Braunschweig Gruppen

Moderator: void

Worin unterscheiden sich die beiden buddhistischen Gruppen in meiner Stadt? Die einer ist der Diamantweg ich war schon einmal dort und habe nicht verstanden warum die dort jeden Tag eine meditation auf den 16. Karmapa machen?

https://www.diamantweg-buddhismus.de/braunschweig

http://www.braunschweig-buddhismus.de
Hallo Ritusa,

Herzlich Willkommen. Ich werde versuchen, Deine Fragen zu beantworten, aber wenn wir Glück haben, findet sich jemand, der zu Deinen Fragen aus eigener Anschauung kompetenter berichten kann.
Frage 1. Worin unterscheiden sich die beiden buddhistischen Gruppen in meiner Stadt? …
Zu Frage Nr. 1. Der Diamantweg-Buddhismus gehört zum Tibetischen Buddhismus und sieht sich, lt. website selbst als
„zeitgemäße Fortführung der Karma Kagyü Linie“.

Frage 1 a. … habe nicht verstanden warum die dort jeden Tag eine meditation auf den 16. Karmapa machen
Ich gehöre zwar nicht zum Diamantweg, aber meines Wissens ist die Meditation auf den Karmapa (Guruyoga) die Hauptmeditationspraxis des Diamantweg-Buddhismus. …

Zu Deiner Frage 1a.:
Die Meditation auf den 16. Karmapa - Ein Interview mit Lama Ole Nydahl
Die Meditation auf den 16. Karmapa ist die Hauptmeditation in allen unseren Zentren. Jeder Neue meditiert als erstes auf den 16. Karmapa. Warum ist das so? Was ist das Besondere an dieser Meditation? http://www.buddhismus-heute.de/archive. ... _0.de.html

By the way: Ins Zentrum zu gehen, und sich die Frage von Menschen, die dies offenbar täglich machen, erklären zu lassen, ist sinnvoller. Durch gezielte, von Interesse zeugende Fragen kommst Du als „Neuling“ mit den Leuten vor Ort leichter ins Gespräch, und kannst somit auch viel besser abchecken, „ob die Chemie stimmt“. :wink:

Frage 2. Die anderen Gruppe:

Den Inhalten der website http://www.braunschweig-buddhismus.de/% ... einschaft/

ist zu entnehmen, dass sich das Zentrum zwar verbunden mit:

http://www.tibethaus.com/home.html
http://www.choeling.de/

… aber für jede buddhistische Schule etwas anbietet. Praktiziert wird dann in unterschiedlichen Gruppen. Die Angebote kannst Du der Website entnehmen, aber was spricht dagegen, der Gruppe einen Besuch abzustatten? :)

LG mkha´
Ritusa hat geschrieben:
Worin unterscheiden sich die beiden buddhistischen Gruppen in meiner Stadt? Die einer ist der Diamantweg ich war schon einmal dort und habe nicht verstanden warum die dort jeden Tag eine meditation auf den 16. Karmapa machen

Der Unterschied wird Dir sehr deutlich werden, wenn Du nun auch einmal Chöling aufsuchst, z.B. dort einmal in die Lamrim-Praxisgruppe gehst. Daneben kannst Du dort auch Erfahrungen mit andren buddhistischen Lehrtraditionen (Theravada, Zen) machen - aber es ist vielleicht ganz gut, zunächst einmal zu sehen, wie unterschiedlich die Vermittlung des Dharma alleine schon in Traditionen tibetischen Ursprungs sein kann.

Ein anderer Unterschied ist, dass Diamantweg umstritten ist - die umstrittenste Gruppierung in Deutschland. Kritik kommt nicht nur säkularer Seite (nur ein Beispiel: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/germering-ohne-tiefgang-1.2703003) sondern auch und vor allem von buddhistischer Seite: https://info-buddhismus.de/lama_ole_nydahl.html.

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Es ist, so denke ich, sinnvoll, sich Links, die man hier im Anfängerbereich jemandem empfiehlt, erst einmal selbst anzuschauen. Ein Disclaimer "ohne Gewähr" ist wenig hilfreich. Wenn ein "Anfänger" hier fragt, dann, weil er zumindest ein Stück weit vom Urteilsvermögen derjenigen profitieren möchte, die schon etwas länger auf dem Weg sind.

Bei dem ersten Link sowie den Links 3 - 5 handelt es sich nicht um "Gruppen", sondern um kommerzielle Anbieter, die ansonsten auch gar nicht den Anspruch erheben, Buddhismus zu vermitteln.

https://www.zazen.life/
50,- € für 5 mal 1,5 Stunden Zazen. Die einzige Qualifikation des Kursleiters besteht darin, selbst Schüler zu sein - bei dem "Zen und Leadership"-Geschäftemacher Hinnerk Polenski. Duhkha wird da reduziert auf "Erfolgsdruck im Berufsleben, Zeitdruck im Alltag und Dauerstress durch ständige Erreichbarkeit".

http://www.ayurveda-achtsamkeit.de/
Ein Heilpraktiker, der neben Ayurveda auch MBSR („achtsamkeitsbasierte Stressreduktion“) anbietet, eine Methode die von der buddhistischen Vipassana-Technik abgeleitet wurde. Mehr hat das dann auch mit Buddhismus nicht zu tun. 8-Wochen-Kurs 350,- €.

https://www.achtsamkeit-philosophischep ... htsamkeit/
Ebenfalls MBSR. Alternativ MSC ("achtsames Selbstmitgefühl"). 8-Wochen-Kurs jeweils 345,- €

http://www.körperwerkstatt-bs.de/zen-meditation.htm
Die Seite zeigt auf den ersten Blick, dass es sich (nicht nur hinsichtlich "Zen-Meditation" übrigens) um ein reines Bullshit-Angebot und Abzocke handelt. Um nur mal den offensichtlichsten Blödsinn zu zitieren:
WAS IST ZEN - MEDITATION ? Kurz gesagt: Chinesische Entspannungstechniken der Zen-Mönche zur körperlichen, geistigen und mentalen Leistungssteigerung
[...]
Zen bedeutet soviel wie "in sich ruhen" und kommt ursprünglich aus dem Buddhismus.
Die Qualifikation des Anbieters:
Meine Kenntnisse des menschlichen Körpers habe ich in meinem ersten Lebensabschnitt erworben, als ich noch als professioneller Ballett- und Contemporary-Tänzer tätig war. Daher sind mir die Zusammenhänge zwischen Körper, Muskulatur, Geist und Seele wohl vertraut.
Das unseriöseste Angebot ist dann auch das teuerste: 45 Minuten "Zen-Meditation" 39,- €.

Der einzige Link auf eine buddhistische Gruppe http://meditation-leipzig.de/zweigstellen/braunschweig/ geht zu einer Filiale der NKT. Eine ähnlich wie Diamantweg umstrittene Gruppierung, vgl. https://www.info-buddhismus.de/Neue_Kadampa_Tradition.html

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ich noch eine frage lehrt der diamantweg den buddhismus falsch? und woran unterscheidet er sich zu Chöling?
Der Buddhismus des Diamantwegs ist der authentische Vajrayana Buddhismus der Karma Kagyü Linie. Ob man den Stil mag oder mit dem Auftreten der Lehrer zurecht kommt, ist eine andere Frage.
Ritusa hat geschrieben:
... lehrt der diamantweg den buddhismus falsch?


Falls du mit "Buddhismus" die Lehre Gotama Buddhas meinst, wie sie in den frühesten Texten überliefert ist, dann ja. Dann ist der Diamantweg keine gute Repräsentation davon.
Diese Einschätzung würde dann aber auf den gesamten tibetischen Buddhismus, wenn nicht sogar auf den gesamten Mahayana-Buddhismus zutreffen und nicht speziell auf den Diamantweg. Ich würde sagen, es gibt nur sehr wenig Leute, die wenn sie "Buddhismus" sagen, v.a. bei so einer Frage, Deine eng eingegrenzte Interpretation frühbuddhistischer Texte meinen.
Ritusa hat geschrieben:
ich noch eine frage lehrt der diamantweg den buddhismus falsch
Ole Nydahl und die in seiner Nachfolge stehenden "Reiselehrer" lehren den Buddhismus auf Diamantweg- (oder Ole Nydahl-)Weise. Es gibt Mitglieder dieser Organisation, die sagen, das sei "der authentische Vajrayana Buddhismus der Karma Kagyü Linie" und es gibt Kritiker dieser Organisation, die bezeichnen das als seichten Lifestyle- oder Instant-Buddhismus.

Was "der authentische Vajrayana Buddhismus der Karma Kagyü Linie" ist, ist hier knapp, aber umfassend dargestellt. Ob das, was in den Diamantweg-Zentren gelehrt wird, nicht doch eher eine stark reduzierte und simplifizierte Form davon ist, merkt man, wenn man Vergleichsmöglichkeiten hat. Dazu muss man allerdings schon etwas mobiler sein und sich auch beispielsweise hier mal umschauen:

http://kamalashila.de
http://www.bodhipath.org
http://www.kirchheim.samye.org/
http://web2.hosting.bndlg.de/

- alles zur Karma-Kagyü-Linie gehörig. Wenn Du also ernsthaft speziell am authentischen "Buddhismus der Karma Kagyü Linie" interessiert bist ...

Ritusa hat geschrieben:
und woran unterscheidet er sich zu Chöling?
Chöling ist wie die Dimantweg-Organisation eine Gemeinschaft von Laien, doch gehören diese unterschiedlichen Traditionen an. Die Lehrer und Referenten findest Du hier angegeben. Die sind übrigens, anders als die auf der Webseite des Diamantweg-Zentrums angegebenen, alle noch am Leben. Ansonsten, wie schon empfohlen: schau es Dir selbst an. Hier kann man Dir viel erzählen - eigene Anschauung ersetzt das nicht.

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"Teilweise Vereinfacht" und "falsch" sind verschiedene Aussagen. :)


Diese beiden unterstehen Karmapa Urgyen Trinley Dorje. Das Zentrum in Schottland hat sich sogar noch vor dem Karmapa Konflikt abgespalten bzw. ist eigene Wege gegangen. Kamalashila glaube ich erst mit dem Konflikt.


Diese beziehen sich auf Schamarpa, der im Übrigen auch leider schon tot ist. Sich auf die Meister der Linie als Lehrer zu beziehen, auch wenn sie schon tot sein sollten, ist generell üblich. Sie hatten grossen Einfluss auf die Lehre der Linie und ihre Belehrungen bilden eine Grundlage für das was gelehrt wird. Deswegen ist es auch relevant, sie zu erwähnen.

Bodhipath lehrt eigentlich einen "untypischen" Kagyü-Buddhismus der auch einiges - nur anderes -
auslässt. Ich sage nicht, dass das falsch oder schlecht sei, es ist genauso Teil der Übertragung, aber die Zielgruppe ist einfach eine andere.

Schamarpa war übrigen auch immer mit spirituelles Oberhaupt der Diamantweg Zentren, hat sich aber inhaltlich nicht eingemischt, auch wenn er wohl nicht alles gut fand. Er hat aber etliche Einweihungen bei Diamantweg-Kursen gegeben.

Ich fände es angemessen, sich kein Urteil über die Authentizität der Lehre bestimmter Lehrer der Kagyü-Linie zu bilden, wenn man selbst eigentlich nicht in der Materie drin ist und sich nur eine Meinung von Aussen her gebildet hat.

Vergleichsmöglichkeiten und andere Anknüpfungspunkte wie diese zu geben finde ich dagegen gut.
kilaya hat geschrieben:
"Teilweise Vereinfacht" und "falsch" sind verschiedene Aussagen.

Richtig.
kilaya hat geschrieben:
http://kamalashila.de
http://www.kirchheim.samye.org/

Diese beiden unterstehen Karmapa Urgyen Trinley Dorje.
Und? Die beiden anderen "unterstehen" (wie der Diamantweg e.V.) dem anderen Karmapa-Prätendenten. Besser: sie erkennen jeweils eine andere Person als Karmapa an.

Ich habe ganz bewusst die Frage, welcher von den beiden Anwärtern da nun jeweils anerkannt wird, nicht zum Prüfstein gemacht, ob die vier genannten Praxisgemeinschaften zur Karma-Kagyü-Sekte gehören und bewusst Beispiele beider Parteien genannt. Ist das denn für Dich ein Kriterium? Willst Du ersthaft hier darüber diskutieren, welcher von den beiden Anwärtern der richtige, einzige und echte Karmapa ist und welcher der falsche?
kilaya hat geschrieben:
Das Zentrum in Schottland hat sich sogar noch vor dem Karmapa Konflikt abgespalten bzw. ist eigene Wege gegangen. Kamalashila glaube ich erst mit dem Konflikt.

Daher weht also der Wind. Die haben sich "abgespalten". Wenn man allerdings die hört, dann haben sich die Anhänger des anderen Karmapa Trinle Thaye Dorje "abgespalten". Vielleicht sollte man einem Neuling ja besser grundsätzlich empfehlen, sich von einer intern dermaßen hoffnungslos zerstrittenen Sekte fernzuhalten. Solches Pfaffengezänk wirft kein gutes Licht aufs Führungspersonal ...

Was Samgye Ling in Schottland (und dessen deutschen Ableger) angeht, so wurde dessen Leiter Lama Yeshe Losal Rinpoche durch den 16. Karmapa (der Vorgänger der beiden Prätendenten) ordiniert und durch den Tai Situpa eingesetzt - der wiederum der Mann hinter Karmapa Urgyen Trinley Dorje ist, den er 1992 eingesetzt hat. Was das Kamalashila-Institut angeht, so ist dies der europäische Sitz des Karmapa Urgyen Trinley Dorje.

Was uns zubringt - den Mann, der nun wiederum hinter Trinley Thaye Dorje stand und diesen 1994 eingesetzt hat. Entsprechend
kilaya hat geschrieben:
Diese beziehen sich auf Schamarpa, der im Übrigen auch leider schon tot ist.
- bezieht man sich dort nicht nur auf den 2014 verstorbenen Shamarpa Mipham Chökyi Lodrö, sondern eben auch auf den Karmapa Trinley Thaye Dorje. Wie auch der Diamantweg e.V.
kilaya hat geschrieben:
Bodhipath lehrt eigentlich einen "untypischen" Kagyü-Buddhismus der auch einiges - nur anderes - auslässt. Ich sage nicht, dass das falsch oder schlecht sei, es ist genauso Teil der Übertragung, aber die Zielgruppe ist einfach eine andere.
Es wird dort kein "untypischer", sondern als solide Grundlage ein vorwiegend an Atishas Mahayana-Lehren orientierter Kagyü-Buddhismus gelehrt. So jedenfalls der Anspruch. Ansonsten:
Shamarpa hat geschrieben:
Mahayana und Vajrayana sind aber nicht zu trennen, es sind nicht zwei unterschiedliche Dinge, vielmehr beruht die Praxis des Vajrayana zur Gänze auf dem Mahayana.
Das ist jedenfalls ein solider Ansatz und erklärt ein wenig Folgendes:
kilaya hat geschrieben:
Schamarpa war übrigen auch immer mit spirituelles Oberhaupt der Diamantweg Zentren, hat sich aber inhaltlich nicht eingemischt, auch wenn er wohl nicht alles gut fand.
Was er nicht "gut fand" war die Vermittlung von Vajrayana-Lehren ohne hinreichende Grundlage.
kilaya hat geschrieben:
Ich fände es angemessen, sich kein Urteil über die Authentizität der Lehre bestimmter Lehrer der Kagyü-Linie zu bilden, wenn man selbst eigentlich nicht in der Materie drin ist und sich nur eine Meinung von Aussen her gebildet hat.

Es ist mir nicht bewusst, hier ein "Urteil über die Authentizität der Lehre bestimmter Lehrer" geäußert zu haben. Ich habe auf die weit verbreitete Kritik am Diamantweg e.V. im allgemeinen und an Ole Nydahl im speziellen verwiesen und mich hier eines eigenen Urteils enthalten. Diese Kritik einfach zu verschweigen, wäre der Eingangsfrage mE nicht gerecht geworden.

Ansonsten:
Shamarpa hat geschrieben:
Verfügt man selbst über ein profundes Wissen über Vajrayana-Philosophie, usw. kann man einen Lehrer natürlich auch selbst prüfen. Man sieht sich dann an, welche Art von Ausbildung der Lehrer durchlaufen ist, welche Übertragungen er erhalten und in welchem Ausmaß er diese praktiziert hat usw. Es ist ähnlich, wie auf einer Universität: Man kann nachfragen, wie dieser oder jener in den verschieden Fächern war, kann andere Studenten oder Lehrer fragen usw. In dieser Weise kann man das Wissen eines Lehrers überprüfen.
Nun will ich mir selbst sicher kein "profundes Wissen über Vajrayana-Philosophie" zuschreiben. Ich schreibe dies jedoch Anderen zu, von deren Studien ich im gegenseitigen Gedankenaustausch profitieren durfte. Ich habe neben einem größeren Diamantweg-Zentrum u.a. auch das Kamalashila-Institut und das Dharmazentrum Möhra kennengelernt - und vor allem Menschen, die dort praktizieren.

Ansonsten ziehe ich für meinen Teil es vor, Lehrer auf eine andere Art zu prüfen - indem ich mir anschaue, wie sie mit Geist, Körper und Sprache handeln und wie es ihre Schüler tun. Z.B. hier: Sudhana @ Re: Frage zum Diamantweg Buddhismus (in) Anfängerbereich - das führt selbstredend nur zu subjektiven Einschätzungen, wie in den darauf folgenden Postings erläutert.

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Sudhana hat geschrieben:
Diese beiden unterstehen Karmapa Urgyen Trinley Dorje.
Und? Die beiden anderen "unterstehen" (wie der Diamantweg e.V.) dem anderen Karmapa-Prätendenten. Besser: sie erkennen jeweils eine andere Person als Karmapa an.

Nichts anderes meinte ich. Ich bevorzuge selbst keinen der Karmapas, wer meine Meinung dazu (hier aus dem Forum) kennt, weiss dass ich sie für mich durchaus beide anerkenne. Für mich ist ohnehin der innere / geheime Lehrer wichtiger, so dass ich mich da gut raushalten kann.

Ist das denn für Dich ein Kriterium? Willst Du ersthaft hier darüber diskutieren, welcher von den beiden Anwärtern der richtige, einzige und echte Karmapa ist und welcher der falsche?

Nein, siehe oben. Ich finde es aber relevant, um die Stelle ein- bzw. zuzuorden...

Daher weht also der Wind. Die haben sich "abgespalten".

Nein, da weht kein Wind. Es handelt sich immer dann um Abspaltungen von der Ursprungsschule, wenn eigene Formen zu lehren und zu praktizieren eingeführt werden. Somit ist sowohl das was in Schottland entstanden ist als auch der Diamantweg oder Bodhipath eine Abspaltung. Auch Trungpas Organisation usw. usf. Das sind aber für eine tibetische Schule normale Prozesse, wenn sich die Umstände ändern.

Vielleicht sollte man einem Neuling ja besser grundsätzlich empfehlen, sich von einer intern dermaßen hoffnungslos zerstrittenen Sekte fernzuhalten.

Der Witz ist, dass die meisten der Lamas ausdrücklich sagen, man solle die anderen Teil der Schule und die anderen Lamas usw. nicht schlecht machen und jeder soll halt da hin gehen, wo die Bände stimmen. Nur unter den Schülern gibt es noch "Streit". Am Anfang, als die Sache mit den 2 Karmapas anfing, gab es allerdings einige unschöne Aktivitäten von allen Seiten.

Es wird dort kein "untypischer", sondern als solide Grundlage ein vorwiegend an Atishas Mahayana-Lehren orientierter Kagyü-Buddhismus gelehrt. So jedenfalls der Anspruch.

Das meinte ich, es werden mehr die Grundlagen gelehrt, was aber für die Kagyü-Schule eher untypisch ist. Es ist eine Praxisschule, die insbesondere mit der Mahamudra-Sicht und mündlicher Übertragung arbeitet.

Ansonsten:
Shamarpa hat geschrieben:
Mahayana und Vajrayana sind aber nicht zu trennen, es sind nicht zwei unterschiedliche Dinge, vielmehr beruht die Praxis des Vajrayana zur Gänze auf dem Mahayana.

Genau. Das heisst aber nicht, dass Mahayana = Vajrayana ist und wenn man Mahayana lehrt lehrt man nicht unbedingt Vajrayana. Umgekehrt geht aber Vajrayana nicht ohne Mahayana und seine Grundlagen. So ist das eben, wenn das Eine Teil des Anderen ist. ;)

Was er nicht "gut fand" war die Vermittlung von Vajrayana-Lehren ohne hinreichende Grundlage.

Wo steht das? Es stimmt ja nicht, dass die Grundlagen im Diamantweg nicht gelehrt würden. Sie sind nur nicht so prominent und zentral wie z.B. im Bodhipath. Und das eine Dokument von Schamarpa, das gerne hergenommen wird, zeigte nur, dass er nicht wirklich Einblick hatte, was im Diamantweg gelehrt wird, weil er eine Praxis kritisierte, die da überhaupt nicht gelehrt wird und niemals wurde.

Ansonsten:
Shamarpa hat geschrieben:
Verfügt man selbst über ein profundes Wissen über Vajrayana-Philosophie, usw. kann man einen Lehrer natürlich auch selbst prüfen. Man sieht sich dann an, welche Art von Ausbildung der Lehrer durchlaufen ist, welche Übertragungen er erhalten und in welchem Ausmaß er diese praktiziert hat usw. Es ist ähnlich, wie auf einer Universität: Man kann nachfragen, wie dieser oder jener in den verschieden Fächern war, kann andere Studenten oder Lehrer fragen usw. In dieser Weise kann man das Wissen eines Lehrers überprüfen.

Guter Rat! :) Ein Stück weit kann man auch ohne profundes Wissen vieles prüfen, mit ein wenig gesundem Menschenverstand. Gefällt einem, wie Lehrer und Schüler sich verhalten, oder nicht? Wenn nein, und man nicht so werden will, ist man auf jeden Fall falsch. Wenn man sich diese Leute als Vorbild vorstellen kann, dann lohnt es sich, sich das genauer anzuschauen - und dann mit weiterem Wissen zu checken, ob das auch mit den Grundlagen des Buddhismus vereinbar ist.
Was mich sehr am dem Diamantweg stört ist der Persenoenkult um Lama Ole ich werde mir demnächst den CHÖLING Verein ankucken
Es ist ja natürlich dass sich um Personen mit Führungsqualitäten und imposanter Erscheinung Bewunderer und Anhänger scharen. Das muss aber nicht unbedingt viel mit Weisheit bzw. Erwachen zu tun haben. Oft werden weltliche Qualifikationen als spirituelle Reife missverstanden, was dann zu allerhand skurillen Gruppenprozessen führen kann.
Ritusa hat geschrieben:
Was mich sehr am dem Diamantweg stört ist der Persenoenkult um Lama Ole ...

Ich empfand dort den "Personenkult" um den 16. Karmapa als verstörender.
Ritusa hat geschrieben:
Was mich sehr am dem Diamantweg stört ist der Persenoenkult um Lama Ole ich werde mir demnächst den CHÖLING Verein ankucken


Was verstehst Du unter "Personenkult"?
Der Buddha versammelte ja auch aufgrund seiner Ausstrahlung eine große Schar von Anhängern/ Schülern um sich. In diesem Sinne war das sicher auch eine Art "Personenkult", was sich vor über 2.500 Jahren in Indien abgespielt hat.

mukti hat geschrieben:
Oft werden weltliche Qualifikationen als spirituelle Reife missverstanden, was dann zu allerhand skurillen Gruppenprozessen führen kann.


Ja, nur wer beurteilt die "spirituelle Reife" ?

Anmerkung: Ich habe lediglich Bücher von "Lama Ole" gelesen und fand sie nicht besonders inspirierend. Persönlich erlebt habe ich ihn jedoch nicht.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Ja, nur wer beurteilt die "spirituelle Reife" ?


Es gibt von dem ehemaligen Richter am Obersten Gerichtshof der USA, Potter Stewart, das berühmte Zitat 'I know it when I see it.' :wink:
Ein gewisser "Personenkult" ist in allen Vajrayana-Schulen zu beobachten, denn der Lehrer spielt dort eine herausragende Rolle, die es anderswo in der Form nicht gibt. Das gibt dem Vajrayana potentiell sehr viel Kraft, aber das birgt auch gewisse Gefahren. Je nachdem, wie geeignet die Person ist, die als Lama zu einem Zufluchtsobjekt wird. Es vermag einem skurriler vorkommen, wenn ein Westler im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, während die meisten das bei einem Tibeter nicht so merkwürdig finden. Es ist aber völlig unerheblich für die Qualität des Lamas, wo sein Körper herkommt. Entscheidend ist die geistige Qualität, das Level der Verwirklichung, und ob er einem als Vorbild für den eigenen Weg geeignet erscheint. Natürlich geht es bei dieser Vorbildfunktion nicht um die persönliche Meinung oder das weltliche Leben des Lamas, sondern um seine geistige Verwirklichung. Es geht also nicht darum, zu kopieren, was der Lama macht (z.B. Fallschirmspringen), sondern darum wie er es macht (vollkommen furchtlos). Was ein passendes Beispiel in Bezug auf ON als Schützerausstrahlung wäre.
Hühnerhof. :roll:

Ja, geh mal da hin und mach dir selber einen Eindruck.
Mit echten Menschen zu praktizieren ist sehr gut!

Alles liebe!
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Oft werden weltliche Qualifikationen als spirituelle Reife missverstanden, was dann zu allerhand skurillen Gruppenprozessen führen kann.


Ja, nur wer beurteilt die "spirituelle Reife" ?

Anmerkung: Ich habe lediglich Bücher von "Lama Ole" gelesen und fand sie nicht besonders inspirierend. Persönlich erlebt habe ich ihn jedoch nicht.


Derjenige in dem sich durch Vorbild und Anleitung Gier, Hass und Verblendung vermindern - oder eben nicht.

Lama Ole kenne ich auch nur von Bildern und Texten von ihm und über ihn. Zwei Bekannte von mir wurden vor Jahren bei einer Erstbegegnung im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in einem Schnellverfahren irgendwie eingeweiht und mit Namen versehen. Sie haben es aber nicht ernst genommen.

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