plötzlich Tränen

Moderator: Jojo

Liebes Forum,

ich hoffe, ich belästige Euch nicht zu sehr, hätte aber noch eine Frage.

Gestern während formeller Meditation im Zentrum floßen mir plötzhlich Tränen übers Gesicht, ohne dass ich bewußt Traurigkeit gespürt hätte. Ich war sehr überrascht, die Tränen hörten nicht auf. (Und: Nein, das hatte nichts mit gereizten Augen zu tun, wir benutzen kein Weihrauch.)

Ich bin immer noch leicht verstört, was bedeutet dieses Erlebnis? Kennt Ihr so was auch?

(Und: Ja, in meinem Leben gibt es objektiv einige Probleme, aber darüber habe ich gestern abend nicht nachgedacht.)

Danke!
Jack Kornfield sagte dazu mal: "Wer während einer Meditation noch nie geweint hat, der hat noch nicht richtig meditiert".
Nun, ein Element von Meditation ist wohl, daß die Fesselung durch Alltagseindrücke abnimmt und damit die Schwelle niedriger wird, die unbewußte Elemente davon zurückhält unser Funktionieren im Alltag zu 'stören'.

Ich kenne das Beschriebene und habe es in den konkreten Momenten auch als etwas verstörend erlebt.
Da will man mit anderen gemeinsam etwas zelebrieren/genießen und fängt dann an zu flennen.. :lol:
Bei mir hat das dann in den Tagen danach eine ganz positive Reaktion ausgelöst. Da wurden Dinge die bisher abgeschieden waren integriert. Ich wünsche Dir, daß bei Dir ähnliches geschieht.

Auch wenn nicht, ich würde solche Reaktionen nicht überbewerten, falls sie nicht vollkommen überdimensioniert auftreten und längere negative Wirkungen haben.
Sherab Yönten hat geschrieben:
Jack Kornfield sagte dazu mal: "Wer während einer Meditation noch nie geweint hat, der hat noch nicht richtig meditiert".


Weinen hat sehr mit Loslassen zu tun. Deswegen kann man ja auch vor Freude weinen z.B wenn man sich unnötig Sorgen um jemand gemacht hat, und sich dann freut, ihn wohlbehalten wiederzutreffen.
Danke, es war richtig, hier diese Frage zu stellen.

Das mit Absenkung der Schwelle der Bewußtwerdung könnte ich nachvollziehen (@fotost).
Bei Atembetrachtung übe ich Wahrnehmung des Atems im Köper als helles Nichts, die aufkomenden Gedanken/Gefühle versuche ich davon abprallen zu lassen.

Nun heißt es wohl, mehr meditieren und zugleich rl-Probleme lösen. ;-)
void hat geschrieben:
Sherab Yönten hat geschrieben:
Jack Kornfield sagte dazu mal: "Wer während einer Meditation noch nie geweint hat, der hat noch nicht richtig meditiert".


Weinen hat sehr mit Loslassen zu tun. Deswegen kann man ja auch vor Freude weinen z.B wenn man sich unnötig Sorgen um jemand gemacht hat, und sich dann freut, ihn wohlbehalten wiederzutreffen.


Ja, selbstverständlich kann man auch vor Freude weinen. Siehst Du da einen Widerspruch zu dem Zitat von Kornfield?
sinn-los hat geschrieben:
Liebes Forum,

ich hoffe, ich belästige Euch nicht zu sehr, hätte aber noch eine Frage.

Gestern während formeller Meditation im Zentrum floßen mir plötzhlich Tränen übers Gesicht, ohne dass ich bewußt Traurigkeit gespürt hätte. Ich war sehr überrascht, die Tränen hörten nicht auf. (Und: Nein, das hatte nichts mit gereizten Augen zu tun, wir benutzen kein Weihrauch.)

Ich bin immer noch leicht verstört, was bedeutet dieses Erlebnis? Kennt Ihr so was auch?

(Und: Ja, in meinem Leben gibt es objektiv einige Probleme, aber darüber habe ich gestern abend nicht nachgedacht.)

Danke!

Meditation und Tränen sehe ich aus eigener Erfahrung heraus überhaupt nicht als problematisch an. Ganz im Gegenteil sind Tränen bei mir ein Anzeiger für große Inspiration, Kontakt zu etwas "Starkem" und dafür, dass es wirklich in richtiger Weise läuft.
MMn wird das Nervensystem tief berührt, auf einer subtilen Ebene durchgeschüttelt und deshalb müssen Tränen fließen. Nichts, worum man sich Sorgen zu machen braucht.
Ich sag mal eher: Glückwunsch. :)
ja Tränen können schon manchmal vorkommen nach dem Meditieren ging mir auch schon ab und zu so.
Mal aus hingabe zur Praxis oder für alle fühlenden Wesen mögen sie befreiung erlangen oder einfach aus Freude und Glück kommt einem dann zwar ein wenig komisch vor aber ich denk mal ist normal besonders auch wenn sich bestimmte tief sitzende Blockaden lösen von denen man bewusst vll. gar nichts weiß
sinn-los hat geschrieben:
Kennt Ihr so was auch?
(Und: Ja, in meinem Leben gibt es objektiv einige Probleme, aber darüber habe ich gestern abend nicht nachgedacht.)


Ja, kenne ich. Und ich gehöre zu den Harten im Garten ... 8)

Du hast darüber nicht nachgedacht- aber während der Meditation blubbert alles Verdrängte mit Wonne nach oben. Sei doch froh, zeigt daß du "richtig" meditierst. Im übrigen. Wenn du weinen musst, weine. Wenn du lachen musst, dann tue es.
_()_c.d.
Tränen und weinen beim meditieren, check.
Das wirkt lösend und befreiend und es fühlt sich immer schön an, freundlich, geborgen.
Man darf einfach mal sein und loslassen :)
Sehr schön.
Ich hatte heute auch das Erlebnis, dass ich mitten in der Meditation zu weinen begann....es hat mich verwirrt aber nicht negativ.

Ich bin seit einer Woche im Krankenhaus...
Seit gestern darf ich aufstehen und war heute unten in der Kapelle, keine Menschenseele da und Stille. Eine gute Gelegenheit, um zu meditieren, kam mir in den Sinn (hatte ich schon lange nicht mehr getan)....
Mittendrin musste ich weinen ziemlich heftig. Aber ich hab mich irgendwie glücklich gefühlt....
Ziemlich merkwürdig fand ich das. Aber es tat auch gut.

Ich habe erst mal eine Bekannte gefragt, was sie dazu sagt und sie hat mich auf diesen Threat hingewiesen.
Incompleed hat geschrieben:
Ich hatte heute auch das Erlebnis, dass ich mitten in der Meditation zu weinen begann....es hat mich verwirrt aber nicht negativ.

Ich bin seit einer Woche im Krankenhaus...
Seit gestern darf ich aufstehen und war heute unten in der Kapelle, keine Menschenseele da und Stille. Eine gute Gelegenheit, um zu meditieren, kam mir in den Sinn (hatte ich schon lange nicht mehr getan)....
Mittendrin musste ich weinen ziemlich heftig. Aber ich hab mich irgendwie glücklich gefühlt....
Ziemlich merkwürdig fand ich das. Aber es tat auch gut.

Ich habe erst mal eine Bekannte gefragt, was sie dazu sagt und sie hat mich auf diesen Threat hingewiesen.

Vielleicht war es einfach mal ein neues Erlebnis, in einem eher undramatischen Zusammenhang mit fließenden Tränen konfrontiert zu sein?
Unabhängig von negativen oder positiven Emotionen betrachtet ist Weinen ja zunächst einmal nur ein Ventil. Verborgene oder offene Stresse lösen sich, dürfen "rausfließen" und so entsteht eine Entlastung.
Belastend ist also nicht das Weinen an sich, sondern eher die Emotionen, die evtl damit verbunden sind. Weinen kann allerdings eben auch ganz ohne negative Emotionen stattfinden. Schön, oder?

Ich wünsche Dir von Herzen gute Besserung und eine angenehme und möglichst kurze Zeit im Krankenhaus. _()_
Hi,
das ist mir auch schon geschehen und ich fand keine Erklärung dazu. Ihr seid nicht allein°

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