Weg zur Erleuchtung?

Moderator: kilaya

Anandasa hat geschrieben:
Man hat zu Hause Verpflichtungen wie z.B. eine Familie. Da kann man nicht einfach Monate weg. Also muss man zurückkommen. Vielleicht sind irgendwann die Kinder aus dem Haus und die Frau hat Verständnis dafür sich einen Traum erfüllen zu wollen mal 2 Monate nach Sri Lanka zu dem Meditationslehrer oder sowas. Aber man muss zurückkommen, weil man zu Hause gebraucht wird. Das meinte ich mit Erwachen in der eigenen Situation anstreben zu wollen.


Die Frage ist, was ist die beste Ausgangssituation. Darüber habe ich viel nachgedacht und mich mit Leuten unterhalten.
Ich bin der Meinung, eine stabile soziale Situation mit guter Shangha und rechten Lebenserwerb ist die beste Ausgangssituation. Alles andere bring irgend ein Ungleichgewicht.
Schlussendlich ist auch die innere Haltung entscheidend.

Und dann kann man es so wie Kal es beschrieben hat handhaben, Achtsam in der Gegenwart leben.
Lucky hat geschrieben:
Anandasa hat geschrieben:
Man hat zu Hause Verpflichtungen wie z.B. eine Familie. Da kann man nicht einfach Monate weg. Also muss man zurückkommen. Vielleicht sind irgendwann die Kinder aus dem Haus und die Frau hat Verständnis dafür sich einen Traum erfüllen zu wollen mal 2 Monate nach Sri Lanka zu dem Meditationslehrer oder sowas. Aber man muss zurückkommen, weil man zu Hause gebraucht wird. Das meinte ich mit Erwachen in der eigenen Situation anstreben zu wollen.


Die Frage ist, was ist die beste Ausgangssituation. Darüber habe ich viel nachgedacht und mich mit Leuten unterhalten.
Ich bin der Meinung, eine stabile soziale Situation mit guter Shangha und rechten Lebenserwerb ist die beste Ausgangssituation. Alles andere bring irgend ein Ungleichgewicht.
Schlussendlich ist auch die innere Haltung entscheidend.

Und dann kann man es so wie Kal es beschrieben hat handhaben, Achtsam in der Gegenwart leben.

Also ich glaube das hängt vom jeweiligen Weggefährten ab, wie das Umfeld beschaffen sein sollte, bzw. was sich als Hindernis entpuppt und was als Hilfe. Man darf aber wohl darauf vertrauen, dass man schon irgendwann merkt, wo wirklich was geändert werden muss oder wo man es sich nur einredet, weil man vielleicht Angst hat oder ungeduldig ist. Auf eine eindeutige Antwort aus einem Buch würd ich da jedenfalls nicht vertrauen.
Holzklotz hat geschrieben:
Lucky hat geschrieben:
Anandasa hat geschrieben:
Man hat zu Hause Verpflichtungen wie z.B. eine Familie. Da kann man nicht einfach Monate weg. Also muss man zurückkommen. Vielleicht sind irgendwann die Kinder aus dem Haus und die Frau hat Verständnis dafür sich einen Traum erfüllen zu wollen mal 2 Monate nach Sri Lanka zu dem Meditationslehrer oder sowas. Aber man muss zurückkommen, weil man zu Hause gebraucht wird. Das meinte ich mit Erwachen in der eigenen Situation anstreben zu wollen.


Die Frage ist, was ist die beste Ausgangssituation. Darüber habe ich viel nachgedacht und mich mit Leuten unterhalten.
Ich bin der Meinung, eine stabile soziale Situation mit guter Shangha und rechten Lebenserwerb ist die beste Ausgangssituation. Alles andere bring irgend ein Ungleichgewicht.
Schlussendlich ist auch die innere Haltung entscheidend.

Und dann kann man es so wie Kal es beschrieben hat handhaben, Achtsam in der Gegenwart leben.

Also ich glaube das hängt vom jeweiligen Weggefährten ab, wie das Umfeld beschaffen sein sollte, bzw. was sich als Hindernis entpuppt und was als Hilfe. Man darf aber wohl darauf vertrauen, dass man schon irgendwann merkt, wo wirklich was geändert werden muss oder wo man es sich nur einredet, weil man vielleicht Angst hat oder ungeduldig ist. Auf eine eindeutige Antwort aus einem Buch würd ich da jedenfalls nicht vertrauen.
Weggefährten sind wichtig, für Viele sogar unentbehrlich. Möglicherweise für Alle, wenn der Weg nicht in eine Schieflage führen soll - Absonderung halte ich für so etwas. Unter den Weggefährten sollten idealerweise auch welche sein, die ein weiteres Erfahrungsspektrum haben als wir und uns anbieten, ihre Erfahrungen nachzuvollziehen - und die sich nach eingehender Prüfung als vertrauenswürdig erweisen.

Über "Ausgangsbedingungen" - die eigenen und die Anderer - Überlegungen anzustellen, halte ich für müßig. Wobei nichts dagegen einzuwenden ist, seine Muße in solchen Dingen zu haben, aber der praktische Nutzen tendiert gegen Null. "Ausgangsbedingungen" sind immer die momentanen Bedingungen; an den vergangenen lässt sich nichts ändern. An den zukünftigen schon - und die Art und Weise, zu diesen als veränderten Ausgangsbedingungen zu gelangen, ist der Weg. Als Buddhas Weg ist es ein mittlerer Weg, jede Hin- und Abneigung vermeidender. Da verlieren dann große Worte wie "Erleuchtung" oder "Erwachen" jede Bedeutung - mehr als Worte sind das auch nicht.

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Sudhana hat geschrieben:
Über "Ausgangsbedingungen" - die eigenen und die Anderer - Überlegungen anzustellen, halte ich für müßig. Wobei nichts dagegen einzuwenden ist, seine Muße in solchen Dingen zu haben, aber der praktische Nutzen tendiert gegen Null. "Ausgangsbedingungen" sind immer die momentanen Bedingungen; an den vergangenen lässt sich nichts ändern. An den zukünftigen schon - und die Art und Weise, zu diesen als veränderten Ausgangsbedingungen zu gelangen, ist der Weg. Als Buddhas Weg ist es ein mittlerer Weg, jede Hin- und Abneigung vermeidender. Da verlieren dann große Worte wie "Erleuchtung" oder "Erwachen" jede Bedeutung - mehr als Worte sind das auch nicht.

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Unter anderem hat ein Forum auch seinen Zweck darin, seine Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Wer nichts von sich Preis gibt, ist eventuell fehl am Platz.
Deswegen halte ich es für sinnvoll, auch über die Ausgangssituationen zu sprechen. Dadurch wird die Erfahrung ausgetauscht, und man kann eventuell einen Nutzen daraus ziehen.
Lucky hat geschrieben:
Unter anderem hat ein Forum auch seinen Zweck darin, seine Erfahrungen mit anderen auszutauschen. Wer nichts von sich Preis gibt, ist eventuell fehl am Platz.
Diese "Kaffekränzchen-Funktion" des Forums ist mir durchaus bewusst. Da kommt zu den individuell unterschiedlichen Ausgangsbedingungen noch der Filter des digitalen Mediums als "Absonderndes" hinzu. Insofern ist ein solches Forum als praktizierte Weggefährtenschaft nur ein sehr armseliger Abklatsch einer Praxisgemeinschaft, Sangha. Aber besser als nichts - und Etliche hier haben sonst nichts.
Lucky hat geschrieben:
Deswegen halte ich es für sinnvoll, auch über die Ausgangssituationen zu sprechen. Dadurch wird die Erfahrung ausgetauscht, und man kann eventuell einen Nutzen daraus ziehen.
Sicher können "Ausgangssituationen" in dem einen oder anderen Aspekt vergleichbar sein und entsprechend kann man von Erfahrungen Anderer mit einer der eigenen aktuellen zumindest partiell vergleichbaren Ausgangssituation lernen. Deswegen hat Buddha nicht geschwiegen.

Aber angesichts der Effektivität eines Internetforums in dieser Hinsicht (wobei die von mir erwähnte "Vertrauenswürdigkeit" der virtuellen Weggefährten das Hauptproblem ist) handelt es sich nach meiner Einschätzung doch überwiegend um das, was ich als "seine Muße in solchen Dingen zu haben" charakterisierte. Eben Kaffeekränzchen.

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Sudhana hat geschrieben:
Weggefährten sind wichtig, für Viele sogar unentbehrlich. Möglicherweise für Alle, wenn der Weg nicht in eine Schieflage führen soll - Absonderung halte ich für so etwas.


Na ja, das kann man aber auch anders sehen, denn die Erleuchtung ist doch gerade das Erreichen einer Art von Schieflage. Es soll doch gerade erreicht werden, sich vom weltlichen Leben zu distanzieren, sich also dem üblichen Dahinleben schief entgegenzustellen, und wie könnte man das besser, sanfter und rücksichtsvoller machen als durch Absonderung?
antelatis hat geschrieben:
Es soll doch gerade erreicht werden, sich vom weltlichen Leben zu distanzieren, sich also dem üblichen Dahinleben schief entgegenzustellen, und wie könnte man das besser, sanfter und rücksichtsvoller machen als durch Absonderung?
"Distanzieren" und "Entgegenstellen" entspricht nicht meinem Verständnis und Unterscheidungen von weltlich / nicht-weltlich oder üblich / unüblich halte ich nicht nur für künstlich, sondern vor allem für ein Schielen auf Andere. Dabei verliert man den eigenen Weg aus den Augen und vor allem macht es aus diesem eigenen Weg keinen gemeinsamen Weg. "Distanzieren" und "Entgegenstellen" ist auch nur eine in lobha und dosa wurzelnde Sichtweise. Die Sicht des gemeinsamen Gehens des Weges ist da das Gegengift. Nicht, dass auch die mehr als nur ein Provisorium wäre ...

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Sudhana hat geschrieben:
"Distanzieren" und "Entgegenstellen" entspricht nicht meinem Verständnis und Unterscheidungen von weltlich / nicht-weltlich oder üblich / unüblich halte ich nicht nur für künstlich, sondern vor allem für ein Schielen auf Andere. Dabei verliert man den eigenen Weg aus den Augen und vor allem macht es aus diesem eigenen Weg keinen gemeinsamen Weg. "Distanzieren" und "Entgegenstellen" ist auch nur eine in lobha und dosa wurzelnde Sichtweise. Die Sicht des gemeinsamen Gehens des Weges ist da das Gegengift. Nicht, dass auch die mehr als nur ein Provisorium wäre ...

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Auf diese Weise kann man natürlich alles rechtfertigen...mit dieser Argumentation führt jede Lebensweise zur Erleuchtung.
antelatis hat geschrieben:
Sudhana hat geschrieben:
"Distanzieren" und "Entgegenstellen" entspricht nicht meinem Verständnis und Unterscheidungen von weltlich / nicht-weltlich oder üblich / unüblich halte ich nicht nur für künstlich, sondern vor allem für ein Schielen auf Andere. Dabei verliert man den eigenen Weg aus den Augen und vor allem macht es aus diesem eigenen Weg keinen gemeinsamen Weg. "Distanzieren" und "Entgegenstellen" ist auch nur eine in lobha und dosa wurzelnde Sichtweise. Die Sicht des gemeinsamen Gehens des Weges ist da das Gegengift. Nicht, dass auch die mehr als nur ein Provisorium wäre ...

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Auf diese Weise kann man natürlich alles rechtfertigen...mit dieser Argumentation führt jede Lebensweise zur Erleuchtung.

Blödsinn. Eine Lebensweise, die nicht entsprechend einer in lobha und dosa wurzelnden Sichtweise ausgerichtet ist, ist wohl kaum "jede Lebensweise". Aber wenn Dir momentan "Distanzieren" und "Entgegenstellen" als Gegengift zu Gier nottut, ist das in Ordnung. Du solltest nur nicht vergessen, dass Hass eben auch ein Geistesgift ist und seine Funktion als Gegengift, wenn es denn richtig angewandt wird, verliert. Spätestens dann ist es an der Zeit, dieses Geistesgift abzusetzen.

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Moderation:
Ich habe zwei Stränge herausgeteilt, um den Thread ein wenig zu fokussieren:

1. Weg und Ziel? (in) Allgemeines zum Buddhismus
2. Per Online-Bestellung zur Erleuchtung ? (in) Buddhistischer Salon
antelatis hat geschrieben:
kal hat geschrieben:
Diese Vorstellungen rund um das Erwachen, welche zuvor teilweise geschrieben wurden sind irgendwie komisch. Wer behauptet, dass mit Familie und Beziehungen Erwachen schwerer sei? Vorhin hat wer was davon geschrieben, dass es als Eremit 5x schneller gehen würde zu erwachen???? Das sind merkwürdige Hypothesen. Vielleicht sollte man das ganze Thema Erwachen lieber vergessen und sich darauf konzentrieren was hier und jetzt stattfindet. Das jetzige Leben. Es gibt nur dies, egal wie es aussieht. Das(s) (was) wir sind ist sowieso unbedingt.


Na ja, vielleicht muss man sich ja entscheiden, man kann halt nicht immer alles haben. Entweder sich auf das Leben konzentrieren, oder daran glauben, dass das Leben eine Illusion ist, die man überwinden muss, um Nirvana erreichen zu können.

Ähm ... Geht es jetzt um Erwachen oder um Nirvana? Es macht auf jeden Fall Sinn Nirvana anzustreben (das Beenden der Leiden). Hier ist ein sehr schöner Text dazu von Ajahn Buddhadasa: http://www.dhamma-dana.de/buecher/Buddh ... ermann.pdf
Schöner Artikel über das Nirvana - danke dir, Anandasa. :)

Wobei "kühl" als 'abgekühlt' im Sinne von 'Leidfrei', 'mit kühlem Kopf und klarem Geist', 'gemäßigt', nicht aber 'unterkühlt' mit Schnupfen und kalten Füßen, sondern immer noch "warmherzig" zu verstehen ist. Das Innere Feuer erhält lebendig, verbrennt aber nicht (mehr).

Könnte man das so ausdrücken?

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