Ursache für Leid

Moderator: kilaya

Hallo Jana
Jana69 hat geschrieben:
Ist es euch tatsächlich möglich, negativen Gefühlen (vedana) tatsächlich gelassen zu begegnen?
Nicht immer, aber immer öfter :)
Jana69 hat geschrieben:
Ich schaffe das nicht. Zwar halte ich mich schon lange für achtsam, gerade auch was Gefühlstönungen betrifft. Allerdings habe ich ganz stark das Bedürfnis, dem Auslöser des Leids (über Ablehnung, Anhaftung und Verblendung hinaus) auf den Grund zu gehen. Z.B. eine Überlastung am Arbeitsplatz, die Leid verursacht, muss ich aktiv begegnen, da dieser Faktor ansonst immer wieder zu Leid führt.
Seine Gefühle wahrzunehmen, sie zu identifizieren und zu reflektieren ist schon einmal ein wichtiger Schritt - es verhindert, dass man sich von diesen Gefühlen 'steuern' lässt. Das ist genau der Punkt, um den es bei rechter Achtsamkeit geht. Das ermöglicht dann auch, zu den Gefühlen gewissermaßen "auf Abstand" zu gehen und sie loszulassen.

Nicht wahrgenommen, haben negative Gefühle die Tendenz, sich zu steigern - bis hin zur Umsetzung in Handlungen aus solchen Emotionen heraus. Je früher man ihr Aufsteigen bemerkt, um so schwächer sind sie (noch) und um so leichter kann man sie dann auch loslassen. Das frühe 'Bemerken' ist eine Sache der Übung; mit der Übung wächst die Achtsamkeit und man bekommt die negativen Gefühle leichter und schneller unter Kontrolle.

Zur Reflektion gehört natürlich auch, den oder die Auslöser negativer Gefühle zu identifizieren. Nichts spricht dagegen, sich das Leben und die Übung leichter zu machen, indem man solch bekannte Auslöser meidet. Natürlich geht das nicht immer und in allen Fällen. Dann kann man zumindest abwägen, ob das, warum man sich in die auslösende Situation begibt, die dadurch ausgelösten Gefühle wert ist. Eine Antwort 'Nein' hilft einem zukünftig bei der Vermeidung. Eine Antwort 'Ja' hilft einem beim Loslassen der negativen Gefühle - es ist einem dann ja bewusst, dass diese Negativität durch etwas Positives auf- oder sogar überwogen wird. So oder so - man hat aus den negativen Empfindungen etwas gelernt.

Was die Situation hier im Forum angeht - da gibt es immer wieder 'Auslöser'. Spacy ist öfters ein solcher 'Auslöser' und ich habe den Eindruck, dass er diese Rolle gern und bewusst spielt. Weswegen ich es nicht sonderlich gut finde, wenn er sich speziell im Anfängerforum tummelt. Jedenfalls sind solche 'Auslöser' hier ein gutes Übungsobjekt für das oben Beschriebene. Man kann sich ihnen gegenüber in Gleichmut üben und sich stattdessen über freundliche und nützliche postings freuen - oder auch solche Auslöser vermeiden. Indem man sie auf die Ignorier-Liste setzt, was eine weniger radikale Lösung ist, als sich gleich vom ganzen Forum zu verabschieden. Ich habe das übrigens schon vor geraumer Zeit bei Spacy getan. Weil er (zumindest mir) nichts zu sagen hat. Seine postings haben bei mir zu oft das (eher neutrale als negative) Gefühl ausgelöst: "das jetzt zu lesen, war aber wirklich Zeitvergeudung". Wie schon gesagt - dagegen gibt es hier ein einfaches technisches Mittel.

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Hallo Sudhana,
danke für den Hinweis. Das ist in der Tat ein guter Vorschlag, den ich überdenke.
Dennoch stelle ich mir die Frage danach, ob ich mir das antun muss und selbstverständlich gehe ich meinen Weg weiter und den auch ganz bewusst und achtsam.
Ich finde es aber dennoch schade, dass ich hier im der Anfänger-community den Eindruck habe, dass einige der Antworten frustriert , zynisch und belehrend rüberkommen.
Ich bin Anfängerin und erwarte hier eher Mitgefühl, keine Breitseite darüber, weshalb ich arbeite und nicht kündige und wie egoistisch möglicherweise meine Gründe hierfür sind...oder weshalb ich so empfindlich auf schlichtweg doofe Sprüche reagiere, die ich nicht erwartet habe.
Lernfelder habe ich ausreichend in denen ich mich täglich aufs Neue üben kann und auch möchte.

Ich bin offen für das, was auf dem Weg vor mir liegt...

Lieben Dank aber für deine freundliche, ehrliche und motivierende Rückmeldung.
Beste Grüße, Jana :rainbow:
fotost hat geschrieben:
Raphy hat geschrieben:
von fotost » 30.07.2017, 22:13 hat geschrieben:
...

Wenn Buddha bei seinen Wanderungen auf einen spitzen Stein getreten ist wird ihm das genauso weh getan haben wie es mir weh tun würde (wobei es einem Buddha mit seiner Achtsamkeit bestimmt viel seltener passieren dürfte). Wahrscheinlich würde ein Buddha in so einem Moment zuerst den Fuß untersuchen, ob es eine Wunde gegeben hat, dann den spitzen Stein sorgsam vom Weg entfernen und dann weiter wandern 8)

Hallo lieber fotost.

Das glaube ich nicht, dass es ihm weh tun würde wie dir.

Durch die jahrelange Gewöhnung an das Barfußgehen waren seine Sohlen vermutlich so abgehärtet, dass er weniger oder gar keinen Schmerz fühlen würde. Kommmt natürlich darauf an wie spitz der Stein ist.

Aber nur meine Meinung. Könnte alles auch ganz anders sein. :)

Liebe Grüße


Liebe Grüße Raphy,

ja sicher. Mit der Darstellung habe ich kein Problem. Du hast bestimmt Recht. Buddha war das Barfußgehen auf unbefestigten Straßen gewohnt, ich bin ein Großstadtweichling :mrgreen: und kann kaum das Barfußgehen am Strand im Urlaub richtig genießen..

Du hast das Beispiel trotzdem verstanden.

Auswirkung von konkreten Leidensursachen prüfen,
die Ursachen, wenn es geht ausschalten
weitergehen!

@MotGaeo (liebe Grüße) hat in einem weiteren Beitrag das Richtige geschrieben

Er hat also das Beste aus der Situation / dem Ist-Zustand gemacht. Mehr als klaglos das Beste zu geben geht (glaube ich) nicht.

Eine schöne Zusammenfassung der Lehre für mich 8)


Danke für deine Antwort fotost.

An Alle:
Zum Thema "barfuß" bitte hier weiterschreiben, falls Bedarf besteht:

Barfußgehen (in) Buddhistischer Salon

Liebe Grüße
Jana69 hat geschrieben:
Hallo Sudhana,
danke für den Hinweis. Das ist in der Tat ein guter Vorschlag, den ich überdenke.
Dennoch stelle ich mir die Frage danach, ob ich mir das antun muss und selbstverständlich gehe ich meinen Weg weiter und den auch ganz bewusst und achtsam.
Ich finde es aber dennoch schade, dass ich hier im der Anfänger-community den Eindruck habe, dass einige der Antworten frustriert , zynisch und belehrend rüberkommen.
Ich bin Anfängerin und erwarte hier eher Mitgefühl, keine Breitseite darüber, weshalb ich arbeite und nicht kündige und wie egoistisch möglicherweise meine Gründe hierfür sind...oder weshalb ich so empfindlich auf schlichtweg doofe Sprüche reagiere, die ich nicht erwartet habe.
Lernfelder habe ich ausreichend in denen ich mich täglich aufs Neue üben kann und auch möchte.

Ich bin offen für das, was auf dem Weg vor mir liegt...

Lieben Dank aber für deine freundliche, ehrliche und motivierende Rückmeldung.
Beste Grüße, Jana :rainbow:


Ich finde es schade, dass Du Du das so auffasst.
Niemand hat Dir hier auf Deine Breitseite gezielt.
Du hast eine Frage gestellt und Du hast Antworten erhalten.
Jeder hat sich Mühe gegeben so zu antworten, wie es ihm möglich ist, aus seiner Perspektive und was er sieht. Jeder hat seine Zeit auf Dich verwendet und aus seiner persönlichen Erfahrung was beigesteuert.
Auch Spacy. Er hat auf seine Art nur zum Ausdruck gebracht, dass Dich niemand zu dem Job zwingen kann.

Wie wär es mit einem Neustart hier?
Hallo Jana,
vielleicht bist Du bei Deiner Anfrage im Buddhaland eher den negativen Gefühlen nachgegangen, die manche Antworten hier bei Dir ausgelöst haben, und hast die positiven Antworten übersehen? Da waren einige gute Anregungen, wie ich finde. Mit etwas Abstand könntest Du das noch einmal lesen und Deine Fragen daran weiter konkretisieren. So würde ich es tun und mich würde es auch interessieren, etwas mehr konkretes über Deine Tätigkeit und Schwierigkeiten zu lesen. Ausserdem dauert es immer eine Weile bis hier alle alles gelesen haben und dann zum antworten kommen. Man sollte hier nie nicht die Geduld verlieren. :)
Meist sind die "ruppigen" Antworten letztendlich hilfreicher als die guten Ratschläge.
Denn die kanntest Du bestimmt schon und sie haben Dir nicht geholfen.

_()_
erwartungen sind immer so ne Sache ....
Jana69 hat geschrieben:
Hallo zusammen.
Seit ca. 6 Monaten beschäftige ich mich nun mit der buddhistischen Lehre. Aktuell taucht bei mir folgende Frage auf:
Ist es euch tatsächlich möglich, negativen Gefühlen (vedana) tatsächlich gelassen zu begegnen?
Ich schaffe das nicht. Zwar halte ich mich schon lange für achtsam, gerade auch was Gefühlstönungen betrifft. Allerdings habe ich ganz stark das Bedürfnis, dem Auslöser des Leids (über Ablehnung, Anhaftung und Verblendung hinaus) auf den Grund zu gehen. Z.B. eine Überlastung am Arbeitsplatz, die Leid verursacht, muss ich aktiv begegnen, da dieser Faktor ansonst immer wieder zu Leid führt.
Ich hoffe, ich konnte mein Anliegen so halbwegs verständlich formulieren;-)
Viele Grüße Jana :?

Hallo Jana,
ich bin selbst noch sehr neu in diesem Forum, meditiere jedoch schon eine Weile im vajrayana Buddhismus. Ich muss ehrlich gesagt sagen, dass ich selbst immer wieder an meine Grenzen komme und alte Fehler wiederhole. Was sich bei mir geändert hat ist, dass ich es jetzt wenigstens erkenne. Dann habe ich die Möglichkeit zu erkennen wie ich besser handeln sollte ohne jemandem, mich eingeschlossen, zu schaden. Es klappt nicht immer, ich werde aber immer besser. Das macht Meditation. Eines was mir in Erinnerung geblieben ist, waren die Worte eines tibetischen Lehrers:"Meditation verändert dich nicht, sie zeigt dir nur wie du funktionierst". Und ich finde da hat er Recht gehabt. Wenn du weißt wie du funktionierst kannst du auch in der Arbeit besser zum besten aller handeln. Ich hoffe das war ein wenig hilfreich und wünsche dir alles Liebe.
Monikadie4. hat geschrieben:
:like: :like: :like:

Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Jana69 hat geschrieben:
An alle nochmals, die auf meine ursprüngliche Frage geantwortet haben, besonders aber an Spacy:

Ich bin in diesem Forum davon ausgegangen, dass einem ein Mindestmaß an Wohlwollen und Freundlichkeit entgegen gebracht wird.
Aussagen wie: ...friss den Mist...
decken sich überhaupt nicht mit meinem Verständnis von Metta und einem wertschätzenden Umgang mit anderen im Forum.
Daher habe ich mich entschlossen, "Buddhaland " wieder zu verlassen.
Jana

Oh je!
Wenn Du auf so eine harmlose Redewendung, die keinerlei Beleidigung ist, sondern nur eine Abwandlung von "Friss oder stirb" gleich mit Rückzug reagierst, dann frage ich mich, was Du mit dem Dharma eigentlich vorhast? Wenn Du Dich auf den Weg einlässt, dann wirst Du nämlich am Schlafittchen gepackt, und das kann furchtbar weh tun.

Der Sinn der Übung ist es, seine Emotionen zu erkennen und ihnen nicht immer auf den Leim zu gehen. Anstelle dessen kann man eine Resilienz gegen die eigenen Emotionen und gegen die Herausforderungen des Alltags entwickeln, die einem ein zufriedenes Leben ermöglicht und einen nicht bei jedem Hindernis in Verzweiflung geraten lässt. Wen man bei dem kleinsten Problem schon die Segel einholt, ist man da nicht gut aufgehoben. Auch weil das Leben einfach kein Ponyhof ist. Es wird niemals möglich sein, die Welt zu verändern, nur weil man jetzt "ein Buddhist" geworden ist. Die Leute werden auch nicht voller Hochachtung und Respekt auf einen sehen und einen von jeglichem Konfliktpotential verschonen. Du wirst nicht besser in Deinem Job, weil Du ein Buddhistin geworden bist. Du wirst vielleicht nie besser. Aber Du kannst daran arbeiten.

Nur weil einer zum Buddhisten geworden ist, ist er kein neuer Mensch geworden. Seine Angewohnheiten zu ändern ist eine Lebensaufgabe, und jeder tut sich mehr oder weniger schwer. Mitgefühl bedeutet auch, die Unzulänglichkeiten der Anderen auszuhalten. Allein schon, weil man selbst auch unzulänglich ist. Du bewegst Dich hier also unter Gleichen.

Du kannst natürlich auch die Einsamkeit suchen und Dich enttäuscht von der Welt abwenden. Aber erwarte nicht, wenn Du dann wieder zurückkommst, dass sich irgendwas geändert hat oder dass Du Dich geändert haben könntest.

Vielen von uns platzt ab und zu der Kragen und wir gehen eine Zeit aus Butterland. Die meisten kommen irgendwann, wenn sich der Rauch gelegt hat, wieder. Warum auch immer.
Diese Plattform kann einem die Möglichkeit geben, ein bisschen mehr Widerstandskraft zu entwickeln, mehr Konflikte auszuhalten, was sich dann auch im Alltag auswirkt. Hier kann einem nicht viel passieren, nur ein bisschen Verletztfühlen, Zorn, Animositäten usw. Alles, was Menschen halt so mit sich herumtragen. Man kann lernen, damit besser umzugehen, so man denn möchte. Auch wenn das Forum virtuell ist, hier schreiben Menschen. Ein paar sind närrischer als andere. Aber Narren sind wir alle.

Zwar halte ich mich schon lange für achtsam, gerade auch was Gefühlstönungen betrifft. Allerdings habe ich ganz stark das Bedürfnis, dem Auslöser des Leids (über Ablehnung, Anhaftung und Verblendung hinaus) auf den Grund zu gehen. Z.B. eine Überlastung am Arbeitsplatz, die Leid verursacht, muss ich aktiv begegnen, da dieser Faktor ansonst immer wieder zu Leid führt.

Du hältst Dich für achtsam. Aber was Du beschreibst ist nicht Achtsamkeit, das ist Empfindlichkeit. Deshalb fühlst Du Dich wohl auch überlastet. Und das zeigst Du mit Deinem Rückzug ganz deutlich: Ein kleiner harmloser Satz und schon fühlst Du Dich angegriffen und missachtet. Aber unser Spacy redet nun mal so, auch wenn das einem nicht gefällt. Er kann Dich nicht persönlich gemeint haben. Wie denn auch? Es ist sein Ding. Aber Du nimmst das sofort persönlich.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Empfindlichkeit immer eine Sache mangelnden Mitgefühls ist und aus der Neigung, alles auf sich zu beziehen, entstammt. Mangelnde Abgrenzung ist eine Folge davon.
Ich weiß wie schwer das ist, sich dem zu stellen. Erst mal muss das super-duper-Selbstbild angekratzt werden. Wem gefällt das schon? Und ja, Höflichkeit und Umgangsformen sind und bleiben wichtig und keiner kann seinen mangelnden Respekt damit entschuldigen, dass der Andere nicht alles so persönlich nehmen soll. Aber den Anderen kann ich nicht ändern. Ich kann nur mein eigenes Feld beackern. Ich kann Respekt einfordern, aber wenn ich erwarte, dass meine Forderungen erfüllt werden, dann bin ich der größte Narr der Welt und nicht zu heilen. Warum nicht den einfacheren Weg gehen und bei sich anfangen? Und sich auch immer wieder scheitern sehen. Und dann wieder von vorne anfangen …

Auch wenn Du das Trainingslager Butterland nicht mehr betreten möchtest, nimm die Chance wahr da draussen. Es lohnt sich wirklich, die Kröten zu schlucken.

Alles Liebe und Gute auf dem Weg!


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Wenn man diesen Weg für sich wählt, muss man damit rechnen, dass es ans "Eingemachte" geht.
Man hüllt sich nicht in Watte, sondern macht sich frei davon.
Das ist ein langer und zum Teil sehr schmerzhafter Weg.
Den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, ist da nicht...

Alles Gute
Lilli :)

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