Drogensucht und Buddhismus

Moderator: void

Hi,

also bei der Anzahl an Buddhisten wird es auch welche geben, die sehr wohl auch mal was an Drogen versucht haben - denk ich mir, ob hier im Westen oder in den anderen Ländern - Ursprungsländern, Thamkrabok ist ein buddhistisches Kloster auf Entzug von Drogen spezialisiert in Südthailand glaub ich, da sind auch Buddhisten unter den Leuten im Kloster, die entziehen.

Du hast geschrieben, alles was du bekommen hast, hast du vom Staat bekommen - Kokain auch? Blöde Frage, wohl eher kaum, ich will auch nicht urteilen, hab ja noch ein schwereres Problem wie du nämlich Medikamente, die sind noch viel grausamer als alle legalen Drogen. Daher nur so nebenher Hände weg von Psychopharmaka bzw. Benzodiazepinen und Co. dagegen ist ein Heroinentzug ein Klacks laut Suchtberatung und ich kenne auch bis heute niemand der es geschafft hat, Leute die es geschafft haben können sich gerne melden, dann kenne ich wenigstens einen oder zwei auf dieser Welt.

Der Buddhismus ist sicher eine große Lebenshilfe und auch Glaube, dass du dich damit beschäftigst kann dein Leben massiv zum Besseren verändern, vor allem wenn du danach lebst, alleine die Basics würden reichen, klingt allerdings einfacher als es ist.

Pass mir auf bei Methadon - ich hab nur schlechtes drüber gehört, es soll gefährlicher sein als das Original, wobei klar ein Ausstieg wäre super, aber wie kann ich dir nicht beantworten, ich hänge selber drinnen und weiß keinen Weg, zwar anderes Thema aber auch mehr als schwer, alles Gute und verurteilen sollte dich niemand, soll jeder auf sich sehen, ob er oder sie so perfekt ist, LG Son
Son:

"Hände weg von Psychopharmaka bzw. Benzodiazepinen und Co. dagegen ist ein Heroinentzug ein Klacks laut Suchtberatung "


wenn die das so darstellen,beweist das nur dass sie Mal wieder wenig bis keine Ahnung haben....hat sich wohl in den letzten 30-35 Jahren wenig getan/verändert....
man will sich seine Klientel halten, verdient sein Geld damit und schafft sich seine "Existenberechtigung"...3 Fliegen mit einer Klappe..nich schlecht.
Son hat geschrieben:
..
also bei der Anzahl an Buddhisten wird es auch welche geben, die sehr wohl auch mal was an Drogen versucht haben - denk ich mir, ob hier im Westen oder in den anderen Ländern - Ursprungsländern, Thamkrabok ist ein buddhistisches Kloster auf Entzug von Drogen spezialisiert in Südthailand glaub ich, da sind auch Buddhisten unter den Leuten im Kloster, die entziehen.


darunter wird es auch Buddhisten geben...

Das ist wohl Untertreibung. Thailand hat ein riesiges Drogenproblem. Trotz/mit möglicher Todesstrafe für Händler und langjährigen Gefängnisstrafen für User, egal in welchem Zustand sie sich befinden.

Der Gesamtumfang dürfte ein Mehrfaches unserer Probleme sein, wenn wir bei uns die legalen Drogen draußen vor lassen.
Einfach mal googeln. Die Probleme bestehen seit langem und sind bekannt.
@Samten
Ähm, was hat sich denn getan in den letzten 30 Jahren? Ich habe das Beispiel mit der Suchtberatung nur gebracht, weil ich da wen gut kenne. Ich bin als Betroffener seit Jahrzehnten mittendrinnen und die Schulmedizin hat nichts, es gibt keinen Ersatz für Benzodiazepine. Ich habe vermutlich über die Jahre mit unglaublich vielen Experten, Suchtkliniken, Ärzten, Betroffenen gesprochen.

Die wahren Experten sind die Betroffenen und da stellt sich für mich ein eindeutiges Bild dar, ob im realen Leben oder im Internet. Ich kenne niemanden der besser aus einer Klinik kam als rein, geh mal auf eine Neurologie oder Psychiatrie und schau dir die Menschen an, was die Psychopharmaka aus ihnen machen. Sie sprechen langsamer, bewegen sich anders, sind benommen usw. - und ich spreche hier von den sogenannten anderen nicht so schlimmen Mitteln wie SSRIs, Neuroleptika und Co., die ja weitaus harmloser sind als Benzodiazepine, blöd nur, dass sie auf die Jahre auch abhängig machen und eine Menge Nebenwirkungen haben.

Mir ist kein Ersatz für Benzodiazepine bekannt und auch anderen nicht, die ich kenne, es ist der schwerste Entzug, weil er über Jahre geht und nicht über Wochen. Ich kenne auch nicht eine Person, die einen Entzug aus dem Hochdosisbereich geschafft hat und keine Ersatzmittel nimmt, Fakt ist dass die meisten nicht mehr arbeiten können und ich persönlich glaube nicht an Ersatzmittel.

Aber normal diskutiere und erkläre ich das Thema nicht, weil da bin ich wirklich arrogant, weil ich weiß, dass ich mich auskenne, da fragen eher Ärzte mich nach meiner Meinung, wie es gehen könnten, die Pharmaindustrie gibt sogar zu, dass sie nichts haben und auch nichts kommen wird. Hilfe von Außen gibt es nicht, man kann sich nur selber helfen bzw. eben so gut es geht leben, im Sinne des Buddhismus und hoffen, dass es einen Gott gibt, der auch hilft, so meine Meinung, wobei ich niemanden beleidigen wollte mit diesem Beitrag, aber nochmal über dieses Thema gibt es für mich keine Diskussionsgrundlage, LG Son
Benozodiazepine sind höllisch gefährlich und werden v.a. alten Leuten gegeben wie Smarties. Sie machen schnell süchtig und das ist meist mit einer massiven Dosissteigerung verbunden. Ich bin zum Glück generell nicht suchtanfällig, ich habe sie eine längere Zeit phasenweise nehmen müssen, immer für ein paar (3-5) Tage, danach musste ich schon jedes Mal ausschleichen, weil die ersten Effekte der Abhängigkeit schon da waren. Ausschleichen von 1 Tablette über eine halbe und ein Viertel. Also mit sehr kleinen Mengen. Es gibt einige Medikamente die sind definitif weitaus gefährlicher als so manche illegale Droge. Drogen werden nicht verboten, weil sie besonders gefährlich sind, und nur weil sie in der Medizin legal genutzt werden, sind sie nicht ungefährlich. Da spielen ganz andere Dinge eine Rolle. Es kommt nur auf den Menschen und sein Veranlagung (und Informiertheit) sowie die Substanz an, nicht auf "legal" oder "illegal". Die gefährlichste Drogen sind meist auch die, die eher subtil wirken. Nikotin hat eine sehr subtile Wirkung und ist eine der gefährlichsten Drogen, was die Gesundheit angeht. Psychedelika haben eine sehr massive Wirkung und machen i.d.R. nicht körperlich abhängig. Die Intensität der Wirkung hält die meisten Menschen, nicht alle, aber die meisten, ganz natürlich davon ab, es zu übertreiben. Ganz abgesehen dass sowas wie LSD und Psilocybin sehr schnell bei Wiederholung die Wirkung komplett verliert und sogar kreuztolerant ist (heisst wenn LSD nicht mehr wirkt, wirkt auch Psilocybin nicht mehr und umgekehrt). Dazu kommt, dass solche schamanischen Substanzen schonungslos mit dem eigenen Ich konfrontieren können - während die Drogen, die psychisch abhäng machen meist genau dieses ungeliebte Ich verdrängen oder überhöhen.
@kilaya: Was möchtest du damit sagen? Dass Drogen schlecht/gut sind​ und man sie deshalb verbieten/kontrollieren/freigeben soll?
Hirnschläge/Herzinfarkte haben regelmäßig das selbe Ergebnis - willst du die auch verbieten/kontrollieren/freigeben?
Spacy hat geschrieben:
@kilaya: Was möchtest du damit sagen? Dass Drogen schlecht/gut sind​ und man sie deshalb verbieten/kontrollieren/freigeben soll?
Hirnschläge/Herzinfarkte haben regelmäßig das selbe Ergebnis - willst du die auch verbieten/kontrollieren/freigeben?

Ich möchte genau das sagen, was da steht. Deine Versuche, irgendeine Agenda dahinter zu vermuten oder mich in Deine projizierten Dualismen von gut/schlecht und Kontrolle/Freiheit einzupacken, sind zum Scheitern verurteilt, weil ich so nicht funktioniere. Ich schaue mir nach Möglichkeit immer auf differenzierte Weise jeden Einzelfall, jede einzelne Situation an. Und jetzt hör bitte auf, zu versuchen, jede Diskussion auf mich als Person zuzuspitzen. Zumal hier im Anfängerbereich, wo wir möglichst nah an der Frage bleiben wollen. (Du wirst nicht ohne Grund gerade moderiert...)
Wow. da kann ich froh sein das ich Lorazepam nicht mehr nehme oder eher meine Ärztin mich schon davor weggeholt hat eher ich abhängig werden konnte. da weiß man wirklich nicht was man sagen soll. Wieso ist so ein Stoff überhaupt auf dem Markt wenn er so gefährlich ist?
Dafür wofür es gedacht ist, nämlich als Notfallmedikament, dafür ist es ein Segen. Was schlimm ist, ist wie viel und lang und unbedacht es von vielen Ärzten verschrieben wird für Kleinigkeiten. Dass es den Herstellern nur zu recht ist, ist glaube ich klar. Sie werden sich nicht über Gebühr anstrengen, ein Produkt zu entwickeln, das genauso gut und zuverlässig wirkt und nicht abhängig macht. Es funktioniert ja. Irgendwann wird das aber kommen.
kilaya hat geschrieben:
Dafür wofür es gedacht ist, nämlich als Notfallmedikament, dafür ist es ein Segen. Was schlimm ist, ist wie viel und lang und unbedacht es von vielen Ärzten verschrieben wird für Kleinigkeiten. Dass es den Herstellern nur zu recht ist, ist glaube ich klar. Sie werden sich nicht über Gebühr anstrengen, ein Produkt zu entwickeln, das genauso gut und zuverlässig wirkt und nicht abhängig macht. Es funktioniert ja. Irgendwann wird das aber kommen.



Das stimmt. So weit ich weiß hat sie es mir damals auch nur 1 mal verschrieben und direkt danach gesagt das dies nur einmalig sei und ich mich in Therapie begeben sollte. was ich ja auch gemacht habe. Aber es ist wirklich erschreckend was solche kleinen Pillen bewirken können.
Hi,

einmal süchtig immer süchtig, einmal psychisch angeschlagen immer angeschlagen. So sehe ich das, sehr pessimistisch und sicher sehr pauschalierend.

Medikamente sind bei legaler Beschaffung zwar nur Medikamente, aber einige sind gefährlicher als die schlimmsten Drogen. Im worstcase Leben gelaufen.

Man muss irgendwann verstehen, dass man sich nur selbst auffangen kann, weil da ist nichts was auffängt, der Buddhismus ist eine gute Strategie der Lebenshilfe, aber um ihn zu praktizieren braucht es schon kognitive Fähigkeiten und die werden bei gewissen Drogen/Medikamenten sehr blockiert.

Ich denke jeder muss für sich hier einen Weg finden, Hilfe von Außen gibt es keine, das muss man selber stemmen, die meisten sind auch selbst reingekommen, also Selbstverantwortung, LG Son
Deine Pessimismus teile ich durchaus nicht. Und natürlich muss man sich am Ende immer vor allem selbst helfen - aber mit Inspiration und Hilfe geht es einfach leichter und schneller.
Hi,

das ist nicht unbedingt Pessimismus sondern meine Lebenserfahrung - auch abgesehen von meiner eigenen Geschichte, ich kenne niemanden, der es geschafft hat und ich kenne viele, LG Son
Son hat geschrieben:
Hi,

das ist nicht unbedingt Pessimismus sondern meine Lebenserfahrung - auch abgesehen von meiner eigenen Geschichte, ich kenne niemanden, der es geschafft hat und ich kenne viele, LG Son
Ich stimme Dir zu! Es gibt nur einen Weg und den muss jeder in sich finden. Worte anderer können dabei helfen aber gehen muss jeder ganz allein. Es ist eine Illusion das es Weggenossen gibt, es gibt nur einen Weg.
Ellviral hat geschrieben:
Son hat geschrieben:
Hi,

das ist nicht unbedingt Pessimismus sondern meine Lebenserfahrung - auch abgesehen von meiner eigenen Geschichte, ich kenne niemanden, der es geschafft hat und ich kenne viele, LG Son
Ich stimme Dir zu! Es gibt nur einen Weg und den muss jeder in sich finden. Worte anderer können dabei helfen aber gehen muss jeder ganz allein. Es ist eine Illusion das es Weggenossen gibt, es gibt nur einen Weg.

Also, Weg-Abschnitts-Genossen gibt es schon. Und zwar kann das extrem hilfreich sein, wenn man so jemandem begegnet. Es gibt Zeiten, wo andere Menschen, ihr Vorbild, ihre Hilfestellung, der Schlüssel sein können. Alle Selbsthilfegruppen zum Beispiel - da sitzen in der Tat die Leute, die sich wirklich auskennen. Und allein die Begegnung mit jemandem, der sagen kann "Ich bin soundso lange clean und ich arbeite soundso weiterhin daran", ist extrem motivierend.
Wir sind nicht und können nicht immer nur einsame Wölfe sein, wenn auch natürlich an Euren Aussagen sicherlich was Wahres dran ist. Es gibt aber Zeiten, da sind andere Menschen eine große Hilfe, einfach nur dadurch dass es sie gibt und dass sie da sind.

Also, ich bin auch vielen begegnet, die die Drogen hinter sich gelassen haben. Wenn man solche Leute life kennenlernt, das ist schon beeindruckend.
hier ma ne andere Sicht auf Methadon:

http://www.daserste.de/information/wirt ... g-100.html

wird natülich von den "etablierten" gleich wieder runtergemacht.


ANSCHAUEN! :rainbow:
Die Dosis macht halt das Gift. Oder die Arznei. Was mich bei der Geschichte besonders stört ist dieser Zirkelschluss: "wir lehnen es ab, weil es keine evidenzbasierten Studien gibt, aber wir machen keine Studien, weil wir es ablehnen." Der normale Anlauf sollte doch sein, wenn es viele derat vielversprechende Einzelfälle gibt, sich zu bemühen diese auf eine solide Datenbasis zu stellen und Studien zu machen.
kilaya hat geschrieben:
Die Dosis macht halt das Gift. Oder die Arznei. Was mich bei der Geschichte besonders stört ist dieser Zirkelschluss: "wir lehnen es ab, weil es keine evidenzbasierten Studien gibt, aber wir machen keine Studien, weil wir es ablehnen." Der normale Anlauf sollte doch sein, wenn es viele derat vielversprechende Einzelfälle gibt, sich zu bemühen diese auf eine solide Datenbasis zu stellen und Studien zu machen.


denen gehts doch letztlich nur ums Kohlemachen auf dem Rücken der Patienten....das sind keine Menschenfreunde!
Ignoranz wär ja iwo noch verständlich, aber sowas ist berechnendes Kalkül....
Die Pharmaindustrie ist nur auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Laut meinem Freund der wie gesagt selbst Suchtkliniken hatte und auch heute up to date ist hat die Pharmaindustrie es bei keiner legalen noch illegalen Droge geschafft einen Ersatz zu bringen.

Übrigens Benzodiazepine sind kein großes Geschäft mehr, die kosten wenige Euros legal, das Geschäft entsteht mit den Dauerschäden bzw. dann wann man die Patienten so weit abhängig gemacht hat und ihnen nach Monaten oder Jahren auf einmal sagt, so liebe Leute, Benzos kann ich euch leider keine mehr verschreiben, ihr müsst in eine Klinik und Reha, das dauert dann in der Regel 5 Monate, was das kostet möchte ich nicht wissen.

Die Strategie ist immer die selbe man tausche Pest gegen Cholera - sprich 3-5 Ersatzsubstanzen ersetzen das Benzo, wobei ich auch hier niemand kenne, bei dem es hilfreich war, entweder wieder rückfällig geworden oder im worstcase Pflegefall, weil nochmal wenn man einmal Benzos langfristig genommen hat wirken die anderen Substanzen gar nicht mehr und schon gar nicht positiv.

Wobei ich dabei bleibe als Betroffener - Thema ist Selbstverantwortung trotz allem. Wobei sämtliche heute am Markt befindlichen Antidepressiv und anderen Substanzen deutlich teurer sind als Benzos.

Es gibt auch wenig Menschen, und das mein ich eigentlich weltweit die sich mit dem Thema auskennen, weil es zwar viele Betroffene gibt, aber wenige die aufhören wollen, warum das so ist keine Ahnung, ich würde gerne, aber ist echt schwer.

Hier ein anderer Link auch spannend:
http://orf.at/stories/2393841/2393842/

LG Son

PS: Der Link war übrigens ganz schnell wieder weg von der Titelseite... - ja, die liebe Pharmaindustrie.
Sucht auf Rezept:

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=67288

altijd lekker en gezond.....oder wie??
Nach meiner Ansicht kann man an der Sucht verschiedene Aspekte unterscheiden: Selbstmedikation, süchtige Beziehung und süchtige Fantasie, hinzu kommt die Eigendynamik von Drogen: Gönnt sich der Alkoholkranke ein Gläschen, entsteht der Wunsch nach einem Rausch. Gönnt er sich einen Rausch, wiederholt sich der Wunsch danach spätestens am folgenden Abend.

Selbstmedikation kann beispielsweise die innere Versöhnung meinen, die ein Rausch vorgaukelt.
Dennoch wird die Eigendynamik der Droge überschätzt. Drogensucht ist eher keine Krankheit, die befällt, weil man Drogen konsumiert hat. Therapeuten sprechen für die überwiegende Zahl der Erkrankten von Störungen der Persönlichkeit, die in die Sucht führen. Dass Süchtige primär wegen der Sucht Hilfe suchen, ändert nichts daran.

Trifft die Vermutung einer Persönlichkeitsstörung zu, dann drücken sich Süchte auch in süchtigen Beziehungen aus. Während die Lust am Rausch ebenso wie die Beziehungsstörung prinzipiell behandelbar ist, scheint mir der dritte Aspekt der süchtigen Fantasie eine noch tiefer liegende Ursache zu besitzen.

Das aus meiner Sicht schwerwiegendste Problem betrifft die süchtige Fantasie. Der süchtige Raucher greift nicht zur x-ten Zigarette, weil er noch mehr Nikotin braucht. Der Opiatsüchtige ist nicht geheilt, nachdem er den Entzug vielleicht sogar im künstlichen Tiefschlaf erfahren hat.

Dazu eine Überlegung aus der Psychoanalyse: Kleinstkinder besitzen häufig Übergangsobjekte. Das Baby nuckelt an seinem Teddy und beruhigt sich, wenn die Mutter nicht verfügbar ist. Psychoanalytiker meinen, diese Objekte würden helfen, eine innere Repräsentanz einer versorgenden Mutter zu bewahren. Im Säuglingsalter zeigt sich also bereits eine Strategie des Bewusstseins, um das Gefühl von Geborgenheit gegenüber einer feindlichen Umwelt zu sichern.

Die Funktion von Geborgenheit, die von der süchtigen Fantasie ausgeht, scheint mir verständlich zu machen, weshalb Süchtige in der Regel große und diffuse Ängste damit verbinden, von ihrer Droge zu lassen.
@karnataka :like:
Therapeuten und "andere" sind idR doch auch nur "aussenstehende" mit begrenzter "Einsicht" auf die tatsächliche Situation des Süchtigen und dazu von Ihrem "theoretischen Wissen" beeinflusst und sozusagen "voreingenommen", weil sie mit "Therapie" klar definierte Ziele verfolgen....und zwar Ihre eigenen Ziele.
Samten hat geschrieben:
Therapeuten und "andere" sind idR doch auch nur "aussenstehende" mit begrenzter "Einsicht" auf die tatsächliche Situation des Süchtigen und dazu von Ihrem "theoretischen Wissen" beeinflusst und sozusagen "voreingenommen", weil sie mit "Therapie" klar definierte Ziele verfolgen....und zwar Ihre eigenen Ziele.

Eieieiei... Du sprichst von den Therapeuten? Schwierig.

Um es kurz zu machen, mir sind gute und schlechte Therapeuten begegnet. Die guten haben irgendwie Empathie. Dadurch werden sie zu Betroffenen und können mitreden anstatt von außen zu be-urteilen.

Der Blick durch die arrogante hochgebildete Therapeutenbrille auf das arme Würstchen von Patienten ist ziemlich gemein und kontraproduktiv. Der Mensch wird behandelt wie ein Schuldiger, der zu doof ist, clean zu bleiben.

Aber es gibt glücklicherweise verschiedene Therapeuten und Therapien. Sehr kompetent und hilfreich finde ich auch oft Betroffene selbst in den Selbsthilfegruppen.
Losang Lamo hat geschrieben:

Um es kurz zu machen, mir sind gute und schlechte Therapeuten begegnet. Die guten haben irgendwie Empathie. Dadurch werden sie zu Betroffenen und können mitreden anstatt von außen zu be-urteilen.

Der Blick durch die arrogante hochgebildete Therapeutenbrille auf das arme Würstchen von Patienten ist ziemlich gemein und kontraproduktiv. Der Mensch wird behandelt wie ein Schuldiger, der zu doof ist, clean zu bleiben.

Aber es gibt glücklicherweise verschiedene Therapeuten und Therapien. Sehr kompetent und hilfreich finde ich auch oft Betroffene selbst in den Selbsthilfegruppen.


Anregungen zum Thema Therapie der Sucht entnahm ich vor allem: Wilhelm Burian: Rituale der Enttäuschung. Burian war Leiter einer Therapiestation und Präsident der Psychoanalytischen Vereinigung. In einem Thread, wo es vor allem um eigene Erfahrungen geht, mag mein sehr theoretischer Beitrag arrogant erscheinen. Dafür bitte ich um Verständnis.

Empathie, das Verständnis vom eigenen Erleben her, ist mit Sicherheit sehr wichtig. Manche erfahrene Therapeuten in der Drogentherapieszene vertreten jedoch die Ansicht gegenüber bestimmten Störungen, die praktisch keine Krankheitseinsicht besitzen, dass es keine Hilfe bringt, diese Menschen wie rohe Eier zu behandeln.

Auf Therapiestationen kommt es von Seiten mancher Patienten etwa zum Idealisieren bestimmter Therapeuten und Mitpatienten, besonders aber zum vehementen Entwerten von anderen. Hier ist kein „sein-lassendes“ Verstehen gefordert, sondern die Konfrontation mit schwerwiegenden Konflikten. Schließlich gilt es, eine realitätstaugliche Wahrnehmung zu ermöglichen.

Seltene Fälle echter Kriminalität können eine Station sogar aufmischen. Hier muss der Schutz anderer Patienten bedacht werden und ein striktes Gewaltverbot durchgesetzt werden, Konsequenzen müssen angedroht und ausgeführt werden. Dass der Kampf mit dieser im Verhältnis kleinen Gruppe auf die Haltung in der Praxis tätiger Drogentherapeuten abfärbt, scheint verständlich.

Mag sein, dass diese Situation einer möglichen Idealisierung aufgrund der Bedürftigkeit manche Therapeuten zur Arroganz ("arrogante Therapeutenbrille") verführt. Die Theorie zur Drogensucht unterscheidet sich aber nicht von der Sprache der allgemeinen Psychotherapie, die auf die Behandlung von Übertragungsbeziehungen setzt.
Sucht/Abhängigkeit als "Krankheit"zu bezeichnen is doch nur ne Erfindung von "Threapeuten"; wer würd denn nen Ziggi-Raucher schon als "Kronk" bezeichnen...is ne Abhängigkeit und sonst nix.
und ja ich halt nich wirklich viel von denen..aus gutem Grund..(hehe)
Karnataka hat geschrieben:
Losang Lamo hat geschrieben:

Um es kurz zu machen, mir sind gute und schlechte Therapeuten begegnet. Die guten haben irgendwie Empathie. Dadurch werden sie zu Betroffenen und können mitreden anstatt von außen zu be-urteilen.

Der Blick durch die arrogante hochgebildete Therapeutenbrille auf das arme Würstchen von Patienten ist ziemlich gemein und kontraproduktiv. Der Mensch wird behandelt wie ein Schuldiger, der zu doof ist, clean zu bleiben.

Aber es gibt glücklicherweise verschiedene Therapeuten und Therapien. Sehr kompetent und hilfreich finde ich auch oft Betroffene selbst in den Selbsthilfegruppen.


Anregungen zum Thema Therapie der Sucht entnahm ich vor allem: Wilhelm Burian: Rituale der Enttäuschung. Burian war Leiter einer Therapiestation und Präsident der Psychoanalytischen Vereinigung. In einem Thread, wo es vor allem um eigene Erfahrungen geht, mag mein sehr theoretischer Beitrag arrogant erscheinen. Dafür bitte ich um Verständnis.

Ich glaube, man muss Krankheitsbilder unterscheiden. Empathie ist mit Sicherheit sehr wichtig. Manche erfahrene Therapeuten in der Drogentherapieszene vertreten jedoch die Ansicht gegenüber bestimmten Störungen, die praktisch keine Krankheitseinsicht besitzen, dass es keine Hilfe bringt, diese Menschen wie rohe Eier zu behandeln.

Auf Therapiestationen kommt es von Seiten mancher Patienten etwa zum Idealisieren bestimmter Therapeuten und Mitpatienten, besonders aber zum vehementen Entwerten von anderen. Hier ist kein „sein-lassendes“ Verstehen gefordert, sondern die Konfrontation mit schwerwiegenden Konflikten. Schließlich gilt es, eine realitätstaugliche Wahrnehmung zu ermöglichen.

Seltene Fälle echter Kriminalität können eine Station sogar aufmischen. Hier muss der Schutz anderer Patienten bedacht werden und ein striktes Gewaltverbot durchgesetzt werden, Konsequenzen müssen angedroht und ausgeführt werden. Dass der Kampf mit dieser im Verhältnis kleinen Gruppe auf die Haltung in der Praxis tätiger Drogentherapeuten abfärbt, scheint verständlich.

Mag sein, dass diese Situation einer möglichen Idealisierung aufgrund der Bedürftigkeit manche Therapeuten zur Arroganz ("arrogante Therapeutenbrille") verführt. Die Theorie zur Drogensucht unterscheidet sich aber nicht von der Sprache der allgemeinen Psychotherapie, die auf die Behandlung von Übertragungsbeziehungen setzt.

Oh, Entschuldigung, das hab ich alles nicht gemeint. Ich bezog mich auch gar nicht auf Deinen Beitrag oder auf die Szenarien, die Du beschreibst. Eher denke ich, wir sind uns völlig einig.

"Arrogante Therapeutenbrille", das Wort fand ich jetzt einfach schick, sorry, aber ich bezog es eigentlich mehr auf praxisferne Inkompetenz. Ich habe solche Leute meist als mit anderen Problemen belastet empfunden, so dass sie nicht mehr authentisch auf mich eingehen konnten. Es waren auch nur kurze Begegnungen, weil ich dort natürlich nicht mehr hingegangen bin.
Weichspülerbehandlungen meinte ich damit überhaupt nicht. Im Gegenteil habe ich in der Selbsthilfegruppe, die ich mal besuchte ziemlich krasse Ansagen gehört - die aber völlig authentisch waren. Die darunter liegende Botschaft war auch nicht: "Ihr Drogies seid mir alle zuviel und deshalb haue ich jetzt mal auf den Tisch!!!", sondern: "Wir sorgen uns um Dich und wollen uns Deine Selbsttäuschungen nicht länger mit angucken."
Empathie, das Verständnis vom eigenen Erleben her, ist mit Sicherheit sehr wichtig. Manche erfahrene Therapeuten in der Drogentherapieszene vertreten jedoch die Ansicht gegenüber bestimmten Störungen, die praktisch keine Krankheitseinsicht besitzen, dass es keine Hilfe bringt, diese Menschen wie rohe Eier zu behandeln.


Das wäre auch wenig empathisch.
wenn Drogensucht eine "Krankheit" sein soll...
warum werden die Abhängigen-"KRANKEN" dann kriminalisiert und in Knäste gesperrt....erklär ma einer.. :!:
Samten hat geschrieben:
wenn Drogensucht eine "Krankheit" sein soll...
warum werden die Abhängigen-"KRANKEN" dann kriminalisiert und in Knäste gesperrt....erklär ma einer.. :!:


Diese Anfrage/Beschwerde wäre wohl an den Gesetzgeber zu richten. Aber soviel ich weiß wird häufig eine Therapie verordnet, wenn kein Drogenhandel vorliegt.

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