Über Dharma schreiben

Moderator: void

Kopiert aus dem Abschieds - Thread: "In Hamburg sagt man Tschüß":

Der Vorschlag von Monika gefällt mir ganz gut: Back to the roots und ausschließlich über Dharma reden.


Die Idee fand ich zunächst ganz logisch.

Nur: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?

Eigentlich ist in jedem weltlichen Thema auch ein Anteil Dharma inklusive. Nämlich der innere Umgang mit einem Thema. Die eigenen inneren Erfahrungen über die eigenen Unzulänglichkeiten nieder zu schreiben, fällt (mir) jedoch schwerer, als sich "sachlich" an einem Thema zu orientieren.
Das geht mir nicht nur hier im Forum so, sondern ich sehe es generell als meine Schwäche, Emotionen und innere Erfahrungen in Worte auszudrücken.

Daher nochmal die Frage an Euch: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?
Sherab Yönten hat geschrieben:
Eigentlich ist in jedem weltlichen Thema auch ein Anteil Dharma inklusive. Nämlich der innere Umgang mit einem Thema.


Was ich - insbesondere auch hier - gelernt habe, ist, mich nicht in Ansichten und damit verbundene Emotionen zu verstricken - insbesondere nicht über Themen, von denen ich keine wirkliche Ahnung habe, sondern nur die Meinung, die ich in den Medien höre und sehe.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das nur Stückwerk ist. Nur ein Beispiel: Ich habe 27 Jahre an der Spitze einer großen Krankenkasse gearbeitet, d.h. ich war in Sitzungen dabei, wo es um Gesetzesänderungen und deren Umsetzung ging, so dass ich weiß, dass z.B. - u.a. auch von Ärzten - immer wieder wieder die KK verantwortlich gemacht werden für das Dilemma der Abrechnung und Leistungen. Es ist jedoch der Gesetzgeber.

Also was auch immer in den Medien erscheint, ist gefärbt von der Interessengruppe, die dahintersteht.
Vieles wird aus dem Zusammenhang gerissen. Und wo ein einzelner etwas "anstellt", wird gleich die ganze Sippe in Haft genommen. Pauschal.

Deshalb übernehme ich nicht mehr einfach so die Informationen, ohne den Hintergrund zu wissen.

Das geht mir nicht nur hier im Forum so, sondern ich sehe es generell als meine Schwäche, Emotionen und innere Erfahrungen in Worte auszudrücken.


Ja, und gerade darin sehe ich eine große Möglichkeit, sich zu schleifen. Wenn Du die "Schwäche" loswerden willst, weil sie z.B. auch in der Partnerschaft hinderlich ist, dann ist es doch der Übung wert. Wenn Du aber diese "Schwäche" als Eigenart betrachtest, dann kannst Du sie doch einfach akzeptieren.

Die eigenen inneren Erfahrungen über die eigenen Unzulänglichkeiten nieder zu schreiben, fällt (mir) jedoch schwerer, als sich "sachlich" an einem Thema zu orientieren.


Ist doch okay, wobei: was ist "sachlich"?
_()_ Monika
Hallo Monika, und was sagst Du zur Frage: " Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?"
Sherab Yönten hat geschrieben:
Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


In der Bedeutung Dharma = Buddhalehre, ist es die Bewusstwerdung von Gier, Hass und Verblendung und deren Beseitigung würde ich mal sagen. Damit fängt es an und wenn das getan ist hört es auf.
mukti hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


In der Bedeutung Dharma = Buddhalehre, ist es die Bewusstwerdung von Gier, Hass und Verblendung und deren Beseitigung würde ich mal sagen. Damit fängt es an und wenn das getan ist hört es auf.


Genau. Das meinte ich mit "inneren Erfahrungen". Also ist Dharma nicht abhängig von einem bestimmten Thema, sondern bei jedem Thema gibt es etwas, das mit Gier, Hass und Verblendung zu tun hat (zumindest solange, bis man noch nicht erleuchtet ist) ? Von diesen inneren Erfahrungen offen in einem Forum zu berichten ist für mich, das muss ich eingestehen, nicht so einfach. Wohl auch deshalb, weil es bisher meine Beobachtungen waren, dass auch viele andere Ihre "Schwächen" nicht offen eingestehen können/wollen.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


Für mich sind die "Vier edlen Wahrheiten" der Dhamma. Irgendwo sagte der Buddha, er lehre nichts anderes als die Wahrheit vom Leid und die Überwindung des Leids. Das fasst diese Wahrheiten perfekt zusammen.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Hallo Monika, und was sagst Du zur Frage: " Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?"


Hab ich das nicht klar gemacht?
Bei leerem Geschwätz. Bei Boulevard-Presse, bei Politik, bei gesellschaftlichen Themen. Da, wo ich mich auf Glatteis begebe, weil ich vom Thema keine Ahnung habe.
_()_ Monika
Sherab Yönten hat geschrieben:
[
Genau. Das meinte ich mit "inneren Erfahrungen". Also ist Dharma nicht abhängig von einem bestimmten Thema, sondern bei jedem Thema gibt es etwas, das mit Gier, Hass und Verblendung zu tun hat (zumindest solange, bis man noch nicht erleuchtet ist) ?


Ja, aber was hat das z.B. mit dem Spendenthema zu tun? Was sollen da innere Erfahrungen? Und warum sollte ich mich darüber echauffieren? Was hab ich mit politischen Auseinandersetzungen zu tun? Was hat das hier im Forum verloren?
mukti hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


In der Bedeutung Dharma = Buddhalehre, ist es die Bewusstwerdung von Gier, Hass und Verblendung und deren Beseitigung würde ich mal sagen. Damit fängt es an und wenn das getan ist hört es auf.
Mein Ausgangspunkt vom Begriff Dharma war: Ding. Beim lesen im PK sah ich das es Buddha um das erkennen der Dinge ging. Dharma sah ich als Lehre von den Dingen/Dharma.

Befreiung ist für mich das erkennen der Dinge und damit die Befreiung von jeder Meinung über Dinge. Es führt mich zum erkennen der Dinge und durch die Lehre der Dinge zum jeweiligen erleuchteten Erkennen meiner Fehlerhaften Gedankenverknüpfungen mit denen ich Dinge verbinde die bei befreitem Erkennen nur einzelne Dinge sind.

Die Dinge/Dharma, die mir durch ihr bedingtes Erscheinen, verbunden erscheinen, von mir als verbunden geglaubt werden oder geglaubt werden sollen, müssen von meinem Glauben an ihre Verbundenheit gelöst werden.

Ursachen für das verbunden-sehen von Dingen sind Gier, Hass, Verblendung/Glauben wollen, davon sind die Dinge zu befreien. Der Achtfache Weg hilft mir meine Dharmaverknüpfungen erkennen und dabei sie weiterhin zu vermeiden. Er ist ein Weg, der einzige Weg der Gier, Hass, Verblendung mit allen Wurzeln ausreißt.
Monikadie4. hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
[
Genau. Das meinte ich mit "inneren Erfahrungen". Also ist Dharma nicht abhängig von einem bestimmten Thema, sondern bei jedem Thema gibt es etwas, das mit Gier, Hass und Verblendung zu tun hat (zumindest solange, bis man noch nicht erleuchtet ist) ?


Ja, aber was hat das z.B. mit dem Spendenthema zu tun? Was sollen da innere Erfahrungen? Und warum sollte ich mich darüber echauffieren? Was hab ich mit politischen Auseinandersetzungen zu tun? Was hat das hier im Forum verloren?


Der Zusammenhang war Dana, also materielles Geben.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Also ist Dharma nicht abhängig von einem bestimmten Thema, sondern bei jedem Thema gibt es etwas, das mit Gier, Hass und Verblendung zu tun hat (zumindest solange, bis man noch nicht erleuchtet ist) ?


Man kann wohl jedes Thema im Lichte des Dharma betrachten und auf diese Weise angehen. Wenn man es aber mit der Absicht angeht Gier, Hass und Verblendung bestehen oder anwachsen zu lassen, dann ist das Adharma.

Sherab Yönten hat geschrieben:
Von diesen inneren Erfahrungen offen in einem Forum zu berichten ist für mich, das muss ich eingestehen, nicht so einfach. Wohl auch deshalb, weil es bisher meine Beobachtungen waren, dass auch viele andere Ihre "Schwächen" nicht offen eingestehen können/wollen.


Das macht vermutlich jeder nur in einem bestimmten Ausmaß, ab einem gewissen Punkt wird es einfach zu vertraulich. Manches bespricht man besser nur mit Freunden denke ich, man muss nicht alles über sich in einem öffentlichen Forum preisgeben. Das ist aber kein Hindernis hier über Dharma zu sprechen und auch die eigene Sichtweise einzubringen und die eine oder andere Schwäche einzugestehen. Bzw. grundsätzlich mit der einsichtigen Haltung aufzutreten dass man Schwächen hat, anstatt den erleuchteten Weisen vorzugaukeln.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Monikadie4. hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
[
Genau. Das meinte ich mit "inneren Erfahrungen". Also ist Dharma nicht abhängig von einem bestimmten Thema, sondern bei jedem Thema gibt es etwas, das mit Gier, Hass und Verblendung zu tun hat (zumindest solange, bis man noch nicht erleuchtet ist) ?


Ja, aber was hat das z.B. mit dem Spendenthema zu tun? Was sollen da innere Erfahrungen? Und warum sollte ich mich darüber echauffieren? Was hab ich mit politischen Auseinandersetzungen zu tun? Was hat das hier im Forum verloren?


Der Zusammenhang war Dana, also materielles Geben.
Dann ist das Geben aber mit bestimmten Vorstellungen verbunden. Die eine Hand weiß was die andere tut. Die eine Hand gibt die andere gibt nichts außer ihre Vorstellung was mit der Gabe zu tun ist. Geben ist aber, Lehre/Anweisung in allen Religionen, bedingungsloses Geben. Das muss geübt werden, bedingungslosen Geben und auch nicht geben wenn sich das bedingungslose Geben nicht erreichen lässt.
mukti hat geschrieben:
Wenn man es aber mit der Absicht angeht Gier, Hass und Verblendung bestehen oder anwachsen zu lassen, dann ist das Adharma.


Ja, das wäre auch im Mahayana Sinne ein Verstoß gegen ein Bodhisattva Gelübde.
Häufig ist es aber so, dass diese Dinge "aus Versehen" aus Unachtsamkeit passieren.

Edit: Und das Trügerische dabei ist, dass das Ego dem eigenen Geist zuflüstert, man wäre angeblich achtsam!

mukti hat geschrieben:
Bzw. grundsätzlich mit der einsichtigen Haltung aufzutreten dass man Schwächen hat, anstatt den erleuchteten Weisen vorzugaukeln.


Das sollte man sich immer wieder bewusst machen!
Ellviral hat geschrieben:
Dann ist das Geben aber mit bestimmten Vorstellungen verbunden


Ja, genau. Und diese "Vorstellungen" sind Ursache für Gier, Hass und Verblendung.
Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Wenn man es aber mit der Absicht angeht Gier, Hass und Verblendung bestehen oder anwachsen zu lassen, dann ist das Adharma.


Ja, das wäre auch im Mahayana Sinne ein Verstoß gegen ein Bodhisattva Gelübde.
Häufig ist es aber so, dass diese Dinge "aus Versehen" aus Unachtsamkeit passieren.

Edit: Und das Trügerische dabei ist, dass das Ego dem eigenen Geist zuflüstert, man wäre angeblich achtsam!


Wem sagst du das :sick: Da hat man was zum Üben. Wichtig finde ich dass man vor allem das Ziel nicht aus den Augen verliert, sozusagen den roten Faden im Leben. Und so ganz erfolglos ist man ja nun auch nicht dabei. Aber "Ich und mein" sind sehr tief verwurzelt, nicht leicht zu durchschauen.

Sherab Yönten hat geschrieben:
mukti hat geschrieben:
Bzw. grundsätzlich mit der einsichtigen Haltung aufzutreten dass man Schwächen hat, anstatt den erleuchteten Weisen vorzugaukeln.


Das sollte man sich immer wieder bewusst machen!


Finde das auch sehr wichtig. Was für eine verlockende Falle, den Budhhadharma zur Selbstüberhöhung zu verwenden, man trickst sich immer wieder mal selber aus.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Ellviral hat geschrieben:
Dann ist das Geben aber mit bestimmten Vorstellungen verbunden


Ja, genau. Und diese "Vorstellungen" sind Ursache für Gier, Hass und Verblendung.
:sunny: Und Vorstellungen sind auch selber Gier, Hass, Verblendung/Glauben wollen.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Der Zusammenhang war Dana, also materielles Geben.


Ach so, dann hat das natürlich mit Dharma zu tun. :)
Sherab Yönten hat geschrieben:
Daher nochmal die Frage an Euch: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


Dharma hat weder Anfang noch Ende. Für einen Buddhisten ist alles Dharma. Alles was also einer hier schreibt ist Ausdruck von Dharma. Wenn man das abgrenzt und "über" Dharma schreibt, dann macht man Dharma zu einem Gegenstand, der vom Nicht-Dharma unterschieden wird. Diese Unterscheidung erschafft auch denjenigen, der über Dharma spricht, also ein Ich, das sich mich dem Geschriebenen identifiziert.
Jeder, der eine Meinung kundtut, identifiziert sich auch damit.
Es ist unerlässlich, in der Kommunikation auch ein "Ich" zu vertreten.
Aber ich gebe Dir Recht, alles ist Dharma.
_()_ Monika
Monikadie4. hat geschrieben:
Jeder, der eine Meinung kundtut, identifiziert sich auch damit.
Es ist unerlässlich, in der Kommunikation auch ein "Ich" zu vertreten.
Aber ich gebe Dir Recht, alles ist Dharma.
_()_ Monika
Die Frage ist: Wie lange identifiziert er sich mit dem Kommunizierten. Das zeigt wie lange sein geäußertes Ich besteht. Da bin ich dann schon sehr merkwürdig wenn ich mit jemanden spreche und der merkt das ich schon wieder anders bin. Unberechenbar ehrlich jetzt Da.
Monikadie4. hat geschrieben:
Jeder, der eine Meinung kundtut, identifiziert sich auch damit.

Da das Ich eine Vorstellung ist und insofern gleichfalls eine Meinung bzw. Ich-Ansicht ist natürlich auch die Identifkation nichts anderes, wie eine Vorstellung (von etwas, was es nicht gibt).
Es ist unerlässlich, in der Kommunikation auch ein "Ich" zu vertreten.

Zu wissen, dass es Unterschiede gibt ist natürlich in der Welt der Unterscheidungen wichtig, aber das bedeutet nicht, dass man daran festhalten muss und sich mit den Unterschieden identifizieren muss.
Hallo Sherab,
Sherab Yönten hat geschrieben:
Daher nochmal die Frage an Euch: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


es ist einfacher, als man denken mag. Es ist: Gutes tun. Für mich und für andere. Wie mache ich das? Ich handle liebevoll-großherzig(Dana). Ich verhalte mich liebevoll und unterstützend gegenüber mir und anderen, indem ich die tugenhaft lebe(Sila) und ich schule den Geist im Beobachten(bhavana). Unheilsames erkennen, Unheilsames beenden, Heilsames aufbringen, Heilsames aufrecht erhalten: körperlich, gedanklich und sprachlich.

Freundliche Grüße
Mirco hat geschrieben:
Hallo Sherab,
Sherab Yönten hat geschrieben:
Daher nochmal die Frage an Euch: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


es ist einfacher, als man denken mag. Es ist: Gutes tun. Für mich und für andere. Wie mache ich das? Ich handle liebevoll-großherzig(Dana). Ich verhalte mich liebevoll und unterstützend gegenüber mir und anderen, indem ich die tugenhaft lebe(Sila) und ich schule den Geist im Beobachten(bhavana). Unheilsames erkennen, Unheilsames beenden, Heilsames aufbringen, Heilsames aufrecht erhalten: körperlich, gedanklich und sprachlich.

Freundliche Grüße


Hallo Mirco, hast Du die Diskussion im G20 Thread mitbekommen? Da ging es genau darum, dass es eben nicht so einfach ist (für unerleuchtete Wesen) zu unterscheiden: Was genau ist gut und heilsam und was ist schlecht und unheilsam? Solange da noch keine "unterscheidende Weisheit eines Buddha" ist, solange ist der dualistische Ausdruck gut oder schlecht der Ausdruck einer Vorstellung. Und diese kann Ursache für Gier, Hass und Verblendung sein.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Daher nochmal die Frage an Euch: Wo genau fängt Dharma an, wo hört Dharma auf?


Ich fürchte es fängt nirgends an und hört nirgends auf. Es war immer schon da und wird immer da sein. Es ist wie alles andere im Grunde anatta, anicca dukkha d.h. ohne eigenes Wesen, wandelbar, unvollkommen. :wink:
Hallo Sherab,
Sherab Yönten hat geschrieben:
Hallo Mirco, hast Du die Diskussion im G20 Thread mitbekommen? Da ging es genau darum, dass es eben nicht so einfach ist (für unerleuchtete Wesen) zu unterscheiden: Was genau ist gut und heilsam und was ist schlecht und unheilsam? Solange da noch keine "unterscheidende Weisheit eines Buddha" ist, solange ist der dualistische Ausdruck gut oder schlecht der Ausdruck einer Vorstellung. Und diese kann Ursache für Gier, Hass und Verblendung sein.

deshalb hat der Buddha für uns Laien ja die Empfehlung Dana, Sila, Bhavana hinterlassen...

Liebe Grüße
Sherab Yönten hat geschrieben:
Da ging es genau darum, dass es eben nicht so einfach ist (für unerleuchtete Wesen) zu unterscheiden: Was genau ist gut und heilsam und was ist schlecht und unheilsam? Solange da noch keine "unterscheidende Weisheit eines Buddha" ist, solange ist der dualistische Ausdruck gut oder schlecht der Ausdruck einer Vorstellung. Und diese kann Ursache für Gier, Hass und Verblendung sein.


Da verstehe ich die Rede des Buddha an das Volk der Kalamer aber anders. Laut dieser Rede braucht man keine Erleuchtung, sondern eigene Prüfung und eigene Erkenntnis (und evtl. das Vorbild anderer, erfahrener), um das unterscheiden zu können. Von der Notwendigkeit irgendeiner eigenen Erleuchtung war da nicht die Rede.

"Geht, Kālāmer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann o Kālāmer, möget ihr sie aufgeben.

[...]

Geht, Kālāmer, nicht nach Hörensagen, nicht nach Überlieferungen, nicht nach Tagesmeinungen, nicht nach der Autorität heiliger Schriften, nicht nach bloßen Vernunftgründen und logischen Schlüssen, nicht nach erdachten Theorien und bevorzugten Meinungen, nicht nach dem Eindruck persönlicher Vorzüge, nicht nach der Autorität eines Meisters! Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind heilsam, sind untadelig, werden von den Verständigen gepriesen, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Segen und Wohl', dann, o Kālāmer, möget ihr sie euch zu eigen machen."

Anguttara Nikâya III, 66 (http://www.palikanon.com/angutt/a03_062-066.html)
Waldler hat geschrieben:
Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind unheilsam, sind verwerflich, werden von Verständigen getadelt, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Unheil und Leiden', dann o Kālāmer, möget ihr sie aufgeben.


Waldler hat geschrieben:
Wenn ihr aber, Kālāmer, selber erkennt: 'Diese Dinge sind heilsam, sind untadelig, werden von den Verständigen gepriesen, und, wenn ausgeführt und unternommen, führen sie zu Segen und Wohl', dann, o Kālāmer, möget ihr sie euch zu eigen machen."


Und was ist, wenn man nicht selbst erkennt, was heilsam oder unheilsam ist?
und die "Verständigen" (wer soll das sein?) sind ja wohl auch nicht "massenhaft" unterwegs.....
Man macht entweder alles so wie man es nach gründlicher Erwägung versteht, oder vertraut einem Lehrer und folgt seinem Beispiel. In beiden Fällen kann sich daraus heilsames oder auch unheilsames entwickeln, daraus lernt man dann. Wie sonst? Den Buddha können wir ja leider nicht mehr fragen.
mukti hat geschrieben:
Man macht entweder alles so wie man es nach gründlicher Erwägung versteht, oder vertraut einem Lehrer und folgt seinem Beispiel. In beiden Fällen kann sich daraus heilsames oder auch unheilsames entwickeln, daraus lernt man dann. Wie sonst? Den Buddha können wir ja leider nicht mehr fragen.
Da gibt es ein Hindernis. Es muss der Mut da sein Fehler zu machen. Wenn dieser Mut nicht da ist bleibt es beim Anhängen an Lehrer, Riten und Regeln aus Verlangen nach nichts falsch machen wollen.

Wer ist online?

Insgesamt ist 1 Besucher online. Im Detail: 0 sichtbare Mitglieder (oder Bots), 0 unsichtbare Mitglieder und 1 Gast
Der Besucherrekord liegt bei 214 Besuchern, die am 27.02.2017 23:21 gleichzeitig online waren.

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast