Schlaf und Traum

Moderator: kilaya

Hallo zusammen,

Ich hoffe es ist in Ordnung wenn ich hier so eine einfache Frage stelle. Ich finde das die Frage warum wir schlafen und träumen und was dabei passiert - obwohl es doch so Selbstverständlich ist - ziemlich interessant.

Allerdings betrachte ich das bisher eher Wissenschaftlich. Neurologisch, Psychologisch... Beim Thema Buddhismus habe ich noch nichts davon gehört. Ja ich habe wohl nicht genug gelesen :-) Aber das Thema scheint auch nicht so wichtig. Dennoch möchte ich nicht einfach googeln sondern lieber hier mal Fragen. Mag jemand was dazu sagen oder eine gute Quelle nennen?

Wäre lieb :-) Danke
Schau mal nach dem Begriff "Traumyoga" - ein empfehlenswertes Buch ist: "Dream Yoga and the Practise of Natural Light" von Namkhai Norbu (Rime, mit Kagyü, Sakya und Nyingma-Übertragungen). Dann gibt es noch "The Tibetan Yogas of Dream and Sleep" von Tenzin Wangyal (moderner Bön).

In beiden Büchern werden verschiedene Arten von Träumen erklärt, ein paar mehr als man hier bei uns normalerweise kennt, aber die sind auch dabei.

So viel aus der "tibetischen Ecke"
Hallo,

Das Thema Traum aus buddhistischer Sicht wird am meisten im tibetischen Buddhismus behandelt. Traumyoga ist Bestandteil aller grossen tibetischen Schulen.

Grundsätzlich geht es ja im Buddhismus um den Umgang mit Karma. Vereinfacht gesagt:Positives und negatives Karma wird permanent gesammelt und wirkt sich permanent aus. Dies gilt auch im Traum. Im Traum wirken sich ggfs tieferliegende karmische Samen aus. Das Bewusstsein ist näher an diesen Samen dran als im Wachzustand. Gleichzeitig ist der Geist im Traum beweglicher, sodass er stärker auf karmische Einflüsse reagiert bzw, auf diese karmischen Einflüsse schlechter bewusst reagieren kann.
Eine Aufgabe ist es durch luzides Träumen Bewusstheit in den Traum zu bekommen und im Traum karma zu reinigen bzw mehr geistige Freiheit zu erlangen. Diese geistige Freiheit kann man dann mit in den Tag nehmen. In der Praxis sieht das so aus dass man in einem luziden Traum versuchht so viel Freiheit wie nur möglich zu erlangen. Man überwindet Ängste und Anhaftungen jeglicher Form durch bestimmte praktische Übungen im Traum. Die dadurch neu gewonnene Freiheit/Weisheit nimmt man dann mit in den Tag.

Der Traum ist im tibetischen Buddhismus auch Eng verbunden mit einem bestimmten Zeitabschnitt nach dem Tod. Hier In diesem Zeitabschnitt könnten theoretisch relativ einfache Praktiken zur Erleuchtung führen. Praktisch wird dieser Abschnitt(Bardo) jedoch in den meisten Fällen unbewusst erlebt. Dieses Bardo ist dem Traum sehr ähnlich Traumyoga(luzides Träumen) wid auch deshalb praktiziert um für diesen Zustand nach dem Tod zu üben. Wenn man das Bewusstsein im Traum frei und bewusst steuern kann, ist man auch gut vorbereitet auf die Zustände nach dem Tod.

Traumyoga befasst sich im wesentlichen mit Möglichkeiten luzides Träumen zu erzeugen und gibt auch Anweisungen wie man in einem luziden Traum geistige Flexibilität erlangt. Dies geschieht durch bestimmte Übungen Ähnliche Übungen werden öfter auch in der Klartraumszene formuliert

Liebe Grüsse
Tobias
milam hat geschrieben:
Grundsätzlich geht es ja im Buddhismus um den Umgang mit Karma. Vereinfacht gesagt:Positives und negatives Karma wird permanent gesammelt und wirkt sich permanent aus. Dies gilt auch im Traum. Im Traum wirken sich ggfs tieferliegende karmische Samen aus. Das Bewusstsein ist näher an diesen Samen dran als im Wachzustand. Gleichzeitig ist der Geist im Traum beweglicher, sodass er stärker auf karmische Einflüsse reagiert bzw, auf diese karmischen Einflüsse schlechter bewusst reagieren kann.
Eine Aufgabe ist es durch luzides Träumen Bewusstheit in den Traum zu bekommen und im Traum karma zu reinigen bzw mehr geistige Freiheit zu erlangen. Diese geistige Freiheit kann man dann mit in den Tag nehmen. In der Praxis sieht das so aus dass man in einem luziden Traum versuchht so viel Freiheit wie nur möglich zu erlangen. Man überwindet Ängste und Anhaftungen jeglicher Form durch bestimmte praktische Übungen im Traum. Die dadurch neu gewonnene Freiheit/Weisheit nimmt man dann mit in den Tag.


Ja das deckt sich auch mit dem was ich vermute, wo aber die Wissenschaft nicht so recht weiter kommt. Luzides träumen so zu nutzen... Daran habe ich noch gar nicht gedacht :-) Als Kind war das normal bei mir, aber über die Jahre habe ich wohl die Fähigkeit zu luziden Träumen immer mehr verloren. Aber es scheitert ja oft auch schon beim erinnern.

Aber auch wenn man sich nicht erinnert:Irgendwas macht der "Geist" trotzdem. Das nimmt man mit in den Tag kennt ja jeder. Ich stelle mir das manchmal wie ein Würfelspiel vor. Wenn man wieder zu "Bewusstsein" kommt wird gewürfelt:

Körper: Migräne 4. Knieschmerz: 5, Hunger auf süßes: 2
Psyche: Melanchonie: 1, Tatendrang: 4, zuversicht: 3

uswusw... Ich find das Bild ganz lustig es hilft gegebene Bedingungen zu akzeptieren und das beste daraus zu ziehen.

Vielen lieben dank für deine Erklärung, hab wieder einiges zu recherchieren :-)

kilaya hat geschrieben:
Schau mal nach dem Begriff "Traumyoga" - ein empfehlenswertes Buch ist: "Dream Yoga and the Practise of Natural Light" von Namkhai Norbu (Rime, mit Kagyü, Sakya und Nyingma-Übertragungen). Dann gibt es noch "The Tibetan Yogas of Dream and Sleep" von Tenzin Wangyal (moderner Bön).

In beiden Büchern werden verschiedene Arten von Träumen erklärt, ein paar mehr als man hier bei uns normalerweise kennt, aber die sind auch dabei.

So viel aus der "tibetischen Ecke"


Auch dir vielen dank. Traumjoga hab ich tatsächlich noch nicht gegoogelt ^^ Bei Englischen Büchern tu ich mir schwer. Noch keines gelesen bis jetzt. Aber wäre jetzt vielleicht mal einen Versuch wert.
Es kann sein, dass es deutsche Übersetzungen gibt; oft ist es aber gerade bei speziellen Themen so, dass es Bücher nur auf Englisch gibt.
kilaya hat geschrieben:
Es kann sein, dass es deutsche Übersetzungen gibt; oft ist es aber gerade bei speziellen Themen so, dass es Bücher nur auf Englisch gibt.


ja die gibt es.

von Namkhai Norbu Traum-Yoga - Träume bewußt lenken - der tibetische Weg zu Klarheit und Selbsterkenntnis.

von Tenzin Wangyal Übung der Nacht - Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum
Danke und ach sieh an: da (1. Link) war ich nicht so faul und habe die deutschen Titel gefunden und angegeben ;)
Hallo miteinander

milam hat geschrieben:
von Namkhai Norbu Traum-Yoga - Träume bewußt lenken - der tibetische Weg zu Klarheit und Selbsterkenntnis.

von Tenzin Wangyal Übung der Nacht - Tibetische Meditationen in Schlaf und Traum


Ich besitze das Buch von T. Wangyal. kann mir jemand sagen ob es sich lohnt, das Buch von
N. Norbu ebenfalls zu kaufen (ist recht teuer)?.

Oder sind die inhaltlich zu ähnlich ?

LG Rolf
Halllo,
Für die Traumpraxis sind sie sehr ähnlich tenzin wangyal ist da wesentlich ausführlicher als Namkhai Norbu.

Mein persönlicher Favorit zum Thema ist der Geist überwindet den Tod.

Aber das ist sicher geschmackssache.

Ich mag eben texte die im Stil der 6 yogas von Naropa geschrieben sind.
bei dieser Art von Büchern ist es immer schwer, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Bewertung herzustellen. Das Buch von CNN habe ich damals z.B. im Jahr 1998/1999 für 25,- DM gekauft und hätte hierfür auch erheblich mehr Geld ausgegeben, obwohl es nur 183 Seiten hat und keine großen Geheimnisse offenbahrt. Mehr als 40,- Euro würde ich aber heute auch hierfür nicht ausgeben. Eine kostengünstige Möglichkeit, um Bücher zu lesen, sind übrigens die öffentlichen Büchereien und Bücherhallen, wo man für einen geringen Beitrag jede Menge Bücher ausleihen und lesen kann. Ein Tip sind auch Universitätsbibliotheken, wo man manchmal richtige Wissensschätze finden kann, die selbst im Internet nicht auftauchen. Wer suchet, der findet.
Vielen Dank ! :like:

Rolf

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