Buddhismus im realen Leben

Moderator: kilaya

Hallo,

danke dass du mich verstehst, einziges Problem nur was macht man dagegen - einige Antworten sind für mich nicht befriedigend, weil Realitätsfremd - du hast verstanden für mich, du lebst scheinbar auch in der Realität.

Mitgefühl und Verstehen für bewusste und dauerhafte Bösartigkeit - tut mir leid, das kann ich nicht, das ist auch ein Ausnützen meiner Gutmütigkeit und im Arbeitsleben habe ich gelernt je netter und freundlicher ich war desto mehr hat man auf mich hingetreten.

Es gibt leider Menschen, da muss man eine andere Sprache verwenden, die fernab von buddhistischen Grundsätzen ist vermutlich, wie gesagt, ich kann vieles verstehen, ich habe Mitgefühl, aber sicher nicht für jede Situation und nochmal ich stehe mitten in der Realität der Gesellschaft und die hat sich sehr wohl verändert!

Wie du glaube ich geschrieben hast, die Menschen bekommen diese Bösartigkeit ja vorgelebt, man braucht nur die Medien verfolgen oder das Fernsehen, reine Intrigen und komplett für fremde Verhaltensweisen, die da vorgelebt werden und die Leute zu Hause inhalieren das und denken das ist das Leben, das ist normal.

Das was ich denke, denken auch viele andere, die wahrlich auch an das Gute geglaubt haben, aber die zugegeben haben, dass sie ihre Meinungen ändern mussten bzw. ihr Verhalten, man kann solche Menschen nicht ändern, nur sein Verhalten, ich versuche mit fernzuhalten von solchen Einflüssen, wobei das nicht immer möglich ist und oft kommen Attacken aus dem Nichts, wie soll man da vorbereitet sein?

Ich habe auf einem Berg bei einem Haus aus einem Brunnen getrunken, ich habe nicht gesehen, dass da ein Mann stand, er war unglaublich böse, wie ich es mir erlauben kann aus seinem Brunnen zu trinken und ihn nicht zu fragen, ihn nicht zu grüßen. Ich habe gesagt, es tut mir sehr leid, ich wusste nicht dass der Brunnen privat sei und ich hätte ihn nicht gesehen, weil hätte ich ihn gesehen hätte ich ihn gegrüßt und gefragt, aber er wurde noch böser. All meine Entschuldigungen halfen nichts, ich habe ihn dann gefragt und diese Frage stelle ich oft, ob er denn alles richtig gemacht hat in seinem Leben, ob er noch nie Fehler machte, aber auch das machte nicht nur ihn sondern auch andere böse.

Wenn ich sehe auf was manche Menschen mit massiver Aggression heute reagieren bin ich oft sprachlos, es gibt null Toleranz und alle schauen nicht auf ihr Leben, weil wenn sie dies im Ansatz tun würden, würde sie verstehen wie unperfekt auch sie sind bzw. vielleicht würde sich eine Art Toleranz für andere entwickeln, aber das wird leider nicht passieren.

LG Son
Gegen den Frust, Ärger usw., der sich durch das Verhalten anderer bei sich selbst aufbaut, hilft m.E. nur Gleichmut und Gelassenheit. Hier ist i.d.R. beiden Kontrahenten geholfen.
Wenn es nicht anders geht, ist Ignoranz (weniger der Person/en sondern deren Handlungen) auch noch ein gangbarer Weg, um sein Gemüt zu besänftigen; der Ignoranz sind allerdings Grenzen gesetzt, vor allem, wenn es um die eigene existenzielle Unversehrtheit geht.

Das Karma der Anderen kann man vielleicht (sogar wahrscheinlich) durch die eigene Verhaltensweise positiv beeinflussen, indem man eben andere Ursachen setzt. Verändern lässt sich deren karmisches Potential in keinem Fall.
Lieber Son,

Son hat geschrieben:
einige Antworten sind für mich nicht befriedigend, weil Realitätsfremd - du hast verstanden für mich, du lebst scheinbar auch in der Realität.

Es gibt aktuell etwas über 7,4 Milliarden "Realitäten" auf diesem Planeten, und hier habe ich in meiner Überheblichkeit nur die homo sapiens basierten gezählt.
Weshalb meinst Du, Deine sei die richtige?

Son hat geschrieben:
es regt mich schon auf, wenn andere Menschen bewusst in seelische bzw. körperliche Krankheiten getrieben werden,

Son hat geschrieben:
Es ist wie du sagst auch viel Missgunst im Spiel, aber auch Freude am Schlechtgehen des Andere

Son hat geschrieben:
Wie du geschrieben hast die Führungskräfte, also die ganz oben in der Hierarchie sind, die agieren überhaupt "schmerzbefreit" - da gibt es kein Mitgefühl, es ist auch egal, ob jemand todkrank ist, tot oder was es sonst noch an Schicksalsschlägen geben mag. Die interessiert gar nichts, weil eben keine Zeit für so kleine Probleme wie das Mitarbeiter sehr leiden.

Fällt Dir auf, wie schlecht Du hier über andere redest?


Son hat geschrieben:
Ich arbeite als Kontrollinstrument in meiner Firma, ein sehr dankbarer Job… - es ist also meine Aufgabe Missstände aufzuzeigen bzw. werden sie an mich herangetragen

Dir ist bewusst, dass exakt die angebliche Herzlosigkeit, die Du der Geschäftsführung unterstellst, im Betrieb dem Controlling nachgesagt wird? Und, stimmt es? Agierst Du herzlos und "schmerzbefreit", ohne Ansehen der Person, scheißegal, wie es den Mitarbeitern geht, so lange die Zahlen stimmen? Arbeitest Du so?
Falls nein, wie kommst Du dann darauf, dass die Geschäftsführung so arbeitet?

Wer die Welt verbessern will, fange bei sich an. :wink:

Liebe Grüße aus dem (Personal-)Management :)
Andreas
Dass Son als Kontrollinstrument arbeitet, scheint mir in Anbetracht seiner Beiträge nicht zu bedeuten, er selbst würde „scheißegal“ agieren. Son bringt doch seine Empörung - vielleicht sogar Verbitterung? - über den Mangel an Mitgefühl zum Ausdruck.

Ich glaube, dass es sehr vereinzelt Menschen gibt, die bewusst anderen schaden wollen, dies planen, gezielt ausführen und dabei keinerlei Skrupel empfinden. Das scheint mir doch eine Kategorie, die ich schockierend finde.

Hier würde ich schon einen Unterschied zu meinen eigenen destruktiven Eigenschaften veranschlagen. Sicher sind die eigenen Schwächen immer zu reflektieren, aber es gibt auch Erlebnisse mit anderen Menschen, die einfach betroffen machen.
Lieber Karnataka,

Karnataka hat geschrieben:
Dass Son als Kontrollinstrument arbeitet, scheint mir in Anbetracht seiner Beiträge nicht zu bedeuten, er selbst würde „scheißegal“ agieren. Son bringt doch seine Empörung - vielleicht sogar Verbitterung? - über den Mangel an Mitgefühl zum Ausdruck.

Ich glaube, dass es sehr vereinzelt Menschen gibt, die bewusst anderen schaden wollen, dies planen, gezielt ausführen und dabei keinerlei Skrupel empfinden. Das scheint mir doch eine Kategorie, die ich schockierend finde.

Hier würde ich schon einen Unterschied zu meinen eigenen destruktiven Eigenschaften veranschlagen. Sicher sind die eigenen Schwächen immer zu reflektieren, aber es gibt auch Erlebnisse mit anderen Menschen, die einfach betroffen machen.

Nein, ich habe eben auch nicht den Eindruck, dass @Son im Scheißegalmodus arbeitet.
Das tun nach meiner subjektiven Erfahrung die Menschen (!) im Management auch nicht und ich empfinde eine Diskrepanz zwischen Sons Klage über die Schlechtigkeit der Menschen und seiner eigenen Be-Schreibung der von ihm unterstellten Motive anderer Menschen hier.

Karnataka hat geschrieben:
Son bringt doch seine Empörung - vielleicht sogar Verbitterung? - über den Mangel an Mitgefühl zum Ausdruck.


Hier würde ich mir Mitgefühl gegenüber Menschen in der Geschäftsleitung wünschen, die, wie er, auch Entscheidungen zu treffen haben. Und Reflexion über die unterstellten Motive anderer Menschen generell.

Spiegel polieren schadet niemandem.

:)

Herzliche Grüße
Andreas
@Son

Ich habe den gesamten Thread nochmals gelesen und sehe nur eins:

Du leidest unter Gier und Hass in Dir selbst.
Gier - es solle doch Deinen Vorstellungen entsprechen.
Hass - das, was Du vorfindest, abzulehnen weil (siehe Gier)

Es gibt niemanden, der Dich verletzen könnte ausser Du selbst. Alles, was Andere sagen oder tun, muss durch Dein Bewusstsein und wird dort als gut oder schlecht bewertet. Dies bedeutet, bewerten verändert die Realität. Und dieses Veränderte wird dann von Dir er- und gelebt.

Nicht ein einziges Mal kam von Dir ein Wort, wie DU DICH selbst ändern kannst. Es gab viele gute Ratschläge und richtige Wege hier zu lesen, doch von Dir "Danke, richtig, aber ..."

Der buddhistische Weg ist kein Welt-Verbesserungs-Weg, auch kein Weg, der für den Übenden "da ist", sondern ein Weg, den der Übende beim Gehen "erschafft".

Löse Dich endlich von Deinem "Alle anderen sind schlecht" und wende Dich Dir zu. Besiege Gier und Hass in Dir.

_()_
@Andreas
Menschen nicht bewusst zu schaden ist eine richtige Ansicht.

Was ich über die Führungskräfte sage ist kein schlecht sprechen sondern sind Fakten, Tatsachen und Tatsachen sind Teil der rechten Rede.

Wie kann ich das sagen? Weil ich persönliche Gespräche über diese Themen mit sämtlichen Führungskräften geführt habe. Einhelliger Tenor, es ist nicht unsere Aufgabe sich um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu kümmern. Ist es aus meiner Sicht aber doch, weil wenn Führungskräfte es zu lassen, dass Mitarbeiter mit gezielten Aktionen geschadet wird und sie greifen nie ein, dann fehlt es ihnen entweder an Mut oder es ist ihnen egal.

Es ist richtig, dass das private Wohlergeben eines Mitarbeiters nicht die Aufgabe einer Firma ist, nur wenn sich Mitarbeiter selbst nicht wehren können, weil das Gegenüber eben einfach zu „dumm“ ist um zu verstehen, dann braucht der Mitarbeiter Unterstützung und das erwarte ich mir. Ich bin keine Führungskraft, ich habe aber die Aufgabe aufzuzeigen, ich zeige auf, aber es interessiert niemand.

Ich agiere für die Mitarbeiter, ich könnte auch in meinem Arbeitsbereich gegen Mitarbeiter arbeiten, ich entscheide mich aber für den anderen Weg, dein Vorwurf ist schlichtweg falsch.
LG Son

@Karnataka
Ich denke du verstehst mich, wobei ich das nicht nur schreibe, weil du in meine Richtung schreibst, sondern du verstehst es einfach wie es ist.

@Jianwang
Du schreibst immer über Gier, was hat das mit Gier zu tun und es hat auch nichts mit mir zu tun, du schreibst immer über ICH, ICH, ICH – klar kann es mir egal sein, was mit anderen ist, ist es aber nicht und das Motiv, was ich habe ist nicht Gier sondern es ist Teil meiner Persönlichkeit gegen Ungerechtigkeiten vorzugehen soweit es in meiner Hand liegt. Das ist auch mein Job, nur will das niemand, das ist das Problem, ich soll aufzeigen, aber niemand will eine Veränderung, schon gar nicht eine in eine gute Richtung.

Ich nehme die Kritik in diesem Fall nicht an.

Die Erwartungshaltung an meine eigene Person ist höher als an alle andere Menschen, weiter gibt es keinen härteren Kritiker als mich selbst bei mir, ich sehe keinen Grund einer Rechtfertigung hier, ich sehe nicht wirklich ein Fehlerverhalten, weder im Denken noch in meinen Handlungen.
Ich weiß wer ich bin und Dummheit bzw. bewusste Bösartigkeiten von Menschen respektiere ich nicht, daher halte ich mich so gut es geht auch fern von ihnen und beschränke mich auf die notwendigste Kommunikation.

Dass ich mich nicht selbst permanent versuche zu ändern, auch wenn das nicht nirgendwo steht, aber ist wohl das Hauptziel, ich arbeite ständig an mir, auch das ist nicht richtig.
Buddhistische Haltungen können mitunter sehr hart sein, ich bin kein Hardliner. LG Son
Sry, ich geb's auf.
Du wirst irgendwann verstehen ... Noch bist Du nicht weit genug.
@Son
hast Du Dich schonmal gefragt, ob die (durchaus verständliche) innere Auflehnung gegen die Gegebenheiten Deine Fähigkeit angemessen und heilsam zu (re)agieren eher fördert oder behindert?
Ich vertrete Standpunkte und verändere sie auch. Sorry, aber ein intellektueller Mensch sollte schon so tolerant sein auch andere Weltsichten akzeptieren, man muss sie ja nicht lieb haben, Recht zu haben sollte wohl kein Ziel sein, zu sagen, meine Weltsicht ist die einzig richtige ist auch etwas vermessen.

Toleranz heißt für mich andere Weltsichten zu akzeptieren ohne dem anderen seinen Glauben als einzig richtigen aufdrücken zu wollen, das hat für mich weder was mit Weisheit noch Spiritualität zu tun sondern beruht auf einem sehr starrem Denksystem - hat nicht Buddha schon gesagt, man soll auch die Richtigkeit der Aussagen seiner Lehrer prüfen?

LG Son

PS: ich bin dir dankbar, das soll keine Minderschätzung sein, sondern nur ein Appel ein weniger tolerant zu sein.

Es ist meine Aufgabe, ich bekomme dafür bezahlt mich um diese Themen zu kümmern, es ist nicht so, dass ich durch die Gegend laufe und mir Probleme suche, sie werden an mich herangetragen und nochmal es gibt ja auch den Punkt rechter Lebenserwerb, den verstehe ich auch so zu arbeiten um anderen nicht zu schaden. Ich mache meine Arbeit korrekt, die Führungskräfte nicht, aber so ist das System und ich werde es nicht ändern, das ist mir bewusst, daher agiere ich bereits anders, es ist mir auch egal geworden, so wie allen anderen, man passt sich halt an. Wie Jianwang schrieb es wird sicher ein Grund für das Leiden dieser Menschen haben und warum soll man helfen?
Holzklotz hat geschrieben:
@Son
hast Du Dich schonmal gefragt, ob die (durchaus verständliche) innere Auflehnung gegen die Gegebenheiten Deine Fähigkeit angemessen und heilsam zu (re)agieren eher fördert oder behindert?


Irgedwann hatten wir festgestellt, dass es in dem Forum sehr viele hypersensible Leute gibt. Eine Eigenschaft, die ja insofern sehr gut, als man ganz viele Zwischentöne und auch Emotionen mitkriegt. Aber genau diese Empfindlichkeit führt dazu, dass etwas, was für andere normal ist, mit sehr viel mehr Wucht ankommt als beabsichtigt. Also ich habe, das auch bei mir festgestellt, was jetzt z.B dazu führt, dass ich sehr selten fernsehe und merke, dass mir Meditieren und Natur sehr gut tun und ich mich auch in vielen asiatischen Kulturen sehr wohl fühle, wo man in bestimmten Situationen rücksichtsvoller miteinander umgeht. Wenn Son vom seinem Erlebnis erzählt kriege ich den Eindruck, dass er ebenfall sehr empfindsam ist. Womit er ja hier nicht sehr allein wäre.

Ich sehe aber echt eine Gefahr darin, Hypersensibilität selber als "besonders spirituell" zu sehen. Aus der Erfahrung heraus, dass man selber aus Empfindsamkeit heraus achtsam, sensibel und rücksichtsvoll ist, wo andere grob, unsenibel und rücksichtlos sind, kann man sich ja gerade durch Religion darin bestärken lassen, dass man sich sich selber für spitituell überlegen hält und als Feinsinniger auf die Groben und Lauten herabsieht.

Der Benutzername "Holzklotz" verköpert da das Gegenmodell: In der Anweisung "wie ein Holzklotz" zu sein, wird ja Spiritulität eher als so ne gleichmütige Umpemfindlichkeit gegenüber den Umständen gesehen. Als ein Abbau von Volieben und Befindlichkeiten. Statt die Welt zu beurteilen, weil einem dieses zu laut und jenes zu bunt und die Suppe einen Hauch zu salzig und der Kellner viel zu schroff ist, ist man wie ein Happy Holzklotz, der mit allem kann. So wie der Mönch ohne Befindlichkeiten zu essen hat, was in die Bettelschale kommt. Und jedem gegenüber zulächeln soll egal ob Gutmensch oder Saubeutel.

Das klingt theroretisch super, aber wie kriegt man gegenüber der Welt eine dicke Haut? Wie tranisiert man sich als Holzklotz?
@void
Wenn man sich selbst nicht zu wichtig nimmt und nicht zulässt, das solche Gegebenheiten sich in einem selbst als Leiden manifestieren.
So habe ich den Gleichmut für mich entwickelt.

Aber dadurch bin ich nicht weniger sensibel - ich sehe wohl das Leiden von Anderen.
Nur mache ich dieses Leiden nicht immer und jederzeit zu meinem eigenen. Wenn aber jemand mich fragt oder um Hilfe bittet, kann ich aus meiner Erfahrung antworten. Ob der/diejenige dies annimmt oder nicht, liegt nicht in meiner Macht und beeinflusst mein Fühlen nicht.
Weder bin ich glücklich, wenn es hilft noch betrübt, wenn nicht.

_()_

Edit: btw sagt dies auch mein Name ...
@void
ich würde mich auch als sehr sensibel einstufen.
Ich bin mittlerweile selbständig, weil ich irgendwann einsehen musste, dass ich (auch nach diversen Firmenwechseln) in so einer Struktur nicht ankommen kann. Das hat Jahre gedauert in denen ich die "Schuld" bei mir und den Anderen gesucht habe und vergeblich versucht habe mich anzupassen (weil es ja Nicht-Spirituellen anscheinend sogar besser gelang als mir, sich in diese Gebilde einzufügen).
Trotzdem oder gerade weil das so eine zermürbende Erfahrung war habe ich aber viel gelernt.
Abgestumpft hat mich die Praxis übrigens nicht - eher im Gegenteil. Es ist nur die Frage, was man mit seinen Empfindungen macht - ob man darin stecken bleiben muss und sich ihnen unterwirft. Das hat nichts Kaltes und da ist auch kein dickes Fell, sondern nur die Bereitschaft durch zu gehen und sich nicht darin zu verheddern.
jianwang hat geschrieben:
Wenn man sich selbst nicht zu wichtig nimmt und nicht zulässt, das solche Gegebenheiten sich in einem selbst als Leiden manifestieren.
So habe ich den Gleichmut für mich entwickelt.
..
Nur mache ich dieses Leiden nicht immer und jederzeit zu meinem eigenen.


Holzklotz hat geschrieben:
Es ist nur die Frage, was man mit seinen Empfindungen macht - ob man darin stecken bleiben muss und sich ihnen unterwirft. Das hat nichts Kaltes und da ist auch kein dickes Fell, sondern nur die Bereitschaft durch zu gehen und sich nicht darin zu verheddern.


Also wieder genau die Sachen mit dem "ersten Pfeil" und dem "zweiten Pfeil" ( Durch einen Pfeil): Man ist überhaupt nicht weniger empfindlich, sondern mach sich die durch den ersten Pfeil entstehenden "Verletzungen" nicht als Leiden zu eigen. Man hat also kein dickes Fell sondern eher das Gegenteil: Man leistet keinen Widestand ud damit keine Angriffsfläche. Der zweite Pfeil fliegt durch einen durch.
Guten Morgen!

Ich weiß nicht, ob es sinnvoll ist, sich gegenüber der Welt ein „dickes Fell“ zuzulegen. Ich meine, nicht.
Ich finde es hilfreich, auch anderen Menschen mit der gleichen Aufmerksamkeit und Nachsicht zu begegnen, wie mir selbst.

Mensch neigt dazu, eigenes Verhalten situativ zu beurteilen, fremdes Verhalten aber auf manifeste Persönlichkeitseigenschaften zu attribuieren. Dieses Phänomen ist in der Psychologie auch als „fundamentaler Attributionsfehler“ oder „correspondence bias“ bekannt.

Hier führt Son das meiner Ansicht nach ziemlich gut vor, er selbst beschreibt sich als jemanden, der seine Arbeit korrekt macht, sich den Kollegen und Mitarbeitern zuwendet, aber situationsbedingt nicht alles zum Besseren ändern kann. Die Führungskräfte dagegen „sind eben so“. Hier wird das ebenfalls situationsabhängige Verhalten der anderen Menschen systematisch unterbewertet und dafür auf vermeintliche Persönlichkeitseigenschaften einer Personengruppe attribuiert.

Meiner Ansicht nach hilft hier ein „dickes Fell“ wenig, vielmehr ist ein Perspektivwechsel sinnvoll. Warum agiert denn der Mitarbeiter oder die Führungskraft in diesem Moment so und nicht anders? Ist derjenige wohl glücklich dabei? In welcher Zwangsjacke steckt dieser Mensch vielleicht gerade?
Warum z.B. redet der eine Mitarbeiter nicht mit mir, enthält mir die Informationen vor, die ich für meine Arbeit benötige? Ist der „eben so“, oder hat der vielleicht in diesem Augenblick Angst vor mir? Habe ich dafür vielleicht einen Anlass geliefert? Hat derjenige vielleicht einfach die Hosen voll, wenn die Abteilung Controlling ins Büro kommt? Usw.

Für mich gehört das „rechte Zuhören“ in den Bereich der „rechten Rede“, und meist entdeckt man schnell, dass auch „die Anderen“ aus ihrer Weltsicht gute Gründe für ihr jeweiliges Handeln haben, ob mir das in diesem Moment nun schmeckt oder nicht. Das bedeutet nun nicht, alles zu schlucken, was einem aufgetischt wird. Aber Pauschalbeurteilungen im Stile von „ich bin ja so sensibel und gehe auf alle Sorgen und Bedürfnisse der Menschen ein, aber die Entscheider sind alles Schweinebacken“, das ist für meinen Geschmack wenig zielführend und auch nicht fair.

Ich habe in 35 Berufsjahren vom kleinen Handwerksbetrieb über öffentliche Verwaltungen bis zu Dax-Konzernen schon mit einer ganzen Menge unterschiedlichster Menschen zusammengearbeitet, aber solche Charakterschweine, wie Son sie offenbar gehäuft in seinem Unternehmen trifft, waren da keine dabei. Das waren am Ende alles Menschen wie Du und ich. Ich bin mit einigen besser klargekommen, mit anderen schlechter. Aber systematisch Kollegen oder Mitarbeiter bewusst zu schädigen? Klar, da wurde schon mal einem Kollegen was reingewürgt, was vielleicht nicht immer fair war. Aber systematisch, immer wieder und mit voller Absicht? „Den mach ich jetzt fertig!“? Das habe ich zumindest so nie erlebt.

Vielleicht hatte ich ja auch nur Glück.

Liebe Grüße
Andreas
Hallo Void,

ich danke dir wirklich sehr für deinen Beitrag und ja ich bin ein sehr empfindsamer Mensch und dachte eigentlich, dass grad Buddhisten auch empfindsam sind.

Ich kann mit gewisser Härte nichts anfangen, da ist für mich besser weder zu lesen noch zu schreiben, weil da verliere ich meinen Glauben an meine Religion, die ich sehr mag und glücklich bin damit.

Nochmal danke für grad diesen Beitrag, weil er beschreibt genau das was ich empfinde, und ich sehe mich selbst mit genug Selbstwertgefühl, dass ich auch so über den Dingen stehe, dass ich mich sogar manchmal einsam fühle, weil ich nicht das Gefühl habe, dass mir andere folgen können, entweder weil die "dumm" sind - nicht im Sinne von herkömmlicher Dummheit, sprich Intelligenz sondern in Bezug auf das Leben.

Das mag arrogant klingen - aber das ist auch ein Teil meiner Einsamkeit, weil ich weit und breit keine Menschen kenne zu denen ich aufschauen könnte bzw. die ich auf Augenhöhe sehe.

Entweder sie sind oberflächlich, bösartig oder was auch immer, aber ich habe hohe Ideale an mich und an andere genauso und in meiner Welt bin ich deshalb auch so alleine, weil ich wie gesagt niemanden kenne der diese gute Eigenschaften hat.

Mir fällt eine einzige Person ein, wo ich hochschaue, die ich aber nicht persönlich kenne, das ist Thich Nhat Hanh.

Ich kann schwer damit umgehen, wenn ich Fehler sehe bei anderen Menschen, dann gehe ich auf Distanz und ja, ich habe natürlich auch Fehler, aber ich arbeite wenigstens dran, nochmals Danke, LG Son
Hallo Andrea,

du hast sicher recht, es mag nicht überall so sein, ich verwende ja bewusst das Wort SYSTEM - also das was ich schreibe sehe nicht nur ich so, ich kenne kaum jemand, der es anders sieht in dem SYSTEM.

Ich habe eine Kontrollfunktion, die ich auch ausführe, aber im Sinne der Mitarbeiter, weil die "Bösen" die gibt es ja eh auf der anderen Seite, da muss ich nicht noch mitspielen.

Von mir wird Korrektheit erwartet, das erwarte ich mir auch von den Entscheidungsträgern und das ist nicht so, weil sich ein SYSTEM eben nicht gerne verändert, aber dann sollen sie auch mich in Ruhe lassen und nicht Aufträge geben, die sie ohnedies nicht verändern wollen.

Ich möchte aufgrund meiner Anonymität nicht sagen, in welchem Art von SYSTEM ich arbeite, aber das was ich schreibe sind eben Wahrheiten.

Erklär mir bitte mal wie ein kleiner Mitarbeiter korrekt sein kann und soll, wenn die Entscheidungsträger ihnen ganz was anderes vorleben? Wie kann ich einem Mitarbeiter kritisieren, wenn ich selbst nicht korrekt bin?

Daher fehlt mir jedes Verständnis für dieses Vorgehen und es widerspricht aus meiner Sicht sogar im 8fachen Pfad angeführter rechter Lebenserwerb.

Aber ich bin alt und muss dankbar sein, daher werde ich keine Veränderung schaffen, das haben schon "Mächtigere" als ich versucht. Es ist eigentlich traurig zu glauben wir leben in Ländern, wo Korrektheit oder gar Meinungsfreiheit herrscht. Ich sehe da keine Unterschiede zu den bösen totalitären Systemen, weil wenn ich mich dort unterordne lasst mich auch in Ruhe und so ist es hier auch. Ich kann ein ruhiges Leben - leider hat man mich auf eine Stelle gesetzt, wo ich Einblick habe und das was ich sehe ist oft mit meinem Gewissen nicht vereinbar.

Mir ist kein einziger Entscheidungsträger bekannt, der korrekt wäre, einige kleine Mitarbeiter sind es sehr wohl, trotzdem sie sehen was an Missständen so abgeht.

Ich habe auch bewusst vermieden noch deutlichere Worte zu schreiben, weil das was ich schrieb kann mir schon schaden, wobei mein Wissen mich schütz, das "denke" ich - ob es so ist, weiß ich nicht, LG Son
Also mein Fazit bisher:
Jammern bringt nichts (auch für diejenigen, die sich in der Rolle gefallen)
und dem Gejammer die gewünschte Zustimmung zu geben macht es noch schlimmer

Wenn da jemand meint, er sei zu gut für diese Welt, dann muss sie ihm wohl erstmal genug weh tun, damit das verzerrte Weltbild zerrissen wird. So sind wir Menschen halt. Meistens bewegen wir uns nur wenns ordentlich Haue gegeben hat.
Ja, du hast recht Jammern bringt nichts, weil wir in einer korrupten Gesellschaft leben, nicht die Welt ist es, sondern die Menschen und natürlich hab ich letztendlich begriffen, dass ich genau nicht mal ein Staubkorn verändern kann.

Wie gesagt, wobei bevor ich mit Hardlinern und "dummen" Menschen umgebe, gehe ich in die Einsamkeit bzw. gibt es auch Menschen, die noch Empathie haben wie Void es ja sinngemäß auch geschrieben hat.

Ich fange mit "Härte" nichts an - kalte Menschen kenne ich genug, ich werde nicht dazu gehören, LG

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