Spiritualität bei Shizophrenie?

Moderator: kilaya

Ich habe die Diagnose Schizophrenie, ist es da überhaupt sinnvoll Religiös zu sein, oder ist es da gefährlich sich mit der Tranzendenz zu befassen & in diese Richtung zu wollen? Auch erschwert meine Erkrankung mir enorm innerlich ruhig zu werden & zu meditieren, & auch die Medikation ist da wohl ungünstig. Habe aber eine Sehnsucht meinen Grund im mysthischen Urgrund zu finden den (Ihr) Buddhisten Nirvana nennt. Diese Sehnsucht ist mal stärker, mal schwächer in meinem Lebenslauf, & wohl auch der Grund meiner Psychose. Ich komme einfach nicht wirklich weiter... Bin ich da bei Euch überhaupt richtig, oder hat jemand ´ne Idee was man da machen kann? Gibt´s da ´ne Therapie & wo? Ich will ja auch "nur" glücklich & zufrieden sein, wie jeder. Die Egohaftung zu überwinden dauert wohl Jahre? Sorry für meine Anfrage. Ich bin aber auch rational & suche keinen Guru sonder Menschen mit Herz & Verstand denen ich auf Augenhöhe begegnen kann. Jesus & Buddha waren ja auch keine Gurus sondern unsere Brüder, die halt weiter geschaut haben... PS: Ich habe in meiner Jugend gekifft & mehr... Danke für EHRLICHE Antwort
Hinweis: bitte achtet darauf, Antworten zu medizinischen Diagnosen und Therapien nicht als "Experte" zu geben, wenn ihr nicht dazu qualifiziert seid, also keinen anerkannten Heilberuf ausübt.
Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Habe aber eine Sehnsucht meinen Grund im mysthischen Urgrund zu finden den (Ihr) Buddhisten Nirvana nennt. Diese Sehnsucht ist mal stärker, mal schwächer in meinem Lebenslauf, & wohl auch der Grund meiner Psychose.

Soweit ich das verstanden habe, aus dem rein spirituellen Blickwinkel, ist es nicht selten, dass bestimmte psychische Störungen eine spirituelle Dimension haben. Ob das Eine die Ursache des Andere ist oder umgekehrt, ist aber nicht so klar und kann auch vielleicht nicht immer geklärt werden.

Ein spiritueller Lehrer, Willigis Jäger, hat mal (sinngemäß) gesagt: "Der Unterschied zwischen einer psychotischen Erfahrung und einer mystischen Erfahrung ist der Grad an Bewusstheit"

Gibt´s da ´ne Therapie & wo?

Wichtig ist, (Medikament-)Therapien und spirituelle Praxis auch immer mit dem behandelnden Arzt (der das Medikament verschreibt) abzusprechen. Was auf keinen Fall zu empfehlen ist, ist ohne Rücksprache mit dem Arzt irgend ein Medikament einfach abzusetzen. Psychopharmaka müssen nicht unbedingt hinderlich sein auf dem spirituellen Weg - im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass es Sinn macht die Grundlage beizubehalten, auf der man mit spirituellen Erfahrungen balanciert umgehen kann.

Echt Spiritualität arbeitet ja mit dem, was ist und sucht nicht eine andere Erfahrung anderswo. Also kann man auch mit einer Medikation praktizieren, und wenn man krank ist und die Medikation nach Ansicht des Arztes jetzt braucht, dann ist das das, was jetzt ist. Natürlich kann man immer auch zweite und dritte Meinungen einholen, wenn man mit dem Arzt nicht einverstanden ist.

Was Therapieangebote (Psychotherapie) angeht, so schau mal ob Du jemand findest, der sowas wie transpersonale Therapie oder Psychosynthese anbietet. Das sind Formen, wo die Spiritualität ausdrücklich integriert wird.

Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
PS: Ich habe in meiner Jugend gekifft & mehr... Danke für EHRLICHE Antwort

Auch das ist sehr typisch in so einem Kontext und kann ebenso ein Auslöser, wie ein Symptom wie ein Verstärker usw. sein bzw. meist alles das auf einmal.
kilaya:
Wichtig ist, (Medikament-)Therapien und spirituelle Praxis auch immer mit dem behandelnden Arzt (der das Medikament verschreibt) abzusprechen.


Das ist schon bei leichteren Geschichten beinahe unmöglich.

se_sucher:
Die Egohaftung


Was verstehst du darunter ?
Liebe Grüße Einheitssucher,

Du möchtest ehrliche Antworten. Ok - es fällt mir schwer, mich auf Augenhöhe auf ein Gespräch einzulassen. Das hat absolut nichts zu tun mit intellektuellen Möglichkeiten oder menschlichen Eigenschaften. Die Beschreibung Schizophrenie macht es mir schwer. Ich würde niemanden, der sich letzte Woche ein Bein gebrochen hat zu einer 20km Wanderung einladen, genau so würde ich niemanden, der psychische Schwierigkeiten offen anspricht zu Gesprächen über Spiritualität einladen.
Eigene Probleme in dieser Art anzusprechen ist schon ein riesiger Fortschritt gegenüber völliger Ablehnung der Möglichkeit, möglicherweise Schwierigkeiten zu haben.

Hättest Du einige Begriffe/Worte weggelassen, hätte ich Folgendes gelesen - Du hast Schwierigkeiten damit, Dich zu konzentrieren und Du bist auf der Suche nach Deinem Ziel.
Willkommen im Forum :)

Mir gefallen die nüchternen Antworten von kilaya. Ich bin definitiv niemand aus einem Heilberuf und meine eigenen Probleme reichen mir vollkommen aus. Die Anregung, vor Experimenten mit sich selbst Gespräche mit Bezugspersonen zu führen finde ich sehr sinnvoll.

Ich wäre nicht Buddhist, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß am Ende der Weg oder die buddhistische Lehre zu einem besseren Leben mit weniger Leiden führt und der Chance zu einem Zustand wie Nirvana zu finden.
Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Ich habe die Diagnose Schizophrenie, ist es da überhaupt sinnvoll Religiös zu sein, oder ist es da gefährlich sich mit der Tranzendenz zu befassen & in diese Richtung zu wollen?


Ich habe mal folgende Epsiode gelesen: Ein europäischer Psychiater äußerte einmal den Verdacht, dass das Buddhismus sehr nahe bei der Schizophrenier liege. Er hatte gehört, dass Buddhisten glauben, dass es kein festes Ich gebe, sondern das dieses aus dem Zusammenspiel verschiedener Prozesse ergibt, etwas was er auch schon von seinen schizophrenen Patienten erfahren hatte. Allerdings mußte er dann doch zugeben, dass es einen großen Unterschied gab: Während die Patienten den "Zusammenbruch ihres Ichs" als etwas unsagbar Schreckliches erlebten, schienen die Buddhisten die Tatsache "zusammengesetzt" zu sein, relativ heiter und gelassen hinnehmen zu können.

Kann das stimmen? Erleben sich Schizophrene wirklich als "zusammengesetzt"? Ich kann mir vorstellen, dass sich daraus sowohl eine Nähe zur Spiritualität ergibt also auch die Warnung keine Form der Meditation zu üben, die zu "Erfahrungen des Zusmmegesetztheit des Ichs" führt. Weil diese ja ins Angstbesetzte hinübergleiten können.
Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Ich habe die Diagnose Schizophrenie, ist es da überhaupt sinnvoll Religiös zu sein, oder ist es da gefährlich sich mit der Tranzendenz zu befassen & in diese Richtung zu wollen?


Das sind zwei Fragen.

1. Die Frage nach dem Sinn der Religion stellen sich auch "gesunde" Buddhisten. Der Dalai Lama plädiert zum Beispiel für eine säkulare Ethik ohne Religion,

2. Ist es gefährlich sich mit "Transzendenz" zu befassen? Auch diese Frage stellen sich gesunde Buddhisten, wobei es wahrscheinlich viele Definitionen gibt was "Transzendenz" überhaupt ist. Manche buddhistische "transzendente Praktiken" sind definitiv "gefährlich" und zwar für das Ego.

Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Ich will ja auch "nur" glücklich & zufrieden sein, wie jeder


Warum bist Du es nicht?

Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Die Egohaftung zu überwinden dauert wohl Jahre?


Die Überwindung der Anhaftung an das Ego ist eines der großen Themen im Buddhismus. Manche schaffen das nicht in einem Leben.
Es war dumm & unerfahren von mir mich in meine Psychose als junger Mensch reinzusteigern: Ich konnte mit 16,17 mal wirklich meditieren, war auch wesentlich tiefer & echter als Drogen. Ich habe damals aber nicht mit diesen aufgehört, dazu kam eine nicht erfüllte Liebe zu einem Mädchen, die hatte nämlich schon jemand anderen (mochte mich aber auch). Na ja mir ging dann die Fähigkeit zu meditieren verloren. Daraufhin habe ich so leichtssinnige Dinge wie Engelstrompetenkonsum & ähnliches praktiziert um in den tranzendenten Raum zurückzufinden. Mein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber deswegen hat es mir noch mehr erschwert mich selbst (also die persönlichen Hindernisse) zu vergessen. Ich hatte gelesen dass es da dieses Koan gibt, bei dem durch grübeln irrgendwahn der Intellekt zusammenbricht & der transzendenten Intelligenz Platz macht... (Hab´ich das richtig verstanden?) Auf jeden Fall hab´ich es nicht richtig gemacht, denn nach dem ich das ich weis nicht wie lange gemacht hatte, war ich nicht mehr so ganz lebensfähig, in einer Zeit wo man eigentlich auf die eigenen Beine kommt, ich war eh schon so spät damit drann... Und da steh ich nun, weis warum ich so viel grübel, vor allem bei meinen Medikamentenreduzierungsversuchen, & komme doch nicht davon los. Aber am Anfang standen ja meine spirituellen Erlebnisse.
Kennst Du das Bild von Alex Grey:

https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/or ... 9e9d79.jpg

Oft ist es so, dass man mit bestimmten Voraussetzungen an die Spiritualität herantritt. Dann brechen die inneren Konzepte und Gedankengebäude zusammen - dieser Schritt kann sehr sanft und allmählich ablaufen, oder sehr heftig und disruptiv - und der Weg mündet in einer Ganzheit, in der man die eigene Erfahrung für andere weitertragen kann.

Kritisch ist dieser Punkt in der Mitte. Das ist der Grund, warum z.B. im tibetischen Buddhismus, im Tantra, wo dieser Aufbruch sehr intensiv sein kann, so sehr die Begleitung durch einen Lehrer und der Halt einer Gruppe betont wird. Und das ist der Grund, warum bestimmte Methoden als "geheim" gelten - weil man sie eben nicht zum falschen Zeitpunkt und ohne Begleitung sicher praktizieren kann. Wenn man mit solchen Mitteln alleine arbeitet, kann das auch schief gehen und ob man sich so schnell daraus wieder fängt ist dann ein Stück weit ein Pokerspiel.

Ähnlich, nur noch schwieriger, ist es mit bewusstseinserweiternden Substanzen. Das birgt neben den Risiken wenn man dabei abstürzt auch noch andere Probleme. Selbst wenn man nämlich "gute Erfahrungen" macht, dann können sich diese zu starren Gewohnheiten und falschen Erwartungen ausbauen, die zu Hindernissen auf dem weiteren Weg werden. Abgesehen davon, dass man geneigt sein kann, die sanfteren Erfahrungen wie sie die Meditation mit sich bringt, als "weniger tief" zu empfinden, obwohl sie nur weniger extrem oder intensiv sind, aber vllt. deswegen umso tiefer.

Es bringt aber nichts, sich jetzt ein schlechtes Gewissen zu machen, weil die Dinge so gelaufen sind. Sie sind jetzt wie sie sind und es geht darum, das als Basis zu nehmen und darauf aufzubauen und eine neue Balance herzustellen, also die "Bruchstücke" zu einer neuen Ganzheit zusammen zu bauen und dabei alles, was nicht mehr gebraucht wird, loszulassen.

void hat geschrieben:
Er hatte gehört, dass Buddhisten glauben, dass es kein festes Ich gebe, sondern das dieses aus dem Zusammenspiel verschiedener Prozesse ergibt, etwas was er auch schon von seinen schizophrenen Patienten erfahren hatte

Generell macht es einen Unterschied, ob man ein "geschwächtes Ich" in einer psychischen Störung hat, wo es dann in der Therapie darum geht, dieses Ich zu stärken und den Mensch in seiner Persönlichkeit zu stärken - oder ob man ein "normal gesundes Ich" hat, das man bewusst in seine Einzelteile zerlegt, ohne dabei die Balance zu verlieren, und wo man dann sozusagen in seine "eigentliche Mitte" fällt (Buddhanatur). Das ist es wohl auch u.a., was Willigis Jäger meint.

Der Buddhismus fängt sozusagen da an, wo die Therapie aufhört.

Die Frage stellt sich jetzt, ob man den Weg abkürzen kann, indem man das "zerlegt Ich" direkt in der Buddhanatur einbettet, ohne zwischendurch über ein "gesundes weltliches Ich" zu gehen.

Die Psychosynthese geht davon aus, dass das möglich ist. Dabei hat sie keine festen Therapiemethoden, sondern stellt sich auf den einzelnen Menschen und seine Ressourcen ein. Wenn jemand eine Psychose hat aber sich dem Buddhismus verbunden fühlt, würde man eben versuchen, das zu integrieren. Aber eben "unter geschulter Aufsicht" mit psychologischem Auffangnetz.
kilaya hat geschrieben:
Generell macht es einen Unterschied, ob man ein "geschwächtes Ich" in einer psychischen Störung hat, wo es dann in der Therapie darum geht, dieses Ich zu stärken und den Mensch in seiner Persönlichkeit zu stärken - oder ob man ein "normal gesundes Ich" hat, das man bewusst in seine Einzelteile zerlegt, ohne dabei die Balance zu verlieren, und wo man dann sozusagen in seine "eigentliche Mitte" fällt (Buddhanatur). Das ist es wohl auch u.a., was Willigis Jäger meint.


Wenn Schizophrenie etwas ist, wo das Ich geschwächt ist, dann heisst das man sich von Methoden fernhalten, die dazu dienen sollen, ein "normales Ich" zu destabilisieren. Von daher sollte man dann nach denjenigen Aspekten des Aspekten des Buddhismus suchen, die ihren Fokus nicht auf as "Zertrümmern von Illusionen" richten, sondern versuchen, positiv und heilend zu sein.

In dem Zusammenhang fällt mir Claude AnShin Thomas ein, der ja durch den Vietnamkrieg schwer traumatisiert war. Also ein "Postraumatisches Belastungssysndrom" hat. Auch dies ist ja eine Sitation, wo man eher labil und schutzlos ist. Thomas war ja dann bei Thich Nhat Hanh, der ja sehr viel Wert auf das Praktizieren von Mitgefühl und Achtsamkeit legt und hat so langsam gelernt, den "den inneren Krieg" zu beenden.

Dies ist aber lediglich ein Assoziation. "Posttraumatisches Belastungssysndrom" und Schizophrenie sind ja zwei ganzunterschiedlche Sachee. Ich habe ja nicht mal verstanden, was Schizophrenie ist, bin also sehr unqualifiziert irgendwas zu raten.

Wie ist es denn schizophren zu sein? Wie macht sich der Unterscheid im Alltag bemerkbar?
Beschreibung von Aussen: Eine ganz naive Beschreibung ist vielleicht, dass "helle" und "dunkle" Aspekte der Persönlichkeit nicht integriert sind und sich so nicht gegenseitig ausbalancieren können. In dem Sinne ist die "Persönlichkeit gespalten". Je nach Ausmaß der Spaltung besteht mehr oder weniger Bewusstheit darüber, was man tut, während bestimmte Persönlichkeitsaspekte die Kontrolle haben.

Wenn es nun möglich wäre, die Bewusstheit und zentrale integrative Instanz im Bewusstsein weniger von einer weltlichen Perspektive aus aufzubauen und zu stabilisieren, sondern direkt in der Buddhanatur zu verwurzeln, könnte man bestimmte Abschnitte des Wegs vllt. abkürzen.

...der ja sehr viel Wert auf das Praktizieren von Mitgefühl und Achtsamkeit legt und hat so langsam gelernt, den "den inneren Krieg" zu beenden.

Dies ist aber lediglich ein Assoziation. "Posttraumatisches Belastungssysndrom" und Schizophrenie sind ja zwei ganzunterschiedlche Sachee.

Ich glaube das ist relativ unerheblich, welche Art von "innerem Konflikt" man hat, Mitgefühl und Achtsamkeit sind glaube ich IMMER eine gute Basis bei schwierigen inneren Zuständen, um da eine Grundlage im Geist aufzubauen oder zu stärken.
es gibt ein Diskussionsforum, dass sich speziell mit der Thematik der Schizophrenie beschäftigt.
http://www.kompetenznetz-schizophrenie.info/forum/
es wird von dieser Klikink betreut:
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Heinrich-Heine Universität / Rheinische Kliniken Düsseldorf
und dort findet jeder fachlichen Rat und auch geeignete Adressen von Fachleuten

es gibt auch eine neue "Buddhistische Psychotherapie" http://info-bpt.de/, aber ob diese Methode bei Schizophrenie geeignet ist, kann ich nicht sagen

weitere Infos
https://www.buddhismuskunde.uni-hamburg ... tersen.pdf
http://www.buddhanetz.org/texte/petersen.htm
http://akbpt.site44.com/
http://www.buddhismus-soziales.de/index ... topic_id=4
http://www.buddhistische-psychologie.de/
http://www.spirituellepsychotherapiehamburg.de/
http://www.essentielle-psychotherapie.d ... .php?id=86
Schizoeinheitssucher hat geschrieben:
Ich habe die Diagnose Schizophrenie, ist es da überhaupt sinnvoll Religiös zu sein, oder ist es da gefährlich sich mit der Tranzendenz zu befassen & in diese Richtung zu wollen?


Im Buddhismus geht es ja darum, die Dinge so sehen zu lernen wie sie sind, u.a. was es mit dem Geist auf sich hat und wie er funktioniert. Z.B. indem man versucht die Vorgänge des Geistes zu beobachten. Besonders in einer Situation wie du sie beschreibst könnte es da aber leicht zu falschen Vorstellungen oder Verstiegenheit kommen - was man so allgemein religiösen Wahn nennt. Ich denke man sollte das unbedingt mit einem kompetenten und erfahrenen Lehrer machen.
void:
Von daher sollte man dann nach denjenigen Aspekten des Aspekten des Buddhismus suchen, die ihren Fokus nicht auf das "Zertrümmern von Illusionen" richten, sondern versuchen, positiv und heilend zu sein.


Richtig. Ganzheitlich-integrale-validierende Aspekte die das Selbstvertrauen öffnen,
welches von selbst "einigt". Es ist nicht so, dass buddhistische Praxis anfängt wo die Therapie aufhört. Die Frage wäre sowieso, ob hier ne genetisch-biologische Disposition vorliegt oder eine Tendenz oder Einmaligkeit aufgrund psychoaktiver Stressoren.
Als buddhistisches Verhalten wäre m.M.n. bereits zu bezeichnen den (Aus-) Heilungsprozess zu unterstützen. Was psychische und psychosomatische Erkrankungen betrifft, wie auch Sucht,
ist das eine Aufgabe die eine besondere Herausforderung darstellt, vor der man nur den Hut ziehen kann.
kilaya hat geschrieben:
"helle" und "dunkle" Aspekte der Persönlichkeit nicht integriert sind und sich so nicht gegenseitig ausbalancieren können. In dem Sinne ist die "Persönlichkeit gespalten".
Konkret geschrieben: Ich bin vom Tai Chi Symbol fasziniert, habe wirklich sehr darüber genachdachtgrübelt & bin 2012 im Ramen eines Medikamentenausschleichversuches darauf gekommen das es sich bei Zeit&Raum um die Urpolarität handelt :idea: , was ja eigentlich banal ist, mir hat diese Erkenntnis damals den Vogel rausgehauen. Später habe ich im I Ging eine Bestätigung dieser Erkentnis gefunden. Ein Schizophrener trennt zwischem dem zeitlichen JETZT & dem räumlichen HIER, ihm entgeht dadurch der ewige Augenblick. Auch trennt er zwischen der dem theoretischen Subjet das dieses versteht & der Praxis. Sein Körperempfinden (Objekt) ist geschwächt. Diesen Spalt zwischen Bewusstsein & MATERie (Mutter=MATERie/Vater=Geist) also Himmel & Erde, Yin & Yang ist die Schizophrenie, deren Vereinigung ist der mystische Urgrund, die Quelle aus der ich schöpfe Lao Tse :dao:
Lieber Schizoeinheitssucher,

wenn Dir nach Meditieren ist (und du keine akute Phase hast), könnte dies etwas für dich sein:
Das MBCT-Arbeitsbuch: Ein 8-Wochen-Programm
von Zindel Segal und John Teasdale
"MBCT wurde wissenschaftlich untersucht und hat sich als wirksame
Methode bei Depressionen, Angstzuständen und einer ganzen
Reihe anderer psychischer Probleme erwiesen."
Beim Arbor Verlag findest Du die ersten 38 Seiten als pdf

An Deiner Stelle würde ich aber zuvor Deinen Arzt fragen, ob er Dir zur Meditation raten kann.

Zum Überwinden der Egoanhaftung: "Ichlosigkeit bedeutet jedenfalls nicht das Fehlen eines funktionellen Selbst (das wäre ein Psychotiker, kein Weiser); es bedeutet vielmehr, daß man nicht mehr ausschließlich mit diesem Selbst identifiziert ist." (Ken Wilber)

Viele Grüße,
Holger
@ se_ suchender:
Ich denke, mit Laotse und bisserl I Ging liegst du nicht verkehrt.
Der Daoismus (non alchemistisch!) verkörpert gerade_zu die geerdet-unverbrüchlich-ausgewogene Anordnung (Harmonie) des Prinzips (Dharma). Psychische (Über)Höhen, und Tief,-und Schieflagen sind da so ziemlich ausgeschlossen.
Halloechen,

was praktizierst du denn? Was würdest du gerne praktizieren?

Vom Denken gilt es weg zu kommen, nach und nach.

Es gibt Psychotherapeuten, die Buddhisten sind. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit.

Und eine Gruppe zum meditieren?


Dharma ist auf Dauer ne nüchterne Angelegenheit, Emotionen, Welt - versteh- Theorien und erst recht ein schwelgen darin vergehen auf dem Weg nach und nach.
Es gilt, sich selbst wertfrei zu betrachten, nicht die anderen oder das Leben im allgemeinen oder die Politik etc.

Dafür vergeht auch die Trennung.




@void eine komplexe PTBS ist nicht großartig von einer Schizophrenie zu unterscheiden.
Hallo,

ich habe lange überlegt, ob ich etwas zu diesem Thread schreiben soll. Ich bin weder Buddhist noch habe ich Ahnung von Psychotherapie. Ich war gerade im Himalaya unterwegs und habe mir so meine Gedanken gemacht und vielleicht trägt es zum Thema bei (vielleicht auch nicht).

Also: Ich habe sehr nette Menschen im Himalaya kennengelernt! Die sind einerseits sehr "buddhistisch" (Klöster, Hausaltäre etc.) und andererseits sehr alltagspraktisch. Sie meistern auch sehr großee Probleme (Armut, Erdbeben etc.) mit einer sehr ruhigen Gelassenheit und mit harter Arbeit. Vor allem ist mir der Gegensatz zu unserer Kultur aufgefallen. Sie achten nicht nur auf sich selbst, sondern immer auch auf die anderen und die Gemeinschaft. Hier im Forum habe ich die Begriffe "Achtsamkeit und Mitgefühl" häufiger gelesen. Ich verstehe sie so, wie ich es dort erlebt habe. In einem so armen, gebeuteltem Land ohne staatliche, soziale Sicherungssysteme geht es auch kaum anders. Die Menschen dort sind einfach nicht so egozentrisch wie viele hier in Europa.

Was davon Folge der buddhistischen Praxis ist, kann ich nicht beurteilen. Ein Widerspruch scheint es aber immerhin nicht zu sein.

In Europa habe ich eine Bekannte, da war eher das Gegenteil der Fall. Sie war auf der Suche nach dem "spirituellen Thrill", der ganz besonderen Erfahrung, dem Außergewöhnlichen (keine Ahnung wie man es nennen sollte)? Als Meditation nicht mehr außergewöhnlich genug war, folgten Alkohol und Drogen. Ich denke daher, von so einer Art Meditation sollte man die Finger lassen, wenn man durch eine psychische Erkrankung vorbelastet ist!

Offen gesagt, denke ich, es kommt nicht so sehr auf die Methode an, sondern darauf, was man sich davon erhofft. Im Himalaya habe ich keine so Außergewöhnlichen Erfahrungen gemacht. Trotz Göttern und Geistern, gibt es dort eher keine "Mystik" und an sich auch nichts Besonderes. Dafür das Leben, so wie es eben ist und Menschen, die auf sich selbst und aufeinander achten:). Wenn das eine Folge von Meditation und Buddhismus ist, könnte es dir etwas bringen. Aber pass auf das Wie und die eigenen Motive auf und vor allem würde ich an deiner Stelle nicht selbst experimentieren, sondern nur mit therapeutischer Unterstützung. Das ist wahrscheinlich wie mit allem anderen auch. Es kann helfen, aber zu viel oder falsch angewendet, schadet es eher.
Danke schon mal für Eure vielen Antworten, Sichtweisen & Tips. Meine (kleine) Akutphase klingt auch schon wieder ab (nehme wieder mehr meines Neuroleptikums). Ich werde in zukunft ab und zu mal hier bei meinen Buddhistischen "Freunden" reinschauen (die " bei Freunden weil sowas übers Internet ja gar nicht wirklich möglich ist). Ich widme mich erst mal meinem Zimmer, also der Praxis. (Schizo´ sein heißt oft auch dass das innere Chaos zum äusseren wird)
Lucy hat geschrieben:
Halloechen,

was praktizierst du denn? Was würdest du gerne praktizieren?

Vom Denken gilt es weg zu kommen, nach und nach.

Es gibt Psychotherapeuten, die Buddhisten sind. Das wäre vielleicht eine Möglichkeit.

Und eine Gruppe zum meditieren?


Dharma ist auf Dauer ne nüchterne Angelegenheit, Emotionen, Welt - versteh- Theorien und erst recht ein schwelgen darin vergehen auf dem Weg nach und nach.
Es gilt, sich selbst wertfrei zu betrachten, nicht die anderen oder das Leben im allgemeinen oder die Politik etc.

Dafür vergeht auch die Trennung.




@void eine komplexe PTBS ist nicht großartig von einer Schizophrenie zu unterscheiden.




vom Denken wegkommen?
wie bitte möchtest du/ dann den Alltag sinnvoll leben??
am Denken ist nix schlechtes ausser "man" denkt son Unsinn wie du da eben...;)
da rollensich mir ja die Zehennägel hoch...;;;)))
Schätzlein, dass ist nur Unsinn, wenn du es extrem auslegst, was ich schrob.

Aber gut, richtiger muss es heißen: von(nach) denken, grübeln, analysieren, phantasieren als Hobby und Zeitvertreib gilt es wegzukommen, nach und nach.

_()_
hast ja recht, ich wollt' es doch auch nur 'n bisschen relativieren....nich dass einer noch "auf falsche Gedanken" käme..:))
Ich empfinde gewisse Teilnahmslosigkeit an der Diagnose Schizophrenie,

schlimmer als Mord.

Da kann man nur hoffen, dass der oder diejenige dieses Leben mal leben wird und die Erfahrung selbst macht ;-)

Lg
Der Thread ist sehr schön geworden - meine persönlichen Erfahrungen ließen mich annehmen, dass der Suchende ganz sicher nicht fündig werden kann oder geworden sein kann.

Also ganz offiziel: Entschuldigung

:rainbow:
Es ist eigentlich unmöglich, hier einen ungefährlichen Rat zu erteilen.
Obwohl ich im medizinischen Sektor arbeite, wäre ich sehr vorsichtig, dich zur Meditation zu ermuntern. "Krankheit" (also auch Schizophrenie) ist immer etwas sehr subjektives. Allgemeingültige Ratschläge greifen da wohl immer zu kurz. Ich würde mit einem Therapeuten oder Psychiater/Neurologen meines Vertrauens (der dich und die Ausprägung deiner Erkrankung auch kennt (Anamnese/Medikation etc.)) sprechen und ihn fragen, was er zu deinem Wunsch meint. Nur jemand, der mit deiner Fallgeschichte wirklich vertraut ist, kann dir da wohl helfen. Natürlich wäre es hilfreich, wenn der Betreffende auch weiß, was Meditation überhaupt ist.
Varadinno hat geschrieben:
Ich würde mit einem Therapeuten oder Psychiater/Neurologen meines Vertrauens (der dich und die Ausprägung deiner Erkrankung auch kennt (Anamnese/Medikation etc.)) sprechen


Es gibt ja Krankheiten im engeren Sinne z.B "Grippe". Aber weil in der Medizin Krankheit nur ganz allgemein als etwas definiert wird, unter dem jemand leidet, kann man vieles einfach als Krankheit definieren, und so in den Bereich der Zuständigkeit der Mediziner ziehen.

Und da kann man ja alles, was von der Norm abweicht und Unbehagen verursacht, als Krankheit definieren. Und wenn etwas ersteinmal als ein Syndrom benannt ist, sucht und findet man dann ja ganz leicht Risikofaktoren, genetische Ursachen und auch Behandlungmethoden.

Mal als Beispiel: Vor einer Generation galt z.B Homosexualität als Krankheit, eben weil es eine Abweichung von der Norm ist, die bei einige auch sehr viel Leiden verursacht. Die Sicht als Krankheit sah man damals als besser an, als die bis dahin herrschende Auffassung, es als Sünde und moralische Verfehlung zu sehen. Aber die Sichtweise als "Krankheit" bedeutet das, man in den Verantwortungsbereich der Mediziner gehört auch wenn es vielleicht etwas ist, was da nur teilweise hingehört.

Bei der "Hysterie" die ja zu Freuds Zeit DIE psychische Krankheit war, merkte man dann später dass diese sehr viel mit der konkreten belastenden gesellschaftlchien Situation der Frau zu tun hatte, und mit dieser Situation als Massenphänomen verschwand. Man kurierte als ein Phänomen. Auch Depression und Burn-Out sind vielleicht vorrangig gesellschaftliche Phänomene denen eine rein medizinische und individuelle Behandlung nicht gut tun.

Abweichungen von der Norm als Krankheit zu sehen klingt ersteinmal gut, weil es ja helfen kann ein konkretes Leiden zu beenden.

Aber dass das Problem zu einem medizinischen Problem wird, hat ja seine Schattenseiten: Auf einmal heisst es dann nicht mehr dass man selber entscheiden soll, sondern dass man seinen zuständigen Experten befragen soll. Der Zustand der Krankheit ist einerseits ein "Schonzustand" aber andererseits auch ein Zustand der Entmündigung.
void hat geschrieben:
Varadinno hat geschrieben:
Aber dass das Problem zu einem medizinischen Problem wird, hat ja seine Schattenseiten: Auf einmal heisst es dann nicht mehr dass man selber entscheiden soll, sondern dass man seinen zuständigen Experten befragen soll. Der Zustand der Krankheit ist einerseits ein "Schonzustand" aber andererseits auch ein Zustand der Entmündigung.


Es ist eine schwierige Gesamtsituation in der Welt.

Ich habe mal einen tollen Text eines Psychiaters gelesen: Der kurz gesagt meinte: "Bei all den Machtkomplexen in der Welt und der Zerstörung - wenn ich mir dann meine dünnhäutigen Patienten anschaue, frage ich mich: behandeln wir die falschen?"

Über Schizophrene wird Macht und Gewalt ausgeübt. Freiheitsentzug. Zwangsmedikamtierung obwohl man nichtmal versteht wie das Bewusstsein überhaupt aufgebaut ist oder entsteht.

Man verdummt durch Entmündigung, wird körperlich krank durch die Medikamention.

Ich halte es für ein Vorurteil, das der Psychiater weiss was er tut.

Und vielleicht ist so mancher Schizophrene, auf der spirituellen "Leiter" sogar viel weiter oben als so mancher annerkannte glücklich "Spirituelle"
Decay hat geschrieben:
Und vielleicht ist so mancher Schizophrene, auf der spirituellen "Leiter" sogar viel weiter oben als so mancher annerkannte glücklich "Spirituelle"


Es ist keine Leiter, weil es sich ja um verschiedene Fähigkeiten handelt. Als westliche Psychiater zum ersten mal von der buddhitischen Idee des Nicht-ichs hörten, erinnerte sie das natürlich zu aller erst an Schizophrene, die ja auch häufig von der Erfahrung berichten, innerlich auf kein festes Ich zu treffen. Manche schlossen da wirklich, Buddhismus sei eine Art künstlche Schizophrenie.

Wobei man dan schnell herausfand, dass der grosse Unterschied der ist, dass die schizophrenen Patienten oftmals Zustände in denen es kein Ich gibt, extrem angstbesetzt empfanden, während die Mönche, mit der nicht Existenz einens Ich-Kerns geduldig und ohne Angst umgehen konnte.

Wobei es ja vielleicht so ist, dass ja nur diejenigen Menschen die leiden bei Psychiatern aufschlagen. Und andere, die villeicht gar kein Problem haben, tauchen da nicht auf.
Es wäre schön wenn es keine Leiter gibt ;-)

Ich habe manchmal das Gefühl ich bin auf einem Floß wie Buddha es lehrte. Es selbst gebaut habe.

Aber warum - wenn ich das im falschen Moment sage: Werde ich hart bestraft?

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