"sich bemühen, jedem jederzeit mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen" - unmöglich ?

Moderator: void

jianwang hat geschrieben:
@Monika
Respekt und Wertschätzung bedeutet NICHT, Alles zu akzeptieren.

_()_


seh ich auch so, aber ich glaube auch, dass Monika das gar nicht so meint, dass man alles akzeptieren muss...z.B. unverschämtes Verhalten...

doch ist nach meiner Erfahrung "das Akzeptieren/ das Annehmen, dass es jetzt gerade so ist, wie es ist" der erste Schritt zu positiver Veränderung in welcher Form auch immer- sei es, dasss ich mich etwas sagen traue oder der andere sich ändert oder sie Situation sich ändert......
Hallo,
es gibt eine Lojong Losung die lautet, "Interpretiere nicht falsch". Das bedeutet, es gibt idiotisches Mitgefühl, idiotische Großzügigkeit und idiotische Geduld.
Es funktioniert eben nicht, immer nur auf Harmonie abzuzielen.

Grüße
jianwang hat geschrieben:
@Monika
Respekt und Wertschätzung bedeutet NICHT, Alles zu akzeptieren.

_()_


Hallo Jianwang,
wer schreibt denn das? Ich?
Nimm es mir nicht übel, aber wenn Du meine Beiträge achtsamer gelesen hättest, wäre Deine Antwort überflüssig.
_()_ Monika
Lucky hat geschrieben:
Hallo,
es gibt eine Lojong Losung die lautet, "Interpretiere nicht falsch". Das bedeutet, es gibt idiotisches Mitgefühl, idiotische Großzügigkeit und idiotische Geduld.
Es funktioniert eben nicht, immer nur auf Harmonie abzuzielen.

Grüße
Interpretiere nicht falsch
Als ich das gelernt habe jedem mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen war das manchmal schon schmerzhaft. Denn meine Mutter sah das bei ihrem Sohn als selbstverständlich an. Für mich war es manchmal schwierig aber nach einiger Zeit war das normal.

Da ich auch schon als Kind interpretierte, denn ich sah ja das Verhalten meiner Mutter, das öfter gerade das nicht war was sie gelehrt hat, brachte mich dazu genauer zu diferenzieren. Ich blieb trotzdem dabei und erkannte den Ausweg das ich immer respektvoll sein kann doch kann ich auch weitergehende Kontakte vermeiden, sogar durch sich rausreden (Lügen) einen engeren Kontakt vermeiden mit Menschen die nicht respektvoll mir mir umgehen.

Später hab ich festgestellt das es einen Konflikt der auf "nicht ausstehen können", auch beiseitig, sich nicht durch Respektlosigkeit löst, er aber auch nicht unter Respektvollen Umgang leidet. Es machte mir Freude einen Menschen mit dem ich kein Problem hatte, aber er mit mir, respektvoll zu begegnen. Der ärgert sich schwarz denn er kann mich ja nicht ausstehen aber er kann auch nicht reagieren denn das ist gegen die Norm wie man sich Menschen gegenüber verhält die Respektvoll ihm gegenüber sind. Ich erkannte nebenbei das sich ärgern meine Kraft kostet, bin ich Respektvoll bringt es mir die Kraft die der andere für "sich ärgern" aufbringt.

Der Mensch, meine Mutter, hat alles richtig gemacht. Die Person Mutter hat sich nicht so verhalten wie der Mensch es gelehrt hat. Meine Mutter war ein Miststück aber wage nichts gegen diesen Menschen zu sagen weil du glaubst das Miststück ist kein Mensch. Ich bin Respektvoll gegenüber meiner Mutter weil ich sowohl den Menschen als auch die Person die sei war nie trennte.
Monikadie4. hat geschrieben:
jianwang hat geschrieben:
@Monika
Respekt und Wertschätzung bedeutet NICHT, Alles zu akzeptieren.

_()_


Hallo Jianwang,
wer schreibt denn das? Ich?
Nimm es mir nicht übel, aber wenn Du meine Beiträge achtsamer gelesen hättest, wäre Deine Antwort überflüssig.
_()_ Monika


Das bezog sich auf das "Grenzen setzen für den Kollegen" in einem Deiner Beiträge
Lucky hat geschrieben:
Hallo,
es gibt eine Lojong Losung die lautet, "Interpretiere nicht falsch". Das bedeutet, es gibt idiotisches Mitgefühl, idiotische Großzügigkeit und idiotische Geduld.
Es funktioniert eben nicht, immer nur auf Harmonie abzuzielen.

Grüße



oje, wo hast Du das denn gelesen, oder wie kommst Du denn jetzt darauf?

Niemand hat hier geschrieben, dass es irgendwo/ "Immer nur um Harmonie" geht.... :shock:


schon interessant, wie unterschiedlich die "Wahrnehmungen" bzw Interpretationen beim Lesen sind.....


BItte lasst es hier nicht zum Streit/Rechthaberei kommen!

" GRant that I may not critcize my neighbour until I have walked a mile in his moccasins"
indian prayer


:wink:
Jemand mit Respekt und Wertschätzung zu behandeln hat imho nix mit Harmonie zu tun.

_()_
*flüstert - ich kann auch sehr respektvoll sagen "Verzeihung, aber diese Handlung war, Nichts für ungut, die eines Idioten" und dabei strahlend den Idioten anlächeln ...
suchende2016 hat geschrieben:
oje, wo hast Du das denn gelesen, oder wie kommst Du denn jetzt darauf?
Niemand hat hier geschrieben, dass es irgendwo/ "Immer nur um Harmonie" geht.... :shock:
schon interessant, wie unterschiedlich die "Wahrnehmungen" bzw Interpretationen beim Lesen sind.....
BItte lasst es hier nicht zum Streit/Rechthaberei kommen!
" GRant that I may not critcize my neighbour until I have walked a mile in his moccasins"
indian prayer
:wink:


Hallo,
die Interpretation stammt von einem Buch von Pema Chödrön. Für mich hat der Titel jedem jederzeit mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen etwas mit ständigen bestreben nach Harmonie zu tun. Jemand stoßt dich auf die Straße und du begegnest ihm jederzeit mit Wertschätzung.

Das hast du zwar mir und meiner Vorstellung gegenüber gerade nicht gemacht, sondern diese als dumm abgetan, aber egal, darum solls nicht gehen.

Was hast du dann im Detail damit gemeint?
Grüße
Lucky hat geschrieben:

Hallo,
die Interpretation stammt von einem Buch von Pema Chödrön. Für mich hat der Titel jedem jederzeit mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen etwas mit ständigen bestreben nach Harmonie zu tun. Jemand stoßt dich auf die Straße und du begegnest ihm jederzeit mit Wertschätzung.

Das hast du zwar mir und meiner Vorstellung gegenüber gerade nicht gemacht, sondern diese als dumm abgetan, aber egal, darum solls nicht gehen.

Was hast du dann im Detail damit gemeint?
Grüße



sorry, aber auf diese Ebene mag ich mich nicht begeben :(

nur so viel dazu: nein, ich habe ganz sicher Deine "Vorstellung" nicht "als dumm abgetan".

Meiner Meinung nach hat eine solche "Diskussion" allenfalls Sinn, wenn man sich von Angesicht zu Angesicht auf AUgenhöhe begegnet.

Da das leider hier nicht möglich ist, werde ich mich zurückziehen..
mein Leben hält gerade existenzielle Herausforderungen bereit, denen ich mich stellen muss...

was Pema Chödrön betrifft: ich mag sie sehr und ich denke eher, dass es Deine Interpretation ist, die auf einem Missverständnis beruht....

Wäre nett, wenn Du das Zitat schreibst, das Du meinst.
jianwang hat geschrieben:
Jemand mit Respekt und Wertschätzung zu behandeln hat imho nix mit Harmonie zu tun.

_()_
*flüstert - ich kann auch sehr respektvoll sagen "Verzeihung, aber diese Handlung war, Nichts für ungut, die eines Idioten" und dabei strahlend den Idioten anlächeln ...



:like:
suchende2016 hat geschrieben:
Da das leider hier nicht möglich ist, werde ich mich zurückziehen..
mein Leben hält gerade existenzielle Herausforderungen bereit, denen ich mich stellen muss...

Hallo suchende,
zwei weitere Lojong Losungen besagen, "Schwelge nicht in Selbstmitleid" und "Gib einem alle Schuld". Diese sollte ich dir nicht weiter erklären müssen.

Was das Zitat von Pema anbelangt, da gibts nichts Misszuverstehen. Ich habe es eins zu eins übernommen.
Was meintest du nun im Detail?

Grüße
Du strebst nach Harmonie, sonst würdest du dich jetzt nicht zurückziehen.

suchende2016 hat geschrieben:
sorry, aber auf diese Ebene mag ich mich nicht begeben :(


Und mich auf eine niedere Ebene zu setzen hat auch wenig mit Respekt und Wertschätzung zu tun.

Vielleicht kannst du trotzdem etwas aus der Losung "Interpretiere nicht falsch" für dich entnehmen.

Grüße
Lucky hat geschrieben:
Was das Zitat von Pema anbelangt, da gibts nichts Misszuverstehen. Ich habe es eins zu eins übernommen.


Anscheinend gibt es da subtile Unterschiede zwischen Deutsch und Englisch:

    In der englischen Sprache sind die Konnotationen des Wortes „Respekt“ heute weitaus milder als im Deutschen. Respect steht dort nicht in erster Linie für eine quasi soldatische Unterwerfung, sondern neutraler für die Achtung, die jeder Mensch jedem anderen menschlichen Wesen entgegenbringen soll. Der Gegenbegriff zu respect ist Misshandlung (abuse). In diesem Sinne ist respect in den USA ein hoch angesehenes und universell anerkanntes Erziehungsziel.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Respekt

Respekt im Englischen so verstehe ich, bedeutet also einfach, das sich gegenüber dem anderen In Worten und Taten nicht übegriffig bin. Also quasi seine Grenzen respektiere.

Während im Deutschen Respekt ja kaum ohne eine gewisse Billigung geht, oder? Wenn ich sowas sage wie "Ich respektiere Alexander Gauland" dann klingt das ja so, als fände ich es gut wenn man ihm zuhören, wenn er den Mund aufmacht. Während das im Englischen "respect" nicht unbedingt mitgedacht ist, oder?
Lucky hat geschrieben:
Du strebst nach Harmonie, sonst würdest du dich jetzt nicht zurückziehen.

suchende2016 hat geschrieben:
sorry, aber auf diese Ebene mag ich mich nicht begeben :(


Und mich auf eine niedere Ebene zu setzen hat auch wenig mit Respekt und Wertschätzung zu tun.

Vielleicht kannst du trotzdem etwas aus der Losung "Interpretiere nicht falsch" für dich entnehmen.

Grüße


wenn Du meinst ..... :)

ich sage nichts auf Vorwürfe gegen mich- wozu sollte ich mich verteidigen, wenn es Deine Meinung ist?
Lucky hat geschrieben:

Was das Zitat von Pema anbelangt, da gibts nichts Misszuverstehen. Ich habe es eins zu eins übernommen.



Ich kann nirgends ein "Zitat" von Dir sehen- wenn es ein Zitat wäre, müsste es mit
"Anführungsstrichen"

" am Anfang und Ende " gekennzeichnet sein, und Du schreibst auch zuerst von "Interpretation von Pema Chödrön....".

So muss es zu Missverständnissen kommen-...
Ich bin immer wieder erstaunt, was alles so rausgelesen wird bzw. hineininterpretiert wird.
Weder geht es bei diesem Thema um Harmoniebedürftigkeit noch um die Unfähigkeit, Grenzen zu setzen.

Jedem jederzeit mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen heißt für mich, jeden Tag neu zu beginnen, nicht ständig die Vergangenheit mit in den nächsten Tag hineinzutragen, also immer wieder neu auch auf die Menschen zuzugehen bzw. ihnen mit Achtung zu begegnen, die mir vielleicht gestern noch das Leben schwer gemacht haben.

Hier und jetzt aufmerksam in der Mitte ruhend nicht einem Bild begegnen, das ich von meinem Gegenüber habe, sondern neu ohne Voreingenommenheit. Diesen Mut meine ich. Und dieser Mut ist eine Folge des geschaffenen Freiraums durch heilsames, achtsames Denken und Handeln. Ich nehme mir nicht vor, wie ich wann und wo re-agiere, sondern ich agiere so, wie es im Moment des Geschehens möglich ist.

"Alles, was ich brauche, ist Energie. Und Energie bekommt man, indem man sich selbst und alle(s) andere(n) vorurteilsfrei betrachtet und untersucht" Carlos Castaneda

_()_ Monika
Leider bin ich nicht so der Wort-Gewaltige. Danke an Monika für
deinen Beitrag. Ganz meine Ansicht.
MotGaeo hat geschrieben:
Leider bin ich nicht so der Wort-Gewaltige. Danke an Monika für
deinen Beitrag. Ganz meine Ansicht.


geht mir auch so und schließe mich Deinen Worten gerne an :)
Überlegungen zum so genannten idiotischen Mitgefühl.

Es gibt Menschen, die überschütten ihren Hund mit liebevoller Güte. Sicher hat dies Wert für das eigene Wohlbefinden und lässt den Hund profitieren. Sind Hunde aber die optimalen Profiteure herzlicher Zuwendung? Der DL spricht von umfassendem Mitgefühl als Ziel. Der Hund als spiritueller Freund könnte helfen, eine Stimmung Liebevoller Güte zu finden, die dann auch den Mitmenschen gilt. Oder wird der Hund bloß zum Zweck des eigenen Wohlbefindens mit liebevoller Güte gefüttert, die dann woanders fehlt?

Ist die Stimmung des Mitgefühls für schwierige Situationen des Alltags auch angemessen? Was braucht es für den Umgang mit Konflikten? Der DL äußert sehr deutlich, dass Mitgefühl nicht bedeutet, immer auf Harmonie abzuzielen und alles klaglos über sich ergehen zu lassen.

Sich der eigenen Werte bewusst zu sein, kann jedoch helfen, die eigene Position ruhig zu vertreten. Um einen Streit konstruktiv werden zu lassen, sollte man versuchen, nicht mit der gleichen destruktiven Emotion zu begegnen und das langfristige Wohl des anderen beachten, schreibt der DL sinngemäß. Besonders weist der DL darauf hin, dass Versöhnlichkeit die Gemeinschaft stärkt.

Dabei ist klar, dass wir unmöglich allen Menschen helfen können. Aus Mitgefühl handeln kann kein reflexartiges Reagieren meinen. Wird etwa dafür geworben, Clowns in Spitälern zu unterstützen, kann man überlegen, ob diese sympathische Form der Hilfe angezeigt ist oder aber das Spenden für einen anderen Zweck mehr bewirken würde.

Ich glaube, dass die mitfühlende Haltung vorteilhaft ist, um über Probleme nachzudenken. Denn der Versuch, nicht egoistisch, egozentrisch nachzudenken, sollte zu einem breiteren Blickwinkel verhelfen. Dies gilt übrigens auch für den Optimismus. Da er in schwierigen Situationen kreativ sein lässt, gilt das Bemühen um Optimismus dem DL als realistischer Blickwinkel.
Karnataka hat geschrieben:
Überlegungen zum so genannten idiotischen Mitgefühl.


sorry, das war hier nicht meine Frage :)

mir gings erst mal um Respekt und Wertschätzung- s Titel....

Karnataka hat geschrieben:
........
Dabei ist klar, dass wir unmöglich allen Menschen helfen können. Aus Mitgefühl handeln kann kein reflexartiges Reagieren meinen.


also, wie gesagt es ging mir primär nicht um "Mitgefühl" oder anderen helfen (wollen).....


viele Grüße ins schöne Wien!
Hallo suchende,
du könntest auch die verschiedenen Interpretationen deines Titels zur Kenntnis nehmen und einfach einen offenen Dialog zulassen, anstatt sofort abzublocken wenn es nicht deiner Meinung entspricht.

Manchmal entsteht etwas komplett neues, woraus du wieder etwas nützliches gewinnen könntest.

Grüße
Lucky hat geschrieben:
Hallo suchende,
du könntest auch die verschiedenen Interpretationen deines Titels zur Kenntnis nehmen und einfach einen offenen Dialog zulassen, anstatt sofort abzublocken wenn es nicht deiner Meinung entspricht.

Manchmal entsteht etwas komplett neues, woraus du wieder etwas nützliches gewinnen könntest.

Grüße


hallo, Lucky,

bist Du hier der Moderator, der andere abkanzelt,wenn ihm nicht passt, was jemand schreibt?

Wirklich sehr respektvoll und wertschätzend, muss ich schon sagen....

vor allem sehr interessante Interpretation dessen, was ich geschrieben habe....

ja, da hast Du durchaus Recht: ich gewinne äußerst "nützliche Erkenntnisse" hier

das bin ich in anderen (nicht religiösen Foren) so nicht gewohnt....
Nächtliche Überlegungen zum Thema Respekt und Wertschätzung

Was die Forderung angeht, jedem mit Respekt zu begegnen, denke ich an Standards der Höflichkeit, Achtung, Aufmerksamkeit, Rücksicht, Hilfsbereitschaft. Wird beispielsweise der eigene Gruß von anderen „überhört“, nicht erwidert, kann dies zu Ärger und zum Gefühl der Missachtung führen.

Weshalb ertragen wir Missachtung so schwer? Richard David Precht meint, dass wir niemals unabhängig vom Urteil anderer Menschen sind. Unser Ich ist eine immerzu laufende Selbstinterpretation, wo wir uns Stärken, Schwächen und Vorstellungen zu unserer Wirkung auf andere zurechnen. Im Austausch und im Vergleich mit anderen entdecken und erkennen wir, was wir sind, schreibt Richard David Precht. Oder besser gesagt: Der Vergleich mit anderen zeigt uns, wer oder was wir nicht sind.

Bestätigung und genauso Missachtung prägen also unser Selbstbild. Wobei es natürlich von Bedeutung ist, welche Person beispielsweise unseren Gruß missachtet. Das Bild, das nahestehende Menschen von uns haben, ist uns zumeist wichtiger als das Fremder.

Gibt es Menschen, die vollständig aus dem Vergleich mit anderen ausbrechen können und keinem solchen Ego oder Ich anhängen? Bitte melden! :badgrin:

Zur philosophischen Sicht: Aus Sicht der Ethik des DL ist Respekt ein Grundprinzip. Dabei geht es um die Anerkennung des gemeinsamen Menschseins und gemeinsamen Strebens nach Glück. Hier sehe ich ein philosophisches Problem: Lässt sich diese grundsätzliche Anerkennung durch das Begreifen der gegenseitigen Abhängigkeit stärken?

Wo eine reale Gefahr der Missachtung besteht, etwa gegenüber Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung, ist der respektvolle Umgang ein besonders wichtiges Thema. Der Nationalsozialismus sah bekanntlich keinen Nutzen im Fortleben beeinträchtigter Menschen, sondern nur Belastung. Reicht das Argument der gegenseitigen Abhängigkeit dennoch aus, um grundsätzliche Wertschätzung für alle Mitmenschen auch zu begründen?

Ich glaube, dass dieses Argument keine kalte Rechnung meint. Bedenken wir, wie verroht eine Gesellschaft wäre, wo behinderte Kinder nicht das gleiche Lebensrecht besitzen, gefühlvolle Menschen mit Beeinträchtigung nicht geschätzt werden, Menschen sich nicht als Solidargemeinschaft sehen und keine Hilfsbereitschaft empfinden. Welche Auswirkungen hätte dies auf andere Gruppen, etwa demente Menschen?

Philosophisch gesehen geht es um gesellschaftliche Identität, der wir alle zugehören, glaube ich. Welche Form kollektiven Denkens (und Empfindens!)benötigen wir als Gemeinschaft? Ist es das Ziel von Ethik, das gemeinsame Menschsein im Sinne von Wertschätzung und Respekt schließlich auf alle fühlenden Wesen auszudehnen?
Morgen, lieber Karnataka,

für mich liegen die Dinge so:

gleich - wertig - keit erwächst für mich nicht aus der gegenseitigen Abhängigkeit, aus einer solchen (für sich genommen) erwächst der Burgfrieden. Schöne Sache, aber reicht mir nicht.

Gleich wertig sind wir, weil wir alle in den wichtigen Dingen gleich sind.
Mein persönliches Ziel bezüglich ethischer Entwicklung ist, mich selbst in
allen biologischen Daseinsformen wieder zu erkennen. Ein Gefühl des Eins-sein
zu entwickeln / zu erfahren und zu erhalten.
Hatte es hier im Forum schon mal geschrieben. Das erste mal erfuhr ich das
nach dem Genuss von Magic Mushrooms. Es war ein Erweckungserlebnis für mich.

Die Frage die sich mir stellt, ist, wo muss bzw. sollte Selbstverteidigung
beginnen gegen einen Teil des Ganzen. Ich sah z.Bsp. als Türsteher in einer
drogenverseuchten Techno-Disco durchaus mich selbst in manchem Gast, der
Probleme mit anderen Gästen verursachte. Mit Respekt und Wertschätzung,
auf Augenhöhe Ansprache haltend, ließen tatsächlich noch die aggressivsten
Leute von ihrem Tun ab und verließen den Ort ohne große Umstände. Es gab
aber auch Situationen, nicht nur an der Tür, wo ich zum Teil schwere
Gewalt anwenden musste, um diese von mir selbst oder anderen abzuwehren.
Was ich sagen möchte: Leider ist mMn ein totaler Pazifismus auch als
Ethiker nicht möglich. So erschlägt, glaube ich gelesen zu haben, auch
der DL Mücken.

Hoffe das war jetzt nicht zu sehr off topic.
"Kamalashila sagt: Da Mitgefühl die einzige Quelle von Allwissenheit ist, sollte man sich von Anfang an mit diesen Übungen vertraut machen.
Mitgefühl ist eine Haltung, die wir in der einen oder anderen Form und in unterschiedlich starker Ausprägung natürlich alle in uns kenne. Wenn wir jemanden leiden sehen, der uns nahe steht, empfinden wir von Natur aus Mitgefühl.
Ich würde sagen, es gibt so viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen mentalen Veranlagungen. Wir leben zusammen, ob wir es mögen oder nicht. Ich denke, es gibt Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen Kulturerbschaften, zwischen unterschiedlichen Völkern, zwischen den verschiedenen Gruppen von Leuten. Ich denke, das ist die Basis.
Das ist fröhlicher und viel besser, egal, ob man mit ihrer Art zu leben einverstanden ist oder nicht. Ich denke auch, dass man kein Recht hat, andere zu kontrollieren oder ihnen irgendetwas aufzuzwingen, den eigenen Glauben oder die eigene Art zu leben. Es geht nur um den Respekt, denn die anderen haben auch einzigartige, gute Dinge. Das ist mein fester Glaube."

Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso

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