Befindlichkeiten, Störgefühle und andere Illusionen

Moderator: void

Befindlichkeiten, Störgefühle u.ä. prägen unseren Alltag, durchziehen das Forum wie ein roter Faden, werden aber nie thematisiert, nur perpetuiert.
Persönlich betrachte ich das als die zentrale Frage des Dharma, auch wenn gerne darum wie um den heißen Brei geredet wird. Wir sehen sie gerne beim Gegenüber, und ausschließlich dort. Aber wie sieht es bei uns selbst aus?

Der Thread hier soll ein Sammelbecken bilden.
Wir können gemeinsam darüber reflektieren, die Empfehlungen des Urvaters Gautama, Urväter anderer Religionen, unserer lebenden Lehrer, der verstorbenen Lehrer und der Patriarchen aller Traditionen zu Rate ziehen.

Vor allem aber können wir über uns selbst reflektieren, uns also outen:
Weiß ich von meinen Störgefühlen und Befindlichkeiten?
Was hindert mich daran sie zu erkennen?
Wie gehe ich damit um, wenn ich sie erkenne?
Was verursacht sie?
Was hält sie am Leben?
Wie halte ich sie am Leben und warum?
Warum weiche ich der Analyse der Störgefühle aus und wie mache ich das?
Welche Störgefühle kann ich leicht akzeptieren und zugeben, welche versuche ich mit allen Mitteln zu verbergen?
Und und und …

Wir können als Einstieg natürlich erst einmal weiter um den heißen Brei reden und uns theoretisch darüber unterhalten, Definitionen suchen, Textstellen … zum Lockerwerden sozusagen.
Störgefühlen in Internetdebatten kann man leicht ausweichen und das ist auch die sinnvollste Entscheidung.
Warum? Es ist es nicht wert, nicht die Zeit und die Gedankenenergie, die man dafür aufwendet, weil es meist nicht um die Inhalte geht, sondern um reines Machtgehabe: Wer kann die Worte des anderen besser so verdrehen, dass einem nichts mehr einfällt? Hahaha. Der ist dann der tollste Hecht in diesem Tümpel.

Ich wende mich müde ab, hin zu Dingen des Lebens, die ich viel wichtiger finde.
Das bedeutet ja auch nicht, dass man der „Analyse von Störgefühlen" ausweichen würde. Ich jedenfalls nicht. Nur wähle ich selbstständig aus, was mir hilft und was nicht. Was einen runterzieht, kann man verwerfen. Was einem hilft, sich weiter zu entwickeln, sollte man natürlich verfolgen, auch wenn's unangenehm ist. Das bedeutet aber nicht, dass man wie im pawlowschen Reflex auf jede Unterstellung aufspringen und sie zu Tode debattieren muss. Wenn's in die Irre führt, kann man es getrost verwerfen.

Und zu Deinen Fragen: Natürlich weiß ich von meinen Befindlichkeiten und Störgefühlen. Deshalb brauch ich auch keine Typen mit wechselnden Namen und unverbesserlichem Verhalten, die mir noch neue dazu andichten und sich dabei ganz superschlau vorkommen.
:like:
Losang Lamo hat geschrieben:
Störgefühlen in Internetdebatten kann man leicht ausweichen und das ist auch die sinnvollste Entscheidung. Warum? Es ist es nicht wert, nicht die Zeit und die Gedankenenergie, die man dafür aufwendet, weil es meist nicht um die Inhalte geht, sondern um reines Machtgehabe: Wer kann die Worte des anderen besser so verdrehen, dass einem nichts mehr einfällt? Hahaha. Der ist dann der tollste Hecht in diesem Tümpel.
Ich wende mich müde ab, hin zu Dingen des Lebens, die ich viel wichtiger finde.

Und zu Deinen Fragen: Natürlich weiß ich von meinen Befindlichkeiten und Störgefühlen. Deshalb brauch ich auch keine Typen mit wechselnden Namen und unverbesserlichem Verhalten, die mir noch neue dazu andichten und sich dabei ganz superschlau vorkommen.


Danke, liebe Losi, für Deinen Post.
Ich möchte darauf mit einer reinen Ich-Botschaft antworten.

Ich bin ja schon seit ein paar Jährchen im Netz unterwegs, und natürlich entstehen dann auch stets Störgefühle: Ich bin sauer, verletzt, beleidigt …
Es heißt ja immer, das sei hier nur virtuell, im Gegensatz zum "wahren Leben". Aber warum habe ich dann dieselben Emotionen wie in diesem "wahren Leben"? Für mich habe ich die Antwort gefunden: Weil es das wahre Leben ist. Das wahre Leben entsteht im Kopf. Für mich schlagender Beweis: Liebesbriefe. Heirat mit Internetbekanntschaft :mrgreen:

Ich vermute auch recht häufig Profilneurosen bei den Usern der sog. Virtuellen Welt. Und da kommt für mich der Knackpunkt: Das ist ein Widerspruch in sich. Wenn ich behaupte, das hier sei nur die virtuelle Welt, dann wären das auch nur virtuelle Profilneurosen. Warum sollte ich dann sauer sein? Warum in Gottes Namen sollte ich sauer sein auf virtuelle Profilneurosen, auf ein paar Pixel, auf ein paar Sinneseindrücke???

Diese Frage finde ich dann extrem wichtig. Da geht es ja um mich und wie ich mich von Sinneseindrücken zum Narren halten lasse. Und ehrlich: Wenn ich mich so beobachte, mache ich das den ganzen Tag, auch im wahren Leben. Ich verarsche mich selbst den ganzen Tag. Seit ich auf der Welt bin! Deshalb betrachte ich mich mittlerweilen als ziemlich dämlich.
Ganz besonders übel finde ich, dass ich mit dieser Verarsche auch andere verarsche. Gut, ich bin nicht Hannibal Lector, aber ein kleiner Kannibale steckt auch in mir. Er ist vergleichbar mit einer fleischfressende Pflanze: Seine Hauptnahrung sind meine Störgefühle analog zur Photosynthese, und damit hat er die Power, sich ab und an eine Fliege zu schnappen.

Mir dichtet auch so mancher alles mögliche an. Das verletzt, macht mich wütend. Vor allem, wenn ich 100-prozentig weiß, dass das nicht stimmt. Das sind also virtuelle Andichtungen, um auf oben zurückzukommen. Warum trifft mich das dann? Warum komme ich regelmäßig in die Not, das aufklären zu müssen? Mir ist mein psychologisches Defizit da schon bekannt, auch die Ursachen dafür. Und natürlich ist es hundsgemein, wenn andere auf dieser Klaviatur spielen. Ändert aber nichts daran, dass ich auf die Töne reagiere. Ich merke, dass ich bei einigen nichts ausrichte. Sie werden meiner Bitte nach Beendigung dieser Attacken nicht nachkommen, warum auch immer. Es scheint ihr Problem zu sein. Also erneut ein Beweis für die Virtualität. Was kann ich tun? Die Tibeter würden eine Sandale anziehen, in der virtuelle Welt installiert man eine Firewall.

Was muss das für eine Firewall sein? Wenn sie einfach nur abwehrt, dann funktioniert sie nicht. Denn abwehren tu ich schon die ganze Zeit. Erfolglos. Energieverschwendung.
"Du kannst mich mal! Dann gehe ich dem aus dem Wege!" funktioniert auch nicht. Sind einfach zu viele. Da fällt mir dann die Geschichte von Milarepa und den Dämonen dazu ein.

Da schließt sich dann der Kreis: Ich verlange von den Anderen, dass sie mich so sehen, wie ich von mir glaube, dass ich sei (was ja gut stimmen kann, weil nur ich Einblick in mein Herz habe, gebe zu, dass Störgefühle da mächtig was verstellen), aber selbst unterstelle ich ständig irgendwelche Motivationen bei den anderen, die ich doch gar nicht kenne. Ich behaupte, das Forum sei virtuell, aber bin nicht konsequent genug, dann auch anzunehmen, dass die Personen nur virtuell sind, mitsamt ihren Neurosen oder von mir interpretierten Neurosen. Das ist doch irre! Entweder ist das virtuell oder wahr.
Moin Doris,
Störgefühle tauchen immer wieder auf, mal stärker, mal weniger stark. Vor allem seit ich nicht mehr im Berufsleben stehe. Denn jetzt habe ich Zeit, sie in Ruhe anzuschauen. Früher habe ich noch nicht so sehr die Notwendigkeit gesehen, sie genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich fühlte mich meistens im Recht damit. Heute frage ich mich immer wieder, "wer redet mir hier wieder was ein?" oder was ich noch seltsamer finde, ich spüre Unmut, ergreife ihn kurz, lasse ihn wieder fallen und frage mich danach - weil ich schon wieder vergessen habe, wieso ich plötzlich unwirsch wurde - was war das? Wenn ich es also schon wieder so schnell vergessen habe, was kann das dann schon Schlimmes gewesen sein?
Manches taucht immer wieder auf, wird aber von mir sofort (meistens) am Schopf gepackt und rausgeschmissen. Oftmals reflektiere ich darüber, warum es auftaucht, was mich dazu bewegt, warum es immer wieder auftaucht. Letztlich komme ich zu dem Schluss, dass es dann die momentane Befindlichkeit ist.

Wenn mich hier im Forum etwas anficht, dann schaue ich nur auf mein Gefühl (wie übrigens immer, egal wer oder was mich anficht) und brenne es durch Aufmerksamkeit wie mit einem Brennglas aus, nachdem ich mir wieder darüber klar geworden bin, was den Reiz auslöst.

Letztens wachte ich mal wieder mit einem Trauergefühl auf. Zuerst war ich darüber zerknirscht und wollte es mit den bekannten Mitteln verjagen, aber dann hab ich halt gesagt: "Dann bin ich eben traurig!"

Ich weiß nicht, wie schnell es verschwand, aber es war ziemlich bald einfach fort.
_()_ Monika
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Das wahre Leben entsteht im Kopf.


Ja, das sehe ich auch so. Deshalb ist es auch egal geworden, was mich reizt.

Deshalb betrachte ich mich mittlerweilen als ziemlich dämlich.


Auch ich sehe inzwischen, wie dämlich ich bin. Ich war immer sehr überzeugt von mir und wundere mich heute, warum mir das keiner gesagt oder gezeigt hat.
Also stimmt wohl auch diese Wahrnehmung nicht so ganz. ICH ICH ICH

Deshalb ist mein Handeln heute von Rückzug bestimmt, Rückzug, aber Hinschauen. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel ich doch noch dazulernen kann, z.B. das Fühlen von Respekt - nicht nur in Worten, sondern FÜHLEN. Und desto weniger ich andere kommentiere, desto klarer sehe ich, was früher bei mir ab-ging, mir ent-ging und mir heute auffällt.
Es geht mir eigentlich sofort gut, sobald ich wieder ein Stück Ballast verloren habe.

Auch wieder wunderbar.
_()_ Monika
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Befindlichkeiten, Störgefühle u.ä. prägen unseren Alltag, durchziehen das Forum wie ein roter Faden, werden aber nie thematisiert, nur perpetuiert.
Persönlich betrachte ich das als die zentrale Frage des Dharma, auch wenn gerne darum wie um den heißen Brei geredet wird. Wir sehen sie gerne beim Gegenüber, und ausschließlich dort. Aber wie sieht es bei uns selbst aus?

Der Thread hier soll ein Sammelbecken bilden.
Wir können gemeinsam darüber reflektieren, die Empfehlungen des Urvaters Gautama, Urväter anderer Religionen, unserer lebenden Lehrer, der verstorbenen Lehrer und der Patriarchen aller Traditionen zu Rate ziehen.

Vor allem aber können wir über uns selbst reflektieren, uns also outen:
Weiß ich von meinen Störgefühlen und Befindlichkeiten?
Was hindert mich daran sie zu erkennen?
Wie gehe ich damit um, wenn ich sie erkenne?
Was verursacht sie?
Was hält sie am Leben?
Wie halte ich sie am Leben und warum?
Warum weiche ich der Analyse der Störgefühle aus und wie mache ich das?
Welche Störgefühle kann ich leicht akzeptieren und zugeben, welche versuche ich mit allen Mitteln zu verbergen?
Und und und …

Wir können als Einstieg natürlich erst einmal weiter um den heißen Brei reden und uns theoretisch darüber unterhalten, Definitionen suchen, Textstellen … zum Lockerwerden sozusagen.

Interessantes Thema.

Wie gehst du denn selber damit um?

Ich nutze hier ab und zu bei Befindlichkeiten gerne die Ignore-Funktion. :mrgreen:

Bei Störgefühlen, die sich einstellen, wenn ich mich von anderen beurteilt fühle, hilft es daran zu denken, dass es ja deren Ansichten sind und nicht meine.

Insbesondere wenn es ausser Störgefühlen überhaupt keine weiteren Auswirkungen hat.

LG :rainbow:
Das Wort "Befindlichkeit" kommt ja ursprünglich aus der Medizin: Vor der Untersuchung fragt der Arzt den Patienten wie denn sein Befinden sein: "Wie geht´es uns denn heute!". Und wenn der Arzt nach der Untersuchung nichts fand, hat er die Sache, dass es jemand vielleicht trotzdem total schlecht geht, als vernachlässigbare "reine Befindlichkeit".

Ich habe gehört, dass es in Indien so ist, dass da eben auch so die seelischen Befindlichkeiten ( also was man wohl psychosomatisch) genauso ernst genommen werden wie körperliche Beschwerden. Weil es da oft als sehr wichtig gesehen wir so eine Harmonie aufrecht zu erhalten.

Dabei fand ich eine Theorie interessant, die eine solche Harmonie-Mentalität mit dem Reisanbau assoziiert. Beim Reispflanzen brauchte man früher sehr viel Arbeitkräft auf einmal - quasi das ganze Dorf. Wesegen es wichtig war Disrahmonie möglichst schnell auzuräumen, bevor sie zu Spaltungen kommt, und am Ende dein Reis vergammelt. So ein Reisfeld ist ja nicht wie ein Acker sondern es ist ja voller Wasser. Ein vergammelter Fuchs reicht um alles zu vergiften. ( Ich schätzte, dass auch das Wort "Klesha" da viel weniger als etwas indviduelles gedacht wurde, als man so meint.)

Aber soweit ich es verstehe, wird da die "Harmonie" eher dadurch hergestellt, dass man eine gewisse Distanz zum anderen wahrt, und eben versucht, das jeder sein Gesicht möglichst wahrt. Also sich oft zu fragen: "Wie geht es mir mit diesem Satz" bzw. "Wie geht es dem anderen mit diesem Satz?" und viel so sinnlos rumlächelt.

Also eben nicht schonungslose Seelstriptease betreibt, wie das ja eher so die europäische Tradition von "Confessiones" und Beichtspiegel hin zur Freuds Couch ist.
Die von Dir gewählte Formulierung ist mE zu sehr auf die Forendiskussionskultur zugeschnitten. Da befürchte ich, dass das hier dazu führt, die Unzulänglichkeiten der Anderen aufzulisten - die Streitereien aus den "Lamaismus-", "Frühbuddhismus-Threads usw. usf. hier fortgeführt werden.


Mag sein. Das letzte Thema ist nur ein Aufhänger. Er zeigt mir aber ganz besonders plakativ, wie närrisch ich selbst funktioniere, da ich ja auch manchmal beleidigt bin und verletzt.
Im Grunde ist die Situation hier wie bei einem Blind-taubgeborenen, der den Kontakt mit den Mitmenschen auch nicht über das Sehen und Hören erfahren kann. Sicher tastet der auch nicht auf fremden Leuten herum. Trotzdem tritt er in Kontakt.

Achtung liebe Foristen:
Der Thread ist keine Aufforderung das hier fortzuführen, sondern ein Anlass die Mechanismen zu reflektieren und wie ich das mit Dharma und der Praxis in Verbindung bringen kann.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Der Thread ist [...] ein Anlass die Mechanismen zu reflektieren und wie ich das mit Dharma und der Praxis in Verbindung bringen kann.


Was du meinst, das sind die nivarana - Hindernisse -
http://www.palikanon.com/wtb/nivarana.html
die in deinem Feld als "Störgefühle" bezeichnet werden.
http://www.buddhismus-heute.de/archive. ... _8.de.html
Im Netz gibt es haufenweise praktische Übungen dazu, wie man die Hindernisse überwinden lernt.
Ergänzend ist es dann auch notwendig die "Erleuchtungsglieder" zu entfalten
http://www.palikanon.com/wtb/bojjhanga.html
- und da steht an erster Stelle Achtsamkeit. Die Achtsamkeit ist die Grundlage um die Hindernisse wahrnehmen und überwinden zu lernen. Ansonsten sollte man eben wissen, dass alle Gefühle durch Kontakt entstehen. Kontakt wiederum ist natürlich von den vorausgehenden Bedingungen beeinflusst und da hilft es sich mit dem paticcasamuppada zu befassen.
Sehr schön hat das mal Mirko Fryba in seinem Buch "Anleitung zum Glücklichsein" erläutert:


Also ein achtsamer Kontakt ist schon mal sehr hilfreich.
Wie gehst du denn selber damit um?


Bevor ich mir die Zeit nehme, um einen detaillierten Post zu verfassen, die Kurzversion:

Selbstananlyse
Schonungslose Ehrlichkeit, zumindest vor mir selbst
Vertrauen in das, was meine Lehrer der Gegenwart und der Vergangenheit sagen
Humor, Humor, Humor
Liebevolle Haltung zu dem Menschen Doris
Auf die bisherigen positiven Erfahrungen vertrauen
Meinem Potential vertrauen
Mich der Angst stellen

Alles gaaaaanz easy :clown:
Was du meinst, das sind die nivarana - Hindernisse -

Genau. Die deutschen Tibeter verwenden gerne den Begriff "Störgefühle".
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Mag sein. Das letzte Thema ist nur ein Aufhänger. Er zeigt mir aber ganz besonders plakativ, wie närrisch ich selbst funktioniere, da ich ja auch manchmal beleidigt bin und verletzt.


Also wenn man kleine Kinder hat ist es ja, so dass die manchmal wegen Kleigkeiten total ausflippen. Ein Dreijähriger kann eine Trotzanfall keigen, wenn er im Supermarkt kein Eis bekommt.

In so einer Situation ist es total wichtig, die Gefühle des Kindes ernst zu nehmen, aber eben nicht den Pipifax-Anlass.

Im Begriff der "Befindlichkeit" wird beides so vermischt, als bedeute es gegenüber dem einen verständnsvoll zu sein es auch gegenüber dem anderen zu sein.

Dabei braucht man so etwas wie eine "liebevolle Schonungsloisgkeit", wie du ja schreibst:

Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Schonungslose Ehrlichkeit, zumindest vor mir selbst
Liebevolle Haltung zu dem Menschen Doris


Also quasi "Wohlwollen" kombiniert mit "Nicht Durchgehen lassen".
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Befindlichkeiten, Störgefühle u.ä. prägen unseren Alltag, durchziehen das Forum wie ein roter Faden, werden aber nie thematisiert, nur perpetuiert.


Hmmm, versuche ich es einmal mit Ich-Botschaft.

Was mich absolut wenig stört - wenn andere eine andere Meinung haben als ich (obwohl ich natürlich immer Recht habe :lol: ), Mir ist klar, daß ich in vielen Beziehungen/Themenbereichen eine sagen wir mal Exotenmeinung vertrete; ich bin dankbar dafür, wenn andere dies akzeptieren. Exotenmeinung ist in diesem Fall nicht unbedingt auf die Lehre bezogen, das zieht sich durch andere Bereiche durch.

Es ist Teil meiner Befindlichkeit, daß es mich ärgert. wenn andere etwas, das ich deutlich ausdrücke 'umdrehen'. Manchmal wahrscheinlich nicht verstehen, manchmal nicht verstehen wollen. Die Voraussetzung für Kommunikation ist gegenseitiges korrektes Wahrnehmen der anderen Position. Dies gilt dann auch wieder für mich :mrgreen:
In so einer Situation ist es total wichtig, die Gefühle des Kindes ernst zu nehmen, aber eben nicht den Pipifax-Anlass.

Erste Hilfe war früher für mich, mich als Kind vorzustellen und gleichzeitig als Mutter, die das Kind auf den Schoß nimmt und tröstet. Das beruhigt. Das Kind geht dann meistens ziemlich schnell vom Schoß runter und zurück zum Spielen.
Heute genügt es meist aufs Klo zu gehen oder einen Kaffee zu machen. Ich muss mich nicht mehr so oft betütteln. Außerdem sind mir meine Vergesslichkeit und Zerstreutheit sehr zu Diensten.

Wenn ich diese Gefühle heute wichtig nehme, dann nur als wunderbaren Anlass, den ich mir geschenkt habe, um zu beobachten und zu üben. (Auch sonst nehme ich das noch allzugerne auf andere Weise ernst, aber das ist dann genau das Verkehrte :mrgreen: )
Also quasi "Wohlwollen" kombiniert mit "Nicht Durchgehen lassen".

Jau.
Da kommt dann noch was anderes zum Zuge: Das Vertrauen in meine Lehrer.
Und die sagen, ich sei schon Buddha. Mittlerweile glaube ich ihnen.
Nur bin ich ein recht ungezogener und ungehobelter Buddha, eine stark vernachlässigte und verwilderte Waldschrätin.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Erste Hilfe war früher für mich, mich als Kind vorzustellen und gleichzeitig als Mutter, die das Kind auf den Schoß nimmt und tröstet. Das beruhigt. Das Kind geht dann meistens ziemlich schnell vom Schoß runter und zurück zum Spielen.


Ja, das ist sehr weise.

Wobei ich da gemerkt habe, dass die Leute sehr unterschiedliche Ausgangsvorraussetzungen haben. Es gibt ja Leute, die sofort wieder spielen gehen können und solche, die von Kleigkeiten sehr aus dem "grünen Bereich" gebracht werden können. Und das sind jetzt nicht unbedingt die unsensibleren oder "weniger weisen". Es reicht ja, wenn man ins einer was durchgemacht hat ( es ist total erschreckend wie viel Prozent aller Frauen mal sexuellen Missbrauch erlebt haben) oder in der Kindheit wenig Liebe abgekriegt hat. Und "Peng" hat man eine Skala mit einem kleinen grünen Bereich und einem grossen Roten.

Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Und die sagen, ich sei schon Buddha. Mittlerweile glaube ich ihnen.


Das kann man mir sehr oft sagen, und ich glaube es nie. Wobei ich das sehr gerne glauben würde.
Das kann man mir sehr oft sagen, und ich glaube es nie. Wobei ich das sehr gerne glauben würde.

Du meinst, Du würdest das schon gerne glauben WOLLEN?
Was hindert Dich an diesem Wollen?

Ich kenne da so ein grundlegendes Denkmuster bei mir, das besagt, dass ich so was Tolles von mir gar nicht glauben darf, ich muss weiter mit meiner Bescheidenheit kokettieren.

Seit ich einen Teil meiner Bescheidenheit als verlogene Koketterie entlarvt habe, glaube ich daran. Wäre ja auch zu blöd: Da mache ich auf Dharma und wie klasse der Buddha ist und was er so Großartiges sagte, wie toll meine Lehrer sind und wie glaubwürdig, und wie sehr sie mir vertrauen, und dann strafe ich sie durch meinen Unglauben Lügen? Noch so eine Narretei. Entweder ich vertraue ihnen oder ich betrachte sie als Schwindler. Das hat mir übrigens mein Chan-Lehrer mal um die Ohren gehauen … :D
Doris hat mich gebeten, eine Antwort aus einem anderen Thread hierher zu kopieren:

Morpho hat geschrieben:
Befindlichkeit, Empfindlichkeit, Berührbarkeit, Empfindungsfähigkeit, Sensibilität, Einfühlungsvermögen.

a)
"Befindlichkeit", nach Duden: "seelischer Zustand, in dem sich jemand befindet", als Synonym für Gemütslage, Stimmung, Grundgefühl.
Das entspricht in etwa "citta", im Satipatthana Sutta M10 ist es der 3.Abschnitt - betrifft die emotionale, konnotative und konative Komponente von Bewußtsein.
Diese ist natürlich karmisch geprägt, also in jedem Fall bei jedermann "trübe", abgesehen von den Erwachten.
In der Diskussion im "Lamaismus"-Thread habe ich das Wort in Bezug darauf benutzt, welche (jeweils persönliche) Grundstimmung mit dem Wort "Lamismus" verbunden ist und bei Verwendung abgerufen und damit auch neu getriggert wird.
"Befindlichkeit" ist damit eine wesentlicher Teil der "Deutungsrahmens" oder der "Deutungsmuster" die zusammen mit einem auslösenden Sinnesbewußtseinsmoment (das kann ein einzelnes Wort, aber auch eine Situation sein) entstehen.

b)
Empfindlichkeit, Berührbarkeit, Empfindungsfähigkeit, Sensibilität, Einfühlungsvermögen.
Morpho hat geschrieben:
Wir brauchen Empfindungsfähigkeit und sie ist eine Richtschnur gerade in Bezug Heilsam und Unheilsam. 'Uns im Klaren zu sein' kann daher nur bedeuten uns derer gewahr zu sein - weiter nichts. Ich will sagen, wie sollten uns dem Beurteilen enthalten.

Ja, hier wird nun von der Fähigkeit (also den funktionalen Grundlagen) gesprochen, Sinnesobjekte überhaupt zu bilden. Nur sind diese Fähigkeiten, wie ihr Ergebnisse, eben auch (schon) karmisch gefärbt, sie enthalten schon zwingend Bewertung und Urteil ... sind also nicht "rein", wie man vielleicht geneigt ist, das im Gegensatz zu "unterscheidendem Denken" anzunehmen - aber im Buddhadharma wird zwischen diesen unterschiedlichen Bewußtseinsfunktionen nicht der geringste Unterschied gemacht, weil ausnahmslos jedes Bewustseinsobjekt auch "gefühlt" wird, also innerhalb der "Kette" Bedingten Entstehens das Glied "Verdana" passiert und dort den Stempel "angenehm" oder "unangenehm" oder "neutral" erhält.
"Gewahrsein" ist im Rahmen des Buddhadharmas nichts anderes, als genau diese karmische - immer urteilende - Komponente unsere Gefühle, "des Herzens" (citta) und der Bewußtseinsobjekte (Abschitt 2,3,4 von M10) zu erkennen und sich ihr nicht hinzugeben, eben Satipatthana.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Also quasi "Wohlwollen" kombiniert mit "Nicht Durchgehen lassen".

Jau.
Da kommt dann noch was anderes zum Zuge: Das Vertrauen in meine Lehrer.
Und die sagen, ich sei schon Buddha. Mittlerweile glaube ich ihnen.
Nur bin ich ein recht ungezogener und ungehobelter Buddha, eine stark vernachlässigte und verwilderte Waldschrätin.


Ja. Das Problem sind nicht diese Eigenschaften, sondern dass du dich offensichtlich nicht mit ihnen anfreunden kannst (willst), sondern an einer Vorstellung von Buddha-Sein haftest, der du gerne und lieber entsprechend möchtest.
Tychiades hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Nur bin ich ein recht ungezogener und ungehobelter Buddha, eine stark vernachlässigte und verwilderte Waldschrätin.


Ja. Das Problem sind nicht diese Eigenschaften, sondern dass du dich offensichtlich nicht mit ihnen anfreunden kannst (willst), sondern an einer Vorstellung von Buddha-Sein haftest, der du gerne und lieber entsprechend möchtest.


Du hast Recht mit Deinem Hinweis, danke.
Ich hatte mal so eine Vorstellung, weil das ja so kolportiert wird: Alle die Kennzeichen usw. Aber so sehr glaubhaft fand ich das nie. Und Buddha wollte ich nie werden.
Aber diesen Buddha im Gewand einer Waldschrätin, finde ich bisweilen schwer anzunehmen. Das ist eine Befindlichkeit, die oft zu Störgefühlen führt.

So ein Buddha ist ja perfekt. Ich will auch immer perfekt sein, denn das macht mich unverletzlich, ein vermeintlicher Schutz. Nur führt das dazu, dass ich mir raffinierte Techniken überlegen muss, diese Nicht-Perfektion zu überspielen. Was dann völlige Verunsicherung als Resultat hat. Lass ich das aber, dann passt alles.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Wie gehst du denn selber damit um?


Bevor ich mir die Zeit nehme, um einen detaillierten Post zu verfassen, die Kurzversion:


Selbstananlyse
Ist sehr schwierig, weil man da gern was übersieht - deshalb sollte das vier-Augen-Prinzip dabei sein und man einen Supervisor zu Rate ziehen. Z.B. Axel.
Schonungslose Ehrlichkeit, zumindest vor mir selbst

Da hilft es, wenn man sich die Dinge und Umstände ansieht in denen man lebt. Was gibt es da zu tun?
Vertrauen in das, was meine Lehrer der Gegenwart und der Vergangenheit sagen

Das sind Ratgeber, und die sollte man anhören, aber entscheiden muss man selbst. Und da braucht es Vertrauen in einen selbst. Und die Bereitschaft Fehler zu machen.
Humor, Humor, Humor

Ja. Und nochmal Ja.
Liebevolle Haltung zu dem Menschen Doris

Und Strenge. Liebe und Strenge gehören zusammen.
Auf die bisherigen positiven Erfahrungen vertrauen

Das ist eine Falle. Die Vergangenheit hilft dir nicht.

Meinem Potential vertrauen

Auch das ist ein unbegründetes Vertrauen. Du kennst es nicht. Das sind die Möglichkeiten, die sind genauso eine Falle, wie die bisherigen Erfahrungen. Darauf kann man nicht vertrauen. Die sind nicht (mehr) und noch nicht.

Mich der Angst stellen
[/quote]
Dazu brauchst du Vertrauen in die Liebe - denn wo Angst ist, da ist keine Liebe bzw. wo Liebe ist, da ist keine Angst.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Tychiades hat geschrieben:
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Nur bin ich ein recht ungezogener und ungehobelter Buddha, eine stark vernachlässigte und verwilderte Waldschrätin.


Ja. Das Problem sind nicht diese Eigenschaften, sondern dass du dich offensichtlich nicht mit ihnen anfreunden kannst (willst), sondern an einer Vorstellung von Buddha-Sein haftest, der du gerne und lieber entsprechend möchtest.


Du hast Recht mit Deinem Hinweis, danke.
Ich hatte mal so eine Vorstellung, weil das ja so kolportiert wird: Alle die Kennzeichen usw. Aber so sehr glaubhaft fand ich das nie. Und Buddha wollte ich nie werden.
Aber diesen Buddha im Gewand einer Waldschrätin, finde ich bisweilen schwer anzunehmen. Das ist eine Befindlichkeit, die oft zu Störgefühlen führt.

So ein Buddha ist ja perfekt. Ich will auch immer perfekt sein, denn das macht mich unverletzlich, ein vermeintlicher Schutz. Nur führt das dazu, dass ich mir raffinierte Techniken überlegen muss, diese Nicht-Perfektion zu überspielen. Was dann völlige Verunsicherung als Resultat hat. Lass ich das aber, dann passt alles.


Daran erkennt man, dass deine Buddha-Vorstellung "gegenständlich" ist. Alles ist Buddhanatur - sie ist von nichts getrennt und man kann das nicht werden. Das einzige was man machen kann, ist die Vorstellungen zu sehen und sie fallen zu lassen. Und immer wieder sehen und fallen lassen .....
Das geschieht, wenn man aufhört Vorlieben zu haben und diese oder jenes abzulehen. Der Höchste Weg ist ohne Wahl. Das bist du selbst. So wie du bist. Nimm' dich an.
Daran erkennt man, dass deine Buddha-Vorstellung "gegenständlich" ist. Alles ist Buddhanatur - sie ist von nichts getrennt und man kann das nicht werden. Das einzige was man machen kann, ist die Vorstellungen zu sehen und sie fallen zu lassen. Und immer wieder sehen und fallen lassen .....
Das geschieht, wenn man aufhört Vorlieben zu haben und diese oder jenes abzulehen. Der Höchste Weg ist ohne Wahl. Das bist du selbst. So wie du bist. Nimm' dich an.


Ja, und genau dieses Gegenständliche und Perfekte ordne ich in den Bereich Hagiographie ein.
Ich sehe deutlich den Widerspruch. Aber so tickt die Doris manchmal, und sie entsteht dauernd von neuem.
Ich gebe Dir vollkommen Recht: Es geht darum immer wieder von vorne anzufangen.

Noch eine Ergänzung: Knackpunkt ist das permanente Produzieren von Vorstellungen.
Und noch eine letzte Nabelschau – vorläufig – zum vorangegangenen Post:


Selbstanalyse …
Der Axel ist da nicht so verlässlich. Dazu liebt er mich zu sehr … :heart:
Im Grunde weiß wirklich nur ich, was da wirklich in mir vorgeht. Die Kontrolle durch die Umwelt und das Leben geben mir dann schon die nötige Rückmeldung, darauf kann ich wetten.

Strenge …
Ich muss nicht verkniffen sein, aber Straucheln einfach ignorieren und ein Weiter-wie-bisher geht gar nicht.

Vertrauen in die Lehrer …
Die nehmen mir keine Entscheidung ab. Die lehren mich, dass ich hingucken und mich selbst entscheiden muss. Diesem Lehrsatz vertraue ich.

Positive Erfahrungen …
Sind eine Kraftquelle. Wenn ich vor einem Problem stehe, das mich zu überfordern scheint, dann denke ich an die Situationen, in denen es auch so war, und dass ich es überwunden habe. Das schließt auch das Überleben von Scheitern ein.

Potential vertrauen …
Ich vertraue darauf, dass ich für das Leben geschaffen bin. Das beinhaltet auch die Endlichkeit des Lebens, alles Scheitern, allen Neuanfang.
void hat geschrieben:
Also wenn man kleine Kinder hat ist es ja, so dass die manchmal wegen Kleigkeiten total ausflippen. Ein Dreijähriger kann eine Trotzanfall keigen, wenn er im Supermarkt kein Eis bekommt.

In so einer Situation ist es total wichtig, die Gefühle des Kindes ernst zu nehmen, aber eben nicht den Pipifax-Anlass.

Also quasi "Wohlwollen" kombiniert mit "Nicht Durchgehen lassen".

Ich denke es ist hierbei wirklich wichtig, dahinter zu schauen, worüber die Kinder wirklich so 'ausrasten'.

Wenn man im Supermarkt sagt 'nein, du bekommst kein Eis', und mit den Gedanken bei seinen eigenen Einkaufswünschen ist, dann ist es meistens so, dass sich das Kind nur 'abgewimmelt' fühlt, die Aufmerksamkeit die es möchte nicht bekommt. Das Geschrei bedeutet dann 'du hörst mir ja gar nicht zu, du verstehst mich nicht' oder 'du denkst nur an das was du willst und was ist mit mir?'. Das Eis ist dabei nur ein 'Aufhänger'.

Wenn man dann oder möglichst schon vorher seine volle Aufmerksamkeit auch mal dem Kind und seinen Vorstellungen schenkt, so nach dem Motto 'du möchtest ein Eis?' und das Kind sich einfach auch mal nur äußern lassen und ihm aufmerksam zuhören, und dann eine positive Antwort geben - a la 'wir können gerne nach dem Mittagessen / am Wochenende zusammen Eis essen' oder auch mal das Kind sich ein Obst oder Saft oder Joghurt aussuchen lassen - dann fühlt es sich einfach wahrgenommen. Das andere wäre Liebesentzug. Mit verschiedensten Kleinkampf-Arenen als Folge.

Das Gleiche gilt für sich selber. Man kann sich fragen welche Erwartungen denn dahinter stecken und was man eigentlich möchte, unabhängig vom 'Aufhänger', der der offenbare Anlass ist.
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
Und noch eine letzte Nabelschau – vorläufig – zum vorangegangenen Post:


Selbstanalyse …
Der Axel ist da nicht so verlässlich. Dazu liebt er mich zu sehr … :heart:
Im Grunde weiß wirklich nur ich, was da wirklich in mir vorgeht. Die Kontrolle durch die Umwelt und das Leben geben mir dann schon die nötige Rückmeldung, darauf kann ich wetten.

Strenge …
Ich muss nicht verkniffen sein, aber Straucheln einfach ignorieren und ein Weiter-wie-bisher geht gar nicht.

Vertrauen in die Lehrer …
Die nehmen mir keine Entscheidung ab. Die lehren mich, dass ich hingucken und mich selbst entscheiden muss. Diesem Lehrsatz vertraue ich.

Positive Erfahrungen …
Sind eine Kraftquelle. Wenn ich vor einem Problem stehe, das mich zu überfordern scheint, dann denke ich an die Situationen, in denen es auch so war, und dass ich es überwunden habe. Das schließt auch das Überleben von Scheitern ein.

Potential vertrauen …
Ich vertraue darauf, dass ich für das Leben geschaffen bin. Das beinhaltet auch die Endlichkeit des Lebens, alles Scheitern, allen Neuanfang.


Jeder rudert auf seine Weise sein Boot im Ozean.
... und ich verinnerlichte, dass es hinsichtlich meiner Empfindungen, Unterscheidungen und diversen Geistesfaktoren, müssig wäre, auf irgendetwas im Äußeren zu verweisen, (z.B. es geht mir mies, weil ... und umgekehrt: ich freue mich ...), ... die diversen Dämonen kreiere ich locker mit eigenem Geist. :wink:
Moos:
Diese ist natürlich karmisch geprägt, also in jedem Fall bei jedermann "trübe", abgesehen von den Erwachten.

Ja, und das ist "die Wand".

In der Diskussion im "Lamaismus"-Thread habe ich das Wort in Bezug darauf benutzt, welche (jeweils persönliche) Grundstimmung mit dem Wort "Lamismus" verbunden ist und bei Verwendung abgerufen und damit auch neu getriggert wird.


Das hab ich schon verstanden. Mir ging es nur darum zu sagen, "unsere" Gefühle intellektuell "überschreiben" oder per Erklärungen "aufheben" zu wollen ist keine Lösung.
Und manche Begriffe ( Phänomene!) sind eben verfänglicher, andere unverfänglicher.
Und das ist sehr individuell.

"Befindlichkeit" ist damit eine wesentlicher Teil der "Deutungsrahmens" oder der "Deutungsmuster" die zusammen mit einem auslösenden Sinnesbewußtseinsmoment (das kann ein einzelnes Wort, aber auch eine Situation sein) entstehen.

Man kann zusammenfassen: Wohlgefühl(e), Wehgefühl(e), Weder-Noch-Gefühl(e).
Es stimmt, dass da bereits ein weit vor intellektuelles 'Befinden von Phänomenen' "drin" ist.

Das Wort Störgefühle verwende ich nicht. Von "der Szene" oft negativ konnotiert, verwenden es die Lama s "geschmacksneutral".
'Störung' bedeutet für die 'unruhig, zerstreut, erregt...' dergleichen ( äquivalent Nivarana)
Doris Rasevic-Benz hat geschrieben:
...
Vertrauen in die Lehrer …
Die nehmen mir keine Entscheidung ab. Die lehren mich, dass ich hingucken und mich selbst entscheiden muss. Diesem Lehrsatz vertraue ich.


Ich vermute, manchmal lieben Lehrer diejenigen am meisten, die am meisten die automatisierten Abläufe stören. Fragt!!!

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