Bei der Sache bleiben

Moderator: void

Hallo liebe Community,
Irgendwie habe ich momentan das Gefühl mit meiner Meditation etwas auf der Stelle zu treten. Achtsamkeitsmeditation mit Konzentration auf Atem und Gefühle betreibe ich jetzt so nebenbei (15-25min am Tag) schon seit ein paar Jahren: Am Anfang war ich schlichtweg begeistert und habe wirklich sehr ernsthaft geübt, dann irgendwann wurde es immer mehr Routine und jetzt erwische ich mich immer häufiger dabei wie ich abschweife und gar nicht so richtig bei der Sache bin.
Es fällt mir fortlaufend schwerer mich da richtig zu disziplinieren. Das ist der erste Punkt.
Um mal etwas tiefer einzusteigen, habe ich mir dann vor kurzer Zeit das Buch "Weshalb sie (k)ein Buddhist sind" von Dzongsar Jamyang Khyentse bestellt, jetzt bin ich gerade fleißig am Lesen. Insbesondere das Kapitel über Leerheit tut es mir gerade richtig an. Ich finde das total interessant, aber irgendwie bin ich in diese Richtung nie besonders weit mit meiner Achtsamkeitsmeditation gekommen.
Das ist der zweite Punkt.

Insgesamt bin ich mit beiden Punkten etwas unzufrieden. Gerne würde ich mal was neues ausprobieren, was Meditation angeht, ich weiss aber nicht was. Andererseits bin ich aber auch nicht dazu geneigt mich ernsthaft einem Sangha anzuschließen, aus verschiedenen Gründen. Passende Bücher habe ich aber bis auf das Buch "Meditation für Skeptiker" (was mir fast schon wieder ein bisschen zu wenig buddidtisch ist) auch nicht gefunden. Über Anregungen würde ich mich freuen :)
Hallo Suchender
suchender2 hat geschrieben:
Irgendwie habe ich momentan das Gefühl mit meiner Meditation etwas auf der Stelle zu treten. Achtsamkeitsmeditation mit Konzentration auf Atem und Gefühle betreibe ich jetzt so nebenbei (15-25min am Tag) schon seit ein paar Jahren:

Am Anfang war ich schlichtweg begeistert und habe wirklich sehr ernsthaft geübt,

dann irgendwann wurde es immer mehr Routine

und jetzt erwische ich mich immer häufiger dabei wie ich abschweife und gar nicht so richtig bei der Sache bin.

Es fällt mir fortlaufend schwerer mich da richtig zu disziplinieren.


da gibt es leider kein Zaubermittel und auch keine Abkürzung.

Der erste Schritt gelingt dir ja schon: Du bemerkst, das du abschweifst.

Das ist doch nichts besonderes. So ist der Geist halt. Das ist bei uns allen so.

Und dann? Wie geht es weiter?

2. Du lässt die Ablenkung los, indem du ihr keine weitere Aufmerksamkeit zukommen lässt. Einfach so. Mittem im Satz, im Gedanken, in der Vorstellung.

3. Du entspannst dich wieder. Denn Abgelenkt werden erzeugt immer Spannung, und die willst du ja nicht mit zum Meditationsobjekt nehmen.

4. Entspannt kehrst mit der Aufmerksamkeit zum Meditationsobjekt zurück

5. Immer wieder.


Und wenn du während deiner 25 Minuten 25 Mal abschweifst, ist es eine gute Meditation, wenn du 25 Mal loslässt, entspannst und zurückkehrst.

Du wirst sehen, mit der Zeit wird deine Beobachtungsgabe immer besser und in Zukunft wirst du den Impuls zum Abschweifen schon erkennen, bevor sich die Aufmerksamkeit dorthin bewegt¹.

LG

¹ Das ist eh sehr interessant. Wie geschieht die Bewegung der Aufmerksamkeit? Wie funktionert das? ...
Hallo Suchender,

Dzogzar Khyentse hat eine Orga namens siddhartas intent die auch online Kurse anbietet.

Beim Thema leerheit benötigt es ein wenig 'studium', wie ich meine, zusätzlich zur Praxis.

Vielleicht kannst du dir ein Gruppe wie oben genannt suchen, egal ob bei siddhartas intent oder woanders (wo es halt passt).

Ich selber habe mich damals bei der Gruppensuche davon leiten lassen, welche Autoren mich besonders angesprochen haben. Und keine Angst, man bindet sich nicht für immer an so eine Gruppe, es ist immer ein Stein auf dem Weg.

Alles liebe
Lucy hat geschrieben:
Beim Thema leerheit benötigt es ein wenig 'studium', wie ich meine, zusätzlich zur Praxis.


Ja, das sehe ich auch so :like:
Durch Achtsamkeit alleine lässt sich Leerheit nicht verstehen bzw. realisieren.
HAllo Lucy,
Lucy hat geschrieben:
Beim Thema leerheit benötigt es ein wenig 'studium', wie ich meine, zusätzlich zur Praxis.

Leerheit ist etwas, dass durch die Meditationspraxis erkannt wird. Wenn man die einzelnen Bewußtseinsmomente entstehen und vergehen sieht und erkennt, dass es da niemanden gibt, der es steuert. Das kommt einem aber nicht durchs Studium, sondern wenn, dann ab dem 4.Jhana, wenn die Wahrnehmung geschult genug ist. Erwachen ist das auch nicht, bloß das Erkennen eines der drei Merkmale. Wird nebenbei auch erkannt, wenn Bedingtes Entstehen erkannt wird.

Liebe Grüße
Hallo Sherab,
Sherab Yönten hat geschrieben:
Lucy hat geschrieben:
Beim Thema leerheit benötigt es ein wenig 'studium', wie ich meine, zusätzlich zur Praxis.
Ja, das sehe ich auch so :like: Durch Achtsamkeit alleine lässt sich Leerheit nicht verstehen bzw. realisieren.

siehe oben, meine Antwort an Lucy.

Liebe Grüße
Mirco hat geschrieben:
Hallo Sherab,
Sherab Yönten hat geschrieben:
Lucy hat geschrieben:
Beim Thema leerheit benötigt es ein wenig 'studium', wie ich meine, zusätzlich zur Praxis.
Ja, das sehe ich auch so :like: Durch Achtsamkeit alleine lässt sich Leerheit nicht verstehen bzw. realisieren.

siehe oben, meine Antwort an Lucy.

Liebe Grüße


Beides hängt zusammen: Vipassana und Achtsamkeit:

https://de.wikipedia.org/wiki/Vipassana

Eine bestimmte Form von "Achtsamkeit" führt auch zu Vipassana (Leerheit, Einsicht in die Natur des Geistes).
Mirco hat heute n Lehrer gefrühstückt :upsidedown:

Habe nur meine Erfahrung und Meinung geschildert (in Übereinstimmung mit meiner Tradition, soweit ist es überblicke), ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Also, fühlt euch frei ....
Für mich persönlich war die grösste Erkenntnisse, die folgenden:

- Drang
- Gefühlsfalschheit
- Gedankenfalschheit

Wie soll ich das formulieren (das klingt jetzt wie Shizophrenie. In Wahrheit aber passiert das täglich allen Menschen. Sie merken es nur nicht und halte es für sich selbst.
Aber was meine ich mit "Das halten Sie für sich selbst".
Naja,... schwer zu sagen.
Mit meinen Worten könnte man es so sagen:

Der Verstand erzeugt dass was du dir aussucht wie du am liebsten sein möchtest (dein Charakter).
Dann gibt es aber noch einen Teil vom Verstand der viel schlimmer ist.
Dieser Teil versucht dir dazu noch einzureden, dass auch zu sein, was du nicht mal gerne selbst sein möchtest als Charakter.

Ich weiss, das klingt jetzt krass; Aber was denkt ihr wieso es soviele Pedophile, Mörder, Depressive, Hasserzürnte und ect. ect. Menschen gibt?
Weil das einfach ihr Charakter ist? Nicht! Weil dieser Teil der Teil des Verstandes ist, der Sie dazu drängt sich mit diesen Teilen zu identifizieren, die sogar übelst sind.

Um da unterscheiden zu können, zwischen diesen Teilen des Verstandes und dieser Aktivitäte, und den anderen, "normalen", denn du als für dein normaler Charakter-so-sein-wollen hälst, musst du eben diese drei Punkte verstehen:

- Drang
- Gefühlsfalschheit
- Gedankenfalschheit

Buddha sprach debei von: Greed, Desire, and the Urge
Also von: Gier, Verlangen und das Drang

Für mich ist Drang dabei das schlimmste von diesen Dreien. Weil Drang dieser Teil ist, der deinen sozusagen "Freien Willen" ausmacht.

Schaut es euch mal genauer an. Was ist eurer Meinung nach Drang?
Wann würdet ihr etwas als Drang-Bewegung in euch definieren?

Ich sage es euch: Drang ist bereits euer freier Wille selbst.
Denn ohne Drang kein freier Wille.

Drang bedeutet Drängen und Drängen bedeutet Bewegen/Entscheiden wollen und wollen = Handlungsdrang.

Somit könnt ihr drauf acht geben, wenn eure Gefühle, Gedanken und selbst das Gefühl von DRANG ansich sich in euch regt.
Beobachtet diesen. Ihr werdet merken das dieser sehr mächtig in euch sich bewegt.
Er drängt euch gewisse Gedanken zu mögen um damit euch damit zu identifizieren.
Er drängt euch gewisse Gefühle zu mögen, dami ihr euch damit identifiziert.

Der Drang ist sozusagen die Flut in der Gedanken und Gefühlswelt in euch drinnen.
Habt ihr diesen mal entlarvt, habt ihr zumind. mal die Wurzel des Übels erblickt (erblickt).

Dabei dürft ihr nicht vergessen: Drang ist der freie Wille.
Ein Erwachter erkennt das er kein freier Wille hat, weil er in Wahrheit die absolute Leerheit ist ohen Bewegung oder Richtung, weshalb er auch erkennt das der Drang den freien Willen representiert. Und aus, von und mit dem Drang, kommen, gehen hin, verführen dich Gefühle und Gedanken -Gänge.

Denkt euch also einfach mal: Drang ist mein freier Wille.
Oder: Mein freier Wille ist der Drang.

Und dann, wenn euch das so bewusst ist, passt in euch auf was dabei passiert, wenn ihr mit diesem Wissen auf eure innere Dränge (die mit Gedanken und Gefühlen daher kommen) sich dahergrängend schleichend in euch aufgehen.

Seit dabei Aufmerksamk.

Haltet einfach diesen Gedanken mal fest: Alles was ich tue ist ja mein freier Wille und freier Wille = Drang.

Möchte ich also was, dränge ich mich zu diesem WAS.
Möchte ich was nicht, dränge ich mich zu diesem NICHT WOLLEN.
Wünsche ich mir was, dränge ich mich mit diesem WUNSCHGEFÜHL MIR DAS ZU WÜNSCHEN.
Hallo suchender2,

vielleicht magst Du Dir mal das Buch Meditation verlernen: Wenn Anleitungen im Weg sind von Jason Siff anschauen.
Sorry, ich konnte den Text nicht mehr editieren, also ich wieder ins Forum kamm (deshalb soviele Schreibfehler). Gerde jetzt habe ich auch nicht viel Zeit.

Möchte deshalb trotzdem noch was hinzufügen:

Seit einfach dabei aufmerksam. BEOBACHTET OHNE ZU URTEILEN was in euch geschieht (Drang/Gedanken/Gefühle).

Denn beobachten ohne zu urteilen, ist Leerheit selbst.

Ihr werdet bemerken, dass ihr trotz aller Bemühung immer wieder ein Urteil fällen werdet:
"Oh, ja, ich habe den Drang beobachet."
"Oh, ja, da ist er."
"Oh, war er das?!
"Das ist komisch."
usw. usf.
JA, selbst:
"Oh, nein, ich habe geurteilt".<--Ist ein Drang und keine Leerheit.
"Oh, nein, ich war nicht beobachter ohne urteiler genug."<---Ist ein Drang und keine Leerheit.
"Oh, ich war nicht genug Leerheit."<---Ist ein Drang und keine Leehrheit.
"Oh, ich habe mit Gefühl darauf reagiert."<--Ist ein Drang und keine Leehrheit.

Der Verstand wird sich in alle möglichen, architäktischen Möglichkeiten die er findet euch zu was bringen/denken/fühlen/DRÄNGEN. Und genau das sollt ihr selbst auch nicht bewerten.
Wenn es passiert ist es halt passiert. Macht einfach weiter und beoachtet ohne zu Urteilen weiter.
Seit weiterhin diese Leehrheit des beobachten ohne zu urteilen, selbst wenn zwischendrin wieder Dränge geschehen von euch selbst heraus.

Wehrt euch nicht. Beobachtet einfach weiter, selbst wenn ihr ein Urteil gefällt habt über ein Drang oder Gedanke oder Gefühl.
Klingt widersprüchlich. Aber ihr müsst es fliessen lassen. Also einfach weiter machen.
Haltet wie ein Schweigebelübte ab und seit nur DER BEOBACHTER OHNE URTEIL.
Übt es immer wieder.

Euer Verstand ist kontinuierlich am urteilen, bewerten, benennen. Und genau das ist die Funktion und Abhängigkeit von diesem Drang.

Drang nicht zu wollen, Drang zu wollen, Drang abneigung zu urteilen, Drang es zu mögen, Drang es nicht zu mögen ect. ect. ect. ect.


Buddha nannte das folgender massen:
Die bekannteste und allgemeinverständlichste Definition, wie man sie in zahlreichen Sanskrittexten findet, lautet wie folgt: „Es ist dieser ‚Durst‘ (tanha), der neues Dasein und Wiedergeburt erzeugt und mit leidenschaftlicher Gier verbunden ist, der hier und da sich ergötzt in Form von:
- Durst nach den Lüsten der sechs Sinne (kāma-tanhā, im Buddhismus werden 6 Sinne betrachtet)
- Durst nach Dasein und Werden (bhava-tanhā)
- Durst nach Nicht-Dasein, Selbstvernichtung (vibhava-tanhā)


Also nach werden UND nicht-werden. Es bewegt sich also in beide Richtungen und somit in beide Abhängigkeitsrichtungen.
Das ist die sogenannte, zweite, zweite der vier edlen Wahrheiten (samudaya)

Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vier_Edle_Wahrheiten

Für mich die wichtigste aller Wahrheiten.

Und das wichtigste von allem: Macht alles was ihr feststellt in euch (Gedanken, Gefühle, Dränge) nicht zu einem eigenem Selbst. Denn das würde Shizophrenie bedeuten.
Wenn ihr bemerkt: "Oh, da bewegt sich ein Gedanke oder Gefühl von selbst, ich kann es beobachten. Dann sagt euch höchstens: "Ok, das ist der Verstand, er funktioniert als fleischliches für sich selbst."
Aber sagt niemals: "Was ist das, wieso macht sich der Gedanke oder die Gefühle selbstständig. Ist da jemand in mir?!"
Tut das nicht. Das ist der Verstand der einfach in euch als fleischliche Maschiene (sozusagen) seine Arbeit macht. Wenn ihr beobachtet ohne zu urteilen, kann es nämlich vorkommen das ihr plötzlich eure Gedanken und Gefühle für selbständige Abläufe beobachtet. Und das ist der Weg zur Erleuchtung.
Wer das falsch bewertet, könnte tatsächlich wohlmöglich Shizophrenie entwickeln.
Also, merkt euch: Der Verstand ist wie eine Maschiene. Wenn ihr langsam erwacht, werdet ihr feststellen das er ein Selbstständiges "DING" ist.
Und das ist einfach der Körper der arbeitet. Sprich, der Verstand der unaufhörlich arbeitet.
Macht es also nicht zu etwas eigenem. Sagt: "Ok, das ist der fleischliche Verstand und seine Hirnstromaktivitäten.
Auch die Gefühle werden nämlich vom Verstand erzeugt. Vergesst das bitte nicht und macht aus diesen nicht ein eigener Charakter. Ok?! :)

PS. Und vergesst nicht. Buddha fand die Erleuchtung erst als er den mittleren Weg fand.
Ihr dürft aushalten beim Meditieren. Aber nicht unterdrücken.
Das sind zwei verschiedene Dinge.
Ihr müsst selbst rausfinden wo der Unterschied liegt.
Und genau so was der Unterschied ist vom pausieren und sich gehen lassen durch den Verstand und die Saite wieder spannen beginnen (wieder anfangen zu meditieren und nicht nur pausieren).
Hallo Lucy,
Lucy hat geschrieben:
Mirco hat heute n Lehrer gefrühstückt :upsidedown:
:oops: ^^

Lucy hat geschrieben:
Habe nur meine Erfahrung und Meinung geschildert (in Übereinstimmung mit meiner Tradition, soweit ist es überblicke), ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.

Icke ooch. :wink:

LG
Hallo, erstmal danke für eure vielen Antworten!
Es ist schon merkwürdig, die letzte Zeit hatte ich immer Probleme und gerade bei der nächsten Meditation nach diesem Text schien ich wieder voll dabei zu sein. Was mir glaub ich eher Schwierigkeiten macht (da war der Titel vielleicht etwas missverständlich), ist jeden Tag erneut die Disziplin zum Meditieren aufzubringen. Meistens meditiere ich zwischen Duschen und Frühstück, und an manchen Tagen muss ich mich fast schon zwingen mit dem Meditieren anzufangen, insbesondere wenn ich ganz besonders euphorisch drauf und voller Tatendrang bin.

Mirco:
¹ Das ist eh sehr interessant. Wie geschieht die Bewegung der Aufmerksamkeit? Wie funktionert das? ...

Ich lege die Aufmerksamkeit meist so zu 60% auf Atem und 40% auf Gedanken und Bilder. Wenn ich mich nur auf den Atem konzentriere, weiche ich recht schnell ab, ebenso wenn ich nur auf das Vorbeiziehen meiner Gedanken achte. Was genau beim Abweichen passiert, wäre natürlich wirklich mal interessant. Nur blöd, dass ich mich an diese gedankliche Lücke von 0.5-1s nicht erinnere. Meistens erwische ich mich dabei, wie ich in Gedanken jemand anderem meine Ansichten von bestimmen buddhistischen Ideen erkläre :upsidedown:

Lucy:
Vielleicht kannst du dir ein Gruppe wie oben genannt suchen, egal ob bei siddhartas intent oder woanders (wo es halt passt).

Ich selber habe mich damals bei der Gruppensuche davon leiten lassen, welche Autoren mich besonders angesprochen haben. Und keine Angst, man bindet sich nicht für immer an so eine Gruppe, es ist immer ein Stein auf dem Weg.

Ja, das ist denke ich ein guter Ratschlag. Vielleicht mache ich mal nen Wochenendkurs oder besuche mal die örtliche Zen-Gemeinde. Ich muss zugeben, dass mich der esoterische Teil vieler Buddhismusgemeinden und diese Meister/Schüler-Verhältnisse etwas abschrecken.
Generell bin ich gegenüber manchen Ideen im Buddhismus irgendwie noch sehr skeptisch und ich weiss ehrlich gesagt nicht, ob ich reinen Gewissens tatsächlich die dreifache Zufluchtnahme oder ähnliches ablegen könnte.

MittlererWeg:
BEOBACHTET OHNE ZU URTEILEN was in euch geschieht (Drang/Gedanken/Gefühle).

Also den Teil mit dem Drang und so kann ich jetzt ehrlich gesagt nicht so nachvollziehen. Das mit dem Urteilen macht natürlich Sinn, bei der Umsetzung bin ich natürlich noch dabei :wink:


Zu dem Thema Leerheit habe ich mir mal noch das Buch "Einführung in die Leerheit" von Guy Newland gekauft, das werde ich in absehbarer Zeit mal lesen.
suchender2 hat geschrieben:
Mirco:
¹ Das ist eh sehr interessant. Wie geschieht die Bewegung der Aufmerksamkeit? Wie funktionert das? ...

Ich lege die Aufmerksamkeit meist so zu 60% auf Atem und 40% auf Gedanken und Bilder. Wenn ich mich nur auf den Atem konzentriere, weiche ich recht schnell ab, ebenso wenn ich nur auf das Vorbeiziehen meiner Gedanken achte. Was genau beim Abweichen passiert, wäre natürlich wirklich mal interessant. Nur blöd, dass ich mich an diese gedankliche Lücke von 0.5-1s nicht erinnere. Meistens erwische ich mich dabei, wie ich in Gedanken jemand anderem meine Ansichten von bestimmen buddhistischen Ideen erkläre :upsidedown:

Sich auf Gedanken und Bilder zu konzentrieren sollte nicht nicht Teil der Meditation sein. Das wäre dann ja nur Nachdenken oder Tagträumen. Es geht darum, immer wieder zum Meditations-oObjekt zurück zu kehren. Der Inhalt der Ablenkung ist dabie garnicht wichtig. Also, worüber zu nachdenkst, ist egal. Es reicht aus zu bemerken, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr beim Meditationsobjekt ist. Wie gesagt, wenns du recht schnell abweichst ist GARNICHT schlimm, solange du entspannst und zurückkehrst.

LG
Mirco:
Sich auf Gedanken und Bilder zu konzentrieren sollte nicht nicht Teil der Meditation sein. Das wäre dann ja nur Nachdenken oder Tagträumen. Es geht darum, immer wieder zum Meditations-oObjekt zurück zu kehren. Der Inhalt der Ablenkung ist dabie garnicht wichtig. Also, worüber zu nachdenkst, ist egal. Es reicht aus zu bemerken, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr beim Meditationsobjekt ist.

Ja, da hast du wahrscheinlich recht. Ich werde in Zukunft mehr darauf achten.

Wie nehmt ihr eigentlich bei der Meditation euren Atem wahr?
Ich habe häufig das Gefühl, dass sich mein Atem auf eine subtile Weise leicht ändert, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf ihn lenke.
Dazu kommt dann noch, dass ich insbesondere am Anfang der Meditation manchmal das Gefühl habe zu wenig Luft zu bekommen und deshalb bewusst etwas mehr Luft einatme.
Gegen Ende der Meditation hingegen verflüchtigt sich das dann meist und ich empfinde meine Atembewegung dann so, als ob sie gar nicht von mir sein würde.
suchender2 hat geschrieben:
MittlererWeg:
BEOBACHTET OHNE ZU URTEILEN was in euch geschieht (Drang/Gedanken/Gefühle).

Also den Teil mit dem Drang und so kann ich jetzt ehrlich gesagt nicht so nachvollziehen. Das mit dem Urteilen macht natürlich Sinn, bei der Umsetzung bin ich natürlich noch dabei :wink:


Zu dem Thema Leerheit habe ich mir mal noch das Buch "Einführung in die Leerheit" von Guy Newland gekauft, das werde ich in absehbarer Zeit mal lesen.


Uuh, dass verstehe ich, dass du das mit dem Drang nicht so nachvollziehen kannst.

Du kannst es mal so sehen:
Wir Menschen neigen dazu entweder etwas zu wollen oder etwas nicht zu wollen.
In beiden Fällen ist beides ein Drang.

Und nur wenn man Erwacht ist, erkennt man diesen Drang in sich.

Man erkennt also, das zb. Leben zu wollen ein Drang in eine Richtung ist.
Leben nicht zu wollen, aber genau so ein Drang ist, einfach in die entgegen gesetze Richtung.

So ala: "jaaaaaaaaaaa, ich will leben, ich liebe das lebeeeeeeeeeeen. Heute ist es sooooo geil, wie ich das Leben liebe."<---Es ist in Wahrheit ein Drang und somit eine Sucht. Eine Sucht etwas besitzen zu wollen. Das Jetzt aber, das Neutral ansich ist, hat diesen Drang nicht. Denn es ist einfach.
Beim Drang leben zu wollen, jagst du ja mit einem Gefühl eines Dranges etwasem hinterher.
Du füüüüüüüüüüühlst: Jaaa, das da daaaa will ich.

Umgekehrt wäre es so: "neiiiiiiiiii, ich hasse das Leben, mein Leben ist so beschi****. Alles was ich mache ist kacke. Ich will weg von hier, ich will, ich will, ich DRÄNGE MICH INNERLICH WEG, DENN DER WUNSCH DRÄNGT MICH ALSO DRÄNGE ICH MICH SELBST."<---Aber in Wahrheit gibt es da keine Zukunft, es ist immer Jetzt. Im Jetzt gibt es kein Drang vom Jetzt weg zu gehen. Denn gelangst du ins nächste Jetzt ist es auch jetzt.

Buddha erkannte, sozusagen, das alles was wir tun; denken, fühlen, ...praktisch alles immer mit Drängen zu tun hat. Egal in welche Richtung. Ob in die Einte oder in die Entgegengesetze Richtung. Dränge bedeuten Abneigungen oder Zuneigungen.
(klar, es bedeutet jetzt nicht das du ein Roboter sein musst. So sollst du das nicht verstehen. Schlussendlich solltest du weiterhin dein Wille benutzen um Entscheidungen und Handlungen zu vollziehen, wenn Sie nötig sind für dein Leben)
Es geht darum das du diese Dränge beobachtest ohne zu urteilen. Deine Gedanken und Gefühle beobachtest ohne zu urteilen.
Und so vielleicht mal bemerkst, um was es geht in Bezug auf diese Wahrheit.

Das alles zu erklären ist aber wirklich nicht in kurzen Worten gemacht.
Daher, meiner persönlichen Meinung nach, versuche einfach täglich zu beobachten ohne zu Urteilen.
Das reicht erst mal.

Dabei musst du aber eins Wissen:
Beobachten ohne zu Urteilen kannst du alles. Mit alles meine ich wirklich alles.
Hören ist auch ein beobachten. Du beobachtest ja mit deinem Gehör (ohne zu urteilen, solltest du das auch tun).
Riechen ist auch eine art beobachten.
Tasten (wie du da sitzt, was wie sich der Stuhl anfühlt an deinem Körper) ist auch ein beoachten,..ein beoachten mit dem Tastsinnen halt.
DEIN INNEREN KÖRPER FÜHLEN, WIE VON INNEN, DAS DU DARIN LEBST/BIST, ist ein beoachten.
Deine Gedanken beobachten ohne zu urteilen, so als ob du eine Katze wärst und darauf warten würdest ob eine Maus aus dem loch kommt (so ala: "mal schauen was mein nächster Gedanke ist der da kommt." Aber ohne zu urteilen).
Deine Gefühle zu beoachten ohne zu urteilen.
Still zu beobachten. Höre die Stille die gerade dir auffällt die im Raum ist, oder zwischen den Tönen, oder in einem Stille Moment.
Auch deine Aussenwelt zu beobachten ohne zu Urteilen; Farben, Geräusche, Wind, dein Gefühl in den Kleider zu stecken. Deine haare im Wind. usw. usw. usw. usf. Alles ist beoachtbar mit all deinen Sinnen.
Du solltest es einfach immer ohne zu urteilen tun.
Besonders eben deine Gedanken und Gefühle und dein Körperbewusstsein.
Gegen innen sollst du vielleicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit widtmen.
Aber zum Ausgleich auch zur Aussenwelt hinaus.

UND GENAU SO ZUM AUSGLEICH AUCH DIE PAUSEN DES BEOBACHTEN OHNE ZU URTEILEN SOLLST DU DIR GÖNNEN.
Denn sonst machst du eine art "Askese"/Selbstversklavung und wirst zum Roboter.
Also, immer schön den mittleren Weg versuchen zu wählen. Also im Ausgleich sein (Pause/Medidation-Beoachten ohne zu Urteilen).

Zum Schluss solltest du eins noch wissen: Der Verstand ist wie eine Maschinerie und er ist praktisch nur auf eins getrimmt: Zu funktionieren, funktionieren, zu funktionieren.
Er wird dir also nicht zulassen, das du innerlich Still wirst durch beobachten ohne zu Urteilen.
Er wird dich sogar unter umständen wohlmöglich (soll jetzt kein Urteil sein, sondern einfach zu deiner Info) dich auch oft wenn du es bereits wieder vergessen hast, dich mit Gefühlen und Gedanken identifizieren lassen, damit du mit starken Drängen, wie mit Wut zb. dein Verstand wieder in Bewgung bringst. Dies, weil der Vestand es garnicht mag, in Ruhe verstetzt zu werden.
Er wird also probieren es wieder aufzuholen, das du beobachtet hast ohne zu urteilen.
Er wird höchstwarscheinlich versuchen sich auf irgend eine Art und Weise sich wieder den Lärm des unaufhörlichen Verstandes zurück zu holen, in dem er dich dazu irgendwie bringt.
Denn der Verstand kann dir nicht zulassen, das du Erleuchtung/Erwachen erfährst, denn das bedeutet sein "Tod" sozusagen. Es ist nicht so das er stirbt nach dem Erwachen, es ist dann viel mehr so, das er dich nicht mehr in seiner Abhängikeit hat und in Stille verbannt wird. Weshalb er dir das nicht gestatten darf, das du das erreichst. Daher rechne damit, das er mit allen Mitteln dich dazu bringen wird wieder Verstandeslärm zu erzeugen (durch zb. gewisse Zorn-Ausbruchsgefühlen und somit Verstandesstarkewellenaktivitäten.).
Wie gesagt, damit versucht er dich von der die von dir erzeugten Leerheit/deine Befreihung von Ihm dich fern zu halten.
Wundere dich also zb. nicht, wenn plötzlich dein Leben/oder ein Tag kommt wo du selbst wieder total verzweifelt depressiv dich über was ärgerst. Solch eine Situation könnte vom Verstand erzeugt sein, als starke Energie die dich damit wieder mit dem Verstand identifizieren lässt.

Probiere auch da dich zu beruhigen und zu denken das du nur im Hier und Jetzt lebst und dass man sich um Tägliche Probleme dann kümmern muss wenn man Sie angehen muss, aber nicht 5Stunden vor der Möglichkeit überhaupt etwas dagegen tun zu können.

Lass los und gibt auf und sei Jetzt, im gegenwärtigen Moment. Wenn du dich um eine Rechnung kümmern musst, weil Sie dir nicht passt und du verärgert darüber dir sagst dass du das noch heute nachmittag klären musst, bei deinem Internetprovider zb., dann lass los und geb dich auf und lebe Jetzt. Und kümmere dich dann eben dann in erst diesen 5Stunden um das Problem, wenn du wirklch das dagegen tun kannst (du auch wirklich dann um die Uhrzeit zum Internetprovider zb. gehen kannst). Bis dahin geb dich auf, lass los und somit lass den Frust und den Zorn und den Ärger los.
Sei einfach nur Jetzt und geniesse dein Jetzt.

Denn ansonsten tust du genau das was der Verstand will; Dich zu ärgern damit der Verstand sich wieder den Lärm (durch starke Gefühlsbindungen und Gedankenbindungen zum Verstand) tun will.
Denn so holt er sich wieder sein Lärm zurück was du mit Beobachten ohne zu Urteilen versucht hast zu lösen in dir vom Verstand.

Denn Rest musst du noch nicht verstehen. Probier dich einfach in das.

Jetzt Leben und Beobachten ohne zu Urteilen (innen wie aussen von dir - Besonders aber deine innenwelt; Gedanken und Gefühle und dein Leben in deinem Körper). Und wissen das Ärger der in dir auftaucht, vom Verstand erzeugt wird damit er sich wieder deine Abhängikeit zu ihm sich zurück holen kann. Diese Punkte musst du dir einfach merken.

Denn Rest wirst du durch diese Prozesse von alleine endecken mit der Zeit.

Viel Glück dabei. Ich hoffe du fällst nicht zu sehr in Eigenärger und Eigendepressionen.
Denn meiner Erfahrung nach, merken viele die Meditieren oder eben Beochten ohne zu Urteilen, garnicht dass der Verstand danach alles heimlich versucht um ihnen das Leben schwer zu machen um sich wieder den Lärm/die Abhängikeit zu Ihm wieder sich zu holen.

PS. Man könnte fast glauben (was man ja nicht tun sollte - Denn die eigenen Gedanken und Gefühlen bleiben auch dein Körper und somit du) das der Verstand ein Dämon ist und dich versucht wieder aufzuholen, in dem er versucht in dir wieder Lärm zu erzeugen, weil du versuchst ihn los zu werden durch Beoachten ohne zu Urteilen.
Und er versucht mit allen architäktischen Tricks deines Verstandes gegen dich zu arbeiten um dich an "Ihm" gefangen zu halten.
https://www.youtube.com/watch?v=1j4W6d0ocFQ
(Es mag ein kitschiger Film sein. Und man sollte es nicht bildlich verstehen. Es ist aber garnicht mal so schlecht dargestellt, diese Umsetzung des Filmes, natürlich Symbolisch verstanden und betrachtet.)

Der Verstand wird nicht aufgeben. Er kann es dir nicht gestatten zu erwachen/dich von ihm "zu befreien und Frieden zu finden". Denn ohne dich ist er nichts und muss schweigen.
Mittlerer Weg:
Es geht darum das du diese Dränge beobachtest ohne zu urteilen. Deine Gedanken und Gefühle beobachtest ohne zu urteilen.
Und so vielleicht mal bemerkst, um was es geht in Bezug auf diese Wahrheit.

Ich muss sagen, ich versuche schon relativ lange alles mögliche meiner Wahrnehmung zu beobachten, aber dieses Nicht-Urteilen finde ich gerade bei sehr intensiven Emotionen sehr schwer. Insbesodere wenn sie mich unerwartet treffen, wie z.B. sexuelles Verlangen, Neid oder eine gewisse Form von passiver Aggressivität fällt es mir so unglaublich schwer.

MittlererWeg:
Daher, meiner persönlichen Meinung nach, versuche einfach täglich zu beobachten ohne zu Urteilen.

Wie genau integrierst du das denn in den Alltag? Wenn ich das jetzt schon seit 2 Jahren mache/versuche, scheinst du ja irgendwas anders zu machen als ich. Wenn du die saftig grünen Blätter eines Baumes im Sommer beobachtest, erfreust du dich dann an ihnen? Wenn du in eine unangenehme Situation kommst, sich dein Brustkorb (vom Gefühl her) zusammenzieht und der Magen leicht krampft, hast du dann den "Drang" (meinst du das?) dieses Gefühl möglichst schnell loszuwerden? In so welchen Fällen ist es manchmal so, dass ich gezielt versuche diese Gefühle loszuwerden, indem ich mir einrede, dass sie nicht Teil von mir sind und nur durch meine eigene Wahrnehmung bedingt sind.

Mittlerer Weg:
UND GENAU SO ZUM AUSGLEICH AUCH DIE PAUSEN DES BEOBACHTEN OHNE ZU URTEILEN SOLLST DU DIR GÖNNEN.

Darauf werde ich achten.


Der Verstand wird nicht aufgeben. Er kann es dir nicht gestatten zu erwachen/dich von ihm "zu befreien und Frieden zu finden". Denn ohne dich ist er nichts und muss schweigen.

Das ist ein Punkt, den ich im Buddhismus irgendwie widersprüchlich finde. Die 4 Siegel sagen, dass alles Zusammengesetzte vergänglich ist. Ergo ist alles vergänglich außer Leerheit. Ist dann nicht auch Erwachen vergänglich? In vielen Texten wird dies immer so geschildert, als ob zu einem bestimmten Zeitpunkt jemand erwacht und danach alles in Butter ist. Ich finde das wirkt sehr widersprüchlich zum Rest der Philosophie.
suchender2 hat geschrieben:
Mittlerer Weg:
Es geht darum das du diese Dränge beobachtest ohne zu urteilen. Deine Gedanken und Gefühle beobachtest ohne zu urteilen.
Und so vielleicht mal bemerkst, um was es geht in Bezug auf diese Wahrheit.

Ich muss sagen, ich versuche schon relativ lange alles mögliche meiner Wahrnehmung zu beobachten, aber dieses Nicht-Urteilen finde ich gerade bei sehr intensiven Emotionen sehr schwer. Insbesodere wenn sie mich unerwartet treffen, wie z.B. sexuelles Verlangen, Neid oder eine gewisse Form von passiver Aggressivität fällt es mir so unglaublich schwer.

Der Buddha lehrte 5 Methoden u.a. auch:
Wenn solche schlechten Gedanken aufsteigen, Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, so soll er, ihr Mönche, das Elend derartiger Erwägungen betrachten:
'Da sind sie ja, diese unwürdigen Erwägungen,
Da sind sie ja, diese unlauteren Erwägungen.
Da sind sie ja, diese Leiden ausbrütenden Erwägungen!'
Während er das Elend derartiger Erwägungen betrachtet, schwinden die bösen, unwürdigen Erwägungen, die Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, lösen sich auf; und weil es sie überwunden hat, festigt sich eben das innige Herz, beruhigt sich, wird einig und stark.
"Gleichwie etwa, ihr Mönche, ein Weib oder ein Mann, jung, frisch, gefallsam, dem ein Schlangenaas oder ein Hundeaas oder ein Menschenaas an den Hals gebunden würde, sich entsetzen, empören und sträuben möchte: ebenso nun auch, ihr Mönche, soll ein Mönch, wenn ihm bei seinem Bemühn aus der einen Vorstellung eine andere zu gewinnen, ein würdiges Bild, noch böse, unwürdige Erwägungen aufsteigen, Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, das Elend derartiger Erwägungen betrachten.
Während er das Elend derartiger Erwägungen betrachtet, schwinden die bösen, unwürdigen Erwägungen, die Bilder der Gier, des Hasses und der Verblendung, lösen sich auf; und weil es sie überwunden hat, festigt sich eben das innige Herz, beruhigt sich, wird einig und stark.
M 20
suchender2 hat geschrieben:
Das ist ein Punkt, den ich im Buddhismus irgendwie widersprüchlich finde. Die 4 Siegel sagen, dass alles Zusammengesetzte vergänglich ist. Ergo ist alles vergänglich außer Leerheit. Ist dann nicht auch Erwachen vergänglich? In vielen Texten wird dies immer so geschildert, als ob zu einem bestimmten Zeitpunkt jemand erwacht und danach alles in Butter ist. Ich finde das wirkt sehr widersprüchlich zum Rest der Philosophie.

Ich weiß ja nicht wo du das mit den "Siegeln" her hast, aber
der Buddha lehrte das alle Erscheinungen vergänglich sind
auch Leerheit und was immer auch erscheinen kann. Auch
ist da im eigentlichen Sinn (nicht im sprachlichen Sinn)
keiner der irgendwo erwacht. Erwachen ist eine Bezeichnung
für das endgültige Ende aller Anhaftungen und des Nichtwissens
über die wahre Unbeständigkeit aller Erscheinungen.
suchender2 hat geschrieben:

Das ist ein Punkt, den ich im Buddhismus irgendwie widersprüchlich finde. Die 4 Siegel sagen, dass alles Zusammengesetzte vergänglich ist. Ergo ist alles vergänglich außer Leerheit. Ist dann nicht auch Erwachen vergänglich? In vielen Texten wird dies immer so geschildert, als ob zu einem bestimmten Zeitpunkt jemand erwacht und danach alles in Butter ist. Ich finde das wirkt sehr widersprüchlich zum Rest der Philosophie.
Wer sagt was Erwachen beständig ist? Erwachen muss immer wieder erweckt werden. Jedesmal wenn es zu Identifikation mit etwas kommt geht das Erwachen verloren. Scheinbar, Es wird Verschleiert, Verblendet, Verschüttet vom identifizieren mit....

Das Erwachen ist bedingt. Die Befreiung nur ein mal erreicht ist der Ankerpunkt damit das Erwachen immer wieder erscheinen kann.
Die Befreiung hat keine Worte, auch Befreiung ist nur ein Begriff der erscheint wenn das Erwachen verschleiert ist. Mit dem Erreichen der Befreiung ist auch nicht alles in Butter. Das wäre nur dann wenn der Befreite sofort stirbt.

Ich lebe noch und ich bin ein ganz einfacher Mensch der Mitten mit Menschen lebt alsob er einer ist wie sie. Den Befreiten zu erkennen ist nur einem Befreiten möglich, alle anderen sehen das was sie sehen wollen und der Befreite spielt ihnen das was sie sehen wollen, aber nur fast, denn wie sollte ein Befreiter sonst lehren wenn er immer genau so ist wie die Menschen ihn sehen?
suchender2 hat geschrieben:
Ich lege die Aufmerksamkeit meist so zu 60% auf Atem und 40% auf Gedanken und Bilder. Wenn ich mich nur auf den Atem konzentriere, weiche ich recht schnell ab, ebenso wenn ich nur auf das Vorbeiziehen meiner Gedanken achte. Was genau beim Abweichen passiert, wäre natürlich wirklich mal interessant. Nur blöd, dass ich mich an diese gedankliche Lücke von 0.5-1s nicht erinnere. Meistens erwische ich mich dabei, wie ich in Gedanken jemand anderem meine Ansichten von bestimmen buddhistischen Ideen erkläre

Ich glaube ich verstehe was gemeint ist. Ich mache das auch so, dass ich nicht die ganze Konzentration auf den Atem lege. Ich behalte mir noch so 20-30% Kapazität im Kopf um im Kopf leicht zu bleiben um noch etwas die Dinge wahrnehmen zu können (Zwitschern der Spatzen in der Gartenhecke, Ruckeln des Zuges). Wenn man dies eine Zeitlang schafft beginnt leise eine Ahnung aufzukommen, dass die Dinge vergänglich sind. Oder ich sage mir vor der Meditation, dass alle Dinge vergänglich sind und halte diesen Zustand während der Meditation. Dann kommt manchmal die langsame Erkenntnis, dass jede Anhaftung sinnlos ist. Für Herzensgüte oder Freundlichkeit braucht es keinen Grund. Sie sind abrufbar ohne das sich Anhaftung entwickelt.
suchender2 hat geschrieben:
Mirco:
Sich auf Gedanken und Bilder zu konzentrieren sollte nicht nicht Teil der Meditation sein. Das wäre dann ja nur Nachdenken oder Tagträumen. Es geht darum, immer wieder zum Meditations-oObjekt zurück zu kehren. Der Inhalt der Ablenkung ist dabie garnicht wichtig. Also, worüber zu nachdenkst, ist egal. Es reicht aus zu bemerken, dass die Aufmerksamkeit nicht mehr beim Meditationsobjekt ist.

Ja, da hast du wahrscheinlich recht. Ich werde in Zukunft mehr darauf achten.

Habe ich eine Zeitlang auch gemacht. Bis ich in einem Meditationsbuch las, dass man sich so einen großen Teil seiner Möglichkeiten verschenkt. Man glaubt vielleicht, man könnte noch dabei Gedanken entwickeln, aber es trägt den Geist sowas von schnell weg. Ich glaube ich habe das immer getan, weil ich dachte, so für Probleme Lösungen finden zu können. Dafür ist Meditation aber nicht, sondern für die Vergegenwärtigung der drei Daseinsmerkmale (natürlich gibt es noch mehr als das).
Ich mach es mal sehr kurz, denn ich muss ins Bad hüpfen :mrgreen:

Ich kann dir sicher mal eins sagen: DU MUSST DEIN VERSTAND KENNEN LERENEN. DASS KANNST DU NUR, IN DEM DU DICH BEOBACHTEST OHNE ZU URTEILEN, AAABER, AUCH GLEICHZEITIG UNTERSUCHST.

Schau auf Wiederholungen.
Schau auf Dinge die du immer wieder tust und dir Leid zufügen.
Jommern über Situationen, über deine Verhalten die immer wieder gleich sind.
Sei ehrlich zu dir.
Bemerke durch untersuchendes beobachten ohne urteilen was der Verstand in dir tut und sich somit verrät wie er sich verhaltet.

Mehr kann ich dir gerade nicht sagen.

Es ist auch irgendwo ein Prozess den Verstand zu kennen.

Erwachen ist etwas was einmalig passiert. Danach liegt er über der Grenze, der Verstand und du versuchst ihn dann nicht merh rein zu lassen in dieser Grenze, weil du ihnn erblickt hast, als dein Folterer, sozusagen.
Mehr kann ich zum Erwachen so kurz nicht sagen.

Aber genau darum heisst es, dass wenn man erwacht ist, es kein Zurück mehr gibt.
Es ist halt so als ob du entlich rausgefunden hättest wie der Rapunzel heisst und was er all die Zeit hinter deinem Rücken getan hat, ohne das du es dein Leben lang gemerkt hast.
Wenn du das nun pötzlich weiss, wie sollst du da wieder reinfallen auf ihn? Du hast ihn ja entlarft. Deshalb ist es sehr schwer nach dem Erwachewn überhaupt wieder zurück zu fallen.

Aber gesagt muss auch sein, dass der Verstand auch nach dem Erwachen weiterhin sein Unheil versucht in dir auszüben. Nur kann er dass nicht mehr so einfach wie zuvor.
Denn du hast den Täter unter der Maske gesehen nach dem Erwachen,..könnte man sagen.

Also, lern einfach dich und dein verstand kenne. Dann kommt mit der Zeit alles von selbst, sofern du es ehrlich mit dir meinst.
Das kann unter Umständen Jahre dauern oder dein Leben lang.
Es kann aber auch plötzlich passieren das du erwachst, in Bezug auf Erwachen ansich.
Denn Verstand kennen lernen musst du aber selbst nach dem Erwachen immer noch weiter.

PS. Was ich dir auch anbieten kann, ist zb. oft vielleicht lieber mal auch alleine zu sein, so hast du für dich Zeit und Ruhe.
Auch kannst du oft dir zb. sagen: "Sooo, jetzt halte ich sozusagen wie ein Schweigegelüpte ab und bist einfach still für eine Weile."
Und wenn du still bist kannst du somit auch autom. beobachten ohne zu urteilen. Deinn inneres, der Wind zuhören, dein Gefühl und Gedanken aufmerksamkeit geben ohne zu urteilen.
Und das alles kannst du auch tun ohne unbedingt gleich im schniedersitz still da zu sitzen.
Kannst es also auch einfach auf dem Balkon machen, diese Stille rein lassen und zuhören.
Eine Möglichkeit ist auch in anderen Momenten einfach die Geräusche und deine Hände zu beobachten und zu fühlen, wärend dem Händewaschen. Oder beim Kochen Bewegungen und Geräusche zu beobachen und dabei Still dein Tun zu machen.
Verstehst du. Medietieren bedeutet nicht immer nur wie Buddha im schniedersitzt zu sitzen.
Es bedeutet BEWUSSTE, NICHT URTEILENDE, BEOBACHTENDE AUFMERKSAMKEIT ZU MACHEN.
Auch dir das Jetzt bewusst zu machen, von Zeit zu Zeit. Und dich nicht immer von Verstandes Gefühlsströme und Gedankenströme weg vom Jetzt leiten zu lassen, sondern einfach die Schnautze zu halten. Du wirst sehen wie unglaublich schwer das ist. Denn der Verstand ist mit seinen Gefühlen und Gedankengängen ein regelrechter Profi im Verführen.
suchender2 hat geschrieben:
Ist dann nicht auch Erwachen vergänglich?


Eine Erfahrung die kommt, geht auch wieder.
Lustigerweise kann man damit auch Tod und Wiedergeburt erklären ^^
Hallo Keks,
keks hat geschrieben:
suchender2 hat geschrieben:
Ist dann nicht auch Erwachen vergänglich?
Eine Erfahrung die kommt, geht auch wieder. Lustigerweise kann man damit auch Tod und Wiedergeburt erklären ^^

so, wie du schreibst ("kommt und geht wieder"), bedeutete es, du hättest überweltliches Nibbana bereits erfahren.

LG
Hallo,
suchender2 hat geschrieben:
Wie nehmt ihr eigentlich bei der Meditation euren Atem wahr?

Das war mir auch nicht immer klar. Am Anfang habe ich auf so Dinge von amderen gehört, wie den Atem auf der Oberlippe oder bei der Nasen oder die Bewegung der Bauchdecke zu wahrzunehmen. Das brachte mich aber nicht sonderlich weit. Erst, als ich begann, der angeblich direkt vom Buddha überlieferten Anweisung¹ aus den Suttas zu folgen begann, wurde die Meditation sehr gut.

Wie ein geschickter Drechsler es weiß/versteht, wenn er eine Drehung macht,

so weiß/versteht man: "Ich atme."

Man übt so: "Ich atme, den ganzen Körper erlebend."

Man übt so: "Ich atme, die körperlichen Gestaltungen beruhigend/entspannend."


Das funktioniert sehr gut. Keinen bestimmten Teil des Atemvorganges im Besonderen wahrnehmen. Das Atmen an sich und dabei den gesamten Körper wahrnehmen und entspannen.

LG

¹ M10
Danke an alle die mir hier geantwortet haben! Ich denke, das wird mich weiterbringen. Momentan habe ich zumindest keine weiteren Verständnisfragen ^^
Hallo suchender2,

vielleicht führt der Gedanke "ich darf nicht abschweifen" stetig zum Abschweifen? Ich würde in dem Fall die Erwartungshaltung versuchen loszulassen, sodass man nicht im Hinterkopf hat nicht abschweifen zu dürfen ich denke auch im Unterbewusstsein kann das dennoch ablenken. Manchmal hilft es auch einen Schritt zurück zu gehen wenn man sich festgefahren hat und es vorwärts nicht weiter zu gehen scheint.

Lg Sensey.
Sensey hat geschrieben:
Hallo suchender2,

vielleicht führt der Gedanke "ich darf nicht abschweifen" stetig zum Abschweifen? Ich würde in dem Fall die Erwartungshaltung versuchen loszulassen, sodass man nicht im Hinterkopf hat nicht abschweifen zu dürfen ich denke auch im Unterbewusstsein kann das dennoch ablenken. Manchmal hilft es auch einen Schritt zurück zu gehen wenn man sich festgefahren hat und es vorwärts nicht weiter zu gehen scheint.

Lg Sensey.

"ich darf nicht abschweifen" ist schon abgeschweift sein. Entweder, die Aufmerksamkeit ist beim Objekt, oder nicht. Wie lässt man loß? Großes Geheimnis, schwierige Technik? Nö. Einfach keine Beachtung, keine Aufmerksamkeit mehr schenken, relaxen und zurück zum Objekt. Immer wieder.

Freundliche Grüße

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