir bei Regen nicht meinen Kaffee verwässert; daß meine Sachen weder von Tieren, noch von Dieben zerstört oder gestohlen werden; daß Jehovas Zeugen und andere religiöse erst einmal an meiner Tür klingeln müssen und um meine Erlaubnis zum Eintritt bitten müssen.

Wenn die Israelis Anlaß sehen, auf ihrem Staatsgebiet Mauern zu bauen um Terroristen fernzuhalten ist das traurig. Ich bin 100% sicher, daß sie das Geld dafür viel lieber für Schulen, Symphonieorchester oder Parks ausgeben würden.

Andererseits gibt die Realität den Mauerbauern recht. Da, wo die Mauern massiv genug sind ist die Zahl der religiös/politisch motivierten Morde deutlich zurück gegangen.
Wenn die Israelis Anlaß sehen, auf ihrem Staatsgebiet Mauern zu bauen um Terroristen fernzuhalten ist das traurig. Ich bin 100% sicher, daß sie das Geld dafür viel lieber für Schulen, Symphonieorchester oder Parks ausgeben würden.

Andererseits gibt die Realität den Mauerbauern recht. Da, wo die Mauern massiv genug sind ist die Zahl der religiös/politisch motivierten Morde deutlich zurück gegangen.


Sie tun das halt nicht allein auf ihrem Staatsgebiet. Im Gegenteil.
Zu 80 % steht die Mauer auf dem Gebiet des Westjordanlandes. An einer Stelle sogar 20 km weit drin.

Die Anlagen verlaufen zu ca. 20 Prozent auf der so genannten Grünen Linie, der Waffenstillstandslinie zwischen Israel und dem Westjordanland 1949, die das von Israel kontrollierte Territorium bis zum Sechstagekrieg 1967 begrenzte; in ca. 80 Prozent weichen sie von dieser Linie ab und verlaufen hierbei fast ausschließlich innerhalb des Westjordanlands. Die am tiefsten in die Westbank einschneidende Sperranlage liegt über 20 km von der Waffenstillstandslinie entfernt bei Ariel. An einigen Stellen verlaufen die Sperranlagen, wenige hundert Meter von der Grünen Linie entfernt, innerhalb israelischen Territoriums (etwa bei Tulkarm und al-Mughayyir al-Mutilla). Der Internationale Gerichtshof erklärte im Jahre 2004 in einem von der UN-Vollversammlung in Auftrag gegebenen, nicht bindenden Gutachten, dass Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstoße; der Bau müsse sofort gestoppt werden, für die Errichtung beschlagnahmtes Eigentum müsse zurückgegeben oder die Enteigneten müssten anderweitig entschädigt werden.[6] Die Anlage stellt nach Aussage von Kritikern eine starke Beeinträchtigung für die Palästinenser dar. Sie trenne teilweise Dörfer und Städte von ihren Feldern und Brunnen ab und drohe damit die wirtschaftliche Grundlage von Bauern zu zerstören. Zudem habe der Bau eine Zerstörung von landwirtschaftlich genutzter Fläche zur Folge.[7]
https://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Sperranlagen_%28Westjordanland%29


Da gehen zwar dann die Attentate auf dem Staatsgebiet zurück, aber der Hass wächst proportional.
Entweder ist das Dummheit oder Kalkül. Jedenfalls kann so der Konflikt aufrechterhalten und genährt werden. Und das ist einigen Leuten sehr von Nutzen.
Die "Dokumentation" ist mittlerweile auch auf Youtube zu sehen. Ich habe mir nur die ersten 20 Minuten dieses Machwerks angetan, danach war zumindest mir mehr als deutlich, warum Arte und auch WDR sich weigern, so etwas zu senden. Und auch, warum dafür die Bildzeitung herhalten muss und will: 1. sind alle Beschäftigten der Axel Springer SE seit 1967 vertraglich auf eine Unterstützung Israels festgelegt (aktuelle Formulierung: "Wir unterstützen das jüdische Volk und das Existenzrecht des Staates Israel.") und 2. liegt diese "Dokumentation" nicht nur auf dieser politischen Linie, sondern mE durchaus auch auf dem publizistischen Niveau der Bildzeitung. Anders gesagt: möglicherweise wollten sich nicht nur Arte und WDR nicht damit die Finger schmutzig machen, sondern nicht einmal das stets um Seriosität bemühte publizistische Flaggschiff des Springer-Verlags, die "Welt".

Unstrittig handelt es sich um ein wichtiges Thema und eine journalistische Aufarbeitung ist mehr als wünschenswert. Von einer solchen Aufarbeitung sollte man allerdings erwarten, dass sie differenziert und nach dem journalistischen Grundsatz der Unparteilichkeit stattfindet. Differenzierung heisst hier vor allem, die Themenkomplexe Antisemitismus, Antizionismus und Kritik an der Politik des Staates Israel sauber voneinander zu trennen. Das ist sicherlich nicht einfach, denn zweifellos gibt es einen antisemitisch motivierten Antizionismus und es gibt antisemitisch motivierte Israelkritik. Das darf jedoch nicht den Blick darauf verstellen, dass Kritik an der zionistischen Ideologie und Kritik an der Politik Israels nicht automatisch antisemitisch ist. So sehr es notwendig ist, solche Kritik gründlich auf mehr oder weniger unterschwellige antisemitische Vor- und Fehlurteile hin zu untersuchen, so erspart einem dies doch nicht ein Abwägen der in der Kritik vorgebrachten Sachargumente. Eben solche Differenzierungen lassen zumindest die ersten 20 Minuten der "Dokumentation", die ich mir mit wachsender Verärgerung angesehen habe, voll und ganz vermissen. Die "Verärgerung" resultiert aus den teilweise recht plumpen Mitteln, mit denen diese "Dokumentation" versucht, das Publikum zu manipulieren.

Nehmen wir als Beispiel den "Opener" - die (wie ich finde, durchaus zu Recht gelobte) Rede des Präsidenten des Staates Palästina Mahmud Abbas vor dem EU-Parlament. Diese wird auf zwei Punkte reduziert - zunächst seine Prophezeiung, dem Terrorismus würde der Boden entzogen werden, "sobald diese Besatzung endet". Das kann man als Drohung verstehen, wenn man das so aus dem Kontext reisst. Tatsächlich verwies Abbas u.a. mit den Sätzen "Israel hat unser Land in ein offenes Gefängnis verwandelt“ und "Es ist Zeit für unser Volk, in Freiheit und ohne Mauern und Sicherheitskontrollen zu leben“ auf die konkreten Lebensbedingungen in den seit mittlerweile einem halben Jahrhundert durch Israel besetzten Gebieten, die genau das sind, was Abbas sagt: ein Nährboden für Terrorismus. Man schaue sich gründlich die Lebensbedingungen der Palästinenser in der sog. 'Westbank' und insbesondere im Gazastreifen an, die Perspektivlosigkeit der Jugend, das schlichte materielle Elend und man versteht, welcher Hass dort in den Menschen gesät wird. Abbas hat allerdings nicht dem EU-Parlament und auch nicht Israel mit fortgesetztem Terrorismus gedroht und sie aufgefordert, sich dem Terrorismus zu beugen, sondern in seiner Rede vielmehr die französische Friedensinitiative vom Nahostgipfel in Paris (Juni 2016) ausdrücklich begrüßt und ebenso ausdrücklich die Anwendung von Gewalt und Terroranschlägen als politisches Mittel verurteilt.

Der zweite Punkt ist jedoch der eigentliche Aufhänger - der Vorwurf, israelische Rabbiner hätten die Regierung Israels aufgefordert, Trinkwasser für palästinensische Gebiete zu vergiften. Das verdient in der Tat keinen Beifall und ist genau das, was man als antisemitischen Stereotyp bezeichnet. Man kann Abbas natürlich den Vorwurf nicht ersparen, dass er diese Anschuldigung ohne hinreichende Prüfung öffentlich ausgesprochen hat und damit das antisemitische Klischee des brunnenvergiftenden Juden bedient hat. Was die Dokumentation verschweigt ist, dass Abbas diese Anschuldigung nicht erfunden hat, sondern dass diese Meldung von der türkischen staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu stammte. Was erst etliche Minuten später ganz beiläufig zur Sprache kommt ist, dass Abbas selbst wenige Tage später ausdrücklich seinen Vorwurf zurücknahm: "Nachdem sich herausstellte, dass es die in der Rede erwähnte Forderung des Rabbiners nicht gegeben hat, möchte der Präsident betonen, dass es nicht in seiner Absicht lag, das Judentum oder das Jüdische Volk zu beleidigen und das aufgrund seines tiefen Respekts, den er allen Religionen und darunter auch dem Judentum, entgegenbringt."

Im wesentlichen wird hier also Abbas' Rede auf ein antisemitisches Stereotyp reduziert. Mithin - so suggeriert jedenfalls die Dokumentation - ist Abbas ein Antisemit. Und Martin Schulz sowie die Parlamentsabgeordneten, die der Rede Beifall gespendet haben, folglich ebenfalls. Und da wir es ja gerade von vergiftetem Wasser hatten, wird nun nach einer kurzen Zwischeneinspielung Julius Streichers ein auf der Straße aufgenommenes Spontan-Interview mit MdB Annette Groth eingespielt (auf eine namentliche Vorstellung verzichtet man freilich). Und das nach der - offensichtlich rein rhetorischen - Frage: "Redet heute noch jemand von den Juden als Brunnenvergiftern?" Frau Groth sagt nun: "Ganz gezielt wurde die Wasserversorgung in Gaza kaputt gemacht." Sie spricht auch von Tonnen toxischer Substanzen, die ins Mittelmeer gelangen - allerdings nicht davon, dass Israel damit das Trinkwasser in Gaza vergiften würde. Wer sich ein wenig mit dem Problemen in Gaza auskennt, weiss denn auch, wovon Frau Groth da tatsächlich spricht, nämlich davon: https://www.ochaopt.org/theme/water%2C-sanitation-and-hygiene. Das ist jetzt nur eine Webseite der UN - alleine mit den Suchbegriffen "water" und "gaza" lassen sich problemlos weitere Hintergrundinformationen in Fülle finden, auch israelische (für die, die die UN für eine antisemitische Organisation halten). Worauf sich das "Ganz gezielt wurde die Wasserversorgung in Gaza kaputt gemacht" von Frau Groth bezieht, kann man genauer hier sehen: https://www.ochaopt.org/sites/default/files/GazaStrip_Water_V1.pdf - das Ganze als Folge der 'Operation Protective Edge' vor drei Jahren - nachdem die Schäden der Operation Sommerregen von 2006 noch nicht behoben waren. Aber das hat wohl nicht ins Konzept der "Dokumentation" gepasst. Da suggeriert man dem Zuschauer lieber, Frau Groth rede "von den Juden als Brunnenvergiftern". Das ist nicht nur simplifizierend - es ist diffamierend, manipulativ und demagogisch. Und das alleine in den ersten 6 Minuten der "Dokumentation".

Übrigens - hier kann man sehen, was Frau Groth sonst noch so auf dem Kirchentag trieb und wieso man sie als antisemitisches role model auserkoren hat. Jetzt versteht man auch die Rolle Streichers und seiner Berufung auf Luther. Den gesamten Kirchentag der EKD als antisemitische Veranstaltung zu denunzieren, hat man sich dann allerdings wohl doch gescheut ...

()
fotost hat geschrieben:
'Dritte Welt' als Begriff ist nicht mehr gebräuchlich (wie lange eigentlich schon)


Ich gehe davon aus, dass es Industriestaaten und Schwellenländer gibt und dann die anderen. Weil es gerade bei den ärmsten Ländern oftmals gar keine Entwicklung gibt, kommt mir der Begriff "Entwicklungsland" oft zynisch vor - weswegen ich ihn mir abgewöhnt habe. Deswegen - entschuldige die Schrulligkeit - der alte Begriff "dritten Welt", der mir irgendwie sympathischer ist.

Dafür, wie entwickelt ein Land ist, ist ja der Human Development-Index eine Maßzahl. Mit einem Wert von 0,686 sind die Palästinensergebiete nterentwickelter als Länder wie Kolumbien, Venezuela, Libanon und Dominikanischer Republik aber noch vor Ägypten. Von daher würde ich das nicht als Industrieland oder Schwellenland sehen wollen, sondern als ein "unterentwickeltes Land".

fotost hat geschrieben:
und die Palästinenser (Gebiete) mit ihren -zig Milliarden Zuschüssen jedes Jahr sind definitiv nicht 'dritte Welt'


Auf der Wikipedia-Seite lese ich:

    Seit Einrichtung der Autonomiebehörde 1993 flossen etwa 10 Milliarden Dollar an internationalen Hilfsgeldern ins Land. Die EU war mit rund zwei Milliarden Euro in den vergangenen zehn Jahren der größte Geldgeber der palästinensischen Autonomiegebiete.

Dann rechne ich also durchschnittlich mal so, mit einer halben Milliarde Budget an Zuschüssen pro Jahr ( ähm, wie kommst du denn auf die zig Milliarden pro Jahr?) Auf 5 Millionen Leute gerechnet ist das zwar eine schöne Finanzspitze, für ein "Pardies im Weltmaßstab" reicht das aber doch nicht.

Ich gelaube nicht, dass es den Leuten in Palästina wirklich besser geht als in den arbischen Nachbarländern. So hat Jordanien hat einen Human Development Index von 0,745 - ist also ein sogar ein stückweit entwickelter als die Palästinensergebiete. Und während dort das Bruttoinlandprodukt pro Kopf über fünftausend Dollar ist, ist es in den Palästinensergebieten bei 2960$.

fotost hat geschrieben:
Wenn ihre Führungsclans eine gerechte Verteilung erlauben würden, wäre ihr Gebiet im Weltmaßstab ein Paradies.


Also auch wie gerecht die Verteilung ist kann man ja messen.Länder nach Vermögensstufen
unter     10 000$:        Palästina       88,7%   ( Jordanien 64,8% )
zwischen: 1000-100 00$:   Palästina       10,7%   ( Jordanien 33,0% )


Da hast du also recht: In den Palästinensergebieten ist in Vergleich zu Jordanien wirklich um einiges ungerechter. Und vielleicht hat das ja genau mit den internationalen Pfrüden zu tun, die da vergeben werden, oder? Durch die sich dann traditionelle Loyalitätstrukturen zu mafiösen Verhältnissen entwickelen statt moderneren Verhältnissen zu weichen? Dann wäre es ja so, dass die Palästnenesern trotz der Subventionen unterentwickelter sind als Jordanien sondern wegen ihnen.
fotost hat geschrieben:
Und wer Mauern baut oder hinter Mauern lebt, tut dies genau !! aus der Einsicht, daß das, was drinnen und draußen geschieht miteinander zu tun haben. Ich lebe in einer Wohnung hinter Mauern, weil ich möchte, daß im Winter die Kälte draußen bleibt; daß es mir bei Regen nicht meinen Kaffee verwässert; daß meine Sachen weder von Tieren, noch von Dieben zerstört oder gestohlen werden; daß Jehovas Zeugen und andere religiöse erst einmal an meiner Tür klingeln müssen und um meine Erlaubnis zum Eintritt bitten müssen.


Ne Mauer ist sowas wie ne Knarre: Sie hat zwei Seiten und während sie auf der einen Seite für Sicherheit sorgt, sieht das von der "falschen Seite" ganz anders aus. (Also wenn man ein durch den Schneeregen vor Dieben und Tieren fliehender Zeuge Jehovas ist, der vergeblich klingelt)

Um 1400 rum verfasste Ibn Khaldun ein frühes Werk der vergleichende Geschichtswissenschaft, in der er so den Aufstieg und Fall der grossen Dynastien untersuchte. Und dabei stiess er auf so ein Grundmuster, dass die Kriege im heiligen Land und Nordafrika prägt:

Diejenige Dynastie, die es schafft sich in den Besitz der Oase zu bringen properiert, während die nicht so Glücklichen ( oder Vertriebenen) ihr Vieh in der Halbwüste weiden müssen und voller Hass auf die Oase blicken. Bis es dann so kommt, dass die Oasenbesitzer verweichlichen und sich die anderen die Oase schnappen ... und dort langsam verweichlichen ... worauf hin alls wieder von vorne beginnt.

Ich finde diese Sicht auf die Geschichte, in der sich die Geographie als Hass, Neid und Angst manifestiert, sehr fatalistisch und bedrückend: Die in der Oase haben ständig Angst vor den zu Kurz gekommenen Habenichtsen. Und diejenigen haben dauernd das Leben vor Augen das sie selber führen könnten und verfallen deswegen leicht in Neid.

Das ist eine unglaubliche Tragik, und wenn man das auf die eine Seite ( so ähnlich sie uns in lebenstil und allem ist) reduziert, wird man dem doch gar nicht gerecht.

Nochmal meine These: Für mich etstehen wirklich viele Probleme daraus, dass hier ein dunkelgrünes Land ( hohe Entwicklung, hohe Gerechtigkeit) neben einem ziemlich gelben ( unterentwickleten, ungerechten Land) ist UN_Human_Development_Report_2013

Es also ein ungeheures Machtgefälle gibt, weil der Gegesatz zwischen Oase und Nicht-Oase so schreiend ist. Also ich verstehe jetzt immer noch nicht, was daran jetzt genau der Allgemeinplatz ist. Wenn du in obiger Tabelle nachsieht, wirst du feststellen das Israel ja sogar ein besonders gerechtes Land ist. Wie willst du denn das ohne Mauern aufrecht erhalten? Ohne eine rudimentäre Form von Apartheid ist das ja gar nicht zu bewahren!

Das wäre ja so als würde Deutschland direkt an das ärmste europäische Land Moldawien grenzen. Also da gäbe es ja sofort eine Mauer und Türme und Repressionen und Hass auf beiden Seiten.

Der Konflikt hat wenig damit zu tun, dass da entweder Israelis oder Palästinenser irgendwie "die Bösen" wären.

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