Zen und/oder Theravada

Moderator: kilaya

Hallo liebes Forum,

ich bin eigentlich kein klassischer Anfänger, da ich mich schon seit Jahren mit dem Buddhismus befasse, allerdings ist meine Frage doch von ziemlich grundsätzlicher Natur und daher in diesem Bereich wohl ganz gut aufgehoben.

Kurz zu meiner Geschichte: Ich habe vor einigen Jahren in einer Gruppe Zazen gelernt, bin aber nach einiger Zeit aus verschiedenen Gründen nicht mehr hingegangen. Ich praktiziere jedoch noch immer regelmäßig zu Hause, mindestens einmal die Woche, nach Möglichkeit öfter. Ich werde voraussichtlich in nicht allzu ferner Zukunft in eine andere Stadt ziehen und habe auch vor, dort wieder eine Gruppe aufzusuchen.

Nun zu meiner eigentlichen Frage: Obwohl ich bisher nur im Zen "aktiv" bin, fühle ich mich nach intensiver Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen eigentlich eher zum Theravada hingezogen. Da die Praxis sich dort meines Wissens nach nicht unerheblich vom Zen unterscheidet frage ich mich, ob es Sinn macht, mir auch diese anzueignen. Kann es sinnvoll sein, gewissermaßen zweigleisig zu fahren, oder sollte ich mich lieber auf eine Richtung festlegen? Das Problem dass ich beim Theravada sehe ist, dass es in Deutschland leider nur wenige Gruppen für Laien gibt, jedenfalls deutlich weniger als beim Zen. Was würden mir die Fortgeschrittenen unter euch raten?

Beste Grüße

Arthur1788
Arthur1788 hat geschrieben:
Was würden mir die Fortgeschrittenen unter euch raten?

Was ist für dich ein Fortgeschrittener?

Arthur1788 hat geschrieben:
ich bin eigentlich kein klassischer Anfänger,

Schade. Aber vielleicht wird's ja wieder.

Arthur1788 hat geschrieben:
Da die Praxis sich dort meines Wissens nach nicht unerheblich vom Zen unterscheidet

Welche Unterschiede meinst du zu kennen?

Arthur1788 hat geschrieben:
Kann es sinnvoll sein, gewissermaßen zweigleisig zu fahren,

Ja, kann es. Muss es aber nicht.

Arthur1788 hat geschrieben:
Das Problem dass ich beim Theravada sehe ist, dass es in Deutschland leider nur wenige Gruppen für Laien gibt

Gibt es dort, wo du hin ziehst eine Gruppe oder siehst du andere Möglichkeiten, dich mit Theravadins auszutauschen?

Diese Gruppen werden bei der DBU unter Theravada geführt.
http://www.buddhismus-deutschland.de/gruppensuche-ergebnisse/

ggf findest du über Google und/oder Facebook noch mehr.
" auf dem weg gibt es keinen Patriarchen des Nordens und des Südens"

So schrieb schon Sekito im Sandokai.

Ich finde es egal, welchen der vielen bekannten Wege Du gehst, Ich selbst stehe in manchen Bereichen auch konträr zu den Lehren der grossen Fahrzeuges, da "Überzeugen" mich eher Aussagen der kleinen Fahrzeuges.
Da ich (für mich) das ZEN nicht als Religion, sondern als Lebensweg betrachte, stehe ich jedem "Esoterischen" kritisch bis ablehnend gegenüber ( ein Beispiel wäre die allgemeine Auffassung von transzendenten Bodhissatvas ).

Mach Dir nicht so viele Gedanken, geh Deinen Weg und Du wirst ihn zur richtigen Zeit erkennen.

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Arthur1788 hat geschrieben:
... fühle ich mich nach intensiver Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen eigentlich eher zum Theravada hingezogen. Da die Praxis sich dort meines Wissens nach nicht unerheblich vom Zen unterscheidet frage ich mich, ob es Sinn macht, mir auch diese anzueignen...


Erfahrungen, auch Meditationserfahrungen, stehen in der Regel nicht für sich selbst, sondern werden irgendwie interpretiert usw. Die Interpretation ist vom Kontext abhängig. Was bedeutet, eine Meditationserfahrung mag im Zen, Theravada, Christentum etc. unterschiedlich interpretiert werden, was dann unterschiedliche Praxisanweisungen nach sich zieht.

Verwirrend könnte es werden, wenn du mit einem Theravada-Hintergrund an deine Meditationserfahrung herangehst und dann dazu konträre Zen-Interpretationen in der Zen-sangha bekommst.
Arthur1788 hat geschrieben:
Nun zu meiner eigentlichen Frage: Obwohl ich bisher nur im Zen "aktiv" bin, fühle ich mich nach intensiver Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen eigentlich eher zum Theravada hingezogen. Da die Praxis sich dort meines Wissens nach nicht unerheblich vom Zen unterscheidet frage ich mich, ob es Sinn macht, mir auch diese anzueignen. Kann es sinnvoll sein, gewissermaßen zweigleisig zu fahren, oder sollte ich mich lieber auf eine Richtung festlegen? Das Problem dass ich beim Theravada sehe ist, dass es in Deutschland leider nur wenige Gruppen für Laien gibt, jedenfalls deutlich weniger als beim Zen. Was würden mir die Fortgeschrittenen unter euch raten?

Es kann erst mal nix schaden, eine neue Zengruppe aufzusuchen. Vielleicht findest du ja da, was dir bisher fehlte. Es spricht auch nichts dagegen, Zazen zu machen und die Pali-Sutten zu studieren (oder die Sila zu üben) - allerdings würde man diese nach meiner Erfahrung dann in aller Regel wohl anders interpretieren als mit dem Hintergrund von Vipassana- oder Jhana-Praxis.

Deshalb, ehrlich gesagt, glaube ich nicht daran, dass eine Praxis mit mehreren "Meditations"-Arten zu irgendwas führt.
Ist doch kein Problem, wenn du an Theravada Spass hast. Mach es doch einfach eine Zeit lang. Ein "besser" gibt es sowieso nicht, auch wenn sich hier das halbe Forum darum dreht. Manche mögen es gerne ausgeschmückter, manche eher puristischer - Theravada und Zen.
Ich danke euch für die Antworten!

Ich werde es wohl so machen dass ich mich erstmal weiterhin auf Zen konzentriere und dann in einer neuen Stadt - welche es sein wird, weiß ich noch nicht - verschiedene Gruppen ausprobiere, soweit es denn überhaupt eine Auswahl gibt.

An anderer Stelle habe ich gelesen, dass es durchaus Zen-Mönche gibt, die auch im Theravada ordiniert sind und umgekehrt. Weiß jemand näheres darüber?

Beste Grüße

Arthur1788

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