Reizüberflutung? Fortschritt und/oder Hürde?

Moderator: kilaya

Hallöchen,

vielleicht hat jemand einen Tipp? Betrifft meditation hauptsächlich im stillen weniger im Alltag.

Wenn der Geist ruhig geworden ist und danach dann die Realität bzw die geistigen und körperlichen Empfindungen beobachtbar werden.

Habe hier ein Problem das sich schwer erklären lässt. Je näher der beobachter dem hier und jetzt kommt umso schneller wird das Tempo. Also die impulse vibrationen oder wie auch immer.

Das ist zu viel der Puls geht hoch und ich bin überfordert und plötzlich ist dort Anstrengung wo keine sein sollte.

Es wirkt als wäre jede Welle aus weiteren wellen geschaffen und dann steh ich vor einen unendliches Muster das ab einem gewissen Punkt fast weh tut xD

Hat jemand dazu evtl nen tipp evtl auch weitere texte?
Einen Buchtipp zu Shamata-Praxis hab ich jetzt nicht. Da gibt's bestimmt viel Literatur.
Empfehlenswert ist auch ein Praxiskurs, wo solche Fragen erörtert und die Praxis gemeinsam mit anderen geübt werden kann.

Was Du beschreibst könnte ein normales Anfangsphänomen sein: die ungewohnte Übung setzt erstmal Stresse frei, die vorher unter den Teppich gekehrt waren. Wenn's still wird, hört man auf einmal Dinge, auch innen, von denen man nie geahnt hätte, dass sie auf diese Weise da sind.

Also lässt sich erst nach einer Weile der kontinuierlichen Übung wirklich was dazu sagen - ob es bald von selbst wegging oder womit es zusammenhing. Am Ende bist Du Dein eigener Experte.

Vielleicht auch Kaffeetrinken einschränken oder dererlei Maßnahmen aus dem physischen Bereich ergreifen.

Und lieber täglich kurz anstatt sporadisch ausgiebig üben. Man kann die Sitzungen ganz allmählich z.B. von 6 zu 12 zu 24 Minuten steigern. 24 = ein Sechzigstel des Tages. :)
Es gibt nur einen Rat ... Mach weiter.
Auch wenn Deine Übung im Moment nicht so gut ist. Du hast keine Andere, es ist einfach Deine Übung.

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PS: wäre nett zu wissen, welche Übungsmethode Du prsltizierst...
DerBabaa hat geschrieben:
Hallöchen,

vielleicht hat jemand einen Tipp? Betrifft meditation hauptsächlich im stillen weniger im Alltag.

Wenn der Geist ruhig geworden ist und danach dann die Realität bzw die geistigen und körperlichen Empfindungen beobachtbar werden.

Habe hier ein Problem das sich schwer erklären lässt. Je näher der beobachter dem hier und jetzt kommt umso schneller wird das Tempo. Also die impulse vibrationen oder wie auch immer.

Das ist zu viel der Puls geht hoch und ich bin überfordert und plötzlich ist dort Anstrengung wo keine sein sollte.

Es wirkt als wäre jede Welle aus weiteren wellen geschaffen und dann steh ich vor einen unendliches Muster das ab einem gewissen Punkt fast weh tut xD

Hat jemand dazu evtl nen tipp evtl auch weitere texte?


Zuschauen anstatt damit identifizieren, dann beruhigt sich das allmählich. Oder auf ein Meditationsobjekt konzentrieren, etwa den Atem, und sonst in kein geistiges oder körperliches Objekt reinziehen lassen.
DerBabaa hat geschrieben:
Hallöchen,

vielleicht hat jemand einen Tipp? Betrifft meditation hauptsächlich im stillen weniger im Alltag.

Wenn der Geist ruhig geworden ist und danach dann die Realität bzw die geistigen und körperlichen Empfindungen beobachtbar werden.

Habe hier ein Problem das sich schwer erklären lässt. Je näher der beobachter dem hier und jetzt kommt umso schneller wird das Tempo. Also die impulse vibrationen oder wie auch immer.

Das ist zu viel der Puls geht hoch und ich bin überfordert und plötzlich ist dort Anstrengung wo keine sein sollte.

Es wirkt als wäre jede Welle aus weiteren wellen geschaffen und dann steh ich vor einen unendliches Muster das ab einem gewissen Punkt fast weh tut xD

Hat jemand dazu evtl nen tipp evtl auch weitere texte?


Ich kann mich mukti und jianwang nur anschließen: weiter machen! Einer meiner Lehrer hat immer gesagt: Da, wo der Widerstand ist, da geht es lang.

Aus eigener Erfahrung: Sollte sich Dein Empfinden in ein paar Monaten nicht verändert haben, lohnt es sich zu schauen, ob es tiefere Hindernisse wie ein altes Trauma gibt, das Dich einschränkt. Auch Traumata kann man durch Meditation mit der Zeit überwinden. Es gibt aber heute noch effizientere Methoden.
Aravind hat geschrieben:
Aus eigener Erfahrung: Sollte sich Dein Empfinden in ein paar Monaten nicht verändert haben, lohnt es sich zu schauen, ob es tiefere Hindernisse wie ein altes Trauma gibt, das Dich einschränkt. Auch Traumata kann man durch Meditation mit der Zeit überwinden. Es gibt aber heute noch effizientere Methoden.

Klar kann es tiefliegende Traumata geben, welche das völlige Öffnen beeinträchtigen.

Bevor man sich "auf die couch legt", würde ich mich fragen, ob eine andere Meditationstechnik besser für mich geeignet ist.
Ich kam z.B. mit der "Denk an ein Objekt" - Methode nie klar, mein kleiner Affe da oben :clown: tanzte um dieses Objekt herum. Shikantaza scheint für mich(!sic) besser geeignet zu sein. 8)

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Dankeb für das Feedback. Ich bin nicht sicher welche Technik ich "nutze" ein körperliches objekt wie der atem ist der Einstieg oder auch Anker. Wie sich erst mal erden vor Zazen.

Dann zerleg und analysier ich körperliche und geistige informationen. Das empfange "ich" natürlich immer zeitversetzt. Wie das eben mit jeder Empfindung ist. Aber je näher ich an die ungreifbare Gegenwart komme umso schneller die infowellen. Wie eine Formel im quadrat oder teilen durch null. Macht aua im kopf wie quantenmechanik und so xD

Aber ja ich denke ihr habt recht erst mal einfach weiter machen. Ich glaub nicht an ein Trauma dafür ich zu wenig Bewertung da. Irgendwie reagiere ich aber körperlich mit hohem puls. Is wie luft anhalten. Echt schwer zu erklären. Die realität is wie ein superlautes (optisch akustisch gedanklich) bierzelt. Wenn ich eintrete wirds "laut" und überfordert mich. Ich werd mir das noch mal genau ansehen und zur not eben was anderes versuchen. Tür öffnen mit ohrenschutz. Bildhaft gesprochen.

Verzeiht die schreibweise tippe meist am handy :)
Probiere mal andere Objekte als Atem, etwa Körper als Ganzes, Beführung der Daumenspitzen, manchmal hilft ein anderes Objekt als "passenderen" Zugang in manchen Umständen.
Hmmm ich habe das Gefühl, Du denkst und erwartest zu viel von einer Meditation.
Speziell im Zazen oder noch mehr im shikantaza ist das "Geschehen lassen" wichtig.
Lass die Gedanken und Gefühle kommen. Lass sie wieder gehen. Halte nicht an ihnen fest.

Wie sagte mein Meister:
Die Gedanken sind wie ein Tiger. Wenn Du ruhig bist, geht er an Dir vorbei. Wenn Du ihn aber fütterst, so verschlingt er Dich.

Zwinge Dich nicht, nicht zu Denken. Konzentration (z.B. auf den Atem) bedeutet nicht, ständig an ihn zu denken. Lass Dich atmen ... oder folge Deinem Atem ohne an ihn zu denken.
Dieser "Anfang" ist/kann sehr schwer sein und auch viel Zeit und Konsequenz bedeuten. Der Affe in Deinem Kopf hüpft hin und her ... lässt sich nicht zwingen, ruhig zu sitzen. Doch im Laufe der Zeit wirst Du merken, ohne es zu be-merken, das dieser Affengeist ruhiger und ruhiger wird.

Sich "erden"? Das ist bei Jedem verschieden, auch je nach momentanen Tag. Ich z.B. brauche ab und an die Atmung als Anker, aber oft ist dies nicht nötig ...
Einfach sitzen ... shikantaza = N
ichts als richtig sitzen.

Am Besten zum Lernen ist ein sangha, ein Meister, der Dir Deine Fehler beim Sitzen zeigen kann. Wenn ich selbst es auch nicht als Fehler sehe ... denn es ist Teil Deiner Übung.

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Nebenbei: ein von mir verehrter Zen-Meister sagte einmal: Die Übung eines Meisters und eines Schülers ist nicht verschieden.

Und im Sandokai steht es deutlich:
 In der Übung fortschreiten ist weder fern noch nah.
Schön ausgedrückt, jianwang! Und ich freue mich, wieder mehr von Dir zu lesen.
Gassho
DerBabaa hat geschrieben:
Dann zerleg und analysier ich körperliche und geistige informationen. Das empfange "ich" natürlich immer zeitversetzt. Wie das eben mit jeder Empfindung ist. Aber je näher ich an die ungreifbare Gegenwart komme umso schneller die infowellen. Wie eine Formel im quadrat oder teilen durch null. Macht aua im kopf wie quantenmechanik und so xD


Dann ist es kein Zazen. Wie ich es einmal vor ca. 10 Jahren gelernt habe setzt man sich und ruckelt auf seinem Zafu herum, bis die Haltung bequem ist. Dann legt man die Daumen aneinander, die Zunge an den Gaumen und sitzt. Gedanken und Gefühle die auf Dich einströmen nimmst Du wahr und konzentrierst Dich dann wieder auf die Sitzhaltung, die Daumen, die Zunge oder die millimeter kurzen Sekunden zwischen den Gedanken. Deine Gedanken oder Gefühle die auftauchen nimmst Du wahr, aber im Laufe der Übung werden sie irgendwann ein Hintergrundgeräusch. Das ganze erfordert regelmässige Übung (jeden Tag, wenn auch nur kurz) und es braucht eine Weile bis sich der Organismus umstellt. Dabei ändert sich einiges im Kopf, je öfter es einem gelingt, an nichts zu denken, doch auch das merkt man meistens erst viel später.

Mein Tipp: Such Dir einen Lehrer und bleibe regelmässig dran. Dann wirds besser.
Das denken steht mir nicht so sehr im Weg. Also naja ein normaler Gedankenstrom eben nichts was mich fesseln würde nur "Gäste". Das passiert mir eher wenn ich schon "geerdet" bin. Ich hab ein bisschen was gefunden und lese und sitz einfach weiter. Is ein bisschen so als hätte man eine Kerze angezündet und will dann ein Fenster oder eine Tür öffnen. Ich muss ja nicht analysieren :) anicca bisschen genauer anschauen halt.

Danke für die tollen Tipps. Werde wohl wirklich Lehrer oder Kurse brauchen denn es gibt sonst nur Missverständnisse weil ich evtl nich recht formulieren kann was ich meine. Habe lange Zeit alleine geübt - nur Praxis nicht viel Theorie und wenig austausch.

Ich rede auch nicht speziell von zazen shamata etc. Hier entstehen schon Missverständnis tut mir leid. In vielen Bereichen kann man offenbar einiges richtig oder falsch machen und mir fehlt es hier einfach schon die Frage was genau ich eigentlich mache.

Ich hab mal irgendwo gelesen das es 2 Richtungen gibt. Eine geht in richtung Sammlung und "Beruhigung" die andere in die Vertiefung / analyse. Hab ich sicher wieder falsch formuliert verzeiht :-) Ich versuche wohl vom ersten direkt zum zweiten zu wechseln vielleicht ist das ne blöde Idee.

Ich gelobe erst mal etwas mehr Theorie zu futtern :lol: ein anderes Objekt ist immer gut. Der Atem ist toll aber tatsächlich find ich auch die Fingerspitzen angenehm und präsent. Vermutlich hat jeder so seine Favoriten wenn er denn so etwas möchte.
Ps: Quantenmechanik war so ein doofes Beispiel das kann man eben total zerdenken. Was ich meinte geht eher Richtung zu laut/zu viel/Migräne hilfe :)
Ich suche jetzt einen Haltepunkt in der Nähe der Mitte des Zwerchfells, aber nicht das Zwechfell sondern die Mitte des Raum den das Zwerchfell bei seinem heben und senken bilden muss. Das geht aber nur wenn ich noch zwei Punkte betrachte. Bei diesen Geistigen Spielchen stürzt der Geist so schnell ab das er garnicht mehr dazu kommt irgendwelche Gedanken zu haben, ich beschäftige ihn so mit sinnlosen Punkten das ich sehr schnell ins stabile Sitzen komme. Und dann hab ich keine Lust mehr Punkte zu fixieren und bin ganz beim Körper mit dem Körper ganz beim ich will nur sitzen, las mich in Ruhe. ZaZen wird mit dem Körper geübt nur mit dem Körper nicht mit dem Geist!
Als ein großes Hindernis habe ich Koan während des Sitzen empfunden, allerdings, wenn er so benutzt wird wie ich "Punktesuche" verwende bringt er den gleichen Effekt und schaltet ganz schnell den Geist aus, doch meist fängt er an die Worte zu interpretieren und aus ist es mit nur sitzen. Auch Mantra können Hilfreich sein, wenn man nicht auf die blöde Idee verfällt das es auch dann eingehalten werden muss wenn der Geist es schon nicht mehr will, das Ego aber gewinnt, Mantra muss.

Der Geist und seine Ichs sind so Herrschafts-gewohnt das mir erst auffallen muss das er mich abzieht vom nur sitzen wollen. Jeder Gedanke nimmt mich von der Betrachtung/dem Gewahrsein des Körpers der Nur Sitzt.

Da fehlt noch was: Ich schreibe seit Jahren in Foren so wie ich die Worte finde. Zuerst war es so das ich nicht die "richtigen" gefunden habe. Doch egal was ich so geschrieben habe es ist immer ich der das geschrieben hat. Wenn ich mal so eine Geschichtsreise macht und uralte Texte von mir lese kommt mir öfter der Gedanke: Das konntest du doch damals garnicht gewusst haben. Doch mir fehlten nur die "Richtigen" Worte. Mach weiter so, kämpf dich durch die Theorie, je weniger stört dich dann der Affengeist und Pferdewille beim nur sitzen. Auch theoretisieren, philosophieren, fantasieren helfen beim Weg des nur Sitzen, vor allem dadurch das man die Nase voll davon hat und wieder atmen möchte.
Noch ein Tipp: Schreibe hier oder anderswo wo Du immer wieder durch irgend einen darauf hingewiesen wirst das er das alles viel besser kann als Du, auch sich über Worte ärgern hilft beim nur Sitzen.
@Elviral
Ein Koan sollte auch nicht als Wortgemenge, sondern nur als vages Gefühl beim Sitzen auftauchen.

Oder man "nimmt" ein ganz kurzes wie "Mu" 8)

_()_

Ich selbst praktiziere shikantaza ... also nix mit koan, Mantra oder anderen Objekten.

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