Gutes Karma

Moderator: kilaya

Hat jemand diese Dokumentation gesehen? Ein junger Deutscher (Vater: Thailänder, Mutter: Deutsche) ist 3 Monate als Mönch in einem thailändischen Kloster gewesen.
Er wollte u.a. die buddhistischen Unterweisungen direkt von einem thailändischen Abt erhalten und hat sich vor der Zufluchtnahme nicht mit den Inhalten des Buddhismus auseinandergesetzt, wohl aber Thai und Pali gelernt, damit er die Gebete rezitieren konnte.
Ich denke, das Ganze hatte eher etwas mit (Familien-)Tradition zu tun, als mit Buddhismus. Es ist ja in Thailand üblich, für verstorbene Verwandte auf Zeit ins Kloster zu gehen (er hier für seine Großmutter, weil die Cousins nicht konnten/wollten).

Über Buddhismus hat man dann auch - abgesehen von thailändischen Bräuchen - eher nichts erfahren...

Nachtrag: Hier kann man's sehen http://www.daserste.de/information/repo ... a-110.html
Ich hab's mir angeschaut.
In Thailand scheint die Familien Tradition sehr stark zu sein. Ich hätte mir es nicht vorstellen können, Zuflucht zu nehmen, ohne dass ich mich vorher wenigstens etwas mit den Inhalten des Buddhismus auseinandergesetzt hätte.

Und dann war es wohl für die Familie so eine Art Statussymbol, dass ein Mitglied Mönch auf Zeit wurde, dieses wurde dann pompös gefeiert.

Merkwürdig fand ich auch das Ritual des sich Schminkens und des sich Verkleidens nach der Ordinierung. Das hatte wirklich etwas von "Karneval" und vom Verteilen von "Kamellen".
Sherab Yönten hat geschrieben:
Merkwürdig fand ich auch das Ritual des sich Schminkens und des sich Verkleidens nach der Ordinierung. Das hatte wirklich etwas von "Karneval" und vom Verteilen von "Kamellen".


Ich denke, das hat der Erzähler falsch wiedergegeben.

In der Doku wurde wohl falsch übermittelt, wann die Novizenweihe stattfand. Das Schminken, Verkleiden, Ponyreiten ist Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe. Zumindest ist das in Birma so. Und obwohl es gewisse Unterschiede zwischen Thailand und Birma gibt, zum Beispiel wann das Haar geschnitten wird, kann ich mir nicht vorstellen, das in Thailand der Novize nicht direkt die Ordenstracht anzieht.

Da dies sehr ähnlich eben auch in Birma stattfindet, würde ich nicht nur von thailändischen Bräuchen sprechen, sondern von einem gelebten Ausdruck des Theravada in Südostasien.
451 hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Ich hätte mir es nicht vorstellen können, Zuflucht zu nehmen, ohne dass ich mich vorher wenigstens etwas mit den Inhalten des Buddhismus auseinandergesetzt hätte.

Genau dahingehend geht meine kritische Sicht. Begreift sich der junge Mann nun als Buddhist? Lebt er in Deutschland auch als Buddhist?

Leider fällt das Wesentliche der Formatkürze zum Opfer. Ich hätte gerne ein Interview ein halbes Jahr "danach" gesehen, um zu erfahren, was es "gebracht" hat.


Genau denselben Wunsch hatte auch meine Frau geäußert.

pamokkha hat geschrieben:
Das Schminken, Verkleiden, Ponyreiten ist Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe.


Danke für den Hinweis! Und was bedeutet dieser Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe?
Sherab Yönten hat geschrieben:
pamokkha hat geschrieben:
Das Schminken, Verkleiden, Ponyreiten ist Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe.


Danke für den Hinweis! Und was bedeutet dieser Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe?

Mal aus dem Zusammenhang der Zeremonie geraten: könnte es so etwas sein wie ein letztes Aufzeigen von Elementen, auf die der Novize danach verzichtet?

In anderen Religionen gibt es ähnliche Elemente, wie die Fastnacht, wo vor einer Fastenperiode ausgiebig gefeiert wird.

Es würde Sinn machen, dabei so oberflächliche Elemente wie Ponyreiten oder Maskerade zu nehmen.
Der Betreffende wird als 'Prinz' verkleidet und symbolisiert so Siddhārtha Gautama, der in die Hauslosigkeit zieht. Mit dem Werfen der Geldmünzen spielt das Weggeben des weltlichen Besitzes nach.
Sherab Yönten hat geschrieben:
pamokkha hat geschrieben:
Das Schminken, Verkleiden, Ponyreiten ist Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe.


Danke für den Hinweis! Und was bedeutet dieser Teil der Zeremonie vor der Novizenweihe?


Die Frage hat Axel ja bereits beantwortet und wurde meiner Erinnerung nach auch in der Doku richtig benannt.

Diese Zeremonie ist jedoch kein Mussbestandteil einer Novizenweihe. Ich will noch einmal kurz auf Birma eingehen, und dann kann man schauen, ob das auf Thailand übertragbar ist.

In Birma ist die Novizenweihe (shinbyu), der wichtigste rituelle Akt im Leben eines männlichen Birmanen. Sowohl für den Jungen, als auch seine Eltern. Erst das Übergeben eines Kindes in den Orden etabliert den buddhistischen Laienanhänger fest im sasana. So wird es zumindest in der theravadischen Kommentarliteratur übermittelt am Beispiel von Kaiser Asoka und seinen Kindern.

Diese Wichtigkeit führt nach "Karmalogik" dazu, dass dort auch der meiste Verdienst zu holen ist. Gerade auch für die Sponsoren. Daher gibt es Fremdsponsoring anderer Kinder, manche Kinder wiederholen die Novizenweihe mehrmals, so dass jeder etwas geben kann.

Ich kann mir vorstellen, dass dies auch dazu geführt hat, dass eine eigentlich simple Zeremonie so aufgebauscht wurde bis sie, wie in Birma manchmal drei Tage andauert. Ich sponsere das Buffet mittags am ersten Tag, du das Orchestra, der nächste den Zeremonienmeister usw. Bis man halt mit dem Pony als Prinz durchs Dorf reitet.

Ein anderer Grund mag sein, dass kleine Kinder und Jugendliche nicht wirklich scharf darauf sind, sich die Haare schären zu lassen, weg von der Mutter zu sein, morgens früh aufstehen usw. Daher gibt man den Kindern noch etwas, woran sie Spass haben könnten.

Die Klöster und Meditationszentren in Birma, die der Vipassana-Bewegung verbunden sind, legen auch wieder mehr Wert auf die Einfachheit bei solchen Dingen.

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